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Lufthansa AG: Wie geht`s weiter? (Seite 1248)


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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.995.471 von Kwerdenker am 01.03.19 12:05:42Danke für die Info :)
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.983.342 von nickelich am 28.02.19 09:31:06
Zitat von nickelich: Beim Vergleich LH mit AF sollte man Folgendes bedenken. Die A 380 verbraucht pro tatsächlich besetztem Sitz und Kilometer zuviel Kerosin im Vergleich zu B777 oder A350. Außerdem ist der Wartungsaufwand für 4 Motoren ungleich höher. Der Kauf kam auf Druck der Politik zustande.


Das mit der A380 ist ein interessanter Hinweis und war mir so nicht bewußt. Insbesondere was den Wert nach 10 Jahren angeht. Vielen Dank für diesen Hinweis!


Zitat von nickelich: Air France hat von seinen 16 A380 die Hälfte geleast, die andere Hälfte in Eigenbesitz. Bei AF ist mir der Abschreibungsmodus nicht bekannt, ich gehe auch von 20 Jahren aus. Aber der buchhalterische Schaden betrifft nur die Hälfte der A380-Flotte.


Hier dürfte der Hintergrund ein anderer sein. Die Kapitalausstattung der Lufthansa ist fantastisch. Air France steht da ein ganz bedeutendes Stück der LHA hinten an.

Interessant dürfte bei der Veröffentlichung der Jahresbilanz sein, ob erneut Pensionsrückstellungen abgebaut worden sind. Lufthansa geht in Richtung goldgeränderter Bilanz - im Gegensatz zu einer Air France oder einer AIG (=BA und Iberia).



Zitat von nickelich: Ganz grob geschätzt komme ich damit auf eine außerplanmäßige Abschreibung von 1,7 Milliarden Euro bei Lufthansa und bei AF auf etwa die Hälfte.


Gemäß GB 2017 sind 16 Maschinen des Typs A380 im Besitz der Lufthansa. Es müssen aber noch einige A380 unterwegs sein, da im Q3-Bericht die Rede davon ist, dass zwei oder drei dieser Maschinen von Frankfurt nach München umziehen.

Der Flottenumbau ist ein ganz heißes Thema bei LHA und man verjüngt die Flotte deutlich. Ich habe das nicht nachgerechnet, aber ein immenser Anteil des CF ist in die Verjüngung der Flotte eingeflossen und wird 2018 und 2019 in die Flotte miteinfließen. Hier sind ja noch einige Fokker-Maschinen unterwegs und Fokker ist ja vor rund 20 Jahren als Daimler-Tochter in Insolvenz gegangen.

LHA-Vorstand Spohr erklärte auf Nachfragen wiederholt, warum LHA relativ wenig Neubestellungen tätigt und tätigte. Man erwartet eine Pleitewelle in der Luftfahrtindustrie und hier lägen so viele Neubestellungen vor, dass man sich hier die Rosinen bei den Herstellern rauspicken könne bei massiven Preiszugeständnissen der Hersteller. Als ich die Neubestellungen bei der Norwegian sah, fiel ich fast vom Stuhl. Manchmal frage ich mich dann, ob hier in den Unternehmen Leute zu Gange sind, die die Grundrechenarten nicht beherrschen.

Die hier zitierten 1,7 Milliarden außerplanmäßigen Abschreibungen sehe ich sehr entspannt. Das wird man dann auf drei Jahre verteilen. Das ist zwar ergebniswirksam trifft aber die Liquidität nicht. Den Kerosinanstieg, der ja für einige Pleiten in der Luftfahrtbranche verantwortlich ist, habe ich in 2018 bei der Lufthansa mit einem Mehraufwand von etwa 800 Mio. EUR berechnet. Der ist ergebniswirksam und liquiditätswirksam. Der wird aber das Ergebnis nur unwesentlich beeinflussen. Höher schlägt hier die Übernahme der Air Berlin ins Kontor. Das ist auch der Grund, warum das Ergebnis in 2018 niedriger ausfallen wird.

Es werden bei der LHA rund 2 Mrd. EUR als Gewinn ausgewiesen werden. Davon wurden letztes Jahr keine 400 Mio. EUR als Dividende ausgeschüttet. Daher erwarte ich bei der LHA eine deutliche Dividendenerhöhung. !,00 EUR pro Aktie sollte hier mindestens ausgeschüttet werden. Bei 1,20 EUR wäre man mit 30% Div.-Ausschüttung des Gewinnes eher am unteren Ende der Skala, was im Allgemeinen üblich ist.

Fazit:
LHA ist nach wie vor extrem unterbewertet. LHA wird gleichgesetzt mit anderen Luftfahrtgesellschaften, die aufgrund des starken Wettbewerbs und des hohen Kostendrucks massivste Probleme haben. LHA ist aber aufgrund des geschickten strategischen Taktierens, der Marktmacht und nicht zuletzt der enormen Finanzkraft der große Profiteur dieses enormen Verdrängungswettbewerbs.

Bei einem günstigen Börsen- und Konjunkturumfeld halte ich Kurse um die 50 EUR in den nächsten zwei Jahren durchaus für möglich.
Vor ein paar Jahren, als die VC streikte, schrieb CFO Simone Menne in der Betriebszeitung, daß die Eigenkapitalkquote nur 9% betrage. Ein paar Monate später schrieb sie in einem Aktionärsbrief, daß die Eigenkapitalquote 19% betrage. Eine wundersame Vermehrung des Eigenkapitals fand damals statt.
Simone Menne ging dann zu Boehringer und betreibt heute eine Kunstgalerie in Kiel. Frau Menne träumt von einem CEO-Job, aber es müsse kein Dax-Konzern sein, sie könne sich auch einen Job im Mittelstand vorstellen. Sie war m.W. der treibende Faktor bei der Änderung der Abschreibung, der den Gewinn derart hochschnellen ließ.
Mit der Änderung der Abschreibung ging einher,
"dass der Restbuchwert der Flugzeuge von 15 auf 5 Prozent des Anschaffungspreises sinken wird – eine Maßnahme, um Buchverluste beim Verkauf alter Flugzeuge zu verhindern: „Aufgrund der schnelleren technologischen Entwicklung lassen sich für ältere Flugzeugmodelle zum Teil nur noch Preise erzielen, die unter einem Buchwert von 15 Prozent liegen”

https://www.finance-magazin.de/finanzabteilung/bilanzierung/lufthansa-neue-abschreibungspolitik-erhoeht-gewinn-1295941/

Nicht berücksichtigt ist, daß ein 10 Jahre altes Flugzeug bei Lufthansa erst zu 47,5% abgeschrieben ist, also noch einen Restwert von 52,5% des Anschaffungspreises haben soll. Wie wir bei den nach 10 Jahren nicht verlängerten Leasingverträgen zwischen Dr.Peters und Singapore Airlines gesehen haben, wäre jedoch schon ein Drittel davon zu hoch gegriffen, was auch Frau Menne bestätigte.

Was Lufthansa als Gewinn ausweist, hat die Firma bei konservativer Rechnungslegung gar nicht verdient. Wenn man in dieser Weise bilanziert, ist eine hohe Eigenkapitalquote unerläßlich. Das Eigenkapital zu stärken, sollte Vorrang haben vor Gewinnausschüttung.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.004.570 von nickelich am 02.03.19 14:31:07
Leasing und Abschreibung
Zitat von nickelich: Mit der Änderung der Abschreibung ging einher,
"dass der Restbuchwert der Flugzeuge von 15 auf 5 Prozent des Anschaffungspreises sinken wird – eine Maßnahme, um Buchverluste beim Verkauf alter Flugzeuge zu verhindern: „Aufgrund der schnelleren technologischen Entwicklung lassen sich für ältere Flugzeugmodelle zum Teil nur noch Preise erzielen, die unter einem Buchwert von 15 Prozent liegen”

https://www.finance-magazin.de/finanzabteilung/bilanzierung/lufthansa-neue-abschreibungspolitik-erhoeht-gewinn-1295941/

Nicht berücksichtigt ist, daß ein 10 Jahre altes Flugzeug bei Lufthansa erst zu 47,5% abgeschrieben ist, also noch einen Restwert von 52,5% des Anschaffungspreises haben soll. Wie wir bei den nach 10 Jahren nicht verlängerten Leasingverträgen zwischen Dr.Peters und Singapore Airlines gesehen haben, wäre jedoch schon ein Drittel davon zu hoch gegriffen, was auch Frau Menne bestätigte.

Was Lufthansa als Gewinn ausweist, hat die Firma bei konservativer Rechnungslegung gar nicht verdient. Wenn man in dieser Weise bilanziert, ist eine hohe Eigenkapitalquote unerläßlich. Das Eigenkapital zu stärken, sollte Vorrang haben vor Gewinnausschüttung.



Deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen.

Die Abschreibung bei Leasing ist in der Regel deutlich höher als bei Anschaffung durch den Nutzer. Darum verstehe ich nicht, warum Du das hier ständig anführst. Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

Sieh Dir das alleine einmal bei Autos an. Hier ist die Abschreibungsdauer bei Leasinggeber-Firmen deutlich kürzer als bei Firmen, die die Fahrzeuge tatsächlich anschaffen. Das gilt auch für Flugzeuge. Airlease hat deutlich kürzere Abschreibungsfristen als die Fluggesellschaften, die die Flugzeuge im Eigenbestand haben. Alles nachzulesen in den Geschäftsberichten der Gesellschaften.

Zur Verdeutlichung:
Bei Autos beträgt die Leasingdauer in der Regel drei Jahre. Die Fahrzeuge sind dann in der Regel mit bis auf 25% abgeschrieben. Ein Mercedes der E-Klasse wird dann über diesen 25% liegen, während ein Ford Fiesta wahrscheinlich noch darunter liegt. Anders sieht das aus, wenn der Ford Fiesta als Anschaffung in der Bilanz eines Unternehmens steht.

Und was spricht dagegen, dass Lufthansa die eigenen Flugzeuge 20 Jahre lang nutzt noch dazu bei einer eigenen Wartungsfima instand hält?

Die Argumentation mit dem EK kann ich ebenfalls nicht so ganz nachvollziehen. Durch Änderung der Abschreibungsmethode kann man den Gewinn eine Zeit lang beeinflussen. Sieht man sich aber den CF von LHA an, dann wird deutlich, dass dieser immens ist. Und Abschreibungen sind bekanntlich ergebniswirksam aber nicht CF-wirksam.

Nach Deiner Argumentation müßte man aber die Abschreibungen senken, um den Gewinn zu erhöhen. Dann erhöht sich auch das Eigenkapital. Du schreibst aber: Mit der Änderung der Abschreibung ging einher, "dass der Restbuchwert der Flugzeuge von 15 auf 5 Prozent des Anschaffungspreises sinken wird". Dadurch erhöht sich der Abschreibungsbetrag und senkt den Gewinn und erhöht den Gewinn nicht, wie Du das hier anführst. Daher ist Deine Argumentation nicht stimmig. Wenn der Gewinn höher ausfallen soll, dann müßte der Restbuchwert höher leigen und nicht niedriger.

Auch die Argumentation: "... daß die Eigenkapitalkquote nur 9% betrage. Ein paar Monate später schrieb sie in einem Aktionärsbrief, daß die Eigenkapitalquote 19% betrage. Eine wundersame Vermehrung des Eigenkapitals fand damals statt." kann ich in keinster Weise nachvollziehen.

Bei einer aktuellen Bilanzsumme von ca. 36 Mrd. EUR entsprechen die gesamten jährlichen Abschreibungen auf den Flugzeugbestand weniger als 1,3 Mrd. EUR. Das entspricht nicht einmal vier Prozent der Bilanzsumme. Durch Änderung der Abschreibungsmethode kommt man maximal auf 1,5% Änderung der Bilanzsumme. Wir haben hier eine Änderung von sage und schreibe 10%.

Meine Frage an Dich: Woher kommen dann die restlichen 8,5% Eigenkapital?
Was spricht dagegen, daß Lufthansa die A380 20 Jehre nutzen wird?

... der hohe Treibstoffverbrauch pro Sitz und die schlechte Verkäuflichkeit so großer Kontingente. Mit den neuen Zweimitorigen ist LH flexibler und spart Sprit. Lieber morgens und abends eine Verbindung als ein A380 mittags.

noch dazu bei einer eigenen Wartungsfima instand hält?

D-checks werden ausgeschrieben, der billigste Anbieter erhält den Zuschlag. Lufthansa-Technik wartet dafür die Maschienen der am Golf beheimateten Ailines. Das bringt dieser Teilfirma mehr Cash in die Kasse als die Wartung der Lufthansa-Passage-Flugzeuge.

Die wundersame Vermehrung des Eigenkapitals von 9% auf 19% innerhalb weniger Monate kann ich auch nicht nachvollziehen. Aber das erste richtete sich an streikwilliges Personal, das 3 Jahre keine Gehaltssteigerung erfahren hatte und nun bitte die Fima nicht mit überhöhten Forderungen traktieren sollt, und der zweite Wert richtete sich an den Kapitalmarkt, wo man auf ein Rating schaute.

Der Vergleich mit Kfz-Leasing ist nicht zielführen. Der Satz, daß alte Flugzeuge keinen Restwert von 15% erreichen, stammt nicht von mir und war Begründung von der großartigen Simone Menne (CFO) bei Umstellung der Abschreibung. Dazu gibt es einen Spiegel online Artikel, den Sie lesen sollten:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/airbus-a380-in-der-restverwertung-ein-desaster-fuer-anleger-a-1254578.html
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.005.197 von nickelich am 02.03.19 17:09:52
Zitat von nickelich: Der Vergleich mit Kfz-Leasing ist nicht zielführen. l


Warum nicht?
Ganz grob geschätzt komme ich damit auf eine außerplanmäßige Abschreibung von 1,7 Milliarden Euro bei Lufthansa und bei AF auf etwa die Hälfte. "

Schön gerechnet, wenn es stimmt, was ich nicht anzweifele.

Um diesen Schaden etwas zu relativieren,
könnte man auf die deutliche höhere Nettoverschuldung in der Größenordnung von mehr als zwei Milliarden Euro höher bei bei Air France im Vergleich zu der der LH schauen, das KBV > 1 bei Air france im Verhältnis zu dem der LH von KBV < 1 bei LH.
Dazu der absolut höhere Gewinn bei der LH.

Der etwas höhere Abschreibungsbedarf fällt da kaum ins Gewicht.
Meine ich jedenfalls.

Bin im letzten Sommer mit einer A380 der LH nach Kalifornien geflogen und zurück und es hat mir bestens gefallen. Eine Mitfliegerin bestand sogar auf Buchung bei der LH und auf einem Flug mit der A 380.
Ein paar Jahre vorher war ich mit Emirates in Neuseeland.
Ebenfalls alles bestens.
Bin deshalb immer noch der Meinung, die LH verkauft sich Vergleich zu Air France zu billig.
Die wundersame Vermehrung des Eigenkapitals von 9% auf 19% innerhalb weniger Monate kann ich auch nicht nachvollziehen"

Damals waren Rückstellungen für die Pensionen ein großes Thema.
Das kann da mit zu tun haben.
Rückstellungen mindern den Gewinn und damit das EK.
Auflösung von Rückstellungen erhöhen den Gewinn und damit letztlich das EK.
Da wurde damals Kapital ziemlich von einer Position zur anderen geschoben.
Die Ergebnisse der Verhandlungen mit den Gewerkschaften haben da letztlich deutliche
Erleichterung für die LH gebracht. Die Mitarberiter beiteiligen sich deutlich mehr an der Finanzierung, bzw. dei LH muss den Mindergewinn durch niedrige Zinsen nicht allein
oder gar nicht mehr zusätzlich aufbringen.
Nach Deiner Argumentation müßte man aber die Abschreibungen senken, um den Gewinn zu erhöhen. Dann erhöht sich auch das Eigenkapital. Du schreibst aber: Mit der Änderung der Abschreibung ging einher, "dass der Restbuchwert der Flugzeuge von 15 auf 5 Prozent des Anschaffungspreises sinken wird". Dadurch erhöht sich der Abschreibungsbetrag und senkt den Gewinn und erhöht den Gewinn nicht, wie Du das hier anführst. Daher ist Deine Argumentation nicht stimmig. Wenn der Gewinn höher ausfallen soll, dann müßte der Restbuchwert höher leigen und nicht niedriger."

Da hat Don Vladimir eindeutig Recht, wenn mehr abgeschrieben wird, sinkt der Gewinn,
wenn weniger abgeschrieben wird, steigt er tendenziell.
Gesunde Firmen lieben in der Regel die Möglichkeit zur hohen Abschreibung, denn so werden der Gewinn gedrückt und die Steuern minimiert.
Letztlich werden sogar auch die Dividendenzahlungen reduziert (niedrigerer Gewinn führt zu kleinerer Dividende)

Die AG gewinnt an Liquidität, indirekt kommt dies in Teilen dann auch noch dem EK wieder zu Gute, wenn weniger Steuern und Dividenden gezahlt werden.
Bernecker sieht die LH bei seinem Kursziel zwar nicht bei 50 E sondern "nur"
bei 39,5 Euro.

Aber mit 50 E könnte ich auch gut leben.
Bei LH bin ich seit dem Frühjahr 2016 durchgehend investiert.
habe nie eine LH Aktie mit Verlust verkauft,
sondern nur mit Gewinn.
Mit keiner Aktie habe ich soviel Gewinn gemacht wie mit
LH.
Nur Steinhoff Holding könnte dies noch toppen oder allen Gewinn
wieder auffressen.
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