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Geldanlage-Report vom 23.06.2018 Die Psycho-Fallen an der Börse. Und das Einzige, was dagegen hilft!

Gastautor: Armin Brack M.A.
22.06.2018, 11:20  |  2179   |   |   

Unzählige Studien haben herausgefunden, dass Anleger sich beim Handel mit Aktien vor allem selber im Weg stehen. Und das liegt ganz einfach daran, dass wir Menschen 1 am liebsten immer Recht haben möchten 2 panische Angst davor haben, Geld zu verlieren 3 unsere Fähigkeiten chronisch überschätzen und 4 unsere Fehler schnell vergessen und verdrängen.

Lieber Geldanleger,

wenn Sie versuchen herauszufinden, wer an der Börse ihr größter Feind ist müssen Sie eigentlich nur in den Spiegel schauen. Ich weiß, das liest sich gemein, ist aber tatsächlich so. Hier erfahren Sie, warum.

Falls Sie Infos lieber auditiv aufnehmen. Hier gibt es zu dieser Thematik mein passendes Video: https://www.youtube.com/watch?v=jVQfzQmFySI

Unzählige Studien haben herausgefunden, dass Anleger sich beim Handel mit Aktien vor allem selber im Weg stehen. Und das liegt ganz einfach daran, dass wir Menschen

1 am liebsten immer Recht haben möchten

2 panische Angst davor haben, Geld zu verlieren

3 unsere Fähigkeiten chronisch überschätzen und

4 unsere Fehler schnell vergessen und verdrängen.

Zunächst möchte ich Ihnen anhand eines ganz aktuellen Beispiels zeigen, wie wir uns bei Punkt 1, dem "immer Recht haben möchten" selber im Weg stehen. Mir ist dabei durchaus bewusst, dass man die Fehler bei anderen immer viel besser erkennt als bei einem selbst. Ich bekenne mich bei dieser Psychofalle selber ausdrücklich auch als "schuldig". Mehr dazu weiter unten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Es gibt einen Grund, warum ich ausgerechnet heute dieses Video mache: In der vergangenen Woche habe ich tatsächlich erlebt, wie Börsianer, die von einer bestimmten Aktie überzeugt sind, jegliche Gegenargumente einfach komplett verdrängen, mögen sie auch noch so eindeutig sein. Ich rede hier wohlgemerkt nicht von subjektiven Meinungen, sondern von objektiv nachprüfbaren Fakten.

Worum geht es? Ich habe mich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit der Thematik "Aktien aus dem Bereich Einzelhandel" beschäftigt, u.a. auch aus dem Bereich Kleidung/Mode. Wir erleben in dieser Branche - wie in so vielen anderen im Bereich "Handel" - derzeit dramatische Verwerfungen. Ursache ist der Siegeszug des E-Commerce und hier den dramatisch steigenden Marktanteil des E-Commerce, verkörpert von Firmen wie Amazon (in quasi allen Branchen) oder Zalando (speziell in der Modebranche).

Amazon und Zalando sind die großen Gewinner, die großen Verlierer sind die Modelabels und die Modehändler. In Deutschland sind die drei bekanntesten "Opfer" im börsennotierten Bereich Gerry Weber, Tom Tailor und Adler Mode. Und das sind nur die, die bisher noch überlebt haben. Viele sind bereits pleite gegangen.

Ein weiteres, eher unbekanntes Unternehmen aus diesem Bereich, nennt sich Kids Brands House. Über dieses habe ich am Wochenende im Geldanlage-Report geschrieben, der auch auf wallstreet:online veröffentlicht worden ist. Hier der Link zum Artikel:  https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10647303-krise-modehandel-d ...

wallstreet:online ist die größte deutsche Börsencommunity, in der Anleger Aktien diskutieren. Hier gibt es Meinungsführer, wenn man es kritisch ausdrücken möchte, könnte man auch sagen: Gurus, die großen Einfluss auf die Anlageentscheidungen ihrer "Follower" haben.

Einer dieser Meinungsführer nennt sich "Großer Meister" (den Namen habe ich geändert, es geht mir nicht darum, einzelne Personen zu attackieren oder zu kritisieren, sondern um die Sache).

Stellt dieser "Große Meister" einen Bull-Case für eine bestimmte Aktie vor (also nennt er Gründe warum diese Aktie unterbewertet ist und schreibt, dass er sie in sein eigenes Depot gekauft hat, eventuell sogar mit einer hohen Gewichtung), folgen ihm viele seiner Jünger und kaufen die betreffende Aktie.

Das kann man dann oft auch am Chart der betreffenden Aktie ablesen:

Der Kids Brands House-Chart hier beginnt Anfang 2014, erstreckt sich also über einen Zeitraum von rund viereinhalb Jahren. Die Aktie stand jahrelang überhaupt nicht im Fokus und lief seitwärts mit leicht fallender Tendenz. Aus meiner Sicht völlig zurecht. Das Unternehmen schrieb die letzten beiden Jahre Verluste. Der Wert der Beteiligungen aus dem Modebereich musste in der Bilanz deutlich abgeschrieben werden.

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Kommentare

[ID: 1.214.862]
Ich habe oben den Diskussions-link der Kids Brands House N.V. eingefügt.
Es gibt auch langfristige Investoren bei der KBH und es wurde relativ Sachlich über viele Jahre die KBH im Thread begleitet.

Gruß Uwe

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