Die Zukunft von Drägerwerk seit Corona (Seite 111)

eröffnet am 22.04.20 12:55:47 von
neuester Beitrag 24.01.21 23:22:16 von


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04.12.20 12:41:12
Beitrag Nr. 1.101 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.946.672 von MartinGerver am 04.12.20 11:31:59Eigentlich mit den Fakten nicht so Unrecht, ändert aber nichts an dem Auftritt/Marketing und dem meiner Meinung nach unfähigen Management von Dräger. Eher das Gegenteil ist der Fall - würde der Markt nur die von Ihnen aufgeführten Fakten so auch sehen hätten wir Kurse von weiter über 100.- Euro. Dem ist aber nicht so, also macht man sich als Kleinanleger Gedanken warum das so nicht ist. Dräger lebt nach dem Motto von Busch oder Brecht, von wem auch immer - Ist der Ruf erst ruiniert lebt sich's völlig ungeniert. In der HV bekommt er zwar auf die Finger und wird von den Anlegern kritisiert, das ist ihm aber egal. Eigentlich kann man ihn bewundern - aber nur eigentlich.
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04.12.20 16:05:48
Beitrag Nr. 1.102 ()
Es ist in der Tat festzustellen, dass seitens des Unternehmens fast keine Anstrengungen unternommen werden, dem Markt die positiven Seiten und Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.

Hinzu kommt die, zumindest vor Corona, miserable Marge. Offensichtlich wird hier viel zu lange an unprofitablen Produkten und Märkten festgehalten.

Leider hat der Kleinaktionär wenig Möglichkeiten der Einflussnahme. Bleibt zu hoffen, dass zumindest die Zeichner der letzten Kapitalerhöhung, vermutlich alles größere Adressen, beim Management diesbzgl. vorstellig werden.
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04.12.20 17:41:04
Beitrag Nr. 1.103 ()
Wenn die Familie so weiter macht werden viele Privatanleger hier ihre Aktie verkaufen.Ist ja auch logisch da ich mit meinem Investment Geld verdienen möchte.
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04.12.20 18:31:12
Beitrag Nr. 1.104 ()
Zu der Frage ob Stefan Dräger ein guter Manager ist.

Zunächst mal muss einem klar sein, was für ein Manager er ist: Ein aus der Familie kommender Manager eines Familienunternehmens. Der wird nicht agieren, wie ein von Quartalszahlen getriebener angestellter Manager einer AG die überwiegend institutionelle Anleger als Eigentümer hat. Das kann erstmal gut oder schlecht sein:

Ein Familienunternehmen kann mehr auf die nachhaltige, langfristige Entwicklung, achten als auf kurzfristige Quartalszahlen
<->
Das kann aber auch zu Behäbigkeit und Langsamkeit führen

Bestenfalls passen die Interessen von Familie und langfristigen Investoren zusammen. Wenn das nicht der Fall ist (eindeutig bei den Genussscheininhabern) wird es schwierig. (ich war lang genug investiert; Gewinne machen konnte man als lästiger Genussscheininhaber trotzdem, aber es war klar, dass man der ungeliebte Blinddarm des Unternehmens ist.

Die kurzfristige Meinung von Analysten interessiert ihn nicht wirklich. Habt ihr mal einen der WebCast zu den Quartalszahlen gesehen? Während andere Vorstände da nervös bemüht sind, sich und die Firma vor dem jüngsten Gericht der Analysten ja gut dastehen zu lassen ist, macht er eher den Eindruck als wäre das eine lästigen Pflichtübung vor Ahnungslosen. Vermutlich hat er sich da einiges von dem „Managementmalus“ verdient. Das ist natürlich schlecht für jemanden, der sich eine kurzfristiges Happy End erhofft und dem der Kurs von Morgen wichtiger ist, als der von übermorgen. Langfristig kann das anders aussehen.

Aus langfristiger Sicht der Familie hat Stefan Dräger aber einiges erreicht:
- Er hat Dräger Medical 2009 aus dem ungeliebte Joint Venture mit Siemens gelöst
- Er schüttelt jetzt die lästigen Genussscheininhaber ab.
- Das alles auf einer finanziell soliden Grundlage.
- Und das mit der „missglückten Kapitalanlage“ würde er vermutlich auch anders sehen, schließlich hat er im Nachhinein einen sehr guten Preis bekommen und plant so schnell keine weiteren Kapitalerhöhungen.

Im Ergebnis hat das jetzt übrigens auch dazu geführt, dass die Interessen von Aktionären und Familie jetzt wieder näher beisammen sind. Weil man z.B. die Dividende nicht mehr mit den Genussscheininhabern teilen muss und man kein Interesse mehr haben, kann den Wert der Firma zu verstecken.

Was man auf jeden Fall festhalten kann ist, dass Dräger 2020 vieles sehr gut gemacht hat:
- Man hat die Produktion kurzfristig unter erschwerten Lieferbedingungen massiv nach oben gefahren
- Ganze Produktionsstätten (FFP2 Masken) in kürzester Zeit neu errichtet
- Dabei die Profitabilität gesteigert
- Das ganze mit einer sehr guten Außenwirkung bei Regierungen, Kunden, potentiellen Mitarbeiter

Vielleicht auch deshalb, weil man in den Jahren zuvor zögerlicher, als andere bei Einsparungen und Stellenabbau war und damit schneller Kapazitäten hochfahren konnten.
Im Ergebnis ist man für die Zeit nach Corona gut positioniert und Stefan Dräger könnte in 5 Jahren als äußerst erfolgreicher, langfristig denkender Manager dastehen.

Man kann das ganze natürlich auch wieder verbummeln. Vielleicht war das alles nur Glück und man „schafft es“, Margen und Umsätze in ein paar Jahren wieder in die Regionen von 2018/19 abbröckeln lassen usw. und im Jahr 2030 freut sich die Börse dann über einen Unternehmensnachfolger. Aber dieses Negativszenario ist im Kurs eigentlich schon wieder drin.
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05.12.20 14:13:41
Beitrag Nr. 1.105 ()
Zum Thema Antigentest: Das ist ein low brainer. Das ganze wissen und die Produktions- und Vertriebsinfrastruktur ist vorhanden. Nur das Reagenz müsste von einem Partner eingekauft oder selbst entwickelt werden. Und danach €€€...

Der Bedarf an Ventilatoren und Zubehör ist 10x so hoch wie normal. Dieser Bedarf wird nächstes Jahr nicht auf x1 sinken, nur weil es eine Impfung gibt. Pfizer ist ein Gigant. Selbst diese Firma kann 2021 nur für 500 Mio Menschen das Mittel herstellen. Das ist nichtmal 10% der Bevölkerung.
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05.12.20 15:01:18
Beitrag Nr. 1.106 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.958.513 von MartinGerver am 05.12.20 14:13:41Aha, spezifische Antikörperteste sind ein - low brainer
Die Aussage wird durch Verwendung von angelsächsischen Floskeln auch nicht richtiger.

Spezifische Antikörperteste ist die Königsdisziplin von Biotech Unternehmen, wer das kann gehört zur Elite.
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05.12.20 17:12:55
Beitrag Nr. 1.107 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.958.813 von Mitleser0815 am 05.12.20 15:01:18Der low brainer ist, dass Dräger mit Unterstützung so etwas anbieten wird, nicht die Durchführung. Die Firma hat fast alle Bausteine, die nötig sind so etwas raus zu bringen.
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06.12.20 11:08:57
Beitrag Nr. 1.108 ()
Börse online gibt als EPS für dieses Jahr 10,94 Euro an und für 2021 9,09 Euro.
Der Aktionär dagegen tatsächlich noch 6,58 und 5,71.

Da sind wohl bei Letzterem noch massive Fehleinschätzungen vorhanden.
Erfreulich, dass aber immerhin schon über 9 Euro für nächstes Jahr gesehen werden - KGV 2021 der Stämme daher bei 6,5. Für 2020 rechne ich eher mit 12 bis 13 Euro EPS.
Draegerwerk | 63,30 €
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07.12.20 09:57:37
Beitrag Nr. 1.109 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.962.517 von SAFE1 am 06.12.20 11:08:57
Der Gewinn je Aktie
lässt mehr denn je unterschiedliche Betrachtungen zu.

Wenn man sich intensiv mit der speziellen Sachlage Drägerwerks auseinandersetzt,
dann komme ich zu dem Ergebnis, dass mir die folgende Berechnung klar am
sinnvollsten erscheint:

Die Genussscheine sind hinsichtlich ihrer Kosten zu berücksichtigen. Die bisher
angewandte theoretische Vollausschüttung macht keinen Sinn mehr.

Ca. 450 Mio. € müssen aufgebracht werden und dass das gelingt, ist spätestens mit
der jüngsten Refinanzierung des Schuldscheindarlehens und Kreditabruf bei der EIB
als gesichert zu betrachten.

Das Jahr 2020 sollte mindestens einen Gewinn von 250 Mio € bringen.
Mindestens 10 % werden davon als Dividenden ausgeschüttet, wenn sich Drägerwerk
an seinen gemachten Aussagen hält. - Ich gehe mal von 13 % aus und dann ergibt
sich, dass die Genussscheine nach Steuereffekt ca. 9 Mio. € Kosten verursachen.

Im Ergebnis steht dann ein Gewinn von 241 Mio. € , der sich auf 18,76 Mio. Anteile
verteilt. Demnach 12,85 €, womit die Vorzugsaktie aktuell mit einem KGV von 4,9 notiert.


Wichtiger ist allerdings das Folgejahr.

Q1 in 2021 dürfte ähnlich Q4 2020 werden. Sagen wir mal ein EBIT von 135 Mio. €.
Für Q2 - Q4 in 2021 bleiben auslaufende Coronaeffekte, Basisgeschäft und
Krankenhauszukunftsgesetz. Das Gesamtpaket ist nicht leicht genau einzuschbar.
Meine Überlegungen zielen auf einen Mittelwert für das EBIT von 275 Mio. € bzw.
ca. 200 Mio. Gewinn.

Inzwischen sind die Genussscheine A+K eingezogen und die Kosten für die restlichen
Genussscheine betragen bei 13 % Ausschüttung ca. 5 Mio. €.

Somit erwarte ich für 2021 einen Gewinn in Höhe von ca. 195 Mio. €, der sich wieder
auf 18,76 Mio. Anteile verteilt. Demnach ca. 10 €. Ein Betrag, aus dem aktuell ein
KGV von 6,3 für die Vorzugsaktie resultiert.


Dass ich die allgemeine Börsenbewertung (nicht bei Drägerwerk) für extrem hoch
halte, thematisierte ich hier schon öfter. Dass das auf Inflationsgedanken beruht,
nannte ich auch und nun findet man die ersten entsprechenden Artikel:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Okonomen-Zehn-Prozent-Inflati…

10% halte ich (noch) für übertrieben. Das liegt aber eher daran, dass wir in
Deutschland leben und uns die gegenwärtige Neuverschuldung noch leisten können.
Wir müssen uns aber mindestens am Euroraum eher an der gesamten EU orientieren und
dann wird klar, dass es durchaus in diese Richtung gehen kann.

Wenn ich Hypothekenschulden hätte, würde ich mir die niedrigen Zinsen für einen
Zeitraum sichern, der ausreicht, um auf der sicheren Seite zu sein.

Was die Börsen anbelangt, hoffe ich noch auf einen deutlichen Rücksetzer, um wieder
sinnvoll einsteigen zu können. Bezüglich Drägerwerk kann ich mir Kurse unterhalb 55 €
für die Vorzugsaktie kaum vorstellen und bleibe mindestens bis zu den Q1-2021 Zahlen
optimistisch investiert.
Draegerwerk | 63,20 €
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07.12.20 11:24:24
Beitrag Nr. 1.110 ()
WENN jemand heute von einer hohen Inflation in naher Zukunft ausgeht - DANN - sollte er sich um eine langfristige Schuldenaufnahme (mit langfristiger festen Zinsbindung) bemühen - UND - das Geld breit in Aktien/Immobilien usw. investieren.

WENN unsere Regierenden nicht auf die Idee eines "Inflationsaufwendungsausgleichsgesetzes"....NEIN......des "guten und gerechten Inflationsaufwendungsausgleichsgesetzes" kommen!
Draegerwerk | 62,90 €
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