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EM.TV: Die Analyse - Bestandsaufnahme und Aussichten! - 500 Beiträge pro Seite


ISIN: DE0009147207 | WKN: 914720 | Symbol: EV4
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Analyse: EM.TV & Merchandising AG


Gründungsdatum der Gesellschaft: 16. August 1989

Firmengründer: Thomas Haffa

WKN: 568480

Homepage: http://www.em-ag.de


Unternehmenszweck:

Die Hauptgeschäftsfelder von EM.TV sind der Handel von Filmrechten (vorwiegend im Bereich Kindersendungen) und Merchandising, wobei der Vertrieb in enger Kooperation mit diversen Fernsehsendern und Medienunternehmen erfolgt (wie z.B. der Marke Junior u.a. über Sat1, Walt Disney, Edel Music usw.). Dabei wurde die geschäftliche Fokussierung zunehmend global ausgerichtet. EM.TV vermarktet derzeit zahlreiche weltbekannte und beliebte Figuren im Kinder- und Jugendbereich, wozu u.a. die der von EM.TV vollständig übernommen Henson Company zählen. Zum Vermarktungsportfolio von EM.TV gehören u.a. Klassiker wie die Sesamstraße, die Muppets-Show, die Kermit Collection, Pokémon, Alf, Bugs Bunny, Familie Feuerstein, Jim Knopf, Tabaluga, Pippi Langstrumpf, Max und Moritz, Flipper, Blinky Bill, Skitty, Sailor Moon, der Regenbogenfisch, die Biene Maja und nicht zuletzt das Sandmännchen. All dies sind hochgradig gebrandete Megaseller, die teilweise nahezu weltweit jedes Kind kennt. Zudem werden von EM.TV verschiedene Großereignisse vermarktet (u.a. Formel 1, Münchner Oktoberfest, Boxkämpfe mit Mike Tyson, Expo 2000, Eishockey-WM, Snowboard-Weltmeisterschaft, World Wrestling Federation). So ist EM.TV beispielsweise mit 50% an der Formel1-SLEC beteiligt und besitzt eine Option zum Kauf weiterer 25%.


Zahl der zur Zeit ausstehenden Aktien: 143,64 Mio.

Aktiensplits: 1:2 (17.08.1998), 1:25 (16.08.1999)

Emissionskurs: 0,35 Euro (split- und eurobereinigt)

Erstnotierung: 0,36 Euro (am 30. Oktober 1997)

Historischer Höchstkurs: 119,5 Euro (14.02.2000)

Aktuelle Marktkapitalisierung (bei einem Kurs von 7,2 Euro): 1,0 Mrd. Euro


Chart:




Beteiligungswerte (konservativ bewertet)

Formel1-SLEC (50%): 1,2 Mrd. Euro
The Jim Henson Company (100%): 1,0 Mrd. Euro
TeleMünchen (45%): 0,3 Mrd. Euro
Junior-Programmpaket (50%): 0,3 Mrd. Euro
Sonstige Beteiligungen und Firmenwerte: 0,3 Mrd. Euro


Verbindlichkeiten (zu 95% langfristig): 1,1 Mrd. Euro

Substanzwert nach Abzug aller Verbindlichkeiten: mindestens 2,0 Mrd. Euro


Umsatzentwicklung 1998, 1999, 2000e, 2001e, 2002e: 81, 317, 690, 750, 1000 Mio. Euro

Gewinn im Jahr 2002e: etwa 1,75 Euro pro Aktie

Aktuelle Bewertung:

2002er KUV = 1
2002er KGV = 4


Kurse, Charts, Fundamentaldaten, Unternehmensdaten, Analysen, News:

http://blau.ariva.de/cgi-bin/r_kurse.pl?type=E-E&balken=1
http://aktien.onvista.de/cgi-bin/snapshot.mpl?WKN=568480&Go=…
http://de.finance.yahoo.com/q?s=568480.F&d=t

Investmenthäuser, die EM.TV covern:

Bank Julius Bär, Bayerische Landesbank, BHF-Bank, Commerzbank, Credit Lyonnais Sec. Europe, Credit Suisse First Boston, Delbrück & Co, Deutsche Bank Research, DG Bank, HSBC Trinkhaus & Burkhardt, HypoVereinsbank, J.P. Morgan, Merrill Lynch, M.M. Warburg, Salomon Oppenheim, UBS Warburg, WestLB Panmure


Fazit:

EM.TV notiert aktuell 50% unter dem sehr konservativ bewerteten und um sämtliche Verbindlichkeiten bereinigten Netto-Substanzwert und 94% unter dem historischen Höchstkurs. Das den vorgestellten Schätzungen zugrundeliegende 2000er KUV liegt derzeit bei 1,5, das 2002er KUV bei 1,0 und das 2002er KGV bei etwa 4. Angesichts der herausragenden Marktstellung von EM.TV, der Attraktivität der Beteiligungen, der wachstumsstarken Märkte, in denen das Unternehmen positioniert ist und nicht zuletzt der Kirch-Gruppe als neuem starken Partner sind die Zukunftsaussichten – trotz der aktuellen Turbulenzen – als herausragend zu bezeichnen. Insbesondere die Beseitigung aufgetretener Schwachstellen in dem in den letzten Jahren enorm gewachsenen Firmenkonglomerat und die künftig noch engere Kooperation mit der Kirch-Gruppe dürfte EM.TV wieder auf einen profitablen Wachstumspfad zurückführen. Ein KGV von 40 bzw. ein KUV von 10 erscheint mittelfristig erreichbar und als eine dann immer noch günstige Bewertung. Hieraus ergibt sich ein angemessener Kurs für Ende 2001 von über 70 Euro, was bezogen auf den aktuellen Kurs etwa einer Verzehnfachung entsprechen würde.

Geht man einmal davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren keine größeren Akquisitionen getätigt werden (dies soll nur eine vereinfachende Annahme sein) und der Gewinn in der genannten Größenordnung eintritt, dann wäre der Konzern im Jahre 2002 schuldenfrei, wenn man die geplanten Beteiligungsverkäufe (49% der Beteiligung an der SLEC an Kirch und die Rückübertragung der Beteiligung an TeleMünchen) einbezieht. Insofern dürfte auch die Liquidität gesichert sein. Zu bedenken ist noch, dass EM.TV eine Option bis zum 28. Februar 2001 auf den Kauf weiterer 25% an der SLEC besitzt. Wahrscheinlicher als eine über das bisherige Ausmaß hinausgehenden Beteiligung von EM.TV ist allerdings, dass sich die in der Formel 1 bereits aktiven Automobilfirmen an der SLEC beteiligen werden, die offenbar starkes Interesse an einem Einstieg haben. Möglicherweise zieht sich EM.TV auch ganz aus der SLEC zurück und konzentriert sich auf das Merchandising der Marke Formel 1. EM.TV hat für ein Drittel seiner Anteile an der SLEC schon einmal 1,75 Mrd. Euro geboten bekommen. Das Gesamtpaket wäre demnach nicht – wie oben angesetzt – 1,2 Mrd. Euro, sondern 5 Mrd. Euro wert (der tatsächliche Wert dürfte also deutlich über den 615 Mio. Euro liegen, die Kirch jetzt für 49% der Anteile von EM.TV zu zahlen bereit ist).

Setzen wir einmal nur 75% davon als Bewertungsgrundlage für Ende 2001 an, beträgt der Wert des bei EM.TV verbleibenden Anteils an der SLEC annähernd 2 Mrd. Euro. Gehen wir bei den anderen Vermögensteilen (The Jim Henson Company, Junior-Programmpaket uns sonstige Beteiligungen und Firmenwerte) von einer Konstanz der ohnehin konservativ gewählten Bewertungsansätze aus, beträgt der Substanzwert der EM.TV-Beteiligungen dann insgesamt etwa 4 Mrd. Euro, einschließlich der zweiten Hälfte des Junior-Pakets durch Kirch, für die im Gegenzug im Rahmen einer Kapitalerhöhung eine Minderheitsbeteiligung von 17% am EM.TV eingegangen werden soll. Es wären somit selbst bei einem Kurs von 70 Euro noch mehr als ein Drittel der Marktkapitalisierung von 10 Mrd. Euro durch die Substanz gedeckt. Bedenkt man, dass die Bewertung konservativ erfolgte, dürfte es tatsächlich eher sogar die Hälfte sein. Die darüber hinausgehende Börsenbewertung würde durch das operative Geschäft gerechtfertigt, da EM.TV im Jahr 2002 voraussichtlich eine Mrd. Euro Umsatz und einen DVFA-Gewinn von rund 250 Mio. Euro erzielen dürfte.

Man muss sicherlich einräumen, dass angesichts der aktuellen Turbulenzen und infolge der anstehenden Beteiligungsverkäufe die Bewertung von EM.TV und die Schätzung von Umsatz- und Gewinnreihen derzeit erschwert wird. Insofern sind gewisse Abweichungen von den hier gewählten Ansätzen nicht auszuschließen. Allerdings sollte man versuchen, ein wenig über den Tellerrand hinauszublicken und sich nicht zu sehr von der Tagesaktualität und der zum Teil gezielt verwirrenden Berichterstattung vereinnahmen zu lassen. EM.TV hat definitiv in den letzten Jahren erhebliche Werte geschaffen und sich eine exzellente Marktstellung erobert. Wenn ein Unternehmen – wie das bei EM.TV der Fall war – teilweise um mehr als 1000% gegenüber dem Vorjahresquartal wächst, liegt es auf der Hand, dass nicht die gesamten Unternehmensstrukturen in allen Bereichen in gleichem Maße diesem Wachstum gerecht werden können. Hier haben sich an einigen Stellen erhebliche Defizite aufgetan, die es jetzt zu schließen gilt. Dazu wird die Kirch-Gruppe - die nicht nur eine Minderheitsbeteiligung von 17% erhält, sondern zudem weitere 8% der Stimmrechte von Thomas Haffa übertragen und damit eine Sperrminorität von 25% bekommt - einen wesentlichen Beitrag leisten. Wenn dies gelingt, wodurch das dynamische Wachstum dann auch von professioneller ausgerichteten Strukturen flankiert würde und zudem die anvisierte Internetstrategie greift, wodurch auch dieses Medium verstärkt als Vertriebsweg genutzt werden soll, steht EM.TV auch weiterhin eine große Zukunft bevor, unabhängig davon, ob der Unternehmenslenker künftig Haffe heißt oder nicht.

Gigaguru
Ich bedanke mich für den Bericht. Habe ich doch günstig ab EUR 5,65 gekauft. In einem Jahr ist das sicher meine größte Position im Depot.

Gruß
andyHH
Jetzt steht der Bericht schon eine halbe Stund online und rv hat sich noch nicht gemeldet und die Aktie auf 5 Euro runtergeredet...
rv, ich hoffe dass Dir nichts passiert ist???
Ansonsten gute Analyse Giga!
Auch von mir besten Dank für den guten und informativen
Bericht ! Trage mich ernszhaft mit dem Gedanken längerfristig
in EMTV zu investieren. Wie ist Deine Meinung zur Wandelanleihe
von EMTV ?
Einen schönen Sonntag !

Gruß Alkbo1
Ich hab mal kurz getradet - wer nicht? - und bin mir bei EM.TV nicht schlüssig. Wenn denn wirklich alle Fakten auf dem Tisch lagen und nicht doch noch Leo`s Leute irgendwelche Kellerleichen ausgraben und sich Kirch somit veranlaßt sehen würde, seine Beteiligung zurückzuziehen (Das wäre dann das Ende für EM.TV), dann sollten die mit anziehendem NM auch mitlaufen. Solche abgestürzten Titel haben eine hohe Eigendynamik, sind sehr volatil und von den Tagesschwankungen sehr anfällig. Mag sein, daß unterhalb von 6€ der Boden war. Im Downmove von 120 die Rutschbahn runter haben viele Klein- u. Großaktionäre ihr Kapital versenkt und verloren. Die wollen ihr Geld zurück und werden klagen, daß die Heide wackelt. Normalerweise geht soetwas aus, wie das Hornberger Schießen, aber diesmal sind die Dimensionen ein paar Nummern größer. Wenn den Haffas auch noch Hausdurchsuchungen und Haft wegen Verdunkelungsgefahr winkt, dann möchte ich nicht in EM.TV stecken. Das Risiko/Chance Verhältnis ist in beide Richtungen ernorm hoch. Es spielen Leute in Größenordnungen mit, die uns Kleinanleger zu Statisten degradiert. Die können den Kurs nach Belieben stellen und die ganze Meute springt hinterher. EM.TV kann ebenso nächste Woche 50% höher als auch tiefer stehen.
Ich habe sie nicht. Ist mir zu nervig und man schläft ruhiger. Trozdem good luck.
Hi Gigaguru,
endlich ein lesenswerter Bericht.
Die Geschichte von EMTV wird weitergeschrieben.
Alle Klagen werden bewirken, daß keine Haffas mehr
im Vorstand sitzen, dann kehrt Ruhe ein, das
Vertrauen kommt wieder und die Aktie wird
wieder ungeahnte Höhen sehen.
Hi Gigaguru,
endlich ein lesenswerter Bericht.
Die Geschichte von EMTV wird weitergeschrieben.
Alle Klagen werden bewirken, daß keine Haffas mehr
im Vorstand sitzen, dann kehrt Ruhe ein, das
Vertrauen kommt wieder und die Aktie wird
wieder ungeahnte Höhen sehen.
@ Giga
gut zu wissen, daß nicht alle immer
mit den Wölfen heulen. Du übertreibst
zwar manchmal ein wenig, aber ein
Querdenker kann WO nur guttun.
Hier sind oft viel zu viele, die
ihr Fähnlein nach dem Wind drehen und schon
immer alles gewußt haben.
Übrigens: Die Wandelanleihe (kurs unter 50%)
besitzt ein Potential von knapp 200% in ca. 4 Jahren.
Das Risiko, daß die Werte des Unternehmens dann
kleiner als 50% der Verbindlichkeiten sind
- nur dann bekommt man seinen Einsatz nicht komplett
zurück-, halte ich für vernachlässigbar klein.
Insofern excellentes Chance/Riskoverhältnis.
Viele Grüße
thepharmacist
EM.TV wird sich von weiteren Unternehmensanteilen trennen (müssen) und schlussendlich als höherwertige Mantelspekulation enden!

Da eine Komplettübernahme abgelehnt wurde, sind Kurse unter €0,80 innerhalb der nächsten 12 Monate möglich!
Der Herr Gigaguru sollte sich einmal mit dem Wort "Goodwillabschreibungen" auseinandersetzen, dann da verblasst der anvisierte Gewinn. Auch diese angeblichen niedrigen Bewertungen der Beteiligungen ist wohl mehr als lächerlich. Stimmt gar nicht, da Kirch die Formel 1 inne hat und EMTV mittlerweile 100% an Junior hält.

Doch was sind alte Zeichentrickfilme wert!? Schauen die Kinder nicht lieber Pokemon oder Bob Morane!?

Jim Henson? Hmm Muppets? Die wenigsten schaun das und 1 Milliarde wert?

Die Verbindlichkeiten sind mittlerweile auch um einiges höher!

Gigaguru sollte sich zunächst die richtigen Zahlen vor Augen führen bevor er hier analysiert und Leute in diesen, von weiteren Abstürzen bedrohten, Wert treibt.

Kirch zieht die interessanten Assets raus und lässt den Rest vergammeln.

KnusperWaffel
Hallo KingPong (ist das der PingPong spielende KingKong?)
Ich wußte, daß es nicht lange dauern konnte, bis jemand
meint, mit phantasievollen Kurszielen auch in diesem Thread
auffallen zu können.
Hast Dir die 0,8E wohl genau ausgerechnet!
Das sind genau die zweizeiligen Kommentare, die das Bord
zumüllen. Deswegen beteilige ich mich eher selten hier.
Allen, die einen konstruktiven Gedankenaustausch wollen:
Ignoriert einfach diese unqualifizierten Kommentare.
Gruß
pharma
Phantasievolles Kursziel von (meinereiner)Kingpong nicht nur bei em.tv...
Der sieht ja auch Intershop bei 3,50 Euro...
Frage mich wie er das KZ bei Qiagen sieht, auch 4 Euro???
Ist doch auch ganz lustig son paar Pappnasen dabeizuhaben...
p.s. warum steht Morphsys bei momentan 159 Euro???
Soweit mir bekannt ist machen die noch keinen Gewinn und haben somit noch kein KGV!!!
Sicher ist ein KGV bei der Bewertung wichtig aber eben auch nicht alles.
Im Frühjahr wurde nur auf die Zukunftsaussichten geachtet und jetzt nur auf KGV und schwarze Zahlen!
Denke dass beide Methoden isoliert zu falschen Empfehlungen führen, wie wäre es mal mit einem gesunden Mittel???
Schönen Sonntag
@Gigaguru,
die aktuell günstigste Einschätzung eines Investmenthauses für EM.TV ist die von Morgan Stanley, die sich immerhin noch einen "fairen" Wert von 29,20€ für die Aktie zusammenrechnen. Aber selbst die kommen nur auf gerade noch 0,46€ Gewinn für 2002. Wie kommst du dann bitte auf 1,75€? Ist wohl (wieder mal) die Phantasie mit dir durchgegangen?
Gayguru,

du bist und bleibst ein Krimineller, der pushen will.

Warum sagst Du uns denn nicht, wieviele Aktien Du bereits von em.tv in Dein depot hältst?


Irgendwann wirst Du schon im Gefängnis enden, krimineller Pusher.


Infomatek
Das Problem ist wohl auch, dass sich kein Fond in ETV reinbegeben wird, um nicht Ende des Jahres seinen Anlegern erklären zu müssen, weshalb man denn diesen Loser im Depot hatte.
Die werden sich sehr hüten, nochmal auf die Nase zu fallen.
Fürchte ETV wird eine Weile Zockerwert bleiben. Ausserdem muss klar werden, wie es um die Bilanzen genau steht und ob Haffa bleibt oder geht etc... Das sind fundamentale Entscheidungen, ohne deren Klärung kein normaler Investor sein Kapital geben wird.
Wenn es aufwärts gehen sollte dann m.E. erst nächstes Jahr.
Hi Gigaguru!

Deine Analyse ist nicht schlecht, weißt aber doch ein paar gravierende Schönheitsfehler aus. Zum einen glaubst Du an das Gute im Menschen. Da bist Du mit Infomatec schon mächtig auf den Bauch gefallen. Auch glaubst Du den Medien. Tödlich! Das ganze EM.TV Schauspiel ist folgendermaßen abgelaufen:
Man nehme eine Kleinst-Firma mit wenigen Aktien, setze K. Ochner darauf an und verringere den Free-Float auf wenige Stücke. Anschließend setzt Springer seine Medienmacht ein und entfacht ein nie dagewesenes Kursfeuerwerk. Mit dem hohen Kurs wird auf Teufel komm raus aquiriert. Die Hausse nährt die Hausse. Völlig unfähige Selbstdarsteller in der Chef-Liga verlieren gezwungenermaßen irgendwann den Überblick. Es kommt zu Unregelmäßigkeiten in der Buchführung. Jetzt schreiten Leo und seine Presse erneut ein. Es werden dunkelste Wolken an den Horizont gemalt. Plötzlich wird auch dem letzten idiotischen Fondmanager klar: " Verdammt, Leo hat die Firma in seine Hand. Wenn Leo morgen keine EM.TV Produkte über SAT.1, Pro 7 oder Premiere mehr spielt ( wie er es übrigens gerade bei Kinowelt tut... ) dann kann Haffa innerhalb von 2 Monaten die Firma auflösen ". Sofort herrscht größte Panik. Alle wollen raus. Kleinanleger hoffen auf Turnaround und steigen bei 5 € ein. Auch Sie werden verlieren. Der Ruf des Namens EM.TV ist ein für allemal ruiniert. Der Wert gleich Null. Kirch wird EM.TV ausschlachten und seiner Kirch-Media Group zufügen. Irgendwann wird Sparta den wertlosen Mantel aufkaufen und mit neuem Leben füllen. Das war dann das Ende eines schönen Traums...
Ich kann hier nur jedem Kleinanleger empfehlen, sich nicht einzumischen, wenn Größen wie Kirch dabei sind. Da könnt Ihr nicht gewinnen! Da seid Ihr allesamt einfach nicht clever genug. Wie ich übrigens auch. Nur ich weiß das!



M@D M@X
08.12.2000
EM.TV Bewegung komplett
Technical Investor


Einmal richtig hoch und dann–aber wirklich komplett–wieder herunter, das ist die im Chart aufzuzeichnende Börsenhistorie der EM-TV-Aktie (WKN 568480), berichtet Lothar Albert vom Technical Investor.

Dies solle bei dieser mittlerweile wohl als hochriskant zu bezeichnenden Aktie keine unbedingte/unmittelbare Kaufempfehlung darstellen, aber einige wesentliche Chartmerkmale würden bei diesem Titel ins Auge springen:

Im Wochenchart falle im Sinne der Elliott-Zählweise die klar 5-wellige Aufwärtsstruktur auf, die nach dem Gipfel (All Time High bei 119,5 = Abschluss des Aufwärtsimpulses) von einer ebenso deutlichen a-b-c –Abwärtsbewegung „all the way down“ abgelöst worden sei. Mit dem Ausmaß der a-Welle (von 119 auf ca. 60) und der vermutlich zum Ende gelangenden C-Welle (von 65 auf im Tief 5,56 Euro) falle das beinahe identische Ausmaß der Abwärtswellen A und C auf ! Hinzu komme (z.B.) ein Indikatorstand des Wochen-RSI von 8,4–überverkaufter gehe es kaum. Allein das im Wochenchart diese Woche hinterlassene Gap hinterlasse–wohlbemerkt für den Fall eines immer noch fraglichen Wiederanstieg–ein Kursindiz von 15,11 Euro.

Gehe man also mal nicht von der Pleite des Unternehmens, sondern eher von Window Dressing–Effekten zahlreicher Investmentfonds zum Jahresende aus, so würde man auch im unten sichtbaren daily-chart eine RSI-Divergenz (positiv) seit Oktober d. J., eine erste kleine weiße Tageskerze und das „Hochdrehen“ des Tages-RSI auf das immer noch stark überverkaufte Niveau von 14,6 finden.

EM.TV sei ein Investment für Mutige, vor allem aber für „Technical Investors“. Man solle ein Stop-Limit beim Tagestief von gestern 5,56 hinterlassen und dies keinesfalls vergessen.




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Gayguru,

noch eine letzte Warnung.

Wenn Du nicht aufhörst, den Leuten hier mittels Deiner dilettantischen Milchmädchenrechnungen Sand in die Augen zu streuen, dann wird es Dir an den Kragen gehen.


Infomatek
Gewinn. Gewinn? Was für ein Gewinn denn?
Ich schätze eher, daß EM.TV bald aufgelöst wird ... in viele kleine Teilchen.
Schone Geschichte, M@D M@X. Dieser widerspreche ich in einigen Teilen auch gar nicht, denn ich bin keineswegs so naiv, dieses Spiel nicht zu durchschauen. In Wirklichkeit machst aber Du den entscheidenden Schönheitsfehler: Kirch hat nämlich gar kein Interesse daran, EM.TV zu zerschlagen, sondern wollte primär den Fuß in die Tür zur Formel 1 bekommen, will aber ansonsten die aufgebaute Marktstellung von EM.TV nutzen und weiter ausbauen. Gerade deshalb ist EM.TV jetzt zwar ein spekulatives, aber gleichwohl sehr interessantes Investment.

Der Gewinn von 1,75 Euro pro Aktie für das Jahr 2002 rührt daher, dass ich eine Umsatzrendite von 25% angenommen habe.

Ich treibe niemanden in den Wert EM.TV, KnusperWaffel, sondern ich stelle hier lediglich meine Meinung zu diesem Wert dar. Wer die Aktie kauft, hat dies selbst zu verantworten, dies ist nicht meine Angelegenheit. Ich darf mit Verlaub einmal darauf hinweisen, wer alles in diesem Jahr die Anleger in EM.TV „getrieben“ hat (die Liste erhebt Anspruch auf Vollständigkeit; Quelle: http://www.aktiencheck.de) – insgesamt ein absolutes Armutszeugnis für die gesamte Zunft der hochbezahlten Banalysten:


06.01.2000 EM.TV Kursziel 85 Euro Wieland Staud
11.01.2000 EM.TV Kursziel mindestens 74 Euro M.M.Warburg & CO
14.01.2000 EM.TV kaufen WestLB Panmure
25.01.2000 EM.TV Kursziel 100 Euro J.P. Morgan
26.01.2000 EM.TV Kursziel 100 Euro Sal. Oppenheim
28.01.2000 EM.TV ist kaufenswert Merrill Lynch
11.02.2000 EM.TV Kurspotential 150 - 200 Euro Frankfurter Tagesdienst
11.02.2000 EM.TV ist aussichtsreich Sal. Oppenheim
14.02.2000 EM.TV Outperformer Hornblower Fischer
14.02.2000 EM.TV ist aussichtsreich Sparkasse Norden
17.02.2000 EM.TV interessant Wirtschaftswoche
22.02.2000 EM.TV kaufen Hornblower Fischer
24.02.2000 EM.TV reduzieren DG Bank
28.02.2000 EM.TV bei Schwäche kaufen AC Research
28.02.2000 EM.TV kaufen Neue Aktien weekly
01.03.2000 EM.TV akkumulieren Commerzbank
16.03.2000 EM.TV Akquisitonsphantasie Der Aktionärsbrief
24.03.2000 EM.TV Kursziel 200 Euro Frankfurter Börsenbriefe
24.03.2000 EM.TV & Merchandising kaufen Hornblower Fischer
24.03.2000 EM.TV Kursziel 200 Euro Frankfurter Tagesdienst
27.03.2000 EM.TV mit positiven Aussichten WestLB
29.03.2000 EM.TV Kursziel 140 Euro Value Research
29.03.2000 EM.TV bei Kursschwäche zukaufen Bayerische LB
29.03.2000 EM.TV kaufen Sparkasse Norden
31.03.2000 EM.TV Kursziel 120 Euro AC Research
31.03.2000 EM.TV Kurspotential 120 Euro M.M.Warburg & CO
03.04.2000 EM.TV kaufen Chartanalyst
04.04.2000 EM.TV angeschlagen GSC Research
06.04.2000 EM.TV Erholung abwarten Wieland Staud
06.04.2000 EM.TV Kursziel 140 Euro SchmidtBank
13.04.2000 EM.TV kaufen Telebörse
19.04.2000 EM.TV kaufen M.M.Warburg & CO
20.04.2000 EM.TV kaufen Hornblower Fischer
25.04.2000 EM.TV Kursziel 105 Euro Merrill Lynch
28.04.2000 EM.TV Kursziel 115 Euro Merrill Lynch
02.05.2000 EM.TV Kursziel 135 Euro Aktienservice Research
04.05.2000 EM.TV bleibt empfehlenswert Sal. Oppenheim
05.05.2000 EM.TV expandiert weiter Wirtschaftswoche heute
09.05.2000 EM.TV weiter "Strong Buy" Merrill Lynch
09.05.2000 EM.TV aussichtsreich Bayerische LB
10.05.2000 EM.TV Kursziel 120 Euro M.M.Warburg & CO
15.05.2000 EM.TV halten Neue Aktien weekly
19.05.2000 EM.TV Kursziel 130 Euro Der Aktionär
22.05.2000 EM.TV ist starker Kauf Sparkasse Norden
02.06.2000 EM.TV akkumulieren Chartanalyst
08.06.2000 EM.TV übergewichten Kant VM
08.06.2000 EM.TV weiter akkumulieren DG Bank
08.06.2000 EM.TV Unterstützung bei 65 Euro Frankfurter Tagesdienst
08.06.2000 EM.TV bleibt empfehlenswert Merrill Lynch
13.06.2000 EM.TV Kursziel 100 Euro M.M.Warburg & CO
13.06.2000 EM.TV Kursziel 115 Euro Aktienservice Research
15.06.2000 EM.TV Abschwächung Der Aktionärsbrief
16.06.2000 EM.TV kaufen Wertpapier
19.06.2000 EM.TV halten Platow Brief
26.06.2000 EM.TV Trendwendesignal? M.M.Warburg & CO
28.06.2000 EM.TV fair bewertet Wirtschaftswoche heute
30.06.2000 EM.TV halten Telebörse
05.07.2000 EM.TV kaufen NewTec-Investor
07.07.2000 EM.TV aussichtsreich Chartanalyst
11.07.2000 EM.TV halten Berliner Börsenbrief
13.07.2000 EM.TV kaufen LB Baden-Württemberg
14.07.2000 EM.TV & Merchandising Value Research
14.07.2000 EM.TV Upgrade Metzler Equity Research
21.07.2000 EM.TV spekulativer Kauf Stadtsparkasse Köln
21.07.2000 EM.TV abwarten Neuer Markt Inside
26.07.2000 EM.TV Kursziel 115 Euro Merrill Lynch
27.07.2000 EM.TV übergewichten Kant VM
27.07.2000 EM.TV neutral Neuer Markt Inside
27.07.2000 EM.TV bleibt kaufenswert M.M.Warburg & CO
01.08.2000 EM.TV Kursziel 90 Euro Credit Suisse First Boston
01.08.2000 EM.TV riskant GSC Research
02.08.2000 EM.TV fairer Wert bei 72 Euro HSBC Trinkaus & Burkhardt
02.08.2000 EM.TV kaufen M.M.Warburg & CO
04.08.2000 EM.TV nicht im Plan? DG Bank
07.08.2000 EM.TV haltenswert Neue Aktien weekly
07.08.2000 EM.TV kaufen WestLB Panmure
11.08.2000 EM.TV langfristig kaufen Capital
11.08.2000 EM.TV Kursziel 79 Euro Sal. Oppenheim
15.08.2000 EM.TV Ausbruch rückt näher M.M.Warburg & CO
16.08.2000 EM.TV charttechnisch interessant M.M.Warburg & CO
23.08.2000 EM.TV interessant NewTec-Investor
23.08.2000 EM.TV kaufen WestLB Panmure
24.08.2000 EM.TV weiter akkumulieren DG Bank
24.08.2000 EM.TV klarer Kauf BfG Bank
24.08.2000 Wachstum von EM.TV weiter ungebrochen ADX
25.08.2000 EM.TV weiter akkumulieren DG Bank
28.08.2000 Merrill Lynch empfiehlt EM.TV weiter zum Kauf ADX
29.08.2000 EM.TV Engel ohne Flügel Frankfurter Tagesdienst
30.08.2000 EM.TV weiter abwärts Finanzen Neuer Markt
30.08.2000 EM.TV Kursziel 93 Euro BfG Bank
30.08.2000 EM.TV Kursziel 90 Euro Merrill Lynch
31.08.2000 EM.TV neutral Der Aktionär
06.09.2000 EM.TV Kursziel 82 Euro Wieland Staud
07.09.2000 EM.TV 75 Euro in Sicht Telebörse
08.09.2000 EM.TV vor Ausbruch? Chartanalyst
11.09.2000 EM.TV kaufen Aktienforum-Inter.net
13.09.2000 EM.TV mit "Stop-Buy" kaufen NewTec-Investor
13.09.2000 EM.TV kaufen J.P. Morgan
14.09.2000 EM.TV Kursziel 72 Euro HSBC Trinkaus & Burkhardt
21.09.2000 EM.TV übergewichten Bayerische LB
25.09.2000 EM.TV charttechnische Wende? Finanzen Aktien
27.09.2000 EM.TV verkaufen Hauck & Aufhäuser
02.10.2000 EM.TV Marketperformer SES Research
02.10.2000 EM.TV kaufen Sal. Oppenheim
04.10.2000 EM.TV interessant GSC Research
09.10.2000 EM.TV Marketperformer SES Research
09.10.2000 EM.TV weiter halten Bankhaus Metzler
09.10.2000 EM.TV Kursziel 75 Euro M.M.Warburg & CO
09.10.2000 EM.TV halten LB Baden-Württemberg
10.10.2000 EM.TV antizyklisch kaufen Kant VM
10.10.2000 EM.TV weniger interessant Neuer Markt Inside
10.10.2000 EM.TV akkumulieren Hornblower Fischer
10.10.2000 EM.TV bereits Wiedereinstiegskurse? M.M.Warburg & CO
10.10.2000 EM.TV akkumulieren DG Bank
10.10.2000 EM.TV Vertrauen zerstört? Financial Times Deutschland
10.10.2000 EM.TV jetzt einsteigen Suntrade
10.10.2000 EM.TV halten BfG Bank
11.10.2000 EM.TV spekulativ kaufen SchmidtBank
11.10.2000 EM.TV noch haltenswert Platow Brief
12.10.2000 EM.TV Kursziel 75 Euro M.M.Warburg & CO
12.10.2000 EM.TV eine klare Verkaufsposition Finanzen Neuer Markt
12.10.2000 EM.TV marktkonform WestLB
16.10.2000 EM.TV nicht mehr attraktiv Frankfurter Börsenbriefe
16.10.2000 EM.TV noch abwarten Trading Division
16.10.2000 EM.TV verkaufen Finanzen Aktien
18.10.2000 EM.TV verunsichert Anleger Der Aktionär
23.10.2000 EM.TV akkumulieren Performaxx
27.10.2000 EM.TV downgrade Börse NOW
27.10.2000 EM.TV halten Nord LB
27.10.2000 EM.TV mit besten Marktchancen Financial Times Deutschland
01.11.2000 EM.TV halten Berenberg Bank
13.11.2000 EM.TV abwarten Technical Investor
14.11.2000 EM.TV Schnäppchenjagd Neuer Markt Inside
16.11.2000 EM.TV mit 52 Euro fair bewertet BHF-Bank
17.11.2000 EM.TV weiterhin Unsicherheit Financial Times Deutschland
17.11.2000 EM.TV Kursziel 75 Euro aktienzeit
22.11.2000 EM.TV vergleichsweise günstig Der Aktionär
24.11.2000 EM.TV spekulativ kaufen fnet.de Research
27.11.2000 EM.TV halten Neue Aktien weekly
27.11.2000 EM.TV weiter abwärts Frankfurter Börsenbriefe
27.11.2000 EM.TV Kurspotenzial Aktienservice Research
28.11.2000 EM.TV Alles andere als Pleite Performaxx
29.11.2000 EM.TV übergewichten Kant VM
29.11.2000 EM.TV technisch kein Kauf M.M.Warburg & CO
29.11.2000 EM.TV spekulativ kaufen Performaxx
29.11.2000 EM.TV im Abwärtstrend Technical Investor
29.11.2000 EM.TV Engagements zurückstellen Platow Brief
30.11.2000 EM.TV meiden Aktienforum-Inter.net
30.11.2000 EM.TV Kirch-Einstieg unwahrsch. BHF-Bank
30.11.2000 EM.TV abwarten Neuer Markt Inside
30.11.2000 EM.TV Watchlist BfG Bank
30.11.2000 EM.TV mit 17-24 Euro fair bewertet ABN Amro
01.12.2000 EM.TV Watchlist BfG Bank
01.12.2000 EM.TV Kurspotenzial von 60% DG Bank
01.12.2000 EM.TV spekulativ kaufen Performaxx
04.12.2000 EM.TV Finger weg Backfire Weekly
04.12.2000 EM.TV bestenfalls halten Neue Aktien weekly
04.12.2000 EM.TV verkaufen KERN Neuer Markt
04.12.2000 EM.TV verkaufen Finanzwoche
04.12.2000 EM.TV wilde Spekulationen Finanzen Aktien
04.12.2000 EM.TV reduzieren LB Baden-Württemberg
04.12.2000 EM.TV Marketperformer J.P. Morgan
04.12.2000 EM.TV halten BfG Bank
04.12.2000 EM.TV verliert um 40 Prozent Financial Times
04.12.2000 EM.TV verkaufen Frankfurter Börsenbriefe
05.12.2000 EM.TV verkaufen ABN Amro
05.12.2000 EM.TV untergewichten Kant VM
05.12.2000 EM.TV verkaufen Financial Times
05.12.2000 Schlachtfest bei EM.TV Frankfurter Tagesdienst
06.12.2000 EM.TV verkaufen Aktienservice Research
06.12.2000 EM.TV weiter Unklarheit SES Research
06.12.2000 EM.TV momentan meiden Bluebull
06.12.2000 EM.TV Kurszusammenbruch Finanzwoche
06.12.2000 EM.TV Zwangsverkauf lohnt nicht Neuer Markt Inside
06.12.2000 EM.TV Zockerpapier Finanzen Neuer Markt
06.12.2000 EM.TV Outperformer Morgan Stanley Dean Witter
06.12.2000 EM.TV marktneutral Performaxx
07.12.2000 EM.TV nichts für schwache Nerven BörsenAgent
07.12.2000 EM.TV mit 8,90 Euro fair bewertet Commerzbank
07.12.2000 EM.TV & Merchandising neutral Merrill Lynch
08.12.2000 EM.TV Spielpapier Fuchsbriefe
08.12.2000 EM.TV verkaufen Nice*Letter
08.12.2000 EM.TV Bewegung komplett Technical Investor
08.12.2000 EM.TV drohen weitere Verlust Financial Times Deutschland


Gigaguru


PS: Gegen den Users Infomatek, der noch bis vor kurzem unter dem den ID’s Alladinn, Nasday1000 und cesarus (inzwischen alle gesperrt) das WO-Board mit subversiven Aktivitäten sabotierte, wird ein Strafverfahren eingeleitet. Wallstreet Online habe ich diesbezüglich bereits um eine entsprechende Prüfung der Userdaten gebeten.
Die Strategie der KirchGruppe

Nach dem Einstieg bei der angeschlagenen EM.TV erläutern die Geschäftsführer der KirchGruppe, Dieter Hahn und Jan Mojto, ihre neuen Pläne

WELT am SONNTAG: Die KirchGruppe galt lange Zeit als finanziell angeschlagen. Jetzt tritt sie als Retterin des krisengeschüttelten Medienunternehmens EM.TV auf. Wie passt das zusammen?
Dieter Hahn: Trotz aller Unterstellungen in der Vergangenheit steht die KirchGruppe wirtschaftlich sehr gut da. EM.TV musste nicht gerettet werden, sondern suchte einen starken Partner. Es ist natürlich, dass man sich mit dem Unternehmen verbindet, mit dem man über den Rechtestock an dem Kinder- und Familienprogramm Junior TV und der Filmfirma Constantin schon jahrelang zusammengearbeitet hat.

WELT am SONNTAG: Warum haben Sie sich mit einer Minderheitsbeteiligung begnügt?

Hahn: Die Familie Haffa wollte als größter Aktionär und Gründungsunternehmer nicht ausscheiden und damit waren von vornherein weitergehende Überlegungen klar begrenzt.

WELT am SONNTAG: Werden Sie EM.TV durch stärkere Einkäufe Ihrer Sender unter die Arme greifen?

Jan Mojto: Nein. Eine Quersubventionierung wird es nicht geben. Die börsennotierten Sender kaufen ihre Programme nach Bedarf und zu Marktpreisen ein.
WELT am SONNTAG: Sie beteiligen sich an einer Firma, deren Mitarbeiter nach dem Kurssturz ziemlich demotiviert sein müssen.

Hahn: Wir haben Vertrauen in das Management, dass in seinem Kerngeschäft jetzt erfolgreich arbeiten wird. Dieses Vertrauen war bereits vor zwei Jahren ausschlaggebend, als wir unsere Hälfte von Junior TV an EM.TV abgaben - neben dem damals zugegebenermaßen notwendigen Mittelzufluss. Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn man mal weniger an den Börsenkurs und mehr an das Geschäft denkt.

WELT am SONNTAG: Woher nehmen Sie das Vertrauen in das EM-TV-Management, insbesondere in Thomas Haffa, der sich offensichtlich überhoben hat?

Mojto: Wir und Leo Kirch glauben, dass Herr Haffa seine Aufgaben in Zukunft hervorragend lösen kann. Wir kennen ihn seit Jahren. Er ist heute einer der besten Kenner des TV-Kindermarktes und des Merchandisinggeschäfts.

Hahn: Kein Unternehmen, egal, ob es EM.TV oder anders heißt, darf eine Ein-Mann-Veranstaltung sein, sondern muss aus einem Team bestehen.

Mojto: So wie wir uns auch verstehen ...

WELT am SONNTAG: ... Das große Duo ...

Mojto: Nein, das haben wir nicht gesagt. Nur das Duo. Das "große" können Sie weglassen.

WELT am SONNTAG: Das Verhältnis zwischen Ihnen und Herrn Haffa hatte sich doch abgekühlt, nachdem Sie nicht von seinem Einstieg bei Jim Henson - also der Muppet-Show - und Formel 1 vorab informiert waren.

Mojto: Aber wir haben doch nicht die Geschäfte von Herrn Haffa geführt. Diese Vorstellung, dass Herr Kirch in München sitzt und alle Drähte zieht, ist doch abwegig. Wir kümmern uns um unsere eigenen Geschäfte.
hi gigaguru!!!

lesen immer wieder mit belustigung die ganzen mails hier,
und wie ernst die ganze sache genommen wird!!

hier sind viele verschiedene charaktere vertreten,
jeder kann doch seine meinung kundtun, ohne das man
gleich persönlich werden sollte!!!

kenne die typen wie rv, infomatek usw..
haben leider keine ahnung spielen sich aber groß auf, und denken sie können hier irgendwas beeinflussen!!!

ist doch wirklich lächerlich, wenn irgendjemand denkt, hier kann man die börse mit seinen postings beeinflussen!!!

aber macht weiter so, ist auch eine form der unterhaltung, und wer sonst nichts zu sagen hat, hier kann er es!!!

so long!!


übrigend denke ich auch, daß wir wieder bessere zeiten bei em tv sehen werden. solche meinungen wie von kirch ausschlachten, vorstand ohne haffa, fairer wert 0,90 usw

einfach lächerlich!!
Gayguru,

gegen den einzigen, gegen den hier ein Strafverfahren eingeleitet wird und der unter Beobachtung der Wertaufsichtsbehörde steht, das bist DU.

Glaubst Du nicht auch, daß Du langweilig wirst mit Deinen ständigen Drohungen? Wo sind denn deine ganzen Rechtsanwälte?

ROTFL !!! :laugh:


Infomatek
... ein psychologischer Seiltanz ... bravo ... kann ja auch nicht angehen, dass der ehemalige Börsenliebling den Bach runter geht ... feiner Schachzug Gigaguru ... so selbstlos :confused: ... oder wie gleiche ich meine Verluste mit Infomatec aus ... nur als kleiner Denkanstoss :eek: ... :cool:
Freitag 8. Dezember 2000, 11:05 Uhr

Händler: Nachlassender Verkaufsdruck bei EM.TV-AKtien
Frankfurt (Reuters) - Die Aktien des Filmrechtehändlers EM.TV Merchandising AG haben am Freitagmorgen nach Händlerangaben aufgrund des nachlassenden Verkaufsdrucks und gleichzeitigen Neukäufen kräftig zugelegt. Die Titel der am Neuen Markt gelisteten Gesellschaft stiegen am Freitagmorgen bei einem freundlichen Gesamtmarkt um 11,11 Prozent auf 8,00 Euro und setzten damit ihre Auftwärtsbewegung des Vortages fort. Am Donnerstag war das Papier von seinem Tief bei 5,56 Euro auf einen Schlusskurs von 7,20 Euro gestiegen.


"Der Kurseinbruch der Aktie in den vergangenen Tagen war wohl doch etwas übertrieben", sagte M.M. Warburg- Händler Jürgen Hufnagel. Bei dem niedrigen Kursnivau der Titel stiegen nun offensichtlich wieder Privatanleger in den Wert ein. Bei einer positiven Tendenz des Neuen Marktes könne die Aktie bis zum Frühling durchaus auf 13 bis 15 Euro steigen, fügte er hinzu.


Ein weiterer Börsianer sagte, der Verkaufsdruck auf die Aktie sei gewichen. Vor allem institutionelle Anleger, die sich nach den Negativmeldungen des Unternehmens von ihren EM.TV-Aktien trennen wollten, hätten dies in den vergangenen Tagen getan. Nachdem die Titel jetzt ihren Abwärtstrend beendet hätten, sei aus charttechnischer Sicht ein Anstieg auf rund 15 Euro möglich, sagte der Händler weiter.
11. Dezember 2000: Spiegel-Gespräch mit EM.TV-Chef Haffa


"Ja, wir haben Fehler gemacht"

Der EM.TV-Gründer Thomas Haffa schließt einen Rücktritt als Vorstandschef nicht mehr aus. Mit dem SPIEGEL sprach Haffa über den Absturz seines Unternehmens, das verspielte Vertrauen der Anleger, die Rolle von Leo Kirch und seine Zukunft als Unternehmer.




SPIEGEL: Herr Haffa, viele Anleger fühlen sich von Ihnen hintergangen. Zahlreiche Klagen sind gegen Sie und Ihre Firma EM.TV angekündigt, der Oberstaatsanwalt in München und das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel sind bereits eingeschaltet. Sind Sie ein Betrüger?

Haffa: Quatsch. Wir handeln nach bestem Wissen und Gewissen. Wir haben das schwierigste Jahr der EM.TV hinter uns, ein Jahr wichtiger Akquisitionen, aber auch ein Jahr der Enttäuschungen – vor allem am vorletzten Freitag, als wir die Investoren informieren mussten, dass wir unsere erwarteten Zahlen nicht erreichen können.

SPIEGEL: Eine nette Formulierung für die Tatsache, dass sich EM.TV bei der Ermittlung des Gewinns für das Jahr 2000 um über eine halbe Milliarde Mark geirrt hat. Können Sie nicht rechnen?

Haffa: Das ist keine Frage der Mathematik, sondern der komplizierten Zusammenführung von drei verschiedenen Bilanzsystemen. Ich bin davon ausgegangen – und so sahen es die Verträge auch vor –, dass wir die Gewinne unserer großen Übernahmen und Beteiligungen schon jetzt in der Bilanz verbuchen können, beispielsweise bei dem amerikanischen Studio Jim Henson Company sowie der Formel 1. Offenbar ist dies aber nicht der Fall.

SPIEGEL: Noch vor sieben Wochen haben Sie verkündet, im operativen Geschäft sei alles in Ordnung. Haben Sie das wirklich selbst geglaubt?

Haffa: Wir haben in der Phase der Akquisition den Fehler gemacht, dass wir operativ nicht so mitgehalten haben, wie es angesichts der Dimensionen unserer Investitionen nötig gewesen wäre.

SPIEGEL: Und der verblüffte Aktionär registriert, dass der angebliche Börsenstar EM.TV im Jahr 2000 unter dem Strich auf einmal rund 350 Millionen Mark Verlust macht – ein schieres Desaster.

Haffa: Unserem Börsenkurs können Sie entnehmen, dass es der Anleger offensichtlich so empfindet.

SPIEGEL: Ist die Finanzbuchhaltung von EM.TV so schlampig geführt worden, dass man die Auswirkungen von Zukäufen auf die Bilanz nicht – wie in anderen Unternehmen üblich – vorher erfassen konnte?

Haffa: Nein, schlampig ist der falsche Ausdruck. Wir haben die Faktoren der Bilanzierung nicht tief genug betrachtet.

SPIEGEL: EM.TV wollte ein großer Medienkonzern sein, hatte aber nur die Instrumente eines kleinen Mittelständlers?

Haffa: Ich habe Ihnen gerade zugestanden, dass wir im operativen Bereich offensichtlich Fehler gemacht haben. Wir bemühen uns, die auszumerzen.

SPIEGEL: Vielleicht wollten Sie die Probleme einfach nicht wahrhaben? Selbst die eher zurückhaltende "Börsen-Zeitung" ortet eine "bedenkliche Schönfärberei".

Haffa: Wir haben nichts schöngefärbt. Wir haben Riesengelegenheiten gehabt und haben sie in einem sehr euphorischen Umfeld genutzt. EM.TV hat dadurch ungeheure Werte bekommen, die nachhaltig sind. Und jetzt kann ich Ihnen zum dritten Mal sagen: Ja, wir haben dabei Fehler gemacht. Dazu stehe ich.

SPIEGEL: Offenbar war das Topmanagement zweit- bis drittklassig. Haben Sie bei Ihrem bereits geschassten jüngeren Bruder Florian, der die Finanzen verantwortete, richtig hingeschaut? Er hatte für das erste Halbjahr zunächst falsche Zahlen gemeldet, die später nach unten korrigiert werden mussten.

Haffa: Ich glaube nicht, dass die Probleme speziell mit meinem Bruder zu tun haben. Mit Rolf Rickmeyer, der das Finanzressort übernommen hat, hätte uns die aktuelle Krise aber nicht mit dieser Wucht getroffen, da er viel Erfahrung hat und die Dinge nüchtern sieht.

SPIEGEL: Da ist jetzt wohl einiges zu richten. Innerhalb von wenigen Monaten hat Ihr Unternehmen EM.TV – meist auf Pump – mehrere Milliarden Mark für große Deals ausgegeben, die sich nun als völlig überteuert erweisen. Beispielsweise zahlten Sie über 1,3 Milliarden Mark für das angeschlagene US-Studio Henson und dessen "Muppets-Show".

Haffa: Ich will nicht ausschließen, dass wir in der Euphorie vielleicht auch ein bisschen zu viel bezahlt haben. Die "Muppets" aber lohnen sich, glauben Sie mir. Wir sind ein Anbieter von Kinder- und Familienprogramm und leben von Marken. Eine davon ist "Junior", wo wir mit unserem Partner Leo Kirch Serien wie "Heidi" vermarkten, die anderen Marken kommen von Henson. Für eine wirkliche Internationalisierung brauchten wir einen amerikanischen Partner.

SPIEGEL: Aber auch zu diesem Kaufpreis? Schließlich schreibt das Unternehmen rote Zahlen.

Haffa: Das lag in der Vergangenheit insbesondere an dem defizitären Fernsehkanal Odyssey Channel, den wir aber inzwischen in ein anderes Medienunternehmen, die Crown Media, eingebracht haben. Nächstes Jahr ist Henson profitabel.

SPIEGEL: Ausgerechnet einen Schatz der Jim Henson Company, die Rechte an den populären Figuren der "Sesamstraße", haben Sie verkauft. Offenbar brauchten Sie dringend den Erlös von 180 Millionen Dollar.

Haffa: Bislang bekam Henson jährlich gerade mal 18 Millionen Dollar für diese Rechte. Es war hundertprozentig richtig, sich dieses Cash jetzt zu sichern. Wir wissen nicht, was mit der "Sesamstraße" in fünf Jahren ist. Und außerdem hat sich EM.TV die Merchandising-Rechte für Europa gesichert.

SPIEGEL: Das Füllhorn haben Sie auch beim Einstieg in die Formel 1 im März ausgeschüttet. Für 50 Prozent der Anteile zahlte EM.TV an zwei Finanzfirmen rund 3,6 Milliarden Mark – und Rennsport-Patron Bernie Ecclestone durfte sogar persönlich eine Extraprovision von sage und schreibe 30 Millionen Dollar als "signing bonus" kassieren. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Sie das Geld der Anleger verschleudert haben.

Haffa: Davon kann kein Rede sein. Wir hatten keine Wahl und mussten auch mit dem Trust der Ecclestone-Familie verhandeln. Einem Formel-1-Deal muss Ecclestone zustimmen. Natürlich kann man jetzt diskutieren, ob das zu teuer bezahlt war. Aber strategisch war der Kauf richtig.

SPIEGEL: Es ist doch merkwürdig, dass Ihr Geschäftspartner Leo Kirch für die Übernahme von Formel-1-Anteilen jetzt deutlich weniger zahlt als zuvor EM.TV.

Haffa: Die Anteile von fast 25 Prozent an der Formel 1, die wir ihm für 550 Millionen Dollar verkaufen wollen, stehen mit rund 610 Millionen Dollar in unseren Büchern. Das ist rechnerisch weniger, aber es handelt sich ja auch um einen Minderheitsanteil. Außerdem darf man diese Zahl nicht isoliert sehen, sondern im Gesamtpaket des Kirch-Deals.

SPIEGEL: Noch mal rund zwei Milliarden Mark müssen an Ecclestone für weitere 25 Prozent der Formel 1 gezahlt werden – doch auch dann haben EM.TV und Kirch nicht die Mehrheit der Stimmen. Haben Sie sich über den Tisch ziehen lassen?

Haffa: Der Deal ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt viele Gespräche über eine Neugestaltung der Formel 1, auch mit den großen Autoherstellern. Was wir letztlich wollen, ist das Marketing und Merchandising für die Grand-Prix-Rennen.

SPIEGEL: Was sucht eigentlich ein Spezialist für Kinderprogramme im Formel-1-Zirkus?

Haffa: Wir verstehen uns als Unternehmen, das Inhalte vermarktet sowie Marken aufbaut und führt. Formel 1 ist eine große Marke mit einem riesigen Wachstumspotenzial.

SPIEGEL: Das ist die Strategie eines Gemischtwarenladens. Man kann nicht alles machen, wie der Absturz von EM.TV beispielhaft zeigt.

Haffa: Was haben Sie eigentlich? Wir haben schon immer mit Sportrechten zu tun gehabt. So vermarkten wir die Boxkämpfe von Mike Tyson und die Snowboard-Weltmeisterschaften.

SPIEGEL: Uns drängt sich der Eindruck auf, dass EM.TV pausenlos neue Ideen lanciert hat, ohne dass sich in der Firma jemand genügend um die alten Projekte kümmerte.

Haffa: Wir sind sehr stark gewachsen, keine Frage. Aber wir haben dabei wertvolles Vermögen geschaffen.

SPIEGEL: Die Folge ist eine bedenkliche Schieflage mit Verbindlichkeiten von brutto rund vier Milliarden Mark. Wann ist Ihnen klar geworden, dass EM.TV die Hilfe eines neuen Gesellschafters braucht?

Haffa: Die EM.TV-Gruppe hat momentan 2,5 Milliarden Finanzschulden. Die Überlegungen begannen, als der Börsenkurs ins Rutschen kam. Wir konnten und wollten die weiteren Lasten aus der Formel 1 nicht allein tragen.

SPIEGEL: Und dann stand Ihr Ziehvater Leo Kirch, bei dem Sie in den achtziger Jahren als Geschäftsführer arbeiteten, zufällig bereit.

Haffa: Die Formel 1 ist für viele ein attraktives Thema, deshalb haben wir auch mit zwei anderen Interessenten intensiv verhandelt. Aber wir kamen zum Ergebnis, dass die Kirch-Gruppe am besten passt. Sie ist uns vorher schon am nächsten gewesen, da wir gemeinsam "Junior.TV" vermarkten.

SPIEGEL: Über dieses Vehikel wurde das Börsenwunder EM.TV überhaupt erst möglich – Kirch kaufte die Fernsehrechte für Serien aus seinem eigenen Kinder- und Jugend-Archiv, das er zuvor zur Hälfte an EM.TV übertragen hatte, über seinen Sender Sat.1 einfach für 200 Millionen Mark zurück. Ein Kreisverkehr, der künstlich Umsatzvolumen schafft.

Haffa: Bei der Gründung unseres "Junior"-Joint-Ventures Ende 1998 brauchte Kirch Geld. Seitdem haben wir bewiesen, dass wir die Programme gut vermarkten können. "Junior" ist in über 30 Länder verkauft.

SPIEGEL: Kirch soll zunächst 25 Prozent der Stimmrechte und knapp 17 Prozent des Kapitals von EM.TV bekommen. Warum hat er nicht wie geplant auf einen Schlag die Mehrheit übernommen?

Haffa: Wir haben eine Übernahme durch Kirch diskutiert. Ich wollte aber keine Aktien abgeben, das ist nicht meine Art. Ich bin hier als Unternehmer angetreten, da kann man doch nicht das Handtuch werfen, wenn der erste Sturm kommt. Die Aktionäre hätten sonst das Gefühl bekommen, ich würde viele hundert Millionen abkassieren und sie alleine stehen lassen.

SPIEGEL: Faktisch wird EM.TV künftig von Kirch dominiert ...

Haffa: ... nein, nicht dominiert.

SPIEGEL: Weitere Deals mit Kirch werden folgen. So ist nach unseren Informationen geplant, dass die Firma Merchandising München aus Kirchs Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 Media AG herausgelöst und mit EM.TV zusammengeführt wird.

Haffa: Das würde ich als attraktiv empfinden. Vereinbart ist aber noch nichts.

SPIEGEL: Sind Sie künftig wieder Kirch-Angestellter?

Haffa: Nein. Ich habe, wenn diese Transaktion voraussichtlich im Februar 2001 gelaufen ist, 28 Prozent der Stimmrechte von EM.TV und rund 36 Prozent der Aktien – insgesamt 62 Millionen Stück.

SPIEGEL: Wenn Sie nicht wieder mal, wie in der Vergangenheit, EM.TV-Aktienpakete verkaufen.

Haffa: Worauf wollen Sie hinaus? Ich habe natürlich im Laufe der vergangenen Jahre Aktien abgegeben. Richtig ist auch, dass ich in den ersten zwei Monaten dieses Jahres ein kleines Paket von 200 000 Stück an einen strategischen, institutionellen Investor verkauft habe.

SPIEGEL: Bei einem Kurs von damals rund 100 Euro eine Einnahme von etwa 40 Millionen Mark – ein attraktives Insider-Geschäft, wie Kritiker argwöhnen?

Haffa: Unsinn. Damals war von einer negativen Entwicklung unserer Aktie nichts zu ahnen. Ich habe die Aktien auch nicht über die Börse verkauft, sondern an einen Investor, der an mich herangetreten war.

SPIEGEL: Was wird aus der 45-Prozent-Beteiligung an der Tele-München-Gruppe des Filmhändlers Herbert Kloiber, der sich als scharfer Rivale von Kirch gibt?

Haffa: Die aktuelle Entwicklung kann Kloiber nicht gefallen. Unsere Entscheidung pro Kirch sieht er als Entscheidung gegen sich an. Ich würde Tele München gern behalten, aber es lässt sich nicht vereinbaren. Wir müssen uns von Kloiber trennen.

SPIEGEL: Das kann dauern. Kloiber soll jene 800 Millionen Mark zurückzahlen, die er im September 1999 von EM.TV bekommen hat, fordert Kirch. Kloiber dagegen bietet nur rund 400 Millionen – er habe ja seinen früheren Verkaufserlös zur Hälfte versteuern müssen.

Haffa: Eine solche Konstellation ist normal, wenn der eine etwas verkaufen und der andere etwas kaufen will. 400 Millionen sind ein Wunschkonzert.

SPIEGEL: Ist EM.TV nach den Wirren der vergangenen Monate zum Sanierungsfall geworden?

Haffa: Das Wort ist falsch. Aber wir müssen das Unternehmen restrukturieren. Das bezieht sich zum einen auf die Kosten, betrifft aber primär die Leistungsseite.

SPIEGEL: Der Traum vom großen Medienweltkonzern scheint ausgeträumt. Geht es künftig bei EM.TV bescheidener zu – und realistischer?

Haffa: Wir müssen uns wieder auf unsere alten Stärken und Tugenden konzentrieren und einfach Geschäft machen. Es sind einige Sachen in der Pipeline.

SPIEGEL: Im März war EM.TV rund 27 Milliarden Mark wert, jetzt sind es gerade mal 2 Milliarden. Da ist doch eine riesengroße Seifenblase geplatzt.

Haffa: Das Problem des Börsenkurses ist so, wie es ist. Das kann ich nicht diskutieren. Ich kann nur sagen: Die Werte im Unternehmen sind heute mehr wert als der Börsenkurs. Und man darf auch nicht vergessen, dass der gesamte Neue Markt Probleme hat.

SPIEGEL: EM.TV hat den Neuen Markt viele Monate lang hochgezogen, jetzt zieht der Wert den Markt nach unten.

Haffa: Der Neue Markt ging vor uns runter. Wir haben ihn nicht gehalten.

SPIEGEL: Sie untertreiben. Die Bewegung der so genannten New Economy brauchte eine Leitfigur – und diese Rolle haben Sie in Deutschland gespielt.

Haffa: Das sagt und schreibt man.

SPIEGEL: Und Sie haben es gern gelesen, wenn Sie als Popstar des Kapitals und als Galionsfigur des Neuen Marktes beschrieben wurden.

Haffa: Alles Titulierungen der Medien. Ich habe mich niemals als Macher des Neuen Marktes gesehen, sondern als Verantwortlicher für ein dynamisches Unternehmen namens EM.TV.

SPIEGEL: Sie haben in großen Zeiten anklingen lassen, dass Sie im April 2002, zum 50. Geburtstag, mit EM.TV größer als der amerikanische Disney-Konzern sein werden. Würden Sie aus heutiger Sicht eine Prognose wagen, wo EM.TV zu diesem Zeitpunkt steht?

Haffa: Das mit Disney waren nur Spekulationen, die aufgekommen sind ...

SPIEGEL: ... und die Sie nie dementierten.

Haffa: Ich diskutiere nicht über andere, ich kann nur über meine eigene Firma reden. Wir sind durch eine schwierige Phase gelaufen, in den kommenden Jahren werden wir uns sehr vernünftig nach vorn entwickeln.

SPIEGEL: Wer soll Ihnen das noch glauben? Nach den vielen leeren Versprechungen, falschen Zahlen und hohlen Prognosen ist das Vertrauen von Analysten und Investoren dahin.

Haffa: Wir werden versuchen, es wieder herzustellen, indem wir ordentliche Zahlen und Berichte liefern. Wenn das nicht gelingt, werde ich wohl über die Konsequenzen nachdenken müssen.

SPIEGEL: Welche Frist setzen Sie sich? Derzeit ist die EM.TV-Aktie – gemessen am Höchstwert von 115 Euro im Februar – mit einem Kurs von rund 7 Euro ein hochriskantes Billigpapier.

Haffa: Die Börse unterliegt Gesetzen, die nicht von uns gemacht werden. Deshalb möchte ich mich weder auf einen Zeitraum noch einen Zielkurs festlegen.

SPIEGEL: Eine Zeitlang waren Sie Stammgast in Klatschblättern wie "Bunte" oder "Gala". Müssen Sie auch Ihren persönlichen Lebensstil ändern?

Haffa: Ja, natürlich. Die Storys über mich haben eine unerwünschte Eigendynamik bekommen. Wir haben das schon reduziert. Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Ich musste auch lernen, mit der Öffentlichkeit umzugehen.

SPIEGEL: Sie gelten als Freund von Yachten, Flugzeugen und Prachtvillen, als jemand, der den Luxus genießt. Damit kommen Sie zwangsläufig in die Schlagzeilen.

Haffa: Ich will nicht verhehlen: Ich bin ein Mann, der von unten kommt. Schon als Bub hatte ich eine Leidenschaft: Boote. Damals war es ein Klepper-Paddelboot, heute sind die Schiffe halt größer geworden. Warum auch nicht? Ich habe mir alles selbst erarbeitet, EM.TV ist nach wie vor eine Erfolgsgeschichte. Aber ich kann Sie beruhigen: Dieses Jahr war ich gerade mal fünf Tage auf meinem Schiff.

SPIEGEL: Die zweite Leidenschaft ist Fliegen. Wollen Sie die Münchner Firma Air Independence, die über einen Lear-Jet und eine Challenger verfügt, weiter betreiben?

Haffa: Das Unternehmen gehört weitgehend mir und meinem Bruder Florian. Air Independence unterhält und verchartert erfolgreich Flugzeuge – ohne mein Zutun.

SPIEGEL: Und was ist mit dem verbreiteten Gerücht, Sie hätten auf Grund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Ihre Immobilien bereits Ihrer Frau übertragen?

Haffa: Unfug, alles Unfug.

SPIEGEL: Herr Haffa, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
@Gigaguru,
25% Umsatzrendite? Das meinte ich eben mit Phantasie (Phantasterei wäre wohl angemessener).


Quelle: Der Spiegel

Ja ... bei diesen Antworten muss auch Gigaguru eingestehen, dass jeder weitere Kommentar überflüssig ist ... aber jeder ist für seine Anlageentscheidung Eigenverantwortlich ...
David
Moderator
Hallo,
ich habe eine sehr schöne Grafik gefunden, auf der man sieht wie gut die Analysten der "Großen" liegen.


© DER SPIEGEL
@ gigaguru

Inhaltlich habe ich einige Bedenken:

Auf der Aktivseite lautet die zentrale Frage, was sind die Beteiligungen wert. Hier gibst du uns sogenannt konservativ geschätzte Beteiligungswerte vor, welche nicht nachvollziehbar sind.
Die korrekte Wertermittlung müsste lauten : Abdiskontierung der zukünftigen Cash Flows / Cash losses.

Auf der Ertragsseite gibst du nicht verständliche Umsatzprognosen (2001: 750 Mio; 2002: 1 Mrd) zum Besten; Wachstum 33% und dies ohne Akquisitionen !!
Auch der Gewinn/Aktie von 1,75 Euro ist überhaupt nicht plausibilisierbar; genauso gut kann ich behaupten, dass im 2002 ein Verlust von 2 Euro pro Aktie zu erwarten ist.

Bei allem Respekt für deine Arbeit muss ich aber folgern:
Man merkt die Absicht und ist verstimmt.
Gruss frj :D:D
Ich hätte zu dieser Schönrechnerei ja eher Stellung genommen, aber ich hänge auch nicht ständig am Computer.

Die Rechnung, die ich vor einer Woche gemacht hatte, war (obwohl mit viel geringeren Informationen) erheblich realistischer als die Schönrednerei im Eingangsposting hier.

"Konservative Bewertung" der Substanz - HaHaHa!

Bei der Formel-1-Bewertung konntest Du nicht anders, Du musstest auf die Kirch-Bewertung runtergehen. Ich hatte da auch etwas zu hoch gelegen - aber das war vor dem Kirch-Deal. Bei TMG bist Du ja auch was runtergegangen, nachdem selbst Haffa zugestanden hat, dass die 800 Mio. nicht mehr erreichbar sind. Ich halte aber immer noch 500 Mio. für realistischer.
Die übrigen Bewertungen sind geradezu lächerlich hoch. Junior soll auf einmal 600 Mio. DM und damit mehr wert sein als beim Kauf, nachdem viele Lizenzen langfristig verkauft sind und nur noch Verluste geschrieben werden? Meine Bewertung vom 2.12. ist mit 300 Mio. DM da wesentlich realistischer. Ähnliches gilt für den Verlustbringer JHC.

Bei der Formel 1 hast Du Dich zwar an dem avisierten Kirch-Kaufpreis orientiert (der übrigens nur geringfügig über dem von mir am 2.12. vor Bekanntwerden dieses Deals geschätzten Wert liegt), Du hast aber ebenso wie ich damals vergessen, die inzwischen intensiv diskutierte Put-Option Ecclestones einzurechnen. Jedenfalls ergeben sich für die F1-Bewertung interessante Schwankungen:

Kaufpreis: 1700
Calloption EM.TV: 1960
Putoption Ecclestone: 1992
rv 2.12.00(!): 2,5 Mrd. DM, also 1050
Kaufpreis Kirch (4.12.00): 1150
Buchwert laut Haffa-Interview (9.12.00): 1250
Gigaguru (10.12.00): 1,2 Mrd Euro, also ca. 1000
rv 10.12.00 (unter Berücksichtigung der Put-Option): 730 bis 880

Vor allem der Buchwert (610 Mio. US$ für den Kirch-Anteil von knapp 25%) ist interessant. Bisher hörte man doch immer, ein Goodwill könne noch nicht ausgerechnet werden!? - Aber das nur am Rande

Wenn man mal optimistisch davon ausgeht, dass man den angesetzten Buchwert tatsächlich (z.B. bei den Rennställen) wirklich erlösen kann, hat die Put-Option Ecclestones für EM.TV einen negativen Wert von 996 - 625 = 371 Mio. USD, wenn man den Kaufpreis von Kirch zugrunde legt, sind das sogar minus 420 Mio. USD.

Insgesamt ist Deine Bewertung der Substanz keineswegs konservativ, sondern sehr optimistisch.

Deine Umsatzreihe kommt mir äußerst optimistisch vor. Aber sei`s drum.
Die Gewinnreihe aber ist völlig unrealistisch. Wie kommst Du auf 25% Gewinnmarge: in 2000 liegt die Gewinnmarge etwa bei minus 25%! (Wir werden unter dem Strich einen Verlust von ca. 350 Mio. DM sehen. Diese Zahl hat der Spiegel unwidersprochen in dem Haffa-Interview genannt; vor Bekanntgabe der 9-Monatszahlen habe ich am 2.12. 400 Mio. DM Verlust geschätzt.)

Natürlich kann sich das alles durch Teilverkäufe etc. verschieben. dann sind aber auch die Umsatzzahlen Makulatur. Bei einem Rückzug aufs Kerngeschäft hätten wir nicht einmal den halben Umsatz und einen erheblichen Verlust.

Wenn alles sehr gut läuft, kommt EM.TV 2002 wieder in die Gewinnzone. Alles andere ist Träumerei.

Zur Illustration noch einmal mein Posting vom 2.12., also nach der Gewinnwarnung aber vor den Ereignissen dieser Woche:

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von rv 02.12.00 23:50:18 3812289569
EM.TV+MERCHANDI.O.N.

Nachdem jetzt mit der gestrigen Adhoc ein grober Richtwert für die Jahreszahlen vorliegt, kann man eine grobe Rechnung wagen,
was das Unternehmen Wert ist.

Anteilige Zahlen der Beteigungen aufs ganze Jahr gerechnet ca.
TMG: Jahresumsatz ca. 200 Mio., EBIT ca. 20 Mio.
JH: Umsatz 220 Mio., EBIT -40 Mio.(zeitanteilig: 165/-30)
F1: Umsatz 800 Mio., EBIT 350 Mio. (zeitanteilig: 550/250)
Rest: Umsatz 385 Mio., EBIT -210 Mio.
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Summe: Umsatz 1300 Mio., EBIT 50 Mio.
Finanzergebnis -300 Mio. (allein F1 -180 Mio.)
Verlust vor Goodwill und Steuern: ca. 250 Mio.
Verlust vor Steuern ca. 400 Mio.
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Bewertung der einzelnen Teile:

TMG: profitabel, aber keine sonderliche Fantasie: 500 Mio.
JH: nicht profitabel, aber Cross-selling-Möglichkeiten: 300 Mio.
F1: 4 Mrd. (schuldenfrei gerechnet)
Rest: Das Geschäft ist offenbar ausgelutscht. Die Einnahmen gehen zurück; die Kosten (Abschreibungen) bleiben. Restwert des
Junior-Pakets 300 Mio., Rest 200 Mio.

Macht in der Summe 5,3 Mrd.
Dagegen stehen Schulden von 3,9 Mrd. (incl. anteilige Schulden der Beteiligungen, davon F1 ca. 1,5 Mrd)

Bleibt ein Firmenwert von 1,4 Mrd. DM, also ca. 10 DM oder 5 Euro je Aktie. Dies ist immer noch mehr als der 10fache
Emissionspreis.

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Dies ist natürlich eine sehr grobe Rechnung auf der Basis der verfügbaren Zahlen; fehlende Zahlen wurden anhand der vorhandenen extrapoliert.
Nach Angaben des Spiegel ist Kirch bereit für die Anteile der Haffas ca. 1,2 Mrd zu zahlen, was einem Firmenwert von 2,3 Mrd. oder knapp 8 Euro je Aktie entspricht. Er scheint also immer noch bereit zu sein, einen Bonus zu zahlen.

2.11.00, rv
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von rv 03.12.00 11:52:15 3812290309
EM.TV+MERCHANDI.O.N.

Ein kleiner Nachtrag:

Der Spiegel gibt unter Berufung auf UBS Warburg ein etwas besseres Finanzergebnis an als ich: "nur" minus 245 Mio.
Dies liegt möglicherweise daran, dass ein Teil der Kredite erst später in diesem Jahr aufgenommen wurden.

Die EuramS (über Springer von Kirch gesteuert) traut sich nur zu der Aussage "Sogar rote Zahlen will EM.TV nicht ausschließen";), übernimmt aber meine Interpretation des Kürzels "EndeMitTotalVerlust?":D

Gruß, rv
Hi Gigaguru!

Schon wieder glaubst Du den Medien. Natürlich schreiben die " Kirch will nur einen Fuß in die Formel 1 bekommen", aber das glaube ich absolut nicht. DER WILL ALLES! So war Leo schon immer. Außerdem bleibst Du allen noch eine Antwort schuldig: Wo soll EM.TV seine ganzen Rechte senden, wenn Kirch den Hahn zudreht? Wir haben in Deutschland ein Medien-Oligopol. Es gibt nur Bertelsmann und Kirch. Und wenn einer wegfällt, bestimmt der Andere die Preise. Und diese Preise werden niedrig sein. Verdammt niedrig. Und das wird mittlerweile immer mehr Leuten schlagartig bewußt.
Und von welcher Marke redest Du? EM.TV? Den Namen assoziieren die meisten Deutschen mit Totalverlust, leere Versprechungen und Märchenerzähler. Der Name ist nichts, aber auch garnichts mehr wert. Das ist Fakt! Und bald wird die Aktie entweder umbenannt oder verschwunden oder Beides sein. Das wirst Du noch erleben. Versprochen!
Und die Berechnung des Wertes für die Rechte kannst Du alle vergessen, wenn auf einen Anbieter nur ein Nachfrager kommt. Wo hast Du übrigens die Zahlen her? Von Analysten? Oder selber berechnet?
Kirch wird, wie so oft, alles bekommen und wenig bezahlen. Diese Cleverness zeichnet Ihn nun schon 40 Jahre aus. Da können wir alle noch viel von lernen!


M@D M@X
Danke für die Infos, Gigaguro und co!

Ich bin jetzt wieder voll und ganz überzeugt, daß EM-TV wieder mächtig kommen wird!

Thomas Haffa, spricht wie ein Mann, der nun alles tun wird um wieder positive Schlagzeilen zu machen! Genau so jemand, der darauf brennt EM-TV wieder auf die Erfolgsspur bringen, braucht jetzt EM-TV!
Ich bleibe bei EM-TV-Aktionär und werde aufstocken!

Immerhin gibt es jetzt ein sehr grosses Potential, da alle Pessimisten schon verkauft haben und alle negativen Schlagzeilen bereits im Kurs eingepreist sind! Eigentlich die besten Voraussetzungen für steigende Aktienkurse!

Freue mich auch schon auf die sehr positven Nachrichten, die in der Pipeline stecken sollen!

EM-TV forever!!!!und durch dick und dünn!!!!
(Bevor ich mir irgend so ne scheiss Bio-Schrott-Aktie ins Depot lege, bleibe ich besser bei Unternehmen, die Gewinne machen!-EMTV gehört nämlich dazu- die Beteiligungen sind mehr wert als der Börsenwert!-Das ist geil!)
Die Antwort ist ganz einfach, M@D M@X: Kirch wird den Hahn nicht zudrehen! Insofern stellt sich an sich die Frage gar nicht. Kirch ist vielmehr froh, über einen Katalysator zu verfügen, der seine Produkte auch international bekannt macht, wobei der Bekanntheitsgrad auch durch das Merchandising steigt. Es stimmt insofern nicht, dass wir es mit einem Oligopol zu tun haben, da die Medienkonzerne, die mittelfristig überleben wollen, global ausgerichtet sein müssen. Auf globaler Ebene herrschen jedoch Wettbewerbsbedingungen, so dass man die Machtstellung von Kirch auch nicht überbewerten sollte. In Bezug auf die Formel 1 sehe ich auch keine Probleme, da EM.TV hier auf Dauer ohnehin in erster Linie am Merchandising interessiert sein wird und Kirch zudem durch die Wettbewerbsbehörden in seinen Möglichkeiten e4ingeschränkt werden dürfte. Ansonsten verfügst Du offenbar über eine sehr selektive Wahrnehmung oder bist erst seit zwei Wochen an der Börse: EM.TV war jahrelang das Aushängeschild des Neuen Markts und Synonym für den Aufstieg der New Economy in Deutschland. Insofern ist das von Dir skizzierte Bild nicht zutreffend. Ich sprach aber nicht von der Marke EM.TV, sondern von den Brandnames (Kermit, Heidi, Mike Tyson usw.). Auch Junior TV (oder auch die Internet-Vermarktung Junior.de) wird international als Markenname für eine bestimmte Ausrichtung von Kinderprogrammen vermarktet. Ansonsten seine Deine Ansichten reiner Fatalismus.

Was ist an meinen Wertermittlungen nicht nachvollziehbar, frj? Die SLEC habe ich anhand des Angebots von Kirch bewertet. Um den gesamten Deal zu sichern, kann man davon ausgehen, dass dieser Preis deutlich unter dem tatsächlichen Wert liegt. Hier hat Kirch tatsächlich seine derzeit vergleichsweise gute Verhandl8ungsposition ausgenutzt. Die TeleMünchen habe ich mit den derzeit offen diskutierten Preisvorstellungen bewertet, wobei EM.TV 400 Mio. gezahlt hat und somit 100 Mio. abschreiben muss. Die Bewertung der Jim Henson Company könnte am ehesten diskussionsfähig sein. Hier hatte EM.TV 680 Mio. Dollar sowie etwas mehr als 6 Mio. Aktien zu etwa 100 Euro pro Aktie bezahlt. Die Sesamstraße wurde für 180 Mio. Dollar verkauft, verbleibt ein Netto-Kaufpreis von etwa 1,1 Mrd. Euro. Der Abschlag auf den Kaufpreis habe ich also mit 10% veranschlagt. Dies mag manchem angesichts der Verwerfungen auf den Finanzmärkten zu wenig erscheinen, allerdings gebe ich zu bedenken, dass die Henson Company im nächsten Jahr profitabel sein wird und über eine große Zahl weltweit bekannter Figuren für Kinder verfügt. Der tatsächliche Wert dürfte, gerade wenn man die künftigen Erträge auf einen Gegenwartswert abdiskontiert, eher deutlich über einer Mrd. Euro liegen. Ähnliches gilt im übrigen für Junior TV.

Bezüglich der von mir unterstellten Umsatzrendite von 25% darf ich einmal darauf hinweisen, dass viele Analysten in der Vergangenheit davon ausgingen, dass EM.TV einmal Umsatzrenditen von über 40% würde erreichen können. Ich hatte meine Annahme ja auch an Bedingungen geknüpft, wie etwa das Abstellen von Schwachstellen im Unternehmen. Die aktuelle Hysterie resultiert ja in erster Linie daher, dass bei EM.TV Bilanzierungsakrobaten am Werk waren und die Gewinne durch einmalige Firmenwertabschreibungen verhagelt wurden. Man sollte aber versuchen, trotz der ganzen Bäume auch noch den Wald zu sehen.

Wenn man die angeblichen Angebote der Automobilindustrie zugrundelegt, dann sieht die Rechnung bezüglich der Formel 1 allerdings ganz anders, rv. Natürlich gibt es einige Unsicherheitsfaktoren. Du schätzt aber meines Erachtens Junior TV und die Henson Company falsch ein. EM.TV verfügt hier über eine weltweit wohl nur von Disney übertroffene Plattform vielfältiger Markennamen, die ein großes Wachstumspotenzial birgt, da um die bekannten Namen das Portfolio ausgeweitet werden kann und die Merchandisingstrategien darauf ausgerichtet werden können. Hier ist insbesondere zu berücksichtigen, dass Europa und auch andere Regionen dieser Welt in Bezug auf Merchandising noch ein Entwicklungsland sind. Von der weiteren Marktentwicklung wird EM.TV zwangsläufig überproportional partizipieren, da man über die eingeführten Marken bereits verfügt. Die Kuh muss also nur noch gemolken werden.

Gigaguru
Hi Gigaguru!

Dein Wort in Gottes Ohren. Aber ich glaube nicht daran. Aber vielleicht irre ich mich auch. Wir werden sehen.
Zumindest möchte ich Dir ein großes Lob für Deine Analysetätigkeit hier aussprechen. Wenn auch schon so mancher Schuß nach hinten losgegangen ist. Aber erst nach einer Schlacht werden bekanntermaßen die Toten gezählt. Und wenn Du schon 8 € für eine Aktie ausgibst, warum nimmst Du dann nicht Triumph-Adler oder Sparta? Da ist das Chance-Risiko-Verhältnis weitaus besser bei ebenfalls hohen Gewinnchancen. Denk auch ein bisschen an die Steuerreform. Spartas Steuerquote sinkt z.B. auf ca. 4 %! Und Du weißt selber, was die Jungs für stille Reserven haben!
Ich jedenfalls möchte nicht mit Kirch aus einem Topf essen. Da ist mein Löffel leider nicht lang genug...


M@D M@X
Es war schon erstaunlich,das nicht einmal EM.Tv auf der Pressekonferenz in der Lage war exakte Zahlen vorzulegen.
Aber an ein Wunder grenzt es für mich, das Herr gigaguru dies hier mal so eben aus dem Ärmel schüttelt.
Hätte ich einen Hut auf,würde ich ihn vor ihm ziehen!!!Da ich keinen habe,behalte ich in auf.

antarra

P.S.
Brandname: Thysson abgehalfteter Boxer,Einschaltquote gedrittelt,Heidi??wer wer das noch mal,Figuren der Sesamstr. verkauft.Stammgeschäft stark rückläufig.Wer ist der beste Kunde von Haffa???
Tipp:der Vorname ist auch der Name eines Panzers
Es ist aber zumindest besser, mit Kirch aus einem Topf zu essen, als von ihm den Fressnapf weggezogen zu bekommen, M@D M@X!

Wie kann man einen Hut, den man gar nicht auf hat, aufbehalten, antarra?

In einem Punkt muss ich mich wohl korrigieren: Der Gesamtpreis für die Henson Company lag bei 680 Mio. Dollar, wobei die Hälfte in 6 Mio. Aktien gezahlt wurde und nicht – wie ich irrtümlich annahm – zusätzlich zu zahlen waren. Da ich diesen Deal seinerzeit nicht so genau verfolgt hatte, habe ich die Bewertung jetzt aufgrund von mir vorliegendem zum Teil missverständlichen Material vorgenommen. Falls mir jetzt jemand einen Fehler beim Research vorhalten will, so korrigiere ich diesen hiermit! Die Aktien wurden damals mit 56 Euro (dem seinerzeitigen 100-Tage-Durchschnitt) veranschlagt, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Deals stand die Aktie aber auf Höchstkurs. Der Kaufpreis betrug somit zu diesen Kursen bewertet etwa 1,1 Mrd. Euro. So gesehen sind die von mir veranschlagten 1 Mrd. Euro zwangsläufig etwas ambitionierter, was man aber so stehen lassen kann, zumal ich bei der SLEC auf den definitiv unrealistisch niedrigen Kaufpreis von Kirch zurückgegriffen habe.

Gigaguru
@ gigagu

Glaubst Du wirklich selbst, was Du da schreibst? Ich kann mir das kaum vorstellen.

"Kirch wird den Geldhahn nicht zudrehen": Das war doch wohl ein Grund für die plötzlichen Liquiditätsprobleme von EM.TV: Diese Geldbeschaffungsmaschine hat für Kirch und die Banken ausgedient. da ist nichts mehr zu holen. Jetzt heißt es retten, was noch an Wert da ist - und den Rest R.I.P.
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan - der Mohr kann gehen, So einfach und brutal ist das.
Glaubst Du denn ernsthaft, Kirch hätte seinerzeit seine halbe Kinderfilm-Bibliothek an Haffa verkauft, wenn ihm selbst nicht finanziell das Wasser bis zum Hals gestanden hätte? Glaubst Du wirklich Kirch nähme an, irgend jemand könne die besser vermarkten, als er selbst? Jetzt hat er faktisch wieder das Sagen - mit Haffa als Hampelmann dabei.
Ob Junior-TV und die ganzen Markennamen jemals Gewinn machen, darf man mit Recht bezweifeln. Bei reller Buchführung wäre wahrscheinlich nie ein gewinn angefallen. Die Buchgewinne der Vergangenheit kehren sich jetzt jedenfalls gegen die Firma.

Zur Bewertung hat frj schon einiges richtige gesagt - da bin ich ganz seiner Meinung. JHC zumindest ist weit überbewertet.
"... dass die Henson Company im nächsten Jahr profitabel sein wird...": Glaubst Du eigentlich Leuten wie Haffa immer noch jedes Wort? Ein bisschen Gewicht hätte eine solche Aussage vielleicht, wenn sie vom CFO gekommen wäre, der bisher eine gute Figur gemacht hat. Aber Haffa ...

Dass Du lächerliche Ankündigungen von 40% Rendite rauskramst um Deine Annahme von 25% zu untermauern - zu einem Zeitpunkt, an dem es ebenso hohe hohe Verluste gibt, macht Deine Prognosen nicht glaubwürdiger.
Die Bilanz ist keineswegs nur durch einmalige Wertabschreibungen verhagelt. Im Kerngeschäft gibt es einen hohen operativen Verlust, der (vor Zinsen und Goodwill) nur durch die Gewinne von TMG und SLEC kompensiert wird. Dies war übrigens schon in den letzten Quartalen so - da wurde es nur besser verschleiert. Warum standen auch im Halbjahresbericht schon keine Ergebnisse nach Zinsen (von Goodwill ganz zu schweigen)?

Von den Angeboten der Autoindustrie faselt Haffa doch schon seit Monaten. Wären die wirklich da, hätte er jetzt nicht bei Kirch unterkriechen müssen.
Ich bezweifel gar nicht das Interesse der Autoindustrie - ich bezweifel aber, dass die bereit ist, mehr zu zahlen als Kirch oder als EM.TV noch in den Büchern stehen hat. Und das ist sehr viel weniger, als Ecclestone für die nächsten 25% will und bekommen wird.
Das finde ich ohnehin einen weiteren Grund für staatsanwaltliche Ermittlungen: Die Firma behauptet seit Monaten, sie könne noch keinen Goodwill ausrechnen - und hat andererseits für den SLEC-Anteil bereits einen Goodwill von 450 Mio. USD [Kaufpreis-Buchwert] in den Büchern stehen! Ob Haffa sich überlegt hat, was er da sagt?

Du redest wieder von der Fantasie, die in dem ungeheuren Potential einer weltweiten Vermarktung liegt....
Für mich sind das (bis zum Beweis des Gegenteils) ebenso Fantastereien wie die Aussage, EM.TV werde bald bedeutender sein als Disney. Von der weltweiten Vermarktung wird zwar seit Jahren viel geredet - die Zahlen sind aber eher lächerlich. Wie schon mehrfach gesagt: das Kerngeschäft schrumpft und ist hoch defizitär.
Wo ist da Fantasie?


Gruß, rv
HENSON

Halbjahresumsatz 60 Mio DM
Halbjahresergenis -30 Mio DM

Henson ist eine Marke für die Mottenkiste, angesichts dieser Zahlen billige ich Henson einen Wert in Höhe des 2 fachen Halbjahresumsatzes zu.
Die Zahlen sagen alles, wozu darüber noch diskutieren ?

Euer Seuchenvogel
Sonntag 10. Dezember 2000, 14:44 Uhr

Quelle: Yahoo! Spezial
http://de.news.yahoo.com/001210/71/180mj.html

EM.TV-Gründer Haffa räumt Vertrauensverlust ein

München (Reuters) - Der Gründer und Vorstandschef der EM.TV & Merchandising AG, Thomas Haffa, schließt persönliche Konsequenzen aus der Krise des angeschlagenen Münchener Medienunternehmen nicht aus. Falls es nicht gelänge, das Vertrauen von Analysten und Investoren zu gewinnen, "werde ich wohl über die Konsequenzen nachdenken müssen", sagte Haffa im Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Eine Frist habe er sich aber nicht gesetzt. Ein EM.TV-Sprecher schloss nicht aus, dass das Unternehmen den 45- Prozent-Anteil an der Tele München Gruppe (TMG) für weniger als den Kaufpreis von 800 Millionen DM an den Mehrheitseigentümer Herbert Kloiber zurück geben werde. Kloiber sagte dem Magazin "Focus", er wolle nicht mehr als 600 Millionen DM zahlen.


Dem "Spiegel" zufolge ist nach Florian Haffa, dem Bruder von Thomas Haffa, nun ein weiterer EM.TV-Vorstand zurückgetreten. Ulrich Goebel, der für den Bereich Business Affairs und damit für das Controlling zuständig ist, habe das Unternehmen bereits verlassen. Der Sprecher sagte, Goebel sei im Urlaub, und lehnte eine weitere Stellungnahme ab. Florian Haffa hatte vor einer Woche seinen Rücktritt aus dem Vorstand erklärt. EM.TV hatte damals seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr drastisch gesenkt. Statt mit einem Vorsteuerergebnis von 525 Millionen DM rechnet EM.TV nur noch mit 50 Millionen DM Gewinn. Der Aktienkurs brach seitdem drastisch ein. Am Freitag ging die Aktie mit 7,18 Euro aus dem Handel, nachdem das Papier im Februar ein Jahreshoch von 120 Euro markiert hatte.


Bei der Rückabwicklung des Verkaufs der Beteiligung an der TMG des Münchener Filmkaufmanns Kloiber schließt EM.TV einen Kaufpreis von unter 800 Millionen DM nicht mehr aus. Sprecher Michael Birnbaum verwies darauf, dass nach dem Kauf der Anteile der Fernsehsender "tm3" verkauft wurde, der EM.TV immerhin 137 Millionen DM eingebracht habe. Der "Focus" zitierte Kloiber, er sei höchstens bereit, 600 Millionen DM zu bezahlen. "Von der Differenz bei solchen Geschäften lebe ich seit Jahren. Das habe ich immer so gemacht", sagte Kloiber dem Blatt zufolge. Er und Kirch gelten als größte Wettbewerber auf dem Filmrechtemarkt in Deutschland.


Der Verkauf von TMG kann nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe) erst nach Abschluss der eingehenden Prüfung bei EM.TV durch Kirch über die Bühne gehen. Nach dieser richtet sich die exakte Beteiligungshöhe an EM.TV, die der Konzern für seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen "Junior TV" erhält. Der Vereinbarung zwischen Kirch und Haffa zufolge sind dies bis zu 16,74 Prozent. Die Unternehmensprüfung soll bis spätestens Mitte Februar abgeschlossen sein. Kloiber sagte, es habe bisher keine Gespräche über die Rückgabe gegeben, "schon gar nicht mit Kirch". Dagegen hatte es in Branchenkreisen geheißen, bei den Verhandlungen sei es zu Auseinandersetzungen über den Kaufpreis gekommen.


Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag hat der Verband der in der Formel Eins vertretenen Hersteller dem Organisator der Rennsportserie, Bernie Ecclestone (70), ein konkretes Angebot gemacht, sich mit mehr als 25 Prozent an der Formel Eins zu beteiligen. "Ecclestone ist daran interessiert, dass die Hersteller einen maßgeblichen Einfluss bekommen", sagte DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert dem Blatt. Mit 25 Prozent seien die Hersteller nicht zufrieden. An dem Anteil von 50 Prozent, den EM.TV an der Formel-Eins-Holding SLEC hält, hatte sich Kirch kürzlich mit 49 Prozent beteiligt. EM.TV hat daneben eine Option auf weitere 25 Prozent. Sprecher Birnbaum sagte, EM.TV gehe es letztlich um die Vermarktungsrechte.


Dem "Spiegel" zufolge gibt es Überlegungen, die bisherige ProSieben-Tochter Merchandising München (MM) in EM.TV einzugliedern. Das sei attraktiv, unterschrieben sei aber noch nichts, sagte Thomas Haffa dazu. Die Kirch- Manager Dieter Hahn und Jan Mojto sprachen Haffa in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" das Vertrauen aus. "Wir und Leo Kirch glauben, dass Herr Haffa seine Aufgaben in Zukunft hervorragend lösen kann", sagte Mojto. Er sei einer der besten Kenner des Kindermarktes im Fernsehen und des Merchandising-Geschäfts. Hahn ergänzte, es sei vielleicht "ganz gut, wenn man mal weniger an den Börsenkurs als an das Geschäft denkt".


Haffa gestand in dem "Spiegel"-Interview Management-Fehler ein: "Wir haben die Faktoren der Bilanzierung nicht tief genug betrachtet. Wir haben in der Phase der Akquisition den Fehler gemacht, dass wir operativ nicht so mitgehalten haben, wie es angesichts der Dimension unserer Investitionen nötig gewesen wäre. Mit dem neuen Finanzvorstand Rolf Rickmeyer, der Florian Haffa abgelöst hatte, hätte EM.TV "die Krise nicht mit dieser Wucht getroffen", sagte Haffa. In Branchenkreisen war heftig kritisiert worden, dass sich der EM.TV-Chef nicht für das Missmanagement entschuldigt habe.


Haffa sagte in dem Interview weiter, er habe im Laufe der vergangenen drei Jahre EM.TV-Aktien verkauft. In den ersten zwei Monaten 2000 habe er zudem "ein kleines Paket von 200.000 Stück an einen strategischen, institutionellen Investor" veräußert. Der Gesamtwert der Transaktion habe sich auf rund 40 Millionen Mark belaufen. Am Montag hatte er gesagt, er könne sich nicht an den Zeitpunkt erinnern. Haffa hält 62 Millionen EM.TV-Aktien.
Hallo Gigaguru,

ich finde,daß Deine Recherchen gut fundiert sind.
Ich glaube ebenfalls an EM-TV,die "wiederkommen" werden.
Kannst Du mir einen güstig bewerteten Call-OS empfehlen ?

Gruß,Elskea
Gigaguru die Analysten haben sehr gute Arbeit geleistet! Eben weil sie die Leute in EM.TV getrieben haben, daß ist doch deren Aufgabe!

Außer die dt. Bank, welche über Morgan Grenfell knapp 650 Mio. Euro eingebüßt hat.

KnusperWaffel
Hier die Aufklärung, warum ich bezüglich des Henson-Deals zu der irrtümlichen Annahme kam – ich zitiere aus der Analyse von breitmaulfrosch_2000 (Thread: breitmaulfrosch`s Analysen - Teil 4: em.TV & Merchandising AG):

„Im April meldete em.TV Vertragsabschlüsse mit dem ZDF (600 Episoden), mit dem französischen Sender Teletoon (850 Episonden) und mit dem irischen TG4 (600 Episoden). Das Volumen allein dieser Verträge dürfte in etwa den Umsatz des 2.Hj. 1999 erreichen, mit der Übernahme der Jim Henson Company ist em.TV der Schritt zum Global Player im Medien-Sektor geglückt; die sich aus dem voluminösen Formel-1-Deal ergebenden Perspektiven sind bisweilen noch schwer abschätzbar. Alleine diese beiden Groß-Aquisitionen belaufen sich auf US-$ 1.400 Mio. (ca. € 1,48 Mrd.) zzgl. 10 Mio. Aktien, das sind mehr als 20% der derzeitigen Marktkapitalisierung von em.TV.“

Da in der entsprechenden Ad Hoc von EM.TV noch nichts über die Zahl der Aktien ausgeführt wurde, die zu zahlen seien, ging ich – offensichtlich fälschlicherweise – davon aus, dass die von breitmaulfrosch_2000 genannte Zahl nur den Anteil in bar umfassen würde und die Aktien zusätzlich zu zahlen seien (1,4 Mrd. – 0,7 Mrd. für SLEC = 0,7 Mrd. für Henson). Die 6 Mio. Aktien waren mir aus einer anderen Quelle bekannt, es war mir jedoch nicht sofort klar, dass dies im Zusammenhang zu sehen war und die Kalkulation auf nur 56 Euro pro Aktie basierte. Wie dem auch sei, dies ist hiermit jedenfalls aufgeklärt. Dies belegt einmal mehr, dass man Zahlen immer sehr genau hinterfragen und durch mehrere Quellen absichern sollte.

EM.TV hatte für den 50%-Anteil an der SLEC im März diesen Jahres 712 Mio. US-Dollar in bar und 938 Mio. US-Dollar in eigenen Aktien (10 Mio. Aktien, die u.a. an die Deutsche Bank gingen) bezahlt. Für die Hälfte der SLEC-Beteiligung, die jetzt Kirch übernehmen soll, zahlte EM.TV damals also 356 Mio. US-Dollar und 5 Mio. Aktien. Das Aktienpaket ist zu derzeitigen Kursen gerechnet nur noch 35 Mio. Euro oder 39 Mio. US-Dollar wert, insgesamt also 395 Mio. US-Dollar. Kirch will jetzt aber 550 Mio. US-Dollar zahlen, das sind etwa 615 Mio. Euro. So betrachtet zahlt Kirch für die 5 Mio. Aktien nun 215 Mio. Euro oder 43 Euro pro Aktie!

Gigaguru
Ziehen wir eine Zwischenbilanz:

Die unterschiedlichen Auffassungen speziell zwischen mir und rv bleiben bestehen. Trotz einer Annäherung in einzelnen Punkten, konnte keine einheitliche Linie gefunden werden. Wir sollten einstweilen auch davon absehen, nach Nizza zu fahren, um einen faulen Kompromiss zu finden. Ich war immer der Ansicht, dass Leute, die zu viele Kompromisse machen, irgendwann selbst zum Kompromiss werden. Als letzte Woche EM.TV bei 5,5 Euro stand, vertrat ich die Ansicht, dass man aggressiv kaufen sollte (Thread: EM.TV: Verfrühtes Weihnachtsgeschenk - bei 6 Euro aggressiv kaufen!), während rv meinte, dass EM.TV bestenfalls 5 Euro wert sei (Thread: EM.TV - fairer Wert 5 Euro). Da eine außerbörsliche Einigung nicht möglich ist, entscheidet nunmehr als oberste Instanz, die Börse. Derzeit notiert EM.TV bei 7,5 Euro und damit um rund 40% über dem Stand, bei dem ich letzte Woche EM.TV erstmals als kaufenswert bezeichnet habe. Man wird sehen, wohin der weitere Weg von führen wird.

Gigaguru
Der EM.TV -Kurs wird noch vor dem 31.12.00 zweistellig !

What goes up, must come down - und umgekehrt !

Grüße Germanist
11.12.2000
08:29

Pro-Sieben-Sat 1 interessiert sich für Formel 1-Rechte

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Fernsehsender Pro-Sieben-Sat 1 interessiert sich verstärkt für die Formel-1-Rechte. Das geht aus einem Gespräch der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" mit dem Vorstandsvorsitzenden der Pro-Sieben-SAT 1 Media AG Urs Rohner hervor. "Das Produkt Formel 1 ist extrem interessant und spannend für das Fernsehgeschäft", sagte Rohner dem Blatt. Er will "alles tun, um die Rechte zu bekommen". Zur Zeit laufen die Formel 1-Rennen noch beim Konkurrenten RTL, der sich die Rechte bis 2003 gesichert hat. Für die Zeit danach rechnet sich dem Blatt zufolge Pro-Sieben-SAT 1 gute Chancen aus. Leo Kirch, der die Mehrheit bei Pro-Sieben-SAT 1 kontrolliert, ist in der vergangenen Woche in die Formel 1 eingestiegen. Im Rahmen einer Rettungsaktion für den Filmrechtehändler EM.TV hat Kirch knapp 25 Prozent an der Formel 1-Holding SLEC übernommen. Zudem besteht die Möglichkeit, diesen Anteil aufzustocken./tf/so/sk
Meine Kurz-Analyse "Fairer Wert 5 Euro" vom 2.12. hat sich als zumindest im Kern, aber auch in den meisten Details (soweit man das schon sagen kann) als richtig erwiesen. Zu einem Zeitpunkt, als noch alle von einem Rueckgang der Gewinne sprachen, habe ich einen massiven Verlust vorgerechnet, der inzwischen auch in der Hoehe fast exakt bestaetigt wurde. Selbst die spaeter zwischen Haffa und Kirch ausgehandelten Teil-Bewertungen entsprachen in etwa den von mir angesetzten. Ich sehe keinen Grund zu einer Revision meiner Aussagen (abgesehen von Details, die ich zu diesem Zeitkunkt nicht wissen konnte).

Der Boersenkurs ist etwas anderes. Dafuer hatte ich am 3.12. bei ausserboerslichen Kursen um 15 Euro die Prognose abgegeben "Am Montag 1-stellig, bis Ende der Woche 5 Euro." Der erste Teil ist eingetreten, der zweite wurde knapp verfehlt.

Nach einem ununterbrochenen Kursverfall um fast 80 Prozent ist eine technische Reaktion auch dann zu erwarten, wenn es fundamental keine Begruendung gibt und dies nur eine kurze Verschnaufpause im Abwaertstrend ist.
Im Uebrigen orientieren sich die Boersenkurse langfristig immer an den Fundamentals - kurz- und auch mittelfristig koennen sie sich aber sehr weit davon entfernen, wie gerade EM.TV in den letzten zwei Jahren demonstriert hat.. Da es aber sehr schwer ist, einen geplatzten Ballon wieder aufzublasen, gehe ich im Falle von EM.TV nicht von einer Wiederholung aus.

Gruss, rv
Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass sich EM.TV mit Kirch bereits einig ist: Die Kirch-Gruppe würde demnach die Option auf weitere 25% an der SLEC übernehmen sowie den restlichen Anteil von 25%, der zur Zeit noch EM.TV gehört. Damit wäre EM.TV aus der Verpflichtung der Option heraus. Kirch hätte dann 75% und damit die Mehrheit an der Formel 1, während EM.TV die Merchandisingrechte erhalten würde. Basis für die Option ist ein Preis von etwa einer Mrd. Euro. Der Preis für den Anteil, der sich zur Zeit noch bei EM.TV befindet, könnte sich dann an dem orientieren, was Kirch bereits für die erste Tranche von 25% bezahlen will. Der niedrigere Preis wäre insofern gerechtfertigt, da EM.TV ja die Rechte für das Merchandising erhält. Zusammen mit dem Verkauf von TMG würden EM.TV dadurch fast 1,5 Mrd. Euro zufließen, zudem die kompletten Vermarktungsrechte an Junior TV sowie die Merchandisingrechte an der Formel 1. Ich bin sogar bereit, die Bewertung der Jim Henson Company auf 750 Mio. zu reduzieren (siehe Bewertungskorrektur weiter oben), hinzu kommen 500 Mio. für Junior TV (auch hier habe ich eine Reduzierung der Bewertung um etwa 20% als Risikoabschlag vorgenommen), sowie 300 Mio. für sonstige Beteiligungen und Lizenzrechte von EM.TV (ohne Formel 1). Der Mittelzufluss von 1,5 Mrd. Euro übersteigt die Höhe der Verbindlichkeiten um 400 Mio. Euro, hinzu kommen die Merchandisingrechte an der Formel 1. Der Netto-Substanzwert läge somit auch bei diesem Szenario, dass die Umstrukturierung der SLEC-Beteiligung und weitere Risikoabschläge bei den Beteiligungswerten enthält – um auch die Skeptiker ruhig zu stellen –, bei über 2 Mio. Euro.

EM.TV bekäme somit die Möglichkeit, sich wieder ganz auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und hier das Spektrum der Lizenzrechte durch gezielte kleinere Akquisitionen, die in das Unternehmen passen und problemlos integriert werden können, zu ergänzen. Wenn die Dynamik der Umsatzentwicklung wieder gesteigert werden kann, dürften die wegfallenden Umsätze durch die Beteiligungsverkäufe relativ schnell zu kompensieren sein. Nach einer vollständigen Konsolidierung der Änderung der Beteiligungsstruktur fallen Umsätze in der Größenordnung von etwa 400 bis 450 Mio. Euro weg. Durch die Übertragung der zweiten Hälfte des Juniorpaketes sowie die F1-Merchandisingrechte fallen allerdings auch zusätzliche Umsätze an. Zudem wird von Akquisitionen in der Größenordnung von einer Mrd. Euro im kommenden Jahr ausgegangen, was aufgrund der Beteiligungsverkäufe problemlos zu finanzieren wäre, wodurch weitere 250 Mio. an Umsätzen eingekauft würden. Unterstellt man zudem ein organisches Wachstum von 20% in den nächsten zwei Jahren, kann an der Umsatz- und Gewinnprognose für das Jahr 2002 festgehalten werden, denn die anvisierte Kostensenkung und die Restrukturierung des Konzerns dürfte auch die Profitabilität wieder erhöhen. Zudem sinkt die Zinsbelastung deutlich, zumal man durch einen Rückkauf der ausgegebenen Anleihe einen weiteren außerordentlichen Gewinn erzielen könnte. Nach einem voraussichtlich schwierigen Jahr 2001, das von der Konzerrestrukturierung gekennzeichnet sein dürfte, könnte das Jahr 2002 dann wieder bessere Zeiten einleiten.

Gigaguru
11.12.2000
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EM.TV-Anleger brauchen bei der Sanierung starke Nerven

- Nach dem größten Aktienskandal am Neuen Markt in diesem Jahr sind die Pläne von Kirch, Kloiber, Formel 1-Chef Ecclestone und Thomas Haffa noch lange nicht umgesetzt. EM.TV braucht noch Zeit, bis der Nebel sich lichtet. Fragen nach der künftigen Strategie bleiben offen.

Die bisher angekündigten Pläne, das einstige Flaggschiff des Neuen Marktes zu retten, brauchen noch Zeit. Damit geht für die Anleger die Tage des Zitterns weiter; ein kleiner Lichtblick zeigt sich jedoch bei der SLEC.

Die Übernahme von insgesamt 16,5 % der Anteile – nach einer Kapitalerhöhung – durch Leo Kirch bedarf noch einer Bewertung der angeschlagenen EM.TV. Hier geht es noch um Bewertungsfragen, die bei EM.TV ja anscheinend recht schwierig sind.

Was den Anlegern als Rückabwicklung des Kaufs der Anteile an Herbert Kloiberts Tele München Group (TMG) verkauft werden soll, wird nicht ohne Verlust für Haffa ausgehen. 800 Mio. DM kostete den Vorstand des Unternehmens der einst gefeierte Einstieg mit 45 % der Anteile bei TMG, dem zweitgrößten Filmlizenzhändler nach Kirch. Bei dem einstigen Kirch-Schüler Kloiber hat sich seit dem Einstieg des Aktionärsgeldes der Haffa-Gläubigen viel geändert. Aus dem Kleinsender tm3, der in diesem Jahr die Rechte für die Ausstrahlung der Fußball Champions League verloren hat, ist Kloiber mittlerweile ausgestiegen. Damals nicht zum Schaden von EM.TV, denn Kloiber ist nicht dafür bekannt, zu seinem Nachteil zu verhandeln. Damit reduziert sich der Wert des Anteils an EM.TV auf schätzungsweise 500 bis 600 Mio. DM. Rückabwicklung meint aber juristisch gesehen die Aufhebung des Vertrages zu gleichen Konditionen, wie dieser abgeschlossen wurde.

Zeichen für einen Ausstieg aus der Formel Eins

Bei der Formel 1 gibt es eine anscheinend positive Entwicklung. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung (SZ) haben die an einem Einstieg in die Formel 1 interessierten Autokonzerne ein konkretes Angebot vorgelegt. Daimler, Honda, Fiat und Ford haben eine Bewertung der SLEC in Auftrag gegeben, die die Rechte hält und nach Ecclestones Frau Slavia benannt ist.

Die eigentliche strategische Bedeutung dieser Beteiligung liegt für EM.TV in der bisher kaum betriebenen Vermarktung des Markennamens Formel 1. Die einzelnen Rennställe sollen ebenfalls Haffas Partner werden.

Ob mit dem Formel 1 Geschäft noch Gewinn gemacht werden kann, oder die Aktionäre nur mit Verlust rechnen können, bleibt bisher offen. Warum sollten die knallhart kalkulierenden Autokonzerne ihr hart verdientes Geld an ein strategisch nach Orientierung suchendes Unternehmen verschleudern.





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gruß mike.h
Du kannst ja besser fantasieren als Haffa! Nichts von dem, was Du da erzaehlst, hat irgend einen realen Hintergrund.

Warum sollte Kirch fuer Haffa die Kastanien aus dem Feuer holen und die Put-Option auf SLEC uebernehmen?
Ein etwas realistischeres Szenario sieht wie folgt aus:
Kirch wartet ganz ruhig ab, bis die Put-Option faellig wird. Da EM.TV die Milliarde USD nicht aufbringen kann, hilft Kirch noch mal aus der Klemme: er uebernimmt die ganze Formel 1 (d.h. die 50,5%, die EM dann hat) fuer 1,2 Mrd. USD (was einen Rest-Erloes der jetzt noch im EM-Besitz befindlichen 25,5% von ca. 200 Mio. USD ergibt.

Noch mal: Warum sollte Kirch den geplatzten Ballon wieder aufblasen?

Die steigenden Umsaetze durch den hoeheren Junior-Anteil bedeuten zunaechst einmal und auf absehbare Zeit steigende Verluste. Mir ist noch nicht klar, woher Du in 2002 Gewinne nehmen willst.

Deine Bewertung ist in vielen Punkten immer noch irreal. Einen Verlustbringer wie JHC mit dem 7 fachen des Jahresumsatzes zu bewerten, ist schon in Hausse-Zeiten sehr gewagt. Hinzu kommt, dass ein wesentlicher Teil, naemlich die Sesamstrassen-Rechte bereits verkauft sind, der Umsatz also nochmal reduziert werden muss.
Etwas realistischer gerechnet bleiben von Deinen 2 Milliarden Euro weniger als eine Milliarde uebrig.

Ich bleibe dabei:
Mit sehr viel Glueck kommt EM.TV 2002 wieder in die Gewinnzone - wenn es nicht so gut laeuft droht Konkurs.

Alle kursierenden Prognosen fuer die naechsten Jahre sind Makulatur.


Gruss, rv
Du unterstellst nach wie vor, dass Kirch der einzige Interessent an der SLEC sei und er die Preise nach Gutdünken selbst bestimmen könne. Tatsache ist aber, dass EM.TV faktisch eine Option auf die Aktienmehrheit an der SLWC hat und somit auch Kirch ausspielen kann. Aber selbst wenn der Netto-Substanzwert nur eine Mrd. Euro betragen würde und EM.TV im Jahr 2002 gerade einmal wieder profitabel wird, glaubst Du doch nicht im Ernst, dass die Börsenbewertung dann auf dem Substanzwert verharrt. Selbst bei diesen pessimistischen – aus meiner Sicht unrealistischen – Annahmen würde der Aktienkurs dann ein Vielfaches des Substanzwertes betragen, so dass immer noch ein Kurspotenzial von mehreren hundert Prozent gegeben wäre. Aber es macht glaube ich keinen Sinn, die Diskussion hier noch endlos weitert zu führen, da Du ohnehin alles ins Negative verdrehen wirst. Zum Glück sind wir aber nicht auf einem orientalischen Bazar, auf dem irgendwelche Gewinn-, Umsatz- und Kursschätzungen gehandelt werden, sondern es gibt – wie schon erwähnt – eine höhere Instanz: Die Börse wird ihr Urteil dahingehend sprechen, wessen Ansichten letztendlich realistischer waren. Ich bin jedenfalls sehr optimistisch, dass mich der Markt letztendlich zum klaren Sieger erklären wird!

Gigaguru
@gigaguru und RV

Schickt doch Eure Ideen an EM.TV. ... ;-))

JHC ist ein Verlustbringer. Dass Haffa die Muppets wiederbeleben will, erzählt er seit März. Farscape hat den Primetime Slot auf Sat 1 verloren. Junior besteht aus so vielen ollen Kamellen, die international mE nicht verkaufbar sind. F1 Merchandising ist nicht interessant. Oder wieviel EM.TV/F1 Krimskrams gibt es schon? Nix. Au weia! Warum ist es nicht interessant? Weil die Fans nun mal lieber einen F1-Matchbox-Auto haben oder den Schumi auf der Brusten prangen haben, als F1 - Logos.
Interessant sind alleine die Fernsehrechte. EM.TV wird Verlust einfahren. Und der Deal mit der Sesamstrasse 180 Dollar ist nix anderes als ein Rückverkauf der Rechte an den ürsprünglichen Eigner, weil Cash benötigt wird. Warum sonst, sollte man denn die Rechte wieder an den gleichen Laden zurückverkaufen (Früher Children`s Television Workshop, heute Sesame Workshop. Haben sich umbenannt)
Selbstverstaendlich kann es sein, dass Firmen mit einem vielfachen des Substanzwertes bewertet werden, in einigen Faellen zu recht (weil hohes organisches Wachstum mit hoher Profitabilitaet zusammenkommt), in einigen Faellen zu Unrecht (wie wohl unstreitig Anfang dieses Jahres EM.TV).

Solange aber EM.TV weder organisches Wachstum (das hat es seit einem Jahr nicht gegeben) noch Profite aufweist ist eine solche Empfehlung unserioes - warum soll die Boerse ausgerechnet diese Firma mit seinem erwiesenermassen unfaehigen CEO wieder aufblasen?
Vielleicht macht das den Unterschied zwischen uns aus: ich glaube an eine gewisse Lernfaehigkeit der Anleger.

Gruss und viel Spass mit Deinen ETV-Aktien, die jetzt seit Deiner ersten Empfehlung immerhin ein Plus von 20% (Xetra) bzw. 12% (FSE) haben. Vielleicht wirds ja was.
Es ist richtig,das EM.TV diese Option hat.Das gegen sie das gegen Kirch ausspielen ist lächerlich,da sie nicht in der Lage sind diese Option einzulösen.Davon mal abgesehen hat Kirch eine Sperrminorität,d.h. Haffa spült bei EM.TV höchstens noch die Toiletten aus und sonst garnichts.
@ nichtsteffie

Ich nehme an, dass diese Ueberlegungen da (bzw. im Hause Kirch) auch angestellt werden ;)

Allerdings wird auch im Vorstand von EM.TV niemand ernsthaft glauben, er koenne irgend jemanden mit der Drohung unter Druck setzen, die Aktienmehrheit bei SLEC zu uebernehmen - die ja nicht einmal substantielle Mitspracherechte beinhaltet.

Gruss, rv

ps: Schau noch mal in Dein WO-Postfach!
Während Du an die Lernfähigkeit der Anleger glaubst, rv, nachdem diese nachgewiesenermaßen in den letzten 100 Jahren absolut nichts dazugelernt haben, weiß ich, dass man auf die Vergesslichkeit der Anleger setzen kann, wie etwa auf das Amen in der Kirche! Darum geht es aber nur in zweiter Linie. Der eigentliche Unterschied in der Argumentation besteht – abgesehen von letztlich weniger relevanten Bewertungsfragen – darin, dass ich davon ausgehe, dass EM.TV eine gute Marktstellung in einem sehr aussichtsreichen Markt besitzt, was Du negierst. Außerdem kann man nicht ein einziges Jahr einfach linear fortschreiben, so wie Du es machst. Ich weiß natürlich, dass dieses Jahr nicht gut gelaufen ist, was vor allem damit zusammenhing, dass die Haffa-Brüder offenbar größenwahnsinnig wurden. Im übrigen haben sie den SLEC-Deal ohne Rücksprache mit Kirch durchgeführt, was dort erhebliche Irritationen ausgelöst hatte und gegen die Verschwörungstheorien spricht, die einige hier vertreten. In den vergangenen Jahren haben die Haffa-Brüder allerdings sehr viel geleistet und bewegt. 35.000% Kurssteigerung kommen sicherlich nicht von ungefähr, auch wenn Du das jetzt als lächerliche Blase diffamierst. Wie dem auch sei, wir brauchen nicht vor den Supreme Court zu ziehen, denn es wird ein viel höheres Gericht entscheiden, nämlich die Börse!

Gigaguru
Montag, 11.12.2000, 14:53
EM.TV dementiert offizielle Gespräche über Verkauf von Tele München-Anteilen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die ins Trudeln geratene EM.TV & Merchandising AG verhandelt nicht mit der Tele Muenchen Gruppe (TMG) über einen Verkauf von 45 Prozent der Anteile an Vorbesitzer Herbert Kloiber. EM.TV-Vorstand Thomas Haffa und Kloiber würden miteinander reden, jedoch gäbe es keine offiziellen Verhandlungen, sagte Unternehmenssprecher Michael Birnbaum. Medienberichten zufolge fordert EM.TV jene 800 Mio. DM, die es vor einem Jahr für die TMG-Anteile gezahlt hat. Kloiber weigert sich jedoch mehr als 600 Mio. DM zu zahlen./so/js/sk



info@dpa-AFX.de

gruß mike.h
Ganz ehrlich geschrieben : Ich kapier`s nicht und so wird`s wohl vielen anderen auch gehen. Da ist ein Räderwerk jetzt am laufen, wo ich aber auch nicht den blassesten Schimmer einer schwachen Ahnung von habe. Welche Intentionen wer hat und mit welchen Kartentricks dort gearbeitet wird, werden wir vielleicht mal irgendwann in einem Buch der Haffa-Brothers lesen können. Bis dahin gibt`s ja noch jede Masse anderer interessanter Invests. Ich laß meine Finger weg!
Hi Gigaguru!

Nachdem Dich mehrere Personen schon schriftlich gewarnt haben, möchte ich Dir mal ein Bild schicken, um Dir das Verhältnis von Kirch und Haffalein zu zeigen





Das ist vielleicht auch einleuchtender!



M@D M@X
Hier ein Posting aus dem Thread „EM-TV lesenswerte Analyse von GIGAGURU!“, das einen interessanten Aspekt beleuchtet:


„von desormais 10.12.00 18:01:00 3812331916 EM.TV+MERCHANDI.O.N.

für mich ist das alles sehr fundiert. Auch sind die aktuellen Nachrichten hinsichtlich SLEC eingearbeitet. Ich sehe jedenfalls keine Ungereimtheiten. Wenn dus nicht für lesenswert hälst ist das deine Meinung. Für mich ist wesentlich,dass EM-tv etwas besitzt,nämlich SLEC,was offensichtlich sehr begehrt ist. Dieser Umstand könnte EM-TV zum Übernahmekandidaten machen. Wenn die Automobilindustrie SLEC will brauchen sie für ca 1 Milliarde nur EM-TV kaufen(gegenwärtiger Börsenwert) Kirch hat nur Minderheitsbeteiligung , wenn er nicht letzte Woche zugekauft hat.
GRUSS“


Was spricht denn zum Beispiel dagegen, dass sich die Automobilindustrie für sagen wir einmal 3 Mrd. Euro EM.TV einverleibt (mehr als 200% über dem aktuellen Börsenwert von EM.TV)? Damit hätte man nämlich sowohl Kirch als auch Haffa ausgebootet, was die Formel 1 anbelangt. Man legt dann eine weitere Mrd. auf den Tisch und hat damit die Aktienmehrheit an der Formel 1. Dann könnte die Merchandising-Sparte unter dem Namen Global Merchandising AG (oder so ähnlich) eigenständig an die Börse gebracht werden, wobei der Hauptgesellschafter und CEO Thomas Haffa heißen würde. Diese Vereinbarung dürfte wohl auch für Haffa und die EM.TV-Aktionäre attraktiv sein. Aber ich will hier niemanden überfordern, da es einigen gehörig an Fantasie zu fehlen scheint.

Gigaguru
Ergänzung: Ich gehe davon aus, dass sowohl Kirch als auch Haffa Ausstiegsklauseln in den bereits abgeschlossenen Vertrag eingebaut haben. Sollte der Vertrag platzen, könnte die Automobilindustrie sogar 75% der Formel 1 bekommen + Rest-EM.TV, und zwar für schlappe 4 Mrd. Euro!!! Vielleicht sollte jemand einmal einen Rundbrief an die Macher der Autoindustrie schreiben und die werten Herren wachrütteln, wobei ich davon ausgehe, dass die ihre Spione ohnehin hier mitlesen lassen, so dass man sich das sparen kann.

Gigaguru
Vor Beginn der Gespräche noch folgende Anmerkung: Bei einer vollständigen Übernahme erhielte man für 4 Mrd. Euro (was für die EM.TV-Aktionäre sofort einen Kurssprung von 200% bedeuten würde) 75% der Formel 1, 100% der Jim Henson Company, 50% von Junior TV, 45% der TMG und 100% der Rest-EM.TV, allerdings auch Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mrd. Euro. Setzt man für die Formel 1 lediglich 2 Mrd. Euro an (also zu dem bewertet, was auch Kirch EM.TV zahlen würde) und zieht die Verbindlichkeiten ab, dann muss der Rest lediglich für 3 Mrd. an die Börse gebracht werden. Die TMG müsste unter diesen Voraussetzungen gar nicht verkauft werden. Der besagte „Rest“ macht bereits jetzt einen Umsatz von mehr als einer Mrd. Euro, so dass es ein Kinderspiel wäre, die Aktien für 3 Mrd. Euro zu platzieren. Haffa, der zuvor mehr als eine Mrd. Euro erhalten hatte, könnte sich mit einem Drittel an der Global Merchandising AG beteiligen und selbst den Vorstandsvorsitz übernehmen, was bei der Übernahme bereits vereinbart wurde. Gegenmaßnahmen von Kirch wären im übrigen kaum zu erwarten, da er die Serien von EM.TV ja schließlich nicht aus Nächstenliebe auf seien Sendern laufen lässt, sondern weil es auch ihm etwas bringt. Der perfekte Deal!

Gigaguru
GIGAGURU HAT RECHT !!!
KAUFT EM.TV
In zwei Jahren habe alle vergessen
Rückschlagpotentil bis ca. 5€.

50% jetzt kaufen, den Rest in Raten.

Viel Erfolg
Rob
Jetzt wird es langsam aber sicher skurril.Die Automobilindustrie kauft EM.TV.
Und Kermit der Frosch fährt den nächsten McLaren.
Miss Piggy wird das neue Boxenluder.
Iron Mike beißt Jordan den Frontflügel ab.
Leute,das bringt Fantasie!!!
Dausend Prozent!!!
EM.TV: Rücktritt Thomas Haffas steht nicht zur Debatte

Der krisengeplagte Filmrechtehändler EM.TV & Merchandising AG hat Spekulationen über einen möglichen Rücktritt von Vorstandschef Thomas Haffa zurückgewiesen. »Ein Rücktritt von Thomas Haffa steht derzeit nicht zur Debatte«, sagte ein EM.TV-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage. Haffa hatte in einem Interview mit dem Magazin »Der Spiegel« persönliche Konsequenzen aus der Ergebniskrise und dem Einbruch des Aktienkurses von EM.TV nicht ausgeschlossen. Das Wort Rücktritt habe er aber nicht gebraucht, sagte der Sprecher.

EM.TV hatte zuletzt seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigiert, worauf der Aktienkurs auf ein Jahrestief von 5,56 Euro gefallen.

gruß mike.h
Die Automobilindustrie hat offiziell erklärt, man sei mit einem Anteil von 25% keinesfalls zufrieden. Du wirst bestimmt einen besseren und kostengünstigeren Weg als den von mir beschriebenen aufzeigen können, damit sie dieses Ziel erreichen können, antarra,. Dann mache das gefälligst auch, anstatt hier dummes Zeug zu schreiben! Ich will im übrigen nicht zwingend darauf hinaus, dass EM.TV übernommen wird, sondern wollte vor allem zeigen, dass EM.TV weitaus mehr wert ist, als dies die aktuelle Marktkapitalisierung wiederspiegelt. Kirch hat deshalb keineswegs so leichtes Spiel, wie das hier manche suggerieren wollen

Gigaguru
Es ist völlig richtig,das die mehr als 25 % von der SLEC haben wollen.Aber die werden einen Teufel tun und den ganzen Laden kaufen.
@ gigagu

Kannst Du mir sagen, wieso die Autoindustrie auf die Idee kommen sollte, 4 Mrd. Euro für etwas zu bezahlen, was sie auch für ca. 1700 USD, also weniger als die Hälfte bekommen könnte?
Glaubst Du wirklich, die Autoindustrie hätte wesentlich mehr als Kirch geboten? Warum hat Haffa dann nicht schon längst zugeschlagen? Deine Hirngespinste werden immer lächerlicher.
@ Gigaguru:

Eine "Bestandsaufnahme" ist m.E. das Aufzählen von
"harten", sprich, meß- oder sonstwie überprüfbaren Fakten.

Du bewegst Dich aber auf dem Boden der reinen Spekulation,
also Vermutungen.

Insofern hast Du wohl Deine Threadüberschrift nicht besonders
glücklich gewählt.

Charttechnisch kann ich nur auf einen zu frühen Einstieg
in diese Aktie warnen! Es sollten m.E. glasklare Wendeformationen
oder sonstige starke, indikatorentechnische Signale zu erkennen
sein, bevor jemand dieses Risiko eingeht. (Es sei denn, er ist
ein professioneller Zocker.)

Und glaube es mir:
Diese Aktie ist immer noch charttechnisch bewertbar! Ich habe mich
nur aus dieser Diskussion seit dem Bruch der letzten markanten
Unterstützungszone zurückgezogen. Ab jetzt wird es m.E. abenteuerlich.

Schöne Grüße, Red Shoes
Ganz offensichtlich habt ihr Probleme mit den Augen! Lest doch wenigstens einmal durch, was ich geschrieben habe. Wie um Gottes Willen soll denn die Automobilindustrie an mehr als 25% der Anteile kommen, wenn 75% von Kirch und EM.TV kontrolliert werden??? Außerdem müssen sie nach meinem Konzept nicht 4 Mrd. Euro für die Formel 1 zahlen, sondern netto nur (maximal) 2 Mio., und zwar für 75% der SLEC, denn mindestens 3 Mrd. Euro fließen aus dem Börsengang der Global Merchandising AG wieder zurück. Wie so oft hier im WO-Board, fühle ich mich einmal wieder in der Rolle des Galilei ...

Gigaguru


PS.: Ich würde es begrüßen, Red Shoes, wenn Du eine Chartanalyse hier in diesen Thread reinstellen würdest!
Hier ist der Link zur letzten Analyse:
http://www.wallstreet-online.de/ws/community/board/thread.ph…

Wie gesagt, ab jetzt kümmere ich mich charttechnisch nicht mehr um EM.TV,
denn die Aktie hat m.E. alle relevanten Unterstützungen verloren!

Red Shoes
Danke Gigaguro für deine guten Postings!

Es ist nämlich höchste Zeit, der immer nur einseitig negative Sichtweise zu EM-TV etwas entgegenzusetzen!

Es gibt ja immer 2 Betrachtungsweisen! So einseitig negativ, wie derzeit über EM-TV berichtet wird, ist schier unglaublich und unverschämt!

Mit welcher Arroganz hier einige auftreten und meinen sie hätten die gesamte Börsenweisheit inhaliert ist gewaltig!

Nätürlich hatten rv + red über eine zeitlang, leidvoll für alle treuen EM-Anleger, Recht behalten, aber das heisst noch laaaannnge nicht, daß das weiter so läuft!

Jeder auch hier kann sich gut vorstellen,daß rv auf hohen PUT-Optionen sitzt und nur deshalb ständig versucht EM-TV irgendwie nach unten zu manipulieren, obwohl die Boardmeinung eh wohl kaum zählt!....Manche überschätzen sich halt gerne!
Put oder Call Positionen bei EM.TV machen wohl wenig Sinn. Alleine deswegen schon, weil der Wert wie ein OS reagieren kann. Wer dann auch noch auf der falschen Seite erwischt wird, kann seine Scheine gleich die Toilette runterspühlen.
An neuen Überraschungen wird es bei EM.TV auch in Zukunft nicht fehlen.
Das Beste ist neutral an der Seitenauslinie zu beobachten, was so abgeht.
@ MoneyMaker

Man sieht, dass Du noch was nie mit Optionsscheinen gemacht hast. Ich habs aber auch hier schon mehrfach gesagt: Es gibt keine Puts mehr, die sich lohnen - die sind alle viel zu weit im Geld. Selbst ein Konkurs würde beim Put-Kurs vielleicht 20% machen. Das einzige, was sich viellecht lohnen würde, sind Leerverkäufe. Dazu fehlt mir aber das nötige Kleingeld und entsprechende Beziehungen.

Nein: in der Beziehung kann ich Dich ganz beruhugen: ich hatte mehrfach kurzzeitig Puts, mal mit Gewinn, mal mit Verlust. Die letzten hatte ich 3 Tage lang (bei Floris "Rechenfehler") und hab sie mit ca. 100% Gewinn verkauft.

Mich interessiert an EM.TV nur noch, wie lange die noch den Markt schädigen.

So long, rv
@ Money Maker:

es spricht m.E. überhaupt gar nichts dagegen, daß positive
Aspekte zu der Aktie zur Diskussion gestellt werden!

Aber, ich finde, Du solltest dann schon konkret auf
kritische Einwände eingehen, statt solche persönlich pauschalen
Unterstellungen zu machen. Solange ich und rv ganz konkrete
Fakten und Überlegungen in die Diskussion einbringen, kann
eine Verunglimpfung nichts Gegenteiliges in Deinem Sinne bewirken.

Daß ich die Weisheit nicht für mich gepachtet habe, kannst
Du schon an meinem Disclaimer, den ich meinen Analysen anfüge,
entnehmen.

Und, wie man heute wieder sehen konnte, erweisen sich die ca. 8e
als "schwerer Deckel".

Schöne Grüße, Red Shoes
Stellen wir uns doch mal folgendes Szenario vor: Haffa führt die Option (zum Kauf weiterer 25 % F1) nicht aus, da er kein Geld hat. Bernie, denkt sich, och der schlaue Haffa, wollte doch soooo viel haben. Ich drück` ihm die weiteren 25 % aufs Auge - mal gucken, wie er das zahlen will, denn weder Haffa noch Kirch schwimmen im Geld. Vielleicht wird die F1 ganz königlich und Prinz Al Waaleed darf wieder einspringen.

Bernie bekommt sein Geld, behält alle seine Stimmrechte und die traurigen Gesichter der anderen Seite stellen, fest, daß mit den Merchandising-Rechten nicht so viel zu holen ist. Zwischenzeitlich wollen die Rennställe eine größere Beteiligungen an den TV-Rechten haben, mehr als 50 % z.B.. Bernie lacht sich schief und krumm und die anderen schauen in die Röhre.

Ich weiss, dass die meisten hier von der F1 schwärmen, und nach wie vor etliche an die Börse glauben. Doch hier geht es nicht um die Börsen, sondern um ein Unternehmen mit schlechtem Management und miserabler PR/IR Investor Relations. Schon mehrfach hätte Haffa auf die Karten auf den Tisch legen können, aber nein.

Und seit heute verhandelt EM.TV nicht mehr mit Kloiber (TMG), sondern redet nur mit ihm, so der PR-Chefsprecher Birnbaum. Vor ein paar Tagen hieß es noch anders. Sie wissen nicht, was sie tun. Mis(t)management und das scheint ja in der heutigen Zeit zwingende Voraussetzung für einen börsenorientiertes Unternehmen zu sein.
@rv
@gigaguru

Vielen Dank für Eure doch recht fundierten Analysen.
Findet man nicht so häufig hier im CHAT.
Meiner Meinung nach gibt es bei EM.TV, wie auch
hier im Beitrag schon beschrieben, viele Risiken aber auch
Chancen.
kurzfristig entscheidend wird wohl der Deal mit der Formel 1 sein und der Verkauf von Tele München sein.
Falls EM.TV die restlichen 25,1% der SLEC zu 550 000 000 Euro verkauft und die Option nicht ausüben muß und die
Merchandising und Marketingrechte bekommt, steht EM.TV
fundamental wesentlich besser als je zuvor da.

Meiner Meinung nach mußte Hr. Haffa bei den
überzogenen Aktienbewertungen am Neuen Markt,
die Aktie als Kaufkapital einsetzen, um
die überragenden Gewinne der letzten Jahre abzusichern.
Beispielsweise wurde TeleMünchen aus einer Kapitalerhöhung
mit 45 Euro pro Aktie bezahlt.
Die Formel 1 wurde zum Großteil durch Aktien zu 100 Euro
gekauft.
Jim Henson mit Aktien und der niedrig verzinsten Wandelanleihe.

Rechnet mal den Kaufpreis von TeleMünchen bei 7 Euro pro Aktie aus. Ich rechne wegen Bankprovisionen mit 40 Euro.
800 000 000 DM *7 /40 = 140 000 000 DM.
D.h. bei 7 Euro ein gutes Geschäft.

Ich weiß nicht wer von Euch im board kinder hat.
Ich laße meine kinder hauptsächlich kika schauen,
weil dort gewaltfreie Serien gezeigt werden.
Mein Kleiner sieht am liebsten Biene Maja
und padington Bär.
Bei Hertie findet man in den Kinderabteilungen
z.B. viele Sweatshirts von EM.TV.

Ich beobachte im Moment, daß viele FIRMEN
die Ihre Anleger getäuscht haben,
nicht haussieren (Teles, IXOS, EM.TV, ..).
Morgen ein 50% Knaller,die Aktien von
Mediantis/Buecher.de WKN 528520


wers nicht glaubt ärgert sich morgen,
Ad hoc heute ist wohl irgendwie unter gegegangen,und

-Marktkapitalisierung von ca.30 Mio bei liquiden Mitteln von ca.45 Mio klingt für mich wie eine einfache 50% Chance,oder???
-Amazon heute dick im Plus an Nasdaq.
-L&S taxt schon hoher.
Wer ist andere Meinung? Freue mich über Antworten.

Heutige Ad hoc:

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Im folgenden eine Studie von Oliver Rupprecht von M.M. Warburg (wegen der Länge in zwei Teilen; bevor die EM.TV-Skeptiker aufschreien: Ja, ich weiß, die Studie ist von Dezember 1999 und damit prähistorisch):


EM.TV - Analyse

M.M. Warburg

22.12.1999


1. Zusammenfassung und Investmentidee

EM.TV zählt zu den erfolgreichsten Neuemissionen am Neuen Markt. Seit dem Börsengang im Oktober 1997 ist EM.TV kontinuierlich in neue Dimensionen hinein gewachsen. Das Unternehmen befasst sich mit der Produktion, dem Erwerb und der Auswertung von TV- und Merchandisingrechten - insbesondere bei Kinder- und Familienprogrammen - und besitzt in Deutschland sowie zunehmend in Europa eine Marktführerschaft in diesem Segment. Diese Marktführerschaft wurde durch den konsequenten Ausbau des Rechtebestandes von Kinder- und Familienprogrammen mit Hilfe einer Strategie aus internem Wachstum (z.B über Koproduktionen) und Akquisitionen (Joint-venture mit der Kirch-Gruppe: Junior.TV) erreicht. Mit einem Rechtebestand von über 28.500 Episoden (inkl. Tele München Gruppe, Stand: Dezember 1999) liegt EM.TV in Europa gemessen an der Anzahl der Episoden sogar vor den international bekannten Medienunternehmen Warner Brothers oder Walt Disney. Nach der erfolgreichen Erschließung des deutschen Marktes für Kinder- und Familienprogramme forciert EM.TV die Expansion auch international deutlich stärker. Neben einer starken Präsenz auf den international wichtigen Verkaufsmessen (z.B. MIPCOM in Cannes) ist EM.TV bestrebt, durch ein Netz von Beteiligungen (Austra-lien, Benelux, Schweden), Joint-ventures (z.B. in Frankreich, Spanien) sowie durch gute Kontakte zu den weltweiten Mediengrößen (Kirch, Murdoch) den internationalen Bekanntheitsgrad und somit die internationalen Umsätze zu steigern. Der Umsatzanteil des Unternehmens im Ausland wird aufgrund dieser strategischen Entscheidungen bereits im Jahr 2002 auf deutlich über 50% ansteigen (1999e: unter 20%). Erfolgreiche Medienunternehmen zeichnen sich durch die Abdeckung der gesamten medialen Wertschöpfungskette (sowohl horizontal als auch vertikal) aus. Hierdurch lassen sich umfassende Synergien und die in der Medienbranche wichtigen persönlichen Kontakte besser nutzen. Die Wertschöpfungskette hat durch die im Sommer 1999 getätigten Beteiligungskäufe (Trickompany, Constantin Film, Tele München Gruppe) eine neue Dimension erreicht. EM.TV erweitert durch die Beteiligungen an der TMG und Constantin Film seine Wertschöpfungskette - insbesondere auf Erwachsenenunterhaltung - und verschafft sich darüber hinaus weitere, gute Vermarktungsmöglichkeiten für sein Kinder- und Familienprogramm (TMG besitzt Beteiligungen und Kontakte zu in- und ausländischen Fernsehsendern). EM.TVs Kerngeschäft, der Fernsehmarkt (Free TV, Pay-TV), befindet sich in Deutschland und im übrigen Europa weiter auf Wachstumskurs. Die Anzahl der TV-Sender wird in Europa weiter stark wachsen (digitale Übertragungstechnologie, sinkende Übertragungskosten etc.). Die steigende TV-Senderzahl sorgt damit für eine wachsende Nachfrage nach Programminhalten. Darüber hinaus wächst in Deutschland der für die Free-TV-Sender wichtige Werbemarkt (Nettowerbemarkt 1999e: 43,1 Mrd DM; +4,9%) auch in der Zukunft weiter. Diese positive Tendenz wird dadurch noch verstärkt, daß sich der Anteil der Werbeeinnahmen der Fernsehsender am gesamten Werbemarkt in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird (Anteil steigt von ca. 19% in 1999 auf 20,2% in 2010e). Die Finanzkraft vieler Free-TV-Sender nimmt damit tendenziell zu und sorgt für eher steigende Preise beim Programmangebot. Die Unternehmen mit großen Rechtebeständen, wie EM.TV, profitieren von dieser Entwicklung. Zusätzlich wird von vielen TV-Sendern die kaufkräftige Zielgruppe der Kinder- und Jugendlichen verstärkt beim Programmangebot berücksichtigt. EM.TV nutzt diesenTrend bereits auf dem Free-TV Markt („Tabaluga tivi“ auf dem Kinderkanal, ab Januar 2000 „Junior.TV“ auf SAT1) und auch im Pay-TV Segment ( auf Premiere World: Junior.TV und K-toon) sehr erfolgreich. Durch den Ausbau der Wertschöpfungskette, die fortschreitende Internationalisierung des Unternehmens, die erfolgreiche Umsetzung des Brandnames „Junior“ im Merchandisingsegment (als Synonym für hochwertige Kinderprodukte) sowie durch die zusätzliche Erschließung neuer Geschäftsfelder (z.B. Event-Vermarktung) wird EM.TV in den nächsten Jahren stark wachsen. Der Konzernumsatz betrug im Geschäftsjahr 1997 erst 22,5 Mio DM, im darauf folgenden Jahr erreichte er bereits 81,4 Mio DM, und 1999 wird er voraussichtlich auf ca. 349 Mio DM ansteigen. Spätestens für das Jahr 2002 erwarten wir den Sprung auf über 1 Mrd DM. Aufgrund steigender Fixkostendegression bei den Material- und Personalkosten, geht das außergewöhnlich starke Umsatzwachstum (CAGR 1997 bis 2002e: 116,7% p.a.) einher mit einer hohen, sich noch weiter verbessernden EBIT-Marge. Die EBIT-Marge betrug 1997 erst 17,2% und stieg in den vergangenen 2 Jahren stark an. Wir erwarten für 1999 eine EBIT-Marge von 49% des Umsatzes und halten einen weiteren Anstieg der Marge auf über 60% bis zum Jahr 2002 für realistisch.

Das starke Umsatzwachstum in den kommenden Jahren, eine weiter ansteigende EBIT-Marge sowie ein explosionsartig anwachsendes Beteiligungsergebnis (Junior.TV, TMG) werden dazu führen, daß sich der Jahresüberschuss von 1998 auf 1999 verzwölffacht (von 9,6 Mio DM auf ca. 123 Mio DM). Bis zum Jahr 2002 rechnen wir dann mit einer weiteren Vervierfachung des Jahresüberschusses (2002e: 479 Mio DM). EM.TV zählt aufgrund der hervorragenden Marktposition im Bereich der Kinder- und Familienprogramme in Deutschland, des konsequenten Internationalisierungsprozesses und der systematischen Erweiterung seiner Wertschöpfungsketten weiterhin zu den aussichtsreichsten Aktien am Neuen Markt. Wir erwarten Anfang 2000 eine, die Internationalisierung deutlich beschleunigende Akquisition in den USA (vermutlich im Bereich der Trickfilmproduktion). Wir rechnen nach diesem entscheidenden Schritt damit, dass EM.TV innerhalb kurzer Zeit in die „Welt Liga“ der Medienkonzerne aufsteigen wird und aus dieser Position heraus weiter nachhaltig wachsende Umsätze und Erträge erzielen kann. Im Vergleich zu internationalen Medienwerten, die durchschnittlich mit einem 2001er KGV von 47 bewertet werden (siehe „peer group“, Seite 6) wird EM.TV zur Zeit mit einem 2001er KGV von 38 gehandelt. Wir gestehen EM.TV aufgrund des gegenüber der "peer group" deutlich höheren Unternehmens- und Ertragswachstums (z.B. PEG-Ratio von EM.TV liegt mit 1,23 deutlich unter der PEG-Ratio der internationalen „peer group“: 3,25) ein 2001er KGV von ebenfalls mindestens 47 zu. Bei den nationalen Medienunternehmen am Neuen Markt halten wir einen Bewertungsaufschlag von ca. 10% gegenüber den durchschnittlichen 2001er KGV von 42,0 für gerechtfertigt. EM.TV besitzt gegenüber den anderen, nationalen Medienwerten die überzeugendste Wachstumsstrategie, eine klare Marktführerschaft in seinem Segment und gute „Soft-Faktoren“( siehe 2.3 Soft-Faktoren, Seite 10). Auf Basis eines erwarteten EPS von 1,60 { im Jahr 2001 ergibt sich ein fairer Aktienwert von 75 { . Mit Hilfe eines Discounted Cash-flow Modells haben wir mit einem fairen Wert von 74 e ein ähnliches Ergebnis abgeleitet (siehe 2.2 DCF-Methode, Seite 8). Das zunehmende Interesse an Medien-Branchenfonds (EM.TV gehört mit der höchsten Gewichtung im Neuen Markt zu den Basisinvestments) und das wachsende Interesse ausländischer Investoren am deutschen Medienmarkt sollten den Aktienkurs nachhaltig unterstützen. Wir sehen unser fundamentales Kurziel von 74 { auf Sicht von 12 Monaten eher als ein Etappenziel an. Nach den jüngsten Kurssteigerungen halten wir eine Konsolidierungsphase für nicht ausgeschlossen. Angesichts des starken Unternehmenswachstums und damit auch der anhaltenden Wachstumsphantasie rechnen wir damit, dass die Aktie von EM.TV längerfristig (über unseren 12 monatigen Anlagehorizont hinausgehend) noch deutlich höhere Kurse erreichen kann. Diese Kursphantasie geht aber zunehmend einher mit einem wachsenden Rückschlagsrisiko. Sollten Unternehmensziele in der Zukunft nicht voll erreicht werden können, steigt das Risiko für (extreme) Kursrückschläge.

2. Bewertung

2.1 Multiplikatorverfahren

Die Aussagefähigkeit eines Multiple-Vergleichs ist im Fall von EM.TV durch die unzureichende Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen erheblich eingeschränkt. Wir haben dennoch EM.TV auf Multiple-Basis mit zwei Vergleichsgruppen (peer groups) bewertet:

• Eine internationale peer group mit Unternehmen aus den Bereichen der Filmproduktion- und Filmverwertung • Eine peer group mit Entertainment- und Medienunternehmen am Neuen Markt Hinsichtlich der Tätigkeit, der Größe und des Wachstums der Unternehmen ist ein Multiple-Vergleich zwischen EM.TV und den großen, internationalen Konzernen Walt Disney, Fox Entertainment und Time Warner kaum aussagekräftig. Diese Unternehmen besitzen nicht nur gefestigte, weltweit hervorragende Marktstellungen (z.B. Brandname von Disney ist weltweit wesentlich bekannter als der im Aufbau befindliche Brandname von EM.TV‘s „Junior“) sondern können auch auf noch umfangreiche Wertschöpfungsketten (hohe Diversifikation in fast allen Medienbereichen) zurückgreifen. Demgegenüber besitzt EM.TV auch in den kommenden Jahren ein sehr viel höheres Umsatz- und Ertragswachstum. EM.TV weist gemessen am 2001er KGV von 38,1 eine teilweise günstigere Bewertung als beispielsweise HIT Entertainment (106,9) oder Time Warner (84,6) auf. Ein nationaler Vergleich ist mit Medienunternehmen am Neuen Markt, wie Kinowelt Medien, Odeon, Senator, Constantin oder RTV Family Entertainment möglich. Allerdings sind auch in diesem Marktsegment die Unternehmen nicht exakt vergleichbar. Ein Kennzahlenvergleich ist damit nur eingeschränkt zweckmäßig. Von der Struktur des Unternehmens und den strategischen Marktaspekten kommt das Unternehmen RTV Family Entertainment noch EM.TV am nähesten. RTV besitzt seinen Unternehmensschwerpunkt auch im Kinder- und Familienprogrammbereich und baut sowohl seine Position im TV-Rechtehandel als auch bei der Merchandisingauswertung in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter aus. EM.TV (KGV 2001e: 38,1) weist gegenüber RTV (KGV 2001e: 61,1) auf Basis eines KGV-Vergleichs das günstigere Verhältnis aus. Hinzu kommt, daß EM.TV eine deutlich größere Programmrechtebibliothek (28.500 Episoden gegenüber etwa 4.000 Episoden bei RTV) und eine wesentlich bessere Marktstellung („Unique selling position“) besitzt. Die sogenannte PEG- Ratio (Price Earning / Growth) wird häufig angewendet um das starke Unternehmenswachstum in einer Bewertungsgröße besser berücksichtigen zu können. Durch das mittelfristig sehr viel größere Wachstumspotential besitzt EM.TV mit 1,23 die deutlich kleinste PEG-Ratio unter den internationalen Medienwerten. Dies belegt eine günstige Bewertung von EM.TV gegenüber anderen internationalen Medienwerten. Gemessen an der Marktkapitalisierung/Umsatz im Jahr 2001 zeigt EM.TV einen sehr hohen Wert von 16,6 und liegt damit deutlich über den Vergleichunternehmen des Neuen Marktes (Mittelwert 6,9). Dieser hohe Wert relativiert sich aber sehr schnell wenn man die EBIT oder EBITDA-Zahlen von EM.TV mit denen der anderen Unternehmen vergleicht. So besitzt beispielsweise Kinowelt Medien eine Marktkapitalisierung/ Umsatz für das Jahr 2001 von 8,5. Die EBIT-Marge (EBIT/Umsatz) von Kinowelt Medien liegt aber nach unseren Schätzungen im Jahr 2001 bei ca. 12-13%. EM.TV kann dagegen im Jahr 2001 bei einer Marktkapitalisierung/Umsatz von 16,6 eine EBIT-Marge von voraussichtlich über 60% vorweisen. Dies bedeutet, dass EM.TV trotz eines doppelt so hohen Umsatzmultiplikators wie Kinowelt Medien eine mehr als viermal so hohe EBIT-Marge erzielt. Berücksichtigt man die unterschiedliche Ertragskraft, dann ist EM.TV sogar deutlich günstiger bewertet als die anderen Vergleichsunternehmen des Neuen Marktes. Die höhere Ertragsqualität EM.TVs ist daher nicht angemessen im Kurs realisiert. Wir halten aufgrund der eingeschränkten Vergleichbarkeit und der statischen Betrach-tungsweise die Aktienbewertung eines Medienunternehmens wie EM.TV anhand von Multiple-Kennzahlen nur für nur begrenzt aussagekräftig. Es lässt sich aber festhalten, dass sowohl auf KGV-Basis als auch auf Basis einer PEG-Ratio, EM.TV tendenziell zu den günstigeren Medienwerten (sowohl international als auch national) zählt. Der Mittelwert des KGV 2001 der internationalen „peer group“ liegt bei 47,1. Wir gestehen EM.TV, trotz des bisher unterdurchschnittlichen Internationalisierungsgrad, aber wegen des dafür sehr viel höheren Ertragswachstums ein KGV mindestens auf Höhe dieser „peer group“ zu. Zu ähnlichen Erkenntnissen kommen wir bei einem Vergleich mit nationalen Unternehmen. Der Mittelwert des KGV 2001 der nationalen „peer group“ liegt bei 42,0. EM.TV gehört innerhalb dieser „peer group“ zu den Medienunternehmen mit der überzeugendsten Wachstumsstrategie und mit guten „Soft-Faktoren“. Auf Basis eines KGV-Vergleichs halten wir daher bei EM.TV ein deutlich höheres KGV 2001 als der Mittelwert für gerechtfertigt und sehen ein KGV 2001 von 47 (d.h. etwa 10% Aufschlag gegenüber dem Mittelwert der nationalen Vergleichsunternehmen) als fundamental ausgewogen an. Auf dieser Basis leiten wir ein Kurziel von mindestens 75 e ab (Zeithorizont: 12 Monate).

2.2 DCF-Methode

Die Bewertungen auf Basis von Multiplikatoren sind z. T. kurzsichtig, da sie nur die Entwicklung des Unternehmens bis 2001 bewerten. Den außergewöhnlichen Wachstumsraten und den individuellen Risiken des Unternehmens können diese Methoden kaum (und wenn, dann nur höchst subjektiv) gerecht werden. In einer einzigen Kennzahl werden sowohl aktuelle Marktverhältnisse als auch individuelle Aspekte wie Wachstum, Prognoserisiken, Image oder Marktstellung vermengt. Es erscheint uns deshalb im Falle von EM.TV besonders wichtig, eine Bewertung auf Basis eines Discounted-Cash-Flow (DCF) – Modells durchzuführen. Beim DCF-Modell ermitteln wir den Unternehmenswert auf Basis abdiskontierter operativer Free-Cash-Flows (OFCF). Für die Berechnung des Unternehmenswertes von EM.TV treffen wir folgende Annahmen:

• Die Wachstumsrate des Umsatzes wird sich im Zeitraum 2003 – 2012 von 45% sukzessive auf 10% reduzieren. In den Folgejahren – zur Bestimmung des Terminal Value – gehen wir von einer langfristig konstanten Wachstumsrate von 5% aus.

• Die risikofreie Verzinsung approximieren wir mit der Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe (1999: 4,5%, 2000: 5,0%, 2001: 5,2%, 2002 ff: 5,0%)

• Für die Ermittlung des Fremdkapitalkostensatzes unterstellen wir einen Bonitätsaufschlag von 1%.

• Bei der Ermittlung des Eigenkapitals gehen wir von einer Risikoprämie von 8,4% aus. Die Prämie wird gemäß des CAPM aus der Multiplikation des Risikomaßes b mit der Risikoprämie des Marktes ermittelt. Der „Betafaktor“ misst nur den des systematischen Risikos einer Anlage zum Gesamtrisiko des Marktes und beträgt in unserer Berechnung 1,2. Die Risikoprämie des Marktes approximieren wir durch die Risikoprämie des deutschen Aktienmarktes, die im langjährigen Mittel etwa 7% beträgt.

• Ab dem Jahr 2003 haben wir einen WACC von durchschnittlich 12% unterstellt (2000e:12,6%, 2001e: 12,8%, 2002e:12,7%).

• Die OFCF-Marge (Operativer Free-Cash Flow) steigt bis einschließlich 2002 auf 32,8% an und wird anschließend sukzessive zwischen den Jahren 2003 und 2012 auf 27,7% zurückgehen. Bei der Ermittlung des Terminal Value sind wir von einer Marge von 24% ausgegangen.

• Investitionen, Abschreibungen und Working Capital steigen ab 2013 proportional zum Umsatz. Auf Basis des dargestellten Verfahrens ermitteln wir einen Shareholder-Value von 17,3 Mrd DM bzw. 74,02 { je Aktie. Dies entspricht in etwa dem auf Multiple-Basis ebenfalls ermittelten Kursziel von 75 { .

2.3 „Soft-Faktoren“

Die Medienbranche wird geprägt durch persönliche Kontakte und das Geschäft baut sich über Jahre hinweg auf; dies gilt insbesondere für die Film- und Fernsehproduktion sowie den Handel mit den sich hieraus ergebenden Verwertungsrechten. Daher kommen bei Medienunternehmen - und damit auch bei EM.TV – sogenannte qualitative oder „Soft-Faktoren“ wie die Managementqualität, die Marktstellung, die Produktidee, die Marketingstrategie und andere wesentliche Einflussfaktoren eine besondere Bedeutung bei der Unternehmensbewertung zu. Der Vorstand von EM.TV besteht zur Zeit aus den Herren Thomas Haffa, Florian Haffa, Franz von Auersperg, Dr. Ulrich Goebel (seit 1.10.1999) und Hans Peter Vriens (seit 1.11.1999):

Thomas Haffa (47 Jahre) ist der Vorstandsvorsitzende von EM.TV. Thomas Haffa begann seine berufliche Laufbahn zunächst bei IBM und wechselte Anfang der achtziger Jahre zum „Medienmogul“ Dr. Leo Kirch. Hier war er zunächst für den Bereich Video verantwortlich, wechselte aber später in den Bereich Merchandising und Musikrechte. Nach seinem Ausscheiden bei Dr. Leo Kirch gründete Thomas Haffa 1989 die EM-Entertainment München Merchandising Film- und Fernseh GmbH. Diese wurde 1997 in die EM.TV & Merchandising AG umgewandelt und an die Börse gebracht.

Florian Haffa (34) wurde in Lindau am Bodensee geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre sowie einiger Semester Jura entschloß sich Florian Haffa 1989 in die im selben Jahre von seinem Bruder Thomas Haffa gegründete EM-Entertainment Merchandising, Film und Fernseh GmbH einzusteigen. Florian Haffa hat von Anfang an den Aufbau des Unternehmens entscheidend mitgestaltet. Er war insbesondere am Aufbau des Geschäftsbereichs TV-Produktion und Distribution wesentlich beteiligt. Mit dem Börsengang der neu firmierten EM.TV & Merchandising AG im Oktober 1997 wird Florian Haffa zum Finanzvorstand berufen.

Franz Prinz von Auersperg (50) war 20 Jahre in der Tonträgerindustrie bei CBS Records (Sony), Teldec und RCA tätig. Zuletzt war er Geschäftsführer der Tabaluga GmbH sowie Berater von Rockmusiker und Komponist Peter Maffay in den Bereichen Marketing, Business Affairs und Merchandising. Zudem zeichnete er als Executive Producer für die Produktion der Tabaluga Zeichentrickserie und des TV-Clubs „Tabaluga tivi“ verantwortlich. Seit August 1997 gehört Franz Prinz von Auersperg zum Vorstand der EM.TV & Merchandising AG. Ihm unterstehen die Bereiche Marketing und Koproduktion.

Dr. Ulrich Goebel (43), der promovierte Rechtswissenschaftler begann seine berufliche Tätigkeit Anfang der 80er Jahre in verschiedenen Anwaltskanzeleien in Hong Kong, New York und Frankfurt. Im Jahr 1985 wechselt er zur Dornier Medizientechnik GmbH, wo er die Abteilung Recht und Beteiligungen leitete. Über weitere Stationen bei der Deutschen Aerospace AG, der Dornier GmbH und der DaimlerChrysler Aerospace AG wechselte Dr. Ulrich Goebel zum 1. Oktober 1999 zu EM.TV. Er übernahm im Vorstand den Bereich Business Affaires (u.a. Recht, Controlling, Personal).

Hans Peter Vriens (34), nach Abschluß der Universität in Oregon (USA) begann Hans Peter Vriens seine berufliche Laufbahn als Assistent Brand Manager bei Mars Effen in Spanien. Über Postitionen bei Procter & Gamble und der Red Bull GmbH wechselte er zum 1. November 1999 zu EM.TV. Herr Vriens übernimmt hier die Verantwortung der Bereiche TV und Merchandising. Das Know-how des Managements sowie dessen gute „Kontakte“ zu anderen Mediengrößen führten zu richtungweisenden Kooperationen bzw. Partnerschaften (TMG, oder Junior.TV). Wir gehen daher davon aus, dass das Management auch in der Zukunft das Unternehmen (sowohl durch internes als auch durch externes Wachstum) konsequent weiter aufbauen wird. Seit dem Joint-Venture „Junior.TV“ mit der Kirch Gruppe hat EM.TV systematisch seine Rechtebibliothek von Filmen im Kinder- und Familienprogramm weiter ausgebaut und kann heute auf über 28.500 (inkl. TMG) halbstündige Episoden zurückgreifen. Damit kommt kein TV-Sender in Deutschland an dem Programmangebot von EM.TV vorbei. Mit dieser Marktstellung kann das Unternehmen Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenzunternehmen realisieren. Die Unternehmensstrategie sieht den konsequenten Ausbau des Unternehmens hinsichtlich der Wertschöpfungskette (sowohl die horizontale als auch vertikale Wertschöpfungskette) im Unternehmen und des internationalen Geschäfts vor (siehe 3.2 Unternehmensstrategie). Die in den letzten 2 Jahren umgesetzte Strategie zeigt, dass sowohl das Unternehmen als auch das Management erfolgreich auf den Medienmärkten agieren und reagieren kann. So nutzte dass Management sehr überzeugend in der Vergangenheit die sich bietenden Möglichkeiten, das Unternehmen deutlich voran zu bringen. Die erste Möglichkeit bot sich Ende 1998 mit „Junior.TV“, die zweite große Möglichkeit wurde jetzt im Sommer 1999 mit der TMG-Beteiligung genutzt und die nächsten Möglichkeiten werden sich nach unserer Überzeugung bereits in der nahen Zukunft ergeben (z.B. Akquisition in den USA). Aufgrund dieser “Soft-Faktoren“ betrachten wir EM.TV auch in der Zukunft als einen großen Wachstumswert.

3. Unternehmenshintergrund

3.1 Überblick über die Unternehmenshistorie

1989 Gründung der EM-Entertainment München Merchandising, Film und Fernseh GmbH durch Thomas Haffa, Vermarktung der Zeichentrickserien Alfred J. Kwak und Teenage Mutant Hero Turtles

1990 Übertragung der Merchandising-Rechte von dem Spielehersteller Nintendo, dem Deut-schen Sportbund sowie den Hanna-Barbera-Studios

1991 Verlegung des Firmensitzes nach Unterföhring Gründung von EM-Creative

1992 Unterzeichnung des ersten Koproduktionsvertrages für die Zeichentrickserie Blinky Bill Beginn der Vermarktung der World Wrestling Federation

1993 Koproduktionsvertrag für die Zeichentrickrealisierung von Tabaluga Gründung von EM-Sport

1995 Beginn der Vermarktung des Münchner Oktoberfestes Vermarktung der TV- und Merchandisingrechte an Sailor Moon

1996 Gründung der Produktionstochter Haffa Diebold (Twipsy, Lapitch) Vermarktung der Eishockey WM in Wien

1997 Vertrags über exklusive Vermarktung der Merchandisingrechte der EXPO 2000 Hannover Beginn der Vermarktung der Kermit Collection, Börsenstart der EM.TV & Merchandising AG am Neuen Markt in Frankfurt (30.Oktober)

1998 Beginn der internationalen Expansion mit Niederlassungen in Frankreich, Spanien, Israel und China, 50prozentige Beteiligung an der Igel Spielzeug GmbH, Unterzeichnung des Junior.TV Vertrages über 20.000 halbe Stunden Zeichentrickprogramm

1999 Erwerb einer Beteiligung an den Yoram Gross Filmstudios in Australien, Beteiligung an der Constantin Film und an der Trickompany, Erhöhung der Beteiligung an der Igel Spielzeug auf 65% Beteiligung von 45% an der Tele München Gruppe (TMG) und damit Ausbau der Verwertungskette


3.2 Unternehmensstrategie

Das Kerngeschäft von EM.TV umfasst die Produktion, den Erwerb und die Auswertung

von TV- und Merchandising-Rechten mit einem Schwerpunkt im Bereich Kinder-und Familienprogramm. Hieraus abgeleitet ist das Unternehmen insbesondere auf den Fernsehmärkten, den Merchandisingmärkten und bei der Vermarktung von Events tätig. Durch eine systematische Ausweitung des Rechteportfolios (Stand Dezember 1999: über 28.500 halbstündige Episoden im Bereich Kinder- und Familienprogramm einschließlich der Auswertungsrechte von Animationsfilmen der Tele München Grup-pe) in den vergangenen Jahren konnte sich EM.TV als einer der bedeutesten Programm-anbieter, in Deutschland und zunehmend auch im Ausland etablieren. Im deutschsprachigen Raum wurde die Position soweit gefestigt, daß kein Programmverwerter (Free-TV, Pay-TV, Video/DVD) mehr am Bestandsangebot von EM.TV vorbei kommt. Expansionsstrategie

Internationalisierung:

Prioritäten in Europa undden USA

Erweiterung der Wertschöpfungskette:

-Endverwerter (Free-TV)

-Kino- und Spielfilmsegment

EM.TV besitzt hier nach dem „Junior.TV“-Beteiligungskauf im Bereich des Kinder-und Familienprogramms eine „Unique selling position“ und kann aus der Stärke dieser Stellung heraus von den entsprechenden Wettbewerbsvorteilen (monopolartige Stel-lung bei manchen Top-Programmen für Kinder wie „Tabaluga“; Paketpreise zur Vermarktung der hochwertigen und minderwertigen Programme zusammen etc.) profitieren. Zusätzlich zu der bereits ereichten „USP“-Stellung im Kinder- und Familiensegment im deutschsprachigen Raum hat EM.TV mit der vor wenigen Wochen bekanntgegebenen Beteiligung an der Tele München Gruppe (TMG) nicht nur die Verwertungskette erheblich erweitert, sondern wird auch erstmals eine neue Zielgruppe, das Erwachsenensegment (Kino- und Spielfilme sowie TV-Serien) ansprechen. Damit erweitert EM.TV seine Zielgruppenstruktur, etabliert sich Schritt für Schritt zum Vollanbieter über alle Zielgruppen und erhält zusätzlich neue Möglichkeiten im Cross-Sellling von Produkten und bei weltweiten Kontakten zu Medienvertretern. Nach der erfolgreichen Erschließung des heimischen Marktes im Kinder- und Familienprogrammsegment plant EM.TV eine verstärkte Internationalisierung. Aufbauend auf dem bereits vorhandenen Programmstock ( fast 10.000 der halbstündigen Episoden sind auch auf den internationalen TV-Märkten verwertbar) wurden in den vergangenen Jahren erste, geringe Umsätze im europäischen Ausland, in den USA und in China erwirtschaftet. Neben einer stärkeren Präsenz auf weltweit beachteten Verkaufsmessen (z.B. MIPCOM in Cannes) versucht EM.TV über ein Netz von Allianzen (Tele Images, Frankreich; LUK International, Spanien, Plus Licens AB, Schweden), Kooperationen oder aber gute Kontakte zu den weltweit wichtigsten Medienvertretern (u.a. Kirch,

Kloiber, Murdoch) seinen internationalen Bekanntheitsgrad und damit die internationalen Umsätze auszubauen. Um diese Entwicklung noch stärker voranzutreiben gründete EM.TV Gemeinschaftsbüros oder ging kleinere Beteiligungen in den Ländern Israel, China, Frankreich, Spanien, und Benelux ein. Repräsentanzen in England sowie in dem größten Medienmarkt USA sollen in Kürze folgen. Der Umsatzanteil von EM.TV (nur TV-Rechtehandel) im Ausland liegt 1999 bei unter 20 %. Wir gehen davon aus, dass durch die oben aufgeführten strategischen Entscheidungen der Umsatzanteil im Ausland im Jahr 2002 auf über 50 % steigen wird. Neben der Internationalisierung verfolgt EM.TV als weitere Strategie eine Vertiefung des Wertschöpfungsprozesses im Mediensektor. Während EM.TV mit dem Joint-Venture „Junior.TV“ Ende 1998 insbesondere die Marktposition in den angestammten Bereichen (Kinder- und Familienprogramm) erweiterte, stehen der Erwerb einer Beteiligung an der Trickompany, eine indirekte Beteiligung von 16,5% an der Constantin Film AG und schließlich eine 45%ige Beteiligung an der Tele München-Gruppe für eine deutliche Verlängerung und Verbreiterung der Wertschöpfungskette dar. Insbesondere die Beteiligung an TMG eröffnet ganz neue Zielgruppen (Erwachsenenunterhaltung), neue Absatzmöglichkeiten bei Endverwertern im Free-TV (TM3, RTL2, diverse ausländische Fernsehsender) und neue Produkt-ions- bzw. Koproduktionspartner im TV-Bereich. Die „traditionellen“ Ziele im Jugend- und Familiensegment gehen hierdurch nicht verloren. EM.TV wird den Aufbau des Brandname „Junior“ weiter systematisch voranbringen und somit auch hier in Bereiche vorstoßen, die bis jetzt noch nicht von EM.TV abgedeckt wurden (z.B. „Junior“-shops in Kooperation mit einem Spielzeughändler und „Junior“- Bekleidungskollektionen). Durch den Ausbau der medialen Wertschöpfungskette einerseits und der systematischen Internationalisierung des Unternehmens anderseits steht EM.TV vor dem Sprung in die „Welt Liga“ der Medienunternehmen. Wir erwarten für einen letzten entscheidenen Schritt in diese Richtung, dass EM.TV eine Übernahme oder eine größere Kooperation in den USA eingeht (möglicherweise einen Animationsfilmproduzenten). Von einer derartigen strategischen Entscheidung glauben wir, daß das Unternehmen die chancenreichen Absatzmärkte in den USA deutlich schneller erschließen kann als aus eigener Kraft. Damit gewinnt die Internationalisierung nachhaltig an Dynamik.

3.3 Marktanalyse und Wettbewerbssituation

3.3.1 Fernsehmärkte

In der nachfolgenden Marktanalyse gehen wir auf die für EM.TV relevanten Fernsehmärkte und damit auf die wichtigsten Anbieter bzw. Nachfrager von Kinderprogrammen im Heimatmarkt Deutschland sowie in einigen ausgesuchten, ausländischen Fernsehmärkten ein. Die Fernsehmärkte unterliegen weltweit, insbesondere in Europa (Pay-TV, Digitalisierung, Übernahmen/Kooperationen), einem raschen Wandel. Die zukünftige Entwicklung des Unternehmensbereichs TV-Produktion/TV Rechtehandel hängt daher maßgeblich von folgenden Faktoren ab:

• Entwicklung der Fernsehmärkte für Kinder- und Familienprogramm in Deutschland, in Europa und weltweit (Free- und Pay-TV),

• Fähigkeit von EM.TV, den erreichten Erfolg auf dem Fernsehmarkt in Deutschland

auch auf das Ausland auszudehnen,

• Umsetzung der Konzernstrategie in andere Verwertungssegmente: EM.TV wird nach einer Expansion und Konzentration auf sein Core-business „Kinder- und Familienprogramm“ auch in andere Fernsehsegmente (z.B. Spielfilme für Erwachsene) expandieren.

Fernsehmarkt in Deutschland:

Deutschland zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Fernsehmärkten der Welt und ist mit 36,3 Millionen Fernsehhaushalten der größte in Europa. Gemessen an der Anzahl aller Haushalte (ca. 37,5 Mio) weist Deutschland eine hohe Dichten an Fernsehgeräten auf (96,8% aller Haushalte haben mindestens ein TV-Gerät). Damit liegt Deutschland in etwa auf dem westeuropäischen Durchschnitt (1998: ca. 97,1%). Länder wie Spanien, Italien und Portugal übertreffen diese Dichte noch. Die in diesen Ländern höheren Anteile lassen sich dabei weniger durch eine höhere Kaufkraft als durch Unterschiede in Mentalität und Freizeitverhalten erklären. Die Nachfrage nach Programminhalten der TV-Sender richtet sich nach der Finanzierungsstruktur der einzelnen Fernsehstationen. Während die öffentlich-rechtlichen Sender sich zu großen Teilen durch die Rundfunkgebühren finanzieren (wir erwarten keine Änderungen in der Gebührenordnung in naher Zukunft), hängt die Nachfrage privater Sender in erster Linie von der Entwicklung der Werbeeinnahmen als Finanzierungsquelle ab. Die Werbewirtschaft orientiert sich bei der Auswahl eines TV-Senders primär an den Einschaltquoten (14- bis 49 jährige Zuschauer), die als Spiegel des Publikumgeschmacks zum Maßstab für den Erfolg eines Programms und damit für den Erfolg der Werbebotschaft geworden sind. Die Einschaltquote ist daher das entscheidende Kriterium für die Vermarktung von Werbezeiten bei den privaten Free-TV-Sendern. Ein weiteres, allgemeines Kriterium für die erzielbaren Werbeeinnahmen ist die Entwicklung der TV-Sehdauer bei allen Fernsehzuschauern. Die Sehdauer der Zuschauer ab 3 Jahre ist in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren kontinuierlich gestiegen (siehe Abb. 9). Dabei ist die Sehdauer der jüngeren Zuschauer (von 3 bis 13 Jahre) in den letzten Jahren weniger stark angestiegen wie die der „älteren“ Zuschauer (14+ Jahre). Wir erwarten insgesamt, daß sich die Sehdauer bei allen Zuschauern in den kommenden Jahren nicht wesentlich vergrößern wird und auf dem erreichten hohen Niveau stagnieren bzw. ab dem Jahr 2004 leicht rückläufig sein wird. Die Nutzung neuer Medien wie Internet sowie eine verstärkte Nachfrage nach Live-Entertainment steht in leicht negativer Korrelation zum Fernseh- oder Radiokonsum. Wir gehen allerdings davon aus, dass insbesondere jüngere Zuschauer die verschiedenen elektronischen Medien parallel nutzen, anstatt auf eines zu verzichten und damit einen stärkeren Rückgang der Sehdauer verhindern. Bei den Netto-Werbeeinnahmen verzeichneten die deutschen Fernsehanstalten zwi-schen 1994 und 1997 gegenüber dem Gesamtwerbemarkt (Netto) Steigerungen. 1998 erreichten die Netto-Werbeeinnahmen im Segment Fernsehen ein Volumen von 7,9 Mrd DM, der Anteil hat damit auch 1998 zum Anteil des nach wie vor stärksten Werbeträgers „Tageszeitungen“ deutlich aufgeschlossen und wird in den kommenden Jahren weiterhin überproportional ansteigen. Bereits in wenigen Jahren wird er ein Fünftel des gesamten Werbevolumens betragen (2003e: Anteil 19,8% von 51,5 Mrd DM; 2010e: Anteil 20,2% von 70 Mrd DM). An dieser Entwicklung partizipieren in besonderem Maße die großen privaten Fernsehsender. Allein die drei „Großen“ RTL, SAT1 und die ProSieben-Gruppe vereinen 1999 über 60 % des TV-Werbeaufkommens. Die Öffentlich-Rechtlichen können neben den Werbeeinnahmen


auf Fernsehgebühren zurückgreifen und verfügen damit ebenfalls über eine hohe

Finanzkraft.

Fernsehen hat in der Zielgruppe „Kinder und Jugendliche“ einen immer stärkeren

Einfluß auf das Freizeitverhalten von Familien. Über 90% der heute 12- bis 19-jährigen

sehen täglich fern. Mehr als die Hälfte dieser Jugendlichen verfügt über einen eigenen

Fernseher und verbringt durchschnittlich über zwei Stunden am Tag davor. Die

Bedeutung des Fernsehens für Kinder und Jugendliche steigt mit zunehmenden Alter

an. Dabei dominieren Spielfilme und Serien bei über 50% der Jugendlichen,

andere Sendeformate mehr oder weniger gleich behandelt werden. Die Bevölkerungs-entwicklung

in Deutschland spricht aufgrund der fallenden Geburtenraten gegen die

Zielgruppe „Kinder und Jugendliche“ für die Werbewirtschaft. Diese leicht rückläufige

Entwicklung wird aber durch deren stark ansteigende Kaufkraft überkompensiert. 1998

lag die Kaufkraft der Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren bei ca. 16,5 Mrd DM

(1999e: über 17,5 Mrd DM). Von diesem Trend kann EM.TV nur profitieren, denn

nicht nur die Anzahl der Sender wird zunehmen, sondern auch die Bedeutung der

kaufkräftigen Bevöklerungsgruppe „Kinder und Jugendliche“. Die Sender setzen daher

wieder verstärkt auf Kinderprogramme. Das Programm des Senders "Kinderkanal" besteht zu etwa einem Drittel aus Zeichentrickfilmen, wobei ein kleiner Teil der Lizenzen vom Kinderkanal selbst stammt. Die restlichen Lizenzen kommen von ARD und ZDF. Viele der gesendeten Zeichentrickfilme stammen aus Großbritannien, Frankreich und Kanada. Großen Erfolg auf dem Kinderkanal genießt die seit Herbst 1997 ausgestrahlte „Tabaluga tivi“ Sendung. Die Lizenzen hierzu werden von EM.TV vergeben. Bei den 3- bis 5-jährigen hat diese Sendung so etwas wie „Kult“-Status erlangt. Die durchschnittlichen Marktanteile liegen teilweise deutlich über 30% und erreichen an Spitzentagen bis zu 50%! Als nächster großer Free-TV Sender setzt SAT1 auf das Potential (frühe Zuschauerbin-dung und steigendes Werbemarktinteresse) von Kindern und Jugendlichen. SAT1 wird ab Januar 2000 das Kinderprogramm „Junior.TV“ im Free-TV ausstrahlen. Der Vertrag zwischen EM.TV und SAT1 sieht eine Ausstrahlung von über 6.000 Episoden aus dem Programmstock des Joint-Ventures Junior.TV (EM.TV und Kirch Gruppe) vor und hat eine Laufzeit bis Ende 2005. Das Umsatzvolumen dieses Vertrages wird von EM.TV auf über 200 Mio DM beziffert. SAT1 gehört zu den drei großen Free-TV Sendern und hatte im 2. Quartal 1999 eine Einschaltquote bei den 14- bei 49-jährigen von 13,7 %. Von großem Nutzen für EM.TV ist auch die große Reichweite des Senders (über 96% aller Haushalte in Deutschland). EM.TV wird hierdurch den Bekanntheitsgrad steigern. Der im Aufbau befindliche Markenname „Junior“ kann große Reichweiten und hohe Einschaltquoten am besten durch ein großes Free-TV Programm erreichen. Nach unserer Einschätzung wird Junior.TV, das Samstagvormittag und Sonntagnachmittag ausgestrahlt wird, auch erwachsene Familienmitglieder erreichen. Der Wiedererkennungswert von Junior wird damit nicht nur bei den eigentlichen Konsumenten, den Kindern, sondern auch bei den Erwachsenen erhöht. Durch die Kirch-Verbindung über Junior.TV ist es EM.TV gelungen, sich die Möglichkeiten eines Erfolgs von Pay-TV in Deutschland zu sichern. Auf der Plattform von Premiere World senden Junior.TV und K-toon jeweils 12 Stunden Kinder- und Jugendprogramm pro Tag. Die Programme für beide Kanäle stammen aus dem Bestand von Junior.TV. Disney ist ebenfalls mit einem Kanal für Familienprogramme im digitalen Pay-TV in Deutschland präsent. Wir gehen davon aus, dass Disney allerdings mit eigenen Programmen nur 25 % des Bedarfs abdecken kann (viele Lizenzen für den deutschsprachigen Raum wurden an Dritte vergeben). EM.TV kann hiervon profitieren und den Kanal von Disney mit Programmen beliefern. Der Vertrag (Laufzeit bis Ende 2002) sieht zunächst vor, dass 330 Stunden aus dem Junior.TV-Programm pro Jahr über den Disney Channel ausgestrahlt werden. EM.TV wird durch die Free-TV Sender indirekt vom wachsenden Werbemarkt in Deutschland profitieren. Das wachsende Werbeaufkommen sorgt zum einen für weiterhin stabile, bis leicht ansteigende Preise im Bereich der TV-Verwertungsrechte. Wir gehen bei unseren Umsatzkalkulationen vorsichtig von einer Preissteigerung von 4% p.a. in den nächsten Jahren bei den Free-TV-Rechten aus (die Preissteigerungen bei hochwertigen Programmen im Kindersegment lagen in den vergangenen Jahren zum Teil im zweistelligen Bereich). Zum anderen ist bei den Endverwertern eine weiter steigende Nachfrage nach hochwertigen Programminhalten zu verzeichnen. Diese Tendenz wird durch eine zunehmende Sendervielfalt und einen wachsenden Pay-TV Bereich unterstützt. Mit dem umfassenden Rechtepaket besitzt EM.TV eine Schlüsselposition im Markt (einschließlich TMG über 28.500 Episoden im Kinder- und Familienprogramm) und wird von dieser Nachfrage nach „content“ auch in den nächsten Jahren überdurchschnittlich profitieren. Im deutschsprachigen Raum kommt kein Fernsehsender mehr im Bereich Kinderprogramm am Programmstock von EM.TV vorbei (Unique selling position). Darüber hinaus besitzt EM.TV durch den Börsengang 1997 verschiedene, günstige Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. über Wandelschuldverschreibungen) und einen erheblich gestiegenen Bekanntheitsgrad. Diese Faktoren sorgen insgesamt für einen Wettbewerbsvorteil, der unserer Meinung nach auch in der Zukunft konsequent genutzt wird.

Fernsehmärkte in Europa:

Ähnlich wie in Deutschland wird auch die Fernseh-Sehdauer der Zuschauer aller Altersklassen in vielen westeuropäischen Staaten stagnieren. Die Gründe für diese Entwicklung sind in vielen Fällen die gleichen wie in Deutschland (z.B. verstärkte Nutzung des Internet oder von Spielkonsolen). Eine Analyse in den USA hat gezeigt, dass Haushalte, die regelmäßig das Internet nutzen, eine unterdurchschnittliche Fernseh-Sehdauer besitzen. Wir erwarten, dass die stagnierende Sehdauer dazu führen wird, dass der Anteil des TV-Werbemarktes am gesamten Werbeaufkommen in einigen europäischen Ländern nicht weiter wachsen wird. Dieser Anteil ist in den letzten 20 Jahren ständig leicht gestiegen und liegt in Ländern wie Großbritannien (1997: 31,5%), Frankreich (1997: 34,1%) und Italien (1997: 54,8%) deutlich über dem deutschen Anteilsniveau von ca. 19% (1998). Bei einem stagnierenden Anteil am gesamten Werbeaufkommen korreliert das TV-Werbewachstum somit mit dem allgemeinen Wachstum des Werbemarktes in den einzelnen Ländern und dieser wiederum entwickelt sich parallel zu den allgemeinen Wirtschaftszyklen. Der TV-Werbeumsatz in Großbritannien betrug 1997 ca. 7,5 Mrd DM. Noch strikter als in Deutschland darf der große staatliche Fernsehsender BBC keine TV-Werbeumsätze generieren, d.h. diese Werbeumsätze verteilten sich auf die privaten Fernsehanstalten wie beispielsweise Channel 3. Wir erwarten, dass sich der TV-Werbeumsatz (1999e: +3,2%) bei einer stagnierenden Sehdauer aller Zuschauer entsprechend dem allgemeinen Werbemarktwachstum (1999e: +3%) entwickeln wird. Dies ist ein Rückgang gegenüber der Wachstumsrate von 1998 (ca. +7%). Zu den bedeutenden Fernsehsender gehören neben den staatlichen Sendern BBC 1 und BBC 2, die Free-TV Sender Channel 3, Channel 4 sowie der erstmals 1997 auf Sendung gegangene Channel 5, auch zunehmend der Bereich Pay-TV (z.B. BSkyB). Diese Entwicklung zu einer Vielzahl an Sendern sorgt auch in Großbritannien, trotz leicht sinkender Wachstumsraten auf dem TV-Werbemarkt für eine verstärkte Nachfrage nach Programminhalten. Einige der großen Produzenten von Zeichentrickfilmen haben auf diese Nachfrage mit einer Ausweitung ihrer Kapazitäten reagiert (z.B. HIT Entertainment oder Pearson Television). Durch eine zunehmende Sendervielfalt in Frankreich konnte der TV-Werbemarkt seinen Anteil am Gesamtwerbemarkt in den letzten Jahren deutlich ausbauen. So lag diese Quote 1990 bei ca. 25% und stieg bis 1997 auf über 34%. Zu den bedeutenden Fernsehsendern in Frankreich zählen neben TF1, France2, France3 auch der Free-TV Sender M6. Frankreich gilt in Europa traditionell zu den führenden Ländern im Bereich der Trickfilmproduktion. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender wie „France 3“ sind aufgrund von Subventionen sehr aktiv im Bereich Trickfilme. „France 3“ baute seinen Anteil an der französischen Trickfilmproduktion in den vergangen Jahren auf ca. 30 bis 40 % aus. Der Anteil der importierten Trickfilme (insbesondere aus den USA) ist daher in Frankreich mit ca. 60% relativ gering (in Großbritannien und Italien liegen diese Quoten noch deutlich über 80%). Insgesamt ist der Bedarf an Kinder- und Familienprogrammen in Frankreich weiterhin sehr hoch. Hierzu haben in den vergangen Jahren eine Vielzahl von speziellen Kinderfernsehenkanälen, einige davon sind sogar nur im Bereich Trickfilme aktiv, geführt (z.B. Fox Kids, Cartoon Network, Canal J und Teletoon). Die bedeutenden Fernsehsender in Italien (RAI, Canale 5, Italia 1 etc.) setzen auch zunehmend auf ein erfolgreiches Kinderprogramm. RAI startete 1998 sein spezielles Kinderprogramm RAISAT3. Auch der Pay-TV Bereich (Mediaset) setzt zunehmend auf Spartenkanäle für Kinder- und Familienprogramme. Der Anteil der importierten TV-Trickfilme nach Italien ist mit über 80% hoch, und die Nachfrage nach Programminhalten daher sehr groß. Wir könnten uns vorstellen, daß EM.TV schon kurzfristig eine Möglichkeit erhält, über die Verbindung Kirch - Mediaset (Euroset S.a.r.l.) im italienischen Fernsehen einen Kinder- und Familienkanal mit Programmen zu beliefern. Von den ca. 182 Mio Fernsehhaushalten in 25 Ländern Europas hatten im Jahr 1998 ca. 42% einen Pay-TV Sender abonniert. Durch die zunehmende Digitalisierung und damit das steigende Angebot an Sendern, sowie die Kostenreduzierung dieser Sender wird der Anteil von Haushalten mit Pay-TV weiter zunehmen (fast 58% bis zum Jahr 2008; Quelle: Zenith). Dies wird auch eine beträchtliche Steigerung der Einnahmen für die Pay-TV Anbieter mit sich bringen. So konnten die europäischen Pay-TV Anbieter 1998 knapp 22 Mrd. US Dollar erlösen, bis zum Jahr 2008 sollten sich diese Einnahmen fast verdreifachen auf 60 Mrd. US Dollar (Quelle: Zenith). Das Wachstum im Free-TV Bereich - gemessen an den Netto-Werbeeinnahmen - liegt mit preisbereinigten +37% im Zeitraum 1998 (ca. 25 Mrd US$) bis 2008 (ca. 51 Mrd. US$) wesentlich darunter. Durch die steigende Anzahl der TV-Sender im europäischen Raum (im Free- und Pay-TV- Bereich) wird die Nachfrage nach Programminhalten weiter zunehmen. Mit einem Programmstock von 28.500 Episoden von denen über 10.000 auch international zu verwerten sind, einem steigenden Anteil an neuen Koproduktionen, einem steigenden Bekanntheitsgrad (z.B. durch Auftritte auf Messen, MIPCOM in Cannes), sowie guten Verbindungen zu den Mediengrößen Kloiber, Kirch, Murdoch, Berlussconi gehen wir von einer raschen Expansion von EM.TV im europäischen Raum aus ( siehe SBS Verbindung über TMG, Seite 35). Im Vordergrund dieser Expansion steht insbesondere die Vermarktung des neuen Brandname „Junior“. Wir erwarten in den kommenden Monaten, dass EM.TV in vielen westeuropäischen Ländern, in Israel, der Türkei sowie teilweise in Osteuropa ein „Junior“-Window auf diversen Fernsehsendern (nach dem Vorbild des „Junior-Windows“ auf SAT1 in Deutschland) etablieren wird. Die Umsätze im nicht-deutschsprachigen Raum werden sich hierdurch in den kommenden Jahren vervielfachen.

3.3.2 Merchandisingmärkte

Unter dem Sammelbegriff „Merchandising“ versteht man die Gesamtheit von absatz-schaffenden und absatzfördernden Tätigkeiten von Produktions- und Handelsunternehmen. Der Merchandisingbereich von EM.TV ist etwas enger einzugrenzen, da hier vor allen Dingen die Popularität und Sympathie der Figuren oder Marken aus TV-Serien genutzt wird. EM.TV möchte durch das Merchandising das Image der „Trickfilmhelden“ unmittelbar auf ein Produkt übertragen („Character-Merchandising“). Das Produkt erfährt so über seine Funktionalität hinaus eine Nutzwertsteigerung. Diese Nutzwertsteigerung (und damit auch Bekanntheitsgrad und Wiedererkennungswert) lässt sich auf Produkte aller Art (Geschirr, Bettwäsche, Puppen etc.) übertragen und anschließend erfolgreich vermarkten. Durch diesen Imagetransfer erhält EM.TV einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Einerseits wird der Bekanntheitsgrad einer TV-Produktion durch Merchandising vergrößert, und anderseits erhöht sich hierdurch wiederum das Merchandisingpotential. Der Bekanntheitsgrad und damit der Wert eines Trickfilmhelden von EM.TV somit weiter an. Nach einer IHK-Schätzung belaufen sich die Handelsumsätze mit Merchandisingartikeln weltweit auf über 210 Mrd DM (Stand: 1997). Der größte und am weitesten entwickelte Merchandising Markt ist in den USA anzutreffen. In den USA wird etwa die Hälfte des Umsatzes im Spielzeughandel mit Produkten aus dem Bereich Merchandising erzielt (z.B. erreicht die Stars Wars Vermarktung der neuen Episode 1999 mehr als 5 Mrd. DM). Europa hat nur einen Anteil von ca. 12% am Weltmarkt (1997: ca. 25 Mrd. DM), der Anteil von Deutschland liegt bei nur 3% (1997: ca. 6 Mrd. DM). Im Vergleich zum amerikanischen besitzt der europäische Markt daher bei einer vergleichbaren Bevölkerungsstärke ein enormes Nachholpotential. Die Wachstumsraten in diesem Segment lagen in den vergangenen Jahren bei über 20% p.a. Wir erwarten, dass sich dieser Wachstumstrend in den kommenden Jahren noch verstärken wird. Dies liegt an den stark steigenden Marketingaufwendungen der Unternehmen (insbesondere höhere Ausgaben für Image- und Produktwerbung) sowie an den weiter steigenden Freizeitausgaben der Bevölkerung in Relation zum Gesamteinkommen. Ein weiterer, insbesondere für EM.TV wichtiger Punkt ist, dass eine immer jünger werdende Bevölkerungsgruppe durch Medien beeinflusst wird und so immer früher ein bestimmtes Markenimage entwickelt. Erst so ist es möglich, dass sich bereits 3- bis 5 jährige Kinder für ein bestimmtes Produkt oder Image (z.B. Tabaluga) interessieren. EM.TV hat sich mit seinem Merchandising und dem dafür vorhandenen Rechteportfolio speziell auf die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet. Diese Zielgruppe ist besonders empfänglich für den bei Merchandisingprodukten entscheidenden Imagetransfer (Transfer von „Trickfilmhelden“ auf ein Produkt). Bei Kaufentscheidungen von Kindern steht die emotionale Beziehung zum Merchandisingprodukt im Vordergrund. Kinder werden somit vom persönlichen Umfeld (Freundes- bzw. Spielkreis) oder von den Lieblingsserien im Fernsehen leicht beeinflusst. Bei bestimmten Produkten oder Motiven können auch Erwachsene durch Merchandising angesprochen werden. Dann treten die Funktionalität eines Produktes oder die Rationalität der Kaufentscheidung in den Hintergrund und bestimmte Vorlieben gewinnen die Oberhand (z.B. Fußball-Fanartikel). Im Gegensatz zur traditionellen Werbung, die dem Verbraucher primär die Produktvorteile rational vermittelt, erfolgt die Wahrnehmung des Produktes beim Merchandising emotional über das Lizenzthema. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Merchandisingprodukten als Werbemedium sorgen dafür, dass diese Produktgruppe überproportional zu anderen Werbemedien wächst. Gerade im Bereich Film und Fernsehen werden Merchandisingartikel immer beliebter. Mit Merchandisingprodukten aus Filmen oder Serien können sich die Konsumenten mit einem Erinnerungsstück eindecken oder eine Sympathiebekundung ausdrücken. Fernsehserien wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ auf RTL generieren ein hohes Potential an Merchandisingprodukten und Kinofilme erzielen mit Merchandisingprodukten oftmals doppelt so hohe Umsätze wie über Einspielgebühren. Neben EM.TV sind die weiteren bedeutenden Markteilnehmer im deutschen Merchandisingmarkt unter anderem Disney, Bavaria-Sonoa, RTV, Merchandising München (Pro Sieben Media), Brameier Fanworld und Ellipse. Aufgrund der vielfältigen Formen und Einsatzmöglichkeiten von Merchandisingprodukten stehen die Unternehmen zwar einerseits in direkter Konkurrenz zueinander, aber andererseits besitzt jedes Unternehmen ganz bestimmte, eigene Verwertungsrechte. So kann es eben teilweise nur zu einer indirekten Konkurrenzsituation kommen, d.h. beispielsweise „Tabaluga“ von EM.TV wird bei einem Lizenznehmer substituiert durch „Käpt’n Blaubär“ von RTV. Insgesamt kann aber im deutschen Markt und anderen Ländern Europas die Tendenz festgestellt werden, dass immer mehr Unternehmen aus der Unterhaltungs-und Entertainmentbranche das Merchandisinggeschäft als zusätzliche Umsatz- und Ertragsquelle entdecken. Seit einiger Zeit drängen z.B. die privaten Free-TV Sender RTL, SAT1 und Pro Sieben in das Merchandisinggeschäft. Diese Sender nutzen die Popularität einiger Serien und Programme aus und vertreiben begünstigt durch diese Popularität entsprechende Merchandisingartikel. So hat beispielsweise Pro Sieben seine Serie "AkteX" in Form von Büchern und Videos vermarktet, SAT1 seine Sciencefiction Serie „Star Trek“ oder RTL Magazine und Bücher in Verbindung mit der Daily Soap „GZSZ“. Wir erwarten, dass in den kommenden Jahren das Marktwachstum insgesamt und die steigende Kaufkraft der Zielgruppe den Effekt des sich verschärfenden Wettbewerbs mehr als kompensiert. EM.TV wird von diesem Wachstum des Gesamtmarktes überproportional profitieren können. Das Unternehmen besitzt neben einem umfangreichen Rechtestock im Merchandising, einer guten Distributionsschiene (z.B über Igel Spielzeug) auch die Kompetenz einen erfolgreichen Brandname „Junior“ zu kreieren. Mit Hilfe des Brandnames „Junior“ ist EM.TV in der Lage seine TV-Programme ebenso wie seine Merchandisingprodukte Sektor und Länder übergreifend zu vermarkten.

4. Geschäftsbereich TV-Produktion und -Vermarktung

4.1 Nationaler und internationaler Handel mit TV-Rechten

EM.TV hat seine unternehmerischen Wurzeln und damit seine Hauptaktivitäten im expansiven Marktsegment des Kinder- und Jugend-TV-Programms. Der Unternehmensbereich TV-Produktion und -Vermarktung hat in den vergangenen 3 Jahren die stärksten Wachstumsraten im Unternehmen gezeigt (1998: Umsatz 26,3 Mio DM; +143%). Durch die Kooperation mit der Kirch-Gruppe (siehe Exkurs Junior.TV) sowie diversen anderen Beteiligungen (u.a. Tele München Gruppe) wird dieser Geschäftsbereich in den kommenden Jahren geradezu explosionsartig wachsen (Umsatz 1999e: 304,6 Mio DM, +1.158%). Um eine detaillierte Analyse des Geschäftsbereich TV-Produktion und -Vermarktung vornehmen zu können, wird dieser von uns in die zwei Bereiche „Nationaler und internationaler Handel mit TV-Rechten“ und „Produktion bzw. Koproduktion von Programmen und Filmen“ unterteilt. Während das erstgenannte Geschäftsfeld sich mit der Auswertung und damit mit dem Verkauf der bereits vorhandenen Filmrechte befasst, sorgt der Bereich Produktion für eine ständige Erweiterung und Erneuerung der Rechtebibliothek durch Koproduktionen oder Rechteeinkauf von Programmen. Die TV-Rechteanbieter (Studios, TV-Sender, unabhängige Produzenten) bieten ihre Produkte auf den internationalen Film- und Fernsehmessen an. Dazu zählen die jährlich stattfindenden Messen NATPE, MIP-TV, MIPCOM, MIFED, die Filmfestspiele in Cannes und die MIP AISA. Die beiden für EM.TV bedeutendsten TV-Messen sind die MIP-TV und die MIPCOM, bei denen jeweils über 10.000 internationale Programmeinkäufer nahezu ihren gesamten Programmbedarf des Jahres decken. Auf diesen wichtigen Messen ist der EM.TV-Vertrieb mit eigenen Ständen vertreten. In der Zukunft werden von EM.TV eigene Junior.TV-Stände mit betreut, über die insbeson-ere die Dachmarke „Junior“ verstärkt vermarktet wird.

Das TV-Programm von EM.TV wird durch die eigene Vertriebsorgansiation weltweit an Fernsehsender verkauft. Neben der Zusammenarbeit mit allen wichtigen deutschen Fernsehsendern verstärkt EM.TV zunehmend sein Angebot in Europa und in den USA. So wurden Verträge mit dem BBC und Cartoon-Network in England über die Serien „Tabaluga“ und „Blinky Bill“ und in Frankreich mit den Sendern TF1, France2 + 3, Canal J über die Serien „Tabaluga“, „Flipper“ und „Blinky Bill“ abgeschlossen. Auch in Italien und Spanien werden umfangreiche TV-Rechte verkauft, dies wird in Spanien noch durch eine Kooperation mit LUK International, dem führenden spanischen Anbieter von Kinderprogrammen untermauert. Des weiteren gehören zu den Lizenznehmern seit September 1999 auch die schweizerischen Fernsehsender „SF DRS“ und „TV3“. In den USA wurden erste Absatzerfolge mit den Fernsehsendern Fox Kids Network und Sony Wonder über die Serien „Tabaluga“, „Lapitch“, und „der Regenbogenfisch“ geschlossen. Allgemein ist der Trend zu erkennen, dass die vertraglich fixierten Ausstrahlungslaufzeiten immer kürzer werden. Verkürzte sich vor einiger Zeit noch dieser Zyklus auf den nun üblichen 2- bis 3-Jahresvertrag einer Serie (mit jeweils 10 bis über 100 Folgen) mit max. 2-3 Ausstrahlungsrechten, so sind durch die zunehmende Digitalisierung und damit die steigende Nachfrage nach Programminhalten weitere Verkürzungen bei den Ausstrahlungszeiten vorgekennzeichnet. Wir gehen davon aus, dass diese Verkürzungen in der Zukunft sogar generell so weit gehen könnten, dass Serien für nur eine Ausstrahlung an die Fernsehsender verkauft werden. So wurden beispielsweise die neueren Verträge mit SAT1 und den schweizerischen Sendern „SF DRS“ und „TV3“ für nur noch eine Auswertung verkauft. Eine Verkürzung der Auswertungszeit hat für EM.TV folgende positive Effekte:

• Die Umschlagshäufigkeit von einzelnen Programmserien und damit die des gesamten Programmstocks steigt.

• Auf höhere Preise oder auf größere Nachfrage kann entsprechend schneller reagiert werden. Negative Effekte dagegen sind beim Arbeitsaufwand von EM.TV zu erkennen. Die Verträge werden heute häufig nur noch als Rahmenverträge mit den Endverwertern geschlossen. Die Zusammenstellung des Programmbedarfs erfolgt somit sehr kurzfristig

(„on demand“), der Arbeitsaufwand und der Planungsbedarf steigt für EM.TV an. Aufgrund des großen Bestandes an Filmrechten ist EM.TV zunehmend in der Lage große, sogenannte „Volume-deals“ abzuschließen. Bei einem „Volume-deal“ erhält sowohl der Anbieter (hier EM.TV), als auch der Nachfrager eine größere Planungssicherheit. Diese beinhaltet zwar für EM.TV oft einen geringen Preisnachlass, dafür können aber über diese „Volume-deals“ auch nicht so attraktive Episoden (der

Qualitätskategorie D oder E) mit verkauft werden. „Volume-deals“ bewirken daher eine profitablere Ausnutzung der umfangreichen Rechtebibliothek und begünstigt die Ertragsentwicklung von EM.TV. Hochwertige Kinder- und Jugendprogramme, sowohl als Zeichentrickfilme als auch als Realfilme, verlieren auch nach mehreren Ausstrahlungen nicht an Wert. So lassen sich beispielsweise mit den Zeichentrickfolgen von „Tabaluga“ heute höhere Preise erzielen als zu seiner Erstausstrahlung. Auch andere Zeichentrickfolgen aus dem Junior.TV Portfolio, wie „Biene Maja“ haben in den letzten Jahren eher an Wert gewonnen, als verloren. Der Grund hierfür liegt vor allen Dingen in der „Zeitlosigkeit“ vieler Zeichentrickserien. In einem bestimmten Kindesalter ändert sich der Geschmack und das Interesse an bestimmten Themen auch über die Jahre nicht. Daher sind für Kinder auch Themen wie „Pippi Langstrumpf“ nach 30 Jahren noch immer aktuell. Filmrechte an Serien die EM.TV ins europäische Ausland oder aber auch weltweit verkauft, werden meistens in der „Original“-Sprache Englisch an den Lizenznehmer weitergegeben. Der Kunde muss dann selbst vor Ort für die entsprechende Syncronisation in die jeweilige Landessprache sorgen. Die Auswertung dieser synchronisierten Fassung fällt zur Audioauswertung (Kassette oder CD) sofort und zur visuellen Auswertung nach spätestens 4 Jahren wieder an EM.TV zurück. EM.TV erhält so beispielsweise nach 4 Jahren eine Fassung von „Tabaluga“ in Französisch zurück. Das Rechteportfolio wird somit auch in sprachlicher Hinsicht und Vielfalt in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.

4.1.1 „Ursprüngliche“ TV-Rechtebibliothek von EM.TV

Diese Bibliothek wurde seit der Unternehmensgründung 1989 sukzessive aufgebaut (1997: ca. 2.800 Episoden). Sie umfaßt mit ihren jetzt ca. 4.000 Episoden (Stand 1999) so bekannte Programmerfolge wie „Tabaluga“, „Sailor Moon“, „Teenage Hero Ninja Turtles“, „Hallo Spencer“ und „Bananas in Pyjamas“. Diese Rechtebibliothek wird EM.TV nicht in Junior.TV einbringen, sondern auch künftig allein auswerten. Die erzielten Umsätze aus dem Verkauf der „ursprünglichen“ TV-Rechte stehen EM.TV nicht in vollem Umfang zu. EM.TV erhält zunächst einmal eine Vertriebsprovision von ca. 30% des Umsatzes aus dem TV-Rechtehandel. Den überwiegenden Teil des „ursprünglichen“ Rechtebestandes hat EM.TV durch „einfachen“ Rechteeinkauf von Dritten erworben. Die hieraus resultierenden Umsätze stehen somit auch zu 100% EM.TV zu. Einen Teil (ca. 30%) hat aber EM.TV bereits durch frühere Koproduktionen (siehe Kapitel 4.2. Koproduktionen, Seite 37) erworben und an den hieraus anfallenden Umsätzen stehen anderen „Koproduzenten“ noch prozentuale Anteile vom Nettoauswertungserlös (Umsatz abzüglich Verkaufsprovision). Der Anteil von EM.TV bewegt sich bei einer „normalen“ Koproduktion je nach Vertragsgestaltung und anschließenden Umfang der Auswertungsrechte zwischen 30% und 70% des Nettoauswertungserlöses. Wir gehen daher davon aus, dass die gesamten Umsätze die aus der „ursprünglichen“ Rechtebibliothek erzielt werden zu ca. 80% EM.TV zustehen. Die weltweit sehr erfolgreiche Zeichentrickserie „Tabaluga“ ist ein Beispiel dafür, wie EM.TV für die „alte“ Rechtebibliothek TV- und Merchandisingrechte über einen Koproduktionsvertrag generiert hat. Die Serie „Tabaluga“ läuft in Deutschland unter anderem auf dem öffentlich-rechtlichen Programm ZDF (tivi-club) und erzielt bei den 3- bis 5- jährigen Zuschauern Einschaltquoten bis zu 35% (Stand: Sommer 1999). Gemeinsam mit weiteren Partnern (Tabaluga Film und Fernsehproduktion GmbH, ZDF Enterprises GmbH und Yoram Gross Film Studios Ltd.) wurde die Fernsehserie produziert und ausgewertet. Für die TV-Verwertungsrechte erhält EM.TV eine Vertriebsprovision von 30% des erzielten Umsatzes. Der „Nettoauswertungserlös“ wird nach Abzug der anteiligen Produktionskosten von EM.TV entsprechend der Koproduktionsanteile verteilt. Dieser Anteil von EM.TV lag zunächst bei 36% wurde durch die vollständige Übernahme von der Tabaluga GmbH (Peter Maffay) auf schätzungsweise über 80% ausgebaut. Die Umsätze von „Tabaluga“ addieren sich bei EM.TV bis

zum heutigen Tag auf ca. 25 Mio DM und werden auch künftig weiter steigen, da neben den weiterhin gut zu vermarktenden „alten“ Episoden bereits zwei neue Serienstaffeln „Tabaluga“ koproduziert werden. Um insgesamt aus diesem „ursprünglichen“ Programmstock ein Umsatzmodell für die zukünftige Erlösentwicklung abzuleiten sind wir von folgenden Annahmen ausgegan-gen:

• Die Klassifizierung des Rechteportfolios wurde in die medienüblichen Qualitätsgruppen A bis E (A steht für sehr hochwertige und damit auch sehr hochpreisige Filmrechte; E für entsprechend minderwertige Ware) vorgenommen. Eine genaue Abgrenzung der einzelnen Filmrechte nach den Kategorien ist in vielen Fällen nur ungenau möglich.

• Die der Umsatzkalkulationen zugrundegelegten Preise beruhen auf den durch-schnittlich, erzielbaren Preisen (entnommen der 1998-Preiserhebung von TVworld) in der jeweiligen Qualitätskategorie. Einzelne Filmrechte wie beispielsweise

„Tabaluga“ erzielen je Episode deutlich höhere Preise als die durchschnittlichen 80 TDM in der Kategoie A (bis zu 140 TDM).

• Wir haben moderate Preissteigerungen von 4% bei den Filmpreisen unterstellt. Dies ist eine sehr konservative Betrachtung, da die vielfältigen neuen Free-TV-Sender und die durch die Digitalisierung entstehenden Pay-TV-Sender zu einer höheren Nachfrage nach hochwertigen Programminhalten führen werden. Eine Preissteigerung in den hohen Qualitätsstufen (A oder B) dürfte daher deutlich über 4 % p.a. in den kommenden Jahren liegen.

• Beschränkung auf die Erlöse aus den Free-TV und Pay-TV Rechten in Deutschland, das übrige Westeuropa sowie die bisherigen, kleineren Absatzmöglichkeiten in Nordamerika. Die zukünftige, geplante Markterschließung in Nordamerika, in Asien/Australien oder in Osteuropa kämen noch „on-top“.

• Keine Berücksichtigung des Merchandising-Potentials. Dieses wird separat im Geschäftsbereich Merchandising errechnet.

• Keine Berücksichtigung von neuen Rechten oder Koproduktionen. Diese werden separat errechnet (siehe Kapitel 4.2 Koproduktionen, Seite 38).

• Eine Episode (30 min.) hat tatsächlich zur Zeit eine durchschnittliche Länge von ca. 22 Minuten. Die reine Laufzeit einer Episode hat sich in den letzten Jahren ständig verringert (versteckte Preiserhöhung). Diese verringerten Laufzeiten wurden bei der Erlösrechnung nicht berücksichtigt.

• Als durchschnittliche Lizenzdauer haben wir eine Laufzeit von 2 Jahren unterstellt. Tendenziell ist eher mit einer weiter rückläufigen, durchschnittlichen Linzenzdau-er zu rechnen. Dies kann insbesondere so weit gehen, dass bestimmte sehr hochwertige Lizenzen nur noch für eine einmalige Ausstrahlung vergeben werden. Die aus diesem Modell abgeleiteten Erlöse haben wir als untere Basis für unsere Umsatzschätzungen in diesem Teilbereich verwendet. Diese Umsatzerlöse können somit auch als fest einzuplanender Umsatzsockel bezeichnet werden.

4.1.2 „Neue“ Bibliothek mit Junior.TV

Das von der TaurusFilm in das Joint venture Junior.TV (siehe Exkurs: Junior.TV) eingebrachte Filmrechtepaket umfasst ca. 20.000 Episoden aus dem Bereich Kinder-und Familienprogramm (ca. 12.350 aus dem Zeichentrickbereich und ca. 7.650 aus dem Realfilmbereich). In diesem Rechtepaket sind so populäre Serien wie die "Flintstones", die "Simpsons", "Tom&Jerry", "Pippi Langstrumpf", "Bugs Bunny", "Garfield" oder die "Peanuts" enthalten. Dies bedeutet, dass ein großer Anteil dieses Programm sehr hochwertig ist und damit innerhalb der branchenüblichen Klassifizierung von Film-rechten in den Kategorien A bzw. B fallen. Die Verwertungsrechte dieser Programme sind sehr unterschiedlich und individuell bemessen, d.h. sie sind erstens geographisch und zweites in der Verwertungskette (Free-TV, Pay-TV, Video + DVD, Merchandising) unterschiedlich eingeschränkt. Es bestehen die Vertriebsrechte für Free-TV- und Pay TV zu 100% nur für die deutschsprachigen Länder (Deutschland, Schweiz und Österreich), in allen anderen Ländern liegen die Rechte sehr deutlich darunter. Im Gegensatz zum „alten“ Rechteportfolio liegen die Lizenzrechte des neuen Portfolios (Junior.TV), für die oben genannten Verwertungsformen zu 100% bei Junior.TV, d.h. nach dem Abzug einer Vertriebsprovision von 30 % steht der „Nettoauswertungserlös“ den beiden Partnern (EM.TV, Kirch) jeweils zu 50% zu. Hierbei ist die besondere vertragliche Vereinbarung des Joint Ventures zu beachten. Die „Nettoauswertungserlöse“ stehen auch EM.TV solange zu, bis die Investitionssumme von 500 Mio DM zuzüglich der Finanzierungskosten wieder an EM.TV zurückgeflossen ist (siehe Exkurs: Junior.TV). Viele der von der Kirch-Gruppe eingebrachten Programmlizenzen bei Junior.TV stammen von Dritten. Diese Lizenzen unterliegen einer vertraglichen Laufzeit, d.h.EM.TV besitzt an diesen Lizenzen keine „corporate lifetime“-Rechte und muss in unregelmäßigen Abständen seine Lizenzverträge erneuern. Wir gehen davon aus, dass die durchschnittliche Restlaufzeit aller im Junior.TV-Portfolio enthaltenen Lizenzen bei ca. 12 Jahren liegt und dass die meisten der erfolgreichen Lizenzen verlängert werden können. Dies liegt im wesentlichen an der guten Zusammenarbeit (mit den Lizenzgebern) und der erfolgreichen Vermarktung der Lizenzen in den letzten Jahren. Wichtige Lizenzverlängerungen (Verträge laufen noch bis 2006/2008) stehen unter andrem mit Time Warner und Turner an (Bugs Bunny, Flintstones). Junior.TV baut auch in den kommenden Jahren sein TV-Rechteportfolio entweder durch Koproduktionen oder durch den Einkauf von TV-Rechten weiter aus. Im 1. Halbjahr 1999 wurden Junior.TV über 400 Produktionen in verschiedenen Entwicklungsstadien zum Kauf angeboten. Diese Angebote werden von EM.TV sorgfältig inhaltlich und wirtschaftlich beurteilt, wobei insbesondere die Faktoren Qualität, Plazierbarkeit, die Laufzeit der Rechte sowie deren geografische Verwertbarkeit maßgeblich sind. Nach diesem Auswahlverfahren erwarb EM.TV für Junior.TV nur einige wenige Rechte, wie z.B. die Animationsserie „Weird-Ohs“ (13 Folgen à 24 Minuten) für die weltweite Vermarktung (außer USA, Kanada und Israel) und die japanische neue Kultserie „Pokemon“ (104 Folgen à 24 Minuten) für den deutschsprachigen Raum. Ähnlich, wie zuvor für den „ursprünglichen“ Programmstock, haben wir
EM.TV - Analyse

M.M. Warburg, Teil 2


... auch für das Junior.TV-Portfolio ein Umsatzmodell für die zukünftige Erlösentwicklung abgeleitet. Die Annahmen hierfür sind die Gleichen wie in Kapitel 4.1.1. und wir betrachten die aus diesem Modell abgeleiteten Erlöse als untere Basis für unsere Umsatzschätzungen in diesem Teilbereich.

Exkurs: Junior.TV

Im Dezember 1998 einigten sich TaurusFilm (eine 100%-Tochter der Kirch-Gruppe) und EM.TV darauf, dass von der TaurusFilm bis dahin alleine gehaltene Rechtepaket an Kinder- und Familenprogrammen in der Zukunft gemeinsam auszuwerten. Zu diesem Zweck wurde die Junior.TV GmbH & Co. KG gegründet an der beide Partner jeweils 50% halten. Die TaurusFilm brachte in das Joint-Venture, daß in den letzten Jahren aufgebaute und auf ca. 20.000 Episoden geschätzte Rechtepaket (Zusammensetzung: siehe Abb. 23), ein. Dieses Rechtepaket besteht zu einem großen Teil aus Zeichentrickfilmen (ca. 65%) sowie anderen, realen Kinderprogrammen (ca 35%). Es kann aufgrund des kurzfristigen Charakters der meisten Lizenzverträge von der gemeinsamen Gesellschaft Junior.TV bereits im Geschäftsjahr 1999 zu einem überwiegenden Teil an neue Lizenznehmer (1999e: Availability ca. 79%) vermarktet werden. Durch das Auslaufen der „alten“, noch von TaurusFilm selbst vergebenen Lizenzen, kann Junior.TV spätestens ab 2002 auf das gesamte Rechtepaket (100%) zurückgreifen und neu vergeben. EM.TV zahlte für die Beteiligung an Junior.TV sowie für die Überlassung der unternehmerischen Führung insgesamt rund 500 Mio DM. Davon gingen 375 Mio DM direkt an Taurus (für die Einbringung der Free-TV Rechte bei Junior.TV) und der restliche Kaufpreis von 125 Mio DM wurde über eine Kapitalerhöhung bei Junior.TV für den Erwerb der Pay-TV- Rechte eingebracht (TaurusFilm hat entsprechend ihrem 50% Anteil an Junior.TV eine Kapitalerhöhung in gleichem Umfang mitgetragen). Zur Gegenfinanzierung des Kaufpreises nahm EM.TV Bankkredite in Höhe von etwa 300 Mio DM auf, die über einen Zeitraum von drei Jahren (bis Ende 2002) zurückzuzahlen sind. Die zu zahlenden Zinsen für diesen Kredit belaufen sich nach unseren Schätzungen auf ca. 4% p.a (1999e: 12 Mio DM). Über eine Kapitalerhöhung wurden weitere fast 300 Mio DM aufgebracht. Der nach Abzug des Kaufpreises und der Kosten der Transaktion übersteigende Betrag verbleibt als Working Capital im Unternehmen. Die Vereinbarung zwischen EM.TV und Taurus sieht vor, daß der geleistete Kaufpreis zuzüglich der anfallenden Finanzierungskosten durch Junior.TV an EM.TV zurückfließt. Mit anderen Worten: Der Ertrag aus Junior.TV steht so lange EM.TV alleine zu, bis der volle Kaufpreis einschließlich der Finanzierungskosten zurückbezahlt worden ist. Wir erwarten, dass dieses spätestens im Jahr 2003 der Fall sein wird (siehe Finanzdiskussion, Seite 54). Junior.TV besitzt auf alle zukünftig produzierten oder akquirierten Kinder- und Familienprogramme beider Anteilspartner (also Kirch und EM.TV) ein Vorkaufsrecht, d.h. neue Programme aus diesem Marktsegment müssen erst Junior.TV angeboten werden. Hierdurch wird sicher gestellt, dass die bereits umfangreiche Rechtebibliothek weiter wächst und auch von sogenannten

„output“-Deals von Kirch profitiert. Von diesem Vorkaufsrecht sind allerdings nicht die Rechte von EM.TV bis zum 31.12.1998 (beispielsweise Tabaluga) betroffen. Diese Rechte werden weiterhin von EM.TV alleine genutzt. Durch die Gründung von Junior.TV wurden umfangreiche Vorteile für beide Seiten realisiert:

• Das Vertriebs- und Marketing Know-how von EM.TV und TaurusFilm wird gemeinsam genutzt.

• Beide Partner profitieren von der Etablierung und Vermarktung des neuen Markennamen „Junior“.

• Durch die erheblich vergrößerte Rechtebibliothek und damit Marktmacht können auch Synergien innerhalb der Bibliothek erzielt werden. So können z.B. die eher minderwertigen Verwertungsrechte von Kinderprogrammen (Klassifizierungsgruppe C und D) im Rahmen von großen Paketverkäufen verwertet werden. Der durchschnittliche Verkaufspreis aller TV-Rechte läßt sich so verbessern.

• EM.TV hat durch Junior.TV Zugang zu dem interessanten Zukunftsmarkt Pay-TV erhalten. Die Programme "Junior" und "K-toon" werden auf Premiere World betrieben.

• Das bisher nur unzureichend ausgewertete Merchandisingpotential der Rechtebibliothek wird zukünftig besser genutzt. Junior.TV wird die Vertriebsorganisation von EM.TV nutzen. Hierdurch erhält EM.TV eine Vertriebsprovision von 30 - 50 % des Umsatzes des jeweiligen Geschäfts. Die Höhe dieser Vertriebsprovision hängt von der Verwertungsart ab, während für Verwertungen im Free-TV oder Pay-TV nur etwa 30% Vertriebsprovision gezahlt wird, liegt diese Provision für Video, DVD oder Merchandisingrechte bei bis zu 50%. EM.TV war sich bei der Vertragsgestaltung von Junior.TV des Marktrisikos im Bereich Pay-TV bewußt. Sollte bis zum Ende des Jahres 2000 die beiden Pay-TV-Kanäle "Junior" und "K-toon" keine schwarzen Zahlen schreiben so besitzt EM.TV zwei Möglichkeiten:

1) Die Pay-TV Rechte werden wieder für 250 Mio DM zurück an die Kirch-Gruppe verkauft (das Joint-venture Junior.TV würde dann ohne die Pay-TV Rechte weiterbestehen).

2) EM.TV erhält die gesamten Free-TV-Rechte - einschließlich des Merchandisingpotentials – alleine (Junior.TV würde als Joint-venture aufgelöst werden).

Nach einer zunächst vorgesehenen Bilanzierung „at equity“ wird nun Junior.TV ab 1.1.1999 bei EM.TV quotenkonsolidiert. Die Auswirkung der Konsolidierung werden im Kapitel Finanzdiskussion näher erläutert.

4.1.3 „Animations“-Bibliothek der Tele München Gruppe

Die 45%ige Beteiligung an der Tele München Gruppe (TMG) wird von EM.TV „at equity“ bilanziert (siehe Exkurs TMG), d.h. der Beteiligungserwerb besitzt keinen direkten Einfluß auf die Umsatzentwicklung von EM.TV. Im Kaufvertrag der Beteiligung wurde aber festgelegt, dass EM.TV den Vertrieb und die Vermarktung der ca. 3.090 Episoden aus dem Bereich Zeichentrickfilme von TMG übernimmt. Aus dieser Aufgabe erhält EM.TV eine umsatzrelevante Vertriebsprovision von 30%. Zu den zu vermarktenden Serien zählen die erfolgreichen Trickfilmserien "Pink Panther", "Teenage Mutant Hero Turtles" oder "Dragon Ball".

Exkurs: Tele München Gruppe (TMG)

Im September 1999 beteiligte sich EM.TV mit 45% an der Tele München Gruppe (TMG) von Dr. Herbert Kloiber. Mit diesem Schritt gelang EM.TV nicht nur der Einstieg in ein profitables Medienunternehmen (1998 Ergebnis vor Einkommens-Steuern: 54 Mio DM), sondern vor allen Dingen baute EM.TV seine Verwertungskette sowohl horizontal als auch vertikal erheblich aus. Dr. Kloiber wird mindestens für weitere 5 Jahre die Geschäftführung der TMG übernehmen. Wir halten die Möglichkeit, dass EM.TV die Beteiligung an TMG nach Ablauf dieser Zeit weiter ausbauen kann für grundsätzlich denkbar. Die TMG hat in den vergangen Jahren ein umfassendes Rechtepaket an TV-, Kino- und Trickfilmen aufgebaut. Die Rechtebibliothek umfasst über 2.700 Spielfilme und TV-Movies (u.a. Notting Hill, 12 Monkeys, James Bond, Terminator I/II, Basic instinct), über 3.400 einstündige Serien (u.a. Stargate, Berverly Hills 90210, Dr. Quinn), über 4.000 halbstündige Serien (u.a. Caroline in the City) sowie 3.090 Episoden aus dem Trickfilmbereich (u.a. Pink Panther, Teenage Mutant Hero Turtles, Popeye). Die aus diesen Rechtepaketen abgeleiteten Merchandingrechte werden von dem Tochterunternehmen CTM, die möglichen Video- und DVD-Rechte von der Tochter Concorde Home Entertainment verwertet. In der Programmbibliothek besitzen nur ca. 10% der Spielfilme eine Top-Qualität (A und B), über 50% der Spielfilme müssen dagegen der Qualitätskategorie C oder D zugerechnet werden. Die 3.090 Episoden Trickfilme werden in der Zukunft von EM.TV vermarktet. EM.TV erhält hierfür von TMG eine Vertriebsprovision in Höhe von 30% des Bruttoumsatzes. Wir haben aus den uns vorliegenden Informationen bezüglich der Qualitäten und Verwertungsrechte einen gesamten Ertragswert der Filmrechte der TMG von 500 bis 600 Mio DM abgeleitet.

Historie von TMG: Tele München wurde bereits 1970 gegründet

1970 Walter Ulbrich gründet die Tele München GmbH

1977 Dr. Herbert Kloiber und Fritz Buttenstedt erwerben die Tele München GmbH und gründen Clasart

1980 Gründung des Concorde Filmverleihs

1981 Tele München und Achim Flebbe erwerben Lichtspielhäuser in Hamburg, Berlin und Braunschweig

1991 TMG verkauft seine Anteile an Tele 5 an den Axel Springer Verlag

1992 TMG gründet mit den RTL-Teilhabern CLT, Bertelsmann und dem Heinrich Bauer Verlag (HBV) den Unterhaltungssender RTL2. TMG geht ein 50/50 Joint-venture mit RCS (Rizzoli) zur Produktion internationaler Fernsehprogramme unter dem Lable Hannibal Produktion ein.

1993 TMG gründet mit anderen Gesellschaftern Teletime.

1995 TMG und HBV gründen Deutschlands ersten bundesweiten Frauensender TM3. TMG gründet Prisma

1996 Disney erwirbt Capital Cities/ABC. Dr. Herbert Kloiber kauft den 50%-Anteil von Capital Cities/ABC an der Tele München zurück und erwirbt den 50%-Anteil des HBV an TM3.

1997 TMG beteiligt sich bei TV2, der erste landesweite ungarische Privatsender TMG und AB (franz. Produktions- und Distributionsunternehmen) gründen Caravelle Entertainment, Einspeisung von TM3 in das Wiener-Kabelnetz

1998 TMG gründet eine österreichische Niederlassung des Concorde Filmverleihs. Seit der Gründung von TMG im Jahre 1970 ist das Unternehmen zunehmend im Bereich der Produktion bzw. Auftragsproduktion von Fernsehfilmen, Serien und Unterhaltungsshows aktiv. Die Produktionsstätten sind unter der Holdingstruktur der Concorde Filmed Entertainment angesiedelt und umfassen im wesentlichen folgende Produktionsstudios:

• Clasart: Das bereits 1976 gegründete Unternehmen produziert für den nationalen und internationalen Markt Kinofilme, Fernsehfilme sowie aufwendige Mehrteiler.

• Prisma: Das Unternehmen entwickelt und produziert TV-Unterhaltungs- und Magazin-Sendungen für die deutschen Free-TV Sender Pro7, SAT1, RTL2 und TM3. Erfolgreich wurden die Sendungen „Leben & Wohnen“ und „Vorher-Nachher-Show" produziert. Darüber hinaus hat sich Prisma auch auf die Produktion von Zeichentrick und Business-TV (Audi, Siemens) spezialisiert.

• MD Productions: Dokumentations-, Shows- und Infotainment.-Formate werden von dem Unternehmen entwickelt, produziert und koproduziert.

• teletime: Seit seiner Gründung gehört das Unternehmen zu den bedeutenden Fernsehproduktionsgesellschaften Deutschlands. Es realisiert vor allem Talkshows (z.B. "Fliege"), Infotainment und Dokumentarsendungen.

Der TMG Konzern besitzt Beteiligungen an inländischen und ausländischen Fernsehsendern. Das Unternehmen hält an RTL2 eine Beteiligung von rund 32,2% und an dem ursprünglich als Frauensender konzipierten Sender TM3 von 34%. Insbesondere der Fernsehsender TM3 machte im Frühjahr 1999 von sich reden, als dieser die Übertragungsrechte für die Fußball- Championsleague über einen Zeitraum von 4 Jahren für ca. 800 Mio DM kaufte (baut seine technische Reichweite 1999 auf ca. 82% aus). Wichtige Beteiligungen an ausländischen Fernsehsendern sind die 12,5% Beteiligung an dem ungarischen Marktführer TV2 (Marktanteil 1999e: ca. 33% bei den 14 bis 49-jährigen Zuschauern), eine indirekte Beteiligung an dem Wiener Lokalsender W1 sowie eine strategische Beteiligung von unter 2% an dem Fernsehsenderkonglomerat SBS Broadcasting SA, Luxemburg. Das Unternehmen SBS Broadcasting, Luxemburg gehört zu den führenden, europäischen Fernseh- und Radioanstalten. Das Unternehmen ist an Fernsehstation in Schweden (Kanal 5), Dänemark (TVDanmark), Holland (SBS6) Ungarn (TV2) und in der Schweiz (TV3) beteiligt. Darüber hinaus hält das Unternehmen Beteiligungen an diversen Radiostationen in Europa. TMG hält zur Zeit (Stand September 1999) ca. 2% der Aktienanteile von SBS und ist auch über den ungarischen TV-Sender TV2 mit SBS verbunden. Wir gehen davon aus, daß EM.TV diese guten Kontakte eventuell für eine weitere Vermarktung von Junior.TV in Europa nutzen kann. Mit einem Konzernumsatz 1998 von 384 Mio DM (+- 0% gg. Vj.) erwirtschaftete TMG ein Ergebnis vor Einkommenssteuern von 54 Mio DM (1997: 31 Mio DM). Ein Teil des Ergebnisanstiegs geht auf den 1998 erfolgreich eingeleiteten Turnaround bei RTL2 zurück. Das verbesserte Ergebnis 1998 (EBIT 1998:130 Mio DM; +58,5%) resultiert insbesondere aus höheren Margen bei der Filmverwertung sowie geringeren Abschreibungen auf die Filmbestän-de. 1998 wurden in die Neuanschaffung von Filmrechten mit 232 Mio DM (-36,6%) deutlich geringere Investitionen getätigt. Wir erwarten das TMG auch in den kommenden Jahren zwischen 250 und 270 Mio DM jährlich in neue Filmrechte investieren wird. Ab 1999 wird TMG nach IAS bilanzieren. Eine nach IAS veränderte Behandlung der Abschreibungen auf Filmrechte (Filmrechte werden über eine Laufzeit von 5 Jahren abgeschrieben) führt zu einem tendenziell höheren Ergebnis vor Einkommenssteuer bei der TMG (1999e: 70 Mio DM; 2000e: 87 Mio DM). EM.TV zahlte für die 45% Beteiligung an der TMG einen Kaufpreis in Höhe von 800 Mio DM. Dieser Kaufpreis entspricht den von Wirtschaftsprüfern ermittelten fairen Unternehmenswert (ca. 1,8 Mrd DM). Wir halten diesen Kaufpreis für recht hoch (Filmrechte der TMG werden nach unserer Einschätzung mit max. 600 Mio DM bewertet), aber dennoch für angemessen. Der Kaufpreis rechtfertigt sich nicht nur aufgrund der vorhandenen Substanzwerte, sondern vor allen Dingen wegen der strategischen Vorteile aus dieser Beteiligung (Ausbau der Verwertungskette, ideale Kontakte zu wichtigen Medienvertretern). Zur Gegenfinanzierung des Kaufpreises führte EM.TV eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts durch. Ab dem 25. Oktober 1999 wurden 10,862 Mio junge Aktien zu marktnahen Konditionen platziert. Bei einem Emissionspreis von 45,00 e je Aktie hat diese Kapitalerhöhung ein Volumen von ca. 960 Mio DM generiert. Darüber hinaus beabsichtigte EM.TV eine Wandelanleihe mit einer 5-jährigen Laufzeit zu emittieren. Das Volumen dieser Wandelanleihe (Verzinsung 1% bis 2%) sollte 500 Mio { betragen. Diese Wandelanleihe konnte zu diesem Zeitpunkt bei den Anlegern nur schwer platziert werden und wurde daher verschoben. Zu einem späteren Zeitpunkt soll sie wieder aufgenommen werden (vorr. im Sommer 2000). Die 45%ige Beteiligung an TMG wird bei EM.TV ab 01.09.1999 „at equity“ bilanziert. Wir gehen für 1999e und 2000e von einem Beitrag TMGs zum Beteiligungsergebnis von 12,9 Mio DM bzw. 42,3 Mio DM aus.

4.2 Koproduktion von neuen Programmen und Filmen

Bei einer Koproduktion eines Programms schließen sich mehrere Unternehmen aus dem Bereich der Medienindustrie zusammen, um gemeinsam eine neue, hochwertige Programmserie für den Markt zu entwickeln und anschließend zu vermarkten. Für EM.TV beinhaltet eine Koproduktion auch, eine Verbindung zu einem erfolgreichen, internationalen Produktionsstudio zu suchen. Oftmals werden an einer Koproduktion zusätzlich die Endverwerter (z.B. Fernsehsender) eingebunden und beteiligt. Die Einbindung eines Endverwerters hat für EM.TV zwei wesentliche Vorteile:

• Die Koproduktion wird vorab an den entsprechenden Endverwerter weiterver-kauft, d.h. ein Fernsehsender refinanziert die Koproduktion vorab um bis zu 70%.

• Das Interesse und das Markt-„Know-how“ eines Fernsehsenders zeigen vorab, ob eine neu produzierte Serie eine gute Marktresonanz erhalten wird und welche Verwertungsmöglichkeiten sich anschließend hieraus ergeben. EM.TV erwarb Anfang 1999 eine 50%ige Beteiligung an den Yoram Gross Filmstudios in Australien (Kaufpreis: 9,3 Mio AUS$). In den vorherigen Jahren hat EM.TV mit dieser Produktionsfirma bereits einige Koproduktionen verwirklicht und so bereits frühzeitig eine enge Verbindung aufgebaut. Hier wurden gemeinsam die Erfolgsserien „Tabaluga“ und „Blinky Bill“ produziert. Mit dem Erwerb dieser Beteiligung hat sich EM.TV nicht nur den Zugang zu einem sehr professionellen Produktionsstudio gesichert, sondern kann auch noch auf die Verwertungsrechte „alter“ Koproduktionen zurückgreifen. Hierdurch erhöhten sich z.B. die prozentual gemessenen Nettoerlöse an der Gemeinschaftsproduktion „Tabaluga“. Die aktuellen Projekte die Yoram Gross Filmstudios sind eine zweite Staffel von „Tabaluga“, 26 halbe Stunden „Flipper&Lopaka“ sowie eine Serie von „Die Abenteuer von Skippy“. Im September 1999 hat EM.TV eine Beteiligung in Höhe von 60% an der Trickompany, Hamburg, erworben. Das von Michael Schaak gegründete Unternehmen gehört im Animationsbereich zu den größten Produktionsstudios in Deutschland bzw. zu einem der bedeutensten Studios weltweit. In diesem Produktionsstudio wurden u.a. große Kinoerfolge wie „ Werner- Beinhart“, „Werner- das muß kesseln“ oder „Das kleine Arschloch“ produziert. Diese 3 Filme gehörten jeweils zu den 10 besten, deutschen Filmen ihres Jahres und zogen zusammen 14 Millionen Zuschauer an. EM.TV arbeitet mit der Trickompany bereits seit einigen Jahren in Koproduktionen eng zusammen. Diese werden nach der Beteiligung von EM.TV weiter ausgebaut und intensiviert. Auf die restlichen Anteile der Trickompany (40%) besitzt EM.TV nach 5 Jahren eine Option, d.h. Michael Schaak wird das Unternehmen mindestens noch 5 Jahre weiter führen. Dies bedeutet für das Unternehmen eine Kontinuität in der Führungsebene sowie weiterhin den Nutzen aus der fachlichen Kompetenz von Herrn Schaak. Wie halten - unter dem Hintergrund einer strategischen Ausrichtung in den USA – eine Übernahme eines dort ansässigen Produktionsstudios für sehr wahrscheinlich. Eine

solche Übernahme würde nicht nur die Koproduktions- und Vertriebsmöglichkeiten in Nordamerika deutlich verbessern, sondern könnte in einem zweiten Schritt einen „Spin-off“ der Produktionsstudios (Trickompany, Yorham Gross, „US-Studio“) von EM.TV und eine Teilplaziernung an der Börse mit sich bringen.

EM.TV beteiligt sich an Koproduktionen von neuen Programmen und Filmen aus

folgenden Gründen:

• Koproduktionen sind ein Mittel die Rechtebibliothek konsequent weiter auszubauen.

• Themen die in einer Koproduktionen verwirklicht werden, weisen vielfach eine höhere Qualität auf (Kategorie A oder B) als Rechte die im Paket von Dritten eingekauft werden. Das durchschnittliche Qualitätsniveau im gesamten Rechteportfolio steigt.

• Qualitativ hochwertige Koproduktionen sorgen längerfristig für hohe erzielbare Preise bei der TV- und Merchandisingverwertung („Tabaluga“).

• Die Abhängigkeit gegenüber Preisen und Lizenzen von Dritten sinkt. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund eines „Going-public“ vieler Filmrechtehändler am Neuen Markt wichtig. Der Wettbewerb um Lizenzen von Dritten für den deutschen Raum wird somit deutlich stärker.

• Koproduktion bringen oftmals mehr Vorteile als Eigenproduktionen, denn die Koproduzenten decken auf der Absatzseite oft Länder ab zu denen EM.TV noch keine Kontakte hat (z.B. Yoram Gross Filmstudios in Australien).

• Bei Koproduktion ist der Produzent selbst in die Finanzierung einer neuen Serie mit eingebunden, die Gefahr eines „Produktionsflop“ wird reduziert.

• Fernsehsender finanzieren die Koproduktionen bis zu 70% vor. Dies gibt den Produzenten Sicherheit und zeigt Verwertungsmöglichkeiten auf.

• Als Koproduzent erhält EM.TV zusätzlich zu der Vertriebsprovision einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Anteil an den „Nettoverwertungserlösen“. Die Höhe der Beteiligung hängt auch von dem anschließenden Umfang der Verwertungsrechte ab. In den kommenden 24 Monaten werden aus abgeschlossenen Koproduktionen voraus-sichtlich 23 neue Serien (à 26 Episoden) realisiert. Wir gehen davon aus, dass EM.TV durch den starken Anstieg beim Bekanntheitsgrad und durch die Internationalisierungsstrategie in der Zukunft weiterhin ein gesuchter Vertragspartner bei großen Produktionsstudios sein wird und so seine Koproduktionen noch ausbauen wird. Wir erwarten, dass EM.TV ab dem Jahr 2002 durchschnittlich bis zu 20 neue Serien pro Jahr koproduzieren kann. Durch den sorgfältigen Selektionsprozess in der „Pre-Production“-Phase besitzen die in einer Koproduktion neu erstellten Serien ein über dem Durchschnitt des übrigen Rechteportfolios liegendes Qualitätsniveau (Annahme: 60% Kategorie A, 40% Kategorie B). Mit dem Erwerb einer 25%igen Beteiligung (vor dem Börsengang) an der Constantin Film GmbH &Co KG hat EM.TV einen weiteren, wichtigen Schritt in Richtung Aufbau einer nationalen und internationalen Familienunterhaltung getan. Weitere Anteilseigner vor dem Börsengang sind Bernd Eichinger (38,5%) und die Kirch Beteiligung GmbH (36,5%). Seit dem Börsengang im September 1999 ist die Constantin Film KG durch Umplatzierung und nicht Teilnahme an der Kapitalerhöhung noch mit 65,9% an der Constantin Film AG beteiligt. Der Anteil von EM.TV reduzierte sich daher rechnerisch auf ca. 16,5% an der Constantin Film AG. Die Constantin Film AG verfügt über eine mehr als 20-jährige Erfahrung in der Filmbranche. In dieser Zeit produzierte das Unternehmen unter Bernd Eichinger 10 der 50 meistbesuchten, deutschen Filme und gilt damit als der erfolgreichste deutsche Produzent der letzten Jahre. Zu diesen erfolgreichen Kinofilmen zählt u.a. auch „Werner- Beinhart“. Mit diesem Film hat Constantin Film unter Beweis gestellt, dass sie nicht nur reale Kinofilme, sondern auch Zeichentrick- oder Animationskinofilme produzieren können. Die Constantin Film war bis 1996 primär für den Kinobereich tätig, dehnte aber ab 1997 seine Aktivitäten aufgrund der verstärkten Nachfrage von deutschen TV-Sendern auch auf den Fernsehmarkt aus. Heute ist das Unternehmen auch zu einem der bedeutenden Content-Lieferanten für die deutschen TV-Sender geworden. Erfolgreiche Sendungen wie der TV-Movie „Das Mädchen Rosemarie“ und der Mehrteiler „Der Opernball“ wurden von Constantin produziert. Wir gehen davon aus, dass EM.TV sich mit der strategischen Beteiligung an Constantin Film mehrere Optionen gesichert hat:

• Constantin Film kann auf eine langjährige Erfahrung und ein hohes Branchen-„ Know-how“ bei der Produktion von Kinofilmen zurückgreifen. Für die zukünftige Produktion von Kinofilmen im Bereich Kinder- und Familienprogramm benötigt EM.TV diese Erfahrungen als Grundlage. Durch eine Beteiligung an Constantin Film werden die ohnehin schon langfristigen Beziehungen beider Unternehmen weiter intensiviert und gemeinsame Produktionen von Kinofilmen geplant. Wir erwarten, dass bereits Anfang 2000 erste, feste Kinofilmprojekte mit Constantin ausgearbeitet werden. Mit einem Real- oder Zeichentrickkinofilm im Kinder- und Familiensegment erweitert EM.TV die Verwertungskette. Kinofilme stehen bei einer Verwertung oftmals am Anfang der Kette und sind häufig Ideengeber und Auslöser für die nachfolgende Produktion von TV-Serien und die Auswertung von Merchandisingrechten.

• Die Constantin Film (insbesondere durch Bernd Eichinger) verfügt über sehr gute, langjährige, internationale Kontakte in den Bereichen Produktion, Verleih und Rechtehandel. Darüber hinaus unterhält Constantin Film Produktionstochtergesellschaften u.a. in Los Angeles, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Irland. In einem sehr personenabhängigen Geschäftsumfeld „Rechtehandel“ könnte auch EM.TV von diesen internationalen Kontakten bei der Vermarktung seiner Programmrechte profitieren.

• Das Merchandisingpotential wurde in vielen Bereichen von Constantin Film noch nicht vollständig ausgeschöpft. Die Kooperation mit EM.TV bietet hier für beide Seiten erhebliches Wachstumspotential. Diese Kooperationsmöglichkeiten zwischen EM.TV und Constantin Film wurden bei unseren Umsatzschätzungen nicht mit berücksichtigt da die jeweilige Art der Kooperation bzw. der Umfang der Zusammenarbeit zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest stehen.

Unter Bezugnahme des Emissionspreises von 29 E ergibt sich zur Zeit ein „fairer“ Unternehmenswert für Constantin Film von ca. 717 Mio DM. Wir gehen daher davon aus, dass EM.TV für seine 25% Beteiligung an der Constantin Film KG (rechnerische Beteiligung von 16,5% an der Constantin Film AG) um die 120 Mio DM bezahlt hat. Nach erfolgten Börsengang und nach dem heutigen Börsenkurs von Constantin Film (Stand 16.12.1999: 41 e ) ist diese Beteiligung bereits 167 Mio DM wert.

5. Geschäftsbereich Merchandising

Der Geschäftsbereich Merchandising war im Jahr 1998 mit 35,6 Mio DM der umsatzstärkste Unternehmensbereich (Umsatzanteil 1998: 45%). „Merchandising“ ist für EM.TV die konsequente Fortführung seiner Wertschöpfungskette durch die kommerzielle Auswertung von Logos, Events und Charakteren. Aufgrund der umfangreichen TV-Rechtebibliothek sowie der immer neuen Koproduktionen stehen dem Unternehmen eine Reihe von Möglichkeiten offen, dieses zusätzliche Vermarktungspotential für Produkte des täglichen Lebens oder für Promotionskampagnen zu nutzen. Insbesondere bei der Konzeption von eigenen, neuen Kinderprogrammen wird darauf geachtet, inwieweit sich das Thema anschließend auch im Bereich Merchandising umsetzen lässt. Die Zielgruppe (Kinder- und Jugendliche) für die Merchandisingartikel ist bis auf wenige Ausnahmen die gleiche Zielgruppe wie bei den Fernsehserien. Erfolgreiche Beispiele für die Vermarktung von Trickfilmhelden sind „Skitty“ bei Burger King, „Blinky Bill“ bei C&A oder „Tabaluga“ bei Neckermann. EM.TV bietet im Bereich Merchandising seinen Kunden und Vertragspartnern eine umfassende Marketingstrategie an und verfügt über die entsprechenden Kontakte zu Industrie und Handelsunternehmen. Die Kunden werden also auch in Fragen der Produktentwicklung, des Produktdesigns und der Warenpräsentation umfassend beraten. EM.TV ist insgesamt also nicht nur als reiner Lizenzverwalter seiner Merchandisingrechte zu verstehen, sondern spürt kommerziell interessante Themen aktiv auf und setzt diese anschließend in vermarktungsfähige Rechte um. Um dieses Konzept umzusetzen hat EM.TV mehrere Beteiligungen oder Tochtergesellschaften gegründet:

• EM-Creative bietet mit Illustratoren und Künstlern den Lizenznehmern maßgeschneiderte Lösungen an;

• PublishingPartner betreibt die gesamte Abwicklung im Bereich Verlagsprodukte an;

• EM-Supply entwickelt Produktideen vom einfachen „Give-away“ bis hin zu größeren Artikeln.

EM.TV hat in den vergangenen Jahren eine umfangreiche Merchandisingrechte-Bibliothek aufgebaut. Die Verwertungsrechte wurden dabei auf verschiedene Arten erworben:

• Durch die Koproduktionen von Zeichentrickserien entstehen Verwertungsrechte an Trickfilmfiguren;

• im Zusammenhang mit Events (siehe Eventvermarktung Seite 48) werden Merchandisingrechte erworben;

• von Dritten (Lizenzgebern) werden Verwertungsrechte eingekauft. Zu den erfolgreichsten Merchandisingfiguren aus dem Bereich Koproduktionen zählt z.B. „Tabaluga“. EM.TV besitzt an „Tabaluga“ nicht nur die TV-Rechte über eine

„Corporate Lifetime“ von 70 Jahren sondern darüber hinaus auch die Merchandising-Vollrechte über die gleiche Laufzeit. Zu den durch die Verwertung von Events erworbenen Merchandisingrechte zählen Twipsy (EXPO2000), Skitty (DSV) oder das Logo der FIS Snowboard Weltmeisterschaft. Besonders wichtige von Dritten erworbene Rechte sind die Sesamstrasse, Kermit und Miss Piggy. Durch das Joint-Venture mit der Kirch-Gruppe wurde das Merchandisingpotential kräftig gesteigert. Von den ca. 20.000 Episoden ist durchschnittlich die Hälfte mit entsprechenden Merchandisingrechten unterlegt. EM.TV hat die Vermarktung der Merchandisingrechte aus dem Joint-venture Junior.TV übernommen. Aus dieser Aufgabe steht EM.TV eine Vertriebsprovision in Höhe von 50% der Lizenzgebühr zu, erst der darüber hinausgehende Nettoauswertungserlös geht an Junior.TV (hiervon erhält EM.TV dann nochmals gemäß ihrem Anteil ca. 50%). Die Grundlage für die anfallenden Merchandisingumsätze des Unternehmensbereichs von EM.TV bilden die Umsätze der Großhandelskunden. Von diesen Großhandelsumsätzen mit Merchandisingprodukten stehen dem Merchandisinglizenzgeber (in diesem Fall EM.TV) zwischen 2% und 15% als Lizenzgebühr zur Verfügung. Die Höhe dieser Lizenzgebühr richtet sich danach, welches Produkt der Rechteverwertung zugrunde liegt:

• Bei Büchern, Magazinen, Videos, Hörspielkassetten sind dies bis zu 15% der Großhandelsumsätze;

• Bei Plüschtieren, Spielen und Schreibwaren bis zu 10% der Großhandelsumsätze;

• Bei Lebensmittel sind es zwischen 5% und 10%, bei einfachen Massenwaren (z.B. Yoghurt) sogar nur 2,5% der Großhandelsumsätze. Zusätzlich zu den Produkteigenschaften ist die Art des Erwerbs entscheidend für die Höhe des Umsatzes im Bereich Merchandising. Hierbei sind grundsätzlich zwei verschiedene Merchandisingvarianten zu unterscheiden:

• Verwertung von Rechten aus Koproduktionen

• Verwertung von Rechten im Namen Dritter

Bei der Verwertung von Rechten im Namen Dritter steht die Lizenzgebühr vollständig EM.TV zu. Dagegen steht bei der Verwertung von Rechten aus der Koproduktion noch ein Teil der Lizenzgebühr (bis zu 70%) weiteren Koproduzenten zu (siehe Abb. 38, 39). Wir haben zur Herleitung einer Umsatzprognose bei der Produktauswahl eine durchschnittliche Lizenzgebühr in Höhe von 10% des Großhandelspreises unterstellt. Zusätzlich ist es bei einem Merchandisingvertrag üblich, dass der Lizenznehmer bei Vertragsabschluß an EM.TV eine Garantiesumme bezahlt. Diese Garantiesumme setzt sich aus der Höhe der Lizenzgebühr und einer Mindestabsatzzahl des entsprechenden Produktes zusammen. Diese Summe wird später mit den EM.TV zustehenden Lizenzgebühren verrechnet. Der Vorteil für EM.TV liegt darin, dass Verträge nur mit etablierten Lizenznehmern, die einen gewissen Mindestumsatz erzielen, abgeschlossen werden. Aus diesen verschiedenen Produkten und Verwertungsrechten lassen sich zwei mögliche Umsatzszenarien erstellen, die in der nachfolgenden Abbildung dargestellt werden. Mit dem Kauf einer Beteiligung (ursprünglich 50%) an der Igel Spielzeug GmbH im Sommer 1998 hat EM.TV seine Wertschöpfungskette weiter verlängert (Beteiligung wurde im Oktober 1999 auf 65% aufgestockt). Igel ist ein Marketing- und Vertriebsunternehmen mit guten Kontakten zu den Spielwarenherstellern (insbesondere in Asien). Igel produziert die Merchandisingartikel nicht selbst, sondern importiert diese von Herstellern aus Billiglohnländern. Die Igel-Kollektion umfasst dabei eine große Spannweite von Merchandisingartikeln (von Plüschtieren, über Geschirr, bis hin zu Schultaschen). Im Jahr 1998 erzielte Igel einen Umsatz von 15,3 Mio DM. Auf der Vertriebsseite besitzt Igel sehr gute Beziehungen zum Spielzeugeinzelhandel, so dass diese Vertriebsschiene nun auch für andere Produkte von EM.TV und in der Zukunft auch für „Junior“-Produkte genutzt werden kann. Zusammen mit dem Bereich EM Supply bildet Igel den neuen Geschäftsbereich „Consumer Products“. Die Kindermarke „JUNIOR“ soll im Bereich Merchandising in den nächsten Jahren systematisch aufgebaut werden und einen hohen Bekanntheitsgrad erreichen. Die Marke wird dabei für hochwertige Kinder- und Jugendunterhaltung (insbesondere Video, Hörspielkassetten, Bücher etc.) und für erstklassige Spielwaren und Produkte (Plüschtiere, Schreibwaren etc.) aller Art stehen. Um den Bekanntheitsgrad von „JUNIOR“ und die Produktqualität zu erhöhen, wird ein immer gleich aussehendes „Junior“-Logo bei allen Produkten eingesetzt. Das Logo wurde auf der MIP TV in Cannes, einer der größten Messen im TV-Rechtehandel, zum ersten Mal im Frühjahr 1999 öffentlichkeitswirksam vorgestellt. Weitere, positive Auswirkungen auf eine Vermarktung von „Junior“-Produkten hat die Ausstrahlung von Junior.TV im Free-TV auf SAT1 (siehe TV-Rechtehandel) und im Pay-TV auf Premiere World. Die Namensgleichheit sorgt für eine ständige unterbewußte Eigenwerbung bei Kindern und Erwachsenen. Der Wiedererkennungswert von „JUNIOR“-Produkten im Handel wird dadurch stark erhöht. EM.TV verfügt nicht über die nötigen Produktionskapazitäten oder das entsprechende Branchen „Know-how“ um die gesamte Wertschöpfungskette aus eigener Kraft mit „JUNIOR“-Produkten zu nutzen. Zwar besitzt EM.TV mit dem neu geschaffenen Geschäftsfeld „Consumer Products“ (mit Igel Spielzeug und EM Supply) eine Möglichkeit, viele Merchandisingprodukte selbst einzukaufen bzw. herstellen zu lassen; um aber die gesamte Bandbreite möglicher Produkte erfolgreich abdecken zu können schließt EM.TV mit ausgewählten Partnern Kooperationsverträge ab. Diese Partner müssen in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern über ein hohes Branchen-Know-how und vor allen Dingen über gute, etablierte Vertriebsstrukturen verfügen. Zu diesen Partnern zählen zur Zeit folgende Unternehmen:

• Im Januar 1999 vereinbarte EM.TV mit der edel music, Hamburg, einen zunächst fünfjährigen Lizenzvertrag. Die edel music AG ist mit einem Umsatz von 284,4 Mio DM in 1998 eines der größten, unabhängigen, europäischen Tonträgerunternehmen. Die Vereinbarung zwischen edel und EM.TV sieht vor, dass edel die Vermarktung und den Vertrieb aller bestehenden und zukünftigen Lizenzen und Koproduktionen von EM.TV im audiovisuellen Bereich (also CD, DVD, Video und MC) übernimmt. Seit Abschluss der Kooperation wurden bereits über 1 Mio Einheiten (Videos, MCs und CDs) vermarktet. Besonders erfolgreich war hier die Serie „SailorMoon“. Auch die zukünftigen Projekte wie „Flipper“ oder „Skippy“ versprechen ein hohes Absatzpotential. Wir gehen davon aus, daß diese Vereinbarung mit edel mittelfristig Umsätze im hohen zweistelligen Bereich generieren wird (Umsatz 2001e: ca. 40 Mio DM).

• Im Juni 1999 gründete EM.TV mit der Egmont Holding GmbH, Stuttgart, das 50% / 50% Joint-venture mit dem Namen „Junior.Publishing GmbH“. Die Egmont Holding GmbH ist mit den bekannten Kinder- und Jugendbuchverlagen Egmont Franz Schneider, Egmont Pestalozzi, Egmont Horizont und dem Egmont Ehapa Verlag eindeutiger Marktführer in Deutschland in diesem Segment. Das Unternehmen kann auf hervorragende Vertriebs- und Marketingmöglichkeiten in Deutschland und in Europa zurückgreifen. Das Joint-venture wird neben Büchern auch Malbücher und Magazine unter dem Logo „JUNIOR“ herausbringen. Da ca. 50 bis 70 Neuerscheinungen pro Jahr geplant sind, gehen wir von einem anteiligen Umsatz für EM.TV im Jahr 2001 von ca. 20 Mio DM aus.

• Anfang Oktober 1999 vereinbarten EM.TV und der Multimedia Verlag Tivola, Berlin, einen Vertrag über die Auswertung des gesamten „Junior“-Portfolios auf CD-ROM. Der bereits 1995 gegründete Berliner Tivola Verlag hat sich mit hochwertigen Produkten im Bereich edukativer Kindersoftware positioniert (der "Kleine Prinz" auf CD-ROM). Damit schafft EM.TV die Möglichkeit über 45 hochwertige Titel aus der „Junior“-Bibliothek (z.B. "Wickie und die starken Männer", "Twipsy" und "Biene Maja") als Kinder- und Jugendsoftware in Deutsch-land, der Schweiz und Österreich zu vermarkten. Wir erwarten hier künftig einUmsatzpotential im einstelligen Mio. DM Bereich (2000e 1,2 Mio DM, 2001e 2,1 Mio DM, 2002e 4,2 Mio DM). Die CTM ist eine 100%ige Tochter der Tele München Gruppe und gehört nach eigenen Angaben zu den vier größten Merchandising-Agenturen in Deutschland. Dabei betrachtet sich CTM als Full-service Anbieter, der für seine Kunden nicht nur die Vermarktung der Merchandisingrechte übernimmt, sondern auch die nötigen Kontakte für die Produktion oder die anschließende Distribution besitzt. Besonders wertvoll für CTM und somit auch indirekt für EM.TV, sind die Vereinbarung mit den großen „Hollywood-Studios“ MGM/United Artists und Universal-Studios. CTM fungiert für diese Hollywood-Größen als „Exclusive Agent“, d.h. alle für Deutschland anstehenden Merchandisingrechte dieser Unternehmen laufen über CTM. Einer der größten Merchandisingerfolge von CTM im deutschsprachigen Raum war die Vermarktung des „Pink Panther“ für die Deutsche Telekom. Die Merchandisingbereiche von EM.TV und CTM werden nach der Beteiligung von 45% an der TMG zukünftig enger zusammenarbeiten, insbesondere im Bereich des Rechteerwerbs (gemeinsame Marktstellung ist wesentlich stärker) und bei der Nutzung der Kundenstruktur (Cross-Selling Potential, Paketverwertungen). Zusätzlich erhält EM.TV Kontaktmöglichkeiten zu den Medienunternehmen MGM/United Artists und Universal-Studios und könnte diese für Vermarktungsmöglichkeiten von Junior.TV in den USA nutzen. Merchandisingrechte an vielen Stars des Kinderprogramms (z.B. Sesamstrasse) werden meistens regional vergeben, d.h. ein Lizenzgeber erteilt nur die Nutzung der Merchandisingrechte in bestimmten Ländern. EM.TV besitzt die Merchandisingrechte für die Sesamstraße nur für den deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich). Durch länderübergreifende Kooperationen oder Akquisitionen kann EM.TV dieses Potential erweitern. Deshalb hat das Unternehmen Ende 1998 das niederländische Lizenzunternehmen Wavery Productions übernommen. Wavery besitzt unter anderem die Merchandisingrechte der Sesamstraßen-Charaktere, "Popeye", "Garfield", "Hägar" sowie der "Peanuts" für die Benelux-Länder. Durch diese Akquisition kann EM.TV erhebliche „economies of scale“ verwirklichen. Beispielsweise können Sesamstrassenpuppen über eine gemeinsame Einkaufsgesellschaft (z.B. Igel Spielzeug) in einer großen Stückzahl eingekauft werden und anschließend in einem vergrößerten Absatzgebiet (deutschsprachiger Raum und Benelux- Länder) veräußert werden. EM.TV wird unserer Meinung nach auch in der Zukunft durch weitere Akquisitionen an Lizenz-oder Vertriebsunternehmen in Europa versuchen, Kostendegressionseffekte bei der Beschaffung und im Vertrieb auszunutzen.


6. Event-Vermarktung

Das dritte Standbein von EM.TV, welches aber aufgrund der sektorübergreifenden Tätigkeit im TV-Rechtehandel und Merchandising nicht als organisatorisch eigener Geschäftsbereich geführt wird, befasst sich mit der Vermarktung von sog. „Events“. Unter „Events“ versteht man in diesem Zusammenhang nicht nur Sportveranstaltungen, sondern auch alle anderen Arten von Großveranstaltungen, für die ein Interesse an einer professionellen Vermarktung besteht. Die Vermarktung solcher „Events“ erfolgt daher in erster Linie über das Medium Fernsehen. Zusätzlich können mit den „Events“ umfangreiche Möglichkeiten im Merchandising erschlossen werden. Das Ziel aller Vermarktungsmöglichkeiten ist letztendlich die Finanzierung der Events. Da die meisten Veranstaltungen aufgrund der hohen, entstehenden Kosten ein Interesse an vielen Sponsoren und Vermarktungserträgen haben, bietet sich hier mit der Koordination und Vermarktung ein für EM.TV ideales Geschäftsfeld. Erst eine umfassende, professionelle Vermarktung der „Events“ macht einige dieser Veranstaltungen finanzierbar. EM.TV kann aufgrund seiner Marktkenntnisse das Potential der TV-Rechte und Merchandising-Lizenzen professionell ausschöpfen, d.h. EM.TV entwirft für seine Kunden attraktive Gesamtkonzepte, gewinnt Sponsoren, handelt Sendezeiten bei den Fernsehsendern aus oder kreiert neue Maskottchen bzw. Merchandisingrechte. Insofern besteht eine sehr enge Verbindung zu den beiden Kernbereichen TV-Rechtehandel und Merchandising. Eines der Großereignisse im Jahr 2000 ist die EXPO 2000 in Hannover. EM.TV hat sich für dieses Großereignis die weltweiten Merchandisingrechte gesichert. Auf der EXPO werden in über 60 Standflächen 4 Monate lang Merchandisingprodukte, insbesondere mit dem EXPO-Logo angeboten. Wir rechnen auch unter der Annahme eines nur mäßigen Zuschauererfolges mit mindestens 20 bis 25 Mio Besuchern der EXPO 2000. Aus den Erfahrungen von vorherigen Großereignissen kann man schließen, dass jeder Besucher im Durchschnitt bis zu 7,50 DM für Merchandisingprodukte ausgibt. Hieraus errechnet sich eine Minimum Lizenzeinnahme bei EM.TV von 40 Mio DM (Lizenzeinnahmen stehen EM.TV und EXPO ca. 45% zu 55% zu). Die Merchandisingrechte an „Twipsy“ gehören ab dem 31.12.2000 EM.TV alleine. Zu diesem Großereignis wurde in Koproduktion mit dem ZDF das EXPO-Maskottchen Twipsy als Zeichentrickserie entwickelt. Die Zeichentrickserie spielt in einer

multimedialen, technisierten Welt und kann vom Thema her alle Altersgruppen und Nationalitäten ansprechen. Diese Zeichentrickproduktion hat bereits im Vorfeld der EXPO einen großen Anklang gefunden (ist bereits im Rahmen der Koproduktion an das ZDF verkauft) und wir erwarten, daß diese Serie auch über die Zeit der EXPO 2000 hinaus ein Erfolg bleiben wird. Die EXPO2000 bietet mit ihren über 180 offiziellen Teilnehmern aus über 100 Staaten eine ideale Plattform für EM.TV seinen Bekanntheitsgrad durch ansprechende Merchandisingprodukte sowie die Zeichentrickserie „Twipsy“ beträchtlich zu steigern. EM.TV erhält insbesondere über die Zeichentrickserie Kontakt zu Ländern, zu denen vorher noch keine Berührungspunkte bestanden. Wir betrachten daher die EXPO2000 auch

als Chance für EM.TV neue, weltweite Kontakte zu knüpfen und das „Crossselling“-Potential z.B. im Bereich TV-Rechtehandel zu nutzen. EM.TV hat seine Aktivitäten im „Event“-Vermarkten bzw. TV-Rechtehandel auch auf den Erwerb von Senderechten an Sportveranstaltungen ausgedehnt. So erwarb EM.TV die Senderechte an dem Box-Schwergewichts-Superstar Mike Tyson von der US-amerikansichen Showtime. Die Rechte betreffen die Übertragung von 5 Boxwettkämpfen und berechtigen zum Verkauf der Lizenzen weltweit mit Ausnahme der USA, Kanada und der Karibik. Der erste Boxkampf fand am 16. Januar 1999 statt. Die Rechte hierzu wurden an Premiere, Canal Plus und andere internationale Sender verkauft (Erlöse aus dem ersten Boxkampf von Mike Tyson lagen bei 20,7 Mio DM). Der zweite Boxkampf fand am 23. Oktober 1999 statt. Aufgrund der anhaltenden rechtlichen Auseinandersetzungen um Mike Tyson finden alle weiteren Boxkämpfe nur unregelmäßig statt. Die vertraglichen Vereinbarungen beim Erwerb der Senderechte sichern aber EM.TV dahingehend ab, dass keine Belastungen aus einem möglichen Ausfall dieser Kämpfe entstehen. Durch die bisher abgeschlossenen Verträge mit über 12 Fernsehsendern könnte EM.TV bei vollständiger Ausführung der Boxkämpfe nach unserer Einschätzung Umsätze von bis zu 80 Mio DM erzielen. Die Kooperation mit der World Wrestling Federation (WWF) umfasst die Vermarktung der Veranstaltungen in Deutschland und Osteuropa. Wir halten den Erwerb dieser Rechte für nur wenig erlös- oder ergebnissteigernd, aber unter Marketingaspekten und strategischen Überlegungen für sehr sinnvoll. EM.TV ist durch diese Verträge international bei einigen Fernsehsendern zum ersten Mal aufgefallen und besitzt durch den WWF-Vertrag eine weitere Kontaktmöglichkeit (neben AB Licens) nach Osteuropa. Diese Verbindungen könnten künftig für den Verkauf von anderen TV-Lizenzen (Kinder- und Familienprogramm) genutzt werden und die erhöhen auch den Bekanntheitsgrad im Bereich „Event-Vermarktung“. Ein weiteres großes Sportereignis war im Januar 1999 die FIS Snowboard Weltmeisterschaft, für die EM.TV die Vermarktung der TV-Rechte, das Merchandising und das Sponsoring (Honda, Swatch, Grundig) übernahm. „Snowboarding“ zählt zur Zeit zuden attraktiven „Trend“-Sportarten, insbesondere beim jüngeren Publikum. Unter Einbindung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (ARD/ZDF) sowie diverser Sponsoren hat EM.TV diese Veranstaltung sehr erfolgreich vermarktet. Neben den 35.000 Zuschauern vor Ort am Wettkampftag erreichten ARD und ZDF Einschaltquoten von bis zu 1,7 Mio Zuschauern (Marktanteil in der Zuschauergruppe 14-49 Jahre von bis zu 20 %) bei den Liveübertragungen. Weitere erfolgreiche Merchandisingrechte, die EM.TV vermarktet sind das DSV (Deutscher-Ski-Verband)-Maskottchen „Skitty“ und das Münchener Oktoberfest. Bereits jetzt ist absehbar, dass die Eventvermarktung bei EM.TV auch in der Zukunft einen steigenden Stellwert annehmen wird. Die wesentlichen Gründe hierfür sind:

• Erst durch eine Eventvermarktung können viele Projekte finanziell bewältigt werden, d.h. das Marktpotential wird erst durch die Vermarktung geschaffen. Projekte die früher zwar auf positive Resonanz beim Publikumsgeschmack getrof-fen hätten, konnten wegen fehlender finanzieller Möglichkeiten erst gar nicht verwirklicht werden.

• EM.TV hat sich in diesem Segment sehr frühzeitig einen guten Ruf erworben und kann als eines der wenigen Unternehmen auf die Erfahrungen aus den übergreifenden Bereichen TV-Rechtehandel und Merchandising zurückgreifen.

• Das „Crossselling“-Potential, welches EM.TV durch die Eventvermarktung erhält, ist sehr groß. Insbesondere in Märkten (z.B. Osteuropa), in denen EM.TV bisher noch nicht vertreten ist, dienen Sport- oder andere Eventübertragungen als Anstoß für die Vermarktung von weiteren TV-Rechten (z.B. Kinder- und Familienprogramm).

• Die zunehmende Sendervielfalt in Deutschland erfordert zunehmend hochwertige Programminhalte. Die Trendsportarten wie - Beachvolleyball, Snowboarding, Inline-Skates, Trickski etc. - erfreuen sich beim Publikum zunehmender Beliebtheit und können daher erfolgreich im TV-Bereich (Free- oder Pay-TV) vermarktet werden. Eine repräsentative Studie eines Marktforschungsinstituts (Ipsos) im Jahre 1999 bestätigt, dass jede fünfte Person zwischen 14 und 29 Jahren eine Trendsportart betreibt. Ein Interesse an „Inline-Skating“ bekunden beispielweise 5,9% der Befragten oder an „Mountainbiking“ 4,3%. Diese Interessensanteile liegen zwar noch deutlich unter den „klassischen“ Sportarten wie Fußball (42,4%), weisen aber in den vergangenen Jahren eine stark ansteigende Tendenz auf.

• Events wie die FIS Snowboard Weltmeisterschaft werden bislang nur im deutsch-sprachigen Raum vermarktet. Wir gehen davon aus, daß sich diese Events auch sehr erfolgreich international vermarkten lassen, denn gerade bei Trendsportarten ist der Publikumsgeschmack Nationen übergreifend. EM.TV handelt gegenwärtig mit internationalen Fernsehsendern entsprechende Verträge und Kooperationen aus. EM.TV wird aufgrund der oben aufgezählten Gründe auch in der Zukunft den Bereich „Event-Vermarktung“ weiter ausbauen und hat neben den zuvor genannten Projekten weitere Verträge in diesem Segment abgeschlossen. Die Vermarktungsrechte der FIS Snowboardweltmeisterschaften 2001 und 2003 wurden wieder an EM.TV vergeben. Darüber hinaus wurde vereinbart eine Snowboardserie „Super Series“ zu etablieren. Mit dieser neuen Serie sollen pro Saison bis zu 5 Wettkämpfe im Rahmen des FIS Snowboard Worldcups vermarktet werden. Eine genaue Umsatz- und Ertragsprognose für den „Event“-Bereich ist aus folgenden Gründen nur schwer abschätzbar:

• die Umsatz- und Ertragszahlen werden nicht separat vom Unternehmen ausgewiesen, sondern sind in den jeweiligen Geschäftsbereichen, in den sie anfallen (TV-Rechtehandel und Merchandising), enthalten.

• Die Umsatzentwicklung ist stark von den einzelnen Projekten abhängig und unterliegt damit größeren Schwankungsbreiten. Großereignisse wie die EXPO 2000 werden zum Beispiel im Jahr 2000 zu einem höheren Anteil der Event-Aktivitäten im Merchandisingumsatz führen.

7. Finanzdiskussion

7.1 Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

EM.TV hat durch den erheblichen Auf- und Ausbau seines Programmstocks (Junior.TV etc.), diversen Beteiligungskäufen (TMG, Constantin etc.) sowie eine damit einherge-hende Erweiterung seiner Wertschöpfungskette, den Grundstock für ein erhebliches Umsatzwachstum in den kommenden Jahren gelegt. Wir sehen unsere Prognose als Sockel für die eigentlich mögliche Umsatzentwicklung des Unternehmens an, da wir nur den vorhandenen Rechtebestand sowie die fest vereinbarten Koproduktionen zur Umsatzherleitung herangezogen haben. Die in der Vergangenheit erfolgreich umgesetzte Akquisitions- und Arrondierungsstrategie wird sich nach unserer Meinung aber auch in der Zukunft schnell fortsetzen. Hieraus sich ergebende Erweiterungen des Programmstocks bzw. neue Verwertungsmöglichkeiten kämen auf unsere Umsatzprognosen noch „on-top“. Wir erwarten 1999 Erlöse in Höhe von ca. 349,4 Mio DM (1998: 81,4 Mio DM). Dies entspricht einer Steigerung von über 329%. In dieser Umsatzsteigerung ist die erstmalige quotale Konsolidierung von Junior.TV (Anteil 50%) mit erwarteten 123,3 Mio DM enthalten. Die Wachstumsraten werden sich in den Jahren 2000 bis 2002 basisbedingt etwas abschwächen (2000e: +81,6; 2001e: +35,7%; 2002e: +25,1%). Das durchschnittliche Umsatzwachstum pro Jahr schätzen wir auf 116,7% (1997 bis 2002). Die wesentlichen Wachstumsimpulse werden in den kommenden Jahren aus der stärkeren internationalen Auswertung der TV-Rechte erfolgen. Wir erwarten, dass der internationale Umsatz aus der „ursprünglichen“ Bibliothek von EM.TV im Geschäftsbereich „TV-Rechtehandel“ anteilsmäßig von jetzt ca. 13% auf über 60% im Jahr 2002 zunehmen wird. Im TV-Rechtehandel wird EM.TV nicht nur im eigenen Namen tätig, sondern handelt auch mit Verwertungsrechten von Dritten. Die Umsatzrealisierung beim TV-Rechtehandel mit dem eigenen Rechtebestand erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem EM.TV die Serien oder TV-Programme in reproduktionsfähiger Form den Abnehmern (z.B. TV-Sendern) zur Verfügung stellt, d.h. die Programme zur Ausstrahlung bereit sind. Die Vertriebs- und Vermarktungsprovisionen für Filmrechte (z.B. für den TV-Rechtehandel von Junior.TV oder TMG) von Dritten werden dagegen bereits bei Abschluss der entsprechenden Kaufverträge als Umsatz erfasst. Im Merchandisingbereich wird EM.TV wiederum auf der Grundlage von Agenturverträgen tätig. Damit beauftragen Rechteinhaber EM.TV als Agentur, um Lizenznehmer für ein jeweiliges Lizenzthema zu gewinnen. Die für EM.TV entsprechenden Provisionserlöse werden bereits bei Abschluss der Verträge mit den Lizenznehmern erfasst. Diese insgesamt in den verschiedenen Segmenten sehr unterschiedliche Erfassung von Umsatzerlösen kann zu Prognoseunsicherheiten über die genaue Umsatzentwicklung in den einzelnen Geschäftsjahren im Konzern führen. Bruttoergebnis vom Umsatz. Im Materialaufwand erfasst EM.TV insbesondere die Aufwendungen für Lizenzen, Provisionen und bezogene Leistungen bzw. Materialien (Igel-Spielzeug). Ebenfalls erfasst werden in dieser Position die Investitionen von EM.TV bzw. Junior.TV in neue Film-Koproduktionen. Wir erwarten, dass sich die Materialaufwandsquote (in Relation zum Umsatz) sich in den kommenden Jahren deutlich verringern wird. Für den Rückgang der Quote ist insbesondere das starke Umsatzwachstum in den kommenden Jahren (Auswertung des bestehenden Rechtebestands national und international), bei gleichzeitig moderat wachsenden Aufwendungen für Koproduktionen (siehe 4.4. Koproduktionen) und Materialaufwendungen verantwortlich (hoher Fixkostenanteil). Die Bruttoergebnismarge (Umsatz abzüglich Materialaufwand) verbessert sich aufgrund des unterproportionalen Wachstums des Materialaufwands seit 1997 kontinuierlich (1997: 79,9%; 1998: 80,4%; 1999e: 84,7%). Wir rechnen auch in den kommenden Jahren mit einer leicht verbesserten Bruttoergebnismarge (2000e: 85,0%, 2001e: 85,5%; 2002e: 85,8%).

Personalkosten

Die Mitarbeiterzahl bei EM.TV ist auch 1999 langsamer als der Umsatz gestiegen. Wir rechnen mit einem Anstieg auf ca. 240 Mitarbeiter bis Ende 1999 (Jahresdurchschnitt 1999e: ca.220). Dies entspricht einer Steigerung von 135% gegenüber dem Vorjahr (102 von 1998: 679 TDM auf 2002e: 2,7 Mio DM. Eine ähnliche Steigerungsrate zeichnet sich aufgrund der erheblichen Produktivitätszuwächse auch bei dem bereinig-ten EBIT je Mitarbeiter ab (1998: 269 TDM; 2002e: 1,76 Mio DM).

Abschreibungen

Die Abschreibungen im Unternehmen werden sowohl absolut (von 1998: 5,3 Mio DM auf 1999e: ca. 57 Mio DM) als auch in Relation zum Umsatz (von 1998: 6,5% auf 1999e: ca. 16,2%) im Geschäftsjahr 1999 deutlich zulegen. Hauptgrund ist die 50% Beteiligung an Junior.TV und die hiermit verbundenen quotalen Abschreibungen auf den Rech-tebestand (über 10 Jahre). Wir gehen insgesamt bei Junior.TV von Abschreibungen im Jahr 1999 von ca. 66,6 Mio DM aus, dies führt bei EM.TV zu quotalen Abschreibungen von 33,3 Mio DM (siehe Abb. 46). In absoluten Beträgen werden die Abschreibungen auch in den folgenden Jahren weiter ansteigen. Wir erwarten allerdings durch weiterhin starken Umsatzanstieg bei EM.TV ab dem Jahr 2000 eine rückläufige Abschreibungsquote (1999e: 16,2%; 2000e: 9,7%; 2001e: 8,0%; 2002e 7,1%) im Konzern.

Die Goodwill-Abschreibungen bleiben auch nach dem Beteiligungskauf an der Tele München Gruppe im niedrigen, einstelligen Mio DM Bereich. Wesentlicher Grund hierfür sind die sogenannten „Fair Value Adjustments“ die nach IAS bei der Überleitung des HGB-Abschlußes von TMG (Handelsbilanz II) auf den Konzernabschluß von EM.TV entstehen. Diese „Fair Value Adjustments“ führen dazu, dass keine Goodwill-Abschreibungen durch den TMG-Beteiligungskauf bei EM.TV anfallen. Die in den früheren Jahren bei der TMG als Materialaufwand bzw. durch Abwertung der Vorräte erfassten Beträge für den Filmstock werden bei einer Bilanzierung nach IAS wieder aufgeholt und anschließend über die (Rest-) Laufzeit der zugrunde liegenden Filmtitel abgeschrieben (voraussichtliche, durchschnittliche Laufzeit von 5 Jahren). Durch diese Wertaufholung entsteht keine Differenz (sog. Goodwill) zwischen dem von EM.TV gezahlten Kaufpreis für die Beteiligung und dem anteiligen Buchwert der TMG. Finanzergebnis Das Beteiligungsergebnis wird bereits 1999 aber auch in den kommenden Jahren im Konzern deutlich ansteigen (1998: 410 TDM; 1999e: 78.440 TDM). Hauptursachen für diesen Ergebnissprung sind die beiden Beteiligungen Junior.TV und Tele München Gruppe. Junior.TV wird im Konzern zwar quotal konsolidiert, die besonderen

vertraglichen Vereinbarungen mit der Kirch-Gruppe (siehe Exkurs: Junior.TV) sehen aber einen Rückfluss der von EM.TV in das Joint-venture investierten 500 Mio DM vor. Dies bedeutet, dass EM.TV der Jahresüberschuss von Junior.TV solange alleine zusteht, bis die 500 Mio DM inkl. der Finanzierungskosten zurückgeflossen sind. Dieser anteilige Jahresüberschuss (50%) wird im Beteiligungsergebnis des Konzerns bis Ende 2002 ausgewiesen. Ab dem Jahr 2003 wird dieser anteilige Jahresüberschuss dann wieder der Kirch-Gruppe zustehen. Ein deutlicher Rückgang des Beteiligungsergebnisses ist bei EM.TV deshalb erst im Jahr 2003 vorgezeichnet. Des weiteren wird die 45 %ige Beteiligung an der TMG ab dem 1. September 1999 „at equity“ bilanziert. Wir erwarten, dass das anteilige Beteiligungsergebnis (4 Monate) der TMG bereits 1999 im zweistelligen Millionenbereich (1999e: ca. 12,9 Mio DM) liegen wird. Die anderen Beteiligungen (Trickompany etc.) werden insbesondere aufgrund des erwarteten Jahresfehlbetrags bei TheatrO Centro bis 2000 leicht negativ sein (1999e: -2,2 Mio DM) und erst ab 2001 einen positiven Beitrag zum Beteiligungsergebnis leisten. Das Zinsergebnis sowie das übrige Finanzergebnis wird 1999 sowie im Jahr 2000 aus folgenden Gründen deutlich schlechter ausfallen als 1998 (1998: -2,5 Mio DM; 1999e: -16,5 Mio DM; 2000e: -28,0 Mio DM):

• Die Finanzierung der Beteiligung an Junior.TV (ca. 500 Mio DM) wurde zum Teil über Bankkredite abgewickelt (ca. 300 Mio DM). Eine Rückführung des erfolgt bis zum Jahr 2002. Eine Verzinsung von 4% unterstellt ergibt sich für 1999 eine Belastung von 12 Mio DM. Diese Zinsbelastung wird aber in den kommenden Jahren aufgrund der Kreditrückführung deutlich kleiner werden.

• Die im Rahmen der Kapitalmaßnahmen im Oktober geplante Platzierung einer Wandelanleihe über ca. 980 Mio DM (Verzinsung von max. 2%) wurde mangels Nachfrage der Privatinvestoren zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. Die nach der Kapitalerhöhung verbleibende Finanzierungslücke in Höhe von 54 Mio DM wird über einen Bankkredit geschlossen. Das Zinsniveau hierfür wird deutlich über der geplanten Wandelanleihe liegen und erfordert insbesondere im Jahr 2000 anteilige Zinsen von zusätzlich ca. 2 Mio DM.

• Vorfinanzierungskosten für den TMG-Beteiligungskauf sowie diverser anderer Beteiligungen (Constantin, Trickompany etc.) haben nach unserer Einschätzung weitere 4 Mio DM an zinsähnlichen Zahlungen in 1999 verursacht.

• Eine möglicherweise bereits kurzfristig anstehende Akquisition in den USA sollte ursprünglich auch über die Wandelanleihe finanziert werden. Wir haben im Finanzergebnis 2000 für die Zwischenfinanzierung (bis zur endgültigen Platzierung der Wandelanleihe) eine Zinsbelastung von zusätzlichen 15 Mio DM berücksichtigt. Diese Zinssumme entspricht einem erwartetem Akquisitionsvolumen von bis zu 600 Mio DM. Die Tilgung der Bankkredite für die Junior.TV-Beteiligung bis 2002 sowie die Rückführung der Zwischenfinanzierungen durch die spätestens im Jahr 2000 zu erwartende Platzierung der sehr viel „zinsgünstigeren“ Wandelanleihe, führen zu wieder besseren Zinsergebnissen ab dem Jahr 2001 (2001e: -25 Mio DM; 2002e: -22 Mio DM). Steuerquote Wir erwarten für 1999e eine Steuerquote im Konzern von ca. 47,0%. Diese setzt sich zusammen aus einer geschätzten EE-Steuerquote von etwa 50% und einer geringen Steuerminderung (Körperschaftssteuerminderung wegen Ausschüttung, niedrigere latente Steuersätze für ausländische Tochtergesellschaften). Die Steuerquote für die Folgejahre von 2000 bis 2002 haben wir mit konstant 48,5% angesetzt. Für diese Planjahre sind wir von konstanten Körperschaftssteuersätzen für ausgeschüttete (35%) und thesaurierte (40% nach 45% bis Ende 1998) Gewinne ausgegangen. Eine (derzeit im Zuge der Steuerreform diskutierte) Reduktion der Körperschaftssteuer auf einen einheitlichen Steuersatz von 25% für ausgeschüttete und thesaurierte Gewinne haben wir aufgrund fehlender Konkretisierung bislang nicht in unserer Planung berücksichtigt. Da EM.TV auch nach seiner internationalen Strategie weiterhin ein starkes Standbein in Deutschland behält, würde der Konzern von einer solchen Steuersenkung erheblich profitieren.

7.2 Bilanzstruktur

Die Bilanzstruktur hat sich durch die diversen externen Beteiligungskäufe und die damit verbundenen Finanzierungsverpflichtungen im Geschäftsjahr 1999 gegenüber dem Vorjahr erheblich verändert. Wir haben in der von uns prognostizierten Bilanzstruktur die erfolgreiche Durchführung der Kapitalerhöhung (10,86 Mio junge Aktien) im Oktober/November 1999 - die für den Beteiligungserwerb an der TMG, der Constan-tin Film, der Trickompany sowie Plus Licens AB notwendig waren - berücksichtigt. Darüber hinaus haben wir für eine Anfang 2000 anstehende Akquisition in den USA einen Betrag von 600 Mio DM berücksichtigt. Da das genaue Volumen, der genaue Zeitpunkt der Akquisition und die Höhe der Beteiligung (entsprechende Bilanzierung „quotal“ bzw. „at equity“) noch nicht absehbar sind, wurden diese 600 Mio DM auf der Aktivseite noch den flüssigen Mitteln zugerechnet. Trotz der stark bilanzverlängernden Akquisitionen in den vergangenen Monaten (Bilanzsumme 1999e: über 1,9 Mrd DM; +368%) erwarten wir auch 1999 eine Eigenkapitalquote von mindestens 72% (Vj.: 78%). Durch die vielseitigen Kapitalmaßnahmen 1999 (Aktiensplitt 1:25; Kapitalerhöhung) werden sowohl das gezeichnete Kapital als auch die Kapitalrücklagen deutlich über dem Vorjahr liegen und das gesamte Eigenkapital auf ca. 1,4 Mrd DM (1998: 330 Mio DM) ansteigen lassen. Aufgrund der umfassenden Finanzierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Beteiligungskäufen erhöhen sich die kurzfristigen Zwischenfinanzierungen und die mittelfristigen Bankverbindlichkeiten (Laufzeit bis zu 5 Jahre) bzw. ausstehenden Wandelanleihen (ab dem Jahr 2000). Diese von uns zusammengefasste Bilanzposition wird daher im laufenden Jahr die 20% Marke und im Jahr 2000 durch die Wandelanleihe auf eine Höchstmarke von 41,3% an der Bilanzsumme ansteigen. In den kommenden Jahren ist diese Quote aufgrund der fest vereinbarten Kredittilgungen sowie einer möglichen, sukzessiven Wandlung von Wandelanleihen rückläufig. Sie wird daher innerhalb von 3 Jahren auf unter ein Drittel der Bilanzsumme zurückgeführt (2000e: 41,3%; 2001e: 34,1%; 2002e: 27,2%) werden. Aufgrund der Aktivierung von Filmrechten und Merchandisingrechten (Junior.TV) steigen die immateriellen Vermögensgegenstände in Relation zur Bilanzsumme 1999 stark an (1998: 13%; 1999e: 32,8%).Für die Ermittlung der Abschreibungen wird grundsätzlich die vertraglich vereinbarte Laufzeit (Film- und Merchandisingrechte) zugrunde gelegt. Bei unbegrenzter Laufzeit der Film- und Merchandisingrechte wird eine Nutzungsdauer von 20 Jahren unterstellt. Zusätzlich wird das Anlagevermögen durch die Position der Finanzanlagen weiter stark erhöht. Wir gehen daher von einem starken Anstieg des Anlagevermögens in Relation zur Bilanzsumme aus (1998: 14%, 1999e: 83,9%). Dies wird sich auch in den folgenden Jahren bis 2002 auf hohem Niveau verbleiben (2000e: 66,5%; 2001e: 66,0%; 2002e: 64,7%). Wir haben diesen Relationen allerdings keine neuen Akquisitionen (insbesondere in den USA) unterstellt, so dass es hierdurch noch zu erheblichen Abweichungen in den nächsten Jahren kommen kann.
Es gibt wohl nicht nur Kirch, der Interesse an der Formel 1 hat, wie manche hier glauben machen wollen, weshalb EM.TV nach deren Ansicht früher oder später die Anteile an Kirch würde verschleudern müssen:



dpa-AFX-Nachricht

Montag, 11.12.2000, 19:10

RTL will Formel 1 behalten

BERLIN (dpa-AFX) - Der Kölner Privatsender RTL will auch über das Jahr 2003 hinaus die Formel 1-Rennen im Fernsehen übertragen. Man wage aber keine Prognose, ob dies gelingen werde. Das sagte RTL-Informationsdirektor Hans Mahr der Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagsausgabe). Mahr reagierte damit auf Äußerungen von Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1-Media AG, der nach dem Einstieg der Kirch-Gruppe in den Rechtehändler EM.TV und die Formel-1-Holding SLEC angekündigt hatte, er werde "alles tun, um die Rechte zu bekommen". Dann könnte Formel 1 auf SAT.1 laufen.

Die Formel 1-Rechte für das Free-TV liegen die nächsten drei Jahre bei RTL. Mahr sagte der Zeitung, er rechne damit, "dass nicht nur die deutschen Kartellwächter, sondern auch die in Brüssel mit großer Skepsis reagieren würden, wenn ein Medienunternehmen wie die Kirch-Gruppe praktisch alle Sportarten bei sich monopolisieren will". Er gehe davon aus, "dass sowohl die Hersteller als auch die Werbeindustrie wie auch die Formel 1-Veranstalter selbst daran interessiert sind, dass RTL diese Rechte weiter ausübt". Im Übrigen sei es fraglich, "ob die Kirch-Gruppe die benötigte eine Milliarde Mark auf den Tisch legt", um die Rechte zu übernehmen. Mahr: "Da werden sicher die Banken ein gewichtiges Wort mitzureden haben."

Der RTL-Informationschef bezeichnete die Formel 1 als eine der wenigen Spitzensportarten, "die sich noch rechnen. Das wird aber immer schwieriger, denn billiger werden die Rechte nach 2003 sicher nicht werden."

Rohner hatte am Montag das Interesse der Kirch-Gruppe am Einstieg in die Formel-1-Vermarktung bekräftigt. "Das Produkt Formel 1 ist extrem interessant und spannend für das Fernsehgeschäft", sagte er dem "Handelsblatt". Man werde alles tun, um die Rechte zu bekommen, wenn diese frei würden. ProSiebenSAT.1 wird von der KirchGruppe kontrolliert.

Die KirchGruppe übernimmt im Zuge ihrer Allianz mit dem angeschlagenen EM.TV-Konzern knapp ein Viertel der Anteile an der Formel-1-Holding SLEC. EM.TV bleibt mit gut 25 Prozent an der Gesellschaft beteiligt. Die Free TV-Rechte liegen bis 2003 noch beim Bertelsmann-Sender RTL. Anschließend wäre ein Wechsel zu SAT.1 theoretisch möglich. Die Rechte für das Bezahlfernsehen sind bereits bei der KirchGruppe (Premiere World)./DP/hü/ne/ms
Natuerlich ist die Formel-1-Vermarktung interessant. Aber hat EM.TV diese Rechte? Oder hätte EM.TV oder Kirch diese Rechte, wenn sie 75% der Aktien besäßen? Die Antwort ist eindeutig: nein.

Für die Interessenten ist doch nur die Frage, wie sie am billigsten an die Übertragungsrechte kommen. Und dafür ist eine Übernahme oder Wiederbelebung von EM.TV nicht die beste Option.

Alles andere gehört ins Reich der Fantasie.
noch mal @ gigaguru

Die Anteile an den F1-Aktien haben doch fast nichts mit den Übertragungsrechten zu tun. Darüber entscheidet - unabhängig von den Besitzverhältnissen - Ecclestone. Niemand muss EM.TV sanieren, um an die F1-Übertragungsrechte zu kommen.

Denk mal drüber nach, rv
Die TV-Rechte sind der größte Kuchen. Mit Merchandising ist fast nix zu verdienen.
„Die Anteile an den F1-Aktien haben doch fast nichts mit den Übertragungsrechten zu tun.“

Damit ist Dir der Witz des Tages gelungen, rv. Aus diesem Grund ist wohl Kirch so hinter den Anteilen her und das ist dann wohl auch der Grund für die von großer Nervosität geprägten Pressemitteilungen von RTL, drei Jahre vor Ablauf der Verträge. Die Glaubwürdigkeit Deiner offenbar geradezu abgrundtiefen Skepsis bezüglich den Zukunftsaussichten von EM.TV verleiht es sicherlich keine größere Glaubwürdigkeit, wenn Du Dich jetzt auch noch als hoffnungslos naiv outest. EM.TV kontrolliert derzeit die SELC faktisch zu 75% (wenn man die Option mit einbezieht). Es gehört schon viel Weltfremdheit dazu, wenn man davon ausgeht, dass dies für die Neuvergabe der Fernsehrechte und damit auch für den Wert dieser Anteile keine Rolle spielen wird!

Gigaguru
Das war zu viel der nicht vorhandenen Glaubwürdigkeit, „Die Glaubwürdigkeit“ wird deshalb gestrichen!

Gigaguru
SELC = SLEC! Ich hoffe, dass mein letztes – wohl nicht ausreichend sorgfältig redigiertes – Statement jetzt einigermaßen richtiggestellt ist.

Gigaguru
@ Gigagu

O si tacuisses...

Wenn Du die Verträge zwischen Ecclestone und EM.TV kennen würdest, hättest Du mit Sicherheit geschwiegen.
@Gigaguru

EM.TV ist nach wie vor nur stiller Teilhaber der SLEC/F1. Bernie darf schalten + walten wie er will. (Quelle: EM.TV)
Verträge sind doch oft nichts weiter als beschriebenes Papier. Mit den daraus resultierenden Realitäten hat das häufig jedenfalls nur bedingt etwas zu tun. Aber Du kannst gerne etwas über die Details der Verträge schreiben, da Du ja vorgibst, sie gelesen zu haben. Ich fordere Dich hiermit auf, rv, zu sagen, was Du wissen glaubst oder ansonsten zu schweigen. In letzterem Fall würdest Du dann allerdings in Gefahr geraten, der Schaumschlägerei bezichtigt zu werden!

Gigaguru
12.12.2000
EM.TV kein Kauf
Frankfurter Tagesdienst


Der Frankfurter Tagesdienst rechnet bei EM.TV (WKN 568480) mit einer anhaltenden technischen Erholung.

Bei EM.TV zeichne sich jetzt ab, dass die Tage von Vorstandschef Thomas Haffa gezählt seien. Noch vor Wochenfrist habe er beteuert, dass er sich nichts vorzuwerfen habe. Jetzt habe er doch mögliche Fehler einräumen müssen. Er wolle nur weitermachen, wenn er weiterhin das Vertrauen der Analysten und Investoren hinter sich wisse.

Am Markt sei jedoch bereits die Version bekannt, dass Dieter Hahn, der stellvertretende Vorsitzende der Kirch-Holding, die Zügel bereits in die Hand genommen habe. Außerdem wisse man jetzt, dass Haffa große Teile seiner Aktien zu Kursen über 100 Euro innerhalb der letzten drei Jahre veräußert habe.

Aktuell notiere EM.TV wieder klar über den Tiefstständen von 5,60 Euro (vergangenem Donnerstag). Die Aktie sei weiterhin kein Kauf, jedoch könne mit einer anhaltenden technischen Erholung gerechnet werden.




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@alle
Ich habe bei den heutigen Kursen von EM.TV ein paar probleme bei WO und Finanztreff sind Sie ungefaehr bei -6% bei comdirekt und consors bei + 6% , da liegt zwischen beiden Kurse eine Differenz von ca. 1 Euro.
Welche Kurse sind nun die Richtigen?

dettener
@ gigagu

Ich sage nicht alles, was ich weiß,
aber ich weiß wenigstens, was ich sage.
Ob Du immer weißt, was Du sagst, mag man dahingestellt sein lassen, rv. Ob Du bezüglich EM.TV richtig liegst, wird sich allerdings noch erweisen müssen. Ich wollte Dich nur schon einmal auf Deinen vermutlichen Irrtum vorbereiten, damit Du dann nicht zu frustriert bist!

Gigaguru
Meine Meinung zu den Zukunftsaussichten habe ich in einem neuen Thread gepostet.
Thread: EM.TV - Sanierung oder Konkurs?


von rv 12.12.00 15:01:24 3812343265 EM.TV+MERCHANDI.O.N.

Ob und wie es mit dieser Luftblase weitergeht, werden wir wohl erst in ca. 2 Monaten erfahren, wenn die Banken und Kirch nachgerechnet haben, welche Option für sie am günstigsten ist.
Bis dahin darf gezockt werden. Möglicherweise gibt es sogar noch ne kleine Zwischenrallye aufgrund von Gerüchten...

Ich sehe für Kirch und die Banken die folgenden Möglichkeiten:

1. Der Kirch-Deal kommt gar nicht mehr zustande. EM.TV meldet Anfang nächsten Jahres Konkurs an. Kirch holt sich aus der Konkursmasse, was er braucht. Damit können in etwa die Bankkredite befriedigt werden.

2. Aus den Verkaufserlösen (Kirch-Deal) werden die Bankschulden bezahlt. Wenn die Option Ecclestones fällig wird, meldet EM.TV Konkurs an und Kirch (oder jemand anders) bedient sich aus der Konkursmasse; möglicherweise werden auch vorher noch einige Stücke herausgelöst.

3. Zunächst wie 2. Dann wird mit neuen Krediten die Option eingelöst. Dafür fällt dann wieder ein riesiger Goodwill an.

3a. Kurz drauf meldet EM.TV Konkurs an. Jetzt ist ein weiterer 25%-Anteil an der Formel 1 zu Preisen verfügbar, die Kirch oder die Autoindustrie zu zahlen bereit sind.

3b. EM.TV krebst noch einige Zeit rum - und wird vielleicht sogar saniert. (Das halte ich allerdings für unwahrscheinlich, weil dann zusätzlich "unnötigerweise" die Wandelanleihe zurückgezahlt werden müsste.)

4. Die Banken kommen zum Schuss, dass EM.TV sanierungswürdig ist. Mit dem Erlös aus dem Kirch-Deal und neuen Krediten wird die Option eingelöst. Vielleicht gibt es ja sogar eine Börsenrallye und eine Kapitalerhöhung wird wieder möglich ...

5. Ein weißer Ritter übernimmt den Laden und findet die Aktionäre und Banken zu allseitiger Zufriedenheit ab.

Ich halte die Szenarien 2 bzw. 3a für die wahrscheinlichsten - schon weil dabei die Banken am besten wegkämen. Die SLEC-Anteile können von Kirch oder der Autoindustrie zu attraktiven Preisen übernommen werden - bei Szenario 2 vielleicht sogar zu attraktiven Konditionen. Schließlich verliert in diesem Fall Bernie seine Put-Option und alles darf neu verhandelt werden. Da er unbedingt verkaufen will, lässt er sich dann vielleicht auch bei der Vergabe der Übertragungsrechte von seinen Miteignern reinreden ...


Die Szenarien 4 und 5 gehören wohl eher ins Reich der Fantasie (Gigaguru träumt ja von so was). Szenario 3b ist ebenfalls unwahrscheinlich, da für niemanden attraktiv.

In jedem Fall wurde/wird der größte Teil der Zeche über die Börse bezahlt (Aktien und Wandelanleihe).

12.12.00, rv
@rrv und @gigaguru
Ich finde es recht amuesant, was ihr hier alles postet und "wisst" bzw. vermutet. Ich würde Euch jedoch darum bitten, den persönlichen Zwist via E-Mail weiterzuführen.
Danke
... wieso ? Ist doch luschtig. Giga hat sowieso Recht. Ihr werdet es schon sehen.
:D
Es gibt in dem Sinne keinen Zwist, aktien_gnom. Es wird hier lediglich aufgezeigt, dass man ein und dieselbe Sache von verschiedenen Seiten aus betrachten kann. Der eine (rv) sieht eben das Pferd, der andere (Gigaguru) das Einhorn. Richter wird die Börse sein!

Gigaguru
Falls auch die Börse kein eindeutiges Urteil fällen wird, können wir ja immer noch diese Damen und Herren anrufen:



Gigaguru
@ gigaguru

Die Börse richtet nur über den Kurs, nicht über die Zukunft der Firma! Das solltest Du nicht vergessen.

Gruß, rv

ps: Ich hab in der Tat noch nie ein Einhorn in Natura gesehen. Wo leben die denn? ;)
Das ist ein Einhorn:



Ich fürchte allerdings, dass Du ein Einhorn nur auf diesem Bild sehen kannst. In der Wirklichkeit gibt es wie gesagt diejenigen, die das Pferd sehen und diejenigen, die das Einhorn sehen. Du gehörst offensichtlich zu der ersten Kategorie. Vermutlich wirst Du nie ein lebendes Einhorn sehen können, denn nur wer auserwählt ist, wird es erkennen!

Gigaguru
189000 will jemand für 6,90 im Xetra kaufen...
Die Börse richtet schon
Geht es denn nicht ohne pathetisch-persönliche Angriffe?

Wer souverän ist, kann sachlich bleiben.

Gigaguru, was wäre denn, wenn in Eurem Streitfall das Pferd
in Wirklichkeit das "Einhorn" symbolisch darstellt? ;)

Auch in Anlehnung an Fremd- und Selbstwahrnehmung! ;)

Schöne Grüße, Red Shoes
gigagur

Welch schönes Einhorn!

Glaube trotzdem eher rv, denn Einhörner sind Fabelwesen, huch, wie passend zu Haffa! ;-))
Hab ich etwa jemals gesagt, die Aktie könne nicht zwischendurch mal steigen?
Hab ich nicht sogar von ner möglichen Zwischenrallye im Zeitraum bis Februar gesprochen?

Über die Zukunft von EM.TV wird nicht an der Börse abgestimmt, sondern in den Chefetagen von Kirch und seinen Gläubigern.
Die Entscheidung fällt in der Tat möglicherweise vor Gericht - dem Konkursgericht.

Gruß, rv

ps: Warst Du mal in New York? Da gibt es wunderschöne Einhorn-Gobelins im Museum Cloisters.
Aber mir wäre neu, wenn EM.TV dafür die Merchandising-Rechte besäße :D
wurde leider überboten
hilft nur noch was ?
der nächste will schon 49000 im Xetra für 7,10
wurde leider überboten
hilft nur noch was ?
der nächste will schon 49000 im Xetra für 7,10
Fake Geldorders sind ein beliebtes Spiel, um die Kurse zu treiben. Werden sie kurz bedient, wird die Order sofort wieder aus dem Markt genommen. Sinn & Zweck dieser Übung ist es, die Gier der Lemminge zu wecken, um den Kurs zu treiben. Solche Mega-Orders kann man auch bei anderen Werten beobachten. Pech für den Frontrunner, wenn er die Stücke auch tatsächlich bedient bekommt.
Wer für 1 Mio-Mark EM.TV kaufen will, der legt sich unten auf die Lauer und hätte sie heute Vormittag bequem 10% tiefer einsammeln können.
Laßt euch nicht ins Boxhorn jagen.:D
Ich war natürlich schon häufig in New York! Um die Gobelins bei Cloisters sollte sich einmal das New Yorker Büro von EM.TV kümmern (das sich übrigens in den Räumen der Jim Henson Company befindet). Da ich es hier jetzt geschrieben habe, gehe ich davon aus, dass die dort zeitgleich informiert werden und sofort die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um jetzt auch den Einhorn-Gobelin-Markt zu erobern.

Gigaguru
An Thomas Haffa persönlich!

Mein Vorschlag für das Logo der umfirmierten EM.TV, der Global Merchandising AG ( http://www.einhorn.de):



Gigaguru
Bernie Ecclestone zum Verkauf der Aktienmehrheit der SLEC an EM.TV:

Der Motorsport-Mogul ist überzeugt, dass der neue Eigner seiner bisherigen Vermarktungsfirma zum Jahresende an die Börse gehen wird. "Wir haben die bestehenden Bedenken der Kommission ausgeräumt und werden uns mit ihr einigen", sagte er zu einem darüber bestehenden Konflikt mit der EU-Wettbewerbskommission.

Den zwischenzeitlich erfolgten Weiter-Verkauf der überwiegenden Trust-Anteile an EM-TV, das Medienunternehmen des Münchners Thomas Haffa, lobte der gewiefte Geschäftsmann ausdrücklich: "Haffas EM-TV hat ein exzellentes Vermarktungs- und Merchandising-Konzept."

An seiner Position habe sich trotz des Verkaufs seiner Anteile faktisch nichts verändert. "Ich entscheide weiter im operativen Geschäft der Formel 1. Der Trust kann nur, wenn ich Fehler mache, mich jederzeit feuern", erklärte er. Trotz seines Alters will Ecclestone weiter machen. Nach einer schweren Herzoperation habe er nur seine Ernährung umgestellt.



Auch Berni hat sich inzwischen zu Wort gemeldet:



„EM.TV ist auf dem aktuellen Niveau nicht mehr zu teuer, nicht einmal gut bezahlt! Ich habe immer gesagt, dasss die Aktie sich mindestens halbieren wird, jetzt kann sie sich wieder verdoppeln oder mehr!“
Giga Quelle für Bernis Zitat ?? Auf jeden Fall nicht in der Actienbörse, als Leser dieser Zeitung weiß ich dies aus 100
% iger Sicherheit.

CU