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IKB - Jetzt ist es raus: Die amerikanischen Kreditnehmer sind Schuld ! - 500 Beiträge pro Seite



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Matthäus-Maier im Interview
IKB-Rettung wird für KfW noch teurer
Die Rettung der Mittelstandsbank IKB kommt die KfW noch teurer zu stehen als bislang bekannt.

Rückblickend beurteilt KfW-Chefin Matthäus-Maier die Rettungsaktion im Gespräch mit der SZ kritisch.
Interview: Helga Einecke und Martin Hesse

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/866/148513/



SZ: Finanzminister Peer Steinbrück hat Bankmanagern Unfähigkeit vorgeworfen. Fühlen Sie sich angesprochen?

Matthäus-Maier: Nein, selbstverständlich nicht. Er hat zum Beispiel den ehemaligen IKB-Vorstand benannt, von dem vier Mitglieder gehen mussten, weil sie die Bank in den Sand gesetzt haben.

SZ: Warum ist der IKB-Vorstand dann noch nicht hinter Gittern?

Matthäus-Maier: Das kann ich nicht beurteilen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

SZ: Ist Steinbrück als Vorsitzender ihres Verwaltungsrats mit Ihnen persönlich ins Gericht gegangen, weil ein Drittel Ihres Eigenkapitals wegen der IKB im Feuer steht?

Matthäus-Maier: Warum sollte er? Nicht die KfW hat gezockt, sondern die IKB. Die KfW ist zusammen mit den anderen kreditwirtschaftlichen Säulen die Lösung des Problems, sie engagiert sich bei der Rettung der IKB.

Matthäus-Maier im Interview
IKB-Rettung wird für KfW noch teurer
Die Rettung der Mittelstandsbank IKB kommt die KfW noch teurer zu stehen als bislang bekannt.

Rückblickend beurteilt KfW-Chefin Matthäus-Maier die Rettungsaktion im Gespräch mit der SZ kritisch.
Interview: Helga Einecke und Martin Hesse

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/866/148513/



SZ: Finanzminister Peer Steinbrück hat Bankmanagern Unfähigkeit vorgeworfen. Fühlen Sie sich angesprochen?

Matthäus-Maier: Nein, selbstverständlich nicht. Er hat zum Beispiel den ehemaligen IKB-Vorstand benannt, von dem vier Mitglieder gehen mussten, weil sie die Bank in den Sand gesetzt haben.

SZ: Warum ist der IKB-Vorstand dann noch nicht hinter Gittern?

Matthäus-Maier: Das kann ich nicht beurteilen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

SZ: Ist Steinbrück als Vorsitzender ihres Verwaltungsrats mit Ihnen persönlich ins Gericht gegangen, weil ein Drittel Ihres Eigenkapitals wegen der IKB im Feuer steht?

Matthäus-Maier: Warum sollte er? Nicht die KfW hat gezockt, sondern die IKB. Die KfW ist zusammen mit den anderen kreditwirtschaftlichen Säulen die Lösung des Problems, sie engagiert sich bei der Rettung der IKB

weiter im nächsten Posting ....
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.785.243 von CaptainProton am 16.12.07 19:37:17SZ: Aber die KfW sitzt doch im Aufsichtsrat der IKB. Hat sie bei der Kontrolle versagt?

Matthäus-Maier: Wir sind der Sache sehr genau nachgegangen. Die Zweckgesellschaft Rhineland war nicht in der Bilanz. Es gab mehrere Sonderprüfungen, beantragt auch durch den Aufsichtsrat. Die Wirtschaftsprüfer lobten das Risikomanagement. Die Ratingagenturen bewerteten das ganze mit besten Noten. Außerdem hatte die KfW mit meinem Vorgänger Hans Reich, einen hervorragenden Banker im Aufsichtsrat. Und schließlich sagte der IKB-Chef noch Ende Juli, dass es keine Probleme gebe. Auch PWC hat den Aufsichtsrat in einem Gutachten entlastet. Ich sehe nicht, dass wir etwas anders hätten machen können oder müssen.

SZ: Es fällt auf, dass vor allem öffentliche Banken von der Kreditkrise betroffen sind.

Matthäus-Maier: Dem widerspreche ich deutlich. Die IKB ist eine private Bank. Wir haben mit unserem Anteil von 38 Prozent nicht mehr oder weniger Informationsrechte als andere Aktionäre. Wir haben diesen Anteil damals nur übernommen, weil wir dringlich gebeten wurden, den wichtigen Mittelstandsfinanzierer vor einer Zerschlagung durch eine ausländische Bank zu retten.

SZ: Was kostet das IKB-Debakel die KfW?

Matthäus-Maier: Ende Oktober wurde aufgrund der erheblichen Marktverwerfungen die Risikoeinschätzung bezüglich Rhineland aktualisiert und die bilanzielle Risikovorsorge für die KfW auf 4,95 Milliarden Euro erhöht. Darüber hinaus haben wir unsere 38-prozentige Beteiligung an der IKB um 400 Millionen Euro abgeschrieben.

SZ: Hätten Sie die Rettungsaktion mit Ihrem heutigen Wissen genau so gemacht?

Matthäus-Maier: Das ist schwer zu sagen. Mit dem Wissen von heute über die eingetretenen Marktverwerfungen hätten wir die Rettungsaktion nicht gemacht. Es ist aber müßig, darüber zu spekulieren, denn Ende Juli mussten wir innerhalb eines extrem kurzen Zeitraums eine Lösung finden, um Schaden von der IKB, der KfW und der Gesamtwirtschaft abzuwenden.

SZ: Was wäre die Alternative gewesen?

Matthäus-Maier: Bankenaufseher Jochen Sanio hätte das Moratorium über die IKB erklärt, die Bank wäre also zahlungsunfähig gewesen.

SZ: Und hätte damit nach Sanios Einschätzung die größte Bankenkrise seit 1931 ausgelöst. Kommen auf die KfW noch höhere Risiken zu?

Matthäus-Maier: Eine Prognose ist derzeit für alle Banken schwer. Es kann sein, dass es weniger wird als fünf Milliarden Euro, aber auch mehr, falls sich das Marktumfeld weiter verschlechtert. In dem Fall, dass noch weitere Risiken bei der IKB auftreten würden, müssten Maßnahmen ergriffen werden, an denen sich auch die anderen Anteilseigener der IKB beteiligen, die bisher geschont wurden.

SZ: Warum sollte eigentlich der Steuerzahler für die Verluste der IKB aufkommen, wenn es doch eine private Bank ist, wie Sie betonen?

Matthäus-Maier: Bislang zahlt der Steuerzahler weder direkt noch indirekt. Die KfW stemmt die Verluste aus ihrem über die Jahre angelegten Fonds für allgemeine Bankrisiken. Anders wäre das bei einer Bundesbürgschaft. Aber was meinen Sie, was auf den Steuerzahler zugekommen wäre, wenn wir im Sommer nicht so gehandelt hätten und es zu einer viel stärkeren Finanzmarktkrise gekommen wäre?

SZ: Apropos Bund und Steuerzahler: Wünschen Sie sich einen professionelleren Verwaltungsrat?

Matthäus-Maier: Der Verwaltungsrat ist professionell. Er hat alle Entscheidungen sorgfältig besprochen und genehmigt. Aber eine Telefonkonferenz mit 37 Mitgliedern ist schon schwierig. Die Schaffung eines Präsidial- und Prüfungsausschusses, wie angedacht, begrüße ich.

SZ: Müssen in den Verwaltungsrat mehr Banker, die etwas von den Niederungen der Bankbilanzen verstehen?

Matthäus-Maier: Es sind fünf Spitzenvertreter der deutschen Bankenwirtschaft in dem Gremium vertreten. Hätte einer dieser Verwaltungsräte aus Risikogesichtspunkten gegen irgendeine Entscheidung Bedenken, würde der Rest des Gremiums bestimmt nicht über dieses Votum hinweggehen.

SZ: Wann verkaufen Sie die IKB und an wen?

Matthäus-Maier: Wir streben an, die IKB unter Berücksichtigung aller Regularien zu verkaufen. Zunächst einmal muss endlich der Jahresabschluss 2006/2007 geändert, geprüft und fertiggestellt werden, wie von der IKB angekündigt. Für den Verkauf ist dann noch der neue Zwischenbericht erforderlich

SZ: Wann sind die Abschlüsse fertig?

Matthäus-Maier: Wir warten dringend auf sie.

SZ: Würden Sie einen bestimmten Käufer bevorzugen, etwa ein öffentlich-rechtliches Institut wie die WestLB?

Matthäus-Maier: Nein, es muss der richtige Käufer gefunden werden

SZ: Wie stark wird das KfW-Ergebnis belastet?

Matthäus-Maier: Das hängt davon ab, wie viele Verluste tatsächlich eintreten werden. Klar ist: Die KfW wird auch im nächsten Jahr eine hohe Förderleistung bringen, das ist das wichtigste.

SZ: Welche Lehren müssen die Banken aus der Kreditkrise ziehen?

Matthäus-Maier: Erstens sorgen schon die Rechnungslegungsstandards dafür, dass künftig viele solcher bei der IKB gefundenen Zweckgesellschaften auf die Bilanz genommen werden müssen. Transparenz ist ganz wichtig. Die Ratingagenturen sollten sich, zweitens, eine Selbstregulierung auferlegen. Es kann nicht sein, dass sie auf der einen Seite Finanzprodukte mitstrukturieren und sie auf der anderen Seite bewerten. Drittens werden auch die Wirtschaftsprüfer darüber nachdenken müssen, wie sie zu besseren Ergebnissen kommen. Schließlich haben sie Dinge testiert, hinter die man ein Fragezeichen setzen muss.

SZ: Was sind die Hauptursachen für die Kreditkrise?

Matthäus-Maier: Hellhörig macht, was den Problemen zugrunde liegt: Die exzessive Verschuldungskultur in den USA mit einer Sparquote nahe Null sollte nicht hier herüberschwappen. Es wird vieles ohne angemessenes Eigenkapital auf Pump gekauft, das hat die Krise mit zweitklassigen Hypothekenkrediten hervorgerufen. Eine konservative Finanzierung durch Kreditinstitute und Bausparkassen mit Festzinsen über einen bestimmten Zeitraum in Deutschland halte ich für besser – sowohl für Kunden als auch für das Kreditgewerbe.

SZ: Hat nicht auch die exzessive Verbriefung von Krediten, die Sie als KfW ja ebenfalls betreiben, also das Bündeln und der anschließende Verkauf von Krediten an Dritte, die Krise begünstigt?

Matthäus-Maier: Unsere Art von Verbriefungen auf keinen Fall, denn wir machen nur synthetische Verbriefungen, das heißt der Kredit selbst bleibt bei der Bank. Nur das Risiko wird weitergereicht. Diese Art von Verbriefung halte ich nach wie vor für sinnvoll. Allerdings hat die Nachfrage von Investoren auch nach diesen Finanzprodukten stark nachgelassen, weil „Verbriefung“ zu einem Unwort geworden ist. Wenn sich das nicht ändert, wird das auf Dauer die Fähigkeit der Banken, Kredite zu vergeben, einschränken. Richtig ist aber auch: Wer Risiken nicht einschätzen kann, sollte vorsichtig sein.

SZ: Hat die KfW wegen der Kreditkrise ihr Risikomanagement überprüft?

Matthäus-Maier: Natürlich, aber das Risikomanagement war schon lange vor Ausbruch der Krise sehr gut aufgestellt. Hierzu gehört auch unser gut aufgefüllter Fonds für allgemeine Bankrisiken, aus dem wir jetzt die IKB-Risiken auffangen. Wir beschäftigen etwa 100 Leute im Risikomanagement und Controlling.

SZ: Ist die KfW nicht Teil des Problems, weil sie mit verbilligten Krediten für den Mittelstand anderen Banken das Wasser abgräbt?

Matthäus-Maier: Dieser Vorwurf ist abwegig. Sie stellen damit das Prinzip einer Förderbank in Frage. Die KfW reicht ihre Kredite über die Banken aus, die für die Durchleitung der Kredite eine Marge bekommen.

SZ: Die Daseinsberechtigung einer Förderbank besteht doch im Eingreifen dort, wo der Markt versagt. Versagt denn der Markt im Mittelstand?

Matthäus-Maier: Ja. Je kleiner der Mittelständler, umso stärker ist das Marktversagen ausgeprägt und umso schwerer kommt er an Kredite. Die Banken schlagen sich keineswegs um Firmen, die weniger als eine Million Euro Jahresumsatz haben.

SZ: Politiker haben vorgeschlagen, sie sollten die Ipex-Bank verkaufen, die sie demnächst ausgliedern. Was würde das bedeuten?

Matthäus-Maier: Dann müssten wir unsere Förderleistung einschränken. Und das kann niemand fordern, dem an einer förderfähigen KfW gelegen ist.

SZ: Die KfW ist gewaltig gewachsen. Sie hat sogar das ERP-Sondervermögen übernommen, also das Erbe des Marshall-Plans, mit dem die Bundesrepublik nach dem Krieg aufgebaut wurde.

Matthäus-Maier: Wir gehen nicht durchs Land und schauen, ob wir etwas kaufen können. Ich darf darauf hinweisen, dass alle Übernahmen an uns herangetragen wurden. Anfang des Jahres haben wir zum Beispiel auf Bitten des Kanzleramtes einen Anteil an EADS übernommen, nicht anders war das bei der Deutschen Ausgleichsbank und den Platzhaltergeschäften an Post und Telekom.

SZ: Können Sie Politikern auch etwas abschlagen?

Matthäus-Maier: Wir prüfen immer nach bankmäßigen Gesichtspunkten, ob wir einspringen können.

SZ: Warum braucht ein reiches Land wie die Bundesrepublik Deutschland eine Förder- und Entwicklungsbank?

Matthäus-Maier: Weil wir Funktionen wahrnehmen, die aus Sicht der Politik nötig sind. Einzigartig ist nur die Größe der Bank. In anderen europäischen Ländern verteilen sich unsere Aufgaben auf mehrere Institute. Unsere Größe hat aber große Vorteile, denn die verschiedenen Bereiche befruchten sich gegenseitig mit Know-how und schaffen Synergien. Wir sind zum Beispiel der größte Mikrofinanzierer der Welt und waren die ersten, die Mikrokredite verbrieften. Umgekehrt haben wir in Deutschland Mikrofinanzfonds für kleine Mittelständler aufgelegt.

SZ: Wie hat sich das Geschäft der KfW in diesem Jahr denn entwickelt?

Matthäus-Maier: Ich bin schon ein bisschen betrübt, dass das Thema IKB unser eigentliches Geschäft so überlagert. 2007 dürfte das erfolgreichste Jahr unserer Geschichte werden. Wir haben bis Ende November bereits 71 Milliarden Euro ausgereicht, davon 61 Milliarden Euro Kreditzusagen, der Rest sind synthetische Verbriefungen. Wir sind weltweit einer der größten Financiers von erneuerbaren Energien. Außerdem haben wir Großprojekte wie die Übernahme von EADS-Anteilen gestemmt. Das alles kann sich sehen lassen.

SZ: Sind sie auch stolz darauf, dass Sie laut US-Magazin Fortune zu den 50 mächtigsten Frauen außerhalb der USA gehören?

Matthäus-Maier: Nein. Wenn mir das IKB-Thema erspart geblieben wäre, hätte ich auf dieses Ranking gern verzichtet.

SZ: Was ist Ihre persönliche Lehre aus der Kreditkrise?

Matthäus-Maier: Dass das bittere Stunden sind für jemanden, der seine Aufgabe eigentlich in nachhaltiger Förderung und effizientem Banking sieht.

(SZ vom 17.12.2007/beu)
SZ: Finanzminister Peer Steinbrück hat Bankmanagern Unfähigkeit vorgeworfen. Fühlen Sie sich angesprochen?

Matthäus-Maier: Nein, selbstverständlich nicht. Er hat zum Beispiel den ehemaligen IKB-Vorstand benannt, von dem vier Mitglieder gehen mussten, weil sie die Bank in den Sand gesetzt haben.


Der BLINDE und die TAUBE führen sich über die Straße- fährt sie ein Auto zusammen- sagt der Blinde zu der Tauben:

"Sag mal warum sagst Du denn nicht, daß da ein Auto kommt"?

Antwortet die Taube:

"Hätt´st ja selber was sagen können"!
Wien (aktiencheck.de AG) - Die schwelende Finanzkrise trifft die Kreditinstitute in Deutschland mit voller Wucht, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Da sei es keine Überraschung, dass die von Kreditinstituten begebenen Genussscheine und auch Genussscheinfonds ebenfalls stark unter Druck gekommen seien - so stark, dass die Fondsmanager eine attraktive Einstiegschance sehen würden.

Eigentlich seien Genussscheinfonds ein interessantes Investment. Die Fonds hätten sich in den vergangenen Jahren recht konstant entwickelt, mit niedrigen Wertschwankungen, die im Schnitt gerade mal zwischen zwei und drei Prozent gelegen hätten. Zudem würden Genüsse zu nachrangigen Papieren zählen, weshalb Genusscheininhaber im Fall eines Konkurses des Schuldners zwar nach allen anderen Gläubigern aus der Konkursmasse bedient würden. Doch würden diese Papiere dafür eine im Vergleich zu sicheren Staatsanleihen höhere Rendite bringen. Zudem seien bislang alle Genüsse von Emittenten besserer Bonität am Ende ihrer Laufzeit auch zurückbezahlt worden.

Doch auch wenn diese attraktiv seien, bei Anlegern spiele diese Gattung eine untergeordnete Rolle. Dies möge zunächst einmal daran liegen, dass kaum jemand wisse, wie sie funktionieren würden. Genussscheine seien zwischen Aktien und Anleihen angesiedelt. Sie würden das Recht verbriefen, am Geschäftserfolg des Schuldners teilzuhaben und das eingesetzte Kapital am Ende der Laufzeit zurückzuerhalten. Die aufgelaufenen Stückzinsen würden nicht wie bei anderen Anleihen ausgewiesen, sondern seien zeitanteilig im Kurs enthalten. Die Ausschüttung erfolge jedes Jahr zur Hauptversammlung.

Das Problem dabei aber sei, dass es für die Ausgestaltung von Genüssen grundsätzlich keine gesetzlichen Beschränkungen gebe, was diese zu einer recht komplexen Anlageklasse mache. Denn aus diesem Grund könne die Ausgestaltung der einzelnen Papiere, zum Beispiel hinsichtlich Kündigungsrecht oder der Regelungen für die Ausschüttung, stark voneinander abweichen.

Dazu komme, dass der Markt für diese Papiere, die ein spezifisches Element des deutschen Kapitalmarktes seien, eng und wenig liquide sei. Genusscheine seien deshalb eine Anlageklasse, bei der sich ein Investment über Fonds, bei denen ein Fondsmanager die Titelauswahl treffe, anbiete. Allerdings hätten auch sie nicht verhindern können, dass es bei ihren Fonds Mitte dieses Jahres zu deutlichen Kursverlusten gekommen sei. Im Durchschnitt würden die Körbe auf Sicht von sechs Monaten mit über sechs Prozent im Minus liegen.

"Für die Wertentwicklung ist entscheidend, ob die Emittenten, das sind zu über 90 Prozent Banken und Versicherungen, zukünftig Gewinne erwirtschaften oder nicht", erläutere Ulrich Teutsch, Manager des COMINVEST GENUSSSCHEINFONDS (ISIN DE0009786913 / WKN 978691). Falle kein Gewinn an, dann entfalle auch die Ausschüttung. Zwar gebe es meist eine Nachzahlungsverpflichtung. Das heiße, dass in Folgeperioden, in denen dann wieder Gewinne anfallen würden, die ausgefallene Ausschüttung nachgeholt werde.

Dennoch scheine es so zu sein, dass die Befürchtungen über die Folgen der Finanzkrise für die deutschen Banken bei den Genussscheininhabern groß seien. "In Erwartung sinkender Bankengewinne, wozu die Probleme bei der IKB, bei der WestLB und der Sachsen LB beigetragen haben, sind die Renditeabstände von Genüssen zu sicheren Staatsanleihen deutlich gestiegen, die Kurse brachen zum Teil stark ein", meine Teusch.

So stark, dass er die Reaktion des Marktes in manchen Fällen für übertrieben halte. "Zum Beispiel bei einem Genussschein der Dresdner Bank, der Mitte 2008 ausläuft, liegt der Renditespread aktuell bei rund 600 Basispunkten", so Teutsch. Offensichtlich würden einige Marktteilnehmer erwarten, dass es bei der Rückzahlung des Genussscheins Probleme geben könnte. "Völlig übertrieben", sage der Experte. "Ich bin überzeugt davon, dass die Allianz, als Mutter des Kreditinstituts, den Schein zurückzahlen wird."

Sein Optimismus bezüglich der Anlageklasse gründe sich auch auf Erfahrung. So sei die Lage 2002 und 2003 zwar nicht ganz so unübersichtlich wie zurzeit, aber zumindest doch ähnlich gewesen. Die Banken hätten in den Jahren davor recht freizügig Kredite vergeben und deshalb massive Probleme bekommen. Die Erträge seien zurückgegangen, einige Finanzinstitute hätten gar Verluste ausgewiesen, und das habe sich am Genusschein-Markt niedergeschlagen. "In diesem Umfeld im Jahr 2002 machte unser Fonds nur ein Prozent Plus", sage Teutsch.

Doch 2003 habe sich der Markt bereits wieder erholt. Das Eigenkapital sei damals durch Kapitalerhöhungen gestärkt worden, Not leidende Kredite seien veräußert und unprofitable Geschäftsfelder geschlossen worden. Davon hätten Genussscheine und die entsprechenden Fonds profitiert. Im Jahr 2003 habe es zum Beispiel beim cominvest Genussscheinfonds ein Plus von zehn Prozent gegeben, 2004 seien es acht Prozent gewesen.

Dass die Banken ihre Probleme in den Griff bekommen dürften und sich damit der Markt für Genüsse wieder erholen werde, davon würden Experten wie Kerstin Terhardt, Managerin des HSBC Trinkaus Genüsse International (ISIN DE0009756569 / WKN 975656) ausgehen. "Wir sind in einer Phase der Neubewertung von Risiken", sage sie. Die aktuelle Situation basiere im Wesentlichen auf einer Liquiditäts- und Vertrauenskrise.

"Ein wirkliches Bonitätsrisiko liegt beim Gros des ausstehenden Genussrechtskapitals nicht vor", sage Terhardt. "Die momentane Höhe der Ausweitung der Risikoprämien bei Genussscheinen entspricht - bezogen auf den Gesamtmarkt - nicht dem langfristig fairen Niveau. Bei einer aktuell ausgewiesenen Nachsteuerrendite von acht Prozent sehen wir dieses Marktsegment attraktiv bewertet", fasse sie zusammen.

Doch selbst wenn die Erholung nicht ganz so schnell stattfinden sollte, gebe es einen weiteren Grund, warum die Anlageklasse interessant sei. Aus steuerlicher Sicht würden nur Kursgewinne und keine Zinszahlungen anfallen. Wer vor 2009, dem Start der Abgeltungssteuer, dort investiere, für den seien die Kursgewinne dieser Fonds nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei. Doch auch wer nach 2009 einsteige, habe noch einen Vorteil: "Da die Kursgewinne anders als bei manchem Rentenfonds, wo jährlich Zinserträge anfallen, nicht jedes Jahr ausgeschüttet werden, müssen diese erst am Ende beim Verkauf des Fonds versteuert werden", erläutere Teutsch. Dies komme einer Steuerstundung gleich.

Genussschein-Fonds würden nicht nur aktuell die Chance auf hohe Renditen bieten, sondern seien ganz grundsätzlich mit ihrer geringen Volatilität eine Alternative zu Rentenfonds. Den steuerlichen Vorteil gebe es als Bonus dazu. (Ausgabe vom 18.12.2007) (19.12.2007/fc/n/s)

Jetzt wissen wir IKB braucht nicht viele hilfe.
IKB kann leben und Aktie soll steigen.
Sparkassen sehen bei angeschlagener IKB Eigentümer am Zug
Freitag, 28. Dezember 2007, 15:27 Uhr

Berlin (Reuters) - Die Sparkassen-Finanzgruppe sieht bei weiteren Hilfen für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB deren Eigentümer am Zug.

Mit Ausnahme der Großaktionärin KfW seien die IKB-Eigner "bisher von Konsequenzen verschont geblieben", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). "Nach meinem Verständnis ist bei einer Aktiengesellschaft auch die Verantwortlichkeit der Aktionäre gefordert, wenn es Probleme dieser Art und Dimension gibt", betonte er laut vorab veröffentlichtem Interview.

Gemeinsam mit Genossenschafts- und Privatbanken hatten sich die öffentlich-rechtlichen Institute im Sommer an der milliardenschweren Rettungsaktion für die IKB beteiligt. Das Düsseldorfer Geldhaus hatte sich massiv am US-Hypothekenmarkt verspekuliert. Vor einigen Wochen wurden neue Risiken öffentlich: Sie summieren sich mittlerweile auf gut sechs Milliarden Euro. Die Hauptlast trägt die staatliche Förderbank KfW, die sich nun rasch von ihrer 38-prozentigen Beteiligung trennen will. Die Privatbank Sal. Oppenheim hält rund fünf Prozent an der IKB. Weitere zwölf Prozent liegen bei der Stiftung Industrieforschung.

Haasis äußerte sich zuversichtlich, dass die EU-Kommission die Hilfen für die IKB und für die ebenfalls angeschlagene SachsenLB akzeptieren werde. In Großbritannien hätten Notenbank und Regierung Milliardensummen als Garantien für Einlagen bei der Bank Northern Rock auf den Tisch gelegt. Dies sei nicht auf Widerstand in Brüssel gestoßen. "Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass in den Fällen IKB und SachsenLB auch nur ansatzweise ein Verstoß gegen Beihilfevorschriften erkannt werden kann", sagte der Sparkassenpräsident.

© Reuters2007All rights reserved.

:D:D:D:D:D:D :laugh::laugh::laugh:
28.12.2007 14:46
Sparkassen/Haasis für Kapitalschnitt bei IKB - Börsen-Zeitung

DJ Sparkassen/Haasis für Kapitalschnitt bei IKB - Börsen-Zeitung

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Sparkassen-Finanzgruppe plädiert für einen Kapitalschnitt bei der angeschlagenen IKB Deutsche Industriebank AG. (News/Aktienkurs) "Nach meinem Verständnis ist bei einer Aktiengesellschaft auch die Verantwortlichkeit der Aktionäre gefordert, wenn es Probleme dieser Art und Dimension gibt", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe) auf die Frage, ob er bei der IKB für einen Kapitalschnitt plädiere.

Im Fall der Sachsen LB habe die Sparkassengruppe nicht zuletzt im übergeordneten Interesse des Finanzplatzes geholfen. Es habe aus Sicht der Sparkassen aber nie ein Zweifel daran bestanden, dass auch die Eigentümer - in diesem Fall maßgeblich der Freistaat Sachsen - herangezogen werden müssten. Dagegen sei bei der IKB ein Teil der Eigentümer, abgesehen von der mit rund 38% beteiligten KfW Bankengruppe, "bisher von Konsequenzen verschont geblieben".

Haasis forderte die Europäische Kommission auf, die Rettungsmaßnahmen für IKB und Sachsen LB zu akzeptieren. Beide Institute waren im Zuge der Subprime-Krise in eine Schieflage geraten. Der Sparkassenpräsident sagte, in Großbritannien, wo es kein so ausgeprägtes Sicherungssystem gebe und wo die Menschen in Sorge um ihre Ersparnisse die Bankschalter gestürmt hätten, "haben Notenbank und Regierung 25 Mrd GBP auf den Tisch gelegt und gesagt, alle Einlagen sind gesichert".

Darin sehe die Europäische Kommission erklärtermaßen keinen Beihilfefall. "Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass in den Fällen IKB und Sachsen LB auch nur ansatzweise ein Verstoß gegen Beihilfevorschriften erkannt werden könnte."

Angesichts der kritischen Phase für die Banken und die Finanzmärkte rief Haasis die Kreditwirtschaft zur "gemeinsamen Interessenwahrnehmung" auf. Damit könne man gerade jetzt mehr erreichen "als in dem ständigen Gegeneinander".

Es sei an der Zeit, "auch das Klagelied der privaten Banken zu beenden", dass es in Deutschland zu viele Kreditinstitute gebe und dass die dezentralen Verbünde der Sparkassen sowie der Kreditgenossenschaften einer säulenübergreifenden Konsolidierung im Wege stünden. "Es ist nicht hilfreich für den deutschen Finanzmarkt, wenn gegen Sparkassen jetzt zum x-ten Male über die Europäische Bankenvereinigung ein Angriff in Brüssel gestartet wird", so Haasis. Man solle den Wettbewerb im Markt austragen und nicht auf politischem Wege.



Webseiten: http://www.boersen-zeitung.com
http://www.ikb.de
DJG/jhe/pia


(END) Dow Jones Newswires

December 28, 2007 07:45 ET (12:45 GMT)

Copyright (c) 2007 Dow Jones&Company, Inc.





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HANDELSBLATT, Mittwoch, 2. Januar 2008, 11:40 Uhr
US-Wahlkampf

Zwischen Erfahrung und Wandel
Von Markus Ziener

Favoriten Fehlanzeige: Wenige Stunden vor der ersten Vorwahl in Iowa liefern sich die Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Inhaltlich wissen die Wähler dagegen schon ganz genau, was sie wollen.


Hillary Clinton geht für die Demokraten ins Rennen. Foto: dpa
Bild vergrößernHillary Clinton geht für die Demokraten ins Rennen. Foto: dpa

DES MOINES. Wenige Stunden bevor am Donnerstag in Iowa die ersten Vorentscheidungen über die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und Republikaner fallen, gibt es in beiden Lagern keinen klaren Favoriten. Bei den Demokraten liefern sich in den Umfragen John Edwards, Barack Obama und Hillary Clinton ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei den Republikanern kämpfen Mitt Romney und Mike Huckabee um die Spitzenposition. Um sich von ihren Konkurrenten zu unterscheiden, setzen die Bewerber in dieser letzten Phase auf direkte Attacken. Im Zentrum steht dabei die Frage: Wie wichtig ist politische Erfahrung für das höchste Staatsamt der USA?

Nach einer letzten Umfrage des Des Moines Register, der führenden Zeitung in Iowa, liegt dort bei den Demokraten Barack Obama mit 32 Prozent vor Clinton (25 Prozent) und Edwards (24). Bei den Republikanern führt Huckabee mit 32 Prozent vor Romney (26). Allerdings sind diese Umfragen mit so großen Unsicherheiten behaftet, dass noch alles möglich ist. Auffälligerweise sind es in beiden Lagern eher unerfahrene Herausforderer, die das Kandidatenfeld durcheinander schütteln. Sowohl der Jung-Senator aus Illinois Barack Obama, wie auch Ex-Gouverneur Mike Huckabee aus Arkansas haben die etablierten Bewerber massiv unter Druck gebracht. So ist ein Sieg von Clinton keineswegs sicher.

» US-Wahl 2008: Themen, Termine, Kandidaten

Und bei den Republikanern sah Mitt Romney, langjähriger Gouverneur von Massachusetts, seinen einst komfortablen Vorsprung gegenüber Mike Huckabee nahezu täglich dahin schmelzen. Nun ist völlig offen, wer beim Caucus in Iowa am Ende die Nase vorn haben wird.

Ein offenbar großes Bedürfnis der Wähler nach Wechsel und Neuanfang wird auch aus den Umfragen aus New Hampshire deutlich, wo nur fünf Tage nach Iowa, am 8. Januar, gewählt wird. Auch dort ist der Novize Huckabee im Aufwind und bedrängt neben Romney den politisch überaus erfahrenen Senator John McCain. Bei den Demokraten liegt in New Hampshire Obama knapp hinter Clinton.

Für seine Frau Hillary hatte in den letzten Tagen mehrfach Ex-Präsident Bill Clinton geworben. Durch ihre lange politische Erfahrung sei seine Frau besser darauf vorbereitet, „auf das Unerwartete zu reagieren“, sagte Bill Clinton auf einer Wahlveranstaltung. Er verwies auf Katastrophen wie die Terrorangriffe am 11. September 2001 oder den Hurrikan Katrina. In solchen Fällen käme es darauf an, ausreichend Erfahrung für die Aufgabe im Weißen Haus mitzubringen. Die Betonung der Erfahrung ihrer Kandidatin, wie dies das Clinton-Camp wieder und wieder unternimmt, könnte jedoch letztlich genau in die falsche Richtung führen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wähler wünschen Neuausrichtung der Politik.

Wahl Jahr ist Aktien Jahr sein.
Komplett Banken haben nach oben potentiell 60/70 %
2008 gehört Finanz titeln.



F.A.Z.-Gespräch: Matthias Graf von Krockow und Friedrich Carl Janssen, Privatbankiers von Sal. Oppenheim & Cie.
"Wir sind überzeugt, dass die IKB ein gesundes Kerngeschäft hat"



12. Februar 2008 KÖLN, 12. Februar


Eigentlich möchte Matthias Graf von Krockow "entspannt und re-laxt" über das sich bei Europas größter Privatbank abzeichnende Rekordergebnis sprechen. Aber der neuerliche Kapitalbedarf der in der Existenz bedrohten Mittelstandsbank IKB stellt andere Fragen in den Vordergrund: Ist der Mittelstandsfinanzierer, an dem das Bankhaus Sal. Oppenheim & Cie. nach Bekanntwerden der Krise im Sommer die Beteiligung auf fünf Prozent aufgestockt hat, noch zu retten?

"Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die IKB ein gesundes Kerngeschäft besitzt", erklärt der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Oppenheim. Man sage auch immer wieder den Vertretern der Großaktionäre, dass es eigentlich besser sei, dieses Kerngeschäft positiv darzustellen. "Wir sind überzeugt, dass zwar nicht das Verbriefungsgeschäft, aber das Kreditgeschäft und die strukturierten Finanzierungen eine vernünftige Grundlage darstellen", ergänzt Mitgesellschafter Friedrich Carl Janssen. "Mit deren Kundenbasis können wir uns Lösungen vorstellen, dieses Geschäft auf Dauer nach vorn zu bringen", erklärt Janssen.

Wertkorrekturen von 35 Millionen Euro bei der IKB-Beteiligung, also fast zehn Prozent des Vorjahresergebnisses, wie Krockow erläutert, sind die einzige nennenswerte Belastung im Abschluss 2007. Würde Oppenheim noch einmal bei einer Kapitalerhöhung mitwirken? Janssen will das nicht ausschließen. "Aber was wir nicht tun werden: einfach an einer Kapitalerhöhung ohne Lösung für die Bank teilnehmen." Welche Lösungen gibt es denn noch? Die IKB benötige Finanzierungszusagen und Risikoabsicherungen. Sie habe lange durch ihre Aktionäre - zunächst die Allianz und später durch die staatliche Förderbank KfW - ein erstklassiges Rating und damit günstige Refinanzierungskosten gehabt. Das ist vorbei. "Deshalb sind für eine Übergangszeit, bis das Risiko der IKB neu adjustiert ist, Finanzierungsgarantien erforderlich", sagt Janssen, der im Führungsgremium unter anderem für den Bankbetrieb und das Risikomanagement zuständig ist.

Schnelligkeit sei jetzt entscheidend. Auch wenn sich bisher trotz des breiten Angebots an Mittelstandsfinanzierungen im privaten wie öffentlichen Bankensektor kaum Firmenkunden von der IKB abgewendet hätten, könne sich das ändern, wenn in den nächsten Monaten immer mehr IKB-Berater das Haus verließen. "Die Rettung ist kein Thema für den Sommer, das muss bis Ostern oder früher geklärt werden", drängt Janssen. Dabei spiele die Psychologie eine große Rolle. "Wenn die Botschaft herüberkommt, dass irgendein anderes Finanzinstitut die IKB glaubhaft begleiten wird, ist die technische Umsetzung sekundär", meint Janssen.

Die Verkaufsunterlagen für das KfW-Paket an der IKB hat sich Oppenheim angeschaut. Aber aktiv wurde man nicht. "Wir glauben, dass es nur eine Lösung mit den Aktionären gibt, sind aber noch nicht angesprochen worden", sagt Krockow. "Wir haben kein Interesse daran, die Beteiligung abzugeben. Es sei denn, ein inländischer Erwerber träte dort mit denselben Zielen wie Oppenheim an", formuliert Janssen. Die Bank war Anfang 2003 mit der IKB eine Kooperation eingegangen, mit dem Ziel, sich gegenseitig Kunden zu den komplementären Geschäften der beiden Institute zuzuführen.

So eine globale Finanzmarktkrise gehe natürlich nicht spurlos an einer Bank vorbei. "Auch wir haben ein paar Schrammen abbekommen, obwohl wir nie in Subprime-Papiere investiert waren", räumt Krockow mit Blick auf das eigene Geschäft ein. Im zweiten Halbjahr wurde es in einigen Abteilungen sehr ruhig. Aber dennoch: Getragen von einem sehr starken ersten Halbjahr, hat die größte konzernunabhängige Privatbank Euro- pas nach seinen Worten im Krisenjahr 2007 das Vorsteuerergebnis nochmals steigern können und damit ein neues Rekordjahr in der 219-jährigen Unternehmensgeschichte hingelegt. Konkrete Zahlen will Janssen zwar noch nicht nennen. Aber der Vorjahreswert sollte schon um mindestens fünf Prozent übertroffen werden. Hilfreich war ein Buchgewinn aus dem Verkauf weiterer zehn Prozent IVG-Aktien, der der Wertanpassung bei der IKB-Beteiligung gegenübersteht.

Oppenheim selbst hat in den turbulenten Monaten von der Vertrauenskrise eher profitiert. "Selbst große Adressen der internationalen Bankenwelt werden gemieden", beobachtet Krockow, der seine ersten beruflichen Stationen bei Chase Manhattan und der Citibank absolviert hat. Gerade die vermögenden Kunden, darunter viele Unternehmer, bevorzugten jetzt eigentümergeführte Institute. "Der Unternehmer geht zum Unternehmer, weil dieser mit dem eigenen Geld haftet." Das ist einer der Gründe, warum es der Bank gelungen ist, im vergangenen Jahr betreute Vermögen kräftig von 138 Milliarden Euro auf 160 Milliarden Euro aufzustocken. Aber hauptsächlich führen die Gesellschafter diesen Sprung in der Vermögensverwaltung auf die Mitte 2007 umgesetzte Entscheidung zurück, den Sitz der Bank nach Luxemburg zu verlegen. "Über den Platz Luxemburg gewinnen wir Kunden, an die wir von Deutschland aus nicht herangekommen wären", erläutert er. Seine Aussage gilt nicht nur für auf äußerste Diskretion bedachte deutsche Privatkunden, sondern auch für Klienten aus Österreich, Frankreich oder Italien. Auch die Tatsache, dass Oppenheim in der Schweiz stark gewachsen ist, resultiert nach seiner Einschätzung daraus, dass die Obergesellschaft inzwischen eine Luxemburger Bank ist.

Eine Abkehr von Deutschland bedeutet die Sitzverlegung gleichwohl nicht, wie beide versichern. "Im Gegenteil, wir geben hier richtig Gas." Von den rund 400 neuen Mitarbeitern, die die Bank im vergangenen Jahr gewonnen hat, entfällt rund die Hälfte auf Deutschland. Derzeit wird kräftig in der Heimatstadt Köln investiert und das bundesweite Niederlassungsnetz gestärkt und verdichtet. Denn vor allem das Geschäft mit den vermögenden Kunden ist ein sehr lokal geprägtes Geschäft, wie Krockow betont. "Der Niederlassungsleiter ist der Privatbankier Oppenheim vor Ort." Für die integrierte Vermögensverwaltungs- und Investmentbank soll der Finanzplatz Luxemburg vor allem die Plattform für den weiteren Ausbau des internationalen Geschäfts bilden. Nach den Worten Janssens soll in zwei bis drei Jahren rund die Hälfte der Erträge aus dem internationalen Geschäft stammen. Derzeit ist es rund ein Drittel. "Mit Ausnahme von Deutschland schauen wir uns derzeit alles an, was im Privatbankenlager von Interesse sein könnte", sagt Krockow zu möglichen Zukäufen. Obwohl die Bank mit Eigenmitteln von rund 2 Milliarden Euro gepolstert ist, einiges darüber hinaus stemmen könnte und das Marktumfeld für Käufe günstig erscheint, ist für ihn eine größere Akquisition derzeit aber kein Thema. "Wir sehen großes Potential für organisches Wachstum", pflichtet ihm auch Janssen bei. So wird Oppenheim noch in diesem Frühjahr eine neue Repräsentanz in Warschau eröffnen, weitere Niederlassungen beispielsweise in Budapest und in Lugano sollen folgen. Zu Jahresbeginn ging ein auf die Verwaltung großer Familienvermögen spezialisiertes, sogenanntes Family Office in Hongkong an den Start. Es soll Kunden aus Europa verschiedenste Beteiligungsmöglichkeiten in den aufstrebenden asiatischen Ländern eröffnen. In der Schweiz kooperiert Oppenheim mit der Dr. Landert-Gruppe bei der Vermögensberatung und der Betreuung von Familien und kann damit das internationale Family-Office-Netzwerk weiter ausbauen. Eine weitere Stärkung beispielsweise des Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen (M&A) planen die Bankiers auch in Frankreich, wo im vergangenen Jahr der Vermögensverwalter Financière Atlas vollständig übernommen wurde und ein Team im neuen Pariser Büro die Arbeit im Bereich Wertpapierhandel aufgenommen hat.

Hochzufrieden zeigt sich Krockow mit der Entwicklung der 2004 übernommenen, damals in äußerst schwierigem Fahrwasser manövrierenden BHF-Bank. "Drei Jahre nach dem Erwerb befindet sich die Bank in einer ertragsreichen Wachstumsphase." Auch diese Frankfurter Tochtergesellschaft hat keinen direkten Schaden aus der Subprime-Krise genommen, weil sie nach seinen Worten in diesen Geschäften nicht engagiert war. Wiederholt auftauchenden Spekulationen, Oppenheim werde sich von der zum Buchwert von 600 Millionen Euro übernommenen BHF-Bank wieder trennen und das Institut möglicherweise als Tauschpfand gegen einer größere Beteiligung im Ausland einsetzen, erteilt er eine klare Absage. "BHF steht nicht zum Verkauf." Und er fügt noch scherzend hinzu: "Klar, dass so mancher anklopft. Aber wir würden sie nicht für das Doppelte hergeben." Die beiden Banken ergänzten sich mit ihren Kunden und Produkten ideal, Überlappungen gebe es so gut wie keine.

Der Start in das neue Jahr sei für die Bank zwar ruhiger als sonst üblich verlaufen, aber operativ "ganz ordentlich", wie beide feststellen. Bei Oppenheim stellt man sich darauf ein, dass die von einer anfänglichen Bewertungskrise über eine Vertrauenskrise inzwischen zu einer Eigenkapitalkrise mutierte Situation in der Finanzbranche noch andauern wird. "An Schmitz Backes sind wir noch nicht vorbei." Da spricht der Wahl-Kölner in Krockow, wenn er an den mittelalterlichen Strafvollzug der Domstadt erinnert, bei dem Gefangene mit Knüppeln bis zur Backstube der Familie Schmitz getrieben wurden.

Das Gespräch führten

Brigitte Koch und Werner Sturbeck.



Text: F.A.Z., 13.02.2008, Nr. 37 / Seite 14


Ich denke obere nachrichten ist wichtigste für Rettung.
Hängepartie um IKB-Rettung - Bund wohl zu Hilfe bereit
Di Feb 12, 2008 5:54 MEZ135

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung ist offenbar doch zu Hilfen für die schwer angeschlagenen Mittelstandsbank IKB bereit.

Zur Rettung des Instituts sei ein Darlehen des Bundes von rund einer Milliarde Euro an den Hauptanteilseigner KfW im Gespräch, hieß es am Dienstag im Umfeld der IKB-Krisengespräche. In diesem Zusammenhang könnte sich die staatseigene KfW von Post-Aktien trennen. Finanzminister Peer Steinbrück warnte eindringlich vor den Folgen einer Insolvenz für die Finanzwelt. In der Union wurde der Ruf nach personellen Konsequenzen laut.

Die IKB hat sich mit US-Schrottanleihen verspekuliert und muss bereits zum dritten Mal gestützt werden. In Finanzkreisen hieß es, um eine Pleite abzuwenden, brauche das Geldhaus weitere zwei Milliarden Euro. Die staatseigene Förderbank KfW hat der IKB bereits fünf Milliarden Euro bereitgestellt. Sie kann ohne Einschränkung ihres Fördergeschäftes keine neuen Geldmittel mehr freimachen.

In der Diskussion sei nun ein zeitlich befristeter Zuschuss des Bundes, sagte eine mit den Verhandlungen zwischen Vertretern des Bundes, der staatseigenen KfW und privater Banken vertraute Person. Denkbar sei, dass die KfW Post-Aktien, die sie für den Bund hält, verkaufe und den Erlös zur Rettung der IKB einsetze. Der Bund würde damit auf seine Einnahmen zunächst verzichten. Dafür könnte er sich aber als erster aus dem Erlös bedienen, den die KfW mit einem späteren Verkauf ihres IKB-Anteils erzielen will.

Ob diese Variante tatsächlich gewählt wird, ist noch nicht entschieden. Eine Entscheidung könnte frühestens am Mittwoch bei einer Sitzung des KfW-Verwaltungsrates fallen. Die "Financial Times Deutschland" berichtete, es werde auch weiter erwogen, die IKB schon jetzt abzuwickeln und Teile der Bank in die Insolvenz gehen zu lassen. In Finanzkreisen hieß es, werde der Weg über den Verkauf von Post-Aktien und ein Sonderdarlehen des Bundes gegangen, müssten sich auch die Banken mit einer Milliarde Euro an der Rettung beteiligen. Sparkassen, Genossenschaftsbanken und private Institute sind bisher mit einer Milliarde Euro im Boot.

Auch der IKB-Aktionär Sal. Oppenheim kann sich einem Zeitungsbericht zufolge unter Umständen eine Beteiligung an einer Kapitalerhöhung der Bank vorstellen. Die Privatbank werde aber nur dann neues Geld nachschießen, wenn damit auch eine Lösung für die IKB verbunden sei, sagte Mitgesellschafter Friedrich Carl Janssen der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" laut Vorabbericht. Sal. Oppenheim hält rund fünf Prozent an der IKB.

STEINBRÜCK WARNT VOR NEGATIVEN FOLGEN EINER PLEITE

Steinbrück ließ einstweilen alle Optionen offen. "Es ist nicht leicht, die Nachteile einer Insolvenz im Verhältnis zu einer weiteren Stabilisierung mit gutem Geld zu bewerten", sagte er der Zeitung "Die Welt". Zugleich warnte er aber, eine Pleite könne "eine Breitenwirkung entwickeln, die keiner will." In der Regierung wird befürchtet, dass Sparer dann das Vertrauen in die Banken verlieren und massiv Gelder von ihren Konten abziehen.

SPD-Fraktionschef Peter Struck lehnte den Einsatz von Steuergeldern zur Rettung der IKB strikt ab. Die KfW habe sich bereits engagiert: "Ich sehe nicht, dass wir weitere finanzielle Möglichkeiten haben." Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete vorab unter Berufung auf eine Beschlussempfehlung für den KfW-Verwaltungsrat, Regierung und KfW wollten einen Konkurs mit allen Mitteln vermeiden. So bekenne sich die KfW zu ihrer "Verantwortung als maßgebliche Gesellschafterin der IKB" und kündige "weiteres finanzielles Engagement" an. Dem Gremium gehören Politiker, Gewerkschafter und Verbandsvertreter an.

Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Peter Ramsauer, forderte Steinbrück auf, die Frage zu beantworten, warum KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier unbedingt im Amt bleiben müsse: "Die Verantwortlichen müssen gnadenlos zur Verantwortung gezogen werden." Er warte nur darauf, dass die Opposition im Bundestag einen Untersuchungsausschuss fordere. SPD-Vize-Fraktionschef Joachim Poß nannte Ramsauers Äußerungen dagegen "unerträglich".

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Dienstag, der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, Jochen Sanio, habe mit der Schließung der IKB gedroht. Nur auf Drängen von Bundesbankpräsident Axel Weber habe Sanio den Beteiligten zusätzliche Zeit eingeräumt, berichtete das "Handelsblatt". Die Aussicht auf eine neue Finanzspritze ließ die IKB-Aktie am Dienstag um zwölf Prozent auf 5,50 Euro nach oben schnellen, nachdem sie am Vortag noch eingebrochen war.


IKB ist gestern gerettet.
11.02.2008 14:39

IKB Downgrade (Equinet Institutional)
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Philipp Häßler, Analyst von Equinet Institutional, stuft die Aktie von IKB (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) von "reduce" auf "sell" zurück, bestätigt aber das Kursziel von 5,00 EUR.
:mad::mad:
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Die IKB sehe sich möglichem weiteren Kapitalbedarf ausgesetzt.

Eine Kapitalerhöhung sei weiterhin das Hauptrisiko für Investoren. Die neuen Gerüchte würden dabei die ohnehin negative Einschätzung untermauern. Die Lage bleibe nach wie vor sehr undurchsichtig.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die Analysten von Equinet Institutional die Aktie von IKB nunmehr zu verkaufen. (Analyse vom 11.02.08) (11.02.2008/ac/a/d) Analyse-Datum: 11.02.2008

Privat Aktionär zurück bleiben.
Die menschen sammeln sich für Klage.
Wenn IKN ist gerettet warum kommt verkauf 2.
Das bedeutet nur kurzfristige Hilfe bis verkauf.

15.02.2008 08:59
Presse: IKB soll in zwei Teilen verkauft werden

Düsseldorf (BoerseGo.de) - Mit der dritten Milliardenspritze für die IKB (News/Aktienkurs) ist es einem Zeitungsbericht zufolge so gut wie ausgemacht, dass die Mittelstandsbank getrennt von ihren riskanten Wertpapieren verkauft wird. Die Bundesregierung und IKB-Großaktionär KfW hätten sich zu diesem Schritt entschlossen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Die Düsseldorfer Industriebank IKB war am Mittwoch zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres vor der Insolvenz gerettet worden. Sie soll zusätzlich zu den seit Sommer 2007 gezahlten Hilfen von 6,2 Milliarden Euro weitere 1,5 Milliarden Euro an frischem Kapital erhalten.

Kommt es zu einem Verkauf des IKB-Wertpapierbestands, könne es jedoch sein, dass zusätzliche Mittel nötig werden, so das "Handelsblatt" weiter. In ihrer Pflichtmitteilung vom Mittwoch weist die IKB darauf hin, dass "ein Verkauf des Portfolios in der gegenwärtigen Marktsituation voraussichtlich nur zu höheren Abschlägen erfolgen" kann.

In Verhandlungskreisen werde deshalb davon gesprochen, dass die Hilfe für die IKB zunächst sogar insgesamt 2,3 Milliarden Euro betragen könnte. Zu diesem Ergebnis kommt auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, dass die Düsseldorfer Bank 2,3 Milliarden Euro von der staatseigenen Förderbank IKB erhalten soll.
(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Gansneder Thomas, Redakteur)





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IKB Aktienkurs + Xetra-Orderbuch IKB
Dow Jones · Aktuelle Nachrichten · Archiv< zurück < · Druckversion
20.02.2008 09:01
US-Finanzinvestor hat Interesse an IKB - FTD

DJ US-Finanzinvestor hat Interesse an IKB (News/Aktienkurs) - FTD

FRANKFURT (Dow Jones)--Das US-Beteiligungsunternehmen Ripplewood interessiert sich einem Zeitungsbericht zufolge für die IKB. Der Investor sei dabei, ein indikatives Angebot zu prüfen, schreibt die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Finanzkreise.

Dabei könnte sich die Gesellschaft sowohl für die ganze Bank oder aber auch nur für die riskante Wertpapiersparte interessieren. Das hinge davon ab, wie viel man für die beiden Teile der IKB letztlich zahlen müsste.

Bei der KfW Bankengruppe, der größten Aktionärin der IKB, war für eine Stellungnahme zunächst kein Pressesprecher zu erreichen.

Webseiten: http://www.ikb.de
http://www.kfw.de

DJG/pia/kla


(END) Dow Jones Newswires

February 20, 2008 02:00 ET (07:00 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones&Company, Inc.

Aber jetzt muss vieles noch IKB suchen.
IKB wird heute meist gesuchte meist diskutierte Aktie sein.



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IKB Aktienkurs + Xetra-Orderbuch IKB
20.02.2008 11:40
Käufer für IKB in Sicht?
Die angeschlagene Mittelstandsbank könnte nach einem Medienbericht doch schneller verkauft werden als gedacht. Die US-Beteiligungsfirma Ripplewood wolle ein "indikatives" Angebot unterbreiten, heißt es.
Rettungsring um IKB-Logo (Quelle: dpa/picture-alliance | Montage: boerse.ARD.de)

Die "Financial Times Deutschland" verweist in ihrem Bericht vom Mittwoch auf "Finanzkreise". Die wollen erfahren haben, dass Ripplewood ein solches erstes Angebot prüfe. Ob sich das Interesse auf das gesamte Institut erstreckt oder auf die brisante Wertpapiersparte zielt, war auch den nicht näher genannten Quellen der Zeitung nicht bekannt.

Die staatliche KfW, die inzwischen die Geschicke der IKB bestimmt, will das Unternehmen in das gesunde Mittelstandsgeschäft und die riskantere Wertpapier-Sparte aufteilen und dann verkaufen. Ihre Angebotsfrist für interessierte Bieter hatte die KfW nach früheren Berichten zunächst um zwei Wochen verlängert. Ursprünglich sollte eine erste Frist bereits am Montag dieser Woche verstreichen.

Heuschrecken im Anflug?
Am Kapitalmarkt wird seit längerem darüber spekuliert, dass vor allem Finanzinvestoren bei der IKB zugreifen könnten. Die Gesellschaft Lone Star, die bereits die angeschlagene Hypothekenbank AHBR übernommen hatte, hat bereits ein generelles Interesse an der IKB signalisiert. Auch den Investmentgesellschaften Cerberus und Goldman Sachs wird Interesse an dem MDax-Konzern nachgesagt.

Die Aktie des Instituts reagierte am Mittwoch kaum auf den Bericht, die Papiere rutschten um weitere 2,5 Prozent abwärts. Händler hielten die Meldung in ersten Stellungnahmen für "relativ substanzlos".

Commerzbank: "Sell"
Schon eher kursbewegend dürfte eine weitere Herabstufung des Titels durch die Commerzbank gewesen sein. Die Analysten des Instituts haben die IKB-Aktie von "hold" auf "sell" gestuft. Ihr Kursziel haben die Experten von sechs auf vier Euro reduziert. Es basiere auf den Details zum zusätzlichen Restrukturierungspaket und entspreche dem "erwarteten Kapitalwert je Aktie nach der geplanten Kapitalerhöhung".

Rettungspaket insgesamt bei 8,5 Milliarden
Den Großteil dieser Kapitalerhöhung im Umfang von 1,5 wird die KfW zeichnen. Ihr Anteil an der Bank steigt damit von 38 auf rund 90 Prozent. Die Förderbank will außerdem das Kernkapital der IKB um 600 Millionen Euro verstärken. Insgesamt wird die IKB damit inzwischen mit eine Summe von 8,5 Milliarden Euro von der Kreditwirtschaft und dem Bund gestützt.
AB
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