Nikola Corporation und FuelCell Energy – Echte Alternativen zu Plug Power oder Absturzgefahr?

Gastautor: Armin Brack M.A.
18.01.2021, 11:41  |  6310   |   |   

Der anhaltende Hype um Wasserstoff und Brennstoffzellen hat seit Anfang des Jahres neue Höhepunkte erreicht, maßgeblich getrieben von zwei spektakulären Ankündigungen des US-Unternehmens Plug Power.

Letzte Woche sicherte man sich das mit Abstand größte Investment aller Zeiten in diesem Bereich – der südkoreanische Industrie-Gigant SK Group wird satte 1,5 Milliarden US-Dollar in Plug Power investieren. In der Folge soll ein Joint Venture entstehen, dass den asiatischen Markt für Wasserstoff- und Brennstoff-Zellentechnologie erschließen soll.

Wenige Tage später folgte die Ankündigung eines europäischen Joint Ventures mit Renault. In dessen Rahmen soll den gemeinsamen Kunden dann eine Full-Service-Lösung für Transporter bis 3,5 Tonnen angeboten werden. Diese soll auch die Errichtung und den Betrieb der notwendigen Wasserstoff-Infrastruktur sowie die Belieferung mit Wasserstoff enthalten.

Ganz offensichtlich hat man sich bei diesem Angebot vom Geschäftsmodell der Nikola Corporation inspirieren lassen. Dort plant man bekanntlich ebenfalls ein Komplett-Angebot im Segment der für 2023 angekündigten Brennstoffzellen-LKWs.

Im Gegensatz zu Nikola wird das zukünftige Plug Power-Renault Joint Venture aber voraussichtlich nicht in die Verlegenheit kommen, eine flächendeckende Wasserstoff-Infrastruktur bereitstellen zu müssen, denn im Kleintransporter-Bereich ist es meist ausreichend, die Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände zu tanken, das sie morgens verlassen und nach Feierabend wieder aufsuchen.


 Nikola Corporation 

Trotzdem konnte auch Nikola von der branchenweiten Rallye der letzten Tage erheblich profitieren. Vor Weihnachten hatte noch die Stornierung einer Order für insgesamt 2.500 Abfall-Sammelfahrzeuge des amerikanischen Marktführers Republic Services den Aktien-Kurs auf neue Tiefs sinken lassen. Seitdem hat sich die Aktie um rund 50 Prozent erholen können. Insbesondere für Nikola ist ein hoher Aktien-Kurs enorm wichtig, da im April die Haltefrist für eine erhebliche Anzahl zusätzlicher Aktien ausläuft und das Unternehmen zudem eine große Kapital-Erhöhung im weiteren Verlauf des Jahres geplant hat.

Dafür muss Nikola jedoch zwingend einen zugkräftigen Partner für die kapitalintensive Errichtung der geplanten Wasserstoff-Infrastruktur an Land ziehen. Dieser sollte eigentlich bis zum Jahresende 2020 bekannt gegeben werden. Doch nachdem weit fortgeschrittene Verhandlungen mit dem britischen Energie-Konzern BP im Zuge des Skandals um Firmen-Gründer Trevor Milton abgebrochen werden mussten, scheint sich die Partnersuche schwierig zu gestalten.

Immerhin konnte man zuletzt Fortschritte bei der Sicherstellung der für die geplanten Elektrolyse-Großtankstellen benötigten, kostengünstigen Stromversorgung vermelden. In Arizona sicherte sich Nikola einen Kilowattstunden-Preis von lediglich 2,7 US-Cent. Dieser Betrag liegt sogar noch unter den in Nikolas Modellrechnungen angesetzten 3,5 US-Cent pro Kilowattstunde, mit denen die Produktion von Wasserstoff zu einem Preis von unter 2,50 US-Dollar pro Kilogramm erreicht werden soll.

Laut Nikola ist die Vereinbarung ein wichtiger Meilenstein für die Errichtung eines Wasserstoff-Korridors entlang der Interstate 10 zwischen dem Firmensitz Phoenix (Arizona) und der kalifornischen Metropolen-Region Los Angeles.

Allerdings wird Nikola auch in Kalifornien Tankstellen errichten müssen, wo die Strompreise traditionell erheblich höher liegen. Möglicherweise wird Nikola daher den Wasserstoff aus den geplanten Produktions-Anlagen in Arizona anliefern müssen, was entsprechend für erhebliche, zusätzliche Kosten sorgen würde.

Nach wie vor gibt es also viele ungeklärte Fragen bei Nikola. Vor dem Auslaufen der nächsten Haltefristen im April sollte das Unternehmen einen Infrastruktur-Partner gefunden haben, da sonst der Aktien-Kurs auf neue Tiefs sinken könnte. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für die geplante Kapital-Erhöhung.

Investoren sollten die Aktie aufgrund des doppelten Überhangs von drohenden Insider-Verkäufen und anstehender Kapital-Erhöhung meiden.

Nikola Corp. (ISIN: US6541101050)

 

*Dieser Text ist ein Auszug aus meinem kostenfreien Geldanlage-Report.*

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Ihr Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report
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