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IKB-Nachranganleihe A0A73M


99,52
08.09.16
Stuttgart
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Neuigkeiten zu IKB Deutsche Industriebank Hybridanleihe 0,638 % bis 09/16


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Letzte Woche hat die IKB ihre aktuelle Präsentation veröffentlicht.

http://www.ikb.de/fileadmin/content/30_Investor_Relations/50…


Die IKB hat ein Dutzend LT2-Nachranganleihen ausstehen, von denen ich mit der 273029, 273032, A0A73M und 273026 vier verschiedene halte, die zusammen den größten Posten im Depot bilden. Die ersten beiden Anleihen werden in den nächsten Wochen fällig und ich würde gerne die Frage zur Diskussion stellen, wie "sicher" das LT2-Kapital bei der IKB ist.

Mit der IKB-Direkt hat die IKB ihr Refinanzierungsproblem gelöst. 6,8 Milliarden wurden bereits eingesammelt und bei Bedarf würde ein kleiner Dreh an der Zinsschraube genügen, um weiteres Tagesgeld anzulocken.
Außerdem konnte die IKB ihre Bilanzsumme und die Risk-Weighted-Assets so schnell und umfangreich reduzieren, dass alle Soffin-Mittel vorzeitig zurückgezahlt werden konnten.

Die A0A73M hat im Zuge der SNS-Bank-Verstaatlichung fast 10 Punkte verloren und davon trotz des großen Anlagenotstands nur die Hälfte wieder aufgeholt.Damit ist die Anleihe eine der wenigen mit einer Rendite von mehr als 10% Rendite, bei denen mir keine akuten Probleme bekannt sind. Die Parallele zur SNS-Bank sehe ich nicht, weil die IKB keine systemrelevante Bank ist und der Staat damit keine Berechtigung hat, dass Restrukturierungsgesetz zur Rettung des Bankensystems anzuwenden.

Damit liegt das Schicksal der LT2-Anleihen in den Händen der IKB und von Lone Star. Lone Star ist Inhaber von Besserungsscheinen der IKB im Nominalwert von 1,05 Milliarden EUR. Diese Scheine sind nachrangig zu den LT2-Anleihen und nur dann werthaltig, wenn die IKB solvent bleibt und irgendwann wieder Jahresüberschüsse erzielt.

Somit ist mir nicht ganz klar, wieso die IKB-LT2 eine so hohe Rendite aufweisen. Nach der Rückzahlung der Soffin-Mittel, dem Zinsrückgang bei den Peripherie-Anleihen und der stabilen Lage im deutschen Mittelstand gehe ich davon aus, dass die IKB im laufenden Geschäftsjahr erstmals wieder ein positives HGB-Ergebnis ausweisen wird. Außerdem ist nach der Rückzahlung der Soffin-Mittel der Weg für Rückkaufangebote an die LT2-Inhaber frei, womit die IKB in Höhe des Unter-Pari-Anteils hartes und dauerhaftes Eigenkapital schaffen könnte.

Die A0A73M ist die mit Abstand liquideste der längerlaufenden LT2-Anleihen und wegen der 1000er-Stückelung auch für Kleinanleger erschwinglich. Deswegen habe ich dieser Anleihe den Thread gewidmet. Die laufende Verzinsung ist bescheiden, aber das finde ich wegen der Restlaufzeit von nur 3 Jahren nicht so wichtig und für die Privatanleger aus der Schweiz ist das sogar positiv. Vergleichbar sind die Anleihen A0JQB5 und A0EUEC, die aber sehr illiquide sind.

Was spricht dagegen, die jetzt fälligen LT2-Anleihen in die längerlaufenden LT2-Anleihen zu reinvestieren?
Die A0A73M ist die mit Abstand liquideste der längerlaufenden LT2-Anleihen und wegen der 1000er-Stückelung auch für Kleinanleger erschwinglich.





Einfaches Einfügen von wallstreet:online Charts: So funktionierts.


Es ist immerhin interessant, dass die börsliche Liquidität erst seit Ende 2012 besteht, und in einer für eine 83 Millionen Anleihe wirklich ungewöhnlichen Höhe. Börslich kaufen solche Sachen erfahrungsgemäß hauptsächlich Kleinanleger. Sieht fast so aus als würde da wer an diese abladen, weil er außerbörslich keine guten Angebote findet?
Zitat von noch-n-zocker: Die Parallele zur SNS-Bank sehe ich nicht, weil die IKB keine systemrelevante Bank ist und der Staat damit keine Berechtigung hat, dass Restrukturierungsgesetz zur Rettung des Bankensystems anzuwenden. (...)


Zwei Korrekturen:
1. Dass das BankenrestrukturierungsG nur für systemrelevante Institute anzuwenden ist, heißt ja nicht, dass für alle anderen Fälle der gläubigerfreundliche (alte) SoFFin-Bad-Bank-Ansatz gewählt werden würde. Das würde ich ausschließen. Historische Anmerkung: Die Beschränkung des Anwendungsbereiches des BankenrestrukturierungsG war schon damals dem Wunsch geschuldet, Steuergeld nur dann zu verwenden, wenn unbedingt nötig. Inzwischen hat die Politik gemerkt, dass man jede Bank ohne Steuergeld restrukturieren kann. Dafür bietet in Deutschland das BankenrestrukturierungsG den geeigneten rechtlichen Rahmen (vor Liquidation & Zerschlagung). Falls die IKB also in größere Schwierigkeiten gerät sind, wäre eine Anwendung des BankenrestrukturierungsG sicherlich möglich und wohl schonender als andere Verfahren. In allen diesen Szenario wäre die Recovery der LT2 wohl zero.

2. Dass die Angelsachsen das SNS-Szenario für den gesamteuropäischen LT2-Markt als Einschnitt sehen ist wirklich etwas verwunderlich, erklärt aber den Abverkauf. Für mich ist der Hauptgrund für eine Differenzierung auch zwischen schwachen Banken in NL und DE der Umstand, dass eine Enteignung im deutschen BankenrestrukturierungsG nicht vorgesehen ist.


Zitat von noch-n-zocker: Damit liegt das Schicksal der LT2-Anleihen in den Händen der IKB und von Lone Star. Lone Star ist Inhaber von Besserungsscheinen der IKB im Nominalwert von 1,05 Milliarden EUR. Diese Scheine sind nachrangig zu den LT2-Anleihen und nur dann werthaltig, wenn die IKB solvent bleibt und irgendwann wieder Jahresüberschüsse erzielt.

Somit ist mir nicht ganz klar, wieso die IKB-LT2 eine so hohe Rendite aufweisen. Nach der Rückzahlung der Soffin-Mittel, dem Zinsrückgang bei den Peripherie-Anleihen und der stabilen Lage im deutschen Mittelstand gehe ich davon aus, dass die IKB im laufenden Geschäftsjahr erstmals wieder ein positives HGB-Ergebnis ausweisen wird. Außerdem ist nach der Rückzahlung der Soffin-Mittel der Weg für Rückkaufangebote an die LT2-Inhaber frei, womit die IKB in Höhe des Unter-Pari-Anteils hartes und dauerhaftes Eigenkapital schaffen könnte.
(...)
Was spricht dagegen, die jetzt fälligen LT2-Anleihen in die längerlaufenden LT2-Anleihen zu reinvestieren?


Ich sehe das im Grunde genauso wie Du. Mein Depotanteil ist (seit heute) mit knapp 3% allerdings deutlich moderater. Hauptpunkt ist, dass Lonestar das EK und den Besserungssschein wohl nur schwer und langsam aus der IBK herausbekommt. Ein Rückkauf der LT2 könnte für die ein Weg sein, wenn die Geschäfte weiter gut laufen.

Problematisch sehe ich, dass demnächst Kundeneinlagen bis 100k super senior unsecured werden. Wenn die IKB also solche Kundeneinlagen verwendet, um SoFFin-Mittel zurückzuzahlen, dann schwindet das Sicherheitspolster unter den LT2. Natürlich kann man mit derzeit guten Aussichten auf eine Bilanzgesundung der IKB hoffen, die diesem Effekt entgehenstehen würde.
Zitat von Pfandbrief: Es ist immerhin interessant, dass die börsliche Liquidität erst seit Ende 2012 besteht, und in einer für eine 83 Millionen Anleihe wirklich ungewöhnlichen Höhe. Börslich kaufen solche Sachen erfahrungsgemäß hauptsächlich Kleinanleger. Sieht fast so aus als würde da wer an diese abladen, weil er außerbörslich keine guten Angebote findet?


So wird es sein. IKB war bisher ja keine vordergründige Erfolgsgeschichte. Das regulatorische Umfeld schreit auch nicht gerade nach Käufern für LT2-Kapital schwacher europäischer Banken. Hier können informierte und risikobereite Privatanleger durchaus sinnvolle Käuferschichten sein, wenn mal dringend ein großer rausmuss. Richtig Spaß macht es aber, wenn man außerbörslich von einem solchen ein mittelgroßes Paket kauft und dann mit leichtem Aufschlag verkauft und so peu a peu für Liquidität sorgt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 44.603.801 von Pfandbrief am 10.05.13 10:12:28Sieht fast so aus als würde da wer an diese abladen, weil er außerbörslich keine guten Angebote findet?


Das ist richtig. JP Morgan hat schon letztes Jahr für reichlich Liquidität in den IKB LT2 gesorgt und ist auch seit Ende Januar immer der günstigste Abgeber. So bin ich auch zu der Position in der 273026 gekommen.
Deswegen ja mein Aufruf zur Diskussion, bevor ich mich hier komplett verrenne und ein offensichtliches Risiko übersehe. Neben den HSH-LT2, wo die Risiken offensichtlich sind, gibt es meines Wissens keine deutschen LT2 mit mehr als 10% Rendite.

Dante
Wer zahlt denn im Ernstfall für die "Super Senior Einlagen"? Irgendwo (wahrscheinlich im IKB-Aktienthread) habe ich mal gelesen, dass ein beherrschender Eigentümer wie Lone Star die IKB nicht einfach dem Einlagensicherungsfonds vor die Füße werfen kann, sondern erst einmal selbst für die Einlagensicherung gerade stehen muss. MIr sind aber die Haftungsverhältnisse innerhalb der Lone Star Organisation nicht ganz klar, denn Inhaber der IKB ist wohl ein von Lone Star gemanagter Fonds bzw. eine Tochterfirma. Ob man die einfach hopps gehen lassen kann oder ob der Einlagensicherungsfonds sich an der Mutter schadlos halten kann, wäre bei 10 Milliarden Tagesgeld plus Schuldscheindarlehen wichtig zu wissen.
Klar ist die Recovery Rate im Insolvenzfall 0, aber nach der Fälligkeit der 273032 ist das ausstehende LT2-Kapital so gering, dass eine Pleite sofort auf die Senior-Bonds und wahrscheinlich auch auf die Einlagen durchschlagen würde. Deswegen gefährdet sich Lone Star imho selbst, wenn die Soffin-Mittel trotz erkennbarer Risiken vorzeitig zurückgeführt werden.

Vom Super-Gau (Staatsbankrotte in Südeuropa) abgesehen erkenne ich für die IKB aber keine Risiken. Ganz im Gegenteil, die Investitionen in Spanien und Italien, die ich als falsch bezeichnet habe, weil eine deutsche Mittelstandsbank dort nichts zu suchen hat, erweisen sich aktuell als profitabel.
Antwort auf Beitrag Nr.: 44.605.173 von noch-n-zocker am 10.05.13 12:47:51Heute in der Welt steht, dass die Super-Seniorität für versicherte Einlagen gerade aus dem Grund angedacht wird, weil sonst die Einlagensicherungssysteme in Probleme geraten könnten. (Dieser Sachverhalt ist ja auch wenig überraschend).

Spätestens wenn die Einlagensicherungssysteme nicht mehr ausreichen, greift dann das staatliche DGS. (Im Fall von Problemstaaten, siehe Zypern, ist die staatliche Garantie des DGS dann natürlich wenig wert).

Bereits in Zypern hat es eine Ad-hoc Rangveränderung gegeben. Die Deposits (über und unter 100k) waren (stand so auch in jedem Bericht der Laiki/BoC) pari passu zu sonstigen senior unsecured. D.h. erstmal sollte es einen Haircut auf alle SUC und Deposits in gleicher Höhe geben & dann hätte das staatliche DGS leisten müssen (aber natürlich nicht können). Die Lösung war die Ad-hoc-Rangveränderung: bis 100k sind Einlagen super-senior. Et voilà: In der Restrukturierung bedienen die sich nach den covered bonds, besicherten Interbankkrediten + ELA dann direkt die Einlagen <100k. Natürlich bleibt dann weniger Quote für die Deposits >100k sowie für SUC (aber das war in Zypern sowieso nur wenige mln). Nach dem Wasserfall war Equity & T1 und LT2 sowieso bereits vollständig an den Verlusten zu beteiligen.

Übertragen auf die LT2 der IKB ist es eigentlich egal, ob Einlagen nur SUC oder Super Senior unsecured sind, denn sie stehen ja in jedem Fall höherrangig als die LT2. Sorgen macht mir nur die Rückführung der SoFFin-Gelder, denn dieses Kapital war Puffer für unsere LT2. Allerdings darf man annehmen, dass die Bafin hier nur Rückführungen erlaubt, die auch durch eine tatsächliche Bilanzgesundung gerechtfertigt waren. [Wobei die verfrühte Rückführung der HSH-Zweitverlustgarantien natürlich hier nicht gerade Zuversicht in die Bafin schüren...].
Antwort auf Beitrag Nr.: 44.605.173 von noch-n-zocker am 10.05.13 12:47:51Ansonsten noch die Ergänzung, dass die IKB eine AG ist & ich insofern doch sehr überrascht wäre, wenn es eine Durchgriffshaftung bis Lonestar für die Einlagen geben würde. Falls es die aber gäbe, würde sie mit super-senior-deposits natürlich weitestgehend verschwinden...
Antwort auf Beitrag Nr.: 44.605.727 von DanteAllemis am 10.05.13 13:54:46Es war ja im Fall der BoC sogar so, dass die Einlagen über 100k explizit senior gegen die senior unsecured bonds gemacht wurden, ich weiß nicht auf welcher gesetzlichen Grundlage, aber wahrscheinlich hat man die adhoc geschaffen. Die Einlagen über 100k bekamen für ihren Haircutteil Aktien, die senior zu den Aktien sind, die die (wenigen) Bonds (für alles) bekamen, und die nach menschlichem Ermessen komplett wertlos sind.
Zugegeben, rein bilanziell auf den letzten JA geschaut finde ich folgende beiden kritischen Punkte:

1.) die stillen Lasten aus vermiedenen Abschreibungen bei den WP des Anlagevermögens in Höhe von 626,0 Mio. (JA 2012 S. 96) in Relation zur Bilanzsumme

2.) die aktivierten latenten Steuern in Höhe von 151,6 Mio. (S.82)

Gut finde ich:

1.) PIIGS ist mE sauber---> Italien (905) und ein Klecks Spanien (78) hat ja wohl jede Bank...

2.) Liquidität offensichtlich kein Thema

3.) Glaube nicht, das der Lone Star Fonds die IKB innerhalb der nächsten 3 Jahre "fallen lässt" (zur Erinnerung: IKB-Krise war 2007/2008)...das hat er mit der DüssHyp bislang auch nicht gemacht. Und die Düsshyp ist mE die problematischere Bank.


Für mich ist die GUV / Ertragslage aber NOCH nicht sexy.

Liqui ist da, okay. Die entscheidende Frage ist aber doch: die Kundengelder, die ich über die IKB-direkt zu 1 bis 2 % einsammle---> wie lege ich die an???

Die Hauptertragsquelle einer Bank ist der Zinsüberschuss...und der ist mit rund plus 100 Mio. eher bescheiden.


Disclaimer: bin stark in IKB 16 übergewichtet.
Antwort auf Beitrag Nr.: 44.610.735 von ikbneu am 11.05.13 07:47:54ad1) diese stillen Lasten stammen nach meiner Einschätzung zum größten Teil aus den PIIGS-Anleihen (ich sehe da auf der Seite 36 der Präsentation über 3 Milliarden) und es würde mich negativ überraschen, wenn diese Zahl per 31.03.2013 nicht um über 50% gesunken wäre.

ad2) ich gehe wie gesagt davon aus, dass die IKB vielleicht schon im 2. Halbjahr des letzten Geschäftsjahres und bestimmt im laufenden Geschäftsjahr Gewinne erzielt. Es würde mich negativ überraschen, wenn die weiterhin Leichen aus dem Keller holen würden bzw. neue Leichen durch riskante Kapitalanlagen entstehen.

Die IKB legt die eingesammelten Kundengelder nicht an sondern tilgt damit teurere Verbindlichkeiten. Die Bilanzsumme schrumpft ja trotz der eingesammelten Kundengelder. Deswegen gehe ich nach der Rückzahlung der Soffin-Mittel von einem deutlichen Anstieg des Zinsüberschusses aus.

Die IKB holt sich damit zwar nach meiner Einschätzung eine Fristeninkongruenz ins Haus, aber bei DER EZB-Zinspolitik kann ich damit leben.

Ich habe knapp 10% des Depots in der A0A73M und 273026 und überlege, ob ich die 5% in der 273029 und 273032 auch noch in die A0A73M packen soll. Dann würde aber auch mich die Financial Repression zu einer Änderung meiner Anlageprinzipien bewegen.


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