Griechenland ist wertvoll für die Stabilität in Europa.

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Gastautor: XTB
04.09.2012, 11:47  |  1087   |   

In die Euro-Krise ist jüngst neue Dynamik gekommen. Kleinere Entwicklungen an mehreren „Fronten“ geben Hoffnung, dass es in der Euro-Zone wieder bergauf gehen wird.

Griechenland:
Die Debatte um Griechenland und seinen möglichen Euro-Austritt wurde immer auf einer finanziellen Ebene geführt. Das Vertrauen in das Land wurde zuerst in Zins-Spreads zu deutschen Staatsanleihen gemessen und ,nachdem das Land seinen Zugang zum Kapitalmarkt verloren hatte, in Kennziffern wie Haushaltsdefizit, Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit, in Hinblick auf die Fähigkeit die Kredite aus dem Ausland bedienen zu können. In vielen Ländern, so auch in Deutschland, wurden die Hilfen an das hochverschuldete Land zunehmend als lästig empfunden, weil man das Gefühl bekam, dass man für die Probleme einer anderen Nation zahlt und im Gegenzug nichts als den ideellen Wert eines geeinten Europas bekommt. Natürlich kommt dann Unmut unter der Bevölkerung auf, wenn sie für ein Problem Steuern zahlen soll, das erst einmal nicht ihr eigenes ist. Drei Viertel der deutschen Bevölkerung sprechen sich gegen einen Verbleib der Griechen in der Währungsunion aus.

Jetzt kam aber ein neuer Aspekt in die Diskussion, der die Stimmung verändern könnte. Man achtet nicht mehr nur auf die finanziellen Aspekte, sondern auch auf die sicherheitspolitische Bedeutung Griechenlands, die in seiner geographischen Lage begründet liegt. Ein von einem Euro-Austritt destabilisiertes Griechenland wäre nicht mehr in der Lage, seiner sicherheitspolitischen Verantwortung nachzukommen. Vor seinen Toren spielen sich der Syrien-Konflikt mit tausenden Flüchtlingen, die Iran-Krise und der wiederaufkeimende Streit zwischen Türken und Kurden ab. Auch für die Stabilität des Balkans ist ein starkes Griechenland nötig. Ist das Land nach einem möglichen „Grexit“ zu sehr mit sich selbst beschäftigt, könnte es Europas Südostflanke nicht mehr gegen Terroristen, Flüchtlinge und Konflikte abschirmen.

Dadurch werden die Probleme Griechenlands zu europäischen Problemen und der Blickwinkel auf den Ausschluss der Griechen ein anderer, wodurch die Hürde eines „Grexits“ nochmals höher wird.


Spanien:
Je konkreter die Pläne für die Anleihekäufe der EZB sowie die Ausgestaltung der europäischen Hilfsmechanismen werden, desto mehr zeigt sich Spanien bereit, Hilfen in Anspruch zu nehmen. Man wartet aber noch weitere Details ab und möchte im Vorfeld erfahren, welche Auflagen man im Fall der Fälle zu erwarten hat. Die EZB-Ratssitzung am Donnerstag und die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts am 12. September sollten hier Aufschluss geben können. Man betont, dass der Weg aus der Krise nur über den Abbau der Schulden gehen kann. Ebenfalls muss die EZB kurzfristig das verloren gegangene Vertrauen in den Euro wiederherstellen, da Spanien sonst nicht genug Zeit bekommen würde, um seinen Reformprozess zu durchlaufen.

Es sieht danach aus, als ob Spanien unter die Rettungsschirme schlüpfen möchte, sobald die Hilfsprogramme von EZB und EU stehen. Der Euro dürfte davon profitieren, weil in diesem Fall die Anleihekäufe der EZB endlich Realität würden.


Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

Verfasser: Nikolas Mauder

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