China ist aktuell nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems
Die Ölpreise befinden sich wieder einmal auf Talfahrt. Erst vor einer Woche hatte ich berichtet, dass die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) vom Tief des 1. Oktober um fast 18 % zugelegt hat.
- Ölpreise fallen erneut, WTI um 11 % gesunken.
- OPEC senkt Nachfrageprognose, China belastet Märkte.
- Chinas Wirtschaft schwächelt, Aktienmärkte unter Druck.
China ist aktuell nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems
von Sven Weisenhaus
Die Ölpreise befinden sich wieder einmal auf Talfahrt. Erst vor einer Woche hatte ich berichtet, dass die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) vom Tief des 1. Oktober um fast 18 % zugelegt hat (siehe „So hängen Ölpreis, US-Rendite und USD/JPY zusammen“). Seitdem ging es bereits wieder um mehr als 11 % abwärts
Ein Grund für den neuerlichen Ölpreis-Rückgang ist Israels Ankündigung, bei einem Vergeltungsschlag für die jüngsten iranischen Raketenangriffe keine Atom- oder Ölförderanlagen, sondern lediglich militärische Ziele angreifen zu wollen.
OPEC: China belastet die Ölnachfrage
Ein weiterer Grund ist die Aussicht auf eine geringere Nachfrage nach Rohöl. Denn die OPEC hat ihre Prognose zum dritten Mal gesenkt. Für 2024 rechnet die Organisation rohölfördernder Länder nur noch mit einem Absatzplus von 1,93 statt 2,03 Millionen Barrel pro Tag. Im kommenden Jahr werde der Anstieg bei 1,64 statt 1,74 Millionen Barrel pro Tag liegen.
Interessant ist dabei, dass die OPEC wegen der schwächelnden Konjunktur des Top-Abnehmers China mit einer geringeren Öl-Nachfrage rechnet. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die vorgestrige Börse-Intern, in der ich auf die fehlende Konkretisierung zu den bislang vagen Ankündigungen von massiven Konjunkturhilfen in China hingewiesen habe. Denn ohne eine konkrete Umsetzung der Maßnahmen fällt China als Treiber der Rally an den Aktienmärkten weiterhin aus, da die Wirtschaft des Landes schwächelt und sich dies aufgrund des Außenhandels auch auf andere Volkswirtschaften negativ auswirkt. Dazu liegen auch aktuelle Zahlen vor:
Chinas Außenhandel schwächelt
Erst am Montag wurde gemeldet, dass Chinas Exporte zuletzt hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Der Wert der Ausfuhren stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 2,4 %. Dies ist der niedrigste Wert binnen fünf Monaten. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten ein Plus von 6,0 % erwartet, nach einem Zuwachs von 8,7 % im August.
Nun ist der Export natürlich abhängig von der Nachfrage des Auslands. Insofern sind diese Zahlen eher ein Hinweis auf eine Schwäche der Wirtschaft im Rest der Welt. Aber auch das ist natürlich ein Argument gegen steigende Aktienkurse.