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Rohstoffe: Höhere Preise machen Produktion attraktiver
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Rohstoffe Höhere Preise machen Produktion attraktiver

Gastautor: Eugen Weinberg
19.09.2017, 11:30  |  1028   |   |   
  • Saudi-arabische Ölexporte im Juli auf niedrigstes Niveau seit fast drei Jahren gefallen
  • US-Schieferölproduktion soll im Oktober den zehnten Monat in Folge steigen
  • Gold fällt unter 1.100 EUR je Feinunze
  • Silber fällt stärker als Gold, Palladium gegen den Trend gestiegen

Energie: Brentöl handelt wenig verändert bei 55,6 USD je Barrel, WTI bei rund 50 USD je Barrel. Der Preisanstieg bei Brent ist stark spekulativ getrieben. Die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger stiegen in der letzten Berichtswoche bis zum 12. September um knapp 19 Tsd. auf 449 Tsd. Kontrakte, was dem höchsten Niveau seit Anfang März entspricht. Bei WTI kam es hingegen zuletzt zu einem deutlichen Positionsabbau. Die Netto-Long-Positionen bei Brent übertreffen diejenigen bei WTI inzwischen fast um das Dreifache. Wir erachten den Preisanstieg bei Brent daher als übertrieben und nicht dauerhaft.
Saudi-Arabien hat laut Daten der Joint Organisations Data Initiative (JODI) im Juli 6,69 Mio. Barrel Rohöl pro Tag exportiert. Das waren 196 Tsd. Barrel pro Tag weniger als im Vormonat und die niedrigste tägliche Exportmenge seit August 2014. Zwei Drittel des Rückgangs waren auf eine gestiegene inländische Verarbeitung wegen des höheren Eigenbedarfs während der Sommermonate zurückzuführen, ein Drittel auf eine niedrigere Rohölproduktion infolge des Kürzungsabkommens. Die höhere Verarbeitung führte aber auch zu höheren Ausfuhren von Ölprodukten. Für August hat Saudi-Arabien eine weitere Kürzung der Exporte auf 6,6 Mio. Barrel pro Tag in Aussicht gestellt.
Die US-Energiebehörde EIA erwartet für Oktober einen weiteren Anstieg der US-Schieferölproduktion um 79 Tsd. auf 6,1 Mio. Barrel pro Tag. Das wäre der zehnte Monatsanstieg in Folge und ein neues Rekordniveau. Im größten Schieferölvorkommen, Permian Basin, soll die Produktion um fast 55 Tsd. Barrel pro Tag steigen. Trotz der zuletzt stockenden Bohraktivität bleibt die Schieferölproduktion damit auf Expansionskurs. Dies erschwert den von der OPEC erwünschten Marktausgleich.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold bleibt unter Druck und fällt zeitweise auf 1.305 USD je Feinunze. Von seinem 13-Monatshoch vorletzte Woche hat Gold damit rund 50 USD nachgegeben. Die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD dürfte eine gewisse Anziehungskraft ausüben und schon in Kürze getestet werden. Ein Unterschreiten dieser Marke dürfte zu technisch-bedingten Anschlussverkäufen führen, die den Preisrückgang noch verstärken würden. Gold in Euro gerechnet ist gestern sowohl unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie als auch unter die psychologisch wichtige Marke von 1.100 EUR je Feinunze gefallen. Es notiert heute Morgen bei 1.090 EUR. Da sich der EUR-USD-Wechselkurs unter dem Strich gestern nicht bewegt hat, waren die Verluste für Gold in USD und in EUR gleich groß. Silber gab gestern um gut 2% nach und fiel damit doppelt so stark wie Gold. Es handelt noch knapp über 17 USD je Feinunze. Das Gold/Silber-Verhältnis ist auf über 76 gestiegen, der höchste Wert seit fünf Wochen. Während sich Platin im Einklang mit Gold verbilligte und die Preisdifferenz zwischen diesen beiden Edelmetallen mit knapp 350 USD je Feinunze weiter nahe dem Rekordhoch liegt, ist Palladium gestern gegen den Trend gestiegen. Die Preisdifferenz zu Platin ist daraufhin wieder auf weniger als 30 USD je Feinunze geschrumpft. Letzte Woche betrug die Preisdifferenz noch rund 60 USD. Die relative Stärke von Palladium ist für uns nach wie vor nicht nachvollziehbar.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Hebel: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Hebel: -6

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Gastautor

Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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