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DAX – Kommt die geldpolitische Wende?

Gastautor: Daniel Saurenz
17.05.2021, 12:09  |  757   |   |   

Börse_München_SchriftzugAnhaltend recht volatil: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche ein heftiges Auf und Ab verzeichnet und dabei überwiegend nachgegeben. Für die zeitweilige Talfahrt waren wie bereits in der Vorwoche Inflationsängste und die damit verbundene Befürchtung von Zinssteigerungen verantwortlich. Die Teuerung in den USA im April war mit über vier Prozent überraschend hoch ausgefallen, was die ohnehin existierenden Sorgen weiter befeuerte. Zu Ende der Handelswoche setzte sich aber mehr und mehr die Lesart der US-Notenbank Fed durch. Die Fed hatte zuletzt betont, dass die höhere Inflation vom Hochfahren der Wirtschaft nach der Corona-Krise ausgelöst und nur vorübergehender Natur sei. In der Folge zogen die zuvor ebenfalls abgesackten US-Börsen an, was wiederum ihren hiesigen Pendants Auftrieb verschaffte. Zusätzliche Unterstützung lieferten einige Unternehmenszahlen, vor allem solche aus der ersten Börsenliga wie die von AllianzBayer und der Deutschen Telekom schlugen sich in teils deutlichen Kursgewinnen nieder. Wir stellen den Kommentar von Robert Ertl, Börse München, vor. 

Pharma-Titel im Aufwind

Der Deutsche Aktienindex (Dax) kam im Wochenvergleich um 0,1 Prozent auf 15.416,64 Punkte voran. Größte Wochengewinner waren die Titel von Fresenius mit einem Plus von fast 8 Prozent. Der Gesundheitskonzern profitierte von Kurszielanhebungen durch Analysten sowie einer zeitweise hohen Beliebtheit von Pharmawerten. Dagegen sackte der Kurs von Delivery Hero auf Wochensicht um über 14 Prozent ab. Generell litten etliche als Corona-Krisengewinner geltende Titel in der vergangenen Woche. Der MDax verlor im Wochenvergleich 1,6 Prozent auf 32.141,17 Zähler. Der TecDax rutschte um 2,9 Prozent ab auf 3.327,80 Punkte. Der m:access All-Share fiel um 2,2 Prozent auf 2.865,75 Zähler.

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Deutsche Anleihen: Rendite legte zu

Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten sind in der vergangenen Woche deutlich gesunken. Zum einen belasteten einige gut ausgefallene Konjunkturdaten die Bundespapiere. Vor allem litten diese aber unter den Sorgen wegen der hohen Inflation und den Befürchtungen, die US-Notenbank könne ihre extrem lockere Geldpolitik schneller straffen als bislang angenommen. In der Folge stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe auf den höchsten Stand seit zwei Jahren, im Wochenvergleich legte sie von -0,22 auf -0,13 Prozent zu. Die Umlaufrendite zog von -0,29 auf -0,20 Prozent an.

USA: Tendenz fallend

Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche Verluste verzeichnet. Auch hier hatten Inflations- und Zinsängste den Anlegern die Laune verdorben. Zu Ende der Handelswoche sorgten zwar erneute Erklärungen von Mitgliedern der Fed, die Teuerung sei lediglich vorübergehend, sowie einige schwächere Konjunkturdaten für Auftrieb und Kursgewinne. Diese reichten aber nicht aus, um das vorangegangene Minus auszugleichen. Der Dow-Jones-Index, der am vergangenen Montag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 35.000 Punkten übersprungen hatte, sank im Wochenvergleich um 1,1 Prozent auf 34.382,13 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,4 Prozent auf 4.173,85 Punkte ab. Der technologielastige Nasdaq-100-Index fiel um 2,4 Prozent auf 13.393,11 Zähler.

Ausblick: Rekordstand fällig?

Ein Ende der Schwankungen an den deutschen Aktienbörsen erwartet kaum ein Experte, aber etliche können sich für die aktuelle Woche einen neuen Rekordstand beim Dax vorstellen. Dazu könnten vor allem zu Wochenbeginn die Vorgaben der US-Aktienmärkte vom vergangenen Freitag und die zugrunde liegenden Faktoren – schwächere Konjunkturdaten – beitragen, heißt es. Letztere dürften die Befürchtungen einer Überhitzung der Konjunktur und der Konsequenzen daraus schmälern, sagen Analysten.
Ungeachtet dieses Schubs aus der Vorwoche dürfte aber die Nervosität der Marktteilnehmer anhalten. Und insofern dürften vor allem auch die anstehenden Inflationsdaten dahingehend betrachtet werden, ob diese tatsächlich als vorübergehendes Phänomen oder als Vorboten einer dauerhaft höheren Teuerung und damit als Gefahr für die lockere Geldpolitik zu bewerten sind. Auch das Protokoll der vergangenen Ratssitzung der Fed dürfte vor allem daraufhin analysiert werden, ob sich Hinweise auf den möglichen Zeitpunkt einer geldpolitischen Wende finden lassen.

Terminkalender gibt wenig her

Darüber hinaus ist der Terminkalender hinsichtlich potenziell Markt-bewegender Konjunkturdaten nur spärlich befüllt. Zu den interessantesten Veröffentlichungen dürften die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone, Daten vom US-Immobilienmarkt sowie Indizes lokaler US-Notenbanken gehören.

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