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Die Demukratur Russlands - 500 Beiträge pro Seite



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Bei der derzeitigen Russland- und BRIC-Euphorie. Ein aktuelles Beispiel zur Sicherheit der Geldanlage in Russland:

Moskau

Chef der russischen Bankenaufsicht erschossen

14. September 2006
Der stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank Andrej Koslow ist bei einem Attentat getötet worden. Nach Angaben eines Arztes erlag Koslow Donnerstag morgen im Krankenhaus den Folgen mehrerer Schußverletzungen.

Mittwoch abend hatten zwei Bewaffnete auf Koslow geschossen, als dieser an einem Fußballplatz in Moskau ankam. Das Opfer wurde mit Schußwunden in Brust und Bauch in die Klinik gebracht. Auch sein Fahrer wurde bei dem Attentat getötet, die Täter konnten fliehen.

„Ermittlungen in alle Richtungen“

Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen von einem Auftragsmord aus. Der Moskauer Oberstaatsanwalt Juri Sjomin sagte der Nachrichtenagentur Interfax: „Wir ermitteln in alle Richtungen - Beruf, Privatleben, Verwechslung seiner Person.“

Der 41 Jahre alte Koslow war in der Zentralbank verantwortlich für die Aufsicht der anderen Geschäftsbanken. Unter seiner Leitung hatte die russische Zentralbank die Lizenzen zahlreicher Banken eingezogen, die der Beteiligung an Geldwäsche verdächtigt wurden. Der Abgeordnete Anatoli Aksakow aus dem Finanzausschuß des russischen Parlaments sagte: „Koslow ist hart gegen Banken vorgegangen, die betrügen, Geld waschen oder sonstige Gesetzesverstöße begehen.“ Koslow hinterläßt eine Ehefrau und drei Kinder.
Text: FAZ.NET mit Reuters und dpa

"Verwechselung seiner Person".

Warscheinlich wollten die ihren Bäcker abknallen, weil er zu kleine Brötchen gebacken hatte:rolleyes:
meinst du bei uns würden richter und beamte durch unsere freunde nicht unter druck gesetzt.
da hier bisher so etwas noch nicht passiert ist, kann ich nur vermuten, dass die damit öfter erfolg haben.
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.925.027 von rohrberg am 14.09.06 08:12:39Ich denke bei uns ist Bankenaufsicht schon etwas weiter vorangeschritten und Geldwäsche sicherlich nicht - zumindest nicht in dem Umfang wie in Russland - so einfach.
Kurz: unsere Banken sind etablierter.
Ausserdem ist die Gesetzeslage in R noch lange nicht so gefestigt, wie bei uns, siehe AktG, KonTraG usw.

Gibt denke ich zwei Varianten:

Die russ. Mafia hat mit der Ermordung Koslows, bei Schliessung ihrer Geldwäsche-Bank gedroht. Oder die Geldwäsche-Bank stand kurz vor der Schliessung und man ist auf Nummer Sicher gegangen.

Eine Bank wurde zu Unrecht geschlossen, weil sie nicht auf der politischen "Agenda" des Kremls stand - siehe Chodorkowski und Yukos.
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.924.943 von TimoS am 14.09.06 08:02:55Wenn der Chef einer Aufsichtsbehörde ermordet wird, kann man davon ausgehen, daß sie ein wenig zu gut funktioniert hat.
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.925.164 von TimoS am 14.09.06 08:29:36
Andrej Koslow galt als Kämpfer gegen die Geldwäsche in Russland. Am Mittwoch wurde der Zentralbanker erschossen (Foto: newsru)

Donnerstag, 14.09.2006
Vize-Zentralbankchef Russlands bei Anschlag getötet
Moskau. Der stellvertretende Zentralbankchef, Andrej Koslow, ist bei einem Attentat ums Leben gekommen. Unbekannte hatten am Mittwochabend auf den Bankier geschossen. Im Krankenhaus erlag Koslow seinen Verletzungen.

Koslow befand sich am Abend auf dem Gelände des Sportklubs „Spartak“, wo Bankangestellte ein Fußballspiel veranstalteten. In seinem Wagen wurden er und sein Fahrer von zwei Männern attackiert. Während der Fahrer noch am Tatort seinen Verletzungen erlag, wurde Koslow mit schweren Schussverletzungen in Kopf und Bauch ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Ärzte versuchten in der Nacht mit einer Notoperation das Leben des Zentralbankers zu retten, doch am frühen Morgen erlag auch Koslow seinen Verletzungen. Koslow wurde nur 41 Jahre alt, er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Die Suchaktion der Polizei nach den Tätern verläuft bislang ergebnislos. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen Unbekannt wegen Mordes eingeleitet. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Tat in Zusammenhang mit der Arbeit Koslows steht.


Kampf gegen Geldwäsche

Koslow hatte als erster Stellvertreter von Zentralbankchef Sergej Ignatjew für die Transparenz des russischen Bankensektors gekämpft. Wegen Geldwäscheverdachts hatte er für den Lizenzentzug mehrerer Banken gesorgt (allein in diesem Jahr verloren bereits 33 Banken deswegen ihre Lizenz). Außerdem hatte er sich für ein lebenslanges Berufsverbot derjenigen Bankiers ausgesprochen, die sich der Geldwäsche schuldig gemacht haben.

Das System der Einlagenversicherungen, dass einfache Bürger vor dem Bankrott ihres Finanzunternehmens schützen sollte, wurde unter ihm ins Leben gerufen. Koslow wählte die Banken, die an diesem System teilnehmen durften, sorgfältig aus. „Schwarze Schafe“ duldete er nicht. Insofern war die Teilnahme am System der Einlagenversicherungen auch ein Gütezeichen für die beteiligten Banken.


Koslow setzte sich für Lüftung des Bankgeheimnisses ein

Sein kontroverser Vorschlag, das Bankgeheimnis zu lüften, stieß allerdings auch bei den Abgeordneten der Duma, die dieses Gesetz absegnen müssen, auf wenig Gegenliebe. Es gilt daher als unwahrscheinlich, dass diese Gesetzesänderungen beschlossen werden. Dennoch genoss er Autorität auch unter den Parlamentariern.


Koslows Tod – ein Schlag gegen Russlands Bankenwelt

„Koslow hatte eine prinzipielle und feste Position bei der Auswahl der Banken, die in das System der Einlagenversicherungen eintreten durften, er kämpfte für die Säuberung des Bankensystems. Vielen gefiel diese harte Haltung nicht. Er hatte Feinde. Das [Attentat – d.R.] ist ein Schlag gegen das Bankensystem, da er aktiv mit der Bankenwelt zusammengearbeitet hat“, sagte der Chef des Duma-Bankenkomitees Anatoli Aksakow.



Auch die Regierung verurteilte das Attentat scharf. Premier Michail Fradkow wurde noch am Abend über den Anschlag auf Koslow informiert. Sein Stellvertreter Alexander Schukow charakterisierte den Überfall als „dreistes Verbrechen“. „Ich hoffe, dass die Sicherheitsorgane dieses Verbrechen aufklären und die Schuldigen mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden“, sagte Schukow, noch bevor bekannt war, dass Koslow seinen Verletzungen erlag.

(ab/.rufo)

Quelle: Aktuell.ru
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.925.227 von cajadeahorros am 14.09.06 08:33:35Da kannst Du sicher sein:

90% des Bankenmarktes ist Sberbank

Den Rest teilen sich 1600 Institute, davon im Retailbanking 4 westliche.

Letztes Jahr wurden über 30 Banken dichtgemacht, weil es reine Geldwaschanlagen waren.

Der Markt hat Konsolidierungsspielraum bis auf 20 Banken.

Die Bandagen sind hart und die Sitten andere als man gemeinhin gewöhnt ist. ;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.925.309 von Mittachmahl am 14.09.06 08:39:31Bis dahin werden wohl noch ein paar Köpfe rollen...

"Lüftung des Bankgeheimnisses"

Da wird die Liste der Verdächtigen natürlich immer länger.


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