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Börse Auf den Spuren der nächsten „Ten Bagger“

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Gastautor: Thomas Hellener
12.11.2018, 07:45  |  4011   |   |   

Die Anleger können derzeit mal wieder etwas durchatmen, nachdem es in den Wochen zuvor starke Kurseinbrüche an den Börsen zu verkraften gab. Die Midterm Elections in den USA sind vorbei, die Demokraten haben das Repräsentantenhaus gewonnen, womit sie Präsident Donald Trump zumindest in einigen Bereichen unter Kontrolle haben. Zudem ist die amerikanische Notenbank Fed ihrer Linie treu geblieben, was sie weiterhin berechenbar macht. All das hat die Märkte beruhigt. Auch der Dax konnte sich zuletzt erholen. Doch so richtig überzeugend ist diese Erholung nicht. Dazu sind die Unsicherheiten an den Märkten noch zu groß.

Gedämpfte Hoffnungen

Ob es eine Jahresendrally gibt oder die Märkte noch mal den Rückwärtsgang einlegen, kann derzeit nicht seriös vorhergesagt werden. Zu viele politische und wirtschaftliche Themen sorgen weiterhin für Unsicherheit. Einerseits endet in dieser Woche die Frist, die die Europäische Union Italien für eine Nachbesserung der Haushaltsplanung gesetzt hat. Andererseits rückt der im März kommenden Jahres anstehende Brexit wieder in den Blick der Anleger. Britische Medien hatten zwar zuletzt spekuliert, dass die letzten Hürden für den Austrittsvertrag der EU mit London ausgeräumt sind oder dies unmittelbar bevorsteht. Doch EU-Chefunterhändler Michel Barnier dämpfte zu hohe Erwartungen bereits. Des Weiteren bleibt der Handelsstreit zwischen den USA und China ein beherrschendes Thema. Auch hier stirbt die Hoffnung auf ein gutes, baldiges Ende zuletzt, wobei aber harte Fakten noch nicht auf dem Tisch liegen. Hinzu kommen jetzt auch in den USA Konjunktursorgen auf. Und dass die Fed die Zinsen weiter anheben wird, steht eigentlich außer Frage.

Fokus auf Technologie, Software und Medizintechnik

Wie geht man als Fondsmanager mit einem solchen Szenario um? Frank Fischer, der Manager unseres global investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte, glaubt nicht an ein Untergangsszenario, gibt aber zu bedenken, dass sich die Konjunktur weltweit noch erheblich abschwächen wird und die Märkte volatil bleiben. Er setzt daher bei der Suche nach Ertrag und Umsatzwachstum vor allem bei Standardwerten und Nebenwerten auf die Bereiche Technologie, Software und Medizintechnik, allesamt Branchen, die vor großen Veränderungen stehen. Diese eröffnen, so Fischer, Chancen auf sogenannte „Ten“ oder „Hundred Bagger“, also Aktien, die auf das Zehn- oder sogar Hundertfache steigen können.

Fischer weist aber auch darauf hin, dass sich die Anleger erst noch an die neue Situation an den Märkten gewöhnen müssten. Denn hinter uns liegt ein zehnjähriger Aufwärtstrend, in dem die Anleger ohne große Verlustphasen mit sehr guten Renditen verwöhnt wurden. Weil es gegen Ende eines solchen Zyklus aber häufig zu Übertreibungen kommt, unterschätzen Anleger gerne das Risiko und neigen dazu, das Wachstum immer weiter fortzuschreiben, als würde es ewig so weitergehen. Aber ehe sich eine Rotation auf den von Fischer favorisierten, wertbasierten Anlagestil vollzieht, müssen Anleger wohl erst durch ein Tal der Tränen gehen, bevor sie erkennen, dass fundamentale Bewertungsparameter wieder Sinn machen.

Gesucht wird nach langfristiger Stabilität der Geschäftsmodelle

Dieser Überzeugung folgend wurden zuletzt Positionen in Horizon Discovery und Charles River Labs aufgebaut, während die Investments bei der italienischen Gruppo Mutui, und bei Sarine Technologies reduziert wurden. Ganz verkauft wurden Rightmove, die Software AG und Telecom Italia.

Um unentdeckte Perlen zu finden muss aber auch Fischer immer mehr Steine umdrehen. Ein Wertsteigerungspotential ergibt sich dabei nicht nur aus den reinen Bewertungsfaktoren, sondern in Zeiten disruptiver Veränderungen, internationaler Handelskriege und der Digitalisierung auch durch die Stabilität des Geschäftsmodells in der Zukunft. Deshalb sind auch Automobilhersteller wie Daimler, BMW und VW nicht im Portfolio des Fonds zu finden. Was die Stabilität des Geschäftsmodells betrifft, sehen wir uns mit Aktien wie Alphabet, Berkshire Hathaway, Croda, Ryman Healthcare und der britischen Diploma Group besser positioniert.

 

  

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