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DAX-Chartanalyse: Angeschlagen und abgetaucht

DAX-Chartanalyse Angeschlagen und abgetaucht

Gastautor: Andreas Mueller
23.07.2017, 12:01  |  10003   |   |   

Noch keine Entwarnung in der aktuellen Chartsituation. Der DAX ist angeschlagen und erst einmal abgetaucht. Im Gegensatz zur Wall Street, an der noch immer neue Rekorde Einzug hielten. Was geschah im Detail und was waren die Gründe?

Die Sommerlaune der Vorwoche konnte nicht fortgesetzt werden. Vor allem für DAX-Anleger gab es starke Sommergewitter, die sich in Kursverlusten niederschlugen. Daher muss gleich zum Beginn der Analyse gesagt werden, dass meine Einschätzung mit einem Blick zum Allzeithoch falsch war. So titelte nämlich die Vorwoche Sommerlaune und Blick zum Allzeithoch

 

Ereignisse, wie die Statements der Europäischen Notenbank oder der sich ausweitende Abgasskandal, kommen in solchen Wochen überraschend und sind im Chartbild schwerlich vorab sichtbar. Dennoch obliegt es jedem Börsianer selbst, wie er darauf reagiert und wie flexibel er sich den Marktgegebenheiten anpasst. In diesem Sinne passe ich auch in dieser Woche meinen Blick an das aktuelle Chartbild an und gebe zuvor ein paar kleine Rückblicke auf die Vorwoche.

 

Signale der Vorwoche

 

Immerhin noch leicht positiv startete die vergangene Handelswoche. Dort war noch immer die Phantasie im Markt zu spüren, an die Gewinne oberhalb von 12.600 Punkten anknüpfen zu können. Doch schon intraday sah man am Montag fallende Hochpunkte im Chartbild wie hier visualisiert:

 

Immerhin hielt der Aufwärtstrend noch, der hier als Linie eingezeichnet war und von Freitag, dem 14.07. stammte.

 

Mit dem Handelsstart am Dienstag wurde dann genau diese gezeigte Aufwärtstrendlinie gebrochen. Es folgten nicht nur kurze Verkaufsorders, sondern die Marktstimmung kippte komplett. Bis zur Eröffnung der Wall Street bewegte sich der DAX in einem kompletten Abwärtstrend.

(Beitrag dazu)

 

Dies stimmte schon einmal sehr skeptisch, denn an der Wall Street selbst waren die Vorgaben relativ gut. Die Quartalssaison lieferte vor allem im Technologiebereich gute Ergebnisse ab. Vor allem Netflix glänzte hier und sprang förmlich auf ein neues Allzeithoch. Damit war auch ALLZEITHOCH das bestimmende Wort im Index der US-Technologiewerte Nasdaq Composite. Dieser legte im laufenden Jahr nun schon mehr als 18 Prozent zu und sieht weiterhin bullisch aus.

 

 

Eine ausführliche Analyse, welche Werte ihn tragen und welche Unterschiede es in den Indexbezeichnungen gibt, finden Sie von mir hier als Nachricht ->

 

Zurück zum DAX: Dieser pendelte am Mittwoch eher seitwärts und sprang am Donnerstag etwas zu optimistisch vor der EZB-Sitzung bereits am Morgen über seinen bis dato etablierten Wochen-Abwärtstrend. Sogar mit einem GAP, welches viele Börsianer recht skeptisch machte.

 

So beschrieb ich dies auch mit „DAX probt Aufstand“ und genau dieses GAP wurde mit der EZB-Pressekonferenz am Nachmittag auch wieder geschlossen. Was war konkret geschehen?

 

Die Nullzinspolitik der EZB soll beibehalten werden und damit einhergehend auch die weiterhin lockere Geldpolitik. Der Euro übersprang zum Dollar die 1.16 und bewegte sich damit auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. "Mario Draghi hat heute die Euro-Bullen von der Leine gelassen", resümierte Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets.

 

Und beim Wechselkurs EUR/USD kommt hinzu, dass sich die Stimmung bezüglich des US-Präsidenten ablesen lässt. Denn die Stärke des Euro kann ebenso als Schwäche des Dollars interpretiert werden. Dieser hat nun seit dem Wahlabend genau 12 Prozent verloren und „wartet“ auf Umsetzungen der Steuerreformen etc. – weitere Info’s zu dieser Ansicht finden Sie als News hier auf wallstreet-online ->

 

Der Freitag setzte den Wochentrend fort. Vor allem am Nachmittag, als weitere Details zum Abgasskandal deutscher Autobauer und der Vorwurf, es handle sich um ein langjähriges Kartell im Raum standen, durch die Medienkanäle gingen. Hilfreich war dazu auch nicht gerade die „Gegenbewegung am globalen Automarkt“, welche womöglich von China und Amerika gemeinsam entstehen kann. US-Starinvestor Warren Buffett mischt hier kräftig mit, wie die Redaktion von wallstreet-online hier berichtete.

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