Bum Bum BioNTech? BioNTech-Kurs explodiert: „Es gibt ein Prinzip, nach guten News...“ - Jetzt rein oder warten? Profi-Antworten!

09.11.2020, 17:03  |  76475   |   |   

Nach Jubelmeldung: Was ist bei Biontech jetzt die beste Anleger-Taktik? Rein, abwarten oder sogar raus? Top-Börsenexperten geben Antworten für Selbstentscheider-Anleger.

Nach der heutigen Meldung von Pfizer und BioNTech, dass der gemeinsam entwickelte Corona-Impfstoff zu über 90 Prozent wirksam sein soll, ging der Aktienkurs von BioNTech steil nach oben.

„Würden Sie als Profi da jetzt reingehen, auf die Rallye aufspringen oder warten Sie lieber an der Seitenline, bis sich der Kurs wieder beruhigt hat? Oder welches ist jetzt aus Ihrer Sicht jetzt das womöglich beste Anlegerverhalten?“, haben wir unsere Top-Analysten gefragt. Auffallend ist, dass sich eine Reihe von altgedienten Börsenfüchsen zurückhaltend äußern. Ihre Antworten:

"Börsenpfarrer" Uwe Lang

„Es gibt ein Prinzip, nach Bekanntgabe von guten Nachrichten in der Regel nicht mehr aufzuspringen. Denn die gute Nachricht dürfte jetzt auch bei BioNTech im Kurs enthalten sein“, meint Uwe Lang von boersensignale.de, formely known as „Börsenpfarrer“.

Platow

Klaus Brune vom Platow-Verlag appelliert: „Bitte, bitte, liebe Privatanleger: Nicht heute auf den Zug aufspringen, der gerade abgefahren ist. Wenn eine Aktie erst einmal um 25% an einem Tag gelaufen ist, dann ist der Zeitpunkt der Dienstmädchen-Rally erreicht: Wer jetzt noch aufspringt, bezahlt die Gewinne anderer“, meint Brune und weist auf die Volatilität dieses Papiers hin: „Grundsätzlich halten wir BioNTech für ein extrem interessantes Unternehmen. Aber auch für ein Unternehmen, bei dem ‚himmelhochjauchzend‘ aber so etwas von direkt neben ‚zu Tode betrübt‘ liegt. Wir sind im August bei Kursen um die 70 US-Dollar eingestiegen – wer sich heute den Chart ansieht, erkennt die kurze Rückschlagsphase im Chartbild. - Jetzt lagen wir nicht immer perfekt bei dem Papier: Als es im vergangenen Oktober an die Börse ging, hielten wir es bei Kursen um die 20 US-Dollar für zu teuer. Anschließend haben wir das Papier lange beobachtet und in der Phase bei 80 bis 90 US-Dollar immer gesagt: Zu teuer, warten. Das Warten hat sich dann gelohnt, und gleiches würden wir jetzt auch Anlegern empfehlen“, argumentiert einer der bekanntesten Börsenexperten Deutschlands.

 


BioNTechs Zukunft erscheint laut Brune eher mittelmäßig interessant: „Ich schätze das 2021er-KGV auf aktuell 36 ein. Das ist für ein Biotechnologie-Unternehmen jetzt kein Mondpreis, aber er rät schon zur Vorsicht. So wahnsinnig hoch werden die Gewinne aus dem Corona-Impfstoff auch nicht sein, denn es wird jede Menge politischen Druck geben, das Medikament bezahlbar zu halten. Also hängt viel davon ab, wie lange der Wirkstoff exklusiv von Pfizer/BioNTech kommt (und das wird bei dem aktuellen Wettrennen der Hersteller nicht allzu lange sein) und was die Mainzer sonst so in der Entwicklungsschublade haben. Da sind in der Tat einige vielversprechende Wirkstoffe drin, aber die Entwicklungszeit muss noch ausgesessen werden.“

Klaus Brune schließt mit einem Fazit: „Ich würde die Euphorie aussitzen, wenn ich noch nicht engagiert wäre. Bei einem KGV von 30 wäre ich bereit, für die Chancen von BioNTech zu zahlen. Dazu müsste das Papier auf etwa 85 US-Dollar fallen. Wer risikobereit ist, legt sich mit einem Abstauberlimit bei 90,00 US-Dollar auf die Lauer – und wird dafür auf die eine oder andere schlechte Nachricht bei Biontech warten müssen“, sagte Brune zur wallstreet:online Zentralredaktion.

Boerse-Daily.de

Ingmar Königshofen, wallstreet:online-Gastautor und Chef der FSG Financial Services Group (Boerse-Daily.de), hält sein Pulver trocken: „Seit Börsenstart hat sich die Aktie von BioNTech nun innerhalb kürzester Zeit mehr als versechsfacht und aktuell scheint die Aktie nur einen Weg zu kennen. Ich werde jedoch für einen Einstieg auf eine potenzielle Gegenbewegung warten, da die Aktie nun bereits sehr gut gelaufen ist. Ob und wann eine Gegenbewegung kommt, ist dabei aktuell jedoch nicht abzusehen. So lange bleibe ich an der Seitenlinie“, meint Königshofen.

Frank Thelen

Gründer, Investor und TV-Star Frank Thelen nimmt wie Ingmar Königshofen an der Seitenlinie Platz: "Ich glaube nicht an Markt-Timing oder an Momentum-Plays. Ich habe für alle Aktien einen 3-5 Jahres Horizont. Ich glaube an Bio-Tech und halte in diesem Bereich auch ausgewählte Unternehmen, aber an ‚Rallys‘ nehme ich nicht teil."

Peter Thilo Hasler

„Gibt es denn keinen Börsenfuchs, der jetzt bei BioNTech einsteigt oder wenigstens Gewinne mitnimmt?“, will man in die Börsengemeinde hineinrufen. Jedenfalls keiner aus unserer kleinen Stichprobe, wie auch das Statement von Peter Thilo Hasler, Gründer und Analyst von Sphene Capital, belegt: „Normalerweise heißt es ja: ‚Sell on good news‘. Wenn News aber derart überraschend kommen und das Momentum die Überhand behält, kann sich eine Rally auch über einige Tage hinziehen. Bei Umsätzen von 108 Mio. Euro (2019) liegt die Marktkapitalisierung von BioNTech aber aktuell bei knapp 22 Mrd. US-Dollar. Es mag nicht gerade zeitgemäß klingen, aber ich glaube, die BioNTech-Aktie wird man nochmal günstiger bekommen. Anders Pfizer: Diese Aktie zählt nicht nur aufgrund seiner attraktiven Bewertung (KGV 2021e von 11), einer attraktiven Dividendenrendite von mehr als vier Prozent und einer breite Projektpipeline zu den langfristigen Depotkandidaten“, diktierte Peter Thilo Hasler uns in den wallstreet:online-Block.

Adrian Schmid von FinMent

Und zum Schluss rät Adrian Schmid, Chefhändler bei FinMent, zur Vorsicht: „Aktuell treffen im Fall von BioNTech zwei sehr positiv von der Börse aufgenommene Nachrichten aufeinander. Einerseits die längst erhoffte Eindämmung der Pandemie mittels Schutzimpfstoff und andererseits die endgültige Entscheidung der US-Wahlen, wobei Biden derzeit von den Märkten gefeiert wird. Das macht den Gesamtmarkt einerseits sehr grün und natürlich die naheliegenden, noch vor einigen Wochen am Boden liegenden Branchen“, zeichnet Schmid das Makro-Bild. Also einsteigen? „Das Direktinvestment in BioNTech ist derzeit zwar weniger spekulativ als noch vor einigen Monaten, dennoch ist aufgrund des Chancen Risiko-Verhältnisses aus markttechnischer Sicht ein Einstieg in die laufende Bewegung mit Vorsicht zu genießen. Denn die Aktie hat es seit Notierung, nicht geschafft einen einwandfreien A+ Aufwärtstrend auszubilden, was eine klare Tendenz ableiten ließe. Idealerweise sollte man auf einen günstigeren Einstiegspreis in den kommenden Tagen warten, da die Ergebnisse der Phase-Drei-Studie noch nicht vollends abgeschlossen und handfest sind. Auch, weil man als kluger Investor gerne günstig kauft und nicht nahe dem Allzeithoch in Aktion tritt. Das wiederum erleichtert das allseits wichtige Geldmanagement, da man sich engere Stopps setzten kann als aktuell. Interessierte Anleger können sich auch in den von einer Impfung direkt profitierenden Randbereichen umsehen, wie zum Beispiel Touristik, Luftfahrt, Hotelketten etc.“, so Schmid.

Peter Haas, investresearch

Die meiste Euphorie beim Thema BioNTech versprüht Peter Haas, Börsenexperte von investresearch TV auf Youtube und investresearch.net: „BioNTech untermauert heute, dass es die wohl größte Hoffnung auf einen Impfstoff bei Corona ist. Die Volatilität ist bei dieser Aktie natürlich hoch, aber wenn alles so geht wie geplant, sollten die Umsätze im nächsten Jahre explodieren. Dafür erscheint die Aktie immer noch vertretbar bewertet. BioNTech ist aber weit mehr als eine Corona-Spekulation, sondern hat das Potential zu einem neuen deutschen Pharmakonzern von Weltgeltung zu werden. BioNTech ist schon länger auf der investresearch 5x10 Aktienideenliste und ich habe keine Pläne sie von dort herunterzunehmen“, sagt Haas an.

Autor: Christoph Morisse, wallstreet:online Zentralredaktion

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