FinTech Group AG - der neue Internethighflyer?

eröffnet am 23.08.14 22:15:52 von
neuester Beitrag 04.12.20 03:32:17 von

ISIN: DE000FTG1111 | WKN: FTG111 | Symbol: FTK
55,20
04.12.20
Xetra
0,00 %
0,00 EUR

Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Avatar
23.08.14 22:15:52
Hallo liebe WO-Gemeinde,

als Flatex-Kunde ist mir die letzten Wochen die Umbenennung der börsennotierten Flatex-Mutter von „Flatex Holding AG“ in „FinTech Group AG“ (www.fintechgroup.com) uns Auge gestossen, und ehrlich gesagt finde ich das ganze sehr spannend. Habe mir deshalb die letzten Wochen auch Aktien gekauft, wobei man schon sehr lange braucht, einige tausend Stücke einzusammeln, da die Aktie mehr als illiquide ist. Ich hoffe das ändert sich mit der Strategieerweiterung. Was sind Eure Gedanken?

Vielen Dank für Euren Input!

==============

TradeCentre hatte Anfang Juli folgendes geschrieben:

"Es tut sich was im Banken- und Internetsektor! Die flatex Holding AG die mit ihren Tochterfirmen flatex GmbH, AKTIONÄRSBANK Kulmbach GmbH und CeFDex AG bereits einer der Markt- und vor allem Innovationsfuhrer im deutschen Brokerage- und Tradingmarkt ist, hat eine massive Strategieerweiterung bekanntgegeben: Die Bank will zukünftig über das gesamte Finanzdienstleistungsspektrum hinweg Online-Bankdienstleistungen anbieten und disruptive Technologien und Geschäftsmodelle entwickeln und finanzieren. Die Namensänderung in FinTech Group AG, die bei der kommenden Hauptversammlung beschlossen werden soll, wird diese Ausrichtung unterstreichen.

Haben Sie das schon einmal gehört? Richtig, auch Rocket Internet, die Beteiligungsholding der Samwer- Brüder, sieht Financial Services Technologies als eines ihrer drei Hauptstandbeine und will in diesem Bereich stark investieren. Die als recht intransparent geltende Rocket peilt für das dritte Quartal 2014 einen
milliardenschweren Börsengang an. Die FinTech Group hat allerdings einen massiven Wettbewerbsvorteil: Sie besitzt mit der Tochterfirma AKTIONÄRSBANK die Erlaubnis zum Erbringen von Bankdienstleistungen, ist also eine so genannte „Vollbank“.

Bernd Förtsch hat schon einmal bewiesen dass er das Potential hat, eine Branche innerhalb von kurzer Zeit gründlich durcheinanderzuwirbeln. 2006 startete flatex mit dem Fünf-Euro-Flatfee Model und wurde damit innerhalb kürzester Zeit einer der erfolgreichsten deutschen Onlinebroker, über den vermutlich auch viele unserer Leser handeln. Mit Cefdex konnte er den führenden deutschen CFD- und Forex Broker aus dem Boden stampfen und den ansonsten meist angelsächsischen Anbietern mit "CFDs made in Germany" die Stirn bieten. Wie aus Branchenkreisen zu hören ist, haben in den letzten zwölf Monaten verschiedene internationale Player wie Saxo Bank und IG Markets bei der FinTech Group angeklopft und Chancen für eine Übernahme der Töchter flatex oder Cefdex ausgelotet. Auch ein Kauf der ganzen Gruppe soll zur Debatte gestanden haben. Die Kaufpreisangebote für einzelne Tochterfirmen sollen dabei jeweils deutlich die gesamte Marktkapitalisierung der FinTech Group AG, die aktuell bei rund 90 Millionen Euro liegt, überstiegen haben. Förtsch, der ohnehin gemäß manager magazin zu den 500 reichsten Deutschen zählt, soll jedoch dankend abgelehnt haben und gedenkt eher, den Angelsachsen ihre Marktanteile in Deutschland
abzunehmen.

Kein Wunder, bei solchen Zahlen: In 2013 wurden von 136.000 Kunden 5,5 Millionen Transaktionen ausgeführt. Die Wertpapier- und Cashbestände von Kunden betrugen Ende 2013 rund 3,5 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der Gruppe beträgt 36 Millionen Euro und soll zeitnah deutlich erhöht werden. In 2014 soll wohl noch eine schwarze Null als Ergebnis herauskommen, da der Aufbau der Bankinfrastruktur das Ergebnis belastet. Mit dem Ausbau des Geschäftes soll jetzt jedoch der Turbo eingeschaltet werden. 2015 sollen bereits rund sieben Millionen Euro vor Zinsen und dem Zugriff des Fiskus verdient werden. 2016 will Alleinvorstand Stefan Müller ein EBIT im zweistelligen Millionenbereich einfahren. Wie aus Kulmbach zu hören ist, will Förtsch eher sogar positiv überraschen, sodass die Prognose der Firma durchaus konservativ sein könnte.

Neben dem Ergebnistreiber "Brokeragegeschäft", in dem die FinTech Gruppe während der letzten zwei Jahre mit "angezogener Handbremse" gefahren ist, aber jetzt nach Erteilung der Banklizenz wieder richtig Vollgas geben will, sind der zweite Ergebnistreiber neue Geschäftsmodelle, die auf der frisch erhaltenen Banklizenz aufgesetzt werden sollen. Das Angebot der FinTech Group an Unternehmer und Start Ups ist dabei sehr verlockend: FinTech Group stellt die Banklizenz im Rahmen eines so genannten Haftungsdaches und finanziert den Aufbau und will im Gegenzug eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen. Auf der offiziellen Agenda für das zweite Halbjahr 2014 stehen neue Tochterfirmen in den Bereichen Crowdfunding, Fondsservices und „Social Trading“.

Bei den meisten Internetfirmen können Privatanleger dann einsteigen, wenn die echten Profis aussteigen. So sind die Samwer-Brüder eher dafür bekannt, zu dreisten Bewertungen zu verkaufen und ihre Aktien bei dummen Dritten abzuladen. Bei der FinTech Group haben Anleger die Chancen noch verhältnismäßig günstig
einzusteigen. Natürlich ist die milliardenschwere Rocket mit der FinTech Group nicht vergleichbar, da das Fintech-Geschäft bei Rocket nur einen Teil des
Gesamtgeschäfts darstellt.

Wie Sie vielleicht wissen, hält flatex Holding AG noch über 900.00 Aktien im Eigenbestand, die über die letzten Jahre zurückgekauft wurden. Laut Marktkreisen wurden diese Aktien nunmehr komplett an institutionelle Investoren aus dem internationalen Ausland verkauft. Der Preis für diese Aktien lag auf dem jetzigen Kursniveau von circa 6,50 Euro. Müller kann sich sodann über frisches Geld von rund sechs Millionen Euro freuen, welches er für die Expansion verwenden kann.

Entwickelt sich das Unternehmen ertragstechnisch wie geplant, hat das Papier massives Kurspotenzial. Wir raten zum Kauf der heutigen flatex Holding AG und künftigen FinTech Group.
2 Antworten
Avatar
28.08.14 14:14:28
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.593.462 von techstocks11 am 23.08.14 22:15:52Ich habe mich zugegebenermaßen noch nicht wirklich mit FinTech beschäftigt. Auf dein Posting hin habe ich nur mal kurz das Unternehmensprofil überflogen. Dementsprechend kann ich hier keine fundierte Einschätzung abgeben. Aber allein beim Blick auf den Chart wird´s eigentlich schon gleich interessant. Man ist da ja ganz in der Nähe des Allzeithochs von rund 7,00 Euro. Das ist natürlich gleichzeitig ein fetter Widerstand. Ein Überschreiten der Marke wäre ein starkes Kaufsignal. Man hat die Marke ja schon mehrmals in jüngster Zeit angelaufen. Mit der Gesamtmarktkonsolidierung war es dann vorerst vorbei. Gut möglich, dass schon in Bälde ein neuer Anlauf erfolgt. Wie ist das geplante IPO von Rocket Internet im Zusammenhang mit der FinTech-Aktie einzuschätzen?
1 Antwort
Avatar
29.08.14 19:40:16
Bin soeben erst auf diesen neuen Thread gestoßen, daher mein vor 10 Minuten bei der Aktionärsbank geposteter Beitrag auch hier noch einmal.

Die (einschlägigen) Medien werden aufmerksam:

Börsengeflüster: Megatrend Fintech - diese Aktien profitieren.
Gereon Kruse gibt einen Überblick und empfiehlt u.a. die Fintech Group zum Kauf.
http://boersengefluester.de/megatrend-fintech-diese-aktien-p…

In der neuen €uro am Sonntag zählt Lars Winter die Fintech Group zu "einer der spannendsten Investmentstorys im hiesigen Nebenwertesegment". Er rät, sich ein paar Stücke ins Depot zu legen und rechnet mit baldigem positiven Newsflow. Die Fintech Group habe das Zeug, sich mittelfristig zu einem "Rocket Internet des Finanzwesens" zu entwickeln.
Avatar
29.08.14 20:02:29
Ich wäre da vorsichtig...da läuft Gerüchten zufolge gerade ein großer Management-Umbau, da die aktuelle Managementebene die Strategien von Mr. Dausend nicht teilen...da Mr. Dausend von Seiten der BaFin keinerlei Ämter ausüben darf, muss er sich "Abnicker" suchen...
5 Antworten
Avatar
29.08.14 20:25:02
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.648.478 von trend_investor am 29.08.14 20:02:29Danke für deine Insider-Infos.

Bestätigt werden sie durch den Artikel in der €uro am Sonntag. Auch dort ist von einer "Personalrochade" die Rede. Allerdings sieht man es da nicht negativ sondern als für die Zukunftspläne notwendige Verstärkung. Ss soll an der Firmenspitze zukünftig Frank Niehage, ehemaliger Goldman-Sachs-Managing-Partner und bis Ende 2012 Deutschland-Chef der Bank Safra Sarasin, stehen. Er gelte als in der Finanzbranche gut verdrahtet.
Darüber hinaus wolle Fintech neue Führungskräfte aus der Bankenbranche integrieren, so werde auch ein "hochprofilierter Banker" den Chefsessel im Aufsichtsrat besetzen.

Dass so etwas dem alten Management nicht unbedingt gefällt ist normal, oder?
4 Antworten
Avatar
30.08.14 12:17:32
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.648.715 von Vuvuzela am 29.08.14 20:25:02Naja, ob Frank Niehage so eine Verstärkung ist?

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/der-naechste-…

http://www.finews.ch/news/banken/11982-sarasin-straehle-wind…
3 Antworten
Avatar
30.08.14 14:15:31
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.651.367 von trend_investor am 30.08.14 12:17:32Ich kann das nicht beurteilen.

Für mich steht im Vordergrund, dass die FinTech Group eine gute Möglichkeit ist, früh beim sich abzeichnenden Fintech-Boom dabei zu sein. Mit langjähriger Erfahrung im Brokerage-Geschäft und jetzt mit Vollbanklizenz aktuell vielleicht sogar die beste Möglichkeit.
Es steckt sehr viel Potential in diesen neuen "disruptiven" Geschäftsmodellen. Wieviel Fantasie haucht allein die 5%-Beteiligung bei Wikifolio der Aktie von Lang & Schwarz ein?
2 Antworten
Avatar
30.08.14 17:03:36
@all: Vielen Dank dass Ihr Euch an der von mir eröffneten Diskussion beteiligt. Ich hoffe es bleibt weiter so lebhaft

@vuvuzela: Hast Du den ganzen Euro am Sonntag Artikel zur Hand? Finde ich den irgendwo im Internet?

@trend-investor: Also dass Bernd Foertsch keinerlei Ämter ausüben darf ist sicherlich falsch, er ist ja Aufsichtsratsvorsitzender der FinTech Group. Da er auch Mehrheitseigentümer der Gruppe und damit auch der Aktionärsbank ist, musste er vor Erteilung der Bankerlaubnis (und die Aktionärsbank ist noch dazu Mitglied im Einlagensicherungsfonds, da checken die gleich zweimal) sicher eine sehr genaue Due Diligence durchlaufen. Man kann von Foertsch halten was man will, aber dass man einer Firma von ihm die Banklizenz nebst Einlagensicherungsfonds gegeben hat, ist ein Ritterschlag.
Und was den Managementumbau angeht: Genau das fand ich bisher bei der Fintech Group bemängelnswert: keine Top-Leute im Vorstand oder Aufsichtsrat. Also wenn Foertsch sich jetzt entschlossen hat, das Management deutlich zu verbessern, ist das meines Erachtens sehr positiv zu sehen. Und dass die Frösche sich beschweren wenn der Teich trocken gelegt wird, also dass das bisherige Management Ausflüchte sucht warum es ersetzt wird und dabei gerne mal auf den Mehrheitsgesellschafter zeigt, ist doch klar.

Ich sehe das wie vuvuzela: Es steckt extrem viel Potential in solch disruptiven Geschäftsmodellen, und wenn der Rocket IPO erst mal die Aufmerksamkeit der Anleger für Internetfirmen made in Germany bringt, sollte auch die FinTech Group davon profitieren.
2 Antworten
Avatar
30.08.14 19:08:17
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.652.621 von techstocks11 am 30.08.14 17:03:36Das Förtsch AR-Vorsitzender ist, ist ja logisch, wenn man sonst nichts darf. Hiergegen kann die BaFin auch nichts unternehmen. Wenn man hier relativ na drin ist, weiß man, dass die BaFin sich in der Tat extrem schwer damit getan hat, die Banklizenz zu vergeben. Die Auflagen sind weiterhin sehr hoch und Herr Förtsch darf keinerlei operative Ämter ausüben. Jeden Vorstoß in diese Richtung - und davon gab/gibt es von ihm viele - hat die BaFin abgelehnt...zu Recht!

Ich sehe auch nicht, wo er das Management verbessert hat...:confused:
Avatar
30.08.14 20:36:22
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.652.621 von techstocks11 am 30.08.14 17:03:36Vermutlich erscheint der Artikel im Laufe der nächsten Woche auf www.finanzen.net. So wird das meist gehandhabt.
Ich gebe den Inhalt nur indirekt und nur teilweise wieder, weil das neue Heft erst seit heute am Kiosk ist. Könnte sein, dass der Verlag "not amused" wäre, wenn ich ihn 1:1 hier reinkopieren würde.

Ihr könnt das Heft für 3,59 Euro als ePaper (z.B. im pdf-Format) online kaufen. Hier der Link:
https://secure.finanzen.net/eurams/eurams_epaper.asp

Es ist ein ehr kleiner Artikel in der Rubrik "Frankfurt intern". Betont wird darin auch die Bedeutung der Vollbanklizenz der Aktionärsbank. Damit hat die FinTech Group die Erlaubnis zur Erbringung von Bankdienstleistungen, eine Voraussetzung für die Umsetzung zahlreicher Financial-Services-Technologien und -Geschäftsmodelle.
Das war ja auch ein Kernpunkt in der Einschätzung von TradeCentre (siehe Beitrag Nr. 1): Ein "massiver Wettbewerbsvorteil" - z.B. gegenüber Rocket Internet.

Ich bin mit einer ersten Position investiert. Die Story ist richtig spannend und eins kann man Berd Förtsch bisher sicher nicht vorwerfen: Erfolglosigkeit.
 Durchsuchen


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben

FinTech Group AG - der neue Internethighflyer?