Alibaba-Aktie Alibaba läutet Mega-Börsengang ein - Erstnotiz bei 92,70 USD - Warnzeichen bleiben

19.09.2014, 15:35  |  8474   |   |   

Simsalabim - Sesam öffne dich! Es ist soweit der chinesische Onlinehändler Alibaba hat mit der Börsenglocke an der Wall Street den bislang größten Börsengang aller Zeiten eingeläutet. Das Interesse an den Alibaba-Aktien, die zum Einstandspreis von 68 US-Dollar angeboten werden, ist groß. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob das große Geld lockt oder Investoren sich von dem Hype haben blenden lassen. In der Tat gibt es viele Fragezeichen, die den Alibaba-Börsengang begleiten.

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Updates in Reihenfolge des Eintreffens: 

16.00 Uhr: Kurz nach Börsenstart überschlagen sich die Order. Es ist viel Liquidität im Markt. Direkt von der Wall Street gibt es die erste Indikation in Höhe von 80 bis 83 US-Dollar pro Alibaba-Aktie. Alibaba-CEO Jack Ma sagte gegenüber CNBC kurz nach Börsenstart: „Wir hoffen, dass sich die Welt in 15 Jahren verändert haben wird und zwar wegen uns.“ Und weiter: „I want to make shareholders happy. I want to make sure, they make money.“ Na dann! 

16.25 Uhr: Die Indikation liegt nun zwischen 82 und 85 US-Dollar pro Alibaba-Aktie an der Wall Street.

16.30 Uhr: Es geht Schlag auf Schlag. Jetzt werden Preise von 84 bis 87 US-Dollar aufgerufen. Wir kommen näher, heißt es am NYSE-Floor.

16.43 Uhr: Es wird enger und liegt nun zwischen 86 und 88 US-Dollar.

16:52 Uhr: Nun liegt die Indikation des Eröffnungspreises zwischen 87 und 89 US-Dollar. In ca. 30 Minuten solle es laut NYSE-Händlern soweit sein.

17:00 Uhr: In kleinen Schritten geht es weiter, nun bei 88 bis 90 US-Dollar. Anscheinend stehen noch 10 Millionen Käufer in der Schlange.

17:04 Uhr: Weiter geht es: 89 bis 91 US-Dollar

17:13 Uhr: Es wird enger und liegt nun zwischen 90 und 91 US-Dollar. 

17:21 Uhr: Nun werden zwischen 91 und 92 US-Dollar aufgerufen.

17:27 Uhr: Knapp zwei Sunden nach Börsenöffnung liegt die Indikation zwischen 92 und 93 US-Dollar. 

17.50 Uhr: 92.60 US-Dollar werden aufgerufen... Zusätzliche Order kommen wohl rein, so CNBC.

17:53 Uhr: The Book is frozen! Die Erstnotiz liegt bei 92,70 US-Dollar. Ein Plus von 36 Prozent zum IPO-Preis.

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Börsengang der Superlative

Mit dem heutigen Börsengang peilt Alibaba einen Emissionserlös von mindestens 21,8 Milliarden US-Dollar an. Sollten die an der Platzierung beteiligten Investmentbanken ihre Zeichnungsrechte ausüben, könnte das Volumen sogar 25 Milliarden Dollar (19,3 Mrd. Euro) erreichen, schreibt die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Da zunächst nur ein Teil des Unternehmens an der Börse gelistet wird, ist Alibaba auf dieser Grundlage insgesamt bis zu 168 Milliarden Dollar wert.

Doch Vorsicht! Die Alibaba-Aktie ist nichts für schwache Nerven. So handelt es sich bei den angebotenen Wertpapieren nicht um echte Anteile von Alibaba, sondern um Anteile einer Alibaba-„Dienstelle“ auf den Cayman Islands. Im Paket enthalten: das Risiko eines mangelnden Anlegerschutzes und fehlender Mitspracherechte. Alibaba-Gründer Jack Ma wird weiterhin mit einer kleinen Gruppe an Investoren die Geschicke des Unternehmens lenken. Die Interessen der Aktionäre werden dabei wohl nur eine geringe Rolle spielen. Grundlegend geht es Alibaba beim Börsengang vorrangig darum, Geld einzusammeln, ohne die Geschäftspraktiken zu ändern oder gar Macht abzugeben. (siehe: Wird der Mega-Börsengang für Anleger zum Mega-Fiasko?)

 

Alibaba - Internetgigant in China, unbekannte Größe außerhalb

Alibaba ist ein Internetgigant der Superlative: Man nehme Amazon und Ebay, verpacke beide zusammen in einen chinesischen Mantel und heraus kommt Alibaba. Eine Unternehmensgruppe, die mit ihrer Internetplattform Alibaba.com und dem Online-Auktionshaus Tabao mehr Produkte verkauft, als die beiden US-amerikanischen Schwergewichte zusammen. Alibaba ist die unangefochtene Nummer eins in China und besticht mit Marktanteilen, von denen US-Firmen nur träumen können. So kontrollierte Alibaba über 80 Prozent des Umsatzes im chinesischen Internethandel. Doch außerhalb Chinas ist der Bekanntheitsgrad des Onlinehändlers noch begrenzt. Zudem trifft Alibaba mit Amazon auf einen bereits etablierten und großen Konkurrenten.

Zum nächsten Punkt: Da ist auch noch der Bezahldienst AliPay, das chinesische Paypal. Dieser könnte für Alibaba möglicherweise der entscheidende Schlüssel zum Erfolg sein, wie wallstreet:online berichtete. Denn: Alibaba sieht nach eigenen Angaben seine größten Wachstumschancen in der Monetarisierung des mobilen Geschäftsverkehrs. 

Nur, so einfach ist das nicht. Die Gefahren lauern auch hier in Form von mangelnder Transparenz und der Person Jack Ma. Dieser gliederte im Alleingang im Jahr 2011 den Bezahldienst AliPay aus und wandelte diesen in eine eigenständige Firma unter seiner Führung um. Großaktionäre wie Yahoo erfuhren davon erst Monate später. Ein weiterer Grund, hellhörig zu werden. (siehe: AliPay entscheidet über das Schicksal Alibabas - Anleger Vorsicht!)

Noch etwas zum Aufhorchen: Baidu, das chinesische Google, und Tencent, das chinesische WhatsApp, sind Alibaba dicht auf den Fersen. Beide Mega-Player aus China haben sich jetzt zusammengetan und wollen mit einem gemeinsamen mobilen Shopping-Projekt den Erzrivalen Alibaba genau auf dessen Spezialgebiet angreifen.

 

8 von 10 Community-Mitgliedern sagen Nein zum Alibaba-Börsenstart

Alibaba - Goldgrube oder Finger weg? Das wollte wallstreet:online von seinen Lesern wissen und 3.304 User haben abgestimmt – mit klarem Ergebnis. Mit 45,8 Prozent hält fast die Hälfte der Befragten den Alibaba-Börsengang für überdimensioniert und die Wachstumsaussichten für begrenzt. Weitere 32,2 Prozent wollen lieber erst einmal abwarten, wie sich das Unternehmen an der Börse behauptet. Lediglich 22,0 Prozent der Teilnehmer wollen dabei sein, wenn Alibaba ihrer Meinung nach die Welt erobert.

Damit stehen 8 von 10 Teilnehmern der Umfrage (78 Prozent) dem Alibaba-Börsengang skeptisch gegenüber. Wir zeigen Ihnen was für und was gegen ein Investment in Alibaba spricht und warum die Finanzcommunity von wallstreet:online so skeptisch ist. (Lesen Sie: Goldgrube oder Finger weg? Fast 80 Prozent sagen Nein zum Börsenstart)

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