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Verbot von CFD mit Nachschusspflicht



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Die scheinen es ernst zu meinen:

Die deutsche Finanzaufsicht zieht erstmals eine ganze Gruppe riskanter Finanzprodukte aus dem Verkehr: Banken dürfen Privatkunden bestimmte CFDs nicht mehr anbieten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bafin-verbietet…

Da dürften es in Zukunft die 1000 Euro Konten schwer haben bei den CFD Buden, oder?
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.898.262 von indexhunter am 09.05.17 10:41:16Wie es scheint, plant die BaFin weitere "Verbote" - könnte auch das Verbot von Leerverkäufen für Privatanleger nach sich ziehen, da auch hier eine Nachschusspflicht nicht ausgeschlossen werden kann. Die spinnen total.
Es geht um die Nachschußpflicht. Die wird verboten... Absolut richtig so. Außerdem haben sowieso 90% aller Broker keine Nachschußpflicht gehabt. Wir können noch froh sein mit der Bafin. Die anderen ausländischen Behörden gehen viel härter ran und kappen den Hebel auf 1:50, oder verbieten tatsächlich wie Belgien.
Würde mich positiv überraschen, wenn das langfristig wirklich keine negativen Auswirkungen hätte, es klingt einfach zu schön:

http://www.brokerdeal.de/blog/nachschusspflicht-fuer-cfds-ab…
hoffentlich wird das nicht als Steilvorlage für eine Anhebung der Gebühren genutzt - weil Schuld hätte dann ja die "böse, böse" BaFin...

Es wird auf jeden Fall interessant, denn es gibt ja Broker, die bereits ohne Nachschusspflicht arbeiten wie Activ Trades oder neuerdings JFD- da ging das ohne Anhebung der Kosten. JFD hat gerade im Zuge der Anhörung vom 8.12.2016 vorgelegt und kostenneutral umgestellt.

Es muss auch differenziert betrachtet werden worüber man eigentlich diskutiert... denn wenn man sich die Argumentation des CFD Verbandes (S. 6) in der Stellungnahme für die Bafin zur Anhörung vom 8.12.2016 anschaut, dann wird das Ausmaß an eingeforderten Nachschusspflichten relativiert bzw. nahezu bagatellisiert- Zitat:

"Nachschusspflichten und Typologisierung von Privatkunden
Bei den in Deutschland gezahlten Nachschüssen, die im Jahr 2015 bei 71 Millionen Transaktionen
(vgl. CFD-Verbandsstatistik 2015) nur einen ganz kleinen Bruchteil von maximal 3.000 Fällen (Erhebung CFD-Verbandsmitglieder) ausgemacht haben, handelt es sich in der ganz überwiegenden
Zahl um niedrige Beträge, die unter einem Betrag von € 100 liegen. Von „erheblichen Bedenken
für den Anlegerschutz“ kann bei einer derart niedrigen Anzahl und derart niedrigen Beträgen nicht
die Rede sein."

Worüber regen die Broker sich also auf? Und warum muss nun alles teurer werden oder die Marginanforderungen steigen, wenn der Fall der Nachschusspfllicht doch eigentlich "so selten" vorkommt? Das passt irgendwie in der Argumentation nicht zusammen.
Mal aus der Praxis, da werden doch die Kontrakte täglich abgerechnet.
Verluste der einen Position werden mit Gewinnen der anderen ausgeglichen.
Ein Nachschuss entsteht dann, wenn ich nur ein einziges Instrument halte, das an einem Tag durch Verluste die gesamte Margin und das Kontoguthaben auffrisst.
Dass das nur jeden 20.000ten Kontrakt trifft, glaube ich gerne.

Und die "Versicherung" dagegen bezahlen dann wohl alle Kunden, die die Instrumente seriös nutzen.

Und dass eine Risikoverlagerung auf die Broker ein Systemrisiko bedeutet, scheint BAFIN nicht zu interessieren. Was passiert denn, wenn morgen nicht der Franken, sondern Euro oder USD eine Kursaussetzung erforderlich machen, oder ein großer Aktienindex mehr als 10% fällt über Nacht?
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.933.941 von honigbaer am 12.05.17 20:31:54
Zitat von honigbaer: Mal aus der Praxis, da werden doch die Kontrakte täglich abgerechnet.
Verluste der einen Position werden mit Gewinnen der anderen ausgeglichen.
Ein Nachschuss entsteht dann, wenn ich nur ein einziges Instrument halte, das an einem Tag durch Verluste die gesamte Margin und das Kontoguthaben auffrisst.
Dass das nur jeden 20.000ten Kontrakt trifft, glaube ich gerne.

Und die "Versicherung" dagegen bezahlen dann wohl alle Kunden, die die Instrumente seriös nutzen.

Und dass eine Risikoverlagerung auf die Broker ein Systemrisiko bedeutet, scheint BAFIN nicht zu interessieren. Was passiert denn, wenn morgen nicht der Franken, sondern Euro oder USD eine Kursaussetzung erforderlich machen, oder ein großer Aktienindex mehr als 10% fällt über Nacht?


Was denn für ein Systemrisiko? CFD Broker sind kein Systemrisiko, weil Sie gar nicht im System involviert sind. Du verstehst es immer noch nicht. Broker sichern sich nicht ab, das ist eine Geschichte vom Pferd. Es ist ein interner Handel zwischen Broker und Kunde. Da passiert gar nichts außerhalb dieser zwei Parteien. Und wenn tatsächlich sich ein Broker mal absichern sollte, dann tut er dieses bei einen anderen MarketMaker. Das Geschäft findet nicht mal im Ansatz an einer regulierten Börse statt und ist deswegen immer außerhalb des Systems und damit nicht relevant.

Hier bezahlt kein Kunde höhere Gebühren oder ähnliches. Die Broker sind froh, wenn Sie überhaupt noch Kunden gewinnen können. Der Markt konsolidiert sich schon seit Jahren. Nochmal, wir können froh sein, das die Bafin so entspannt mit der Geschichte umgeht. Wenn es nach den USA, Kanada und anderen Ländern gehen würde, gäbe es die Geschäfte gar nicht. Frankreich würde am liebsten sofort verbieten. Malta setzt alle Broker massiv unter Druck, das sie aufgeben. Zypern Broker dürfen ohne Genehmigung keine Kunden mehr außerhalb von Europa annehmen. England, Irland machen einen Micky Mouse Hebel von 1:25 für Frischlinge.

Also die Bafin ist ja wohl nun wirklich handzahm und erstaunlich großzügig.
Ich weiß, dass Du Dir das nicht vorstellen kannst, dass die Broker sich hedgen.
UNd wieso man dann so rigoros dagenen vorgehen muss, wenn das sowieso alles irrelevante Transaktionen sind ??!

Aber umso mehr müsste Dir klar sein, dass ein Systemrisiko wie bei allen Schattenbanken besteht.
Schließlich werden enorme Kreditvolumen über die CFDs bewegt, meinetwegen Deines Erachtens von den CFD Brokern "ausgereicht".

Tatsächlich hat BAFIN sich nur am Verbraucherschutz orientiert und übersieht, wie Du auch, die Systemrisiken aus den Verträgen.

Es ist halt wie vor 10 Jahren bei den Hypothekenkrediten. Wenn man 80% finanzieren kann, wieso nicht 90% oder 100%. Dass auch mal die Preise der Sicherheiten fallen können und dann nicht die Verbraucher, sondern die Banken ein Problem haben, das ist schon wieder zu weit über den Tellerrand geschaut.
Ich glaube das Du den CFD Handel mit Privatkunden und deren Volumen etwas gewaltig überschätzt. Der Umsatz mit CFD`s mit Privatkunden ist so klein, den sieht man gar nicht. Das ist ein Nischenhandel in der Nische. Die Schweizer Geschichte war ja der Super Gau - und was ist passiert? Null, gar nichts.

Und der Handel zwischen den Banken selbst wird nicht reglementiert im Sinne unseres Themas. Denn da greift kein "Verbraucherschutz" der Bafin. Da bleibt es auch bei Nachschußplicht etc. institutionelle geben sich auch keine großen Hebel, wie sie Privatkunden nutzen können. Das läuft etwas anders ab, als Du es mit Deinem Retail CFD Konto kennst. Da gibt es keine Systemrisiken aus irgendwelchen Verträgen.

Überleg doch mal selber. Bei welchen Broker kann ich denn ein Konto mit 10 Millionen eröffnen und kann mit einem 200 Hebel den Dax als CFD handeln? Völlig absurd. Du verstehst das Geschäft nicht und Du willst es auch nicht verstehen.
Die biz Statistik weist etwa 6.000 Milliarden Equity-linked OTC Derivate aus mit etwa 500 Milliarden Marktwert. Bei den Devisen ist es das 10fache, wovon wiederum 5% auf Franken entfallen. Und die Zinsderivate sind nochmal das 10fache der Devisenderivate.

Wieviel die einzelnen Banken an der Frankenfreigabe gewonnen oder verloren haben, erfährt man doch gar nicht. Ob dabei null gar nichts, oder enorm viel passiert ist. Es kann ausreichen, wenn ein "systemrelevantes" Institut ausfällt, und ob Spanien oder Italien dann in der Lage wären einzugreifen?

Und die Zinsswaps sind ein Vielfaches der Devisenkontrakte. Wieso soll die Frankenfreigabe der Super-Gau gewesen sein? Die Frage für das System ist doch, wieviel UNGEDECKTE Nachschusspflichten entstehen und wo.


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