Wirecard – Die Causa Wirecard und das Ende des Realismus!

Nachrichtenquelle: Philip Hopf
26.06.2020, 19:50  |  3002   |   |   

Die sich schließende Handelswoche, wird wohl als historisches Ereignis in die Annalen der deutschen Börsengeschichte eingehen. Nachdem bereits in der Vorwoche die Aktie des deutschen DAX Konzerns Wirecard, massiv unter die Räder gekommen war. Folgte diese Woche der totale und gut möglich auch der endgültige Ausverkauf des Titels.

Wir erleben hier in Summe nichts einzigartiges, allerdings ist es in dieser Form wohl für den deutschen Aktienmarkt ein bislang einmaliges Ereignis. Welches viele unrühmliche Vorbilder besitzt. Kannte man in Deutschland als vergleichbaren Skandal lediglich Big Manni mit seinem Unternehmen Flow Tex und vielleicht noch den Börsengang von MHP. So waren hier auf dem internationalen Parkett schon ganz andere Kaliber unterwegs.

Dazu müssen wir einmal in die frühen 2000er Jahre zurückblicken. Als die beiden US Unternehmen Enron und Worldcom, mit massiven Bilanzbetrügereien, die Finanzwelt schockierten. Während es bei Enron nur um eine Aufblähung der Bilanz von etwa $600 Millionen über vier Jahre ging, gaben sich die Jungs von Worldcom mit solchen Peanuts, wie Copperfield sie wahrscheinlich genannt hätte, nicht zufrieden und schöpften bei einem Volumen von $3.9 Milliarden so richtig aus dem vollem bei den Luftbuchungen. Wohlgemerkt fand dies binnen eines Bilanzjahres statt. In beiden Fällen will der damalige Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen nichts von diesen Vorgängen gewusst haben. Diese hat es am Ende genauso zerlegt, wie die Unternehmen selbst. Rettung für alle Beteiligten Fehlanzeige. 

Wir stellen also fest, dies ist alles nichts Neues und die Summen auch nicht. Wie kann es aber zu solchen Skandalen überhaupt kommen? Wer hat hier versagt, oder auch einfach gerne mal weggeschaut? Man muss an erster Stelle einmal festhalten, die Alarmsignale bei Wirecard, gingen nicht erst letzte Woche los. In der Vergangenheit gab es immer wieder Anschuldigungen und Ungereimtheiten. Welche teilweise entkräftet werden konnte, auch unter Hilfe der Aufsichtsbehörden. Grundlegend ist sicher festzuhalten, dass einem Wirtschaftsprüfer irgendwann einfach die Mittel ausgehen. Unternehmensstrukturen werden immer komplexer, analog der Geschäftsmodelle und man verfügt eben über keine Befugnisse wie bei der NSA. Auf der anderen Seite will man sicher auch den eigenen Kunden nicht unbedingt in allzu große Erklärungsnot bringen.

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