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Gibt es eine Alternative zu Staatsanleihen?



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Hallo zusammen,

Ich schichte mein Wertpapierdepot gerade in ETFs um. Meine Anlagestrategie ist konservativ, d.h. ich habe 30% ETF World und 70% ETF Europäische Staatsanleihen.

Zur Zusammenstellung meiner Pakete nutze ich Tools von justetf.de. Mir ist jetzt aufgefallen, dass viele ETF-Staatsanleihen im Grunde gar keine Rendite mehr machen, manche machen sogar Verlust.

Deshalb frage ich mich gerade ob ich den sicheren 70%-Anteil aktuell nicht besser in Tagesgeld stecke. Ein Depotbeispiel hänge ich an.

Wie seht ihr das? Macht Tagesgeld/Cash Sinn oder gibt es eine andere Alternative zu Staatsanleihen?

Liebe Grüße, rhodes
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.932.708 von rhodes_muc am 12.05.17 18:19:49
Zitat von rhodes_muc: Zur Zusammenstellung meiner Pakete nutze ich Tools von justetf.de.


justetf.de ist super

Zitat von rhodes_muc: Mir ist jetzt aufgefallen, dass viele ETF-Staatsanleihen im Grunde gar keine Rendite mehr machen, manche machen sogar Verlust.


Das liegt an der Niedrigzinspolitik der EZB

Zitat von rhodes_muc: Deshalb frage ich mich gerade ob ich den sicheren 70%-Anteil aktuell nicht besser in Tagesgeld stecke. Ein Depotbeispiel hänge ich an.

Wie seht ihr das? Macht Tagesgeld/Cash Sinn oder gibt es eine andere Alternative zu Staatsanleihen?


Wenn du eine Bank findest die dir einen guten Zins anbietet wär das toll. In der Regel gibt es "hohe" Zinsen nur für Neukunden und das dann für maximal 6 Monate.

Alternativen wäre ausländische Staatsanleihen aber mit Währungsrisiko. Es bringt einem ja nichts wenn z.B. Ukrainische Staatsanleihen 40% Rendite vergeben aber die Währung verfällt.

Du könntest auch auf justetf.de nach ETF´s mit Unternehmensanleihen schauen. Aber auch hier werden dir Europäische Unternehmen auch nur niedrige Renditen geben.

Solltest du eine Bank finden, die verhältnismäßig hohe Zinsen gibt, lass es uns wissen.
Ob man jetzt null % mit seriösen Schuldnern oder 2% Rendite mit Portugal oder Italien bekommt, die Risiken gerade bei den europäischen Staatsanleihen sind doch sehr hoch. Da kann doch jederzeit eine Bankpleite nochmal eine Umschuldung erfordern, das Sparen lernt ja nichtmal Griechenland, trotz der verpassten Denkzettel.

70% ertraglos anzulegen, während man mit dem Rest volles Aktienindexrisiko fährt, ist natürlich außerdem zu hinterfragen. Auf ein Drittel des Kapitals wäre man bereit, auch zweimal 20% Jahresverlust hintereinander auszusitzen, während man bei den anderen 2/3 überhaupt kein Risiko möchte.

Alternativen zu Euro Staatsanleihen sind natürlich alle riskanter:
Es gibt ETFs für Firmenanleihen und Schwellenländer-Staatsanleihen.
Für Dollar gibt es 2% mehr, auf längere Sicht kann man sich vielleicht mit dem Währungsrisko anfreunden? Bei diesen Schuldnern sind die zehnjährigen oft auch höher verzinst, als die dreijährigen, oder es gibt 15jährige.

Näher an den Anleihen sind vielleicht Nachranganeihen auf Euro?
Volkswagen, RWE und Lanxess bieten dabei etwa 3% Rendite.
Aber ob man sowas mit einer Staatsanleihe vergleichen kann?

Wennman so hohe Sicherheitsansprüche hat und Kapitalerhlt das Wichtigste ist, wäre vielleicht ein zweijähriger DAX Call und 90% Kontoguthaben richtiger.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.932.978 von Chris_M am 12.05.17 18:50:20
Zitat von Chris_M:
Zitat von rhodes_muc: Zur Zusammenstellung meiner Pakete nutze ich Tools von justetf.de.


justetf.de ist super

...

Das liegt an der Niedrigzinspolitik der EZB

Zitat von rhodes_muc: Deshalb frage ich mich gerade ob ich den sicheren 70%-Anteil aktuell nicht besser in Tagesgeld stecke. Ein Depotbeispiel hänge ich an.

Wie seht ihr das? Macht Tagesgeld/Cash Sinn oder gibt es eine andere Alternative zu Staatsanleihen?


Wenn du eine Bank findest die dir einen guten Zins anbietet wär das toll. In der Regel gibt es "hohe" Zinsen nur für Neukunden und das dann für maximal 6 Monate.

Alternativen wäre ausländische Staatsanleihen aber mit Währungsrisiko. Es bringt einem ja nichts wenn z.B. Ukrainische Staatsanleihen 40% Rendite vergeben aber die Währung verfällt.

Du könntest auch auf justetf.de nach ETF´s mit Unternehmensanleihen schauen. Aber auch hier werden dir Europäische Unternehmen auch nur niedrige Renditen geben.

Solltest du eine Bank finden, die verhältnismäßig hohe Zinsen gibt, lass es uns wissen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.932.708 von rhodes_muc am 12.05.17 18:19:49-Gold
-eigengenutzte Immobilie (schuldenfrei)





;)
Wieso schuldenfrei?
Wenn man schon an Geldwertverfall (Inflation) und Sachwerte glaubt, dann muss es natürlich "mit maximaler Verschuldung" heißen.

Glaubt man an Deflation und weitere Staatspleiten, ist natürlich vor Immobilien dringend zu warnen.
Diese würden sowohl Wertverlust erleiden, als auch staatlichem Zugriff (Steuer und Enteignung) nicht ausweichen können.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.934.106 von honigbaer am 12.05.17 20:53:38
Zitat von honigbaer: 70% ertraglos anzulegen, während man mit dem Rest volles Aktienindexrisiko fährt, ist natürlich außerdem zu hinterfragen. Auf ein Drittel des Kapitals wäre man bereit, auch zweimal 20% Jahresverlust hintereinander auszusitzen, während man bei den anderen 2/3 überhaupt kein Risiko möchte..

Letztlich kommt es doch auf Risiko / Volatilität, Kosten und performance des Gesamtpaketes an.

Im obigen Beispiel ergibt sich eine Gesamtvolatilität von 3,2%, eine Rendite von 7% bei 0,16% Kosten (Zahlen des vergangenen Jahres). Ein besseres Paket kann mir keine Bank bieten, behaupte ich jetzt mal.

Zwar habe ich einige defensive Mischfonds mit einer Vola von 4% gefunden, z.B. den Nordea 1 - Stable Return Fund AP EUR (WKN A0J3XL). Der hat in den vergangenen Jahren eine jährliche Rendite von 5,5% eingefahren, bei Kosten von 1,9% -> also untauglich für meine Zwecke.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.940.535 von honigbaer am 14.05.17 14:05:58Wieso schuldenfrei?
Wenn man schon an Geldwertverfall (Inflation) und Sachwerte glaubt, dann muss es natürlich "mit maximaler Verschuldung" heißen.


Keinesfalls, honigbaer.
Die Verschuldung führt da geradewegs in die totale Armut. Solche Hütten sind dann weg und gehören der Bank.
Ich dachte, wissenschaftlich wäre diese Optimierung auf niedrige Volatilität längst überholt? Meine Ökonomen kommen jetzt immer mit Studien an, dass sich niedrige Volatilität rächt, indem sie später hochschießt?

Aber egal, nehmen wir mal ean es wäre so, dass man mit einem ETF ideal investiert.
Dann hast Du doch schon den ersten schlauen Schritt gemacht, indem Du nur 30% in moderat volatile ETF Instrumente investierst und mit 70% Nullvolatilität kombinierst. Richtigerweise betrachtest Du das Gesamtpaket und siehst einen Vorteil (geringere Volatilität bei ausrteichender Rendite) zu einer Anlage in 100% moderat volatile ETFs.

Aber wieso sollen 10% hochvolatiler ETFs mit 90% Nullvolatilität nicht noch mehr Deinen Bedürfnissen entsprechen?

In einem Szenario, in dem die Börsen plötzlich extrem volatil werden (Finanzkrise), sollte das auf jeden Fall sicherer sein.

Volatilität und Aktienindizes ist doch längst erforscht. Das weiß doch jeder, dass sich da lange Phasen niedriger Volatilität mit heftigen Turbulenzen abwechseln und die Verteilung der Kursveränderungen eben NICHT einer Gaussglockenkurve entsprechen.
Schau mal hier, die niedrige Volatilität gaukelt doch nur eine Sicherheit vor:
http://www.finanz-seiten.com/finanz-lexikon/95-volatilitaet
Man sieht da schon mit einemBlick, dass der DAX im ersten Halbjahr 2011 wenig und im zweiten Halbjahr "total" volatil war.

Das bedeutet, dass man auch mit wenig volatilen ETFs plötzlich große Schwankungen erfahren kann. Und wenn man darauf optimieren will, dass diese Schwankungen im Gesamtdepot nicht eintreten, ist ein geringer Depotanteil mit hoher Volatilität besser geeignet, als ein mittlerer Depotanteil mittlerer Volatilität. Der Blick auf das worst case Szenario, Totalverlust aller spekulativen Engagements, unterstreicht die Erkenntnis nur.

Deshalb ist auch Lootospielen so beliebt, trotz der schlechten Gewinnchancen und der hohen Volatilität. Durch den geringen Kapitaleinsatz bleibt das Restvermögen geschont. Ein sehr hohes Risiko wird lukrativ, weil es nur mit sehr geringem Einsatz eingegangen wird.


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