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DAX-Chartanalyse: Panik war übertrieben

DAX-Chartanalyse Panik war übertrieben

Gastautor: Andreas Mueller
21.05.2017, 11:29  |  9484   |   |   

Rückblick auf die Trading-Chancen der Vorwoche verknüpft mit einem Ausblick. Welche Signale Sinn ergeben, wird Ihnen hier aus Sicht der Charttechnik hergeleitet.

Die gute Nachricht vorweg: Der DAX bewegt sich wieder. Als Kehrseite dieser Volatilität brachte er jedoch nicht für alle Marktteilnehmer die richtigen Impulse. Dies ist an der Börse jedoch normal und wie im privaten Umfeld kann der DAX es eben nicht allen gleichzeitig Recht machen. Ein kurzer Rückblick und die folgende charttechnische Betrachtung soll Ihnen nun den Sonntag und später den Handelsstart in die neue Woche versüßen.

 

Sprung in der Volatilität

 

Nach der „extrem langweiligen Vorwoche“ (siehe Vorwochenanalyse) startete der DAX zunächst positiv und bereits über der Vorwochen-Zone, die ich dort markiert hatte:

 

Ein erster Ausbruchsversuch war damit gegeben, verlief jedoch schon nach den ersten Handelsminuten rückläufig. Das GAP war etwas zu groß und so bot sich, wie hier gezeigt auch gleich ein GAP-Trade an:

 

 

Erst bei 12.730 Punkten kam der Markt schließlich zum Stehen und lockte neue Käufer an. Diese kamen dann jedoch sehr massiv in der zweiten Tageshälfte und schafften sogar einen Schlusskurs über 12.800 Punkten und damit ein Tages-Reversal.

 

In der Bandbreite zwischen Vorwochen-Hochs und Montagseröffnung spielte sich der DAX am Dienstag ein. Er versuchte erneut auf der Oberseite auszubrechen, wie hier gezeigt:

 

Mit Kursen von 12.841 Punkten markierte er am Dienstag zwar ein neues XETRA-Allzeithoch, hielt dies jedoch nicht bis zum Feierabend durch. Und dann kam der Mittwoch....

 

Bereits zur Eröffnung gab es im Markt Verkaufsdruck, der aus den USA herrührte. Denn dort nahm die Unsicherheit über den US-Präsidenten Trump und etwaigen Verbindungen zu Russland zu. Beeinflussung von FBI-Chef Comey, dessen Entlassung und brisante Gesprächsprotokolle könnten im Extremfall sogar zu einem Amtsenthebungsverfahren führen. Doch was hat dies mit der Börse zu tun?

Die Antwort ist recht naheliegend: Eine so große Wirtschaftsmacht wie die USA ohne Führungsrolle UND ein Wegfall der Versprechungen wie Steuerreform und Infrastrukturinvestitionen wären für die US-Wirtschaft ein harter Schlag. Und damit auch für die börsennotierten Unternehmen, die letztlich AUCH wegen dieser Phantasien im vergangenen halben Jahr so stark gelaufen waren. Es entstand dabei übrigens der größte Tagesverlust im Dow Jones seit dem Amtsantritt von Donald Trump! Und dies am Geburtstag der Wall Street, die 225 Jahre alt wurde (die Redaktion wallstreet-online berichtete HIER )

 

Der DAX ging somit bereits am Morgen in Deckung und legte ein mögliches Mehrfach-Hoch frei:

(zum Beitrag)

Parallel dazu gab es im Gold (immer wieder als „Krisenwährung“ benannt) ein Kaufsignal:

 

Dies hatte ich gesondert als Nachricht HIER mit Kursziel angeführt und dargelegt. Das Kursziel wurde übrigens erreicht.

 

Zurück zum DAX: Der Druck dort führte ihn unter die Marke von 12.600 und sorgte auch im weiteren Verlauf am Donnerstag für anhaltende Unsicherheit. Es hatte sich ein starker Trend für die Bären herausgebildet:

 

 

welcher direkt zur Unterstützung bzw. einem noch offenen GAP vom 04. Mai führte:

 

(hier zachzulesen)

 

Wer hier nicht auf der bärischen Seite positioniert war, war gut beraten, nicht in das fallende Messer zu greifen. Denn anders als noch seit Wochen gewohnt, kam nicht bereits nach 50 oder 100 Punkten ein V-Reversal mit schnellem Richtungswechsel. Es musste auf ein entsprechendes Signal gewartet werden. Ein solches lag erst am Nachmittag vor wie ich hier vorstellte:

 

 

Es führte letztlich zur Eindämmung der Wochenverluste, jedoch nicht mehr an die Hochpunkte heran. Am Ende blieb ein Minus auf Wochenbasis von genau einem Prozent im DAX. Kein Grund für eine Panik, aber doch ein Wachrütteln für die Bullen.

 

Der Ausblick auf die kommende Woche

 

Greifen wir das Chartbild (Stundenchart) aus der Vorwoche mit der sehr geringen Volatilität und der Trendlinie ab Frankreich-Wahl noch einmal auf:

 

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