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NORDLB belässt Wirecard auf 'Kaufen' | Diskussion im Forum

eröffnet am 05.02.19 14:12:23 von
neuester Beitrag 25.05.22 18:35:51 von

ISIN: DE0007472060 | WKN: 747206 | Symbol: WDI
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25.05.22 18:35:51
Beitrag Nr. 1.479 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 71.648.379 von faultcode am 25.05.22 00:02:15
Neues vom mutmaßlichen Schwerverbrecher Marsalek im TV
.
Zitat von faultcode:
Zitat von faultcode: ... Mehr zum Thema heute Abend in report München um 21.45 Uhr --> https://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenc…

das war kein guter Beitrag -- kein neuer Erkenntnisgewinn (für mich) (*)



Neues vom mutmaßlichen Schwerverbrecher Marsalek im TV. Ein gutes Unterhaltungsfilmchen ist es allemale ... :D

Viereinhalbminütiges Video:

=====


Neue Recherchen zum Komplex "Wirecard"
24.05.2022 ∙ report MÜNCHEN ∙ Das Erste

Vor knapp zwei Jahren verschwand Jan Marsalek, der umtriebige Ex-Vorstand des Skandalunternehmens Wirecard. Jetzt wird immer offensichtlicher: Jan Marsalek suchte und pflegte Kontakte zur Schattenwelt der Geheimdienste.


https://www.ardmediathek.de/video/report-muenchen/neue-reche…
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25.05.22 00:02:15
Beitrag Nr. 1.478 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 71.643.216 von faultcode am 24.05.22 14:17:57
Zitat von faultcode: ... Mehr zum Thema heute Abend in report München um 21.45 Uhr --> https://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenc…

das war kein guter Beitrag -- kein neuer Erkenntnisgewinn (für mich) (*)

Zum Ex-Ösi-Geheimdienstmann Martin Weiss, der später dann in München für Maršálek und Co. gearbeitet hat: er scheint angeschlagen zu sein, etwas was man auch oben im Film sehen konnte (wo aber nicht auf seine offenbar nicht gute Gesundheit eingegangen wird, was zu falschen Schlüssen verleiten kann):

Anfang April sitzt der frühere Nachrichtendienst-Mann im 33. Stock eines Hotels, dem Treffpunkt. Er trägt Jeans und ein hellblaues Hemd, in das seine Initialen eingestickt sind. Der hagere Mann klingt nicht nur abgekämpft, er sieht wegen der dunklen Augenringe auch so aus.
...
Ende Januar 2021 ließ die Wiener Staatsanwaltschaft Weiss festnehmen und verhören, im Anschluss daran musste er für längere Zeit ins Krankenhaus.
(~)
--> siehe auch: https://www.oe24.at/oesterreich/politik/exbvtabteilungsleite…

Das scheint vielleicht auch zu erklären, warum Martin Weiss offenbar Schwierigkeiten hatte, eine angemessene Tätigkeit nach 2018 (in Wien) zu finden.

Selbst seine heutige Tätigkeit hat offenbar auch mit seiner jahrelangen Bekanntschaft mit Maršálek zu tun (meine Deutung): Dubai war ja eine wichtige Drehscheibe für Wirecard und Auslieferungsabkommen mit Deutschland und Österreich scheint es auch nicht zu geben (nach meiner Kurz-Recherche). Dieser Satz lässt dabei aufhorchen:

Nach seinem Aufenthaltsort und seinen Plänen will Weiss den früheren Wirecard-Vorstand nicht gefragt haben. Stattdessen habe der sich um ihn gesorgt: "Wie geht's dir jetzt? Kommst du über die Runden?" Weiter sagt Weiss: "Es ging immer darum, wie er mir helfen könne." (~)

=> offenbar bestand zwischen beiden Männern eine gewisse Symbiose (meine Deutung): der eine hatte (noch) "heiße Infos" und der andere Kontakte für eine angemessene Beschäftigung für einen angeschlagenen Mann

=> ich sehe das heute so: diese ganze "Geheimdienst-Aura" um Maršálek herum ist möglichweise größer als es den Tatsachen entsprechen würde und einfach dem Zufall geschuldet, daß ein BVT–Abteilungsleiter Probleme in seinem Leben hatte, was Maršálek vielleicht nur aus Geltungssucht heraus ausnutzte

=> das wirft aber auch keine gutes Licht, wenn es denn so ist, auf die Republik Österreich als Dienstherren bzw. Ex-Dienstherren


(*) diese beiden Artikel sind mMn besser als das kurze BR-Feature oben:

21.5.
Wie Marsaleks Nowitschok-Leak Österreichs Ansehen schwer beschädigte
https://www.welt.de/politik/deutschland/article238849959/Geh…
...
Im Gespräch mit WELT AM SONNTAG und dem Bayerischen Rundfunk äußerte sich nun erstmals der ehemalige österreichische Geheimdienstler Martin Weiss öffentlich, gegen den im Zusammenhang mit dem Verschwinden Marsaleks in Wien und München ermittelt wird.
...
Weiss, der heute in Dubai für ein Finanz- und Anlageunternehmen arbeitet, wies den Vorwurf der Fluchthilfe zurück.
...
Einen Tag vor der Flucht hatte Weiss noch an einem Essen mit Marsalek in München teilgenommen, der ihn dabei um die Organisation eines Fluges gebeten habe. Als Fluchthelfer sehe er sich aber nicht, wie er bei dem Treffen in Dubai sagte. Er verwies darauf, dass der Haftbefehl gegen Marsalek erst Tage später am 22. Juni 2020 ausgestellt wurde.
...
Weiss erklärte, er habe nach dem Ausscheiden aus dem Verfassungsschutz 2018 Kontakt zu Marsalek aufgenommen. (+) Den habe er bereits drei Jahre zuvor in einem Wiener Ministerium getroffen. „Ich habe ihn gefragt, ob er nicht etwas für mich hätte. Er hat dann von einem Start-up gesprochen.“ Gemeint war die Beteiligungsgesellschaft von einem Geschäftsfreund Marsaleks in München, für die er an einigen Projekten mitgearbeitet hätte.
...
Obwohl auch gegen Weiss wegen der Flucht und möglicher Aufträge zu illegalen Abfragen staatsanwaltliche Ermittlungen laufen, klingen seine Worte nicht nach Groll.
...



(~) 21.5.
Einblicke in Marsaleks Welt
Ex-Wirecard-Manager Marsalek ist vermutlich in Russland untergetaucht. Geholfen hat ihm dabei wohl der frühere Verfassungsschützer Weiss - den Vorwurf der Fluchthilfe weist er jedoch zurück.
https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/marsalek…
...
Der heute 58-Jährige arbeitete bis zum Frühjahr 2018 für den mittlerweile aufgelösten österreichischen Verfassungsschutz BVT. Nach eigener Darstellung schied er aus gesundheitlichen Gründen aus. Danach war er bei einer inzwischen liquidierten Firma namens "IMS Capital" in München tätig. Ein Duz-Freund Marsaleks führte dort die Geschäfte.
...
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24.05.22 14:17:57
Beitrag Nr. 1.477 ()
24.5.
Ex-Geheimdienstkoordinator: Warum er Marsalek getroffen hat
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/ex-geheimdien…
...
Weltweit wird nach Marsalek, Ex-Vorstand von Wirecard, gesucht. Schon lange wird über seine Verbindungen zu Geheimdiensten spekuliert. In report München erklärt der Ex-Geheimdienstkoordinator Schmidbauer, warum Marsalek für Agenten interessant war.

Bernd Schmidbauer hatte in Sachen Jan Marsalek schon früh den richtigen Riecher: Im November 2018 kommt in München das von ihm lange angestrebte Treffen mit dem damaligen Wirecard-Manager zustande. Zu diesem Zeitpunkt ist der damals 38-jährige Marsalek in der Öffentlichkeit noch ein unbescholtener Vorstand des gerade in den DAX aufgenommen Zahlungsdienstleisters.

Dass sich Marsalek fast zwei Jahre später nach Minsk absetzen und dann untertauchen wird, ahnt damals niemand. Bei seinem Verschwinden hat Marsalek ein früherer österreichischer Geheimdienst-Mann geholfen.


Sarkozy, Schüssel, Stoiber – alle mit Marsalek an einem Tisch

Schmidbauer, zwischen 1991 und 1998 im Kanzleramt unter Helmut Kohl Geheimdienstkoordinator, hat wegen der Umtriebigkeit des Österreichers im Herbst 2018 großen Gesprächsbedarf: "Wer aufmerksam die Szene beobachtet hat, was sich hier in München abspielt und welche Vielzahl an bekannten Persönlichkeiten sich die Klinke in die Hand gegeben haben, welche Möglichkeiten gegeben waren, durch ein Instrument wie Wirecard, der muss annehmen, dass Nachrichtendienste, wenn sie nicht völlig schlafen, hier natürlich den Blick auf diesen Konzern gerichtet hatten."

Tatsächlich knüpfte Marsalek viele Kontakte zu Geheimdiensten und in die Politik – bis in höchste Kreise. Für besonders viel Aufsehen sorgte zum Beispiel ein Abendessen in einem Münchener Restaurant im April 2017. Daran nahmen teil: Frankreichs Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy, Österreichs früherer Kanzler Wolfgang Schüssel, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber – und Jan Marsalek. Er zog im Hintergrund die Fäden, stand zum Beispiel im Vorfeld in Kontakt mit Sarkozys Büro.

Offiziell haben die deutschen Dienste damals weder Marsalek noch Wirecard auf dem Schirm. Dabei gibt es zu diesem Zeitpunkt längst Grund genug dafür. Seit Jahren pflegt Marsalek enge geschäftliche und private Beziehungen nach Russland und ist Mitglied der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft (ORFG). Der umtriebige Wirecard-Vorstand interessiert sich zudem für Brennpunkte weltweit: Er stößt flüchtlingspolitische Konzepte in Libyen an und reist nach Angaben von Zeugen 2017 in die syrische Ruinenstadt Palmyra. Russische Truppen hatten die antike Stadt damals gerade wieder vom Islamischen Staat befreit.


Schmidbauer: Nowitschok "nichts, um auf offenem Markt rumzuschreien"

Besonders brisant: Im Herbst 2018 prahlt Marsalek in London vor Investoren damit, im Besitz der chemischen Formel für den binären Kampfstoff "Nowitschok" zu sein. "Das war nichts, um auf offenem Markt rumzuschreien: Hurra, ich weiß was!", sagt Schmidbauer. Und er erinnert daran, dass sich zum Beispiel die NATO-Staaten darum bemüht hatten, Einzelheiten über diesen Kampfstoff unbedingt unter Verschluss zu halten.

Bei seinem Treffen mit Marsalek im November 2018 in München sei dieses Thema allerdings nicht zentral gewesen, sagt Schmidbauer heute. "Das war Smalltalk, und ich hatte keinen Grund, das groß zu vertiefen." Es sei um Themen wie Terrorbekämpfung gegangen, "um Strukturen, die er sich erdacht hat, wo er helfen wollte". Vor allem deshalb wollte Schmidbauer Marsalek treffen. Über dessen Kontakte zu Geheimdiensten will Schmidbauer im Interview mit report München nicht spekulieren. "Das könnte ich, aber das will ich nicht. Ich glaube, das wird sich irgendwann aufklären," betont er. Auch der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Florian Toncar, geht davon aus, dass Marsalek und der Zahlungsdienstleister Wirecard für Nachrichtendienste interessant gewesen sein dürften: "Wirecard war ein Unternehmen, das schon immer recht gut darin war, Zahlungsströme zu verschleiern." Der FPD-Politiker saß in der vergangenen Legislaturperiode für seine Partei im Wirecard-Untersuchungsausschuss.


Gebraucht – gesucht – gefunden

David Stögmüller, Nationalratsabgeordneter der österreichischen Grünen und Mitglied im ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss, hat mit Blick auf die Rolle des früheren Wirecard-Vorstands eine klare Position: "Jan Marsalek hat hohe Beamte im öffentlichen Dienst gebraucht, gesucht und gefunden." Als Beispiel nennt er die Abfragen in Polizei-Datenbanken, die der gebürtige Österreicher Marsalek über ehemalige Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Österreich organisiert habe. Zu diesem Aspekt gibt es momentan staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in Wien.

Der ehemalige Geheimdienstkoordinator Schmidbauer kann sich – wie viele andere - durchaus vorstellen, dass Marsalek aktuell in Russland ist. Er geht sogar davon aus, dass der frühere Wirecard-Manager wieder auftaucht. Der österreichische Grünen-Abgeordnete Stögmüller nicht. "Warum sollte er?" Er hält das nur für denkbar, "wenn Russland oder seine Partner - es muss ja nicht Russland allein sein - wenn die ihn nicht mehr beschützen. In Deutschland oder Österreich wird ihn sicherlich kein schönes Leben erwarten."




Mehr zum Thema heute Abend in report München um 21.45 Uhr --> https://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenc…
Wirecard | 0,034 €
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20.04.22 07:58:01
Beitrag Nr. 1.476 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 71.329.603 von faultcode am 11.04.22 03:06:08Das wussten bzw. vermuteten alle...die Flüge waren so bekannt das sie selbst hier im Forum standen. Und jetzt alle "Huch Marsalek, ist in Moskau". Scheinheiligkeit vom feinsten...
Wirecard | 0,043 €
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20.04.22 00:26:33
Beitrag Nr. 1.475 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 71.375.621 von walker333 am 19.04.22 02:41:45
Justiz verlangt von Russland offenbar die Auslieferung von WireCard-Manager
.
Das Thema wird nun in allen Medien gespielt.

Dem mutmaßlichen Großbetrüger Braun soll nun im Herbst der Prozess gemacht werden. Da würde der mutmaßlich in Russland untergetauchte Marsalek gut zu passen ... :D

1-minütiger Audiobeitrag:

=====


Justiz verlangt von Russland offenbar die Auslieferung von WireCard-Manager
Neuroth, Oliver | 19. April 2022, 17:25 Uhr


https://www.deutschlandfunk.de/justiz-verlangt-von-russland-…
Wirecard | 0,043 €
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19.04.22 02:41:45
Beitrag Nr. 1.474 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 71.329.603 von faultcode am 11.04.22 03:06:08
Russland soll den mutmaßlichen Betrüger JFan Marsalek rausrücken!
.
Zitat von faultcode:
10.4.
Bei Putin! Merkel wusste vom Versteck des Wirecard-Betrügers
https://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/…
...


Russland soll den mutmaßlichen Betrüger JFan Marsalek rausrücken!

Wäre schön, wenn über die Gaslieferungen hinaus solche normale Zusammenarbeit (Amtshilfe) zwischen Staaten auch in diesen Zeiten möglich wäre.

=====


Deutschland beantragt bei Russland Auslieferung von Marsalek
19.04.2022


https://www.wallstreet-online.de/nachricht/15328232-wirtscha…
Wirecard | 0,042 €
1 Antwort
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11.04.22 17:27:04
Beitrag Nr. 1.473 ()
Unglaublich wie ich als Kleinanleger bei Wirecard über den Tisch gezogen wurde!

Und die Regierung hat auch noch vom Versteck gewußt!

Was soll man davon noch halten!

Vielleicht Danke schön Angela, danke, dass ein Teil meiner Altersvorsorge weg ist!
Wirecard | 0,050 €
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11.04.22 10:16:25
Beitrag Nr. 1.472 ()
https://www.welt.de/wirtschaft/article238104657/Millionen-Be…

Irgendwie passt die Überschrift nicht. Sollte es nicht besser lauten:
"Deutscher Geheimdienst soll gesuchten Wirecard-Manager Marsalek schützen"?! 🤣
Wirecard | 0,053 €
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11.04.22 03:06:08
Beitrag Nr. 1.471 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 71.092.710 von faultcode am 13.03.22 21:26:0810.4.
Bei Putin! Merkel wusste vom Versteck des Wirecard-Betrügers
https://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/…
...
Seit 2020 suchen Polizei und Staatsanwaltschaft München auf der ganzen Welt nach dem größten Betrüger der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Jan Marsalek (42).
Der untergetauchte ehemalige Vorstand der Skandalbank Wirecard hat seine Gläubiger bandenmäßig um 3,1 Milliarden Euro geschädigt und soll sich vor Gericht für seine Taten verantworten. Er ist bei BKA und Europol bis heute als „Most Wanted“ gelistet.
Das ist unfassbar. Denn die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (67, CDU) wusste nach BILD-Recherchen von einem Versteck Marsaleks in Moskau.

<Paywall>
Wirecard | 0,053 €
2 Antworten
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13.03.22 21:44:27
Beitrag Nr. 1.470 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 71.092.710 von faultcode am 13.03.22 21:26:08Sven-Olaf Leitz, Vorstandsmitglied KPMG:

13.3.
Wirecard-Chef Braun soll Sonderprüfer zum Urlaub eingeladen haben
Markus Braun soll als Wirecard-Chef einen hartnäckigen Wirtschaftsprüfer zu sich in die österreichischen Berge eingeladen haben. Die Staatsanwaltschaft München I hat jetzt eine 474-seitige Anklage gegen Braun vorgelegt. Der weist alle Vorwürfe zurück.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirecard-markus-braun…
...
Im Frühjahr 2020 setzte die KPMG dem Finanzkonzern Wirecard mit einer Sonderprüfung mächtig zu. Als es immer enger wurde für Wirecard, soll ein Telefonat zwischen Braun und Leitz am 22. April 2020 etwas skuril verlaufen sein, wie sich der KPMG-Vorstand erinnerte. Braun soll Leitz gefragt haben, ob dieser Ski fahre. Nein, will Leitz geantwortet haben. Er fahre nur Snowboard. Daraufhin soll Braun gesagt haben, wenn das alles vorbei sei, würde er Leitz mal zu einem Urlaub in seine Hütte in Österreich einladen, zum Snowboardfahren. Leitz will dankend abgelehnt haben.
...

Was Leitz dazu bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt hat, belastet Braun nicht nur wegen der angeblichen Einladung in die Berge. Die Aussage von Leitz soll in der jetzt von der Staatsanwaltschaft München I gegen Braun und zwei weitere Beschuldigte erhobenen Anklage wegen mehrerer mutmaßlicher Delikte eine wichtige Rolle spielen.

Leitz stellt es so dar, als habe Braun die Sonderprüfung nicht gefördert, sondern erschwert. Das ist so ziemlich genau das Ggenteil von dem, was Braun Ende 2020 bei Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben hat. Zur KPMG-Prüfung sagte Braun damals aus, sein Vorstandskollege Jan Marsalek sei zuerst massiv gegen die Sonderprüfung gewesen. Er, Braun, habe das anders gesehen und in einem Gespräch mit Marsalek auch zum Ausdruck gebracht.
...

Leitz sagte aus, Braun habe im Herbst 2019 den Eindruck erweckt, dass er die Sonderprüfung voll unterstütze. Die Prüfung selbst sei dann aber ziemlich zäh angelaufen. Wirecard habe die nötigen Unterlagen nur zögerlich geliefert. Leitz will bei einem Gespräch mit Vorstandschef Braun und Aufsichtsratschef Eichelmann am 16. Januar 2020 Druck gemacht haben. Braun soll dann angefangen haben, das Geschäftsmodell von Wirecard zu erklären; und das nicht zum ersten Mal. Leitz hat seiner Zeugenaussage zufolge erwidert, die KPMG brauche keine Erklärungen, sondern harte Fakten.

Leitz will Braun bei dem Gespräch am 16. Januar 2016 eine Liste mit benötigten Unterlagen übergeben haben. Braun soll geantwortet haben, das müsste eigentlich alles da sein, er werde sich kümmern. Leitz empfand laut Protkoll seiner Zeugenvernehmung das Verhalten von Braun als ungewöhnlich. Bei Untersuchungen in anderen Unternehmen habe er, Leitz, anderes erlebt. Da habe ein Vorstand sofort das ganze Team antreten lassen und klare Anweisungen gegeben, was bis wann vorzuliegen habe. Das habe er, Leitz, bei Braun vermisst.
...

Leitz berichtete der Staatsanwaltschaft von insgesamt mehreren Gesprächen mit Braun. Der habe ihn, Leitz, sogar mal an einem Sonntag angerufen. Braun habe in gewisser Weise versucht, die Prüfung zu beeinflussen. Er habe immer wieder gefragt, ob die KPMG bestimmte Verträge haben müsse, das sei doch nicht notwendig.
...

Leitz gab als Zeuge noch mehr zu Protokoll: Bei einem weiteren Gespräch im März 2020 soll Braun gesagt haben, er könne garantieren, dass dieses Drittpartnergeschäft zu hundert Prozent echt sei. Er, Braun, habe absolutes Herrschaftswissen. Dann sollte es kein Problem sein, wenn alle Unterlägen kämen, will Leitz nach eigener Aussage erwidert haben.
...

KPMG-Vorstand Leitz hat der Staatsanwaltschaft noch von einer weiteren Begebenheit berichtet. Irgendwann habe der damalige Wirecard-Chef Braun ihm, Leitz, sinngemäß sogar Folgendes gesagt: Leitz wisse schon, dass er den Drücker zu seinem, also Brauns elektrischem Stuhl, in der Hand habe. Leitz gab als Zeuge zu Protokoll, er habe das als Versuch empfunden, Druck auszuüben.

...
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