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Lundin Mining-CEO: Wir wollen mehr Kupferminen kaufen!

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
14.09.2018, 11:43  |  1306   |   |   

Lundin Mining hat gerade die Übernahmeschlacht um Nevsun Resources verloren. Die kommende CEO Marie Inkster kündigte neue Übernahmen an. Unterdessen geht in Chile eine 103-jährige Kupfergeschichte zu Ende.

Chuquicamata: Nach 103 Jahren endet der Tagebau

In Chile endet nach 103 Jahren ein echtes Stück Kupfergeschichte. Codelco, der größte Kupferkonzern der Welt, hat nach 103 Jahren Produktion auf der Chuquicamata-Mine die letzte Sprengung durchgeführt. Der Tagebau wird Mitte kommenden Jahres in eine Untergrund-Operation umgewandelt. Dann wird mit der Block Cave-Methode Kupfer abgebaut. Dies ist aus wirtschaftlichen Gründen nötig. Insgesamt wird Codelco 4,9 Mrd. US-Dollar investieren, um ein Minenleben von weiteren 50 Jahren zu erhalten. Das Unternehmen steht derzeit für rund 10 Prozent aller weltweit nachgewiesenen Kupferreserven und für etwa 11 Prozent der weltweiten Produktion. Im vergangenen Jahren waren das konzernweit rund 1,8 Mio. Tonnen. Das staaliche Unternehmen – die Corporación Nacional del Cobre – hat wie die gesamte Branche mit höheren Kosten zu kämpfen, da die Kupfergrade in existierenden Minen rapide sinken, worauf wir an dieser Stelle bereits eingegangen sind. Die letzte Sprengung auf dem Chuquicamata-Tagebau gibt es im Video zu sehen. Sie erfolgte in 1.100 Metern Tiefe.


Kupfer: Der M&A-Markt dreht auf

Gerade erst hat Lundin Mining die Übernahmeschlacht um Nevsun Resources verloren. Die chinesische Zijin Mining hat sich den in Eritrea und Serbien aktiven Kupfer-Zink-Produzenten gesichert und wird dafür 1,86 Mrd. kanadische Dollar (CAD) auf den Tisch legen (mehr hier). Es ist binnen kurzer Zeit der zweite Erfolg eines chinesischen Rohstoffkonzerns im Kupfermarkt, nach dem nun auch der Einstieg von CITIC bei Ivanhoe Mines abgesegnet wurde und er zeigt, wie groß das Interesse an Kupfer aufgrund der steigenden Nachfrage ist (mehr hier, hier und hier). Die Angebots- und Nachfrageschätzungen gehen von einem Defizit von 3 Mio. Tonnen im Jahr 2025 aus, was etwa einem Siebtel des heutigen Weltmarkts entspricht (siehe Graphik unten).

Lundin: 3 Mrd. Dollar für Kupfer-Übernahmen

Bei Lundin Mining ist die Niederlage in Sachen Nevsun auch eine persönliche Niederlage für den scheidenden Vorstandschef Paul Conibear, der im Laufe dieses Jahres sein Amt aus Altersgründen niederlegt. Die neue Frau an der Spitze legt aber wieder einen forschen Ton an und hat keinesfalls den Kupfermarkt aus den Augen verloren. Die designierte CEO Marie Inkster kündigte nun in einem Interview an, dass man bereit ist, bis zu 3 Mrd. CAD in die Hand zu nehmen, um Kupferminen, Unternehmen und Projekte zu kaufen. Man wolle diszipliniert Gebote abgeben und sich auf sichere Jurisdiktionen konzentrieren. Die letzte größere Akquisition des schwedisch-kanadischen Konzerns liegt inzwischen einige Jahre zurück. 2014 erwarb man Freeport-McMoRans 80 Prozent Anteil an der Candelaria-Kupfermine in Chile für 1,85 Mrd. CAD.

Auch Explorationen im Fokus

Neben bestehenden Kupferminen will Inkster auch in Explorationsprojekte investieren, um die Zukunft des Lundin-Konzerns zu sichern. Hierfür werde man mindestens 150 Mio. CAD in die Hand nehmen, sagte die CEO. Aktuell besitzt das Unternehmen Operationen in Chile, Portugal, Schweden und den USA. Im Fokus steht nun auch Südamerika, wo bereits BHP Billiton expandiert. Der britisch-australische Konzern hatte jüngst überraschend einen Stake an SolGold gekauft und so manchen Konkurrenten verärgert (mehr hier).

Diskrepanz zwischen Konzernsicht und Anlagermeinung

Im Interesse von so manchem größeren Konzern steht auch das Los Chapitos-Projekt von Camino Minerals (0,13 CAD | 0,08 Euro; CA1380502080). Es liegt im Süden Perus und nur 100 Kilometer von der Mina Justa entfernt, die vor zwei Jahren von der südamerikanischen Minsur-Gruppe für 590 Mio. US-Dollar übernommen wurde (mehr hier). Man geht hier von einer ähnlichen Geologie aus und die bisherigen Bohrergebnisse zeigen, dass Los Chapitos ein viel größeres Vorkommen beherbergen könnte als bisher vermutet (siehe auch: „Die Diva ist ein Monster“). Die Camino-Aktie ist wie viele Kupfer-Explorer jedoch ziemlich ausgebombt und kommt derzeit lediglich auf einen Börsenwert von 9,3 Mio. kanadischen Dollar. Diese niedrigen Bewertungen machen die Diskrepanz bei der Wahrnehmung von Kupferassets sehr deutlich. Während sich viele Anleger aufgrund der zuletzt schwachen Kupferpreise und des US-Handelskriegs gegen den Rest der Welt bei Kupferaktien zurückhalten, schätzen große Konzerne wie BHP, Zijin oder Lundin den Wert der Vorkommen viel höher ein und nutzen die niedrigen Bewertungen aus. Das bietet insbesondere für Investoren mit einem längerfristigen Anlagehorizont die Gelegenheit, ebenfalls günstig einzusteigen.

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