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WDH/ROUNDUP/Aktien New York: Gute Tech-Zahlen stützen Erholungsversuch
Foto: Justin Lane - dpa

WDH/ROUNDUP/Aktien New York Gute Tech-Zahlen stützen Erholungsversuch

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.10.2018, 17:29  |  856   |   |   

(Zahl ergänzt im 5. Absatz, 2 . Satz)

NEW YORK (dpa-AFX) - Die am Vortag gebeutelte Wall Street hat am Donnerstag dank überwiegend guter Unternehmenszahlen einen Erholungsversuch unternommen. Vor allem die Quartalsresultate bekannter Technologieunternehmen stießen bei den Anlegern auf Begeisterung.

Zuletzt legte der US-Leitindex Dow Jones Industrial um 0,97 Prozent auf 24 822,45 Punkte zu. Damit konnte er zumindest einen Teil seines fast zweieinhalbprozentigen Kursrutsches vom Mittwoch wettmachen. Der marktbreite S&P 500 erholte sich um 1,18 Prozent auf 2687,55 Punkte.

Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es - auch dank starker Zahlen von Microsoft und Tesla - sogar um 2,31 Prozent auf 6946,15 Zähler bergauf. Er hatte zur Wochenmitte allerdings über viereinhalb Prozent an Wert eingebüßt.

Die Chartexperten von Indexradar trauten dem Frieden allerdings nicht so recht. "Der seit Anfang 2017 bestehende Aufwärtstrend des Dow Jones Industrial ist nun mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbei", heißt es in einem aktuellen Kommentar. Mit dem Einbruch unter die 25 000-Punkte-Marke habe das Börsenbarometer "ein klares Schwächesignal gesendet", was die Aussichten für die kommenden Tage und Wochen eintrübe. Selbst eine kurze Gegenbewegung, wie sie in solchen Phasen oft zu beobachten sei, dürfte spätestens im Bereich von 25 000/25 200 Punkten ihr Ende finden. Eine deutlichere Dow-Erholung bis 25 800 Punkte sei daher "auf die Schnelle kaum mehr zu erwarten".

Auch ein Marktstratege stellte sich die Frage, wie nachhaltig die aktuelle Erholung sei. Für den bald zu Ende gehenden Oktober steht beim Dow derzeit ein Minus von knapp sechs Prozent zu Buche - damit würde er noch schwächer abschneiden als im Februar und März. Zum von US-Präsident Donald Trump losgetretenen, schon seit Monaten schwelenden internationalen Handelsstreit und Sorgen über steigende Zinsen haben sich zuletzt politische Spannungen wegen der Tötung des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Kashoggi und Trumps Absicht, aus dem INF-Abrüstungsvertrag auszusteigen, hinzugesellt.

Das alles kümmerte die Anleger am Donnerstag aber erst einmal wenig. Sie feierten unter anderem den deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg des Softwarekonzerns Microsoft, der der Aktien mit plus fünfeinhalb Prozent an die Dow-Spitze verhalf. Das Unternehmen profitierte vom boomenden Geschäft mit internetbasierter Mietsoftware (Cloud) sowie Bürosoftware.

Dass der Kurznachrichtendienst Twitter trotz gesunkener Nutzerzahlen über ein besser als erwartet gelaufenes Quartal berichtete, bescherte ihm einen Kurssprung von rund 17 Prozent. Auch Besitzer von Tesla-Aktien hatten wieder einmal Grund zur Freude: Diese legten um gut sieben Prozent zu, nachdem der Elektroauto-Pionier erstmals seit zwei Jahren ein Quartal mit schwarzen Zahlen beendet hat.

Beim Autohersteller Ford drängte ein überraschend deutlicher Umsatzanstieg den kräftigen Gewinnrückgang in den Hintergrund. Zudem war das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) dennoch besser als erwartet ausgefallen. Die Papiere legten ebenfalls um sieben Prozent zu.

Beim Kreditkarten-Anbieter Visa reichte es trotz nicht berauschender Quartalszahlen für einen Kursanstieg von mehr als zwei Prozent. Das Unternehmen hatte lediglich mit seiner deutlichen Gewinnsteigerung die Analystenerwartungen übertroffen. Der Umsatz habe hingegen enttäuscht, schrieb Analyst Tien-tsin Huang von der US-Bank JPMorgan.

Die Aktien der Fluggesellschaft American Airlines gewannen trotz insgesamt nur erwartungsgemäßer Zahlen über sechseinhalb Prozent. Hier begrüßten die Investoren vor allem die Bemühungen, die Kosten im Griff zu halten. Dagegen büßten die Titel von Konkurrent Southwest Airlines wegen eines verhaltenen Ausblicks über sechs Prozent ein.

Zu den wenigen negativ aufgenommenen Geschäftsresultaten gehörten auch die von Merck & Co : Die Aktien verloren mehr als ein Prozent, obwohl der Pharmakonzern im dritten Quartal von einer unerwartet starken Nachfrage profitiert hatte und den Anteilseignern das Leben mit einer höheren Dividende und einem Aktienrückkauf versüßen will. Die Papiere hatten allerdings erst zu Wochenbeginn ein Rekordhoch erreicht - seitdem machten die Anleger Kasse.

Vorschuss-Lorbeeren verteilte der Markt schon an die Google-Mutter Alphabet , den Internethändler Amazon sowie Snap , das Unternehmen hinter der Foto-App Snapchat: Deren Aktien stiegen allesamt deutlich. Die drei Tech-Firmen legen nach Börsenschluss ihre Zahlen vor. Gleiches gilt für den Chiphersteller Intel , dessen Titel allerdings dreieinhalb Prozent an Wert einbüßten./gl/he

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