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KORREKTUR/GESAMT-ROUNDUP Zweifel an Astrazeneca stören Impfkampagne

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
15.04.2021, 15:27  |  447   |   |   

(In der Meldung vom 14.4. wurde im 4. Absatz die Zahl der über 60-jährigen korrigiert)

BERLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Ärger um die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson stört die Impfkampagne in Deutschland. So sollen alle unter 60-Jährigen, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, in der Regel die Impfstoffe von Biontech /Pfizer oder Moderna für die Zweitimpfung erhalten. Aber auch eine Zweitimpfung mit Astrazeneca soll auf Wunsch weiter möglich sein. Deutschlands oberster Kassenarzt, Andreas Gassen, bezeichnete Astrazeneca bereits als den "umstrittenen" Impfstoff und wehrte sich dagegen, dass auch Hausärzte ihn in großen Mengen verimpfen sollen. In Brüssel teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit, dass die EU bis Ende Juni 50 Millionen zusätzliche Biontech/Pfizer-Dosen bekommt. Auf Deutschland entfielen im zweiten Quartal dann statt 40,2 Millionen insgesamt knapp 50 Millionen Dosen dieses Impfstoffs.

Hintergrund der Aufregung um die Impfstoffe ist, dass Astrazeneca in Deutschland nur noch für die über 60-Jährigen empfohlen wird. Der Einsatz für Jüngere bleibt nach ärztlichem Ermessen bei Menschen ohne höheres Blutgerinnsel-Risiko freiwillig möglich. Der Grund für die Einschränkung ist, dass es zuletzt 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Astrazeneca-Impfung gab. 3,8 Millionen Mal wurde Astrazeneca inzwischen in Deutschland verimpft. Von den 42 Fällen sind 35 Frauen zwischen 20 und 63 Jahren betroffen gewesen. 8 Betroffene starben. In Dänemark wird die Impfkampagne nun ganz ohne das Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens fortgesetzt.

BESCHLUSS ZU ASTRAZENECA:

Die Gesundheitsminister der Länder beschlossen im Einklang mit der Ständigen Impfkommission, dass es für Menschen unter 60 mit einer Astrazeneca-Erstimpfung nun zwei Optionen gibt: Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer oder Moderna oder Zweitimpfung mit Astrazeneca. Voraussetzung für die zweite Option ist die gemeinsame Entscheidung mit dem Arzt nach ärztlichem Ermessen, Risikoanalyse und Aufklärung. "Dies soll grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen." Gleiches gilt für Personen unter 60 aus den Vorranggruppen eins und zwei der Impfpriorisierung. Ansonsten soll Astrazeneca für Menschen über 60 zum Einsatz kommen. Beschlossen wurde, dass die Länder auch die 60- bis 69-Jährigen für diesen Impfstoff mit in ihre Impfkampagne einbeziehen können. So könne "diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe angesichts der wachsenden dritten Welle nun schneller" geimpft werden.


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