Aktie tief im Minus
Bayer: Es läuft noch nicht rund
Nach juristischen Erfolgen und der schmerzhaften Kürzung der Dividende scheint sich die Lage bei Bayer etwas zu beruhigen. Doch für ein Comeback ist es noch zu früh, meinen Experten der Berenberg Bank.
- Bayer zeigt Stabilisierung nach juristischen Erfolgen und Dividendenkürzung.
- Aktienkurs bewegt sich zwischen 26 und 29 Euro, halbierte sich letztes Jahr.
- Analyst sieht keine kurzfristigen Wachstumsimpulse, rät zum Halten.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Der Chartverlauf der Bayer-Aktie zeigt seit Februar eine gewisse Stabilisierung. Der Kurs bewegt sich zuverlässig in einer Range zwischen 26 und 29 Euro. Im vergangenen Jahr hat sich die Aktie damit glatt halbiert. Zum Wochenstart landet die Bayer-Aktie mit einem Verlust von 3,3 Prozent in einem sonst positiven Gesamtmarkt am DAX-Ende.
Auf der Hauptversammlung im vergangenen Monat musste CEO Bill Anderson dafür harte Kritik der Anleger einstecken. Der jüngste Erfolg im Berufungsverfahren des Erickson-Falles über polychlorierte Biphenyle (PCB) nimmt laut Berenberg-Analyst Sebastian Bray zwar etwas Druck vom Kessel. Dennoch sieht der Experte aktuell keine kurzfristigen Wachstumsimpulse für Bayer.
Der Misserfolg der klinischen Studie zu Asundexian zur Behandlung von Vorhofflimmern im Jahr 2023 habe Bayer in eine schwierige Lage gebracht, geprägt von Verlusten der Patente auf seine wichtigsten Pharma-Produkte, einem Abschwung im Agrarzyklus und einem hohen Maß an rechtlichen Risiken.
Zwar habe sich Bayer auf rechtlicher Seite finanziell etwas Luft verschafft, allerdings gleichen sich diese Zugewinne durch Wertberichtigungen in der Agrarsparte wieder aus, rechnet der Analyst vor.
Für 310 Millionen US-Dollar haben die Leverkusener die europäischen Vermarktungsrechte des Kardiomyopathie-Medikaments Acoramidis erworben. Diese Akquisitionen werde jedoch den Mangel an Einnahmenwachstum in den nächsten Jahren aufgrund von Patentabläufen nicht wesentlich verändern können, glaubt Bray.
Berenberg setzt das Kursziel für Bayer bei 30 Euro fest und rät weiter zum Halten. Die Aktien werden mit dem 6,1-fachen des EV/EBITDA für 2024 gehandelt, einschließlich geschätzter Rechtsverbindlichkeiten. Es gebe derzeit wenig, was die Wahrnehmung der Aktie verbessern könnte, lautet das Fazit des Analysten.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Bayer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -2,89 % und einem Kurs von 26,22EUR auf Tradegate (17. Juni 2024, 17:08 Uhr) gehandelt.
