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Mega-Edelmetall-Rallye Kursrakete! Palladium: Teurer als Gold – 50 Prozent Plus innerhalb eines Jahres

05.12.2019, 14:01  |  16780   |   |   

Innerhalb eines Jahres ist der Palladium-Preis um mehr als 50 Prozent gestiegen. Eine Feinunze kostet derzeit rund 1.867 US-Dollar. Damit ist das silberfarbene Edelmetall, das ein wichtiger Bestandteil von Benzinmotoren-Katalysatoren ist, derzeit deutlich höher bewertet als Gold, das pro Feinunze momentan "nur" 1.476 US-Dollar kostet (Stand: 05.12.19, 11:02 Uhr, UBS). Was ist der Grund für die extreme Rallye?

Ralph Malisch, Redakteur bei Smart Investor, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Die aktuelle Palladium-Stärke dürfte zu einem Gutteil fundamental getrieben sein: Als Folge der Dieselkrise wurden verstärkt Fahrzeuge mit Benzinmotor geordert, wodurch sich die Nachfrage bei Katalysatoren von Platin zu Palladium verschoben hat. Zudem ist Palladium für Zukunftstechnologien wie die Brennstoffzelle relevant. Vor dem Hintergrund der boomenden Nachfrage muss schließlich berücksichtigt werden, dass das Palladium-Angebot im Wesentlichen aus zwei Ländern kommt: Russland und Südafrika – beides Länder, die nicht frei von politischen Risiken sind. Allerdings ist der Palladium-Markt aufgrund seiner Marktenge für Übertreibungen berüchtigt. Erinnert sei nur an die Jahre 1996 bis 2003 als die Notierungen sich zunächst fast verzehnfachten, um in der Folge um mehr als 85% einzubrechen.“

Palladium

Der Preisanstieg bei Palladium sei nicht primär das Resultat von Spekulanten, sondern sei „der höheren Nachfrage aus der Automobilindustrie geschuldet“ schreiben Journalisten der Tagesschau in einem Artikel zum Palladiumpreis Ende November 2019. In Zukunft könnte Palladium neben der Automobilindustrie verstärkt auch bei Meerwasserentsalzungsanlagen, Brennstoffzellen, der Grundwasserreinigung und der Behandlung von Krebs zum Einsatz kommen.

Anders sehen dies Edelmetallexperten der Commerzbank. Sie glauben nicht, dass fundamentale Faktoren allein die extreme Palladium-Rallye erklären können. „Es gibt unseres Erachtens derzeit keine zwingenden Gründe, den Preis immer weiter nach oben zu treiben“, erklärten sie Mitte Oktober gegenüber dem Handelsblatt. So sei es in China, dem weltweit wichtigsten Automarkt, zu einem Einbruch beim Autoabsatz gekommen. Es sei „bereits der 15. monatliche Rückgang der chinesischen Autoverkäufe in Folge gewesen“, so die Experten.

Interessant auch: In der Vergangenheit setzten viele Autobauer bei der Abgasreinigung von Ottomotoren Platin ein. Da die Platin-Preise immer weiter stiegen, stellten viele Hersteller von Jahren auf Palladium um, da das Edelmetall damals deutlich günstiger war, berichtet das Handelsblatt. So kostete eine Unze Palladium Anfang 2016 lediglich 563 US-Dollar.

Autor: Ferdinand Hammer


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