Chartanalyse
Sartorius-Aktie: Das sieht nicht gut aus!
Die Aktie von Sartorius ist am Mittwoch erneut unter die Räder gekommen und hat kräftige Einbußen hinnehmen müssen. Damit verschärft sich die technische Lage.

Für die Vorzugsaktien des Laborausstatters Sartorius war 2024 bislang alles andere als ein erfolgreiches Börsenjahr. Da die Kunden des Unternehmens noch immer auf hohen Lager- und Inventarbeständen auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie georderten Bedarfs sitzen, bleibt die Geschäftsentwicklung schwach.
Erneut ein empfindlicher Rückschlag
Das führte insbesondere in den vergangenen drei Monaten zu heftigen Kursverlusten, sodass die Aktie fast sämtliche der seit dem Crash im vergangenen Oktober erzielten Erholungsgewinne wieder abgegeben hat.
Am Mittwoch folgte dann der nächste Nackenschlag. Die Aktie beendete ihren Bodenbildungsversuch im Bereich von 240 Euro und brach deutlich zweistellig ein.
Offenbar hatten sich Anleger von einer in London stattfindenden Gesundheitskonferenz Neuigkeiten über die zu erwartende Geschäftsentwicklung gewünscht, die das Unternehmen aber schuldig blieb.
Rebound trotz neuer Mehrjahrestiefs? Möglich, aber ...
Dadurch fiel Sartorius nicht nur auf ein neues 52-Wochen-Tief, sondern gleich den tiefsten Stand seit März 2020. Solche Mehrjahrestiefs sind technische Verkaufssignale und lassen Verkaufsdruck auch über die kommenden Wochen und Monate hinweg befürchten.
Kurzfristig allerdings könnte die Aktie vor einem Rebound stehen, denn der Relative-Stärke-Index (RSI) ist mit einem Tageswert von 27 klar im überverkauften Bereich angelangt.
Mit dem Sturz auf etwa 210 Euro hat das Papier außerdem auf die mögliche Unterkante des seit Ende März bestehenden Abwärtstrendkanals aufgesetzt, was eine Anstiegschance bis zu dessen Oberkante bedeuten könnte, an der das Papier in den vergangenen Tagen abgeprallt war.
... Abwärtstrend dürfte intakt bleiben und zu weiteren Verlusten führen
Aus der Perspektive der Bullen gibt es außerdem eine weitere Hoffnung, und zwar in Form der bullishen Divergenz im Trendstärkeindikator MACD. Dem ist trotz niedriger Kurse der Aktie ein Aufwärtstrend gelungen. Solche Divergenzen sind oft die Vorboten von Trendwenden – allerdings viele Wochen oder Monate im Voraus.
Daher sollten Anleger gegenwärtig dem Ist-Zustand der Aktie Aufmerksamkeit schenken – und der ist trotz der kurzfristigen Rebound-Chance schlecht. Denn wenngleich Sartorius auf Tagesbasis überverkauft ist, lassen der Wochen- und Monats-RSI mit Punktwerten von 29 und 37 noch Platz nach unten erkennen.
Außerdem zeigt der MACD trotz seiner bullishen Divergenz einen intakten, äußerst dynamischen Abwärtstrend an. Das Kursgeschehen dürfte also selbst im Falle einer Bodenbildung schwierig und von hoher Volatilität geprägt bleiben. Als nächstgelegener Unterstützungsbereich kommt 190 Euro infrage. Das entspricht einem weiteren, unmittelbaren Abwärtspotenzial von 10 Prozent.
Fazit: Alle sind attraktiver als Sartorius
Nicht nur aufgrund der anhaltenden technischen Schwäche, sondern auch mit Blick auf die Fundamentaldaten beziehungsweise die Bewertung gibt es für Anleger derzeit keinen Grund, sich bei Sartorius zu engagieren.
Für 2025 ist das Unternehmen je nach Schätzung mit rund dem 35- bis 40-fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet. Zu deutlich günstigeren Bewertungsvielfachen handeln die Papiere der Konkurrenz.
Sartorius vergleichbare Diagnostik- und Instrumentensparten weisen beispielsweise Abbott Laboratories, Danaher und Thermo Fisher Scientific auf. Diese handeln für das Geschäftsjahr 2025 mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 20, 29 und 23 – und sind damit bei einer insgesamt besseren Umsatzentwicklung attraktiver bewertet.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
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