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Stollwerck ... Das Schokoladenimperium - 500 Beiträge pro Seite


ISIN: NO0010096985 | WKN: 675213
20,200
10.12.18
Hamburg
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Von den Produkten genascht hat wohl schon jeder, aber wer kennt eigentlich die Stollwerck AG (WKN 728000)? Info`s in den Boards bei wo oder Consors ... Fehlanzeige! Ich habe daher einmal die spärlichen Informationen im Netz gesammelt:

www.stollwerck-ag.de
Ein optisch hervorragender Webauftritt des Unternehmens, den man wärmstens empfehlen kann.

Historie:
1. Die Entstehung von Stollwerck (1839-1971)
Im Jahre 1839 gründete Franz Stollwerck in Köln eine Fabrik für Hustenbonbons. Seit dem Jahr 1832 wurde die Produktion um verschiedene Konditorwaren erweitert und im Jahre 1841 kam mit den Stollwerck`schen Brustbonbons der entscheidende Durchbruch. Bereits 1846 hatte Stollwerck 44 Verkaufsstellen. Franz Stollwerck nutzte wie kein anderer seiner Zeit die damals mondernsten Möglichkeiten der Vermarktung. Er pries Produkte in Zeitungen an, schaltete Anzeigen in denen Ärzte die Wirksamkeit seiner Brustbonbons bejahten und nutzte die gerade gebauten Eisenbahnlinien als Vertriebsweg; im Jahre 1866 verkauften ca. 150 Bahnhofswirtschaften die Stollwerck-Bonbons.
Im Jahre 1860 wird die Produktion auf Schokolade, Marzipan und Printen erweitert. Nach dem Tod von Franz Stollwerck im Jahre 1876 führen seine fünf Söhne Stollwerck weiter. Schließlich wird Stollwerck im Jahre 1902 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, man hat jetzt Fabriken in London, Wien, Kronstadt (Basov/Rumänien, Preßburg (Bratislava) und in Stamford (USA). Alpia, wohl eine der bekanntesten Marken, wurde 1902 von Stollwerck als Markenname eingetragen.
1947 beginnt Stollwerck wieder mit der Produktion. Die Firma kann sich aber nicht recht von den Zerstörungen des Krieges und den folgenden Enteignungen im Ausland erholen und muss von der Deutschen Bank unterstützt werden. Schließlich übernimmt Dr. Hans Imhoff 1971 den angeschlagenen Konzern.

2. Die Schokoladefabriken Imhoff (seit 1948)
Im Jahre 1948 gründete Dr. Hans Imhoff in Bullay (Mosel) seine erste Schokoladen- und Zuckerfabrik. Dank des stetigen Erfolges kann Imhoff im Jahre 1964 die Firma Alprose in der Schweiz aufkaufen und im Jahre 1969 Deutschlands älteste Schokoladefabrik die Firma Hildebrand in Berlin. Im Jahre 1971 übernimmt Imhoff schließlich die angeschlagene Firma Stollwerck von der Deutschen Bank.

3. Stollwerck und Imhoff (seit 1971)
Der erfolgreiche Schokoladefabrikant Dr. Hans Imhoff übernimmt Stollwerck im Jahre 1971 und führt das Unternehmen aus den wirtschaftlichen Problemen zu neuem Erfolg. Bereits 1976 kauft Stollwerck die Firma Waldbauer (Stuttgart) mit ihren bekannten Marken. Es folgt 1979 die Übernahme einer der bekanntesten Schokoladenfirmen Deutschlands, der Firma Sprengel (gegr. 1851). Nach dem Aufkauf von Schubert (Marzipan) 1981, folgt 1982 der Zusammenschluss mit Jacques Chocolaterie S.A. aus Eupen (Belgien) einem führenden Hersteller von Tafelschokolade.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 ist Stollwerck der erste Schokoladehersteller mit einer Verkaufsvertretung in der ehemaligen DDR. Es folgt 1991 die Übernahme des größten ostdeutschen Schokoladenherstellers, der Thüringer Schokoladewerk GmbH. Es folgten weitere Übernahmen und die Expansion in den Ländern des zerfallenden Ostblocks, wo Stollwerck heute in vielen Produktbereichen Marktführer ist. Stollwerck kaufte in den letzten Jahren weitere Firmen auf. Der wohl bedeutenste Einkauf aber war der Erwerb der Traditionsmarke Sarotti vom Nestlé Konzern 1997. Den berühmten Sarotti-Mohr kennen wohl die meisten Schokoladenfans. (Quelle: http://www.theobroma-cacao.de/personen/stollwerck.htm )

Marken (heute):
Alpen Gold, Alpia, Alprose, Eszet Schnitten, Gubor, Jacques, Kernbeißer, Sarotti, SCHO-KA-KOLA, Sprengel, Stollwerck, Waldbaur

Anteilseigner:
94,77% Imhoff Industrie Holding GmbH
5,23% Streubesitz

Gezeichnetes Kapital 40,00 Mio. DEM
Marktkapitalisierung: 264 Mio. EUR
Kurs am 09.02.in Frankfurt: 334 €

Chart: Sieht zur Zeit sehr interessant aus, riecht etwas nach Bodenbildung. Bitte einfach mal den 3 Jahreschart z.B. bei Onvista aufrufen. (Kann mal jemand bei Gelegenheit kurz reichen, wie man Charts in das Posting einbindet? Habe jetzt keine Lust, mir im WO-Dschungel die Anleitung dazu rauszussuchen)
ACHTUNG: Auf Grund des geringen Streubesitzes, keine allzu großen Umsätze, aber wenigstens gehen täglich einige Stücke um. Ich habe auch noch nicht genau herausfinden können, was den Abwärtstrend der letzten Monate verursacht hat. (Schlechte Aussichten für die Sckokoladenbranche Mitte 2000?)
Zudem sollte man Charts bei solchen Nebenwerten sicher nicht zur Grundlage von Anlage-Entscheidungen machen.

Ein weiteres Kernproblem findet sich im IMUG-Unternehmenstest beschrieben: "...Stollwerck muß nach den Erkenntnissen des Unternehmenstesters als informationsverschlossen eingestuft werden. Das liegt nicht allein daran, daß Stollwerck die imug-Unternehmensbefragungen 1993 und 1994 incl. aller weiteren Kontaktversuche komplett ignoriert hat - auch sämtliche anderen uns bekannten externen Anfragen blieben unbeantwortet. Immerhin wird der auf gesetzlicher Basis veröffentlichte Geschäftsbericht auf Anfrage zugestellt..."
Sicherlich ein "Verdienst" des Unternehmenspatrons Imhoff. Eben ein Firmenchef alter Schule. Da er bereits 78 Jahre alt ist, wird früher oder später ein Nachfolger Stollwerck lenken ... dann mit offenerer Informationspolitik???
Immerhin heißt es bei den IMUG-Testern zum Thema Verbraucherinteressen:"...Die Qualität der Unternehmensreaktion auf Verbraucheranfragen wird vom Unternehmenstester mit gut bewertet..."

Die umfassendsten Infos zur Stollwerk AG findet man übrigens nicht im Börsenbereich, sondern bei der "Lebensmittelzeitung" (http://www.lz-net.de/marketfacts/firmenprofile/topi051.html#Aktienanalyse)
Hier habe ich auch die aktuellste verfügbare Meldung der Stollwerk AG gefunden:

25. Januar 2001
Stollwerck legt satt zu

Kölner verfehlen 2000 zweistellige Steigerungsrate nur knapp

LZ|Net. Mit einem Umsatzwachstum von leicht unter 10 Prozent hat die Kölner Stollwerck AG das vergangene Jahr abgeschlossen. Vor allem das Auslandsgeschäft entwickelte sich dem Konzernvorstand zufolge erfreulich.

Dies teilt jetzt Absatzvorstand Hans-Werner Grieme mit. Noch im Frühherbst des vergangenen Jahres hatte der Manager zweistellige Zuwachsraten im Konzern erwartet, nachdem bereits bis September das aufgelaufene Umsatzplus erreicht hatte. Doch dann drückte das enttäuschende Geschäft im Monat Dezember das Gesamterggebnis nach unten. Mit einem Plus auch unter 10 Prozent hat der Stollwerck-Umsatz damit 1,4 Mrd. DM überschritten.

Das Haupt-Geschäft machen die Kölner trotz der erheblich gesteigerten Auslands-Aktivitäten immer noch in Deutschland. Etwa 60 Prozent der Erlöse entfallen auf die Bundesrepublik. Die sattesten Steigerungen erzielte dagegen die russische Stollwerck-Tochter, die vor Ort in der Nähe von Moskau produziert. Laut Grieme kletterten die Erlöse der Gesellsschaft zweistellig.

Als eine der Haupt-Aufgaben des vergangenen Jahres im Inland bezeichnet Grieme "die Markenpflege wie auch die Preisoptik für Sarotti-Produkte". Vor allem bei der Tafelschokolade sei es dem Unternehmen gelungen, durch Preiserhöhungen auch die Wertigkeit der Marke zu steigern.

Wesentlich Weitergekommen

Insgesamt sei das Unternehmen mit der Markenentwicklung bei Sarotti ein wesentliches Stück weitergekommen. Hier sehen die Kölner auch für die Zukunft noch eines der wichtigsten Betätigungsfelder. Zudem will Stollwerck sich auch verstärkt auf den Ausbau des Markengeschäftes mit Alpia und Sprengel konzentrieren.

Auf der Internationalen Süßwarenmesse wollen die Kölner dazu gleich mehrere Neuheiten vorstellen. Im Bereich des Marken-Sortimentes konzentriert sich die Werbung allerdings fast ausschließlich auf Sarotti. Sprengel und Alpia sollen hingegen gezielt im Handel durch Verkaufsförderung unterstützt werden.

Positiv entwickle sich auch das Geschäft mit den beiden Kooperationspartnern Delacre und Manner. Hier zeichneten sich für "die Zukunft noch sehr interessante Perspektiven ab".

Zu Gerüchten, der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hans Imhoff habe sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Unternehmen zurückgezogen, wollten weder Grieme noch Hans Imhoff jr. näher Stellung nehmen. Allerdings räumen die beiden ein, dass sich der 78-jährige Konzern-Hauptaktionär auch bedingt durch vorübergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen stärker ins Privatleben zurückgezogen habe. Den Großteil seiner Geschäfte führe er inzwischen von zu Hause aus. Mit einem intakten Vorstand sei der Kölner Konzern ohnehin nicht führungslos...


ERSTER EINDRUCK: Ein solides Unternehmen scheint die Probleme in Osteuropa verdaut zu haben und auf dem Weg zu alter Stärke zurück zu sein.
Ich würde mich freuen, wenn es Stollwerck-Aktionäre/-Interessenten unter Euch gibt, die weitere Infos beisteuern können. Insbesondere würden mich auch Aussagen zur Grundstücks- und Immobilien-Substanz des Unternehmens interessieren. Die meisten aufgekauften Unternehmen gab`s ja schon im letzten Jahrhundert...

P.S. Auf der alljährlichen HV Ende Mai herrschen Zustände wie bei der HV eines DAX-Wertes. Zuletzt kamen 3.000! Aktionäre zur HV und nahmen ihr obligatorisches Schokopaket in Empfang ... und daß bei nur 5% Streubesitz!!! :)

schönes Wochenende Euch allen
Fabrizio
Hallo LeFrabizio,

bitte mail mich doch mal unter m.schrade@gsc-research.de an, Stichwort LeFabrizio.

Danke!

Gruß Matthias
hallo fabrizio,

freue mich, dass du einen stollwerck-thread installiert hast.

im frühjahr letzten jahres habe ich mich bemüht, einige aktien ins depot zu bekommen.
dies ist mir zwei monate nicht gelungen.
ich denke auch, dass es sich hier um ein grundsolides unternehmen handelt. zwischenzeitlich hat sich der kurs jedoch, ich glaube, halbiert.
heißt das nun, wir haben hier einstiegskurse?
ich bin vorsichtig.

im kölner stadtanzeiger konnte man lesen, dass die "junge" generation nun das steuer in die hand nimmt. das ist sicher richtig und verständlich. ich möchte aber erst einmal die neue kursrichtung kennen lernen.
ein wenig enttäuscht war ich im letzten jahr, als man meinem wunsch nach einer gastkarte für die jahreshauptversammlung ablehnte. mein interesse galt schon damals der neuen "jungen" kursrichtung...

naja, einen weiteren versuch stollwerck zu ordern werde ich nicht unternehmen, vor allem deshalb nicht, weil ich glaube, dass es bessere alternativen gibt. ein wenig beruhte mein interesse in ein kölner unternehmen zu investieren. ich weiss natürlich, dass dies nicht unbedingt sinnvoll ist ;), aber jede hat so sein hobby :laugh: und ich esse halt schrecklich gerne süßes und dann noch in köln....

spaß beiseite, das neue management muss hier erst einmal überzeugen.

ich schau mir jeden tag den kurs an, und ein wenig bedaure ich die richtung. trotzdem bin ich heute froh, dass ich weder aktien noch gastkarte erhielt ;)

hast du jemals versucht infos von stollwerck zu erhalten?

liebe grüße
triuls

ps. ich bin übrigens alternativ in eine andere kölner AG eingestiegen, GAG köln.
An welchem Börsenplatz sind denn die "gröten" Umsätze??

DUS? Vielen Dank für Eure Hilfe,mfg, Bella
@ LeFabrizio

Vielen Dank für Deine ausführliche Zusammenstellung! Leider ist die Stollwerck AG wirlich nicht sehr informationsfreudig. Mehr als Geschäftsberichte kann man da auch bei gutem Zureden nicht bekommen.

Vor ein paar Monaten lief im Fersehen (West 3 ??) ein ausführlicher Beitrag über an alten Herrn Imhoff. Auf sein mögliches Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat und dem Unternehmen und einer möglichen familieninternen Nachfolgeregelung angesprochen, äußerte sich Imhoff sehr nachdenklich: "Das ist ein Problem". Diese Äußerung war wohl auf seinen im Vorstand sitzenden Sohn bezogen. Es scheint, als würde der Senior, Unternehmer mit Leib und Seele, niemandem außer sich selbst die Führung des Unternehmens zutrauen. Wie auch immer, mir ist diese Sorte Aufsichtsrat oder Vorstand lieber als Windlinge wie Haffa oder Beuttenmüller.

Hauptversammlung (hoffentlich wieder unter dem Bewährten Vorsitz des Hans Imhoff) ist am 1. Juni 2001 in Köln.

Grüße,

Lahusen
@Bella: In Düsseldorf sind die größten Umsätze. Weshalb aber oftmals ziemlich krumme Kurse hinterm Komma zustandekommen und wer was damit bezweckt, vermag ich leider nicht zu beantworten.

@triuls: Der Blickwinkel auf die junge Generation bei Stollwerck ist natürlich sehr interessant. Falls mal irgendjemand auf die Idee kommen sollte, alle stillen Reserven offenzulegen (Grundstücke etc.)...
Fakt ist jedoch, daß momentan nicht damit zu rechnen ist. Außerdem sitzt ja wohl ein Imhoff-Sohn im Vorstand ... ob der IR später anders auffaßt als sein Vater?
Falls GAG und TAG jemals ins Geschäft kommen sollten, können wir das Thema Stollwerck gern mal auf einer HV durchkauen ... ;)

P.S. Wirklich niemand hier, der uns ein paar versteckte Fakten zu Stollwerck verraten kann?

mfG Fab
hallo LeFabrizio,

bin sowohl in TAG als auch in GAG investiert ;).

wäre diesen monat gern zur ao.HV nach tegernsee gereist, habe statt dessen karneval in köln gefeiert :).

bei stollwerck ist es mir auch mit engelsgeduld nicht vergönnt gewesen, die damen des sekretariats weichzuklopfen.
keine unterlagen, kein ticket...vielleicht sollte ich mir ein stück aktie kaufen und es machen wie mister klein bei der TAG. hatte viel spaß beim lesen der diversen threads.

ich glaube, bei der TAG + bei der GAG sind wir besser aufgehoben.

würde mich freuen, dich demnächst in köln oder münchen bei einer der hv´s kennenzulernen.

liebe grüße
ute
Hallo, Schoko-Fans
ich habe einen sehr interessanten Artikel über Stollwerck
gefunden unter www.share-infos.de und stelle den mal hier
rein... viel Spass beim Lesen... ich find den Typen supercool...

Auf den Spuren der STOLLWERCK AG

Die Ostergeschichte des Herrn Emil Kränzlein


Liebe Freunde, sehr geehrte Leser der Share-Infos,



wie schnell doch die Zeit vergeht. Der eine oder andere treue Leser dieser Informationspostille mag sich noch an mich erinnern, denn seit meinem letzten und beschwerlichen, aber sehr
erholsamen Ausflug nach CARTHAGO ins Reich der Phönizier ist schon etwas Zeit ins Land gezogen. Heute melde ich mich bei Ihnen zurück. Passend zur Osterzeit habe ich mich auf die
Spuren der Stollwerck AG gemacht, einem Schokoladenimperium im Weltformat und klangvollen Namen im Sortiment.



Für diejenigen unter Ihnen, die mich nicht mehr kennen, Ihr Gedächtnis im Gewittersturm der Weltbörsen verloren haben oder einfach noch zu jung sind, um meine frühen Anekdoten aus der
Wirtschaftswelt gelesen zu haben: Mein Name ist Kränzlein, Emil Kränzlein. ehemals Bürstenfabrikant im Dienste seiner Majestät, den Königen von Bayern.



Ich war Bürstenfabrikant im Mittelfränkischen (Bürstenfabrik Emil Kränzlein AG, Erlangen; lange Unternehmenstradition), doch habe ich mich nach dem Verkauf meines Unternehmens an
neue Verwalter (CRANZ.NET AG) auf`s "Altenteil" – welch ein ehrverletzendes Wort - zurückgezogen. Doch wer denkt, ich raste, irrt gewaltig. Endlich habe ich wieder etwas mehr Zeit und
kann mich den schönen Dingen des Lebens widmen. Neben meiner preisgekrönten Rosenzucht ist dies v.a. das Musizieren in Vereinen sowie der Schützensport im Kreis von verdienten
Kameraden (WW I und WW II-Veteranen). In zahlreichen Vereinen kümmere ich mich ehrenamtlich um den Dialog der Generationen und das Miteinander von Jung und Alt. So kann ich den
"jungen Wilden" – zu denen ich Ende des 19. Jahrhunderts auch noch gehörte – etwas von meiner Erfahrung mit auf ihren Lebensweg geben. Seit kurzem bin ich Zweiter Kassenprüfer des
Verschönerungsvereins "Unser Dorf soll schöner werden e.V." und Jugendbeauftragter des örtlichen Isetta-Automobilclubs. Auch die örtliche Innung der Barbiere unter ihrem Vorsitzenden
Ottmar "Die Klinge" Schnitzer hat mich als ehemaligen Monopolzulieferer in ihren Beirat aufgenommen und für die Verdienste um die fränkische Friseur-Wirtschaft mit der "silbernen Schere"
ausgezeichnet.



Trotz all dieser Ehrungen bin ich ein bodenständiger und bescheidener Mensch geblieben. Meine Wurststulle (Weißbrot mit Leberkäse oder Blutwurst) schmiere ich noch am liebsten selbst und
wenn es das Portemonnaie des Bürstenfabrikanten a.D. erlaubt, wandere ich im Kreis der Familie oder gehe auf große Fahrt. Gerne erinnere ich mich an interessante Ausflüge: Der mühevolle
Pilgermarsch nach Altötting (ESTERER AG), die Zeit-Reise an den malerischen Tegernsee (TAG Tegernsee), die Hamburger Hafenrundfahrt mit Hindernissen (WCM AG) oder unterwegs mit
Heidi in der Schweiz (MAAG Holding AG)...! Das waren noch Zeiten, damals...Erinnern Sie sich?



Auch wenn mich oft das Fernweh packt, ist es zu Hause doch am Schönsten. Meiner geliebten Heimat Mittelfranken bin ich daher bis heute eng verbunden, auch oder gerade weil ich den
kantigen und knorrigen Menschenschlag in dieser Region sehr schätze. Deshalb bleibe ich zu Ostern auch zu Hause und schließe mich nicht den Wandervögeln an, die jetzt wieder immer in alle
Richtungen ziehen und die Fernstrassen hier im Süden blockieren.



Nun – kurz vor Ostern - bin auch ich aus dem langen Winterschlaf erwacht. Zuerst war ich einige Zeit in CARTHAGO, ehe ich noch einige Wochen im JOD- UND THERMALBAD
ENDORF AG im Süden Bayerns zur Kur verweilte.



In den alles andere als spartanisch eingerichteten Wüstensanatorien Carthagos habe ich – wie erhofft – den Duft der Jugend inhalieren und meinen HORIZONT während der Wintermonate
abermals erweitern können. Jetzt fühle ich mich wiedererstarkt für neue Abenteuer, die ich zuletzt als 90 Jähriger ohne hausärztlichen Beistand durchstehen konnte und von denen ich Ihnen
heute – pünktlich zur Osterzeit - berichten möchte...


Doch alles schön der Reihe nach. Die Osterzeit ist für meine Urenkel und Enkel neben Weihnachten die schönste Jahreszeit, denn das Ritual der gemeinsamen Eiersuche ist fester Bestandteil
der österlichen Traditionen im Hause Kränzlein.



Seit einigen Jahren musste ich leider – auch auf Rat meines Hausarztes – auf die aktive Teilnahme an dieser schönen Tradition der Ostereiersuche verzichten. Ein Rückenleiden, Spätfolgen eines
Unfalls mit einem russischen Transporttrupp anno 1916 in der Nähe von Warschau, machten das häufige Bücken und Aufheben von Gegenständen im Alter oft zur Qual.



Wie gerne wäre ich dabei gewesen, denn noch gut kann ich mich an meine eigene Jugend erinnern, die stark von den preußischen Einflüssen mütterlicherseits geprägt war. Damals hatten die
Osterhasen noch blaue Matrosenanzüge an und hörten meist auf die Namen Wilhelm oder Fritz... Manche sind sogar mit einer Pickelhaube durch die Wälder gehopst und einem flotten Liedlein
auf den Lippen. Zwischen Zeitungsstapeln und in Blumenvasen entdeckte man Ostergrüße aus Tsingtao oder Miniaturausgaben des aktuellen Panzerkreuzers und auch sonst war für Spiel,
Spaß und Spannung stets gesorgt.



Carthago und dem Wüstensanatorium sei Dank, ich habe meine Jugendlichkeit wieder. Fortan ist das Bücken nicht länger ein Problem und ich bin sehr optimistisch, in diesem Jahr erstmals seit
1975 wieder auf Ostereiersuche mit den Urenkeln gehen zu können.



Um nichts dem Zufall zu überlassen, hatte ich vor einigen Tagen einen geheimen Probedurchlauf in der Eiersuche absolviert. Meine liebe Frau versteckte die Schokoladeneier und
Schokoladentafeln zwischen Werkbänken, im Geräteschuppen und im Gemüsegarten. Ein weiteres Osternest – bestehend aus köstlichen Nougat- und Krokanteiern und einer
Vollmilch-Schokoladentafel– entdeckte ich erst nach mehr als dreistündiger Suche zwischen meinen Rosenbeeten.



Erst ein gezielter Hinweis meiner Frau machte mich überhaupt erst auf das Nest im Rosenbeet aufmerksam. Stellen Sie sich nur diese Peinlichkeit vor, wenn die Urenkel dabei gewesen wären...
Ich will lieber nicht über ein solches Szenario nachdenken. Warum habe ich dieses Nest so spät gesehen, fast übersehen?



An meinen Augen kann es nicht gelegen haben, da ich erst vor 26 Jahren eine neue Brille bekommen habe. Den wahren Grund aber hatte ich schnell gefunden: ALPIA! ALPIA ist der Name
einer in rosa-lila gewandeten Schokoladentafel, die - wie ein Soldat im Tarnanzug - in meinem ebenfalls lila gefärbten Zierrosenbeet lauerte. Die Tarnung war so perfekt, ich konnte die Tafel
nicht entdecken...



Die ganzen anderen Schokoladenprodukte – welche ich aus ihren Verstecken zog - trugen wohlklingende Namen wie GUBOR, ESZET, ALPROSE, SAROTTI oder SPRENGEL und leuchteten
unübersehbar in allen Farben des Regenbogens zwischen dem satten Rasengrün und den kräftigen Brauntönen des fränkischen Mutterbodens. Ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen für
einen alten Mann auf der Suche nach dem verlorenen Jugendglück...



Die Neugier des Unternehmers in mir war urplötzlich geweckt! Wer oder was steckt eigentlich hinter diesen ganzen Markennamen? Nie zuvor hatte ich beim Schokoladenkauf auf
Markennamen geachtet, denn meine Schokotafeln, Hasen, Nikoläuse oder Ostereier mussten einfach gut und preiswert sein. Nun machte ich mich auf die Suche, um die Hintergründe von
GUBOR, ALPIA, STOLLWERCK, ALPROSE, SAROTTI oder SPRENGEL zu entdecken. Doch wo fangen Sie an mit der Suche, wenn Sie nicht wissen, wo all diese Firmen einzuordnen
sind? Ich beschloß, den Einzelhändler Hans Spar vom Eckkaufladen um seinen Rat zu bitten. Oder wollten Sie etwa die Verkäuferin bei Ihrem WAL MARKT nach den wirtschaftlichen
Hintergründen am deutschen Schokoladenmarkt fragen? Nein, hierfür benötigt man Expertenwissen...



Hans Spar, ein gewiefter und alter Fuchs im Lebensmittelgeschäft, konnte sich an verschiedene Artikel aus einer Wirtschaftszeitung erinnern und fing mit dem Erzählen an. Demnach sind
ALPIA, STOLLWERCK, WALDBAUR, ESZET, SCHOKA-KOLA, ALPROSE, JACQUES, SAROTTI und SPRENGEL einige Markenschokoladen der börsennotierten STOLLWERCK
AG. Die in Köln ansässige und bereits 1839 gegründete STOLLWERCK AG AG gehört mit einem Jahresumsatz von 1,3 Milliarden DM (1999) zu den größten europäischen Herstellern von
Tafel- und Hohlkörperschokoladen (z.B. Osterhasen, Weihnachtsmänner, etc.), Pralinen, Erfrischungsstäbchen und anderer Schokoladenspezialitäten. Die Schokoladenprodukte werden
vorwiegend im nationalen und internationalen Lebensmittelgroßhandel vertrieben.



Mein Herz schlug plötzlich höher. All diese Marken unter einem Dach? Das hatte ich nicht erwartet! Mit manchen dieser Namen verbinde ich schöne private und geschäftliche Erinnerungen,
die zum Teil schon einige Jahrzehnte zurückliegen. Können Sie sich auch noch an die legendären Erfrischungsstäbchen aus dem Hause SPRENGEL erinnern? Bereits seit den 50er Jahren wurde
diese klassische Schokoladenspezialität mit Orange- oder Zitronencreme in Hannover produziert. Auch ich habe diese köstliche Erfrischung oft in schwierigen Sitzungen auf kleinen
Nierentischen in das Verhandlungszimmer rollen lassen. Daraufhin lockerte die Stimmung ungemein auf und manches lukrative Bürstengeschäft konnte ich so für mich entscheiden... Wie ich
übrigens von meinen Urenkeln erfahren habe, sind diese zeitlosen Stäbchen auch gerade "Kult" in der jungen Generation...Ende Juni 2001 soll die unrentable Schokoladenfabrik SPRENGEL in
Hannover aber geschlossen und die Produktion innerhalb des Konzerns verlagert werden, nur der Markenname bleibt noch erhalten.



Hans Spar weiß noch mehr zu berichten. Großaktionär der STOLLWERCK AG ist der Kölner Mäzen Dr. Hans IMHOFF über die IMHOFF INDUSTRIE HOLDING GmbH, ein rheinisches
Original, der auch in der jüngst im Manager-Magazin veröffentlichten Liste der 100 reichsten Deutschen zu finden ist. Dr. IMHOFF gehören 95% des Schokoladenimperiums, das an der Börse
aktuell mit knapp 500 Millionen DM (800.000 Aktien im Nennwert von je 50 DM, aktueller Kurs 330 Euro) bewertet wird. Aus der rheinischen Schokoladenfabrik ist in den letzten unter der
Regie von Dr. IMHOFF ein internationales Großunternehmen geworden, das über Zukäufe und Akquisitionen mittlerweile auf nahezu allen wichtigen Märkten vertreten ist. In der Schweiz –
dem Heimatland der Schokolade – verdient die STOLLWERCK AG mit ALPROSE ihr Geld. In Belgien sind die Rheinländer seit der Akquisition im Jahr 1982 mit der Marke JACQUES sehr
erfolgreich vertreten. Beide Marken sind auch in Deutschlands Ladenregalen erhältlich. In Frankreich, Italien und Spanien wurden STOLLWERCK-Vertriebsniederlassungen gegründet und auch
in China, Japan und den USA werden STOLLWERCK Produkte verkauft. Dr. IMHOFF`s Steckenpferd aber sind die noch jungen und wachstumsstarken Märkte Osteuropas, die es in einem
frühen Stadium zu erschließen gilt.



So erwarb die STOLLWERCK AG bereits 1992 – nur wenige Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhangs- mit der Schokoladen- und Keksfabrik QUINTIE KFT eine erste Fabrik in Budapest.
Das Investitionsvolumen lag bei 100 Millionen DM. Mittlerweile ist die STOLLWERCK AG uneingeschränkter Marktführer auf dem ungarischen Schokoladenmarkt



Schlag auf Schlag ging es weiter:1995 eröffnete die STOLLWERCK AG eine Schokoladenfabrik in Poznan, Polen. Mit der Marke ALPENGOLD und einem Investitionsaufwand von 44 Mio.
DM ist die STOLLWERCK AG auch hier zum Marktführer geworden. Das Werk wirft mittlerweile hohe Gewinne ab.



Das vorläufige Meisterstück von Dr. IMHOFF – die Erschließung des riesigen russischen Marktes - sollte mit der im Dezember 1996 fertiggestellten Schokoladenfabrik in Pokrov in der Nähe
von Moskau vorangetrieben werden. Anläßlich der Fabrikeinweihung– einem der Pionierprojekte deutsch-russischer Kooperationen im Wirtschaftsbereich - folgten mit dem ehemaligen
deutschen Außenminister Klaus Kinkel und seinem russischen Amtskollegen Primakov zwei führende europäische Staatsmänner den Ruf IMHOFF`s in die russische Provinz. IMHOFF hatte
die Russland-Rechnung zunächst jedoch ohne die Wirte gemacht, die im Kreml saßen. Die Russlandkrise des Jahres 1998 führte zu hohen Verlusten in der Bilanz der STOLLWERCK AG. Um
den Aktionären aber einen Dividendenausfall zu ersparen, griff Großaktionär IMHOFF über die Imhoff Industrie Holding GmbH, Köln großzügig in seine Privatschatulle – von 30 Millionen
DM ist die Rede – und glich die Bilanz zum Wohle der Aktionäre und zur Wahrung seiner "eigenen Reputation in der Branche und in Köln" (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom 30.01.1999)
aus. Ein solches Unternehmerverständnis dürfte in der Wirtschaft nicht mehr oft zu finden sein...



Zwischen einigen Salatköpfen in der Schaufensterauslage entdeckte Spar eine alte Ausgabe der Lebensmittelzeitung vom Juni 2000, die sich zufällig auch dem Thema STOLLWERCK AG
widmete. Er wischte die Salatschneckenspuren vom Deckblatt und blätterte nach dem Artikel.



"Schau´ Emil, ein HV-Bericht vom letzten Jahr!" Interessiert wandte ich mich von der Bild-Zeitung ab, die über eine junge Romanze eines alternden Popstars in einem Teppichgeschäft
berichtete.



"Stollwerck hat 1999 den Turnaround geschafft, da die 98er Probleme mit der russischen Schokoladenfabrik als Folge der Russlandkrise endlich beigelegt werden konnten. Die STOLLWERCK
AG arbeitet seither wieder profitabel und hatte 1999 auch einen deutlich erhöhten Jahresüberschuß von 30,2 Millionen DM aus eigener Kraft erzielt. Weiter heißt es in dem Artikel, daß die
jährliche Hauptversammlung der STOLLWERCK AG Kultstatus habe, da der Aufsichtsratsvorsitende Dr. IMHOFF in launiger Büttenredner-Manier über die Geschäftsentwicklung
schwadroniert und Karnevalstimmung verbreitet. Im Jahr 2000 folgten 3 000 Kleinaktionäre IMHOFF`s Ruf und pilgerten in den Kristallsaal der Köln-Messe." Ich war begeistert. Eine
Hauptversammlung, bei der die Großaktionäre in die Bütt steigen, gibt`s nicht oft. Meist sind es doch die Kleinaktionäre, die an dieser Front für Stimmung sorgen...



Hans Spar lachte laut auf, als er die Einschätzung IMHOFF`s zum Ausblick und zur Geschäftsentwicklung 2000 las. "Wenn der Teufel nicht neben die Tür scheißt, kriegen wir ein gutes
Geschäftsjahr!" Das saß. Auch ich musste schmunzeln.



"Der Finanzvorstand Friedrich teilte den Aktionären auf der letzten HV mit, daß man das Jahr 2000 mit einem – ich zitiere die LEBENSMITTELZEITUNG – deutlich über dem Vorjahr
liegenden Ergebnis abschließen werde."



Das ließ mich aufhorchen. Besser als das eigentlich schon gute 99er Ergebnis? Kritisch, wie ich nun einmal von Haus aus bin, hakte ich nach. "Wo soll diese Ergebnissteigerung denn
herkommen? Noch sind keine offiziellen Zahlen veröffentlicht...!"



Hans Spar wusste auch hierauf eine Antwort: "Das Russland-Geschäft soll sich offenbar prächtig entwickeln. IMHOFF sagte seinen Aktionären bereits auf der letzten HV, daß Russland die
beste Firma im Konzern sei und sich zum Musterknaben entwickelt habe. Vorteilhaft sei dabei, daß in Russland mittlerweile hohe Importsteuern auf westliche Konsumgüter erhoben werden.
Da die STOLLWERCK RUS aber im Land selbst produziere und zudem einigen hundert Mitarbeitern Brot und Arbeit gebe, ist die Gesellschaft von diesen Einschränkungen nicht betroffen
und muß zudem westliche Konkurrenz nicht fürchten. Die STOLLWERCK AG sei hier auf einem guten Weg, die Marktführerschaft weiter auszubauen und vom hohen Wachstum des
russischen Marktes zu profitieren."



Die Produktion des russischen Werkes lag 2000 bei ca. 29.000 t jährlich. 300 Mitarbeiter wurden in Pokrov beschäftigt. Mit dem Hauptprodukt, der 100g-"Alpengold"-Tafeln, ist die
STOLLWERCK AG Marktführer (30%) auf dem russischen Schokoladenmarkt, der nach Einschätzung von Marktbeobachtern eine sehr gute Zukunft haben soll. Neben konventionellen
Schokoladetafeln gehören Wodka-Pralinen zu den Rennern in dem Land und werden – in der Aufmachung an Landestraditionen orientiert – vermarktet.



Das Werk in Pokrov arbeite aktuell an der Kapazitätsgrenze und soll daher im Verlauf des Jahres 2001 erweitert werden, um die Produktion auf 35.000 t oder 20% zu erhöhen. Zunächst wird
eine weitere Produktionslinie für die Produktion von 4 000 t Luftschokolade und 2 500 t kleinen Schoko-Riegel im Jahr eröffnet. Die Investitionskosten dieses Projekts werden bei etwa 3 Mio.
DM liegen. Die russische Finanzverwaltung hat den deutschen Investoren auch erhebliche Steuervergünstigungen zugesichert.



Bis Ende 2001 wird die STOLLWERCK AG dann eine weitere Süßwarenfabrik in Pogrov errichten, um die Produktion von Schokolade nochmals um jährlich 30-35% zu erhöhen. Das
Investitionsvolumen für dieses Projekt ist bei 32 Mio. DM angesiedelt.



Hans Spar konnte noch eine Anekdote von Herrn Dr. IMHOFF nachreichen, die dieser den Aktionären auf der letztjährigen Hauptversammlung berichtete. Auf die Frage warum es in Russland
lange nicht vorangegangen sei, antwortete IMHOFF, daß sich der deutsche Schokoladen-Topmanager vor Ort "zunächst das teuerste Auto gekauft" habe, dann "die schönste Sekretärin
engagiert" und "nie vor zehn Uhr bei der Arbeit erschienen sei, um nicht von den Vertretern belästigt zu werden". So etwas könne nicht "ohne Folgen" bleiben".



Wie es der Zufall wollte, betrat just in diesem Moment ein elegant gekleideter Herr den kleinen Laden von Hans Spar. Der Mann stellte sich uns als Geschäftsmann vor und wünschte eine
genaue Wegbeschreibung in den Forchheimer Forst. Nachdem ich ihm diese gegeben hatte, brauste er in einem schnellen Mercedes mit schwarzem Kennzeichen und weißer Schrift auch schon
davon...



Welch ein merkwürdiger Vorgang. In der Eile hatte er dabei einige osteuropäische Wirtschaftsblätter und internationale Finanzzeitungen bei Hans Spar auf der Wursttheke liegen lassen.
Neugierig schauten wir nach. In einem dieser Blätter (DAILY BUSINESS REPORT, INTERFAX NEWS AGENCY) vom 27. 02.2001 erlebten wir dann eine faustdicke Überraschung: Dort
war zu lesen, daß die Vorsteuergewinne der russischen STOLLWERCK-Tochter im Jahr 2000 um sagenhafte 150 % (!) angestiegen sind und jetzt bei umgerechnet etwa 23 Mio. DM (300 Mio.
Rubel, Wechselkurs ca. 1DM:13Rubel) liegen. Die Umsatzerlöse in Russland lagen bei über 150 Mio. DM, entsprechend ca. 2 Mrd. Rubel. Aufgrund steuerlicher Vergünstigungen sollte sich
auch der Nach-Steuer-Gewinn sehen lassen können.



Hans Spar denkt nach: "Das heißt doch, daß der 99er-Jahresüberschuß von 30 Mio. DM im Jahr 2000 schon fast alleine in Russland erwirtschaftet wurde. Rechnet man dann noch damit, daß
auch in Polen und Ungarn wieder sehr gut verdient wurde, wird der STOLLWERCK-Konzern das letztjährige Ergebnis wohl tatsächlich übertreffen und seine Aktionäre mit einem höheren
Gewinn je Aktie überraschen. Bei einem diesjährigen Überschuß von vielleicht 40 Mio. DM läge das 2001 KGV aktuell bei 12. Bei einem weiter deutlich zweistelligen Wachstum in Osteuropa
und einem weiter guten Ergebnis auf den mitteleuropäischen Märkten könnten wir im Jahr 2002 ein einstellige KGV erreichen. Dann erscheint mir die Aktie als nicht zu teuer. Immerhin
notierte die STOLLWERCK Aktie Mitte 2000 um den HV-Termin noch bei 650 Euro und hat sich jetzt auf 330 Euro vergünstigt"



Hans Spar könnte recht haben, doch waren meine Gedanken in diesem Moment woanders. Eine noch in den Regalen liegende März 2001-Ausgabe des MANAGER MAGAZINS hatte mein
Interesse geweckt:



Das Magazin für anspruchsvolle Führungskräfte spekulierte dort, daß die STOLLWERCK AG wegen gesundheitlicher Probleme des Mehrheitsaktionärs Dr. IMHOFF möglicherweise
verkauft werden soll und schon bald vor einem Eigentümerwechsel steht. Der 78-jährige IMHOFF, so der Pressebericht, hätte sich wegen eines Schlaganfalls aus der Firma etwas
zurückgezogen und gehe der Arbeit von zu Hause aus nach. Weiter will das Manager Magazin erfahren haben, daß der IMHOFF-Vertraute Hans Rolf ein Verhandlungsmandat zum Verkauf des
Familienaktienpakets von 95 % habe. Als Kaufinteressent wurde der Bergisch-Gladbacher Unternehmer Willibert Krüger (60) genannt, dessen Firma in Bergisch-Gladbach mit Instant-Kaffee
und –Kakao sowie Pharmaprodukten und Süßwaren rund zwei Milliarden Mark umsetzt. Krüger soll das Vertrauen IMHOFFS besitzen. Meiner Ansicht nach ist davon auszugehen, daß
IMHOFF sein Lebenswerk im Fall der Fälle nur an gute Hände verkauft und sein unternehmerisches Erbe in seinem Sinne – also auch kleinaktionärsfreundlich – fortgesetzt wird.



Sollte Krüger keine Lust auf Öffentlichkeit verspüren, könnte es sogar zu einem großzügigen Abfindungsangebot an die nur wenigen außenstehenden Aktionäre kommen. Sollte ein Erwerber das
Delisting anstreben, so dürfte sich die STOLLWERCK AG im Sinne Dr. IMHOFF`s sicherlich mit Anstand und Würde ins Privatleben verabschieden und den Streit mit Kleinaktionären
vermeiden wollen...



Noch ist es nicht soweit und ich wünsche mir sehr, daß Dr. Hans IMHOFF noch einige Hauptversammlungen der STOLLWERCK AG als Aufsichtsratsvorsitzender leiten wird. Herr Dr.
IMHOFF ist schließlich noch jung und könnte fast mein Enkel sein. Nach den Vorlesungen des Hans Spar aus der LEBENSMITTELZEITUNG werde ich aber in diesem Jahr vermutlich
erstmals nach Köln reisen, um mir dort das traditionelle "Schokoladenpaket" für Aktionäre abzuholen und der Büttenrede Dr. IMHOFFS zu lauschen...



Im Mai 2001 wird es wieder soweit sein, die Hauptversammlungseinladung wird sicherlich in den nächsten 2-3 Wochen veröffentlicht. Vielleicht gibt es auf der Hauptversammlung weitere
Neuigkeiten zur Zukunft des Konzerns. Bei dieser Gelegenheit werde ich mir dann vielleicht auch den Kölner Immobilienbesitz der traditionsreichen STOLLWERCK AG ansehen, der zu
niedrigen Werten in der Bilanz stehen dürfte und dessen aktueller Verkehrwert eventuell über dem Bilanzansatz liegen könnte. Ich werde Ihnen berichten, wenn ich hierüber neue Erkenntnisse
gewonnen habe.



Plötzlich wurden meine Augenlider immer schwerer. Ich legte das Manager Magazin zur Seite und verabschiedete mich von Hans Spar. Für 0,89 DM erstand ich noch eine Tafel Schokolade -
von SAROTTI natürlich, der Premiummarke mit dem Mohr und machte mich auf den Heimweg, reich an zahlreichen neuen Erkenntnissen über den Schokoladenmarkt und die Situation der
STOLLWERCK AG.



Nun steht also das Osterfest vor der Tür. In diesem Jahr werde ich die Osterhasen verstecken und ich habe mir schon einige komplizierte Verstecke überlegt. Schließlich will man es den
Rackern auch nicht zu einfach machen...



Und außerdem: Was gibt es denn Schöneres als leuchtende Kinderaugen nach dem Fund eines Osternests zwischen Kunstblumengestecken und Gartenabfällen in der Biotonne? So ist das eben,
wenn man älter wird: Sie haben manche Freiheiten, die man Ihnen in jungen Jahren noch zum Vorwurf machen würde. Bei mir aber hat meine Frau mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, daß ich
irgendwann einmal erwachsen werde...Trotz meiner mittlerweile mehr als 100 Lenze...



In diesem Sinne: Alter verpflichtet!



Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Osterfest und einige erholsame Tage, ob mit oder ohne STOLLWERCK-Schokolade...


Herzlichst



Ihr Emil Kränzlein



(emil_kraenzlein@yahoo.de)






















12.04.2001 - Emil Kränzlein
Hallo, Schoko-Fans
ich habe einen sehr interessanten Artikel über Stollwerck
gefunden unter www.share-infos.de und stelle den mal hier
rein... viel Spass beim Lesen... ich find den Typen supercool...

Auf den Spuren der STOLLWERCK AG

Die Ostergeschichte des Herrn Emil Kränzlein


Liebe Freunde, sehr geehrte Leser der Share-Infos,



wie schnell doch die Zeit vergeht. Der eine oder andere treue Leser dieser Informationspostille mag sich noch an mich erinnern, denn seit meinem letzten und beschwerlichen, aber sehr
erholsamen Ausflug nach CARTHAGO ins Reich der Phönizier ist schon etwas Zeit ins Land gezogen. Heute melde ich mich bei Ihnen zurück. Passend zur Osterzeit habe ich mich auf die
Spuren der Stollwerck AG gemacht, einem Schokoladenimperium im Weltformat und klangvollen Namen im Sortiment.



Für diejenigen unter Ihnen, die mich nicht mehr kennen, Ihr Gedächtnis im Gewittersturm der Weltbörsen verloren haben oder einfach noch zu jung sind, um meine frühen Anekdoten aus der
Wirtschaftswelt gelesen zu haben: Mein Name ist Kränzlein, Emil Kränzlein. ehemals Bürstenfabrikant im Dienste seiner Majestät, den Königen von Bayern.



Ich war Bürstenfabrikant im Mittelfränkischen (Bürstenfabrik Emil Kränzlein AG, Erlangen; lange Unternehmenstradition), doch habe ich mich nach dem Verkauf meines Unternehmens an
neue Verwalter (CRANZ.NET AG) auf`s "Altenteil" – welch ein ehrverletzendes Wort - zurückgezogen. Doch wer denkt, ich raste, irrt gewaltig. Endlich habe ich wieder etwas mehr Zeit und
kann mich den schönen Dingen des Lebens widmen. Neben meiner preisgekrönten Rosenzucht ist dies v.a. das Musizieren in Vereinen sowie der Schützensport im Kreis von verdienten
Kameraden (WW I und WW II-Veteranen). In zahlreichen Vereinen kümmere ich mich ehrenamtlich um den Dialog der Generationen und das Miteinander von Jung und Alt. So kann ich den
"jungen Wilden" – zu denen ich Ende des 19. Jahrhunderts auch noch gehörte – etwas von meiner Erfahrung mit auf ihren Lebensweg geben. Seit kurzem bin ich Zweiter Kassenprüfer des
Verschönerungsvereins "Unser Dorf soll schöner werden e.V." und Jugendbeauftragter des örtlichen Isetta-Automobilclubs. Auch die örtliche Innung der Barbiere unter ihrem Vorsitzenden
Ottmar "Die Klinge" Schnitzer hat mich als ehemaligen Monopolzulieferer in ihren Beirat aufgenommen und für die Verdienste um die fränkische Friseur-Wirtschaft mit der "silbernen Schere"
ausgezeichnet.



Trotz all dieser Ehrungen bin ich ein bodenständiger und bescheidener Mensch geblieben. Meine Wurststulle (Weißbrot mit Leberkäse oder Blutwurst) schmiere ich noch am liebsten selbst und
wenn es das Portemonnaie des Bürstenfabrikanten a.D. erlaubt, wandere ich im Kreis der Familie oder gehe auf große Fahrt. Gerne erinnere ich mich an interessante Ausflüge: Der mühevolle
Pilgermarsch nach Altötting (ESTERER AG), die Zeit-Reise an den malerischen Tegernsee (TAG Tegernsee), die Hamburger Hafenrundfahrt mit Hindernissen (WCM AG) oder unterwegs mit
Heidi in der Schweiz (MAAG Holding AG)...! Das waren noch Zeiten, damals...Erinnern Sie sich?



Auch wenn mich oft das Fernweh packt, ist es zu Hause doch am Schönsten. Meiner geliebten Heimat Mittelfranken bin ich daher bis heute eng verbunden, auch oder gerade weil ich den
kantigen und knorrigen Menschenschlag in dieser Region sehr schätze. Deshalb bleibe ich zu Ostern auch zu Hause und schließe mich nicht den Wandervögeln an, die jetzt wieder immer in alle
Richtungen ziehen und die Fernstrassen hier im Süden blockieren.



Nun – kurz vor Ostern - bin auch ich aus dem langen Winterschlaf erwacht. Zuerst war ich einige Zeit in CARTHAGO, ehe ich noch einige Wochen im JOD- UND THERMALBAD
ENDORF AG im Süden Bayerns zur Kur verweilte.



In den alles andere als spartanisch eingerichteten Wüstensanatorien Carthagos habe ich – wie erhofft – den Duft der Jugend inhalieren und meinen HORIZONT während der Wintermonate
abermals erweitern können. Jetzt fühle ich mich wiedererstarkt für neue Abenteuer, die ich zuletzt als 90 Jähriger ohne hausärztlichen Beistand durchstehen konnte und von denen ich Ihnen
heute – pünktlich zur Osterzeit - berichten möchte...


Doch alles schön der Reihe nach. Die Osterzeit ist für meine Urenkel und Enkel neben Weihnachten die schönste Jahreszeit, denn das Ritual der gemeinsamen Eiersuche ist fester Bestandteil
der österlichen Traditionen im Hause Kränzlein.



Seit einigen Jahren musste ich leider – auch auf Rat meines Hausarztes – auf die aktive Teilnahme an dieser schönen Tradition der Ostereiersuche verzichten. Ein Rückenleiden, Spätfolgen eines
Unfalls mit einem russischen Transporttrupp anno 1916 in der Nähe von Warschau, machten das häufige Bücken und Aufheben von Gegenständen im Alter oft zur Qual.



Wie gerne wäre ich dabei gewesen, denn noch gut kann ich mich an meine eigene Jugend erinnern, die stark von den preußischen Einflüssen mütterlicherseits geprägt war. Damals hatten die
Osterhasen noch blaue Matrosenanzüge an und hörten meist auf die Namen Wilhelm oder Fritz... Manche sind sogar mit einer Pickelhaube durch die Wälder gehopst und einem flotten Liedlein
auf den Lippen. Zwischen Zeitungsstapeln und in Blumenvasen entdeckte man Ostergrüße aus Tsingtao oder Miniaturausgaben des aktuellen Panzerkreuzers und auch sonst war für Spiel,
Spaß und Spannung stets gesorgt.



Carthago und dem Wüstensanatorium sei Dank, ich habe meine Jugendlichkeit wieder. Fortan ist das Bücken nicht länger ein Problem und ich bin sehr optimistisch, in diesem Jahr erstmals seit
1975 wieder auf Ostereiersuche mit den Urenkeln gehen zu können.



Um nichts dem Zufall zu überlassen, hatte ich vor einigen Tagen einen geheimen Probedurchlauf in der Eiersuche absolviert. Meine liebe Frau versteckte die Schokoladeneier und
Schokoladentafeln zwischen Werkbänken, im Geräteschuppen und im Gemüsegarten. Ein weiteres Osternest – bestehend aus köstlichen Nougat- und Krokanteiern und einer
Vollmilch-Schokoladentafel– entdeckte ich erst nach mehr als dreistündiger Suche zwischen meinen Rosenbeeten.



Erst ein gezielter Hinweis meiner Frau machte mich überhaupt erst auf das Nest im Rosenbeet aufmerksam. Stellen Sie sich nur diese Peinlichkeit vor, wenn die Urenkel dabei gewesen wären...
Ich will lieber nicht über ein solches Szenario nachdenken. Warum habe ich dieses Nest so spät gesehen, fast übersehen?



An meinen Augen kann es nicht gelegen haben, da ich erst vor 26 Jahren eine neue Brille bekommen habe. Den wahren Grund aber hatte ich schnell gefunden: ALPIA! ALPIA ist der Name
einer in rosa-lila gewandeten Schokoladentafel, die - wie ein Soldat im Tarnanzug - in meinem ebenfalls lila gefärbten Zierrosenbeet lauerte. Die Tarnung war so perfekt, ich konnte die Tafel
nicht entdecken...



Die ganzen anderen Schokoladenprodukte – welche ich aus ihren Verstecken zog - trugen wohlklingende Namen wie GUBOR, ESZET, ALPROSE, SAROTTI oder SPRENGEL und leuchteten
unübersehbar in allen Farben des Regenbogens zwischen dem satten Rasengrün und den kräftigen Brauntönen des fränkischen Mutterbodens. Ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen für
einen alten Mann auf der Suche nach dem verlorenen Jugendglück...



Die Neugier des Unternehmers in mir war urplötzlich geweckt! Wer oder was steckt eigentlich hinter diesen ganzen Markennamen? Nie zuvor hatte ich beim Schokoladenkauf auf
Markennamen geachtet, denn meine Schokotafeln, Hasen, Nikoläuse oder Ostereier mussten einfach gut und preiswert sein. Nun machte ich mich auf die Suche, um die Hintergründe von
GUBOR, ALPIA, STOLLWERCK, ALPROSE, SAROTTI oder SPRENGEL zu entdecken. Doch wo fangen Sie an mit der Suche, wenn Sie nicht wissen, wo all diese Firmen einzuordnen
sind? Ich beschloß, den Einzelhändler Hans Spar vom Eckkaufladen um seinen Rat zu bitten. Oder wollten Sie etwa die Verkäuferin bei Ihrem WAL MARKT nach den wirtschaftlichen
Hintergründen am deutschen Schokoladenmarkt fragen? Nein, hierfür benötigt man Expertenwissen...



Hans Spar, ein gewiefter und alter Fuchs im Lebensmittelgeschäft, konnte sich an verschiedene Artikel aus einer Wirtschaftszeitung erinnern und fing mit dem Erzählen an. Demnach sind
ALPIA, STOLLWERCK, WALDBAUR, ESZET, SCHOKA-KOLA, ALPROSE, JACQUES, SAROTTI und SPRENGEL einige Markenschokoladen der börsennotierten STOLLWERCK
AG. Die in Köln ansässige und bereits 1839 gegründete STOLLWERCK AG AG gehört mit einem Jahresumsatz von 1,3 Milliarden DM (1999) zu den größten europäischen Herstellern von
Tafel- und Hohlkörperschokoladen (z.B. Osterhasen, Weihnachtsmänner, etc.), Pralinen, Erfrischungsstäbchen und anderer Schokoladenspezialitäten. Die Schokoladenprodukte werden
vorwiegend im nationalen und internationalen Lebensmittelgroßhandel vertrieben.



Mein Herz schlug plötzlich höher. All diese Marken unter einem Dach? Das hatte ich nicht erwartet! Mit manchen dieser Namen verbinde ich schöne private und geschäftliche Erinnerungen,
die zum Teil schon einige Jahrzehnte zurückliegen. Können Sie sich auch noch an die legendären Erfrischungsstäbchen aus dem Hause SPRENGEL erinnern? Bereits seit den 50er Jahren wurde
diese klassische Schokoladenspezialität mit Orange- oder Zitronencreme in Hannover produziert. Auch ich habe diese köstliche Erfrischung oft in schwierigen Sitzungen auf kleinen
Nierentischen in das Verhandlungszimmer rollen lassen. Daraufhin lockerte die Stimmung ungemein auf und manches lukrative Bürstengeschäft konnte ich so für mich entscheiden... Wie ich
übrigens von meinen Urenkeln erfahren habe, sind diese zeitlosen Stäbchen auch gerade "Kult" in der jungen Generation...Ende Juni 2001 soll die unrentable Schokoladenfabrik SPRENGEL in
Hannover aber geschlossen und die Produktion innerhalb des Konzerns verlagert werden, nur der Markenname bleibt noch erhalten.



Hans Spar weiß noch mehr zu berichten. Großaktionär der STOLLWERCK AG ist der Kölner Mäzen Dr. Hans IMHOFF über die IMHOFF INDUSTRIE HOLDING GmbH, ein rheinisches
Original, der auch in der jüngst im Manager-Magazin veröffentlichten Liste der 100 reichsten Deutschen zu finden ist. Dr. IMHOFF gehören 95% des Schokoladenimperiums, das an der Börse
aktuell mit knapp 500 Millionen DM (800.000 Aktien im Nennwert von je 50 DM, aktueller Kurs 330 Euro) bewertet wird. Aus der rheinischen Schokoladenfabrik ist in den letzten unter der
Regie von Dr. IMHOFF ein internationales Großunternehmen geworden, das über Zukäufe und Akquisitionen mittlerweile auf nahezu allen wichtigen Märkten vertreten ist. In der Schweiz –
dem Heimatland der Schokolade – verdient die STOLLWERCK AG mit ALPROSE ihr Geld. In Belgien sind die Rheinländer seit der Akquisition im Jahr 1982 mit der Marke JACQUES sehr
erfolgreich vertreten. Beide Marken sind auch in Deutschlands Ladenregalen erhältlich. In Frankreich, Italien und Spanien wurden STOLLWERCK-Vertriebsniederlassungen gegründet und auch
in China, Japan und den USA werden STOLLWERCK Produkte verkauft. Dr. IMHOFF`s Steckenpferd aber sind die noch jungen und wachstumsstarken Märkte Osteuropas, die es in einem
frühen Stadium zu erschließen gilt.



So erwarb die STOLLWERCK AG bereits 1992 – nur wenige Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhangs- mit der Schokoladen- und Keksfabrik QUINTIE KFT eine erste Fabrik in Budapest.
Das Investitionsvolumen lag bei 100 Millionen DM. Mittlerweile ist die STOLLWERCK AG uneingeschränkter Marktführer auf dem ungarischen Schokoladenmarkt



Schlag auf Schlag ging es weiter:1995 eröffnete die STOLLWERCK AG eine Schokoladenfabrik in Poznan, Polen. Mit der Marke ALPENGOLD und einem Investitionsaufwand von 44 Mio.
DM ist die STOLLWERCK AG auch hier zum Marktführer geworden. Das Werk wirft mittlerweile hohe Gewinne ab.



Das vorläufige Meisterstück von Dr. IMHOFF – die Erschließung des riesigen russischen Marktes - sollte mit der im Dezember 1996 fertiggestellten Schokoladenfabrik in Pokrov in der Nähe
von Moskau vorangetrieben werden. Anläßlich der Fabrikeinweihung– einem der Pionierprojekte deutsch-russischer Kooperationen im Wirtschaftsbereich - folgten mit dem ehemaligen
deutschen Außenminister Klaus Kinkel und seinem russischen Amtskollegen Primakov zwei führende europäische Staatsmänner den Ruf IMHOFF`s in die russische Provinz. IMHOFF hatte
die Russland-Rechnung zunächst jedoch ohne die Wirte gemacht, die im Kreml saßen. Die Russlandkrise des Jahres 1998 führte zu hohen Verlusten in der Bilanz der STOLLWERCK AG. Um
den Aktionären aber einen Dividendenausfall zu ersparen, griff Großaktionär IMHOFF über die Imhoff Industrie Holding GmbH, Köln großzügig in seine Privatschatulle – von 30 Millionen
DM ist die Rede – und glich die Bilanz zum Wohle der Aktionäre und zur Wahrung seiner "eigenen Reputation in der Branche und in Köln" (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom 30.01.1999)
aus. Ein solches Unternehmerverständnis dürfte in der Wirtschaft nicht mehr oft zu finden sein...



Zwischen einigen Salatköpfen in der Schaufensterauslage entdeckte Spar eine alte Ausgabe der Lebensmittelzeitung vom Juni 2000, die sich zufällig auch dem Thema STOLLWERCK AG
widmete. Er wischte die Salatschneckenspuren vom Deckblatt und blätterte nach dem Artikel.



"Schau´ Emil, ein HV-Bericht vom letzten Jahr!" Interessiert wandte ich mich von der Bild-Zeitung ab, die über eine junge Romanze eines alternden Popstars in einem Teppichgeschäft
berichtete.



"Stollwerck hat 1999 den Turnaround geschafft, da die 98er Probleme mit der russischen Schokoladenfabrik als Folge der Russlandkrise endlich beigelegt werden konnten. Die STOLLWERCK
AG arbeitet seither wieder profitabel und hatte 1999 auch einen deutlich erhöhten Jahresüberschuß von 30,2 Millionen DM aus eigener Kraft erzielt. Weiter heißt es in dem Artikel, daß die
jährliche Hauptversammlung der STOLLWERCK AG Kultstatus habe, da der Aufsichtsratsvorsitende Dr. IMHOFF in launiger Büttenredner-Manier über die Geschäftsentwicklung
schwadroniert und Karnevalstimmung verbreitet. Im Jahr 2000 folgten 3 000 Kleinaktionäre IMHOFF`s Ruf und pilgerten in den Kristallsaal der Köln-Messe." Ich war begeistert. Eine
Hauptversammlung, bei der die Großaktionäre in die Bütt steigen, gibt`s nicht oft. Meist sind es doch die Kleinaktionäre, die an dieser Front für Stimmung sorgen...



Hans Spar lachte laut auf, als er die Einschätzung IMHOFF`s zum Ausblick und zur Geschäftsentwicklung 2000 las. "Wenn der Teufel nicht neben die Tür scheißt, kriegen wir ein gutes
Geschäftsjahr!" Das saß. Auch ich musste schmunzeln.



"Der Finanzvorstand Friedrich teilte den Aktionären auf der letzten HV mit, daß man das Jahr 2000 mit einem – ich zitiere die LEBENSMITTELZEITUNG – deutlich über dem Vorjahr
liegenden Ergebnis abschließen werde."



Das ließ mich aufhorchen. Besser als das eigentlich schon gute 99er Ergebnis? Kritisch, wie ich nun einmal von Haus aus bin, hakte ich nach. "Wo soll diese Ergebnissteigerung denn
herkommen? Noch sind keine offiziellen Zahlen veröffentlicht...!"



Hans Spar wusste auch hierauf eine Antwort: "Das Russland-Geschäft soll sich offenbar prächtig entwickeln. IMHOFF sagte seinen Aktionären bereits auf der letzten HV, daß Russland die
beste Firma im Konzern sei und sich zum Musterknaben entwickelt habe. Vorteilhaft sei dabei, daß in Russland mittlerweile hohe Importsteuern auf westliche Konsumgüter erhoben werden.
Da die STOLLWERCK RUS aber im Land selbst produziere und zudem einigen hundert Mitarbeitern Brot und Arbeit gebe, ist die Gesellschaft von diesen Einschränkungen nicht betroffen
und muß zudem westliche Konkurrenz nicht fürchten. Die STOLLWERCK AG sei hier auf einem guten Weg, die Marktführerschaft weiter auszubauen und vom hohen Wachstum des
russischen Marktes zu profitieren."



Die Produktion des russischen Werkes lag 2000 bei ca. 29.000 t jährlich. 300 Mitarbeiter wurden in Pokrov beschäftigt. Mit dem Hauptprodukt, der 100g-"Alpengold"-Tafeln, ist die
STOLLWERCK AG Marktführer (30%) auf dem russischen Schokoladenmarkt, der nach Einschätzung von Marktbeobachtern eine sehr gute Zukunft haben soll. Neben konventionellen
Schokoladetafeln gehören Wodka-Pralinen zu den Rennern in dem Land und werden – in der Aufmachung an Landestraditionen orientiert – vermarktet.



Das Werk in Pokrov arbeite aktuell an der Kapazitätsgrenze und soll daher im Verlauf des Jahres 2001 erweitert werden, um die Produktion auf 35.000 t oder 20% zu erhöhen. Zunächst wird
eine weitere Produktionslinie für die Produktion von 4 000 t Luftschokolade und 2 500 t kleinen Schoko-Riegel im Jahr eröffnet. Die Investitionskosten dieses Projekts werden bei etwa 3 Mio.
DM liegen. Die russische Finanzverwaltung hat den deutschen Investoren auch erhebliche Steuervergünstigungen zugesichert.



Bis Ende 2001 wird die STOLLWERCK AG dann eine weitere Süßwarenfabrik in Pogrov errichten, um die Produktion von Schokolade nochmals um jährlich 30-35% zu erhöhen. Das
Investitionsvolumen für dieses Projekt ist bei 32 Mio. DM angesiedelt.



Hans Spar konnte noch eine Anekdote von Herrn Dr. IMHOFF nachreichen, die dieser den Aktionären auf der letztjährigen Hauptversammlung berichtete. Auf die Frage warum es in Russland
lange nicht vorangegangen sei, antwortete IMHOFF, daß sich der deutsche Schokoladen-Topmanager vor Ort "zunächst das teuerste Auto gekauft" habe, dann "die schönste Sekretärin
engagiert" und "nie vor zehn Uhr bei der Arbeit erschienen sei, um nicht von den Vertretern belästigt zu werden". So etwas könne nicht "ohne Folgen" bleiben".



Wie es der Zufall wollte, betrat just in diesem Moment ein elegant gekleideter Herr den kleinen Laden von Hans Spar. Der Mann stellte sich uns als Geschäftsmann vor und wünschte eine
genaue Wegbeschreibung in den Forchheimer Forst. Nachdem ich ihm diese gegeben hatte, brauste er in einem schnellen Mercedes mit schwarzem Kennzeichen und weißer Schrift auch schon
davon...



Welch ein merkwürdiger Vorgang. In der Eile hatte er dabei einige osteuropäische Wirtschaftsblätter und internationale Finanzzeitungen bei Hans Spar auf der Wursttheke liegen lassen.
Neugierig schauten wir nach. In einem dieser Blätter (DAILY BUSINESS REPORT, INTERFAX NEWS AGENCY) vom 27. 02.2001 erlebten wir dann eine faustdicke Überraschung: Dort
war zu lesen, daß die Vorsteuergewinne der russischen STOLLWERCK-Tochter im Jahr 2000 um sagenhafte 150 % (!) angestiegen sind und jetzt bei umgerechnet etwa 23 Mio. DM (300 Mio.
Rubel, Wechselkurs ca. 1DM:13Rubel) liegen. Die Umsatzerlöse in Russland lagen bei über 150 Mio. DM, entsprechend ca. 2 Mrd. Rubel. Aufgrund steuerlicher Vergünstigungen sollte sich
auch der Nach-Steuer-Gewinn sehen lassen können.



Hans Spar denkt nach: "Das heißt doch, daß der 99er-Jahresüberschuß von 30 Mio. DM im Jahr 2000 schon fast alleine in Russland erwirtschaftet wurde. Rechnet man dann noch damit, daß
auch in Polen und Ungarn wieder sehr gut verdient wurde, wird der STOLLWERCK-Konzern das letztjährige Ergebnis wohl tatsächlich übertreffen und seine Aktionäre mit einem höheren
Gewinn je Aktie überraschen. Bei einem diesjährigen Überschuß von vielleicht 40 Mio. DM läge das 2001 KGV aktuell bei 12. Bei einem weiter deutlich zweistelligen Wachstum in Osteuropa
und einem weiter guten Ergebnis auf den mitteleuropäischen Märkten könnten wir im Jahr 2002 ein einstellige KGV erreichen. Dann erscheint mir die Aktie als nicht zu teuer. Immerhin
notierte die STOLLWERCK Aktie Mitte 2000 um den HV-Termin noch bei 650 Euro und hat sich jetzt auf 330 Euro vergünstigt"



Hans Spar könnte recht haben, doch waren meine Gedanken in diesem Moment woanders. Eine noch in den Regalen liegende März 2001-Ausgabe des MANAGER MAGAZINS hatte mein
Interesse geweckt:



Das Magazin für anspruchsvolle Führungskräfte spekulierte dort, daß die STOLLWERCK AG wegen gesundheitlicher Probleme des Mehrheitsaktionärs Dr. IMHOFF möglicherweise
verkauft werden soll und schon bald vor einem Eigentümerwechsel steht. Der 78-jährige IMHOFF, so der Pressebericht, hätte sich wegen eines Schlaganfalls aus der Firma etwas
zurückgezogen und gehe der Arbeit von zu Hause aus nach. Weiter will das Manager Magazin erfahren haben, daß der IMHOFF-Vertraute Hans Rolf ein Verhandlungsmandat zum Verkauf des
Familienaktienpakets von 95 % habe. Als Kaufinteressent wurde der Bergisch-Gladbacher Unternehmer Willibert Krüger (60) genannt, dessen Firma in Bergisch-Gladbach mit Instant-Kaffee
und –Kakao sowie Pharmaprodukten und Süßwaren rund zwei Milliarden Mark umsetzt. Krüger soll das Vertrauen IMHOFFS besitzen. Meiner Ansicht nach ist davon auszugehen, daß
IMHOFF sein Lebenswerk im Fall der Fälle nur an gute Hände verkauft und sein unternehmerisches Erbe in seinem Sinne – also auch kleinaktionärsfreundlich – fortgesetzt wird.



Sollte Krüger keine Lust auf Öffentlichkeit verspüren, könnte es sogar zu einem großzügigen Abfindungsangebot an die nur wenigen außenstehenden Aktionäre kommen. Sollte ein Erwerber das
Delisting anstreben, so dürfte sich die STOLLWERCK AG im Sinne Dr. IMHOFF`s sicherlich mit Anstand und Würde ins Privatleben verabschieden und den Streit mit Kleinaktionären
vermeiden wollen...



Noch ist es nicht soweit und ich wünsche mir sehr, daß Dr. Hans IMHOFF noch einige Hauptversammlungen der STOLLWERCK AG als Aufsichtsratsvorsitzender leiten wird. Herr Dr.
IMHOFF ist schließlich noch jung und könnte fast mein Enkel sein. Nach den Vorlesungen des Hans Spar aus der LEBENSMITTELZEITUNG werde ich aber in diesem Jahr vermutlich
erstmals nach Köln reisen, um mir dort das traditionelle "Schokoladenpaket" für Aktionäre abzuholen und der Büttenrede Dr. IMHOFFS zu lauschen...



Im Mai 2001 wird es wieder soweit sein, die Hauptversammlungseinladung wird sicherlich in den nächsten 2-3 Wochen veröffentlicht. Vielleicht gibt es auf der Hauptversammlung weitere
Neuigkeiten zur Zukunft des Konzerns. Bei dieser Gelegenheit werde ich mir dann vielleicht auch den Kölner Immobilienbesitz der traditionsreichen STOLLWERCK AG ansehen, der zu
niedrigen Werten in der Bilanz stehen dürfte und dessen aktueller Verkehrwert eventuell über dem Bilanzansatz liegen könnte. Ich werde Ihnen berichten, wenn ich hierüber neue Erkenntnisse
gewonnen habe.



Plötzlich wurden meine Augenlider immer schwerer. Ich legte das Manager Magazin zur Seite und verabschiedete mich von Hans Spar. Für 0,89 DM erstand ich noch eine Tafel Schokolade -
von SAROTTI natürlich, der Premiummarke mit dem Mohr und machte mich auf den Heimweg, reich an zahlreichen neuen Erkenntnissen über den Schokoladenmarkt und die Situation der
STOLLWERCK AG.



Nun steht also das Osterfest vor der Tür. In diesem Jahr werde ich die Osterhasen verstecken und ich habe mir schon einige komplizierte Verstecke überlegt. Schließlich will man es den
Rackern auch nicht zu einfach machen...



Und außerdem: Was gibt es denn Schöneres als leuchtende Kinderaugen nach dem Fund eines Osternests zwischen Kunstblumengestecken und Gartenabfällen in der Biotonne? So ist das eben,
wenn man älter wird: Sie haben manche Freiheiten, die man Ihnen in jungen Jahren noch zum Vorwurf machen würde. Bei mir aber hat meine Frau mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, daß ich
irgendwann einmal erwachsen werde...Trotz meiner mittlerweile mehr als 100 Lenze...



In diesem Sinne: Alter verpflichtet!



Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Osterfest und einige erholsame Tage, ob mit oder ohne STOLLWERCK-Schokolade...


Herzlichst



Ihr Emil Kränzlein



(emil_kraenzlein@yahoo.de)






















12.04.2001 - Emil Kränzlein
danke für die super oster-story - einfach GENIAL, Emil!!!!

weiter so!

gru$
Besuchenswert ist auch das Stollwerk Schokoladenmuseum in Köln. Dort wird auch ein Zusammenschnitt aus verangenen Hauptversammlungen gezeigt.

Beste Grüße, Philipp Steinhauer
philippsteinhauer@yahoo.de
Hallo Leute,

derzeitiger Kurs in Düsseldorf bei St.332 Umsatz 330 Euro.
Einstieg auf diesem Niveau lohnenswert ??


Es grüßt Dagobert Bull
Hallo Leute,

die Umsätze sind in den letzten Tagen angezogen. Gibt es News vom Unternehmen über das Geschäftsjahr 2000?

Es grüßt Dagobert Bull
Hallo zusammen,

wer hat einen Geschäftsbericht 1999 von der Stollwerck AG, Köln & würde mir diesen schicken?

Kontakt: rhock@gmx.net

Vielen Dank im voraus.


Gru$
Hi,

kurze Frage zu den Gewinnen aus dem Rußland-Geschäft:

Dürfen die ins Ausland (also in Form einer Dividende etc.) transferiert werden ?

Wenn nein, dann wäre hier wohl ein entsprechender Rußlandabschlag gerechtfertigt.

Memy
Hallo Leute,

sind die Zahlen für das Geschäftsjahr 2000 schon veröffentlicht ??

Es grüßt Dagobert Bull
Noop, aber heute Einladung zur ordentlichen HV am 01.06.01 im Briefkasten.

Bilanzgewinn: 11.231.096,76 DM
Vorschlag:
Dividende: 10,00 DM
Bonus: 4,00 DM

Informix
Hallo Leute,

es folgt ein Auszug aus dem Geschäftsbericht 2000:

.....Der Konzernüberschuß erhöhte sich auf DM 31,1 Mio. Während der Jahresüberschuß im Vorjahr überwiegend durch Sondereinflüsse positiv beeinflußt wurde, konnte der Jahresüberschuß im Jahr 2000 ausschließlich im operativen Geschäft erzielt werden......
Der Umsatz der russischen Tochtergesellschaften konnte von DM 90,2 Mio um 101% auf DM 181,4 Mio gesteigert werden.....

Wie seht Ihr die weitere Kursentwicklung ???

Es grüßt Dagobert Bull
Ist da vielleicht ein Abfindungsangebot im Busch ????
Kaufen ???


Top News
Zukunftsfragen bei Stollwerck

Imhoffs Rückzug löst Spekulationen über Beteiligungen oder Verkauf aus / Von Gabriel v. Pilar

Der erwartete Abschied von Stollwerck-Inhaber Imhoff aus dem operativen Geschäft verstärkt Spekulationen über die Zukunft des Süßwaren-Konzerns. Immer häufiger wird der Bergisch-Gladbacher Unternehmer Krüger als potenzieller Käufer zumindest von Teilen der Gruppe genannt.

Spätestens auf der Internationalen Süßwaren-Messe Anfang dieses Jahres in Köln vermittelte sich der Branche, wie sehr der Aufsichtsratsvorsitzende des Stollwerck-Konzerns, Dr. Hans Imhoff, an die Grenzen seiner Vitalitäts-Reserven gerückt ist. Nur für kurze Zeit tauchte er im Rollstuhl gefahren auf dem Messestand auf und konnte sich, so Beobachter über den gezeichneten Konzernlenker, nur mühsam verständigen. In den Wochen danach soll sich seine Verfassung dem Vernehmen nach verschlechtert haben.

Kein Zeitdruck für Entscheidungen

Gemessen daran klingen die als "persönliches Wort" gekennzeichneten Sätze des Stollwerck-Chefs im gerade vorgelegten Geschäftsbericht 2000 wenig dramatisch: "Nach drei Jahrzehnten harter Arbeit an vorderster Front für Stollwerck habe ich im letzten Jahr begonnen, mich aus dem aktiven Tagesgeschäft zurückzuziehen. Im Alter von nahezu 80 Jahren habe ich das operative Geschäft nunmehr auf ein jüngeres, gut funktionierendes Management übertragen. Damit sind bei Stollwerck die Weichen für die Zukunft gestellt. In meiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender werde ich jedoch auch künftig an den wichtigen Unternehmensentscheidungen maßgeblich mitwirken."

Von den Zahlen zum Geschäftsjahr 2000 ist auch kein Zeitdruck zu erkennen: Die Russland-Krise scheint überwunden, das Umsatzplus ist mit 7,3 Prozent auf 1,4 Mrd. DM stattlich und die Netto-Umsatzrendite von immerhin 2,2 Prozent gemessen an dem margenschwachen Inlandssortiment beachtlich. Die Eigenkapitalquote von 33,3 Prozent ist ordentlich.

Solide Geschäftslage

Auch das Management steht für zuverlässige Leistung. Dafür sorgte schon Imhoff, der knapp 95 Prozent des Aktienkapitals hält. Seit Jahren begegnete Imhoff jedoch Fragen über eine Regelung seiner Nachfolge mit launigen Worten, wurde aber so wenig konkret, dass sich in der Branche der Eindruck vermittelte, der Kölner denke überhaupt nicht an einen Rückzug aus dem operativen Geschäft, geschweige denn an Nachfolge-Modelle. Tatsächlich prägte Imhoff an vorderster Front das Tagesgeschäft derart mit, als wäre er nicht Vorsitzender des Kontrollgremiums, sondern des Vorstands.

Doch seit etwas über einem Jahr kursiert in der Branche das Gerücht, Banken hätten den Bergisch-Gladbacher Unternehmer Willibert Krüger gebeten, sich über eine Übernahme von Stollwerck für den Fall, dass Imhoff nicht mehr zur Verfügung steht, Gedanken zu machen. Krüger, so hieß es, habe nach einer ersten Prüfung jedoch abgewunken. Danach glaubten Beobachter, dass eine Verbindung mit dem Bergisch-Gladbacher nicht mehr in Frage komme.

Beteiligung von Krüger schon in Kürze

Nun verlautet, beide Seiten wären erneut in intensiven Verhandlungen. Kein Kommentar hieß es auf Anfrage in Bergisch-Gladbach. Auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bei Stollwerck, Rechtsanwalt Dr. Hans Rolf, will sich über entsprechende Gespräche nicht äußern. Dabei würde eine Zusammenführung beider Unternehmen unmittelbare Synergien ermöglichen. Denn Krüger ist nicht nur einer der bedeutendsten Hersteller von Instant-Produkten in Europa, sondern auch seit der Übernahme von Trumpf (Monheim) unmittelbar Konkurrent als Anbieter preisgünstiger Süßwaren (Tafelschokolade, Pralinen etc.). Zudem ist er mit einem Werk ebenso wie Stollwerck in Russland präsent.

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautet, ist eine Entscheidung über eine Übernahme von Stollwerck durch Krüger oder dessen Beteiligung an Unternehmensteilen schon in Kürze in Sicht. Ein Garant dafür, dass die Imhoff/Stollwerck-Seite hierbei nicht zu kurz kommt, soll Rolf sein, der als äußerst geschickter Verhandler und seit Jahren Vertrauter von Imhoff beschrieben wird.

Aber auch Krüger gilt als Unternehmer, der genau weiß, was er will, und sich so schnell nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Dass er diesem Ruf seit Jahrzehnten gerecht wird und als Unternehmer besonderes geleistet hat, ist vermutlich die Basis dafür, dass Joint-Venture-Partner Pfeifer & Langen Krüger quasi autonom walten lässt.

Mehr Infos zum Unternehmen im LZ | NET Firmenprofil:


Stollwerck AG

10. Mai 2001
Na ja, wird wohl doch nix mit einer Übernahme ......

Top News
Stollwerck gründet Stiftung

LZ|NET/GvP. Konsul Dr. Hans Imhoff, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stollwerck AG in Köln, will 30 Prozent der insgesamt von ihm gehaltenen 95 Prozent an der Aktiengesellschaft in eine nach ihm benannte Stiftung einbringen. Dies erscheint insbesondere vor dem Hintergrund der Spekulation um eine Zukunftsregelung der Inhaberstruktur von Stollwerck bemerkenswert, da die Stiftung dann eine Sperrminorität und somit ein Veto-Recht hält.

Auf Anfrage hatte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hans Rolf aktuelle Verhandlungen mit dem Bergisch-Gladbacher Unternehmer Willibert Krüger wegen möglicher Übernahmen oder Beteiligungen dementiert.

Nach einem Bericht der FAZ wurden die Aktien bei Schenkung von der Familie Imhoff auf die Stiftung übertragen, wie auch das Schokoladenmuseum als auch die Gebäude des Zentrums für therapeutisches Reiten in Köln-Porz. Stiftungszweck sei, Projekte, die über einen langen Zeitraum einen gesellschaftlichen Nutzen für die Stadt Köln erbringen, zu fördern.

Mehr Infos zum Unternehmen im LZ | NET Firmenprofil:

Stollwerck AG

15. Mai 2001
Hallo Leute,

wer geht auf die morgige HV und kann uns darüber zeitnah berichten ?

Es grüßt Dagobert Bull
Ich bin moregn auf der HV.

Beste Grüße, Philipp Steinhauer
philippsteinhauer@yahoo.de
Betr.: HV Stollwerk,
Hallo Leute , ich war heute auf der HV von Stollwerk und bin sehr enttäuscht. Nicht das Herr Imhoff fehlte sondern auch wie die HV ablief war meiner Meinung nach wie einem Kreisklassen Fußballverein. Die Fragen bezüglich einer Presseveröffentlichung, dass der Kurs seit dem vergangenen Jahr herunter manipuliert wurde beantwortete der Stellvertretende Aufsichtratvorsitzender mit der Begründung das seitens der Familie Imhof der Kurs nicht mehr gestützt würde. Herr Imhoff der in der Vergangenheit durch Zukäufe für einen stabilen Kurs gesorgt hätte, wäre zu der Ansicht gekommen, dass der Kurs von 630 Euro nicht dem Firmenwert entspreche. Wie dies zu werten ist wurde uns in einem Gepräch klarer , wo der Gesprächspartner auf die Nachfolge hinwies und die eventuell zu zahlende Erbschaftssteuer bei einem hohen Aktienkurs. Es köönte auch eine Erklärung für die Stiftung Stollwerk sein.
Anbei noch kurze Bemerkung:
Es gab nur Freibier, noch nicht mal Kaffee und Würstchen mit Brötchen.
Die Würstchen mit Brötchen waren nach ca 10 Min alle ausgegben. Auf Nachfrage beim Service hies es die Anzahl der Würstchen wäre ausgegeben und somit der Fall erledigt.
Meiene Freunde und ich waren sehr enttäuscht und werden die Stollwerk vorerst mal verkaufen, den wer sagt uns das der Kurs nicht weiter nach unten gepuscht wird.
Mfg leofabi
PS. Andere Meinungen von HV Besucher würden mich interessieren
Es gab keine Schokolade? Da bin ich doch froh, dass ich nicht da war ;)

tosse
Heute bei der Stollwerck HV:

Ca. 3.000 Aktionäre, bei allen Tagesordnungspunkten keine Gegen- oder Neinstimme. Und das bei einem halbierten Kurs. Darauf angesprochen sagte der Aufsichtsrat: "Der Kurs spiegelt jetzt wieder den wahren Wert des Unternehmens wieder", hierauf gab es tosenden Applaus.

Auf jeder anderen Hauptversammlung wäre solch ein Szene undenkbar, hier nicht. Dr. Immhoff ist die Personifizierung des rheinischen Kapitalismus, wenn es in Russland nicht läuft, dann wird auch mal aus seiner Privatschatulle 30 Millionen dazugebuttert. Dass das Unternehmen mehr oder weniger nach Gutsherren Art geführt wird stört da nicht, der Aktionär hat ja die Gewissheit, dass Immhoff zur Not Feuerwehr spielt. Das Stollwerck jetzt ein Produktionsgebäude von Immhoffs Privatfirma kauft störte weder DSW noch SdK.

Jetzt ist er alt geworden, der Immhoff. Konnte zur HV nicht aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen, hinterlässt aber ein wohlbestelltes Haus mit Top Marken wie Sarotti (von Nestle gekauft) und Sprengel. Und nun wird er Ehrenbürger der Stadt Köln, immerhin hat er ein Drittel seiner Stollwerk Aktien (95% hält seine Holding) in eine Stiftung für gemeinnützige Zwecke in Köln eingebracht.

Ansonsten war die HV dieses Jahr langweilig, Immhoffs Büttenrede fehlte ja. Jahrelang hat er Aktien aus dem Freefloat gekauft und so die Kurse in die Höhe getrieben, so dass die Stollwerck eine rentable Geldanlage fr die freien Aktionäre war. Und dazu die HV mit lecker Kölsch und eine Tüte voll von Schokolade. Mal sehen wie es weiter geht, es kütt wie es kütt.

Tschö!
Philipp Steinhauer
philippsteinhauer@yahoo.de
Hallo Leute,

vielen Dank für Eure zeitnahen Eindrücke. Mich würde noch interessieren was über die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres gesagt wurde.

Es grüßt Dagobert Bull
Hallo Leute,

was macht Bolko auf dieser HV ??

Es grüßt Dagobert Bull
Hallo Leute,

wurde auf der HV etwas über das laufende Geschäftsjahr gesagt??

Es grüßt Dagobert Bull
Ist ja immer wieder lustig. Da werden Aktien unter "langfristigen Anlagegesichtspunkten" kurzfristig heiss diskutiert, dann überhaupt keine resonanz bei solch einschneidenden Geschäftsveränderungen...



NACHRICHTEN


Stollwerck verkauft Firmen in Osteuropa
Der Kölner Süßwarenkonzern Stollwerck hat seine Tochterunternehmen in Russland, Polen und Ungarn an den weltweit zweitgrößten Lebensmittelhersteller Kraft Foods verkauft. Die drei Schokoladenfabriken in Pokrov bei Moskau, Posen und Budapest trugen im vorigen Jahr rund 350 Mill. DM zum Gesamtumsatz an Süßwaren von 1,4 Mrd. DM bei, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Die Tochterfirmen würden trotz ihrer guten wirtschaftlichen Situation verkauft, weil sich Stollwerck auf seine traditionellen Märkte konzentrieren wolle. ap

EU prüft Übernahme von Saint Louis durch Südzucker

Die Europäische Kommission untersucht die geplante Übernahme der französischen Saint Louis Sucre SA, Paris, durch die Südzucker AG, Mannheim. Das Vorhaben ist nach Angaben der Kommission am 20. Juli angemeldet worden. Die Entscheidung wird bis zum 24. August erwartet. Der weltweit größter Zuckerproduzent Südzucker will 1,6 Mrd. Euro für das französische Unternehmen zahlen. vwd

VW steigert US-Verkäufe im Juli um über fünf Prozent

Volkswagen of America hat im Juli so viele Fahrzeuge verkauft wie seit 28 Jahren nicht mehr. Der Absatz sei gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 % auf 32 011 Fahrzeuge gestiegen, teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. Dagegen seien die kumulierten Verkäufe in den ersten sieben Monaten 2001 gegenüber dem Vorjahr auf 205 037 Fahrzeuge von 209 790 Fahrzeugen zurückgegangen, hieß es weiter. Reuters

NL Nordleas kauft UTA Markennamen

Die Hamburger NL Nordleas AG hat mit den Gesellschaftern der UTA Finanz und Leasing GmbH, Mainaschaff, einen Portfoliomanagement-Vertrag abgeschlossen. Danach wird Nordleas, eine 100-prozentige Tochter der börsennotierten Albis Leasing AG, Hamburg, 3 800 Leasingverträge für Lkw und Busse übernehmen und das in diesem Jahr mit Investitionen von rund 150 Mill. DM geplante Leasing-Neugeschäft abwickeln. beu


HANDELSBLATT, Donnerstag, 02. August 2001
also jetzt mal ernsthaft:

wer weiß wie hoch der veräußerungserlös ist?
immerhin wurden ja ca. €180 mio. umsatz verkauft!

in welcher größenordnung wird sich der preis bewegen?
kennt sich jemand mit solchen bewertungen detailiert aus?

danke im voraus
Hat Emil Kränzlein das Zeitliche gesegnet?


Firmengruppe kauft großen Teil eines deutschen Schokoladenunternehmens


Süßwarenfabrikant Krüger gibt Stollwerck eine Absage


INGO REICH
HANDELSBLATT, 26.11.2001

BADEN-BADEN. Die Krüger GmbH & Co. KG will weiter im Schokoladenmarkt expandieren. Seine Firmengruppe habe „einen großen Teil eines deutschen Schokoladenunternehmens“ gekauft, gab Willibert Krüger, Chef des Anbieters von Süßwaren und Instant-Getränken aus Bergisch-Gladbach, auf dem Symposium „Familienunternehmen im Gespräch“ in Baden-Baden bekannt. Den Namen des Übernahmekandidaten werde man auf Wunsch des Verkäufers erst im Januar bekannt geben. „Stollwerck ist es allerdings nicht“, trat Krüger den Marktgerüchten entgegen, die ihn in der letzten Zeit immer wieder in Verbindung mit dem Schokoladen-Imperium der Familie Imhoff gebracht hatten.

Die Absage bedeutet arge Probleme für den stellvertretenden Aufsichtsratschef von Stollwerck, Hans Rolf. Rolf sucht nach Presseberichten seit geraumer Zeit nach Käufern für das Kölner Traditionsunternehmen. Seit der schweren Erkrankung des Firmenpatriarchen Hans Imhoff hat die Stollwerck AG bereits das Russland- und Osteuropageschäft mit einem Umsatz von rund 350 Mill. DM an den US-Konzern Kraft Foods Inc. verkauft.

Im hart umkämpften Schokoladenmarkt galten Stollwercks Ostaktivitäten als profitabelster Teil des Geschäftes und trugen erheblich zu dem zuletzt ausgewiesenen Gewinn des Konzerns von 31 Mill. DM bei. In Deutschland kommt Stollwerck auf einen Umsatz von etwa 1 Mrd. DM. Allerdings sind die Margen durch Handelspartner wie die als besonders preisaggressiv geltenden Discounter Aldi und Lidl inzwischen stark unter Druck geraten.

Willibert Krüger, der mit Stollwerck nicht handelseinig wurde, ist nicht dafür bekannt, dass er Marktanteile durch Zukäufe zu überhöhten Preisen ausbaut. So bewies er großes Verhandlungsgeschick bei der Übernahme der Firma Ludwig-Schokoladen mit den Marken Trumpf und Novesia: Inhaberin Irene Ludwig konnte sich mit ihren Preisvorstellungen zwar nicht durchsetzen, erhielt aber das Versprechen, dass Krüger die Marken weiter pflegt und die Mitarbeiter übernimmt.

Während so der Glanz alter rheinischer Süßwarendynastien stetig abnahm, strahlt inzwischen der Stern aus Bergisch-Gladbach umso heller. Mit ihrem Engagement im Markt für Instant-Getränke, Schokoladen und rezeptfreie pharmazeutische Produkte (Togal, Vitamintabletten) erreichte die Krüger-Gruppe mit 3 800 Mitarbeitern in 13 Ländern nach eigenen Angaben zuletzt einen Umsatz von 2,15 Mrd. DM. Für Fernsehwerbung gibt das Unternehmen jährlich 10 Mill. DM aus und erhöhte so seinen Marktanteil von 14 auf 33 %.


HANDELSBLATT, Montag, 26. November 2001, 06:01 Uhr
Hans Imhoff (79 !) geht es gesundheitlich sehr schlecht.
Aktueller guter Artikel im Manager Magazin (Titel: Zartbitter- Imhoff ist krank, dem Schokoimperium droht die Zerschlagung).

Das Krüger dafür bekannt sein soll (siehe Text unten), dass er Marktanteile durch Zukäufe zu überhöhten Preisen ausbaut" halte ich für einen groben Verschreiber. Krüger ist branchenbekannt für billigsten Einkauf von Maschinen (fast immer gebraucht / Konkurs), Rohstoffe und Unternehmen.
Da auch der Tengelmann-Konzern CASH benötigt, wird Krüger wohl WISOLL und BÖHME gekauft haben - mitsamt der Garantie, daß Tengelmann/Plus etc auch zukünftig diese Produkte ohne Listungskosten listet. Zur Vermeidung von Unternehmenssteuern wird der Deal juristisch aber erst nach dem 31.12.2001 abgewickelt.
Neuer Vorstandschef soll sein Amt Anfang 2002 antreten


Stollwerck will nicht verkaufen


HANDELSBLATT, 29.11.2001
ire DÜSSELDORF. Der Aufsichtsrat der Kölner Stollwerck AG hat Berichten widersprochen, wonach der Süßwarenkonzern vor der Zerschlagung stehen soll. „Wir haben nicht die Absicht, nach dem Verkauf der drei osteuropäischen Tochtergesellschaften weitere Tochtergesellschaften oder sonstiges Betriebsvermögen zu verkaufen“, teilte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hans Rolf mit.

Am Wochenende hatte Willibert Krüger, Süßwarenhersteller aus dem benachbarten Bergisch-Gladbach, einem Stollwerck-Engagement eine Absage erteilt. „Mit Herrn Krüger sind zu keiner Zeit Verhandlungen geführt worden“, behauptet Rolf. Die beiden Unternehmen waren schon öfter miteinander in Verbindung gebracht worden, hatten jedoch entsprechende Berichte nicht kommentiert.

Rolf bestritt finanzielle Probleme der Kölner: Auf Stollwerck lasteten seit dem Verkauf der Tochtergesellschaften keine Bankverbindlichkeiten mehr. Das Unternehmen könne sich vielmehr auf Guthaben in dreistelliger Millionenhöhe stützen. Man plane deshalb größere Investitionen oder eine „beachtliche Sonderausschüttung“ an die Aktionäre. Stollwerk hatte das Osteuropageschäft für 300 Mill. DM an den US-Konzern Kraft Foods Inc verkauft.

An der Konzernspitze werden – so lauten die Pläne des Aufsichtsrates – Anfang 2002 ein neuer Vorstandsvorsitzender und auch ein neuer Vertriebsvorstand tätig werden. Ein „bedeutendes deutsches Institut“ soll zur gleichen Zeit eine wesentliche Aktienbeteiligung erwerben.


HANDELSBLATT, Donnerstag, 29. November 2001, 06:01 Uhr
Stollwerck findet neuen Großaktionär

Ära von Firmenpatriarch Imhoff geht zu Ende / Finanzinstitut übernimmt Beteiligung



Nach 30 Jahren geht beim Kölner Schokoladenkonzern Stollwerck die Ära des Großaktionärs und Firmenpatriarchen Hans Imhoff zu Ende. Anfang kommenden Jahres wird ein deutsches Finanzinstitut mehr als 25 Prozent der Aktien übernehmen. Gleichzeitig kommt ein neues Management mit zwei Fachleuten aus der Lebensmittelindustrie. Mehr will der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Imhoff-Intimus Hans Rolf noch nicht verraten. Aber für ihn ist klar: Nachdem Imhoff in den letzten Jahren auch als Aufsichtsratsvorsitzender „faktisch die Funktion eines Vorstandsvorsitzenden“ hatte, werden bei Stollwerck die Weichen neu gestellt.

Legendär waren in Köln die Stollwerck-Hauptversammlungen, die Imhoff wie eine Art Karnevalssitzung inszenierte und die so viel Zulauf hatten wie die Aktionärstreffen von manchem Großkonzern. An der letzten Hauptversammlung konnte Imhoff schon nicht mehr teilnehmen und auch bei der Verleihung der Ehrenbürger-Würde der Stadt Köln musste der fast 80-Jährige sich nach Schlaganfällen von seiner Frau vertreten lassen.

Das Familienunternehmen Imhoff Holding hat 30 Prozent der Aktien an eine Gemeinnützige Stiftung in Köln übertragen. Auch für das an den neuen Investor gehende Paket gilt eine mehrjährige Bindungsfrist, so dass es für Spekulationen über den Verkauf des Schokoladenimperiums an einen Konkurrenten keine Nahrung mehr gibt. Vier Prozent der Aktien sind breit gestreut. Weiter hat die Imhoff-Holding einen – wie es heißt – beachtlichen Anteil für Aktienoptionen reserviert, die dem Management zugute kommen sollen.

Nach den Erklärungen von Rolf hat Stollwerck auch in diesem Jahr erfolgreich gewirtschaftet. Nachdem das Unternehmen das Jahr 2000 mit dem besten Ertrag der letzten 30 Jahre abgeschlossen hat, seien die Ergebnisse 2001 „vergleichbar positiv“. Trotz eines stagnierenden Marktes hatte Stollwerck 2000 den Umsatz um 7,3 Prozent auf 1,4 Milliarden DM gesteigert und dabei einen Überschuss von 31 Millionen ausgewiesen. Rolf wies Berichte zurück, der Konzern sei verschuldet. Nach dem Verkauf der Unternehmen in Russland, Polen und Ungarn für fast 300 Millionen DM habe man keine Bank- oder Konzernverbindlichkeiten sondern Guthaben in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Mittel sollen für eine Übernahme oder eine „beachtliche“ Sonderausschüttung an die Aktionäre verwendet werden. Die Frage, ob Akquisition oder Sonderausschüttung müsse bis zur Hauptversammlung im Frühjahr geklärt sein, erklärte das Unternehmen. Schon heute steht fest, dass Stollwerck im Jahr 2004 die Thüringer Schokoladenwerke für rund 100 Millionen DM von einer Fonds-Gesellschaft erwerben wird. Das Unternehmen produziert schon jetzt ausschließlich für den Kölner Konzern.

aus der SZ
Eine vergessene Perle auf attraktivem Kursniveau oder soll man das Naschen lieber lassen ?
Hallo,

für mich eine vergessene Perle. Stollwerck ist nichtmal 200 Mio. Euro an der Börse wert.
Sehr solide Bilanz und vernünftiges, wenn auch margenschwaches Kerngeschäft. Osteuropaverkauf und der Verkauf des Bürohauses in Köln könnten zusammen einen außerordentlichen Gewinn von knapp 100 Mio. Euro in 2001 ergeben haben.
Die Aktie erfodert viel Geduld dürfte aber wenig Risiko beinhalten. Laut Stollwerck gibt es für 2001 eine immense sonderausschüttung, falls in Westeuropa keine günstigen Zukäufe gelingen.
Man hätte das Naschen lieber lassen sollen, Aktie im Sinkflug; werde maeine bescheidenen 200 Anteile jetzt rauswerfen und nie wieder Schokolade von diesem Saftladen essen. Milka ist besser !!!! Mit Stollerck werdet ihr nur Verluste erleiden. Hintergrund
Ich glaube Dir kein Wort. Weder, daß man mit Stollwerck nur Verluste erleidet, noch daß du 200 Stücke hast, die nächste Woche auf den Markt kommen. Bin ja mal gespannt, was morgen an verkaufswilligen Stücken umgeht...
Hallo Hintergrund,

an welcher Börse und zu welchem Kurs möchtest Du die 200 Stollwerck verkaufen?
Was macht Dich - fundamental und die Geschäftsentwicklung betrachtet - bei Stollwerck so pessimistisch?
@Hintergrund

Wieso sollte mir die Schokolade im Hals stecken geblieben sein???

Seit November baue ich hier Positionen auf (von Deinen 200 Stück habe ich sicher auch welche abbekommen). Solange ich weiter kaufe sind mir niedrige Kurse doch gerade recht. Bin allerdings schon verwundert wieviele Stücke (für Stollwerck-Verhältnisse) hier rauskommen.

Die Bilanz 2001 dürfte sehr ansehnlich werden.

- Immobilie in Köln mit fast 40 Mio. Euro Gewinn verkauft (steuerfrei, da Sonderposten nach 6B)
- Verkauf des Osteuropageschäfts brachte ca. 150 Mio. Euro in die Kassen (davon ca. 70 Mio. Euro steuerfreier Gewinn).
- dadurch fallen zukünftig jährliche Zinsbelastungen von 9 Mio. Euro weg
- Stollwerck hat keine Bankschulden mehr und noch ca. 80 Mio. Euro Cash
- Der Umsatz der Marken Gubor, Sarotti, Alpia, Sprengel, und Stollwerck, etc. macht zusammen noch ca. 530 Mio. Euro aus
- die Börsenbewertung liegt bei lediglich (210 Euro * 800.000 Aktien) 168 Mio. Euro

Im 1. Quartal wird noch bekanntgegeben, dass eine Großbank mit 25% bei Stollwerck einsteigen wird (wahrscheinlich die Deutsche Bank). Die Infos ist offiziell und damit kein Insiderwissen (siehe Artikel aus der SZ).

Du siehst also ich kaufe sowohl Stollwerck, AdCapital, Deutsche Balaton und noch ein paar weitere Value-Aktien ein. Wieso schreibst du nicht bei Balaton mal wieder etwas Negatives? Hier kommen mir zu wenig stücke auf den Markt. Streng Dich aber bitte an.
Entschuldige den Zynismus, aber ich kann nicht verstehen, wie man nur wegen eines "Kursverfalls" von wenigen Prozent gleich Panik bekommen soll.
Unter 200 € wird es wohl schon Zartbitter, oder ? Die "Neuen" sind ja richtig erfolgreich, Hut ab.
Aha, also keine Meinung zum Unternehmen, sondern nur zum Kursverlauf! Das ist natürlich ärmlich...
Mmmmmhhh, Zartbitter ist eine meiner Lieblingssorten.
Außerdem steh` ich auf billige Aktien.
;)

Aber das hier gefällt mir nicht:

http://www.tfc-charts.w2d.com/chart/CC/W

http://www.google.com/search?hl=en&q=cacao+disease

Andererseits darf man Schokolade seit einigen Monaten mit billigem Kokosfett strecken.
Könnte helfen. :D


http://www.tfc-charts.w2d.com/chart/CC/M

Ist diese Relation völlig zufällig?
Just, als die Kakaopreise 2000 am Tief waren, stand Stollwerck am Hoch.
@gholzbauer

Die Kakaopreise machen sicher etwas aus. Die steigen und fallen aber immer wieder. Gute Schokolade sollte nicht mit billigem Kokosfett gestreckt werden. Die Zuckerpreise sind auch wichtig (EU-Preise und Schweizer-Preise).

@Hintergrund
Ich mag ganz gerne etwas herbere Schokoladen.
Bin aber doch perplex wieviele Stücke hier rauskommen. Hast Du etwas an meinen fundamentalen Überlegungen auszusetzen?
@Hintergrund
Wo bleiben Deine fundierten Kommentare zum Kursverlauf?
Muß der Kurs nochmal auf 200 fallen, damit Du wieder aus dem Untergrund auftauchst?

E.Xaver
Die massive Unterbewertung beginnt sich abzubauen. Allerdings gibt`s kaum Stücke! Da allein über 40% der MarketCap als Netto-Cash auf der hohen Kante liegen (von Stillen Reserven ganz zu schweigen), dürfte der Kurs bald wieder die 350 € in Angriff nehmen.

Man stelle sich vor, Nestlé oder Lindt gäbe als Cash-Wert zu diesen Ausverkaufspreisen...

Eine fundierte Meinung von Hintergrund würde mich auch interessieren.
@cyber

330 Euro sollte der erste Widerstand werden. Fundamental dürfte Stollwerck locker 500 Euro wert sein.
Wenn Du die Bewertung Stollwercks mit amerikanischen Schokoladenherstellern vergleichst, dann sind vierstellige Kursziele möglich (zu nennen wäre beispielsweise Hersheys mit einem KUV von 2,07 und einem KBV von über 8, das KGV liegt gar bei 45).
Schön bei Balaton mal wieder etwas von Dir zu hören. Ich dachte schon Du hättest verkauft. Oder gingen Dir nur tirpiz, Vaddar Graf und der nichtsagende Steinhauer auf die Nerven?

Gruß
@E.Xaver
Stollwerck ist auf dem derzeitigen Niveau ein absolutes Schnäppchen. Im Vergleich zu angelsächsischen Unternehmen der Branche sowieso. Wenngleich ich amerikanische Bewertungsmaßstäbe auf Stollwerck für nicht übertragbar halte. Dennoch, 500-600 € sind das absolute Minimum, das hat Buffett auch schon so ähnlich erkannt...

Bei Balaton bin ich natürlich nach wie vor investiert. Meine Truppen stehen, um mal den Altkanzler in`s Spiel zu bringen. Was Dr. Schellenberger seit seiner Amtszeit veranstaltet ist große klasse, auch wenn das andere nicht wahrhaben wollen. Wenn er mit der Wertschöpfung in dem Tempo über die nächsten Jahre weitermacht, haben wir unseren deutschen Buffett...
270! Charttechnisch ein klasssicher Ausbruch. Demnächst wird der neue Aktionäre bekanntgegeben.
Herr Emil Kränzlein hat seinen Winterschlaf offenbar beendet und berichtet auf der Internetseite der Share-Infos in einem update über die jüngsten Entwicklungen bei der STOLLWERCK AG. Der Text ist heute über den Mailverteiler versendet worden und wird spätestens am Wochende auf der Internetseite der Share-Infos erwartet.

Grüße

Peer Share
http://www.share-infos.de
@PeerShare
Besten Dank. Wie ist eigentlich Deine Meinung zu Stollwerck?
@PeerShare

Naja ganz nett geschrieben, wie immer, aber auch keine neuen Infos (Stadtsparkasse oder Deutsche Bank war auch schon klar, angeblich ist aber auch eine Versicherung interessiert). Ein mögliches Abfindungsangebot sollte, sofern es kommt weit über aktuellen Kursen stattfinden. Ein Pflichtangebot kann natürlich immer erfolgen.

Auch über den Immoblienverkauf in Köln (Gewinn angeblich bei über 35 Mio. Euro und dies steuerfrei) wurde auch nichts erwähnt.

Bald wissen wir mehr...

Grüße
Doch schon abrufbar. Für einen Reisebericht nicht schlecht, mehr aber auch nicht.
Kann den Bericht nicht abrufen, wahrscheinlich weil ich die ganzen Cookies nicht akzeptiere.
Bis nächsten Freitag müssen die Tagesordnungspunkte der kommenden Hauptversammlung veröffentlicht werden.

Bin schon auf den Dividendenvorschlag gespannt.
Um auf die Frage von cyberpiper zu antworten: Nach meiner Meinung war STOLLWERCK bei 200 ein Schnäppchen und ist auf der aktuellen Basis keinesfalls teuer.

Grüße

Peer Share
305 in Düsseldorf !! Erwarte diese Woche noch Neuigkeiten...
Hi zusammen,

aus der im heutigen BAnz veröffentlichten Einladung zur HV
am 24.05.02 geht hervor, daß neben einer Div iHv 5 € ein
Bonus iHv 110 € je Aktie gezahlt werden soll.

Grüße,

der_geringste.
Da sind die News:

Stollwerck mit Umsatzplus - Osteuropa-Geschaft verkauft

KOLN (dpa) - Die Stollwerck AG hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr vor
allem wegen ihres erfolgreichen Auslandsgeschafts deutlich gesteigert. Der
Umsatz wuchs um 4,7 Prozent auf 750,6 Millionen Euro, teilte der Kolner
SuSwaren-Konzern am Mittwoch mit. Der Uberschuss sei - bedingt durch den Verkauf
der Osteuropa-Gruppe - von 15,9 Millionen Euro auf 66,3 Millionen Euro
geklettert. Der Marktanteil in Deutschland wuchs von 12,8 Prozent auf 13,5
Prozent.

Die Stollwerck AG mit den Kernmarken Sarotti, Sprengel, Alpia hatte 2001
ihre Tochterunternehmen in Russland, Polen und Ungarn an den
US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods Inc. verkauft. Zur Neuordnung gehorte nach
Konzern-Angaben auch der Erwerb einer Produktionsstatte in Berlin und der Kauf
der Markenrechte Waldbaur und Scho-Ka-Kola.

Fur das laufende Jahr erwartet die Stollwerck AG ein "zufrieden stellendes
Ergebnis", obwohl der Preisanstieg fur die Hauptrohstoffe bisher in 2002
andauere. Es solle eine Dividende von 5,00 Euro sowie ein Bonus von 110,00 Euro
je Stuckaktie ausgeschuttet werden.
Nächste Woche soll auch der neue Aktionär vorgestellt werden. siehe Artikel


Diverse Zeitungsartikel:

Stollwerck steigert Überschuss


raz Köln. Der Süßwarenkonzern Stollwerck hat 2001 den Überschuss deutlich gesteigert. Durch einen steuerfreien Sonderertrag von nahezu 40 Millionen Euro aus der Veräußerung der Osteuropatöchter an Kraft Foods kletterte der Überschuss auf 66,3 (15,9) Millionen Euro, so das Unternehmen gestern. Die Aktionäre erhalten neben einer Dividende von fünf Euro einen Bonus von 110 Euro.

Mittelständische Firmen wie Stollwerck könnten die finanziellen Risiken des Engagements in den osteuropäischen Wachstumsmarkt nicht tragen, so das Unternehmen. Erst nach einer schwierigen Anlaufphasen und hohen Verlusten im Zuge der russischen Finanzkrise 1998 seien die Osttöchter in guter Verfassung und hätten alle im Jahr 2001 Gewinne erwirtschaftet. Der Umsatz des Konzerns stieg 2001 wegen der guten Auslandsgeschäfte um 4,7 Prozent auf 750,6 Millionen Euro. In Deutschland stieg der Marktanteil der Stollwerck AG mit den Kernmarken Sarotti, Sprengel und Alpia von 12,8 auf 13,5 Prozent. Bei Tafelschokolade beträgt der Anteil 24,2 (21,6) Prozent.

Die Umsätze im ersten Quartal liegen ungefähr auf dem Niveau der Vorjahreszahlen, die Osteuropaumsätze herausgerechnet. Obwohl sich die Verteuerung der Hauptrohstoffe unvermindert fortsetze, "gehen wir davon aus, auch in diesem Jahr ein zufrieden stellendes Ergebnis zu erwirtschaften", so Stollwerck.


Investor für Stollwerck gefunden

VON WILLI FELDGEN, 10.04.02, 19:39h, aktualisiert 21:04h



Auf eine langen Tradition schaut Stollwerck zurück. Schon vor hundert Jahren gab es die Kölner Schokolade aus dem Automaten.




Der Kölner Schoko-Hersteller löst seine Gewinnrücklagen auf. Hans Imhoff trennt sich womöglich sogar von der Mehrheit.
Köln - Die freien Aktionäre der Stollwerck AG in Köln hatten in letzter Zeit wenig zu lachen: Nicht nur, dass sich der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Imhoff, der bis Ende 2001 rund 96 Prozent der Anteile hielt, aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und damit auch die Leitung der früher stets karnevalistischen Hauptversammlung abgegeben hatte - auch der Kurs der Aktie stürzte ab: 1999 stieg das Papier bis auf 470 Euro und wurde im Jahr darauf sogar bis auf 680 Euro hoch spekuliert. Zuletzt dümpelte es bei vergleichsweise bescheidenen 280 Euro vor sich hin. Doch gestern sprang der Kurs auf über 300 Euro.

Der Schoko-Konzern gab am Mittwoch bekannt, dass die Hauptversammlung am 24. Mai für 2001 zwar nur die übliche Dividende von fünf Euro beschließt, doch dafür wird der Bonus diesmal besonders dick ausfallen: 110 Euro pro Aktie werden ausgeschüttet. Den Geldsegen begründet der Stollwerck-Vorstand mit dem Verkauf des Osteuropa-Geschäfts für 300 Millionen DM im vergangenen Jahr. Daraus erzielte der Süßwarenkonzern nach eigenen Angaben einen steuerfreien Sondergewinn von nahezu 40 Millionen Euro. Insgesamt sei der Jahresüberschuss von Stollwerck damit deutlich auf 66,3 (Vorjahr 15,9) Millionen Euro gestiegen. Die Bonuszahlung - auch aus der Auflösung von 33,5 Millionen Euro an Gewinnrücklagen - erfolge, da sich „auf absehbare Zeit keine Anlagemöglichkeiten“ abzeichneten, heißt es. Der Stollwerck-Umsatz legte 2001 um 4,7 Prozent auf 750,6 Millionen Euro zu.

Offenbar steht die plötzliche Großzügigkeit im Hause Stollwerck auch im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Verkauf eines größeren Aktienpakets. Nachdem Hans Imhoff zum Jahresanfang bereits 30 Prozent der Stollwerck-Aktien einer gemeinnützigen Stiftung übertrug, trennt er sich nun von weiteren Anteilen. Wie es in der Branche heißt, will die Familie Imhoff bereits kommende Woche den neuen Investor vorstellen. Es sei ein „börsennotiertes Unternehmen“, heißt es. Möglicherweise trennt sich Imhoff sogar von der Aktienmehrheit, vermuten gut unterrichtete Kreise.

Aus dem Unternehmen des Käufers soll auch der neue Stollwerck-Vorstandschef kommen. Zurzeit führen Klaus Friedrich (Finanzen), Hans Imhoff jr. (Export) und Hans-Werner Grieme (Inland) das Unternehmen gemeinsam.
Die Imhoff Industrieholding führt Verkaufsgespräche mit Barry Callebaut!
Hier ist der Link zur Meldung:

http://www.barry-callebaut.com/pdf/PressRelease11-04-2002-G.pdf

380!!
Der Branchenkrösus wird für die Stillen Reserven bei Stollwerck einiges hinlegen müssen...
Barry Callebaut an Stollwerck-Übernahme interessiert

Zürich/Düsseldorf (vwd) - Die Barry Callebaut AG, Zürich, ist an einer Übernahme des Kölner Schokoladenkonzerns Stollwerck AG interessiert. Das Schweizer Unternehmen bestätigte am Donnerstag entsprechende Verhandlungen mit der Imhoff Industrie-Holding AG, hinter der der frühere Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende von Stollwerck, Hans Imhoff, steht. Details zu den Gesprächen wollte Barry Callebaut zunächst nicht bekannt geben. Imhoff hatte etwa 30 Jahre lang rund 96 Prozent der Stollwerck-Aktien gehalten, zu Jahresbeginn allerdings bereits 30 Prozent der Anteile an eine gemeinnützige Stiftung übertragen. Im vergangenen Dezember hatte Stollwerck bereits den bevorstehenden Einstieg eines neuen Großaktionärs angekündigt. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Donnerstag berichtete, will sich Imhoff mittlerweile eventuell sogar von der Stollwerck-Mehrheit trennen. Die Familie Imhoff
wolle bereits in der kommenden Woche ein börsennotiertes Unternehmen als neuen Investor vorstellen, heißt es in der Zeitung. Am Mittwoch hatte der Schokoladenhersteller die Auflösung seiner Gewinnrücklagen bekannt gegeben. Die Aktionäre sollen für den Verkauf des Osteuropa-Geschäfts für 2001 einen Bonus von 110 EUR je Aktie erhalten. +++Andreas Heitker
vwd/11.4.2002/hei/bb

11.04.2002 - 10:42 Uhr
Nachfolgende Meldung kam gerade über Reuters. Bei der Berechnung des Analysten kommt dieser auf einen möglichen Übernahmepreis von 437,50 Euro pro STOLLWERCK-Aktie. Da der Verkauf der Osteuropa-Aktivitäten explizit ausgenommen wurde, müßte man die angekündigte Ausschüttung von 115 zusätzlich berücksichtigen, so daß sich ein Wert von 552,50 Euro ergeben würde, knapp 50% über dem jetzigen Aktienkurs von 375 Euro.

Der Wert von 552,50 wäre für die freien Aktionäre zwar sehr schön, erscheint mir persönlich allerdings etwas zu hoch gegriffen. Die Entwicklung der STOLLWERCK-Aktie in den letzten Wochen zeigt aber einmal mehr, daß es im Nebenwerte-Bereich echte Perlen zu entdecken gibt, die unabhängig von der Gesamtmarktentwicklung ein hohes Kurspotential aufweisen.

Grüße

Peer Share


Zürich, 11. Apr (Reuters) - Barry Callebaut <BARYn.S> zieht die
Übernahme der deutschen Stollwerck AG, Köln, in Betracht. Wie der Schweizer
Hersteller von Kakao- und Schokoladeprodukten am Donnerstag mitteilte, führe
er Gespräche mit der Imhoff Industrieholding AG über eine mögliche Übernahme
von Stollwerck. Stollwerck gehöre zu den führenden deutschen
Schokoladeherstellern.
Barry Callebaut erzielt mit rund 5000 Beschäftigten einen Jahresumsatz
von rund 2,5 Milliarden sfr.
Deutschland sei für Barry Callebaut noch ein wenig erschlossener Markt,
sagte Firmensprecherin Gaby Tschofen. Wenn alles laufe wie geplant, dann
sollten die Gespräche in wenigen Wochen abgeschlossen sein.
Stollwerck komme auf einem Jahresumsatz von etwa 700 Millionen Euro. Die
Firma verkaufte allerdings kürzlich das Osteuropa-Geschäft an Kraft Food
International. Damit dürfte die Firma laut einer Analystenschätzung noch mit
einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro zum Verkauf stehen. Mario
Montagnani, Analyst bei Pictet, sagte, der Übernahmepreis könnte etwa 0,7
Mal den Umsatz oder 350 Millionen Euro entsprechend gut 500 Millionen sfr
ausmachen. Für Barry Callebaut würde die Übernahme Sinn machen, so der
Analyst weiter. Es komme aber auch darauf an, wie die Übernahme finanziert
werde und ob sie zu einer Gewinnverwässerung führe.
Über die Form der Finanzierung sei noch nichts entschieden, sagte der
Firmensprecherin weiter.
Die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung brachte die Aktie etwas unter
Druck. Der Kurs sank bis gegen 17.00 Uhr um zwei sfr auf 168 sfr.
ajs/kdo
Da die neuen Reglementarien zur Abfindung des Streubesitzes so ausgerichtet sind, daß nahezu jedes Abfindungsangebot in einem gerichtlichen Schiedsverfahren endet, dürfte auch hier bei Stollwerck früher oder später ein "zu niedriges" Angebot kommen.
Diesen "Test" hatte ich gestern schon versucht - leider ohne Erfolg...:)

Danke für die WO-Bemühungen, den Thread wieder "flottzumachen".
Quelle: http://www.share-infos.de

STOLLWERCK mit rasanter Kursentwicklung

Vor genau einer Woche hatten wir auf der Internetseite der SHARE-INFOS (http://www.share-infos.de) einen Bericht vom altehrerwürdigen Herrn Emil Kränzlein zur STOLLWERCK AG veröffentlicht. Die Aktie hat nun in den letzten Tagen mit einer rasanten Kursentwicklung auf sich aufmerksam gemacht. Hintergrund des Kurssprungs waren sehr konkrete Meldungen über eine mögliche Übernahme der STOLLWERCK AG durch den schweizer Schokoladenkonzern BARRY CALLEBAUT. Auch wenn Herr Kränzlein die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme als hoch eingestuft hat, dürfte ihn die Schnelligkeit der Ereignisse ebenfalls überrascht habt. Trotzdem Gratulation von meiner Seite für das ausgezeichnete Timing!

Seit der Veröffentlichung stieg der STOLLWERCK-Kurs von 279 Euro bei vergleichsweise hohen Umsätzen um ca. 40% (!) auf aktuell ca. 390 Euro. Vor dem Hintergrund dieser rasanten Kursentwicklung stellt sich Frage, zu welchen Konditionen die Übernahme erfolgen könnte.

Vorab sei bemerkt, daß STOLLWERCK beabsichtigt, den Gewinn aus dem Verkauf des Osteuropa-Geschäfts in voller Höhe an die Aktionäre auszuschütten. Neben der regulären Dividende in Höhe von 5 Euro pro Aktie soll auf der kommenden Hauptversammlung eine Sonderausschüttung von 110 Euro pro Aktie beschlossen werden. Die Übernahme müsste also vor dem Hintergrund des bereits verkauften Osteuropa-Geschäfts betrachtet werden.

Nach den Regelungen des neuen Übernahmegesetzes müsste der Übernehmer den freien Aktionären der STOLLWERCK AG ein entsprechendes Abfindungsangebot unterbreiten.

In einer Reuters-Meldung vom 11.4. wird Mario Montagnani, Analyst bei Pictet, zitiert, der einen Übernahmepreis in Höhe von etwa 0,7 mal Umsatz von 500 Mio. Euro (ohne Osteuropageschäft) oder 350 Millionen Euro für möglich hält. Aus dieser Rechnung ergibt sich ein Preis je STOLLWERCK-Aktie in Höhe von 437,50 Euro. Rechnet man hier noch die anstehende Ausschüttung in Höhe von 115 Euro dazu, ergäbe sich ein Wert je STOLLWERCK-Aktie in Höhe von 552,50 Euro.

Weitere Hinweise auf einen möglichen Wert der STOLLWERCK-Aktie können der heutigen Ausgabe des HANDELSBLATTS (12.04.2002) entnommen werden. Hier wird berichtet, daß die Familie Imhoff als Mehrheitsaktionärin der STOLLWERCK AG ca. 30% der Aktien auf eine gemeinnützige Stiftung übertragen wird und das Restpaket von 65% veräußern möchte. Für dieses Restpaket erhofft die Familie einen Verkaufserlös von 300 Mio. Euro zu erzielen. Ausgehend von dieser Rechnung ergibt sich ein Wert je STOLLWERCK-Aktie von 576,92 Euro je Aktie. Unklar ist, ob in dem genannten Preis die Dividende in Höhe von 115 Euro schon eingerechnet ist oder nicht. Im letzteren Fall würde sich der Wert auf 691,92 Euro erhöhen.

Sowohl der von Pictet genannte Wert von 552,50 Euro als auch der lt. Handelsblatt von der Familie Imhoff erhoffte Wert von 576,92 bzw. 691,92 Euro erscheinen mir persönlich als zu hoch gegriffen. Bei der Beurteilung der Verhandlungspositionen in den Übernahmegesprächen ist zu berücksichtigen, daß deutsche Wettbewerber (z.B. die KRÜGER-Gruppe oder auch RITTER) von einem möglichen Kauf der STOLLWERCK-Mehrheit abgesehen haben. Der Grund hierfür dürfte u.a. in den in Deutschland äußerst niedrigen Handelsmargen für Tafelschokolade zu sehen sein.

Vor dem Hintergrund der Aussage von BARRY CALLEBAUT, daß die Vertragsverhandlungen in wenigen Wochen abgeschlossen sein sollen, billige ich der Aktie ausgehend von der heutigen Basis von ca. 390 Euro durchaus noch spekulatives Kurspotential zu. Mit Blick auf die relative Marktenge der STOLLWERCK-Aktie halte ich aber laufende (Teil-) Gewinnmitnahmen für ein geeignetes Mittel, die vorhandenen Gewinn zu sichern, um anschließend nur noch mit einem Teilbetrag auf Kursausreißer nach oben zu spekulieren.

Grüße

Peer Share

STOLLWERCK AG, WKN 728 000, Kurs am 12.04.2002: 390 Euro, Börsenplätze Düsseldorf (variabel), Frankfurt (Kasse).

Bitte beachten Sie den Risikohinweis auf der Seite der SHARE-INFOS http://www.share-infos.de
Es bleibt eben Spekulation. Erst recht vor dem Hintergrund des Wertansatzes für bekannte Markennamen und Stille Reserven oder einem Vergleich zu angeslsächsischen Herstellern (Hersheys zwar margenstärker, aber mit KUV über 2, KBV über 8, KGV bei 45).
Danke Peer für die aktuellen Zahlen. So bekommt man eine Vorstellung davon, was uns Aktionäre im besten Fall erwarten könnte: Abfindungszahlungen um 450-500 Euro + Bonus von 110 Euro...:)

"In einer Reuters-Meldung vom 11.4. wird Mario Montagnani, Analyst bei Pictet, zitiert... Aus dieser Rechnung ergibt sich ein Preis je STOLLWERCK-Aktie in Höhe von 437,50 Euro. Rechnet man hier noch die anstehende Ausschüttung in Höhe von 115 Euro dazu, ergäbe sich ein Wert je STOLLWERCK-Aktie in Höhe von 552,50 Euro.

Weitere Hinweise auf einen möglichen Wert der STOLLWERCK-Aktie können der heutigen Ausgabe des HANDELSBLATTS (12.04.2002) entnommen werden. Hier wird berichtet, daß die Familie Imhoff als Mehrheitsaktionärin der STOLLWERCK AG ca. 30% der Aktien auf eine gemeinnützige Stiftung übertragen wird und das Restpaket von 65% veräußern möchte. Für dieses Restpaket erhofft die Familie einen Verkaufserlös von 300 Mio. Euro zu erzielen. Ausgehend von dieser Rechnung ergibt sich ein Wert je STOLLWERCK-Aktie von 576,92 Euro je Aktie. Unklar ist, ob in dem genannten Preis die Dividende in Höhe von 115 Euro schon eingerechnet ist oder nicht. Im letzteren Fall würde sich der Wert auf 691,92 Euro erhöhen."

Das wäre wirklich sensationell, wenn es denn tatsächlich so kommen sollte. Warum aber eigentlich nicht? Imhoff ist ja bekannt dafür, daß er die freien Aktionäre fair behandelt und er will sicher nicht, daß seine "langjährigen Weggefährten" über den Tisch gezogen werden.

Ob am kommenden Sonntag die großen Sonntagszeitungen über diesen Deal berichten werden? Dann können wir uns am Montag vielleicht auf weiter steigende Kurse freuen...:)

Aktuell stehen wir bei 375bG. Spekulativ sind sicherlich noch einige % bis deutlich über 400 Euro drin - ich bleibe investiert!

Gruß
The Trump
Nachfolgend ein interessanter Artikel aus der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, 15.04.2001:

Schweizer beißen bei Stollwerck an

Barry Callebaut verhandelt mit „Schokoladen-König“ Imhoff

Über 30 Jahre waren der Kölner Stollwerck-Konzern und sein Großaktionär Hans Imhoff ein unzertrennliches Gespann. Jetzt steht der 80-jährige „Schokoladenkönig“ vor der Trennung von seiner Firma. Nach der Übertragung von 30 Prozent seines Anteils von rund 95 Prozent auf eine gemeinnützige Stiftung war ursprünglich nur vom Verkauf eines weiteres Paketes die Rede. Es werde eine Konstruktion gefunden, die weiter den Einfluss der Familie sichere, hieß es. Ein deutsches Finanzinstitut werde einsteigen. Alles passé. Jetzt geht es um den kompletten Verkauf des restlichen Imhoff-Aktienpaketes von 65 Prozent.

Größte Chancen auf den Zuschlag hat die Schweizer Barry Callebaut der Unternehmerfamilie Jacobs. Der Bergisch-Gladbacher Fabrikant Willibert Krüger scheint aus dem Rennen. Die Schweizer bestätigen mittlerweile die Verhandlungen. Und von Stollwerck-Aufsichtsräten wird schon ein zügiger Abschluss in Aussicht gestellt.

Sarotti, Sprengel oder Alpia – die Stollwerck-Marken sind in Deutschland wohl bekannt. Den Namen Bary Callebaut kennen nur wenige. Dabei ist der Konzern mit Sitz in Zürich der weltweit größte Hersteller von Industrieschokolade. 14 Prozent aller Kakaobohnen, die auf der Erde geerntet werden, landen in den 24 Produktionsstätten von Barry Callebaut, die auf 16 Länder in vier Kontinenten verteilt sind. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte der Konzern einen Umsatz von 2,5 Milliarden Franken.

Barry Callebaut stellt mehr als 600 Produkte her, alle Formen von Schokolade natürlich, daneben Füllungen, Glasuren, Pulver, aber auch Halbfabrikate wie Kakaomasse oder -butter. Geliefert wird vor allem an Vermarkter von Schokoladeprodukten, die nicht selber produzieren: insgesamt rund 5000 Kunden, darunter Nestlé, Unilever und Danone. Der Endverbraucher bekommt den Firmennamen fast nie zu sehen, nur in Belgien werden Schokoladentafeln und Riegel unter der Marke Callebaut vertrieben.

Entstanden ist der Konzern 1996 aus der Vereinigung der belgischen Callebaut und der französischen Cacao Barry. Treibende Kraft war der in die Schweiz ausgewanderte deutsche Unternehmer Klaus Jacobs, dessen Holding bis zum Börsengang im Jahr 1998 100 Prozent am Unternehmen hielt. Erst im vergangenen Dezember zog sich Jacobs, der noch immer die meisten Anteile an Barry Callebaut besitzt, zugunsten seines Sohnes aus dem Verwaltungsrat zurück. Jacobs hatte in Bremen die Firma seiner Eltern zum weltgrößten Kaffeekonzern ausgebaut und war vor 20 Jahren auch in der Schweiz aktiv geworden. Er übernahm den Schokoladenhersteller Suchard-Tobler und verkaufte ihn später mit bekannten Marken wie Milka und Toblerone an den US-Konzern Philip Morris. Der führte die Tochter schließlich mit Kraft General Foods, der späteren Kraft Foods zusammen.

Barry Callebaut will langfristig doppelt so schnell wie der Markt wachsen, etwa sechs Prozent jährlich. Diesem Ziel würde der Erwerb von Stollwerck dienen.
Abgebaut werden soll hingegen der Anteil des wenig lukrativen Geschäfts mit Halbfertigprodukten. So gab der Konzern nun die Schließung eines Kakaoverarbeitungswerkes im niederländischen Bussum bekannt. Hans-Willy Bein und

Thomas Kirchner
Weniger als 380(inklusive Dividende)werden wohl kaum raussprigen, d.h. wir können in aller Ruhe abwarten "Wer" und vorallem zu "welchem Preis" Stollwerck erwirbt.
FTD, 18. April 2002
Stollwerck-Verkauf soll mehr als 500 Mio. Euro bringen
Abschluss schon in der kommenden Woche erwartet
(...) Denkbar sei ein Kaufpreis, der dem erwarteten Umsatz von Stollwerck entspreche, zuzüglich eines Aufschlags für Marken (...) Er dürfte sich zwischen 500 und 600 Mio. Euro einpendeln (...) "Sollten die Verhandlungen (...) scheitern", sagt ein Kenner, "bleibt alles wie es ist."
Wenn ich mir so die Umsätze und die Kursbewegung anschaue, dann steht wohl demnächst das Resultat im Raume...
Wenn ich so sehe, wie da einer flux 110 zu 425 in F mitgenommen hat, spricht alles für eine baldige Entscheidung...auch bei Schmalbach könnte was in`s Haus stehen...
Zürich, 26. Apr (Reuters) - Der Schokoladehersteller Barry Callebaut<BARYn.S> übernimmt wie geplant die deutsche Stollwerck AG<STLG.F>. Der Gesamtwert der Akquisition belaufe sich inklusive Finanzverbindlichkeiten auf 256 Millionen sfr oder 175 Millionen Euro, teilte Barry Callebaut am Freitag mit.
Aus der Übernahme entstehe ein Unternehmen mit einem kumulierten Pro-Forma-Umsatz 2001 von 3,325 Milliarden sfr oder 2,210 Milliarden Euro. Das Synergiepotenzial werde auf 32 Millionen sfr jährlich sfr veranschlagt und solle bis 2005 voll realisiert werden.
Die Akquisition werde einmalige Resturkturierungsaufwendungen von rund 80 Millionen sfr zur Folge haben und solle zulasten der laufenden Rechnung verbucht werden. Dennoch solle Barry Callebaut für das Geschäftsjahr 2001/02 eine unveränderte Dividende ausschütten.
In einem ersten Schritt würden die 96 Prozent der Gesellschaft übernommen, die die Imhoff Industrieholding und die Imhoff Stiftung hielten. Den freien Aktionären, die die restlichen vier Prozent hielten, solle ein Angebot zu circa 273 Euro je Stollwerck-Aktie gemacht werden. Dies sei der gewichtete Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate.
Die von Barry Callebaut übernommene Stollwerck AG in Westeuropa erzielte 2001 einen Umsatz von 730 Millionen sfr. Barry Callebaut kam 2001 auf einen Umsatz von 2,5 Milliarden sfr.
rpk/par

Friday, 26 April 2002 06:34:42
ENDS [nL26512602]
Weitere Infos gibt es hier:

http://www.barry-callebaut.com/pdf/PressRelease26-04-2002-G2.pdf

mfg Auditor2000
Auf der HP steht, daß das Angebot sich an einem gew. Durchschnittskurs orientieren soll, der in den letzten 3 Monaten 273 € betragen hat. Es steht nicht, daß es "nur" 273 sind. Woher hast Du die Meldung?
Frage mich, warum der Kurs bei 440 steht...
Die Meldung von Callebaut ist sehr "tricky" in der Formulierung. Das Angebot wird erst NACH Vollzug der Akquisition erfolgen und dann auf der Basis eines Durchschnittskurses. Dieser Kurs liegt aber noch nicht fest. Der genannte Kurs von 273 Euro ist damit nur ein Beispiel. Selbst wenn die freien Aktionäre einen Kurs von 273 Euro erhalten würden, dürfte vor einer Übernahme noch die Dividendenausschüttung stattfinden, so daß nach meinem ersten Verständnis der Meldung der Abfindungskurs als Untergrenze 273 Euro + 115 Euro = 388 Euro betragen dürfte.

Mit Sicherheit werden die Angaben von Seiten Callebaut/Stollwerck nochmals konkretisiert werden.

Grüße

Peer Share
Je länger der Kurs bei 450 steht, desto besser für uns. Allerdings kann die Transaktion nach der Dividendenausschüttung (Stollwerck HV) recht schnell gehen, da Barry selbst keine HV benötigt...
@all

Ein Pflichtangebot darf nach neuem Übernahmegesetzt nicht niedriger ausfallen als die Bezahlung an den Großaktionär. Zugleich dürfte ein Angebot aber auch nicht niedriger sein als der Durchschnittskurs der letzten drei Monate.

Bei einem Kaufpreis von 256 Mio CHF oder 175 Mio EUR für 65% von Stollwerck bedeutet dies 175 Mio. Euro/0,52 Mio. Aktien und damit 336,54 Euro/Aktie. Davor ist allerdings noch die Zahlung der Dividende von 115 Euro/Aktie. Macht zusammen 451,54 Euro/Aktie.
Habe im letzten Posting einen Fehler gemacht. Sorry. Der Kaufpreis ist bereits inklusive Schuldenübernahme (hatte ich überlesen).
Da bin ich ja froh, daß ich meine letzten Stücke heute Mittag raus habe...So ganz klar ist mir die Sache nämlich nicht gewesen.
Wer hat denn bei 450 wie Blücher alles mitgenommen?!
Keine Ahnung, wer da bei 450 Euro auf Teufel komm raus alles mitgenommen hat.
Mir war´s aber recht!

Grüße
adelbert.
Jede Menge Presse gibt`s unter http://www.paperball.de
Besteht die Möglichkeit, dass von den genannten 273,- EUR noch die Dividenden- und Bonusausschüttung abgezogen werden könnte? Wenn man die 175 Mio EUR in das Verhältnis der Aktien setzt, kommt man jedoch auf einen gesetzlichen Übernahmewert von mindestens 220,- EUR pro Aktie plus die Dividenden- und Bonusausschüttung.
Wie schätzt ihr die Situation ein?
Kölner Stadtanzeiger 27.04.02:

...ratsamer dürfte es aber sein auf dieses Angebot zunächst nicht einzugehen. ...Das zweite Angebot dürfte deutlich höher ausfallen: seit der Ankündigung einer Sonderdividende in Höhe von 110 Euro je Aktie ist der Sollwerck Kurs an der Börse nämlich entsprechend gestiegen, und wird wohl bis zur Hauptversammlung Ende Mai ahnlich hoch bleiben. Daher dürfte das spätere "Zwangsangebot" für die Sollwerck Aktionäre deutlich über dem Preis von 273 Euro liegen...
@bolcom
-In anderen Fällen wurde z.T. angekündigt, die Dividende aus dem Angebot herauszurechnen..
-Auch sind von den 175 Mio. für 96% wohl noch die übernommenen Verbindlichkeiten herauszurechnen, um die Untergrenze für das Angebot zu bekommen..
- Wichtiger aber die 3Monate mit gewichtetem Kurs: Nur, von wann bis wann sind die 3 Monate zu rechnen. Auch hier gibt`S Unklarheiten, da die nötigen Infos noch fehlen..
Die FAZ hat in der Samstagsausgabe (S. 16) auf einer halben Seite ("Schweizer kommen bei Stollwerck-Schokolade günstig zum Zuge") über diesen Deal berichtet.

Tenor war, daß die Firma wohl sehr günstig (aus Käufersicht) verkauft wurde, die Rubrik "Markt&Meinung" (S. 20) schreibt sogar: "Der Verkaufspreis ist zartbitter". Problematisch an Stollwerck sei vor allem die niedrige Ertragskraft aus dem operativen Geschäft...

Insgesamt bin ich vom Verlauf der Verhandlungen aus Sicht eines freien Aktionärs etwas enttäuscht, da die FTD noch vor wenigen Tagen von einem Kaufpreis von ca. 350 Mio. Euro (0,7*Umsatz) berichtet hatte. Nun liegen wir bei der Hälfte bzw. 175 Mio. Euro.

Das sind nur ungefähr 35 % des Umsatzes (ohne Osteuropa-Geschäft) und erscheint auf den ersten Blick recht mager.

Die 450 Euro sollten wir jedenfalls so schnell leider nicht wiedersehen...:(

Gruß
The Trump
die 450 € werden wohl die Obergrenze darstellen, dennoch darf man nicht vergessen, daß vor der Abfindung noch die Dividende ausgeschüttet wird - die man auch beim Kaufpreis nicht vergessen darf - sie wird zwar nicht erwähnt- fließt aber allen zu. Da außerdem der 90 Tage Durchschnitt zur zeit ständig ansteigt kann ich mir durchaus vorstellen, daß der Kurs bald wieder 400 € oder leicht höher (bis 420 )sein wird - die 350 € waren sicher Panikverkäufe.
Die Unsicherheiten und das Risiko einer Fehleinschätzung sind mir momentan zu groß. Auch die hier gennanten Argumente beruhen eher auf Vermutungen und Hoffnung...
Kennt jemand die offizielle Tagesordnung zur HV am 24.5.2002 und kann sie kurz hier mitteilen ? Die Einladung hätte ja eigentlich schon erfolgen müssen, oder habe ich was verpaßt ? Es wäre nämlich interessant, endlich zu klären, ob die Dividende definitiv gezahlt wird oder nicht und ob die HV überhaupt noch zum ausgemachten Termin stattfindet. Das Kartellverfahren wird sich mit Sicherheit entgegen den Hoffnungen von Callebaut über den 24.5. hinausziehen (siehe jüngst in dem unproblematischen Fall Gardena).
Gruß unicum
Unicum, die Dividende von 115 € wird definitiv bezahlt, da ansonsten der mit Barry Callebaut vereinbarte Kaufpreis von 175 Mio. € - nach Auszahlung der Dividende - nicht mehr möglich wäre.

Laut Analystenkonferenz vom 26.04.02 ist das Closing für Juni geplant. Ich halte diesen Zeitpunkt nicht für unrealistisch.

mfg Auditor2000
kurze frage zum verständnis, die abfindung richtet sich nach dem durchschnittskurs der letzten 3 monate, dies bedeutet aber, dass es in diesen 3 monaten z.b. nur 60 handelstage gab.
somit muesste man einen 55-65 tagesdurchschnitt ansetzen, anstatt eines 90 tagesdurchschnitt. ist mein gedankengang korrekt?
habt ihr in euere berechnungen mit dividende/bonus und abfindung und börsenkurs eigentlich auch schonmal die steuer berücksichtigt? die dividende/bonus ist voll steuerpflichtig nach dem halbeinkünfteverfahren, so sagte es mir zumindest die pressesprecherin bei stollwerck!

ich bin mir nicht sicher, ob sich das ganze auf aktueller kursbasis überhaupt noch rechnet! was meint ihr?
@ModeBeteiligung

Der gewichtete gleitende Durchschnittskurs (GGD) liegt momentan bei ca. 340 Euro und steigt weiter an. Wenn der Aktienkurs jetzt bei 360 Euro bleibt, wird der GGD weiter gegen 400 Euro steigen, da wir Ende April Kurse bei 450 Euro mit hohen Umsaetzen hatten. Und auf Basis des GGD wird der Squeeze Out erfolgen.

Gruss,
Dirk
@dirk

moment mal, von squezze-out ist bei stollwerck keine rede! es geht erstmal um ein angebot an die übrigen aktionäre! das sind 2 paar schuhe! das pflichtangebot, welches das schweizer unternehmen vorlegen muß, muß sich also nicht (es kann höchstens!!!) an irgendwelchen durchschnittskursen orientieren, sondern einzig am kaufpreis, der an imhof gezahlt wurde! insofern wird doch zur zeit nur drauf spekuliert, daß nach dividendenabschlag ca. 273 euro gezahlt werden. also ergeben 273 euro + 115 dividende = einen theoretischen aktuellen börsenkurs von 388 euro! wenn man davon jetzt noch die def. neue KöSt in Höhe von 25% von der dividende abzieht, bleiben nur 86.25 euro übrig, + angebotsbetrag ergibt das 359,25 euro! zudem sind die 86.25 euro noch zur hälfte zu versteuern!

effektiv heißt das also, daß an der börse wohl zur zeit schon zu viel für eine stollwerck-aktie bezahlt werden! ganz einfach also!
Das klingt mir alles zu optimistisch. Wer sagt denn, daß die Ausschüttung nicht aus dem Angebot rausgerechnet wird oder daß der genannte gewichtete Kurs in Höhe von 273 nicht genommen wird (aus dem Umfeld hört man immer wieder, daß der Kurs fix sein soll)? Ich bin mir nicht sicher, ob tatsächlich der Kurs der letzten 3M BEI expliziter Angebotsabgabe genommen wird. Vielleicht doch rückwirkend bei Zeitpunkt des Vertragsschlusses, da hier die Kontrollschwelle von 30% überschritten wurde (Ließ mal im Gesetz nach).
Barry sackt 95% von Stollwerck für 175 Mio. Euro (INKLUSIVE Übernahme von Finanzschulden in Höhe von 87,5 Mio. Euro!) ein (das entspricht einer Bewertung von 230 Euro oder bei Herausrechnen der Finanzverbindlichkeiten von 115 Euro pro Aktie). Für 5% oder 40.000 Aktien sollen in Relation ungleich Millionen mehr bezahlt werden? Das glaube ich nicht..
Was meint eigentlich Peer Share dazu. Meine letzte Hoffnung von jemandem, der hier vielleicht noch eine fundierte Meinung äußern könnte...
Den Aktionären muss der Bieter mindestens den
Durchschnittskurs der entsprechenden Aktie in den drei
Monaten vor Bekanntgabe des Übernahmeangebots zahlen.
Zu versteuern sind 50%von 115€ = 57,50€.Bei einem Steuersatz
von ca.30% beträgt die Steuer 17,25% .Etwaige Körperschaftsteuer
wird darauf angerechnet.
Es liegt doch noch gar keine Meldung über den Kontrollerwerb vor. Vor diesem Hintergrund ist doch alles was mit Durchschnittskursen berechnet wird reine Spekulation. Einen "free ride" ohne Risiken gibt es hier jedenfalls genausowenig wie woanders.

Die Besteuerung der Dividende ist übrigens eine Sache des Betrachters. Kapitalgesellschaften müssen den Dividendenzufluß beispielsweise nicht besteuern, so daß deren Entscheidungsfindung anders aussieht als die der Privatanleger. Das wiederum hat auch Auswirkungen auf den Kurs, wovon die Privatanleger wiederum profitieren.

Grüße

Peer Share
Also das mit dem squeeze out war natürlich ein Fehler von mir. Es handelt sich um ein Pflichtangebot und dabei gilt, was Schwabenpfeil geschrieben. Den Zeitraum, der für die Berechnung des Preises herangezogen wird, kann sich der Bieter nicht aussuchen. Es sind die 3 Monate vor der adhoc, in der die Übernahme veröffentlicht wird.

Gruß,
Martin
Im Gesetz steht davon leider nichts! Das ist alles eine Interpretation des §5 WpÜG/Angebotsverordnung. Das einzige was drin steht ist, daß es der gewichtete 3M-Kurs "vor Veröffentlichung der Entscheidung oder der Verpflichtung zur Abgabe eines Angebots" sein muß (1. Grenze)! Die Verpflichtung kann also bereits seit Vertragsschluß (selbst bei schwebendem Vertragsschluß wegen Monti) bestehen.

Auch stand in der FTD dieser Tage (leider auf www.ftd.de nicht zu finden) die Aussage von Barry, daß kein Deut mehr gezahlt wird als 273 Euro. Und wenn dann noch die Ausschüttung rausgerechnet werden sollte, kämen wir den 87,5 Mio. Euro schon näher..
die frage ist doch generell auch, ob das WpÜG überhaupt anwendung findet! der übernehmer stammt weder aus Deutschland noch einem EU-Staat. Demnach kann es fraglich sein, ob überhaupt einen den deutschen vorschriften entsprechendes angebot abgegeben werden muss! das ist rechtlich auch noch nicht geklärt und äusserst zweifelhaft
@ModeBeteiligung

Ohne Jura studiert zu haben, bin ich sicher, daß das Übernahmegesetz gilt, auch wenn der Käufer eine ausländische Gesellschaft ist. Schließlich findet die Übernahme in Deutschland statt. Siehe auch die Klimmzüge, die France Telecom unternommen hat, um ein Pflichtangebot zu vermeiden: Parken der Anteile, die sie von Schmid übernommen hat, bei Banken. Trotzdem wird erwartet, daß FT ein Pflichtangebot machen muß.

@alle
Ist es möglich, daß Barry sagt: Wir zahlen vor der HV 273 Euro pro Aktie, nach der Ausschüttung nur 158 Euro? Mir ist nicht bekannt, daß das im Übernahmegesetz steht. Oder gibt es in der Praxis ein Beispiel dafür?

Gruß,
Dirk
@dirkgent

Franc Telecom ist ein EU-Unternehmen! Da mag das mit dem Geltungsbereich des Gesetzes noch richtig sein! Aber hier ist es ein Schweizer Unternehmen! Und da glaub ich das eben nicht! Auch wenn im Gesetz steht, das alle Übernahmen unter das Gesetz fallen, die auf deutschem Boden stattfinden, müssen sich Unternehmen aus Nicht-EU-Staaten daran halten!
Modebeteiligung, bei rechtlichen Fragen geht es nicht um glauben, sondern um wissen.
Wenn Du Dir mal die Mühe machen würdest, das WpÜG zu lesen - und dort insbesondere die Begriffsbestimmungen - wird Dir absolut zweifelsfrei klar werden, dass die Vorschriften auf den Erwerb durch Barry Callebaut anwendbar sind.
Die Verpflichtung zur Abgabe des Angebotes entsteht im übrigen dann, wenn die Erwerbsgesellschaft die Kontrolle (sprich die tatsächliche und rechtliche Möglichkeit der Rechtsausübung aus den Aktien) erworben hat (closing). Dieses wird nach der Dividendenausschüttung sein, auf der Analystenkonferenz wurde der Juni als voraussichtlicher Termin genannt. Von dem Zeitpunkt aus ist der Durchschnittskurs zu berechnen. Die Aktionäre erhalten also erst die Dividende und dann den Durchschnittskurs. Das Risiko besteht darin, dass das closing sich verzögert und dementsprechend der Durchschnittskurs (wegen des Dividendenabschlags nach dem 24.5.) auch sinkt. Nach unten ist der Kurs allerdings durch den Kaufpreis an Imhoff abgesichert (175000000 € durch 768000 Aktien = 227 €;), wobei hier die Dividende natürlich noch zuzurechnen ist (bei einer angenommenen Steuerquote von 50% 86,25 €;).

FS

PS: Die smilies sollten nicht mit rein, sind wohl auf die Klammern zurückzuführen.
@drecksack

und welche sanktionen gibt es für das schweizer unternehmen, wenn es das gesetz nicht einhält??? da liegt de haken!
Modebeteiligung, offensichtlich kannst oder willst du es nicht kapieren. Dann lass es doch einfach sein, warte bis Ende Juni und sieh dann, dass sehr wohl ein Abfindungsangebot unterbreitet worden sein wird.

FS
abfindungsangebot ja, da stimme ich dir zu, fragt sich nur zu welchem kurs!
Warten wir`s doch einfach ab! Die Standpunkte sind formuliert. Mal schauen, wer recht behält. Ich habe mir jedenfalls die ersten Barry ins Depot gelegt, da sie wirklich verdammt günstig bewertet und gut aufgestellt sind und mit Stollwerck m.E. ein Schnäppchen gemacht haben. Imhoff sieht das ähnlich, sonst hätte er sich nicht 220.000 nach eigenen Aussagen deutlich unterbewertete Aktien geben lassen...
Richtig ist, daß für die Übernahme 175 Millionen Euro gezahlt wurden. Richtig ist, daß es insgesamt 800000 Aktien gibt.
Falsch ist, daß 175 Millionen für 800000 Aktien gezahlt wurden. Falsch ist auch der Preis von 226 Euro pro Aktie.
Richtig ist, daß für 65% (das sind 510000 Aktien) 175 Millionen bezahlt wurden (lt. Meldung des Großaktionärs). Dies bedeutet pro Aktie: 336,54 Euro !!!!
Kleinaktionäre müssen nach dem neuen Übernahmegesetz mindestens den gleichen Preis pro Aktie bezahlt bekommen, wie der Verkäufer, also: 336,54 Euro.
Wer jetzt noch Dividende und Bonus einrechnet, weiß sicherlich, daß hier ein sicherer Gewinn in kurzer Zeit drin ist.
Tut mir Leid, aber das ist nicht richtig:
Schau Dir mal die Präsentation unter http://www.barry-callebaut.com vom 26.04. auf Seite 32 und die vwd-Meldungen an!

Fakt ist ein Enterprise Value von 175 Mio. Euro (256 Mio. CHF) für 96% oder 768.000 Aktien und ein Transaktionsvolumen von der Hälfte, das sich aus einer Barkomponente (91 Mio. CHF) und 220.000 eigenen Aktien (37 Mio. CHF) zusammensetzt. Die restlichen 128 Mio. CHF des Transaktionsvolumens entfallen auf die Stollwerk-Verbindlichkeiten, die Barry übernimmt!!!
@ Piete

Ich kann cyberpiper hier nur zustimmen. Sorry.

Grüße
adelbert.
Welchen Aufschlag auf den Durchschnittskurs 273 Euro wird der Großaktionär zahlen? Wird nur 5% Aufschlag geboten,
wären das 287 Euro. Mit Bonus und Dividende(115 Euro) müßte der Kurs dann bei 402 Euro stehen. Ich bin von einem höheren Kurs überzeugt. HapagLoyd hat auch wesentlich mehr geboten. Käme auch nicht teuer bei 32000 Aktien. Schließlich kassiert der Großaktionär am 24.5. 65 Millionen Euro Dividende, was sind da 10 Millionen für die Kleinaktionäre als Abfindung!
Schauen wir mal, wer recht bekommen wird.
Es wäre schön, wenn jemand von der heutigen HV berichten würde.

Interessant dürfte insbesondere sein, wann die Aktien der Imhoff Industrie Holding durch Barry Callebaut übernommen werden sollen. Hierzu müßte heute auf jeden Fall Stellung genommen werden, allein schon wegen der Auswirkungen auf alle übrigen Aktionäre.

FS
Hat schon jemand News von der Stollwerck-HV? Aus dem heutigen Kurs kann man nicht allzu viel schließen! ODer sind die zuletzt 200 umgesetzten Stücke ein Wink mit dem Zaunpfahl?
Na, das ist ja toll. Eine HV, auf der der stellvertretende AR-Vorsitzende die Vermutung äußert, die Kleinaktionäre würden die Sonderausschüttung möglicherweise zweimal erhalten und keiner der Boardteilnehmer hat hierzu eine Meinung. Wollen wohl alle am Montag nach dem Dividendenabzug nochmal nachkaufen. Das Risiko ist nur: Wann genau passiert das Closing und wie lange liegt der gewichtete Durchschnittskurs über dem jeweiligen Aktienkurs???

Dazu passt das hier (aus der Lebensmittelzeitung):

Kleinaktionäre erhalten Sonderbonus

Von Petra Klein

LZ|NET. Mit einem Sonderbonus von 110 Euro je Stückaktie und einer Dividende von 5 Euro konnten die Kleinaktionäre der Stollwerck AG nach der diesjährigen, womöglich letzten Hauptversammlung, in Köln nach Hause gehen.

Auf der gut besuchten Veranstaltung standen die vielen Fragen der stark verunsicherten Kleinaktionäre zum Verkauf des Unternehmens an die Schweizer Barry Callebaut AG im Vordergrund.

Bei dem Deal geht es um das Zwei-Drittel-Aktienpaket des gesundheitlich angeschlagenen 78-jährigen Schoko-Patriarchen Dr. Hans Imhoff. Den Rest der Anteile halten die Imhoff-Stiftung, weitere fünf Prozent sind gestreut.

Den Fahrplan des rund 175 Mio.Euro-Geschäfts, bei dem die Barry Callebaut AG 96 Prozent der Stollwerck-Aktien von der Imhoff-Industrieholding sowie der Kölner Imhoff-Stiftung übernimmt, erläuterte Stollwerck-Aufsichtsratschef Dr. Hans Rolf.

Vollzug des Kaufs im Juni

Danach wurde der Kaufvertrag am 26.April geschlossen. Der Vollzug, das sogenannte "Closing" bei dem die Aktienübetragung und die Kaufpreiszahlung erfolgen, wird nach der kartellrechtlichen Genehmigung voraussichtlich noch im Juni über die Bühne gehen.

Rolf bezeichnet das Plazet des Bundeskartellamtes in diesem Fall als reine Formsache. Rolf zeigte sich überzeugt, dass sich der derzeit hohe Kurs der Stollwerck-Aktie im Abfindungsangebot der Schweizer an die Kleinaktionäre wiederfinden werde.

Damit sei unter Umständen eine "doppelte Sonderausschüttung zu erwarten".

FS
Na wer als AR-mitglied solche kommentare vor den minderheitsaktionären auf der hv tatsächlich abgibt, den würde doch der neue großaktionär köpfen! zumindest wäre er unter dem neuen großaktionör nicht mehr lange im amt! das klingt ja geradezu wie die aufforderung, kein einziges stück aktie aus der hand zu geben, sich gemütlich zurückzulehnen und zu warten bis der großaktionär auf knien angekrochen kommt und um die herausgabe der aktien gegen einen schönen batzen geld betteln kommt! nach dem artikel und was ich mir sonst heute von der hv habe erzählen lassen, scheint es wirklich so auszusehen. jetzt wundert mich nicht, dass der kurs anzieht! man sollte halt nur schauen, dass er ab montag nach der div.-ausschüttung bald wieder recht stramm anzieht! dann könnte das ganze auch super erfolg haben! werde mir nach der ausschüttung noch ein paar stollwerck ex div. zulegen, das spart auch steuern, wenn man sie erst nach der ausschüttung kauft! wo seht ihr denn den kurs ex. div.? wetten nehme ich gerne entgegen!
Hallole, keine Ahnung wohin´s geht ! Hoffe auf 380 ex Div.

Allerdings erschien mir heute beim Mittagsschlaf ein gewisser B.Förtsch und flüsterte vertrauensvoll:

"Dausend !!!"

Na denn, Grüßchen
Langsam wirds ernst:

INTERVIEW-Barry Callebaut sieht Markterholung erst 2003

Zürich, 28. Jun (Reuters) - Der Schweizer
Schokoladehersteller Barry Callebaut<BARYn.S>
</cgi-dremis/getric?ric=BARYn%2ES> rechnet erst im
kommenden Jahr mit einer Markterholung. Trotzdem hält Barry
Callebaut an den Prognosen für das laufende Geschäftsjahr und
die kommenden Jahre fest, wie Konzernchef Andreas Schmid zu
Reuters sagte.
"Im Moment stagniert der Markt. Wir spüren angesichts der
tiefen Konsumausgaben eine grosse Zurückhaltung der Kunden,"
sagte Schmid. Erste Anzeichen für den Abschwung habe Barry
bereits im vergangenen Sommer festgestellt. "Diese Tendenz hat
sich in den vergangenen Monaten verstärkt," erklärte Schmid.
"Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr sowie die
mittelfristigen Prognosen gelten weiterhin," sagte er. Ende
April hatte Barry für das laufende Geschäftsjahr 2001/02 (per
31. August) bei einem Umsatz von rund 2,6 (2,55) Milliarden sfr
einen Gewinn von 20 (97,1) Millionen sfr in Aussicht gestellt.
In der Gewinnprognose sind einmalige
Restrukturierungsaufwendungen von 80 Millionen sfr zur
Integration der deutschen Stollwerck<STLG.F>
</cgi-dremis/getric?ric=STLG%2EF> enthalten.
Mittelfristig wolle Barry Callebaut den Umsatz doppelt so
schnell wie der Markt steigern; die längerfristige
Markt-Wachstumsrate beträgt zwei Prozent. Das Betriebsergebnis
sollte bei Barry mittelfristig doppelt so stark wie der Umsatz
steigen, so die Prognose.
Die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden zur Übernahme von
Stollwerck erwartet Schmid Ende Juli. "Wir haben noch nicht
entschieden, ob wir Stollwerck noch für einen Monat im laufenden
Geschäftsjahr oder erst ab Anfang des kommenden Geschäftsjahres
konsolidieren," sagte Schmid. Ursprünglich hatte Barry
Stollwerck bereits ab Juni 2002 konsolidieren wollen. "Bisher
zeichnen sich keine Probleme mit den Wettbwerbsbehörden ab," so
Schmid.
"Bezüglich einer möglichen Kapitalmarkttransaktion zur
Refinanzierung der Stollwerck-Übernahme sind noch keine
Entscheide gefallen. Es sind weiterhin sämtliche Optionen
offen," sagte er weiter. Ende April hatte Barry angekündigt, die
vorerst mit Aktien und Krediten finanzierten Übernahme mit einem
Volumen von 256 Millionen sfr je nach Attraktivität der
Kapitalmärkte durch die Begebung von Anleihen, Wandelanleihen
oder eine Kapitalerhöhung zu refinanzieren.
Barry Callebaut ist gemessen in Tonnen nach dem Schweizer
Nahrungsmittelkonzern Nestle<NESZn.VX> </cgi-dremis/getric?ric=NESZn%2EVX>
der weltgrösste
Schokoladehersteller. Stollwerck liegt auf Position acht. Mit
der Übernahme von Stollwerck verstärkt sich das vor allem bei
Instustriekunden starke Schweizer Unternehmen im margenstärkeren
Endverbrauchermarkt.
och/ajs
Hier wird sich in Kürze etwas tun.
Nach Tagen und Wochen ohne nennenswerten Umsatz sind in Düsseldorf mal eben 500 Stck. zu 270€ über den Tresen gegangen. Wer - wenn nicht BC selbst - würde in der jetzigen Situation so zukaufen?

FS
DGAP-WpÜG: Pflichtangebot <DE0007280000>

Bieter: Van Houten Bet. AG & Co. KG; Zielges.: STOLLWERCK AKTIENGESELLSCHAFT

WpÜG-Mitteilung übermittelt durch die DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Bieter verantwortlich.
--------------------------------------------------------------------------------

Veröffentlichung gemäß 5/8 35 Abs. 1 WpÜG, Pflichtangebot

Bieter:
Van Houten Beteiligungs AG & Co. KG
Am Stammgleis 9
22844 Norderstedt

Zielgesellschaft:
STOLLWERCK AKTIENGESELLSCHAFT
Stollwerckstraße 27-31
51149 Köln

ISIN: DE0007280000


Die Veröffentlichung der Angebotsunterlage erfolgt unter:
http://www.barry-callebaut.com

Angaben des Bieters:
Die Van Houten Beteiligungs AG & Co. KG (die "Bieterin " ) mit Verwaltungssitz in
Norderstedt hat am 5. August 2002 die Kontrolle im Sinne des 5/8 29 WpÜG über die
STOLLWERCK AKTIENGESELLSCHAFT mit Sitz in Köln erlangt.

Der Stimmrechtsanteil der Bieterin an der STOLLWERCK AKTIENGESELLSCHAFT
beträgt 96,1 % am gesamten Grundkapital. Die Bieterin hielt vor dem 5. August
2002 keine Stimmrechte an der STOLLWERCK AKTIENGESELLSCHAFT. Die Bieterin hält
keine weiteren ihr gemäß 5/8 30 WpÜG zuzurechnenden Stimmrechte.

Die Bieterin wird gemäß 5/8 35 WpÜG ein Pflichtangebot auf den Erwerb aller
Aktien der STOLLWERCK AKTIENGESELLSCHAFT abgeben. Die Angebotsunterlage wird
nach Eintritt der hierfür gesetzlich erforderlichen Voraussetzungen im Internet
unter http://www.barry-callebaut.com veröffentlicht und über Credit Suisse
First Boston (Europe) Limited zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten.

Norderstedt, den 6. August 2002
Van Houten Beteiligungs AG & Co. KG

Ende der Mitteilung (c)DGAP 06.08.2002
--------------------------------------------------------------------------------
Notiert: Amtlicher Handel in Frankfurt und Düsseldorf; Freiverkehr in Berlin,
Hamburg
-0- Aug/06/2002 5:00 GMT
ä
Na dann wollen wir doch mal sehen ob die für uns noch ein Zuckerl draufpacken, gell?
Entscheidend als Minimumbetrag der Barabfindung ist der nach Umsätzen gewichtete Durchschnittskurs der letzten drei Monate vor der Übernahme laut Wertpapierhandelsgesetz. Dieser müsste nach Chartverlauf irgendwo zwischen 290,--
und 320,-- Euro liegen. Hat jemand dazu eine Meinung ?
Der heutige Kursverlauf in Düsseldorf mit bis jetzt 657
gehandelten Stücken und Geldkurs 285,-- deutet darauf hin
295.- sollens sein ?

Gibtes da Hoffnung auf Nachbesserung (Spruchstellenverfahren) ? Habe kaum Ahnung von den fundamentals der STL-Aktie...

Ciao Nick
@big nick

wäre schön, wenn auch mal quellen angegeben würden für die 295 euro!!!
im derzeit laufenden übernahmeangebot von barry-callebaut wurde bei stollwerck nach abschluss dessen ein squeeze out angekündigt.
wieviel ist die firma denn wirklich wert? besteht hier noch preisphantasie beim squeeze out?
Ich habe noch 3 Stollwerck-Aktien. Was passiert, wenn ich die behalten will ? Können die mal zwangsverkauft oder wertlos werden ?
Sorry, habe die nur aus Liebhaberei gekauft.
:confused:
Stollwerck schlägt der HV am 30.4.03 eine Dividende von 0 Euro und den Squeeze-out der Kleinaktionäre gegen 295 Euro Barabfindung vor.
Bundesanzeiger vom 21.3.2003


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