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DAX-Chartanalyse: Chance auf Bodenbildung

DAX-Chartanalyse Chance auf Bodenbildung

Gastautor: Andreas Mueller
30.07.2017, 10:27  |  8185   |   |   

Getrieben von Bilanzen, dem Wechselkurs und der Notenbank konnte sich der DAX nicht entscheiden. Die Wochenspanne umfasste nur 250 Punkte und ein Ausbruch aus der GAP-Zone wurde vereitelt.

Starke Gefühle dominierten die vergangene Handelswoche. Denn wir sind mitten in der Berichtssaison zum zweiten Quartal und hatten mit der FED einen starken Termin auf der Agenda. Dazu nun im Rückblick einige Worte, gefolgt von einem charttechnischen Ausblick auf die neue Kalenderwoche und den Monatswechsel im DAX.

 

Die Woche der Bilanzen

 

Eine Vielzahl an Bilanzen wurden in der vergangenen Woche veröffentlicht. Sie waren sehr verschieden und nicht alle positiv. Überraschen konnten hierbei Adidas, die Allianz und Volkswagen. Vom Gewinn her auch die Deutsche Bank, doch diese leidet weiterhin unter Einsparungsdruck und den fehlenden Margen im Eigenhandel. Genau dies trifft nun auch die Deutsche Börse Group, welche sehr schlechte Zahlen vermeldete.

Über die Autowerte muss man nicht gesondert reden, denn diese standen in quasi allen Schlagzeilen am Pranger. Dazu hat die Redaktion von wallstreet-online HIER auch etwas zusammengefasst. Hier ist noch kein Boden abzusehen und vor dem Hintergrund der politischen und rechtlichen Sachlage äußerst unklar.

 

Im DAX stand die Frage lange Zeit im Raum: "GAP oder Bärenfalle?". So titelte auch meine Vorwochenanalyse mit diesem Chartbild:

 

Der Wochenstart sah nach einer Bärenfalle aus. Leichte Erholungstendenzen gaben den Bullen wieder Hoffnung und ließen den DAX am Dienstag im Fahrwasser der Wall Street im Trend ansteigen. Das Ziel dieser Bewegung skizzierte ich in diesem Beitrag:

 

Aber erst am Mittwoch standen wir dort bzw. es wurde ein dynamischer Ausbruchsversuch gestartet. Die Oberkante des Frankreich-GAP's aus dem April stand hier zur Disposition und im Blickfeld der Marktakteure. Doch dieser kurzfristige Ausbruch bis 12.34x Punkte wurde sehr schnell wieder eingefangen. Die Angst vor der FED-Sitzung am Abend dominierte wohl und hausgemachte Probleme, wie das Diesel-Kartell lagen schwer über den Kauforders. Am Abend wurde übrigens nicht von der FED und Janet Yellen an der Zinsschraube gedreht, was den EUR/USD noch einmal anfachte und ihn auf ein neues Mehrjahreshoch katapultierte. Somit kristallisierte sich zusehendst im DAX schon Mittags heraus, dass es sich nur um einen Pullback an die Abrisskante handelte, wie hier dargestellt:

Für Freitag und nach den schlecht aufgenommenen Amazon-Quartalszahlen manifestierte sich diese Ansicht, welche hier niedergeschrieben stand:

Und erhärtete zum Handelsstart meine Meinung, das GAP doch noch zu schließen:

In der Tat gelang dies im XETRA bis auf wenige Punkte - im DAX-Future wurde es genau geschlossen! Danach folgte eine Erholung, die jedoch mehr zögerlich als dynamisch anzusehen war. Für den Freitag hieß dies: 11 Punkte Kursgewinn im DAX und auf Wochensicht noch immer 0,6 Prozent Kursverlust. Und das vor dem Hintergrund, dass die Wall Street neue Rekorde in Form von Allzeithochs feierte! Dort überzeugten (abgesehen von Amazon) 71 Prozent der Unternehmen und übertrafen die Erwartungen im S&P 500 bisher! Stellvertretend sind hierbei Facebook und Microsoft aus dem Technologiebereich zu nennen, aber auch General Motors aus der Autobranche. Darüber schrieb die w : o -Redaktion folgendes ->

 

Ausblick auf die kommende Woche

 

Das seit Wochen hier immer wieder aufgezeigte GAP könnte seine Wirkung nun vollzogen und ausgereizt haben. Zumindest im DAX-Future wurde das GAP geschlossen, auf XETRA fehlten ein paar Punkte unter der 12.100 für einen sauberen Schluss. Dort sieht das Chartbild aktuell nun auf Basis 4 Stunden-Kerzen wie folgt aus:

In einem Rutsch könnte dies womöglich noch einmal sauberer vollzogen werden. Immerhin sind die Abwärtstendenzen nicht zu übersehen und nun auch im Stundenchart (Basis 1 Stunde pro Kerze XETRA) optisch als Trendlinien sichtbar:

Es fällt auf, dass wir hier vom großen Abwärtstrend schon sehr weit entfernt sind und auch der kleinere, sehr steil verlaufende Abwärtstrend, nicht unbedingt so weitergehen muss. In diesem Tempo wären wir sonst schon zur Wochenmitte unter 12.000 Punkten. Sicherlich möglich, wenn der Euro-Dollar weiterhin nach oben tendiert und die US-Märkte ein wenig Schwäche einleiten. Doch wie beim Wetter kann man hier auch positiv überrascht werden. Dies wäre der Fall, wenn wir den Abwärtstrend überwinden:

Was wäre hier das Ziel? Ganz klar die Abrisskante aus dem großen Chartbild bzw. die obere Kante des GAP's. Zur Orientierung als Zahl: 12.320-12.340 ist dieser Bereich und hier im Stundenchart (noch einmal herausgezoomt) optisch skizziert:

An diesen beiden Marken orientiere ich mich folglich in der kommenden Handelswoche. Nicht viel anders als in der Vorwoche, doch dafür kann ich nichts. Vielleicht gibt es mit dem Monatswechsel im Dienstag auch einen Trendwechsel? Letztlich gibt diese der Markt vor bzw. die Marktakteure mit ihren Handlungen. Als Trader sollte man diesen Bewegungen folgen, sie nicht versuchen vorwegzunehmen und auch einmal mit kleinen Gewinnen zufrieden sein. Wie dies andere Trader auf wallstreet-online handhaben, erfahren Sie wie gewohnt börsentäglich in den Tages-Trading-Chancen

 

Meine Meinung orientiert sich weiterhin am Chartbild und ist HIER im Nachrichtenbereich zu lesen. Möchten Sie diese direkt per Erscheinen lesen? Dann abonnieren Sie mich hier: Autor abonnieren 0

 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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