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Gefahren und Risiken werden ignoriert Rekorde über Rekorde in den USA, aber wo führt das hin?

22.09.2018, 21:29  |  2565   |   |   

Die Wall Street feiert im Moment einen neuen Rekord nach dem anderen. Der Dow Jones Industrial Index (DJI) stieg vergangene Woche auf ein neues Allzeit-Hoch. Zudem gab es Rekord-Übernahmen, wovon vor allem die großen US-Investmentbanken profitieren. Andere Weltbörsen hinken hingegen hinterher. Europa kommt mit dem Brexit nicht voran und Italien bleibt ein Dauer-Verschuldungsproblem. Zudem belastet die Türkei-Währungskrise. Gold verliert erneut an Wert. Osteuropa-Börsen bleiben selektiv Outperformer. Sogar die Moskauer Börse konnte den DAX trotz der neuen US-Sanktionen klar outperformen.

Wall Street auf neuem All-Zeit-Hoch

 

Der Dow Jones Industrial-Index (DJI) mit 30 Aktien im Index stieg am 21. September auf das neue Allzeit-Hoch von 26.750 Indexpunkten.  Auch der marktbreitere S&P-Index mit 500 Aktien im Index erreichte mit fast 2940 Indexpunkten ein neues Allzeit-Hoch, konsolidierte dann aber wieder auf 2925 Indexpunkte und schloss damit am Freitag  leicht im Minus. Der Technologie-Index NASDAQ Composite Index erreichte ein neues Allzeit-Hoch mit 8100 Indexpunkten schon am 31. August, gab jetzt aber leicht auf 7986 Indexpunkte nach. Damit ist der DJI jetzt seit Jahresbeginn mit 7,96 Prozent im Plus, der S&P-Index mit 9,62 Prozent und der NASDAQ-Index mit 17,64 Prozent.  Die Haussetrends an der Wall Street sind alle noch voll intakt. Die große Frage ist nur, wie lange dieser Boom noch anhält.

 

Japan gut erholt

 

Gut erholen konnte sich in den letzten Wochen auch der japanische Nikkei-Index, der erst lange Zeit im Minus war, aber seit Mitte August kräftig anstieg und nun mit etwa 5 Prozent seit Jahresbeginn im Plus ist. Damit ist er nun der am besten performende asiatische Aktien- Index. Dagegen ist der Aktienmarkt in China immer noch mit 15 Prozent im Minus, weil der US-Handelskrieg weiterhin enorm belastet und auch noch nicht beendet ist.

 

Trump darf triumphieren

 

Insofern kann sich der US-Präsident Donald Trump rühmen, dass seine „America-first-Strategie“ bis jetzt zumindest an den globalen Aktienmärkten aufging. Seit seiner Wahl steig der S&P-Index schon um 35 Prozent  Die Gründe liegen aber weniger in Trump begründet, sondern an der US-Steuerreform, die künstlich einmalige Gewinne  in 2018 auslöste, aber auch in den Rekord-Aktien-Rückkäufen im Volumen von über 1 Billion US-Dollar, die die Gewinne pro Aktie künstlich steigen lässt, auch wenn die Gewinne absolut stagnieren. Zudem gab es Rekord-Übernahmen, die immer wieder für Fantasie sorgten und wovon auch die großen Investmentbanken in den USA profitierten.

 

DAX und EuroStoxx bleiben Underperformer

 

Aber die europäischen Aktienmärkte hinken nach wie vor  hinterher. Der DAX konnte sich zwar im Sepetmber etwas erholen, ist aber bei 12.430 Indexpunkten immer noch mit 4,12 Prozent im Minus. Dem EuroStoxx  erging es nicht viel besser. Auch er erholte sich zwar vergangene Wochen ein wenig, ist aber bei 3420 Indexpunkten immer noch mit knapp 2 Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Dies hat auch gute Gründe: der Brexit ist auch nach den Gesprächen in Salzburg immer noch unklar, Italien steht weiterhin vor großen Verschuldungsproblemen und in der Türkei drohen wegen der Währungskrise und zu hohen Zinsen demnächst Insolvenzen.  Der Welt-Aktien-Index ex USA ist sogar mit 15 Prozent im Minus, da viele Emerging Markets unter den starken US-Dollar und den fallenden Rohstoffpreisen litten.

 

Gold und Silber enttäuschen weiter

 

Auch Gold und Silber litten die letzten Wochen unter den steigenden US-Zinsen und dem starken US-Dollar. So fiel der Goldpreis schon wieder unter 1200 US-Dollar/Unze und der Silberpreis auf fast 14 US-Dollar, was nahe dem Tief von 2016 ist. Damit ist Gold seit Jahresbeginn in US-Dollar mit 8 Prozent im Minus (in Euro „nur“ mit 6 Prozent)  und Silber sogar mit 15 Prozent. Auch fast alle Gold- und Silberaktien sind jetzt im tief Keller, was alle Gold- und Silberanleger enttäuscht.  Dagegen waren Kryptowährungen selektiv wieder gefragt: so stieg der Ripple am Freitag um 67 Prozent an einem Tag. Zuvor tendierten Kryptowährungen aber auch schwächer.

 

Börsen in Osteuropa als klare Outperformer

 

Die Börsen in Osteuropa konnten selektiv weiter outperformen So sind die Börsen aus Slowenien, Rumänien, Litauen, Slowakei und Tschechien seit Jahresbeginn alle im Plus und können die meisten Weltbörsen-Indices, so auch den DAX und EuroStoxx,  klar outperformen. Es lohnte sich also auch in diesem jahr vor allem in Osteuropa sein Geld anzulegen, was sich die meisten deutschen Anleger aber nicht trauen, da sie sich nicht wagen, über den Tellerand zu schauen. Das ist aber ein großer Fehler. So sind die Wachstumsraten in Osteuropa wesentlich höher als in Westeuropa, aber die Staatsverschuldung wesentlich geringer als in Westeuropa. 

 

Moskauer Börse trotz US-Sanktionen kräftig erholt

 

Die Moskauer Börse leidet zwar weiter vor allem unter den neuen US-Sanktionen vom 22. August und dem schwachen Rubel. Dennoch zählt nun auch die Moskauer Börse nun wieder zu den Top-Performern der Welt. Der RDX-Index - ein Kunstprodukt der Wiener Börse für russische Aktien mit den 10 größten Standardwerten - stieg auf  1328 Indexunkte und ist damit in Euro mit 3,28 Prozent im Plus. Der RTX-Index, - ein  weiteres Kunstprodukt der Wiener Börse-  stieg auf 2080 Indexpunkte  und ist  nun mit 6,58 Prozent im Plus, nachdem der Index zuvor immer im Minus war (bis Ende August). Am besten schnitten die die russischen Öl-/Gasaktien ab. Der RDX Oil-Index, ein Branchen-Index nur mit russischen Öl- und Gas-Aktien, stieg  schon um 27 Prozent in Euro in diesem Jahr. Aktien wie Tatneft und Novatek erreichten sogar neue 5 Jahres-Höchststände. Aber auch Aktien wie LUKoil, Rosneft  und Gazpromneft überzeugen mit einem starke Kursanstieg während Gazprom etwas hinterherhinkt.

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