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Crash oder Stabilisierung beim DAX? - Trump als größter Unsicherheitsfaktor

Gastautor: Rainer Brosy
17.04.2018, 11:48  |  1230   |   |   

Donald Trump sorgt mit seinen Tweets bei Twitter für Turbulenzen an den Börsen

Karikatur von US-Präsident Donald Trump mit Mobiltelefon in der Hand im Oval Office des Weißen Hauses

Diese Karikatur von US-Präsident Donald Trump mit dem Oval Office des Weißen Hauses im Hintergrund nimmt Bezug auf die stets provokanten Äußerungen Trumps auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Seine Tweets sorgen weltpolitisch nicht selten für Furore.

Nach Ostern fiel der deutsche Leitindex DAX erst einmal wieder unter die 12.000-Punkte-Marke. In den folgenden Tagen war der Handel am deutschen Aktienmarkt vor allem durch eine hohe Volatilität geprägt. Die Investoren sind verunsichert. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in den Äußerungen eines Mannes.

Wenn sich die ersten Börsennews des Tages mal wieder überschlagen, hat Donald Trump in der Nacht wieder getwittert. Im digitalen Zeitalter gelangen die Nachrichten sogar bis auf den Nachttisch, vorausgesetzt das Smartphone liegt dort und der Benutzer hat eine der vielen Finanz-Apps installiert. Aktuell bieten die Sparkassen neben der kostenlosen Banking-App auch die App „Sparkasse+“ für Android und iOS gratis an. Diese kostet normalerweise 0,99 Euro und bietet allerlei zusätzlichen Features wie Börsennews und Aktienkurse. Da beim Börsenhandel oft schnelles Handeln gefragt ist, sind Finanz-Apps die beste Möglichkeit, auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Handelskrieg, Raketenangriff auf Syrien und Drohungen gegen Russland

Zu all diesen Themen hat Trump Tweets verfasst, die die Stimmung am Aktienmarkt nachhaltig getrübt haben. Niemand weiß so richtig, was davon zu halten ist, zumal die Meldungen aus dem Umfeld Trumps häufig wieder relativiert werden.

Die institutionellen Großanleger und Hedgefonds-Manager reagieren in der Regel mit Umschichtungen oder ziehen ihr Geld ganz ab. Die Auswirkungen auf den Markt sind dann oft fatal. Nach Trumps Drohung gegen Russland büßte der Dow Jones beispielsweise fast ein Prozent ein. Da sich deutsche Anleger an der amerikanischen Börse orientieren, schlossen auch in Europa die Börsen größtenteils schwach. Es setzt dann eine Kettenreaktion ein, die den DAX-Kurs am gleichen Tag mit einem Abschlag von 0,86 Prozent aus dem Handel gehen ließ.

Auf den Angriff westlicher Alliierter auf Ziele in Syrien reagierten die Anleger noch relativ besonnen. Trump höchstpersönlich beruhigte die Lage mit seinem „Mission vollendet-Tweet“. Die Abwendung einer Eskalation im Syrien-Konflikt ist aber eher als nicht negativ statt positiv zu bewerten, da Nachrichten, die die Kauflaune beflügeln, anders aussehen.

Experten befürchten DAX-Crash

Auf der Messe für Finanzen und Geldanlage Invest 2018 in Stuttgart (13. und 14. April 2018) waren von den Experten düstere Töne bezüglich der Entwicklung des DAX-Kurses zu hören. Der Chef der Vermögensverwaltung Sand und Schott, Dr. Max Schott, geht laut Handelsblatt von einem Verlust von zwanzig Prozent aus. Das würde nach derzeitigem Stand einen DAX-Kurs von unter 10.000 Punkten bedeuten. Einige Kollegen wie Fondsmanager Gottfried Heller stimmten Schott zu und hielten dieses Szenario durchaus für möglich. Einig war man sich auch darin, dass Trump mit seinen Aussagen und Taten solche Entwicklungen ins Rollen bringen kann.

Bereits im März berichtete „Der Stern“, dass der amerikanische Hedgefonds-Manager Ray Dalio im großen Stil auf einen Kurssturz am europäischen Aktienmarkt wettet. Er deckte sich mit Leerverkaufs-Positionen auf Aktien wie Deutsche Bank, Allianz, Siemens, BASF und weitere europäische Blue Chips im Wert von 22 Milliarden Dollar ein. Mit solchen Summen hat man diese Wette schon fast gewonnen, da die Kurse allein deshalb schon fallen können. Für Jan Edelmann von der HSH Nordbank ist dies jedoch ein Vabanque-Spiel: "Kurzfristig könnte die Wette gut gehen. Die Frage ist nur, wie lange", so Edelmann.

"Versuchen Sie bloß nicht, diesen wilden Aktienmarkt zu timen"

Das ist der Rat von BlackRock-CEO Larry Fink. Er ist der Kopf des weltgrößten Vermögenverwalters BlackRock und gilt als „mächtigster Mann der Wall Street“. Fink rät ausdrücklich dazu ab, die Marktbewegungen mitzumachen. Im Klartext: Wer bei fallenden Kursen nicht aussteigt, muss beim Aufwärtstrend nicht wieder einsteigen. Er folgt damit der Hauptstrategie von Börsenlegenden wie Warren Buffett oder André Kostolany, die regelmäßig zu Geduld mahnten. Im Übrigen gibt es für Fink keine Alternative zum Investieren am Aktienmarkt. "Der Schlüssel für Investoren ist, am Markt zu bleiben. Man sollte 100-prozentig immer in Aktien investiert sein", so Fink.

Commerzbank revidiert DAX-Prognose

Das Team um Anlagestratege Andreas Hürkamp geht noch nicht von einem DAX-Crash aus. Ganz geheuer scheint aber auch den Strategen der Commerzbank die aktuelle Situation nicht zu sein. In der vergangenen Woche folgte prompt eine Korrektur für den DAX-Ausblick zum Ende des Jahres. Das Kursziel wurde von 14.000 auf 13.500 Punkte gesenkt.

All diese Nachrichten deuten darauf hin, dass wir in den kommenden Monaten wohl weiter wilde Ritte am Aktienmarkt erwarten dürfen. Eine Verlagerung der Gewichtung von Blue Chips zu Small Caps könnte mögliche Horrorszenarien beim DAX etwas abmildern. Ansonsten schließe ich mich der Meinung des amerikanischen Analysten und TV-Stars Jim Cramer an. Er meint: „Die beste Zeit für den Aktienmarkt ist, wenn Donald Trump nicht twittert.“

Bildquelle: Willrow Hood – 653990644 / Shutterstock.com

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Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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