ETF-Investments MSCI World: Gehört der Alleskönner in jedes Depot?

12.11.2020, 11:58  |  63222   |   |   

Günstig, breit diversifiziert und eine solide Rendite. Mit diesen Argumenten wird ein MSCI World-ETF häufig empfohlen. w:o stellt den „Weltaktienindex“ vor: Was steckt drin, lohnt er sich, und was sind die Alternativen?

Was steckt hinter dem MSCI World?

Der Index wird seit dem Jahr 1968 vom Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International (MSCI) herausgegeben und zählt zu den wichtigsten Indizes der Welt. Der MSCI World bildet die Entwicklung von über 1.600 Aktien aus 23 Ländern ab – darunter ausschließlich große Unternehmen aus Ländern, die MSCI als entwickeltes Industrieland einstuft. Als „Weltaktienindex“ ist der MSCI World einer der beliebtesten Performance-Benchmarks für viele Anlageprodukte. Im Verlauf der letzten zehn Jahre lieferte er eine Rendite von rund 8,5 Prozent jährlich.

Jedes Land wird nach seiner Marktkapitalisierung gewichtet. Die USA machen den mit Abstand größten Anteil aus. Zwei von drei Werten im MSCI World sind US-Unternehmen. Die größte Gewichtung im Index haben Apple (4,2 Prozent), Microsoft (3,2 Prozent), Amazon (2,7 Prozent), Alphabet (2,2 Prozent) und Facebook (1,4 Prozent).

Was macht den MSCI World so beliebt?

„Der MSCI World vereint viele Prinzipien, die in der Finanzwissenschaft gepredigt werden: Eine hohe Anzahl an Aktien und eine breite Diversifikation über Branchen und Regionen hinweg, gebündelt in nur einem simplen Index“, erklärt der als Aktienrebell bekannte Experte Jannes Lorenzen gegenüber wallstreet:online. „Zusammen mit der langen Historie von über 50 Jahren macht das aus dem MSCI World einen der beliebtesten Indizes der Welt. Darüber hinaus ist er nach Marktkapitalisierung gewichtet, die Berechnungsweise transparent und durch viele ETFs kann in den MSCI World investiert werden.“

Für wen lohnt sich ein MSCI World ETF?

Wegen seiner breiten Diversifizierung wird der Weltindex gerne als Alleskönner und guter Einstieg für Börsen-Neulinge gelobt. Aktienrebell Jannes Lorenzen betont aber, dass ein ETF auf den MSCI World auch erfahrenen Anlegern Vorteile bietet. „So eine schnelle, breite und kostengünstige Möglichkeit zu investieren, kann sich für jeden Anleger anbieten. Für einige ist das ein schneller Zugang zum gesamten Aktienmarkt, für andere eine Absicherung, falls sie im restlichen Depot spezifischere Markt-, Länder- oder Einzelaktienwetten eingehen. Zahlreiche Statistiken zeigen, dass fortgeschrittene Anleger trotz ihrer Erfahrung nicht zwangsläufig besser abschneiden als ein simpler Indexfonds auf den MSCI World, weshalb er mindestens als Beimischung Sicherheit geben kann.“

Welcher MSCI World ETF ist der Richtige?

Es gibt zahlreiche Anbieter für ETF-Produkte auf den MSCI World. Synthetische ETFs bilden die Index-Entwicklung über Tauschgeschäfte nach. Physische ETFs investieren hingegen in einen Großteil der im Index enthaltenen Werte. Die Wertentwicklung der ETFs ist sowohl bei physischen als auch bei synthetischen ETFs ähnlich.

Darüber hinaus wird zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs unterschieden. Thesaurierende ETF-Produkte investieren die Dividenden der enthaltenen Aktien automatisch in weitere ETF-Anteile. Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden regelmäßig an den Anleger aus.

Für die meisten Anleger stehen bei einem ETF-Investment die Kosten im Mittelpunkt. Diese liegen für die meisten Produkte zwischen jährlich 0,2 und 0,5 Prozent der Anlagesumme. Experten empfehlen grundsätzlich, in einen ETF mit einem hohen Fondsvolumen zu investieren. Zu den größten ETF-Anbietern zählen die iShares-Produkte von Blackrock und Xtrackers von DWS.

Was sind die Nachteile des MSCI World?

Trotz der breiten Diversifizierung über sämtliche Branchen und Länder hinweg ist der MSCI World wegen seiner Gewichtung nach Marktkapitalisierung sehr stark vom US-amerikanischen Aktienmarkt abhängig (66 Prozent). Mit großem Abstand folgen europäische Aktien (10 Prozent) und japanische Werte (7 Prozent).

Aktien aus wachstumsstarken Schwellenländern sucht man in einem MSCI World vergebens. Börsenexperte Jannes Lorenzen rät deshalb: „Der MSCI World sollte optimalerweise um Schwellenländer, zu denen auch China gehört, ergänzt werden. Dafür bietet sich der MSCI Emerging Markets an. Gerade Schwellenländer machen heute etwa 30 Prozent des BIP aus und die Tendenz ist steigend: Sie haben eine bessere Demografie, höheres Wachstum, große Heimatmärkte und heute ein im Vergleich zur eigenen Historie günstiges Bewertungsniveau. Gerade auch deshalb, da die USA im MSCI World so stark vertreten sind und China der größte Konkurrent in der Weltwirtschaft ist, macht es Sinn, durch ETFs beide im Depot abzubilden.“

Welche Alternativen gibt es zum MSCI World?

Ein Investment in den MSCI World ist im ETF-Universum nur eine von vielen Anlagemöglichkeiten. Je nach Risikobereitschaft und Anlageziel gibt es interessante Alternativen zum „Weltaktienindex“. „Der MSCI ACWI erweitert den MSCI World um Schwellenländer, womit er eine einfache, noch umfassendere Lösung anbietet“, sagt Jannes Lorenzen. „Auch der FTSE All-World, der beispielsweise die Grundlage einiger beliebter Vanguard-ETFs darstellt, ist das Pendant zum MSCI ACWI und bildet 90 bis 95 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Wer außerdem mehrere Anlageklassen, beispielsweise Aktien und Anleihen, in einem ETF abbilden möchte, könnte Multi-Asset-ETFs auf entsprechende Indizes in Erwägung ziehen. Hier müssen aber die Kosten im Auge behalten werden.“

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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