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Anlagestrategie No Mainstream, please: Aktien, die noch nicht jede(r) hat

Sie suchen nach günstigen Titeln, die noch nicht alle auf dem Schirm haben? Zugegeben – etwas Lust auf Risiko gehört dazu, aber abseits ausgetretener Pfade finden sich interessante Kandidaten.

Mit Top-Seller-Listen ist es so eine Sache. Egal ob die Spiegel-Beststeller im Bereich Literatur oder die meistgehandelten Aktien in den Depots von Onlinebrokern: Einerseits geben solche Favoriten wertvolle Orientierung und zeigen einem, was die anderen so machen. Und ein Stück weit Schwarmintelligenz zu nutzen, ist nicht verkehrt. Schließlich können so viele Menschen nicht irren und man selbst möchte schließlich nicht zu spät bei der (Börsen-)Party dabei sein. Gerade für Einsteiger können Bestseller-Übersichten Hinweise liefern und bieten generell Einblicke in größere Marktbewegungen. Andererseits sind solche Top 10-Listen häufig etwas schwerfällig, die Rotation ist oft gering und es dauert, bis sich Impulse von außen darin niederschlagen. Hieraus kann sich ein selbstverstärkender Effekt ergeben: Ein Titel verteidigt seine Spitzenposition unter Umständen einfach auch deshalb, weil er eben bereits ganz oben platziert ist und daher wiederum mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Vorteile von Aktien, die unter Radar fliegen

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Aus diesen Überlegungen heraus kann es also durchaus interessant sein, als Anleger die gängigen Pfade zumindest für Beimischungen im Depot kurz zu verlassen. Hier kann man Ausschau nach unterbewerteten Aktien halten, die eher unter Radar fliegen. Das Gute daran: Falls der Titel dann mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist man von Anfang an dabei und konnte günstig einsteigen. Andererseits verlangen solche Hidden Champions aber auch etwas Risikobereitschaft – denn schließlich kann das zunächst bombensicher erscheinende Geschäftsmodell oder das jeweilige wirtschaftliche Umfeld auch kräftige Verluste einfahren. Oder die ganze Idee erweist sich als Flop und das Investment muss als Lehrgeld verbucht werden.

Tipps fürs No-Mainstream-Investing

Was sollte man also bei solchen No-Mainstream-Investments beachten? Wie immer: Nicht alles auf eine Karte setzen, sondern solche Titel immer nur als ein Teil in einem bereits breit gestreuten Depot verstehen. Lieber mit kleineren Summen einsteigen und den Wert regelmäßig beobachten. Hat die Aktie einen Lauf, kann man nachkaufen. Verharrt der Wert dagegen im Börsen-Niemandsland und keiner sonst interessiert sich dafür: Dann war’s wohl nichts. Informationen über solche vermeintlichen Perlen bezieht man übrigens zum Beispiel aus der Presse: Wirtschaftsmeldungen, aber auch Zeitungsberichte, Reportagen oder TV-Dokus können auf spannende Geschäftskonzepte hinweisen. Es wird ein Unternehmen vorgestellt, das in seinem Bereich besonders innovativ ist? Der Börsengang lief gut? Die Idee catched und es gibt nur wenig Konkurrenz im jeweiligen Markt? Interessanter Kandidat!

Beispiel 1: Das Software- und Systemhaus Mensch und Maschine

Nicht mehr ganz unbekannt, aber in gängigen Depots eher nicht vertreten ist das Softwareunternehmen Mensch und Maschine. Das 1984 gegründete Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Computer Aided Design/Manufacturing (CAD/CAM) und eigenen Angaben zufolge das größte Autodesk-Systemhaus in Europa. Das Geschäftsmodell bezieht sich somit auf computergestütztes Design und Fertigung. Mensch und Maschine entwickelt hierfür eigene Software, generiert aber auch Umsätze durch den Verkauf von kundenspezifischen Digitalisierungslösungen. Die Kunden kommen aus der Industrie und der Baubranche. Im Garten- und Landschaftsbau etwa lassen sich Projekte mit der passenden Software von den ersten Planungsschritten über Kalkulation und Ausschreibung bis hin zum Controlling und der „Begehung“ des Objekts per VR-Brille komplett durchstrukturieren.

Die Geschäfte des CAD-Riesen laufen ausgesprochen gut, auch die zurückliegenden Monate lieferten ausgezeichnete Zahlen. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 legte der Neunmonats-Umsatz bereits um +11 Prozent und das EBIT weit überproportional um +32 Prozent zu, teilt das Unternehmen anlässlich der kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen mit. Weiter heißt es: „Der Neunmonats-Umsatz kletterte auf 193,99 Millionen Euro (Vj 180,61 / +7,4%), mit 60,86 Millionen Euro (Vj 54,93 / +11%) aus Software und 133,13 Millionen Euro (Vj 125,68 / +5,9%) aus dem Systemhaus-Geschäft. Der Zuwachs von +11 Prozent zu 2019 verteilt sich relativ linear auf Segmente und Quartale, während der Vergleich zu 2020 durch dessen Vor-Corona-Rekord in Q1 verzerrt ist.“

Auf dieser Basis blickt Mensch und Maschine positiv auf die weitere Entwicklung: „Nach dem erfreulichen 9M-Geschäftsverlauf erwarten wir auch ein starkes Schlussquartal sowie neue Umsatz- und Ertrags-Rekorde für das Gesamtjahr 2021. Wir rechnen wie bisher für 2021 mit einem Wachstumskorridor von +6-10 Prozent auf 259-268 Millionen Euro beim Umsatz und streben ein überproportionales Nettogewinn-Wachstum um +12-21 Prozent (bzw. +26-36% zu 2019) auf 125-135 Cent/Aktie sowie eine Dividende von 115-120 Cent (Vj 100 / 2019: 85) an“, gibt MuM-Chef Adi Drotleff bekannt.

Damit könnte die Aktie bei moderaten Einstiegspreisen positive Geschäftsaussichten in einem spezialisierten Marktumfeld bieten.

Beispiel 2: Carl Zeiss – der Spezialist für moderne Optik, nicht nur in der Augenheilkunde

Augenoptik, Mikroskopie, Medizintechnik, Fotografie – selbst in der Chipherstellung führt an der Carl Zeiss AG kein Weg vorbei. Der Namensgeber und Gründer Carl Zeiss stellte seit 1846 in Jena Mikroskope her, die auf wissenschaftlicher Basis entwickelt wurden. Heute wird das Weltunternehmen vom baden-württembergischen Oberkochen aus geleitet.

Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2020/2021 verliefen für den Konzern sehr erfreulich. Der Umsatz konnte demnach auf 1.198,2 Millionen Euro gesteigert werden (Vorjahr: 967,9 Millionen Euro), dies entspricht einem Umsatzwachstum von +23,8 Prozent (währungsbereinigt: +27,6%). Wie das Unternehmen weiter mitteilt, trugen vor allem die Bereiche Ophthalmic Devices (Augenheilkunde) und Microsurgery um Wachstum bei.

Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung hebt der Konzern seine Ziele für das Geschäftsjahr 2020/2021 an. Der Umsatz dürfte demnach das bisherige Ziel von ungefähr 1,6 Milliarden Euro überschreiten (Vorjahr: 1.335,5 Milliarden Euro), heißt es in einer Mitteilung.

Mit seiner Unternehmensgeschichte und den bislang erzielten Geschäftsergebnissen ist Carl Zeiss somit keinesfalls ein unbekannter Newcomer, sondern ein gewachsener und profitabler Konzern mit hochspezialisierten Produkten für breitgefächerte Einsatzbereiche. Auch wenn die Aktie kein Schnäppchen mehr ist: Das in MDax und TecDax gelistete Unternehmen ist noch weit von einem Top-Seller mit dem entsprechenden Fokus in der (Börsen-)Öffentlichkeit entfernt. Interessant für Anleger, die einen potenziellen Hidden Champion mit langjähriger Historie und gleichzeitig Zukunftspotenzial suchen.

Beispiel 3: Carbios – Green-Tech mit Potenzial?

Unsere Welt versinkt im Plastikmüll. Das Recycling von Kunststoffen ist in der Praxis aber oft schwierig, da verschiedene Kunststoffarten in gängigen Verfahren nicht vermischt werden können. Das im Jahr 2011 in Frankreich gegründete Biochemie-Unternehmen Carbios verfolgt daher einen anderen Ansatz: Mit Hilfe von enzymatischem Biorecycling sollen Kunststoffe zersetzt werden, um sie dann wiederzuverwerten. Zum Einsatz kommen gezielt veränderte Organismen, die ursprünglich auf einer Mülldeponie untersucht wurden. Das Problem der Sortenreinheit wie beim konventionellen Recycling stellt sich dabei nicht, unterschiedliche PET-Kunststoffe oder verschiedene Farben lassen sich durch den Einsatz dieser Enzyme gemeinsam zerlegen. Das Verfahren könnte für PET-Flaschen und Textilien aus Kunstfasern angewendet werden. Verschiedene Konzerne haben bereits ihr Interesse am „Biorecycling“ angemeldet.

Diese Forschungstätigkeit und etwa die Partnerschaft mit dem Reifenhersteller Michelin klingen vielversprechend. Doch das Geschäft ist bislang defezitär. Im Mai 2021 sorgte eine – von den Großaktionären mitgetragene – Kapitalerhöhungsmaßnahme zunächst für fallende Kurse, bis zum Jahr 2023 soll die Finanzierung aber abgeschlossen sein. Damit ist Carbios ein Wert, bei dem noch alles drin ist. Wer mit dem Titel liebäugelt, könnte eine starke und potenziell langfristig tragfähige Story im Bereich Nachhaltigkeit bekommen, sollte aber genug Nerven haben, um den steinigen (Forschungs-)Weg mitzugehen.

Autor: KS

Disclaimer: Die Auswahl der Finanzinstrumente stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. Finanzinstrumente unterliegen Kursschwankungen; Kursverluste sind möglich. Bei Finanzinstrumenten, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Stand: 30.11.2021; wallstreet:online capital AG



01.12.2021, 10:36  |  20900   |   |   

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