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Israels Generikahersteller Teva ist in der Welt auf Einkaufstour
Von Carsten Knop


30. Dezember 2004 Der Staat Israel ist nicht gerade für erfolgreiche Unternehmen bekannt. Der Versuch, überhaupt irgendein israelisches Unternehmen namentlich zu nennen, wird bei den meisten Menschen scheitern. In der pharmazeutischen Industrie gibt es aber einen israelischen Vertreter von internationalem Rang: die Teva Pharmaceutical Industries Ltd. mit Sitz in Jerusalem.


Das Unternehmen ist der größte Anbieter von Nachahmermedikamenten (Generika) in Nordamerika und erwartet im ganzen Konzern für das Jahr 2004 einen Umsatz von mehr als 4,7 Milliarden Dollar. Damit gehört Teva zu den 25 größten Pharmaherstellern der Welt. 90 Prozent des Umsatzes entfallen auf Nordamerika und Europa.

Teva wächst nicht nur, sondern verdient auch Geld

Das Wachstum des Unternehmens mit seinen rund 13.000 Beschäftigten ist stürmisch; Im Jahr 2003 war noch ein Umsatz von lediglich 3,3 Milliarden Dollar ausgewiesen worden - wobei ein erheblicher Teil des Zuwachses auf Akquisitionen entfällt. Denn Teva ist seit geraumer Zeit auf Einkaufstour in der Welt. So wurde 2004 zum Beispiel der kalifornische Generikahersteller Sicor übernommen oder jüngst ein Generika-Tochterunternehmen des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer in Italien.

Doch Teva wächst nicht nur. Das Unternehmen verdient auch viel Geld: 2003 lag der Nettogewinn bei 617,8 Millionen Dollar, allein im dritten Quartal des laufenden Jahres waren es 251,5 Millionen Dollar. Im Gleichklang mit dem zuletzt enttäuschenden Abschneiden des gesamten Pharmamarkts an der Börse hat sich zwar auch der Kurs der Teva-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten nur seitwärts bewegt. Doch hat sich der Kurs im Vergleich der zurückliegenden fünf Jahre mehr als vervierfacht.

„Nichts wird Generika stoppen”

Dem Unternehmen kommt entgegen, daß der Markt für Generika in den kommenden Jahren mit unvermindertem Tempo wachsen wird. Analysten etwa von Bain & Company gehen von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 13 Prozent aus, was exakt dem Wachstumswert der Jahre seit 1998 entspricht. Zwischen 1998 und 2003 hat sich das Marktvolumen von 18 auf 34 Milliarden Dollar verdoppelt. Bis zum Jahr 2007 wird es 61 Milliarden Dollar erreichen.

Gestützt wird das Generika-Geschäft grundsätzlich durch den Patentablauf vieler heute noch geschützter Medikamente, zudem werden die Patienten älter und brauchen deshalb mehr Medikamente. Der Kostendruck auf das Gesundheitswesen wird gerade deshalb nicht nachlassen, günstige Nachahmerpräparate werden gefragt bleiben. Der gesamte Umsatz mit Medikamenten, die bis 2015 ihren Patentschutz verlieren, wird auf 318 Milliarden Dollar beziffert. "Nichts auf der Welt wird Generika stoppen können", ist deshalb Israel Makov, der Vorstandsvorsitzende von Teva, überzeugt.

Nicht nur Generika, sondern auch Forschung

Teva verläßt sich allerdings nicht allein auf das Generika-Geschäft, sondern entwickelt Medikamente auch selbst. Ein erfolgreiches Medikament aus der eigenen Forschung ist das Präparat Copaxone zur Behandlung der multiplen Sklerose, das im dritten Quartal für einen Umsatz von 242 Millionen Dollar gut war, was einer Steigerung von 53 Prozent gegenüber der gleichen Zeitspanne des Vorjahres entspricht. "Unsere Position im Multiple-Sklerose-Markt ist so gut wie nie zuvor. Das hat nicht nur zu einem Rekordgewinn, sondern auch zu einem Mittelzufluß (Cash-flow) geführt, der so hoch ist wie nie zuvor", sagte Makov bei der Vorlage des jüngsten Quartalsberichts.

Das Unternehmen blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Gegründet wurde Teva 1901 als kleiner Pharmagroßhändler in Jerusalem, der Importe auf dem Rücken von Kamelen und Eseln an Kunden im ganzen Land verkaufte. Das Unternehmen hieß zunächst, nach den Namen der Gründer, Salomon, Levin and Elstein Ltd und erhielt erst später den Namen Teva. Mit der Einwanderung zahlreicher Flüchtlinge in den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand aus solchen Anfängen die pharmazeutische Industrie Israels. Unternehmen wie Zori, Assia und Teva entwickelten sich zu für die Region wichtigen Pharmaherstellern. Im Jahr 1964 fusionierten die Gesellschaften Assia und Zori, beide kauften später einen beherrschenden Anteil an Teva. Im Jahr 1976 schlossen sich die drei Unternehmen unter dem Namen Teva zu einer einzigen Gesellschaft zusammen. Der Vorstandsvorsitzende von Assia, Eli Hurvitz, wurde Vorstandschef des neuen Unternehmens und blieb es bis 2002. Hurvitz ist heute der Teva-Aufsichtsratsvorsitzende.

Zukäufe und organisches Wachstum

In den achtziger Jahren erarbeitete sich Teva mit einer Serie von Zukäufen die Grundlage für seine heutige geographisch-breite Positionierung. 1982 wurde auch die erste Fabrik von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassen, was der Grundstein für die Erschließung des amerikanischen Marktes war. 1985 beteiligte sich Teva erstmals an einem amerikanischen Pharmahersteller. Partner war damals der W.-R.-Grace-Konzern, später wurde das amerikanische Geschäft vollständig übernommen und W. R. Grace ausgekauft. 1988 folgte der Kauf von Abic, des bis dahin zweitgrößten israelischen Pharmaunternehmens.

Die Dynamik von Teva sowohl beim organischen Wachstum als auch beim Willen zu Übernahmen hat seither nicht nachgelassen, wofür der Zukauf von Pfizer in Italien nur das jüngste Beispiel ist. Wichtiger aber noch: Mit dem Kauf von Sicor ist Teva nicht nur in der Lage, Generika in Tablettenform zur oralen Einnahme anzubieten, sondern auch flüssige Medikamente zur Injektion, was das Geschäft erheblich abgerundet hat. Die Teva-Aktie wird inzwischen an den Börsen in Tel Aviv, Frankfurt und London sowie an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gehandelt.


Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2004, Nr. 305 / Seite 25
28.01.2005 - 21:21
Teva: Fosamax-Generika Anfang 2008



Teva Pharmaceuticals Industries Ltd. rechnet bereits im Februar 2008 mit einer Zulassung einer Generika-Version des Osteoporose-Medikaments Fosamax. Merck & Co. hatte heute eine Niederlage vor einem Berufungsgericht in den USA erlitten. Das Gericht erklärte das Patent für Fosamax für ungültig. Es werde nun bereits 2008 statt wie ursprünglich erwartet 2018 auslaufen.
27.01.2005 - 19:36
Teva Pharma: Zulassungserfolg



Teva Pharmaceuticals hat von der Food and Drug Administration die Zulassung für sein Präparat Levofloxacin erhalten. Es handelt sich dabei um eine Generika-Version des Antibiotikums Levaquin von Ortho McNeil. Wie das Unternehmen bekannt gab, werde man mit der Auslieferung aber erst beginnen, bis ein in den USA anhängiges Patentrechtsverfahren abgeschlossen sei.
14.01.2005 - 21:06
Teva erhält vollständige Zulassung für Fluconazole



Teva Pharmaceutical Industries Ltd. gibt bekannt, für die bisher nur in beschränktem Maße ausgegebene Zulassung für das injizierbare Medikament Fluconazole in den Dosen 2mg/ml in 200 mg und 400 mg Verkaufsmengen eine endgültige Vermarktungszulassung von der US-Gesundheitsbehörde FDA erhalten zu haben. Ein Verkaufstermin für das Medikament, dass gegen Pilzerkrankungen eingesetzt wird, sei noch nicht bekannt.
21.12.2004 - 13:15
Teva Pharma weitet Rückkaufprogramm aus



Der Vorstand des Generika-Herstellers Teva Pharmaceutical Industries Ltd. hat einen Beschluss zur Verdoppelung des geplanten Rückkaufs von Wertpapieren gefasst. Demnach wurde das Volumen auf $600 Mio erhöht. Die Rückkäufe würden Aktien und Wandelschuldverscheibungen umfassen und im freien Markt von Zeit zu Zeit vorgenommen
04.11.2004 - 13:22
Teva Pharma übertrifft Prognosen



Der Generika-Hersteller Teva Pharmaceuticals hat im dritten Quartal 2004 einen Gewinn von $251,5 Mio bzw 38 Cents je Aktie erzielt. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von $156,6 Mio bzw 26 Cents je Aktie. Die Erlöse sind um 54% auf $1,247 Mrd gestiegen. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen lagen bei einem Gewinn von 35 Cents und Erlösen von $1,189 Mrd. Wie Teva am Donnerstag weiter mitteilte, wird der Ausblick für 2004 auf eine Ertragsspanne von $1,43-$1,44 je Aktie und einem Erlös von über $4,7 Mrd angehoben.
WHITEHOUSE STATION (dpa-AFX) - Ein US-Berufungsgericht hat das Patent des US-Pharmakonzerns Merck & Co auf das Osteoporose-Medikament Fosamax für ungültig erklärt. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, kann es das Präparat nun nur noch bis Anfang 2008 exklusiv vermarkten. Danach können Hersteller von so genannten Nachahmerpräparaten (Generika) einsteigen. Die Aktie des Pharmakonzerns brach am Freitag um 10,13 Prozent auf 28,02 US-Dollar ein und war damit der schwächste unter den 30 Standardwerten im DJIA .

Im vergangenen Jahr hatte Merck & Co mit Fosamax 3,2 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Nach dem Rückruf des Rheumamittels Vioxx war das Medikament gegen Knochenschwund einer der wichtigsten Umsatzträger des Konzerns. Nur der Cholesterinsenker Zocor brachte noch mehr Geld in die Unternehmenskasse. Das Patent auf Fosamax sollte ursprünglich erst im Juli 2018 auslaufen.

Das Gericht hob die Entscheidung eines nachrangigen Gerichts gegen den israelischen Generika-Hersteller Teva Pharmaceuticals auf, in dem das Patent für gültig befunden wurde. Merck & Co hatte gegen Teva wegen Verletzung des Patents geklagt, nachdem das Unternehmen eine generische Version von Fosamax bei der Gesundheitsbehörde FDA zur Zulassung angemeldet hatte./hi
Generikahersteller wollen Preise bis Jahresende nicht erhöhen

BERLIN (dpa-AFX) - Hersteller von Generika-Medikamenten wollen ihre Preise bis Ende dieses Jahres in Deutschland nicht erhöhen. Damit verlängern sie freiwillig das Ende 2004 abgelaufene gesetzliche Preismoratorium für verschreibungspflichtige Generika, teilte der Verband Pro Generika am Montag mit. Noch stehe die Zusage einiger Mitglieder aus, sagte ein Verbandssprecher. Ziel sei allerdings eine Selbstverpflichtung aller Pro-Generika-Unternehmen.

Diese freiwillige Selbstverpflichtung gilt auch für diejenigen Präparate, die in der Festbetragsgruppe der Stufe 2, den so genannten Jumbogruppen, eingeordnet sind. Hier werden patentfreie und patentgeschützte Arzneimittel zusammengefasst.

Zum Verband Pro Generika gehören abZ Pharma, Accedo Arzneimittel, ALIUD Pharma, CT-Arzneimittel, HEXAL, Lichtenstein Pharmazeutica, ratiopharm, Ribosepharm, Sandoz , STADA und Teva generics . Nach Berechnungen von IMS Health repräsentieren die Pro Generika-Mitglieder mit drei Milliarden Euro 59 Prozent des gesamten Generika-Umsatzes./fn/zb/kro
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