Das wichtigste am Montag
Frankreich zersplittert, Holcim und BYD kaufen zu, Delivery Hero stürzt ab
Die Börse reagiert verhalten auf den Wahlausgang in Frankreich. Warum Delivery Hero tief in die Tasche greifen muss. Und welcher Tech-Wert aus der zweiten Reihe sich gerade erst warm läuft. Der Tagesausblick
- Börse reagiert verhalten auf Frankreich-Wahl
- Delivery Hero muss tief in die Tasche greifen
- Tech-Wert aus zweiter Reihe läuft sich warm
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Der CAC 40 feiert den Ausgang der Wahl jedenfalls nicht und startet klar im Minus. Besonders die französischen Banken werden abgestoßen. Die Aktien von BNP Paribas, Frankreichs größter Bank, fallen
kurz nach Handelsstart um 1,2 Prozent, während die Aktien der SocGen um 1,4 Prozent nachgeben.









Auch der DAX ist noch etwas unschlüssig, wie er das Ergebnis aus Frankreich einordnen soll. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt halten sich am Montag zurück. Der Dax verliert in den ersten Handelsminuten leicht um 0,05 Prozent auf 18.465,45 Punkte. Damit zollte der Leitindex auch der guten Vorwoche ein wenig Tribut.
Für den MDax geht es um 0,73 Prozent auf 25 539,57 Punkte bergab - hier belastete vor allem der Kursrutsch bei Delivery Hero. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gibt um knapp 0,3 Prozent nach.
Holcim: Nächster Zukauf
Der Zementhersteller Holcim hat erneut im Bereich des Recyclings von Bauschutt zugekauft. Laut einer Mitteilung vom Montag hat Holcim die belgische Firma Mark Desmedt übernommen.
Das Unternehmen ist den Angaben zufolge der führende Wiederverwerter von Bauabbruchmaterial in Belgien. Mark Desmedt recycelt jährlich rund 500.000 Tonnen Bauschutt in den Regionen Brüssel und Antwerpen. Diese Zahl soll künftig auf 10 Millionen Tonnen Bauschutt pro Jahr steigen.
Die 1989 als Familienunternehmen gegründete Firma Mark Desmedt soll die Eco-Cycle-Technologie von Holcim "in ganz Belgien verbreiten und so die Kreislaufwirtschaft zu einem Motor für profitables Wachstum machen", wird Holcim-Chef Miljan Gutovic in der Mitteilung zitiert.
Es ist bereits die vierte Übernahme von Holcim im Bereich des zirkulären Bauens in diesem Jahr. Holcim hat zuvor die Cand-Landi Gruppe in der Schweiz, das Unternehmen Land Recovery in Großbritannien und die Firma Mendiger Basalt in Deutschland aufgekauft.
Mit einem geschätzten KGV von 13,9 für das laufende Jahr und einer erwarteten Dividenden Rendite von 3,64 Prozent ist Holcim im Bereich Baumaterialien sicherlich nicht zu teuer bewertet. Springt der Kurs über die Marke von 81,88 Schweizer Franken, dann dürfte es sich durchaus lohnen die Aktie ins Depot zu holen.
BYD: Beteiligung in Thailand
Der chinesische Autobauer plant, 20 Prozent des thailändischen Elektrofahrzeugherstellers Rever Automotive zu übernehmen, der als lokaler Vertriebspartner des chinesischen Unternehmens in Südostasien tätig ist, berichtete Reuters am 6. Juli unter Berufung auf eine gemeinsame Erklärung beider Unternehmen.
Im Zuge der Übernahme hat der chinesische Automobilhersteller eine Fabrik in Thailand errichtet, die 490 Millionen Dollar gekostet hat. In dieser Fabrik sollen jährlich 150.000 Fahrzeuge produziert werden, berichtete die Nachrichtenagentur.
Solange der Streit zwischen der EU und China tobt und mögliche Strafzölle im Raum stehen, ist die Aktie von BYD “nur” eine gute Halteposition. 17,5 Prozent mehr an Strafzoll dürfte für BYD zwar ärgerlich sein, aber trotzdem verkraftbar.
Softbank: Aktie läuft weiter
Obwohl sich die Börse im Land der aufgehenden Sonne zurückhaltend präsentierte, können wir zufrieden sein. In Tokio stieg der Nikkei-Index um 0,2 Prozent auf 41.000 Punkte, während der breiter gefasste Topix um 0,1 Prozent auf 2880 Punkte sank.
Gewinnmitnahmen begrenzten die Zuwächse, nachdem beide Indizes in der vergangenen Woche neue Allzeithochs erreicht hatten. Unter den Einzelwerten verzeichnen die Aktien des KI-Startup-Investors Softbank einen Anstieg von 2,4 Prozent und sind damit der größte Gewinner im Nikkei. Dies folgt auf den Anstieg der in den USA gelisteten Aktien des britischen Chipdesigners ARM Holdings, an dem Softbank einen Anteil von 90 Prozent hält, auf ein Allzeithoch.
Delivery Hero: Rekordstrafe wegen Absprachen?
Der Essenslieferant Delivery Hero rechnet mit einer wesentlich höheren Geldstrafe wegen angeblich wettbewerbswidriger Absprachen als bisher angenommen. Am Ende könnte das Unternehmen mit einer Strafe von über 400 Millionen Euro belegt werden, wie der im MDax notierte Konzern am Sonntagabend mitteilte.
Daher hat der Vorstand beschlossen, die bereits gebildete Rückstellung von 186 Millionen Euro erheblich zu erhöhen. Diese Entscheidung basiert auf einem kürzlichen informellen Austausch mit der Europäischen Kommission und einer anschließenden detaillierten Analyse.
Die Europäische Kommission hatte Mitte 2022 und Ende 2023 Razzien bei Delivery Hero durchgeführt. Laut eigenen Angaben des Konzerns könnte die hohe Strafe aufgrund des Vorwurfs der Aufteilung nationaler Märkte, des Austauschs wirtschaftlich sensibler Informationen und von Abwerbeverboten verhängt werden. Delivery Hero beabsichtigt, weiterhin umfassend mit der Europäischen Kommission zu kooperieren, wie es bereits bei den unangekündigten Durchsuchungen 2022 und 2023 der Fall war, hieß es.
Die Aktie bricht heute zweistellig ein und unterstreicht damit ein weiteres Mal, dass sie kein nachhaltiges Investment ist. Daher Finger weg von dem Papier.
Varta: Berenberg belächelt möglichen Porsche Deal
Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Varta von 22 auf 15 Euro reduziert, die Bewertung jedoch weiterhin auf "Hold" belassen. Ein potenzieller Deal mit der Porsche AG wäre für den Batteriekonzern kein "Game-Changer", schrieb Analystin Yasmin Steilen am Sonntag in ihrem Kommentar zum Interesse des Sportwagenherstellers am Geschäft mit Elektroautobatterien. Die Varta-Tochter V4Drive befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase.
Frau Steilen spricht mir aus der Seele. V4Drive ist nicht das größte Problem bei Varta. Die Baustellen in Ellwangen sind an anderen Stellen. Daher könnte der Deal nur Porsche einen Vorteil bringen.
Anleger, die das Risiko im Depot steigern möchten, können das auch mit Porsche machen. Hier sind die Erfolgsaussichten definitiv größer als bei Varta.
Tipp des Tages
AppLovin
Das in Palo Alto ansässige Unternehmen positioniert sich strategisch im wachsenden Markt für mobile Anwendungen. Laut Marktforschungsstudien könnte dieser Sektor bis 2027 eine Bewertung von 674 Milliarden Dollar erreichen. AppLovin ist mit seinem umfangreichen Portfolio an Spielen und der KI-basierten AXON-Technologie gut aufgestellt, um von diesem Wachstum zu profitieren.
Das Unternehmen bietet über 350 kostenlose mobile Spiele in verschiedenen Genres an und hat seine Fähigkeit bewiesen, hohe Margen zu halten – mit einer Bruttomarge von etwa 67,7 Prozent und einer Betriebsmarge von 19,7 Prozent. Dies zeigt die Effizienz seines Geschäftsmodells und seines operativen Managements. Trotz der Tatsache, dass der Markt bereits einen Teil des Wachstumspotenzials von AppLovin eingepreist hat, bietet das Unternehmen weiterhin interessantes Aufwärtspotenzial.
Das Managementteam von AppLovin, angeführt vom Gründer Andrew Karam und CEO Adam Foroughi, verfügt über umfangreiche Erfahrung im Technologiesektor. AppLovin plant, sein App-Portfolio neu zu bewerten, was zu Verkäufen und einer stärkeren Fokussierung auf das Softwaregeschäft führen könnte. Dies könnte langfristig zu besseren Margen und einer höheren Bewertung führen.
AppLovin bietet ein attraktives Investitionsprofil dank seiner starken Positionierung in einem Wachstumssektor, fortschrittlicher Technologie und einem robusten Geschäftsmodell – selbst in einem zyklischen Sektor wie der Werbung. Die Wachstumsaussichten, kombiniert mit effektivem Management und einer Diversifikationsstrategie, machen AppLovin zu einer interessanten Investition für Anleger, die im Bereich der mobilen Technologien und Werbung engagiert sein möchten.
Geht der Kurs über die Marke von 86,96 US-Dollar, dann dürfte sich das Momentum in der Aktie weiter fortsetzen. Seit Jahresbeginn hat der Kurs sich schon mehr als verdoppelt, aber das muss nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Autor: Markus Weingran

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