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Gesco die Mittelstandsperle (Seite 168)

eröffnet am 03.03.05 19:28:25 von
neuester Beitrag 16.04.21 20:50:54 von


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05.02.21 08:07:40
Beitrag Nr. 1.671 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 66.831.847 von Huta am 05.02.21 07:47:12Mein bei Gesco abgezogenes Geld darf sich nicht an der Seitenlinie ausruhen...wo kommen wir da hin.....erbrachte und bringt nun in Anlagealternativen reiche "Beute".

Mal logisch gedacht:
Der Käufer der "Automotivesparte" = dämlicher als der Gesco-Vorstand?

Nein, die sehen Chancen, wo die"Gesco-Holding" nicht konnte oder wollte. Beides bedenklich, wenn man so eine lange gelebte Holdingtradition schreddert.

Der Wandel wird auch die anderen Segmente treffen, früher oder später......

Nur können sehr gute weitblickende Manager (= dafür ja bezahlt und nicht nur fürs "verwalten")
mit solchen Marktveränderungen umgehen und drücken nicht gleich den "EXIT"-Knopf.

Wie gesagt, die Welt wird diese Branche weiter benötigen, nur eine Frage der Managerkunst.
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05.02.21 08:34:23
Beitrag Nr. 1.672 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 66.832.144 von Kampfkater1969 am 05.02.21 08:07:40Der Übernehmer ist sicher nicht dümmer als der Gescovorstand - aber vielleicht passen die verkauften Beteiligungen der Mobilitätssparte ja besser in sein Gesamtportfolio (Stichwort "Synergien" oder "Zusammenarbeit" mit anderen Portfoliounternehmen) und Gesco sieht eben Möglichkeiten, das eingenommene Geld (und das Geld, das man einspart, weil man die Unternehmen der Mobilitätssparte nicht weiter sanieren muss) , irgendwo anders gewinnbringender anzulegen. Von diesen unterschiedlichen Ansichten lebt ja die Börse.

Wenn Du eine Aktie verkaufst, weil Du in dem Unternehmen keine großen Perspektiven mehr siehst (wie z.B. bei Gesco) ist derjenige, der sie Dir abkauft ja auch nicht "dümmer" als Du - er sieht halt nur in dem Unternehmen im Gegensatz zu Dir bessere Chancen (und vica versa).

Wer am Ende des Tages Recht hatte oder ob beide mit dem Kauf/Verkauf gut leben können, zeigt eben erst das Ende des Tages ;)

Allerdings bezweifle ich, dass Gesco durch diesen begründbaren Verkauf jetzt sein Image "geschrottet" hat. Wir werden ja sehen, ob es dem Unternehmen in den nächsten Monaten nicht doch gelingt, einige interessante neue Beteiligungen an Land zu ziehen...
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05.02.21 09:16:14
Beitrag Nr. 1.673 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 66.832.753 von Huta am 05.02.21 08:34:23Noch eine Ergänzung: Ich bezweifle sehr, dass die Welt Unternehmen, die sich mit Produkten rund um den Verbrennungsmotor in der bekannten Form beschäftigt noch sehr lange in gewohntem Umfang wird brauchen können. Ich werte das nicht, ich stelle das nur fest. Und etwa 1/3 der Umsätze mit der Automobilindustrie bei Gesco entfielen auf Verbrenner...
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05.02.21 11:27:28
Beitrag Nr. 1.674 ()
Jetzt die letzte Veräußerung war Management-Buy-out, d.h. der mit 20% beteiligte Geschäftsführer, der sich schon viele Jahre um das Pflänzchen gekümmert hat, übernimmt nun den kompletten Betrieb. Das ist mal kein Verramschen an unbekannte Heuschrecken^^. Und beide Parteien dürften weitgehend auf dem gleichen Informationsstand gewesen sein.

Kriselnd wird die VWH aber auch nicht gewesen sein. Möglich, dass man schon Jahre im Einvernehmen auf eine spätere Verselbstständigung von VWH hingearbeitet hat, diese sich nun ohne tatsächlichen wirtschaftlichen Zwang ergeben hat und dass man das dem Publikum nun einfach als gewollten Akt im Sinne der Strategie verkauft, damit man nicht erzählen muss, dass man ein quicklebendiges Filetstück abgegeben hat, weil man dem Geschäftsführer vor 10 Jahre diese Perspektive geboten hatte.
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05.02.21 13:07:31
Beitrag Nr. 1.675 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 66.837.604 von Napaloni am 05.02.21 11:27:28
Zitat von Napaloni: Jetzt die letzte Veräußerung war Management-Buy-out, d.h. der mit 20% beteiligte Geschäftsführer, der sich schon viele Jahre um das Pflänzchen gekümmert hat, übernimmt nun den kompletten Betrieb. Das ist mal kein Verramschen an unbekannte Heuschrecken^^. Und beide Parteien dürften weitgehend auf dem gleichen Informationsstand gewesen sein.

Kriselnd wird die VWH aber auch nicht gewesen sein. Möglich, dass man schon Jahre im Einvernehmen auf eine spätere Verselbstständigung von VWH hingearbeitet hat, diese sich nun ohne tatsächlichen wirtschaftlichen Zwang ergeben hat und dass man das dem Publikum nun einfach als gewollten Akt im Sinne der Strategie verkauft, damit man nicht erzählen muss, dass man ein quicklebendiges Filetstück abgegeben hat, weil man dem Geschäftsführer vor 10 Jahre diese Perspektive geboten hatte.


Ich bin mir nicht so sicher, ob die VWH nicht doch kriselt. Wenn ich mir die Unternehmenspräsentation von gestern auf Seite 29 anschaue, wird dort der 2019 er Umsatz mit knapp 17 Mio Euro angegeben. Laut Meldung hat VWH in 2020 dann aber nur gut 10 Mio Euro Umsatz erzielt. Das sieht dann schon nach einem extrem kräftigen Rückgang aus (wahrscheinlich verursacht durch Absatzprobleme im Automobilbereich) oder habe ich da irgendwo einen Knick in der Optik??
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05.02.21 13:36:30
Beitrag Nr. 1.676 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 66.840.064 von Huta am 05.02.21 13:07:31Einen Coronaknick wird es schon irgendwie gegeben haben - also nicht in deiner Optik!^^

Ein verringerter Umsatz muss aber nicht ein Ende der Profitabilität, geschweige denn der Zukunfsaussichten bedeuten. In den Jahren 2014 - 2017 lagen die Umsätze zwischen 11,2 und 12,6 mio. Euro, damit konnte das Unternehmen gut leben und arbeiten. VWH beliefert auch die Automobilindustrie, ja. Aber ansonsten halt Elektro, Elektronik und Medizintechnik. Sprich: Alles was man gerade besonders braucht^^.
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05.02.21 14:31:04
Beitrag Nr. 1.677 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 66.840.664 von Napaloni am 05.02.21 13:36:30Ich vermute mal, dass der Automobilsektor den eher "volatilen Teil" des Umsatzes ausmacht ...

Danke für die Antwort jedenfalls. Ich hoffe ja, dass alle nun ausrangierten Unternehmen mit ihren neuen Eigentümern bessere Chancen haben als bei einer Holding wie Gesco, die breit gestreut ist.

Alles in allem finde ich es schon beeindruckend, wie konsequent sich Gesco von immerhin fast 25% vom Umsatz getrennt hat. Nun muss der Vorstand mMn dann aber auch bald auf der "Kaufen-Seite" tätig werden, damit die "Next-Level-Strategie" nicht nur einseitig umgesetzt wird...
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01.03.21 09:47:51
Beitrag Nr. 1.678 ()
sehr gute Beiträge hier, nun mein Senf dazu.

ich sehe die Strategie des Vorstandes als gnadenlos gescheitert an.
seit ein paar Jahren wird von Nextlevel gelabbert, ich sehe null Nutzen,
betriebswirtschaftliches Gedöns? Neue Produkte ? Neue Kunden? nix, nur, dass es mega toll ist.
Verkauf ist aus meiner Sicht ziemlich prozyklisch, Automotive geht jetzt schon wieder besser.
Man hatte nicht Geduld, Firmen zu entwickeln. Verkauf ist immer die letzte Option und bei Gesco gab es diese Option eigentlich nicht. Für mich ein Vollversagen. und dann noch verkauf im Bündel, nach dem Motto, enfach mal alles weg, war eh Ballast. Alter Schwede, nix mit Kultur und Unternehmenswerte des Mittelstandes. Wenn man sich von Töchtern trennen möchte, hätte ich Selektivität erwarten.
Ein Firma über ein MBO raus. Nächste Firma mot einem konkurrenzunternehmen zusammenlegen, synergien schöpfen in der verwaltung. umstrukturierung des Unternehmens in neue Produkte und nicht-automotive langsam in einem Unternehmen steigern. Es gibt soviele Möglichkeiten, Und verdamt nochmal, dafür wird der Vorstand bezahlt. Wenn man kurz vor der Insolvenz steht, sind solche moves zulässig, sonst nicht.
Jetzt will man neu zukaufen, natürlich nur in den nichtzyklischen Branchen, weil auch höhere Margen.
Ich kann nur sagen, diese Firmen sind begehrt und teuer. Gesco wird in der Vergangenheit gute Kaufpreise bekommen haben, weil es dem Altbewitzer nicht um den letzten Euro ging, alles vorbei.
Der vorstand wird teuer einkaufen, weil er ja seine Strategie umsetzen will ind beweisen muss, dass er recht hat.
Sehr schade, mein Vetrauen ins Management ist weg, da kann ich auch nicht Aktien kaufen.
wenn der vorstand das grosse Rad bezüglich Portfolio Optimierung drehen möchte, sollte er woanders arbeiten, ThyssenKrupp oder Siemens. Auch bei den verbliebenen Unternehmen dürfte erhebliche Unruhe herschen.

Der Vorstand muss soch dringend die Frage stellen, wofür bekommt er sein Gehalt.
Über Kennzahlen Druck auf die darunter liegende Ebene kann jeder Depp.
ich erarte mindestens, dass der Vorstand in diesem jahr geschlosse auf alle vatiablen Bestandteile verzichtet.

Es zieht Sturm auf, Pandemie und Elektromobilität. die Mitarbeiter denken sich, oh, bin bei Gesco, guter Lade, wir kommen gemeinsam durch die Krise. Nix da, der Kapitän schmeisst das Handtuch. Der Move im Dezember hat auch Arbeitsplätze gekostet.

was positives, bei Dörrenberg dürfte es dezrzeit brummen wie verrückt. Ist dem Markt geschuldet, nicht dem Management.

trick17
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6 Antworten
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01.03.21 09:53:46
Beitrag Nr. 1.679 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.245.714 von trick17-2 am 01.03.21 09:47:51Gute Gedanken! Dies belebt einen Themenfaden, so hier bei Gesco.

Ich seh aktuell auch nur "bescheidene" Chancen bei Gesco.

Zukäufe in "Zukunftsbranchen" werden extrem teuer gehandelt.......

Hin- und Her macht Taschen leer......
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02.03.21 07:33:33
Beitrag Nr. 1.680 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 67.245.714 von trick17-2 am 01.03.21 09:47:51
Zitat von trick17-2: sehr gute Beiträge hier, nun mein Senf dazu.

ich sehe die Strategie des Vorstandes als gnadenlos gescheitert an.
seit ein paar Jahren wird von Nextlevel gelabbert, ich sehe null Nutzen,
betriebswirtschaftliches Gedöns? Neue Produkte ? Neue Kunden? nix, nur, dass es mega toll ist.
Verkauf ist aus meiner Sicht ziemlich prozyklisch, Automotive geht jetzt schon wieder besser.
Man hatte nicht Geduld, Firmen zu entwickeln. Verkauf ist immer die letzte Option und bei Gesco gab es diese Option eigentlich nicht. Für mich ein Vollversagen. und dann noch verkauf im Bündel, nach dem Motto, enfach mal alles weg, war eh Ballast. Alter Schwede, nix mit Kultur und Unternehmenswerte des Mittelstandes. Wenn man sich von Töchtern trennen möchte, hätte ich Selektivität erwarten.
Ein Firma über ein MBO raus. Nächste Firma mot einem konkurrenzunternehmen zusammenlegen, synergien schöpfen in der verwaltung. umstrukturierung des Unternehmens in neue Produkte und nicht-automotive langsam in einem Unternehmen steigern. Es gibt soviele Möglichkeiten, Und verdamt nochmal, dafür wird der Vorstand bezahlt. Wenn man kurz vor der Insolvenz steht, sind solche moves zulässig, sonst nicht.
Jetzt will man neu zukaufen, natürlich nur in den nichtzyklischen Branchen, weil auch höhere Margen.
Ich kann nur sagen, diese Firmen sind begehrt und teuer. Gesco wird in der Vergangenheit gute Kaufpreise bekommen haben, weil es dem Altbewitzer nicht um den letzten Euro ging, alles vorbei.
Der vorstand wird teuer einkaufen, weil er ja seine Strategie umsetzen will ind beweisen muss, dass er recht hat.
Sehr schade, mein Vetrauen ins Management ist weg, da kann ich auch nicht Aktien kaufen.
wenn der vorstand das grosse Rad bezüglich Portfolio Optimierung drehen möchte, sollte er woanders arbeiten, ThyssenKrupp oder Siemens. Auch bei den verbliebenen Unternehmen dürfte erhebliche Unruhe herschen.

Der Vorstand muss soch dringend die Frage stellen, wofür bekommt er sein Gehalt.
Über Kennzahlen Druck auf die darunter liegende Ebene kann jeder Depp.
ich erarte mindestens, dass der Vorstand in diesem jahr geschlosse auf alle vatiablen Bestandteile verzichtet.

Es zieht Sturm auf, Pandemie und Elektromobilität. die Mitarbeiter denken sich, oh, bin bei Gesco, guter Lade, wir kommen gemeinsam durch die Krise. Nix da, der Kapitän schmeisst das Handtuch. Der Move im Dezember hat auch Arbeitsplätze gekostet.

was positives, bei Dörrenberg dürfte es dezrzeit brummen wie verrückt. Ist dem Markt geschuldet, nicht dem Management.

trick17


Guten Morgen !

Obwohl ich auch bei Gesco auch nicht alles was glänzt als Gold ansehe, würde ich Deinem Beitrag an einigen Punkten widersprechen wollen, weil er mir in der Tendenz zu negativ ist.

Was mir z.B. auch nicht wirklich gefällt, sind diese "Workshops", die unter dem Namen "Canvas" den Beteiligungsunternehmen so ein bisschen übergestülpt werden. Das kommt mir doch ein wenig arg so vor wie "Handeln nach dem kleinen Handbuch für Unternehmensberater". Ob diese Mopex, Apex und wie sie alle heißen tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen oder ob sie in den Beteiligungsunternehmen eher Verwirrung stiften, weil alte und bewährte Strukturen möglicherweise ein bisschen über den Haufen geworfen werden, wird man abwarten müssen.

Und ich sehe durchaus auch die Problematik, dass sich der Vorstand durch die "Next Level Strategie" auch in einem gewissen Maße selber unter Druck gesetzt hat, weil er ja versprochen hat, die Beteiligungsstruktur bei Gesco nachhaltig umzugestalten. Da kann es tatsächlich vorkommen, dass man vielleicht nicht den allergünstigsten Preis bezahlen muss, um ein interessantes Unternehmen übernehmen zu können.

Aber ich frage mal, was blieb dem Vorstand denn anderes übrig?

Gesco hat seit Jahren ertragsseitig nicht mehr richtig überzeugen können (das GJ 2018/2019 war die Ausnahme, weil es da eine Sonderkonjunktur im Bereich Edelstahl gegeben hat). Zudem war Gesco strukturell nicht so besonders gut aufgestellt. Es gab (und gibt) eine große Beteiligung (Doerrenberg), die für etwa 40% der Umsätze stand und von deren Wohl und Wehe der gesamte Konzern in großem Maße abhängt.

Dazu hatte sich Gesco sehr im Bereich Automotive engagiert - einem Bereich - und da würde ich schon widersprechen wollen - der nicht nur unter Corona leidet sondern auch strukturelle Probleme mit sich herum schleppt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die Coronadelle im Automobilbereich schnell wieder auflösen lässt - das passiert mMn grade - aber ich bin mir ebenso sicher, dass Unternehmen, die vorrangig im Bereich Verbrennungsmotor unterwegs sind, auch in ein paar Jahren noch strukturelle Probleme haben werden. Ich sehe daher auch keine grundständige Erholung im Bereich Automobil - und erst recht nicht bei allen Firmen, die sich in diesem Bereich tummeln.

Der Bereich "Mobilität" war bei Gesco ja auch schon länger margenschwach. In 2017/2018 z.B. haben die Beteiligungsunternehmen z.B. nur ein EBIT von 0,5 Mio Euro erzielt, im Jahr danach lag die Marge bei im Vergleich zu anderen Bereichen schwachen 3,5 % und im Geschäftsjahr 2019 war das Ergebnis sogar negativ.

Natürlich wäre es theoretisch möglich gewesen, diese Unternehmen unter dem Dach der Gesco zu sanieren. Nur hat Gesco überhaupt keine Expertise in diesem Bereich (anders z.B. als Mutares) und ich vermute einmal, dass das Ganze auch eine Menge Geld verschlungen hätte. Geld, das beim Umsetzen der "Next Level Strategie" sicher auch gefehlt hätte.

Der Vorstand hat sich dazu entschlossen, sich von dieser (in meinen Augen) durchaus problembehaftete Sparte aus strategischen Gründen zu trennen. Ich halte das für richtig, weil die Sanierung der einzelnen Unternehmen, so sie denn überhaupt möglich gewesen wäre, wie gesagt wohl eine Menge Zeit und Geld gekostet und den Konzernumbau damit sicher behindert bzw. noch teurer gemacht hätte. Man muss den Paketverkauf vielleicht kritisch sehen - aber er war mMn der Tatsache geschuldet, dass man den gesamten Bereich relativ zügig loswerden wollte und man mit einem langwierigen und "schonenderen" Verkaufsprozess für jedes einzelne Unternehmen nicht nur Kapital sondern auch "Manpower" lange bindet.
Sicher geht der Vorstand damit ein gewisses Risiko was seinen "Ruf" bei Mittelständlern, die ihr Unternehmen gerne in "feste Hände" abgeben möchten, ein - aber ich denke, dass man auch in diesen Gesprächen darauf verweisen kann, dass es sich bei der Abgabe einer ganzen Sparte um eine strategische Entscheidung gehandelt hat. Umbrüche wie der "weg vom Verbrennungsmotor hin zu Elektromobilität" sind ja nun auch nicht an der Tagesordnung und besondere Zeiten erfordern eben manchmal auch besondere Maßnahmen.

Insofern hat der Vorstand jedenfalls mMn die bei Gesco vorhandenen Probleme - einseitige Abhängigkeit von einem Beteiligungsunternehmen und strukturelle Probleme in einer kompletten Beteiligungssparte - durchaus richtig analysiert. Er möchte das Unternehmen auf eine breitere und tragfähigere Grundlage stellen. Dazu müssen, neben Doerrenberg, eben auch andere größere Unternehmen in den Verbund eingegliedert werden, die die Konzernabhängigkeit von dem Edelstahlproduzenten tendenziell verringern - das halte ich für absolut nachvollziehbar.

Ja, das wird einiges an Geld kosten - das war aber erstens von Anfang an klar (man bekommt interessante Unternehmen, die nicht sanierungsbedürftig sind, nicht für kleines Geld). Aber das ist dann eher ein grundsätzliches Problem, das alle Beteiligungsunternehmen haben. Das ist auch z.B. bei Indus nicht anders - die ja schon seit Jahren sehr viel aggressiver auf dem Markt unterwegs sind und (auch deshalb) immer sehr hohe Firmenwerte in der Bilanz ausweisen.
Gesco hat das bisher nicht gemacht, das ist richtig. Aber wenn sich das Unternehmen weiterentwickeln möchte, muss man eben auch mal höhere Multipel für ein Unternehmen bezahlen als man das noch vor ein paar Jahren gemusst hat. Auf der einen Seite sind die Unternehmen also teurer geworden - auf der anderen Seite sind aber auch die Kredite, die man vielleicht aufnehmen muss, um größere Übernahmen zu stemmen, billiger geworden - auch dann, wenn man sich die Zinssätze langfristig sichert.

Und um hierfür auch die Mittel darstellen zu können, kann es sich Gesco mMn eben nicht leisten, zusätzlich zum Konzernumbau auch noch Mittel für die Sanierung einer ganzen Beteiligungssparte bereitzuhalten.

Ich bin aber auch der Meinung, dass das Unternehmen auf der Übernahmeseite bald wird liefern müssen, sonst wird der Druck der Märkte vielleicht zu groß und es werden sich die Stimmen mehren, die dem Vorstand vorwerfen, zwar ganz große Ankündigungen zu machen, diese dann aber nicht umsetzen zu können. Dass bisher nicht "geliefert" werden konnte, finde ich jedoch einigermaßen nachvollziehbar und ist mMn nicht an grundsätzlichen Fehlern des Vorstands festzumachen. Da ist Gesco eben einfach Corona in die Quere gekommen.

Daraus kann man dem Vorstand mMn keinen Strick drehen.

Was ich prinzipiell gut finde ist, dass der Vorstand seine Ziele hinsichtlich Beteiligungsstruktur und Margenzielen klar benannt hat - und sich dann auch daran messen lassen muss- spätestens wenn die Zeiten wieder normaler werden.
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