RoboAdvisor vividam RoboAdvisor für nachhaltige Geldanlagen: Interview mit Frank Huttel, CEO vividam - Seite 2

Gastautor: Seyit Binbir
27.10.2020, 12:55  |  4690   |   |   


Dennoch sollten aus unserer Sicht einige Voraussetzungen für echt nachhaltige Geldanlagen erfüllt sein – und wir gehen deutlich über das Thema „grün“ oder „öko“ hinaus. Einerseits gibt es mit dem UN Global Compact schon ein sehr gutes Rahmenwerk, das viele kritische Themenbereiche wie Menschenrechte, Kinderarbeit, Kriegswaffen, Korruption, etc. ausschließt. Für uns gehören aber auch fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle nicht in einen nachhaltigen Fonds oder ein Portfolio. Aber lediglich Titel ausschließen ist nur der Anfang, verhindert aber oft problematische Unternehmen. Ausschluss kann auch als „Risikomanagement“ angesehen werden. Wir als „Impact Investoren“ bzw. wirkungsorientierte Anleger wollen aber mit den Kundengeldern eine positive Wirkung erzielen und in Geschäftsmodelle investieren, die die Probleme der Zukunft lösen. Daher orientieren wir uns an den 17 UN SDGs, den Nachhaltigkeitszielen, die vor ziemlich genau fünf Jahren und fast parallel mit dem Pariser Klimaabkommen verabschiedet wurden. Und da haben wir übrigens schon wieder die nächste Abkürzung.



Welche Anlageprodukte sind grundsätzlich von Nachhaltigkeit ausgeschlossen? Wo wird es kompliziert?

Wie bereits erwähnt, fossile Energieträger sind für uns eigentlich ein tabu. Wobei man auch hier schauen muss, ob sich ein Unternehmen transformiert und auf erneuerbare Energien umsteigt. Hier sollte man den Fortschritt honorieren und diesen durch „Engagement“ überwachen und vorantreiben. Als Beispiel kann man das Windkraftunternehmen Orsted in Dänemark nennen, das vor der Umbenennung als Dong Energy zu den unsaubersten Energiekonzernen Europas gehörte. Man sieht, es gibt kein schwarz und weiß und 100% „nachhaltig“ wird es nie geben.
Auch gehört Gold für uns nicht in ein nachhaltiges Depot. Ansonsten orientieren wir uns am erwähnten UN Global Compact. Von den Inhalten abgesehen, haben wir uns bewusst für aktive Fonds und gegen ETFs entschieden. Wir sind der Auffassung, dass man nur mit aktiven Fonds die Freiheiten hat, die man bei der Nachhaltigkeit benötigt. Und aktive Fonds nehmen in der Regel ihre Stimmrechte wahr und betreiben Engagement, um Dinge zu ändern und weiter zu verbessern. Das schlägt sich zwar in höheren Fondskosten wieder, aber die Ergebnisse in den letzten Wochen und Monaten seit Ausbruch von COVID-19 zeigen, dass es sich mehr als gelohnt hat.

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Kommentare

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27.10.20 13:05:13
Bedanke mich herzlich bei dem CEO von vividam Frank Huttel für das aufschlussreiche Interview.

Disclaimer

RoboAdvisor vividam RoboAdvisor für nachhaltige Geldanlagen: Interview mit Frank Huttel, CEO vividam - Seite 2 Nachhaltigkeit spielt vor allem aufgrund der zunehmenden Bedeutung, die ihr die Gesellschaft beimisst, eine immer größere im Finanz- und Bankensektor.