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Märkte Der „Hütchenspieler aus Washington“ bleibt die größte Gefahr

Gastautor: Thomas Hellener
11.06.2018, 07:19  |  7417   |   |   

Er kann es nicht sein lassen: US-Präsident Donald Trump hat jetzt auch den G7-Gipfel in Kanada platzen lassen, obwohl er zunächst der gemeinsamen Abschlusserklärung zugestimmt hatte. Aber zwei Tweets bei Twitter haben wieder einmal alles auf den Kopf gestellt. Trump hat erneut unter Beweis gestellt, dass er so zuverlässig und berechenbar ist wie ein Hütchenspieler auf dem Bahnhofsvorplatz.

Das Schlimme ist jedoch, dass dies keine Spielchen sind, bei denen Passanten um ein paar Hundert Euro betrogen werden. Trump macht Weltpolitik. Dabei brüskiert er seine (ehemaligen?) Verbündeten immer wieder aufs Neue. Seine Begründungen sind – wie so oft – fadenscheinig und wirken an den Haaren herbeigezogen. Und was machen Japan, Kanada und die EU? Sie sind „entrüstet“. Oder wie aus Paris verlautete: „Internationale Zusammenarbeit sollte nicht von Wutausbrüchen oder abfälligen Bemerkungen abhängen.“ Der Elysée-Palast war sichtlich sauer. Doch, was nutzt es? Wohl wenig, weil Trump auf Konfrontationskurs bleibt, sich aus internationalen Vereinbarungen verabschiedet, oder Strafzölle verhängt. Ein Ende dieser Eklats ist nicht absehbar.

Handelskrieg, konjunkturelle Delle und das Risiko Italien belasten weiter

Das belastet natürlich auch die internationalen Finanzmärkte. Für Europa kommen noch zwei Faktoren hinzu: Zum einen zeichnet sich eine konjunkturelle Delle ab, die neben dem Handelskrieg, der sich weiter zu verschärfen droht, sich auch immer mehr auf die deutsche Wirtschaft auswirkt. So waren die Auftragseingänge der deutschen Industrie im April den vierten Monat in Folge rückläufig. Und auch die Exportdaten werden immer schwächer. In den USA läuft es dagegen noch besser, weshalb auch Dow Jones, S&P 500 und Co. bisher wenig Ermüdungserscheinungen zeigen. Für die Exportnation Deutschland sieht das anders aus. Hier werden die Strafzölle tiefere Einschnitte hinterlassen, was sich auch beim DAX und anderen Indizes bemerkbar machen wird.

In Europa kommt noch das „Problem Italien“ hinzu. Waren die Märkte zunächst etwas beruhigt, dass die insgesamt 65. Regierung in Rom überhaupt zu Stande gekommen ist, fordert die neue Koalition aus der rechtsnationalen Lega und der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung weitreichende Zugeständnisse von Brüssel. So will sie einen Schuldenerlass von sage und schreibe 250 Milliarden Euro, während auf der anderen Seite die Steuern gesenkt, die Rentenreform zurückgenommen und die Staatsausgaben weiter erhöht werden sollen. Dass sich Italien dies alles überhaupt nicht leisten kann, weil es schon mit 132 Prozent des Bruttoinlandprodukts verschuldet ist, will in Rom niemand wahrhaben. Die Konfrontation Rom vs. Brüssel ist wohl unausweichlich.

All das ist eine explosive Gemengelage, die den DAX und die anderen Leitbörsen noch eine ganze Weile beschäftigen werden. Das Fondsmanagement um Frank Fischer und Yefei Lu haben deshalb das Portfolio unseres global investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte auch weitgehend abgesichert und defensiver aufgestellt. Auf diese Weise konnte die seit Jahresanfang erzielte positive Performance gehalten werden.

Rightmove ist eine der „Most Innovative Growth Companies“  

Doch: auch wenn die Lage an den Märkten schwierig bleibt, ist das Fondsmanagement nicht untätig. So wurden jüngst Zukäufe in Croda, Ryman Healthcare, und Diploma getätigt. Neu im Portfolio ist derweil das IT Software und Service-Unternehmen Rightmove. Die Firma betreibt die größte Immobilien-Onlineplattform in Großbritannien (rightmove.co.uk) und profitiert davon, dass immer mehr Bauentwickler, Immobilienmakler und Vermieter die Webseite nutzen. Dass Rightmove eine interessante Wachstumsstory liefert, haben mittlerweile aber auch andere Investoren bemerkt: So wurde das Unternehmen in die Forbes-Liste der „Most Innovative Growth Companies“ aufgenommen. Ein Ritterschlag für Rightmove, der die Aufmerksamkeit auch anderer Investoren nach sich ziehen wird.

 

 

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