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Lithium, Nickel, Kupfer: China war 2018 der aktivste Aufkäufer

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
28.01.2019, 10:10  |  1703   |   |   

Im Bereich der Batteriemetalle forciert China seine Investitionen im Ausland. Um seinen Nachschub an Rohstoffen zu decken, hat die Volksrepublik im vergangenen Jahr rund 7 Mrd. US-Dollar außerhalb seiner Landesgrenzen investiert. Im Fokus standen dabei Nickel, Kobalt, Lithium und Kupfer.

Zukäufe im Wert von 7 Mrd. Dollar

China forciert den Umbau des Landes in eine grünere Zukunft. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Sicherung der Rohstoffversorgung. Um den Ausbau von Erneuerbaren Energien inklusive der Kernenergie sowie den Wandel zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zu forcieren, sichert sich Beijing immer mehr Rohstoff-Assets im Ausland. Laut einer Studie von Dealogic haben chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr rund 7 Mrd. US-Dollar im Bereich der Batteriemetalle für Übernahmen und Zukäufe ausgegeben. Das ist zwar kein so hoher Wert wie vor etwa einer Dekade, als man im letzten Rohstoffboom in der Spitze 17 Mrd. Dollar investierte, um sich den Nachschub an Eisenerz und Stahlvorprodukten zu sichern. Aber immer noch weit mehr als das, was die Konkurrenz aus Europa und den USA derzeit unternimmt.

Lithium in Chile

Der größte Einzeldeal war dabei der Kauf eines 24 Prozent Anteils an dem Lithiumproduzenten SQM aus Chile. Dafür investierte Tianqi Lithium insgesamt 4,1 Mrd. US-Dollar. Damit wird es China leichter fallen, sich Lithium für die Verwendung in Lithium-Ionen-Batterien für die Elektroautoindustrie zu beschaffen. Daneben aber gab es in diesem Bereich auch kleinere Deals, wie beispielsweise bei der kanadischen North American Lithium mit einem Transaktionsvolumen von 39 Mio. Dollar.

Kupfer: Hier wird mitgeboten

Auch Kupfer steht bei chinesischen Investoren im Fokus. Zum einen ist China ohnehin der mit Abstand größte Verbraucher des roten Metalls. Doch der Bedarf dürfte mit dem Wachstum der Elektroautoindustrie weiter steigen. Denn ein elektrisch betriebenes Fahrzeug benötigt etwa zwei- bis viermal soviel Kupfer wie ein Auto mit Verbrennungsmotor. 2018 sorgte daher die Übernahme von Nevsun Resources durch Zijin Mining für Furore. Knapp 1,4 Mrd. Dollar wurden hier auf den Tisch gelegt, um sich gegen den Mitbieter Lundin Mining durchzusetzen. Zu den weiteren Kupferdeals der Chinesen zählte beispielsweise das Kuksay Kupferprojekt in Kasachstan.

Uran-Aktivitäten könnten deutlich zunehmen

Nicht zuletzt gab es mit dem Kauf der Rossing Uranmine in Namibia oder Consolidated Nickel Mines in Sambia weitere Transaktionen, mit denen sich China den Nachschub sichert. Insbesondere im Uran-Sektor dürfte es in den kommenden Jahren weitere Deals geben, denn derzeit werden mehrere dutzend neue Kernkraftwerke gebaut oder befinden sich in Planung. Allerdings sind die chinesischen Konzerne noch ein gutes Stück von der Dominanz der großen diversifizierten Bergbaukonzerne BHP, Anglo American und Rio Tinto entfernt. Diese drei haben sich mit größeren Übernahmen im vergangenen Jahr zurückgehalten, obwohl insbesondere Kupferprojekte in ihrem Fokus stehen. Ob man hier die ganz großen Deals in diesem Jahr sehen wird, darf ohnehin bezweifelt werden. Als die großen angelsächsischen Miner im letzten Rohstoffboom per Übernahmen zum Wachstum ansetzten, führte das in ein Desaster. Sie schrieben in der Folge mehr als 100 Mrd. Dollar an Assets ab. Deren Aktionäre dürften also eine vorsichtige M&A-Politik mit gezielten Transaktionen in einem überschaubaren Volumen bevorzugen.

Altech Chemicals: E-Auto-Boom und eine Prise Fantasie

Als künftiger Zulieferer im Bereich der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge bewegt sich auch Altech Chemicals (0,10 AUD | 0,065 Euro; AU000000ATC9). Das australische Unternehmen könnte ebenfalls in den Fokus von chinesischen Konzernen rücken. Denn Altech baut derzeit eine Verarbeitungsanlage für High Purity Alumina (HPA) in Malaysia. Der HPA-Markt wächst derzeit vor allem aufgrund einer hohen Nachfrage aus der LED- und Chip-Industrie. Daneben aber kommt HPA in seiner höchsten Konzentration beim Plastiktrenner von Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz. Dort reduziert es die Brandgefahr. Für ein durchschnittliches Elektroauto werden etwa 1,6 Kilogramm Alumina benötigt, für einen Elektro-Bus sind es etwa 6,4 Kilogramm. Entscheidend ist, dass Altech aufgrund eines neuen Verfahrens viel günstiger produzieren will als die bisherigen Hersteller. 2021 will Altech mit seiner Anlage die Produktion starten, als Teil-Finanzier hat man die deutsche Förderbank KfW IPEX gewonnen (185 Mio. Dollar-Kredit). Die Fabrik selbst wird vom Düsseldorfer Anlagenbauer SMS Group gebaut, die auch der größte Einzelaktionär von Altech ist. Mit der Aktie kann man insofern auf ein weiteres Wachstum der Elektroautoindustrie spekulieren und hat zusätzlich eine Prise Übernahmefantasie. Einen ausführlichen Überblick zu dem Unternehmen finden Sie im Video-Webinar mit CEO Iggy Tan.

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