Technische Analyse
Doppeltop-Gefahr: Das müssen Anleger jetzt zur Aktie von SAP wissen!
Die Aktie von SAP hat zuletzt deutlich nachgegeben. Im Chart der Anteile droht nach einem Doppeltop Gefahr. Darauf kommt es jetzt an.
- SAP-Aktie verliert deutlich an Wert
- Doppeltop im Chart birgt Gefahr
- Bullen müssen handeln, Kurs könnte weiter fallen
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Mit einer Performance von -7,8 Prozent waren die Papiere von SAP in der vergangenen Woche der schwächste Wert innerhalb des deutschen Leitindex DAX. Ähnlich schlecht schnitt mit einem Minus von 4,6 Prozent nur die Aktie von Laborausstatter Sartorius ab.
Grund für die Abgaben waren einerseits Gewinnmitnahmen, denn trotz der jüngsten Verluste ist die Aktie seit dem Jahreswechsel performancetechnisch in der Spitzengruppe des Börsenbarometers zu finden. Andererseits belastete das schwache Abschneiden von Salesforce die Papiere auch anderer Cloud- und Softwaredienstleister.
Angesichts des im Chart bereits realisierten Doppeltops wächst die Gefahr weiterer Abgaben. Die Bullen müssen sich, wie der Blick in den Chart zeigt, schnell etwas einfallen lassen:
Doppeltop bei 180 Euro gibt Anlass zur Sorge
Grundsätzlich verfügte der nach Marktkapitalisierung größte deutsche Aktienwert in den vergangenen Monaten über eine konstruktive Ausgangslage: Nach einer längeren Seitwärtsphase im vergangenen Sommer konnte SAP im Herbst durchstarten und sich dank des Hypes um Künstliche Intelligenz auf neue Allzeithochs steigern.
Seit zwei Monaten tritt die Aktie aber auf der Stelle. Die Häufigkeit von Gewinnmitnahmen wuchs und hat das Papier wiederholt unter die 50-Tage-Linie fallen lassen. Wenngleich den Bullen noch einmal ein Konter gelungen ist, verpasste dieser ein neues Allzeithoch uns sorgte so im Bereich von 180 Euro für ein Doppeltop.
Bearishe Divergenzen, Kurs wieder unter der 50-Tage-Linie
Dieses hat insbesondere in der vergangenen Woche für Ärger gesorgt. Dieser könnte sich nun auch nachhaltig negativ auf die Kursentwicklung auswirken, denn neben der 50-Tage-Linie wurde mit dem schwachen Wochenschluss auch die Unterstützungslinie bei 170 Euro aufgegeben. Auch die zuletzt flache Aufwärtstrendlinie steht zur Diskussion.
Für fortgesetzte Kursverluste in der Aktie spricht, dass sich nicht nur das Chartbild, sondern sich auch die technische Indikation verschlechtert hat. Der Trendstärkeindikator MACD ist einerseits unter die (rote) Signallinie gefallen und hat gleichzeitig andererseits das Vorzeichen gewechselt. Das zeigt nicht nur eine Abschwächung der Aufwärtsdynamik, sondern sogar den Wechsel in einen Abwärtstrend an.
Auch der Relative-Stärke-Index signalisiert Schwäche. Hier zeigt sich des Weiteren ebenso wie im MACD eine bearishe Divergenz: Trotz in den vergangenen Monaten höheren Kursen sind die technischen Indikatoren gegen den Trend der Aktie gefallen. Solche Divergenzen sind oft die Vorboten von nachhaltigen Trendwenden.
Test des GD200 voraus?
Die Gefahr einer solchen ist in der Aktie von SAP angesichts des eingetrübten Chartbildes ernst zu nehmen. Weiter verschlechtern würden sich die Voraussetzungen für Kurse unterhalb von 160 Euro. Hier dürfte ein Schluss der im Januar gerissenen Aufwärtslücke und Kurse von 150 Euro kaum vermeidbar sein.
Auf diesem Kursniveau würde es zu einem Test der 200-Tage-Linie kommen, wo sich das mittelfristige Schicksal der Aktie endgültig entscheiden würde. Eine weitere wichtige Marke und ein potenzieller Sell-Trigger sind außerdem 140 Euro: Hier liegt sowohl aus dem vergangenen Jahr als auch aus dem Herbst 2020 ein markantes Verlaufshoch.
Fazit: Konterchance, aber Bären mit den besseren Karten
Noch haben die Bullen aber die Chance, das Kursgeschehen wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Hierfür gelingt entweder sofort ein Rebound oder spätestens an der Kreuzunterstützung bei 160 Euro. Außerdem müsste im dritten Anlauf der Widerstand bei 180 Euro nachhaltig überwunden werden und die Aktie mithilfe eines neuen Allzeithochs ein Kaufsignal liefern.
Angesichts der akuten technischen Schwäche sind fortgesetzte Verluste für den Moment aber die wahrscheinlichere Variante, sodass sich Anleger auf Kurse von 160 und 150 Euro einstellen sollten. Das Verhalten an diesen Marken entscheidet dann darüber, ob die gegenwärtige Korrektur eine attraktive Einstiegsgelegenheit bedeutet, oder sich das Blatt doch nachhaltig zugunsten der Bären wendet.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
