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    Befreiungsschlag  6277  0 Kommentare China kündigt drastische Maßnahmen zur Rettung des Immobilienmarkts an

    China hat am Freitag einige seiner umfassendsten Maßnahmen zur Stabilisierung des krisengeschüttelten Immobiliensektors angekündigt. Was geplant ist.

    Für Sie zusammengefasst
    • China hebt landesweite Mindesthypothekenzinsen auf
    • Lokale Regierungen sollen Wohnungen kaufen und umwandeln
    • Maßnahmen zur Stabilisierung des Immobiliensektors verabschiedet
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    Zu den geplanten Neuerungen gehört die Aufhebung der landesweiten Mindesthypothekenzinsen und die Erlaubnis für lokale Regierungen, Wohnungen zu kaufen und diese in bezahlbaren Wohnraum umzuwandeln.

    Die chinesische Zentralbank, die People's Bank of China, hat die landesweite Mindesthypothekenzinsrate effektiv abgeschafft und gleichzeitig die Mindestanzahlungssätze für Erstkäufer auf 15 Prozent und für Zweitkäufer auf 25 Prozent gesenkt. Zuvor lagen diese Sätze bei 20 beziehungsweise 30 Prozent.

    Lokale Regierungen sollen Wohnraum kaufen

    Vizepremier He Lifeng erklärte, dass lokale Regierungen kommerzielle Wohnungen zu vernünftigen Preisen erwerben und in bezahlbaren Wohnraum umwandeln sollten. "Der Immobiliensektor betrifft die Interessen der Massen und das große Thema der wirtschaftlichen Entwicklung", sagte He gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Es sei notwendig, "die Verantwortung der lokalen Regierung, der Entwickler und der Finanzinstitute sicherzustellen".

    Diese Schritte sind die bislang stärksten Maßnahmen zur Unterstützung des Immobiliensektors, der zuletzt stark eingebrochen war. Die offiziellen Daten zeigten am Freitag, dass die Hauspreise im April die stärksten monatlichen Rückgänge seit einem Jahrzehnt verzeichneten.

    Rekordverdächtig niedrige Hypothekenzinsen

    Die neuen Maßnahmen kommen, nachdem frühere, weniger drastische Schritte nicht ausreichten, um die Kaufnachfrage anzukurbeln. Die durchschnittliche Hypothekenzinsrate für neu bewilligte Darlehen lag im ersten Quartal bei 3,69 Prozent, dem niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009.

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    Die neue Politik "signalisiert, dass die Zentralregierung die Nachfrage nach Eigenheimen wirklich priorisiert", erklärte Yan Yuejin, Analysedirektor am E-house China Research and Development Institute, gegenüber Bloomberg.

    Auswirkungen auf den Aktienmarkt und Banken

    Die Ankündigung führte zu einem Anstieg des Immobilienindex der Shanghaier Börse. Der Immobilien-Branchenindex des CSI 300 kletterte mehr als vier Prozent nach den Ankündigungen. Ein Bloomberg-Index chinesischer Immobilienkonzerne schnellte in Hongkong sogar bis zu 13 Prozent hoch. Titel von Longfor Group verteuerten sich um 15 Prozent, während es für China Vanke sogar um 16 Prozent aufwärts ging.

    Gleichzeitig bedeutet diese Politik jedoch auch eine weitere Belastung für chinesische Banken, deren Nettozinsmargen bereits auf ein Rekordtief von 1,69 Prozent gefallen sind.

    Unsicherheit über die Effektivität der Maßnahmen

    Trotz der positiven Reaktionen am Aktienmarkt bleibt unklar, wie wirksam die Maßnahmen sein werden. Shen Meng, Direktor der in Peking ansässigen Investmentbank Chanson & Co, sagte: "Die Auswirkungen hängen davon ab, ob die Verbraucher Vertrauen fassen." Wenn die Maßnahmen nicht gut umgesetzt würden, sei es unwahrscheinlich, dass sie die Nachfrage stimulieren und eine strukturelle Wende herbeiführen könnten.

    Die Regierung betonte zudem die Notwendigkeit, die sogenannten "drei großen Projekte" voranzutreiben, die bezahlbaren Wohnraum, urbane Renovierung und öffentliche Infrastruktur umfassen. Vizepremier He Lifeng sagte, lokale Behörden sollten auch brachliegende Grundstücke zurückkaufen, um den Cashflow der Entwickler zu entlasten.

    Fazit

    Die jüngsten Maßnahmen Chinas zur Rettung des Immobilienmarkts sind ein deutlicher Schritt zur Stabilisierung eines Sektors, der das Wirtschaftswachstum erheblich belastet hat. Während die Ankündigungen kurzfristig für Optimismus sorgten, bleibt abzuwarten, wie effektiv sie in der Praxis sein werden.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

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    Verfasst vonIngo Kolf
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