MTU IM FOKUS Lange Durststrecke voraus

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
31.07.2020, 08:35  |  244   |   |   

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Wenige Monate nach seinem Aufstieg in den Dax muss der Triebwerkbauer MTU die wohl schwerste Krise der Luftfahrtgeschichte meistern. Weil Fluggesellschaften angesichts des Einbruchs im Luftverkehr kaum neue Jets gebrauchen können, haben Boeing und Airbus ihre Produktion deutlich gedrosselt - und MTU kommt nicht umhin, nachzuziehen. Das gilt auch für den Abbau von Arbeitsplätzen. Was bei MTU los ist, was Analysten sagen und wie sich die Aktie entwickelt.

DAS IST LOS BEI MTU:

Die Corona-Krise trifft die Luftfahrt so schwer wie kaum eine andere Branche. Weil Airlines in aller Welt ums Überleben ringen, müssen auch Flugzeug- und Triebwerkshersteller um bestehende und künftige Bestellungen fürchten. Wie Airbus und Boeing hat daher auch der MTU-Vorstand seine im Februar ausgegebenen Geschäftsziele für 2020 im März wieder kassiert und die Dividende für 2019 gestrichen.

"Es wird Jahre dauern, bis der Luftverkehr - und damit die Grundlage unserer Aktivitäten im Serien- und Instandhaltungsgeschäft - wieder das Niveau der Vorkrisen-Jahre erreichen wird", sagte MTU-Chef Reiner Winkler, als er Anfang Juli den Abbau von bis zu 15 Prozent der Jobs im Konzern ankündigte.

Ähnlich wie die Airbus-Spitze baut die MTU-Führung darauf, dass Airlines bestehende Flugzeug-Bestellungen in den meisten Fällen nicht stornieren, sondern die Abnahme neuer Maschinen lediglich ein Stück weit in die Zukunft verschieben. Da MTU vor allem bei Airbus' Mittelstreckenjets der A320neo-Familie dick im Geschäft ist, dürften die Münchner in den vergangenen Monaten mehrfach aufgeatmet haben.

So kassierte Airbus in den Monaten April bis Ende Juni lediglich die Stornierung eines einzigen Jets. Damit schlug sich der europäische Hersteller deutlich besser als sein US-Rivale Boeing, bei dem Kunden im ersten Halbjahr gleich 355 Exemplare des Mittelstreckenjets 737 Max abbestellten, der nach zwei tödlichen Abstürzen noch immer nicht wieder abheben darf. Allein im Juni kamen bei Boeing 60 Stornierungen hinzu. Der Billigflieger Norwegian zog zudem eine Order über fünf Boeing-Langstreckenjets des Typs 787 "Dreamliner" zurück.

Im ersten Quartal hatte sich die Krise bei MTU kaum in den Zahlen niedergeschlagen. Ab dem zweiten Quartal dürften sie sich aber auch in den Ergebnissen zeigen, hatte Vorstandschef Winkler Ende April angekündigt. So hatte MTU den Betrieb an den Standorten in Deutschland und Polen ab Ende März für drei Wochen ausgesetzt und danach nur schrittweise wieder hochgefahren. Im Konzern gilt Kurzarbeit.

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