Egbert Prior
Bei Stromern holt sich Sixt einen Schlag
Dabei ist der größte Autovermieter hierzulande schon wieder in die schwarze Zahlen zurückgekehrt.
- Einstiegsgelegenheit: Sixt-Aktien auf 55 Euro abgerutscht
- Hauptversammlung: Erich Sixt nicht entlastet, Dividende von 3,92 Euro
- Umsatzwachstum: 12,3% im ersten Quartal, Ebitda auf Allzeithoch
Trotzdem verweigerte die virtuelle Hauptversammlung Firmenpatriarch Erich Sixt die Entlastung. Absurd. Sie bescheinigt dem 79jährigen zwar höchste Kompetenzen, fordert für das Aufsichtsgremium aber mehr Diversität. Die Aktionäre sind wohl eher an der Dividende interessiert.
Auf die Vorzüge wird eine Dividende von 3,92 Euro gezahlt. Macht eine üppige Ausschüttungsrendite von 7,2%. Im ersten Quartal machte das Unternehmen einen Verlust, weil die Tesla-Flotte nicht den erhofften Profit einfuhr. Davon abgesehen hat Sixt wieder eine saubere Bilanz eingefahren.
Insbesondere der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten um 12,3%. Dies stellt das zwölfte Quartal in Folge mit zweistelligen Zuwachsraten dar. Am stärksten ist das Wachstum in Nordamerika mit 21,6%, gefolgt von Deutschland (11,5%) und von den europäischen Auslandsmärkten (plus 5,0%). Das Ebitda betrug im ersten Quartal 217,8 Millionen. Ein Allzeithoch!
In Deutschland betrug der mittlere Wertverlust bei batterieelektrischen Fahrzeugen in den ersten drei Monaten des Jahres 8%. Sixt steuert gegen. Der Autovermieter möchte zusätzlichen profitablen Umsatz generieren und die Effizienz weiter steigern.
Ganz oben auf der Agenda, die Verkleinerung der Flotte elektrischer Autos sowie Neufahrzeuge zu optimierten Konditionen. Die Pullacher wollen bereits im zweiten Quartal wieder die Gewinnzone erreichen und ein Vorsteuerergebnis in einer Spanne von 60 bis 90 Millionen erzielen. Damit hätte Sixt die Größenordnung des Vor-Corona-Gewinns schon erreicht. Sixt expandiert kräftig. Unter anderem am Airport von Salt Lake City, in Mailand und in Hamburg. Geplant ist in diesem Jahr knapp
100 neue Stationen zu eröffnen, etwa zur Hälfte in Europa und in den USA. Sportwagenfans sind begeistert, seit kurzem gibt es eine Partnerschaft mit Porsche, an ausgewählten Standorten sind die Sportwagen verfügbar. Der Autovermieter ist auf dem richtigen Weg. Der Ausflug in der Verlustzone war nur kurz. Für 2024 plant der Vorstand einen Vorsteuergewinn in einer Range zwischen 350 und 450 Millionen (zuvor 400 bis 520 Millionen).