NORDLB belässt Wirecard auf 'Kaufen' (Seite 76) | Diskussion im Forum

eröffnet am 05.02.19 14:12:23 von
neuester Beitrag 08.08.20 02:54:43 von


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09.07.20 20:50:32
Beitrag Nr. 751 ()
Oha - ganz am Ende kamen noch die ganz harten Aufklärer ins Spiel: die Regierung von Niederbayern

...
"Die Frage der Verpflichteteneigenschaft der Wirecard AG im Sinne des Geldwäschegesetzes wurde ab dem 25.02.2020 bis zum 25.06.2020, dem Tag der Anmeldung der Insolvenz, zwischen der Regierung von Niederbayern und der Bafin diskutiert", heißt es in einer Antwort des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann an den Landtagsabgeordneten Harald Güller (SPD), die dem SPIEGEL vorliegt.

Am Tag der Pleite gab es dann ein Gespräch zwischen der Finanzaufsicht Bafin, dem Bundesfinanzministerium und dem bayerischen Innenministerium. Dabei teilten die Bayern mit, dass die zuständige Bezirksregierung Niederbayern Wirecard nicht als Finanzunternehmen im Sinne des Geldwäschegesetzes (GwG) einstufe: "Eine Zuständigkeit der Regierung von Niederbayern als Aufsichtsbehörde ist somit nicht gegeben." Die Bafin wiederum sah keine Zuständigkeit für die Wirecard AG, weil diese als Technologiekonzern eingestuft war. Wirecard fiel durchs Raster.

...

Die Entscheidung in Bayern ist auch deshalb erstaunlich, weil sie offenbar der Einschätzung von Wirecard selbst widersprach. Die Wirecard AG sei zu dem Schluss gekommen, dass sie durch eine Gesetzesänderung seit Jahresbeginn ein Finanzunternehmen im Sinne des GwG ist, berichtet der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi (SPD) unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums. Demnach teilte ein Vertreter der Wirecard Bank AG dies der Bafin am 20. Mai mit. Am 27. Mai habe sich dann Niederbayern gegenüber der Bafin grundsätzlich für zuständig erklärt.

Erst am Tag der Pleite, also knapp einen Monat später, folgte dann aber die Mitteilung aus Bayern, dass man im Fall von Wirecard keine Aufsichtsverpflichtung sehe.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seine Regierung würden sich "ihrer Aufsichtspflicht entziehen, indem sie eigenmächtig die Wirecard AG nicht mehr als Finanzunternehmen nach GwG eingestuft sehen wollen", kritisiert Schrodi.

Von Zahlungsdienstleistern wie Wirecard ist im GwG keine Rede. Jedoch werden dort auch "Finanzunternehmen" als Verpflichtete aufgeführt, zu deren möglichen Eigenschaften es gehört, "Beteiligungen zu erwerben, zu halten oder zu veräußern". Diese Definition hielt man in Niederbayern in Bezug auf die Wirecard AG nicht für zutreffend.

...

9.7.
Geldwäschekontrollen von Wirecard waren bis zur Pleite strittig
https://www.spiegel.de/wirtschaft/wirecard-geldwaeschekontro…


Tag:
• blame game
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09.07.20 20:53:25
Beitrag Nr. 752 ()
Rudi Assauer hat mal treffend gesagt, ,, wenn der Schnee schmilzt, siehste wo die Kacke liegt,, und hier ist es genau so. Wie die ihr System bis in den Dax gebracht haben und niemanden ist was aufgefallen, einfach unglaublich. Die Truppe war Mega abgewichst, über einen so langen Zeitraum die Nummer durch zu ziehen, schon ne Meisterleistung. Von der deutschen Justiz erwarte ich nicht viel, Haftstrafen ja, aber die sind dann nach 5 bis 6 jahren auf 2/3 Strafe und guter Führung wieder draußen. Als Anleger fragt man sich, wem oder was kann man überhaupt noch trauen? Prüfer nix gesehen, Bafin keinen Plan, Deutsche Börse alles scheiss egal, Hauptsache der Umsatz stimmt, Analysten, na ja, die können auch nur mit dem arbeiten was Sie zu sehen und hören bekommen. Wichtig ist, das unser Finazamt jeden Gastwirt prüft, ob er die selber getrunkenen Kaffee auch richtig angegeben hat. Hier geht es ja nur um Milliarden Betrug, nicht so schlimm. Braun darf brav nach Hause gehen, unfassbar. Hinterzieh 10 Mio Steuernund du landest sofort in U Haft wenn Du den Schadenbetrag nicht hinterlegst. Braun hinterlegt was aus der Portokasse und lebt sein luxusleben weiter. Schöne heile Welt und Hauptsache Olaf erhält ab nächsten Jahr seine Aktiensteuer und es können Totalverluste nicht mehr richtig geltend gemacht werden. Kann gar nicht so viel essen, wie kotzen könnte.
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09.07.20 21:49:23
Beitrag Nr. 753 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.305.917 von faultcode am 06.07.20 13:24:37
Zitat von faultcode: ...nein! Die Deutsche Bank hat hier quasi die OLB und am Ende deren Haupteigentümer Apollo ausgetrickst (~)...

nein!

Laut FT soll sich das unbesicherte Risiko für die ambitionierte OLB auf zuletzt nur noch EUR30m belaufen haben (eben Wirecard-Aktien), da Markus Braus den Kredirahmen nicht ausschöpfen konnte, sondern nur bis EUR60m. 3 Häuser in Österreich dienten als Sicherheit mit zusammen EUR30m.

Mehr an Sicherheiten konnte Markus Braun nicht mehr aufbringen.

Auch der letzte, symbolische Aktienkauf soll auf Pump finanziert worden sein; eben mit dem ganz neuen OLB-Kredit.

Mit den Margin Calls vom 18. und 19.6. soll die OLB Verluste für sich vermieden haben.

9.7.
The tiny German bank that bet big on Wirecard’s Markus Braun
https://www.ft.com/content/19f4970b-eac6-4b44-9d80-77334c4b4…
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09.07.20 21:59:57
Beitrag Nr. 754 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.355.057 von faultcode am 09.07.20 21:49:235 Kanzleien soll Markus Braun derzeit für sich beschäftigen:

Vertreter Markus Braun:
Dierlamm (Wiesbaden): Prof. Dr. Alfred Dierlamm; Associate: Sarah Moritz (beide Wirtschaftsstrafrecht)
• Witting Contzen & Kollegen (München): Nico Werning (Wirtschaftsstrafrecht)
• Kliemt (Frankfurt): Prof. Dr. Michael Kliemt (Arbeitsrecht)
• Schmitz & Partner (Frankfurt): Dr. Bernd-Wilhelm Schmitz (Konfliktlösung)
• Nesselhauf (Hamburg): Dr. Stephanie Vendt (Presserecht)

Für Braun führt Dierlamm strafrechtlich das Mandat. Allerdings holte Dierlamm den Strafverteidiger Werning mit ins Boot, der in München sitzt und damit schneller vor Ort sein kann, wenn es etwa zu Durchsuchungen kommt.

Werning war im Jahr 2010 Anwalt bei Ufer Knauer. Auch Frühsorger, der den Geschäftsführer der Nahosttochter vertritt und auch dabei war, als dieser sich den Behörden stellte, war eine Zeit lang bei Ufer Knauer.


https://www.juve.de/nachrichten/verfahren/2020/07/wirecard-f…
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09.07.20 22:05:26
Beitrag Nr. 755 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.355.057 von faultcode am 09.07.20 21:49:23
Zitat von faultcode:
Zitat von faultcode: ...nein! Die Deutsche Bank hat hier quasi die OLB und am Ende deren Haupteigentümer Apollo ausgetrickst (~)...

nein!

Laut FT soll sich das unbesicherte Risiko für die ambitionierte OLB auf zuletzt nur noch EUR30m belaufen haben (eben Wirecard-Aktien), da Markus Braus den Kredirahmen nicht ausschöpfen konnte, sondern nur bis EUR60m. 3 Häuser in Österreich dienten als Sicherheit mit zusammen EUR30m.

Mehr an Sicherheiten konnte Markus Braun nicht mehr aufbringen.

Auch der letzte, symbolische Aktienkauf soll auf Pump finanziert worden sein; eben mit dem ganz neuen OLB-Kredit.

Mit den Margin Calls vom 18. und 19.6. soll die OLB Verluste für sich vermieden haben.

9.7.
The tiny German bank that bet big on Wirecard’s Markus Braun
https://www.ft.com/content/19f4970b-eac6-4b44-9d80-77334c4b4…


Objektiv, abgesehen von seinem Vorstandsgehalt und etwaiger schattenbeteiligungen, crypto wer weiß es schon.
- ist er auf dem Papier jedenfalls vom Milliardär zur kleinen Maus geworden oder?
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09.07.20 22:07:21
Beitrag Nr. 756 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.285.321 von faultcode am 03.07.20 16:36:14noch mein Tipp, wo Jan Maršálek stecken könnte und das für ganz lange Zeit: Russland
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09.07.20 22:17:44
Beitrag Nr. 757 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.355.312 von faultcode am 09.07.20 22:07:21
Zitat von faultcode: noch mein Tipp, wo Jan Maršálek stecken könnte und das für ganz lange Zeit: Russland

Tschetschenien
Und dort ist er zu 90%.
bringt natürlich keinem etwas
Aber von mir nochmal ein dickes Danke an deine sauber recherchierten Infos
@faultcode
egal ob Öl oder hier. 1A!!!
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10.07.20 01:19:54
Beitrag Nr. 758 ()
BVT = Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im österreichischen Bundesministerium für Inneres
--> BVT-Affäre: https://de.wikipedia.org/wiki/BVT-Aff%C3%A4re


9.7.
Wirecard-Finanzchef flüsterte FPÖ offenbar geheime BVT-Infos
https://www.derstandard.at/story/2000118611265/untergetaucht…

...
In seiner Zeit als Vizeparteichef und Klubobmann hat sich der damalige FPÖ-Politiker Johann Gudenus regelmäßig mit dem Verfassungsschutz beschäftigt. Das zeigten Chatprotokolle, über die STANDARD und Profil vor ungefähr einem Monat berichtet hatten. Als Quelle nannte Gudenus’ Chatpartner wiederholt "Jan aus dem BVT" – ein Verfassungsschützer mit diesem Vornamen existiert allerdings nicht.

Nun hat "Die Presse" das Rätsel gelöst: Offenbar handelt es sich dabei um den flüchtigen Wirecard-Finanzchef Jan Marsalek. Dieser lieferte immer wieder brisante, teils von Beteiligten bestrittene Informationen aus Verfassungsschutz und Innenministerium an Gudenus.

Was war die Gegenleistung? Gudenus wird in der Presse damit zitiert, dass Marsalek in einer Causa um einen Termin mit OMV-Chef Rainer Seele gebeten hatte. Das sei aber nie zustande gekommen.

Und warum war Marsalek offenbar so gut über die Vorgänge im Verfassungsschutz informiert? Dem Vernehmen nach halfen BVT-Mitarbeiter dem Unternehmen in dessen Anfangszeit, Pornoanbieter auf ihre Zahlungsfähigkeit zu prüfen. Das sei offenbar nebenberuflich erfolgt.

Außerdem eilten Verfassungsschützer angeblich bei einem "Problem in Dubai" zu Hilfe. Dort schuldete ein Notar Wirecard rund 150 Millionen Dollar, Marsalek sei für die Lösung dieses Problems zuständig gewesen.


Gerüchte und Interna

"Jan" erzählt Florian S., einem einstigen Vertrauten des ehemaligen Innenministers Ernst Strasser (ÖVP), von geheimen außenpolitischen Positionen einzelner Staaten, von Gerüchten über den damaligen BVT-Chef Peter Gridling und Interna aus anderen Parteien. Diese leitet S. an Gudenus weiter, dem die Identität von "Jan" bekannt ist – so richtet er diesem via S. "schöne Grüße" aus.

Außerdem will "Jan" einen Termin mit Reinhard Teufel, dem Kabinettschef des damaligen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ), anleiern, um die Neuaufstellung des BVT – Codename "Projekt Pyramide" – zu planen. Gudenus hatte Teufel vor der BVT-Razzia die Nummer jenes Polizisten und FPÖ-Gemeinderats weitergeleitet, der später die Hausdurchsuchung polizeilich geleitet hat. All das untersucht nun die Staatsanwaltschaft Wien.


Hofer: Kenne Marsalek nicht

FPÖ-Chef Hofer erklärte dazu in der "ZiB2", dass er Marsalek nicht kenne. Und ein Mitarbeiter Kickls habe ihm versichert, dass es auch dort keinen Kontakt mit dem Mann gegeben habe. Kickl selbst habe er vorerst nicht erreicht, erläuterte Hofer.

Die SPÖ-Abgeordnete Ruth Becher sagte, damit "richtet sich das Scheinwerferlicht in dem Milliardenskandal auf die FPÖ". Ihrer Ansicht nach erhöhen die Erkenntnisse aber auch den Druck auf Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), sich zu erklären. Sie erinnerte daran, dass sie bereits vor zwei Wochen eine parlamentarische Anfrage an Kurz gerichtet habe.

Becher sprach von einem Naheverhältnis zwischen Kurz und dem Wirecrad-Chef Markus Braun, der sich in Deutschland verantworten muss, und von einer Spende Brauns von 70.000 Euro an die ÖVP.

...


Die Verwicklungen im Hause Wirecard kann sich kein Mensch ausdenken. Niemals :laugh:
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10.07.20 02:22:48
Beitrag Nr. 759 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.355.312 von faultcode am 09.07.20 22:07:21das mit Russland nehme ich wieder zurück. Man lernt ja jeden Tag bei Wirecard dazu ;)


Jan Maršálek hat ja offensichtlich langjährige Freunde, manche Leute mögen auch von Bestechung sprechen, beim Ösi-Inlands-Geheimdienst, die, da ein "politisch neutrales" Land, auch biometrische Blanko-Pässe für Nordkorea an südkoreanische Spione ausgeben können, wenn's sein muss.

Ich gehe nun davon aus, daß die ihn, weil gut bezahlt, auch rechtzeitig mit einer neuen Identität ausgestattet haben. Und zwar mit einem gemütlichen Ösipass. Er könnte also schon z.B. in Kanada auf der Veranda sitzen und sich alle 5 Jahre in Ottawa einen neuen Pass geben lassen.

Laut SZ, bzw. Passbild, wurde Jan Maršálek am 15.3.1980 in Wien geboren: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirecard-jan-marsalek…

Das ist super-praktisch, weil dann gibt's eine neue Geburtsurkunde auch noch dazu; mit Stammbaum bis 1900, wenn's sein muss.

Das ist allerdings auch nicht ungefährlich auf Dauer. Denn mindestens eine Person beim BVT, ob noch aktiv oder bereits ausgeschieden, muss logischerweise wissen (wenn es so sein sollte), wie die Dinge zuzuordnen sind.

Und in 20 Jahren oder so fängt jemand zum Plaudern an. Warum auch immer.


Damit liegt ein Teil der Aufklärung im Fall Wirecard mMn in Österreich.

Halt doof, daß da die Dauer-Regierungspartei ÖVP immer/meistens den Innenminister stellte.

Ob man aber bei der ÖVP ein großes Interesse an der Aufklärung bei Wirecard hat?
Man darf ja auch nicht vergessen, daß Jan Maršálek vermutlich auch auf Gigabytes an echten Transaktionsdaten aus dubiosen Bezahlvorgängen aller Art sitzt :eek:

Ich vermute (derzeit), daß sich dort, in Wien, das Interesse in genauso engen Grenzen hält wie bei der CSU in Bayern.
Wirecard | 2,532 €
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10.07.20 14:01:46
Beitrag Nr. 760 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.356.503 von faultcode am 10.07.20 02:22:48Je mehr über Jan Maršálek herauskommt, ..

a/ ..umso unwohler dürfte sich Felix Hufeld/BaFin-Präsident fühlen (und nicht nur der), ..

aber

b/ ..umso entspannter dürfte sich Markus Braun zu Hause auf dem Sofa zurücklehnen: kann er doch so dem Jan alles in die Schuhe schieben. Viele Jahre lang.


An dieser Stelle geht mir noch eine Frage im Kopf umher:

• nach dem plötzlichen Rücktritt von Rüdiger Trautmann/Chief Sales Officer zum 31.1.2010 wegen "personal reasons" wurde Jan Maršálek zum 1.2. 2010 COO von Wirecard (zuvor hatte er so 2 Jahre lang "various Sales Management functions" inne; musste also was mit Rüdiger Trautmann zu tun gehabt haben)


Warum hat Markus Braun 2010 Jan Maršálek zum COO gemacht?

War das aus Sicht von Markus Braun naiv oder manipulativ, aber immer noch im Sinne einer freien Entscheidung?

Oder musste er ihn vielleicht zum COO machen?

Nichts ist hier mehr unmöglich.
Wirecard | 2,400 €
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