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Nobbele - Depotbesprechung - 500 Beiträge pro Seite



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Nachfolgendes Depot wurde am 29.04.08 zum ersten Mal veröffentlicht. (Siehe nachfolgenden Link: http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1103438-2621-2630…

Startkapital: 100'000 Euro
Spesen pro Transaktion: 40 Euro
Es handelt sich um ein fiktives Portefeuille.

Strategie Mai 2008:

1. In Übertreibungsphasen defensiven Anteil erhöhen:


2. In Rezessions-Phasen eher offensiv investieren:


3. Es wird nicht versucht, den Markt zu timen. Die Anpassungen erfolgen Schrittweise.


Stand Depot am 29.04.08 (seither keine Änderungen):


Beurteilung: Der aktuelle Anteil am "LevDax" wäre für ein reales Depot zu hoch. Zudem zeigt der bisherige Performancevergleich, dass sich der ETF Brasilien und der ETF ATX ähnlich gut entwickeln. Im Moment will ich die Positionen aber so belassen.

In den zukünftigen Transaktionen möchte ich auch die Branchengewichtung stärker beachten.
Wenn das eine langfristige Ausrichtung sein soll, dann wird mir Angst und Bange.

Warum?

Du kaufst genau in die Trends die sehr teuer sind.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.045.586 von kosto1929 am 07.05.08 12:30:23Im Trend sind Brasilien, Indien und New Energy. Die drei zusammen machen etwa 30% aus.

Brasilien und New Energy habe ich auch als Absicherung gegen den steigenden Ölpreis im Depot.

Also wo sind deine Trends?
Beim obigen Depot fehlen aus antizyklischen Überlegungen Bankenwerte. Auf der anderen Seite steigen der Dax und der ATX sehr stark, sodass ich mich frage, ob ich mit Finanzwerten eine bessere Performance erzielen würde.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.045.586 von kosto1929 am 07.05.08 12:30:23Was würdest du denn im Moment favorisieren? Bzw. was fehlt deiner Meinung nach im obigen Depot?

Gruss, Nobbele
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.045.586 von kosto1929 am 07.05.08 12:30:23Du kaufst genau in die Trends die sehr teuer sind.



Schade, dass du dich nicht mehr meldest. So frage ich mich nach dem Sinn deines postings?

Bewertung der wichtigsten Postionen im Depot:
Grösste Positionen (70%) Dax und ATX:
1. Beide Indizes haben eine (teilweise deutliche) KUV-Bewertung von unter 1.2!
2. Gerade der ATX hat die Immobilienkrise und die vorbeigezogenen Panikwellen viel besser überstanden als die meisten anderen Indizes!
3. Abgesehen davon sind Deutschland und Österreich zwei hochentwickelte westliche Industrieländer. Mit Trends hat das nichts zu tun.

ETF Brasilien und Indien (20%):
- Sind ganz klar teuer. Allerdings inzwischen wieder billiger als noch vor der Immobilienkrise.
- ETF Brasilien: Interessant wegen den Rohstofffirmen. Und doch etwas breiter diversifiziert, als wenn ich nur Rohstofffirmen kaufen würde.
- ETF Indien: Klar spekulativ

ETF New Energy (10%)
- Die Werte sind alle sehr teuer! Immerhin enthält der Index aber die Branchenleader aus den wichtigsten Bereichen alternativer Energien.
Woran willst du eine Übertreibungsphase oder eine Rezession erkennen?
Gleich vorweg, deine Beiträge sind ja sehr kurz. Ich mache mich natürlich nicht dauerhaft zum Affen und diskutiere mit mir selber.

Zu deinen Fragen:
Woran willst du eine Übertreibungsphase oder eine Rezession erkennen?


1. Will ich gar nicht
2. Eine Rezession erkennt man nicht - eine Rezession misst man (Negativwachstum während zwei Quartalen).

Vielleicht ist der Vergleich mit dem Autofahren hilfreich. Wie eingangs festgehalten will ich, wenn die "Geschwindigkeit" an den Börsen zunimmt, mein eigenes Tempo drosseln. Umgekehrt schalte ich einen Gang höher, wenn sich die Wirtschaft in einer Rezession befindet. (Rezessionsjahre sind überdies statistisch gesehen gute Börsenjahre)



Wie willst du die Branchengewichtung beachten?


Gute Frage - in der Vergangenheit habe ich primär auf Länderindizes gesetzt. Ich denke ich kann mein Depot diesbezüglich noch optimieren.
- Ich bin ja kein Hellseher, aber sobald meine Aktien wieder teuer sind und die Börsen neue Hochs melden, kann ich mir vorstellen, einen Teil in defensive Branchen zu investieren.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.046.659 von Nobbele_2010 am 07.05.08 14:23:36Wenn du Trends handelst, dann würde ich immer mit einem Stop arbeiten, denn jeder Trend endet mal.

Dann kann es steil werden. Siehe China.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.046.691 von Nobbele_2010 am 07.05.08 14:27:02Antiyzklische Strategien fünktioneren nur bei einem längeren Horizont.

Dafür braucht man Geduld und ein Blick für die Unterbewertung von Märkten und Sektoren.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.058.447 von Nobbele_2010 am 08.05.08 18:34:25Ist denn ein niedriges KUV ein Zeichen einer Unterbewertung?

Dax 0.7
ATX 1.2
Ich versuche dich nur zum Nachdenken anzuregen.

Wenn du das nicht magst, sondern fertige Antworten willst, dann lassen wir es.

Nur die Rezession wird erst mit reichlich Verzögerung gemeldet.

Wenn das Tempo zunimmst, dann willst du also drosseln.

Tja, leider weißt du nie wie lange ein Trend anhält.

Woran erkennst du ob Aktien teuer sind?
Ist es sinnvoll, nur dann Entscheidungen zu treffen, wenn man sich wirklich ganze 100% sicher ist und ausnahmslos alle Fakten kennt?

Woran erkennt man, dass man sich auf dem Gipfel der Tech-Blase befindet?

Woran erkennt man, dass wir eine Immobilienkrise haben?

Woran erkennt man, dass Aktien mit einem KUV von 8.0 wirklich teuer sind?

Woran erkennt man, dass Aktien mit einem KUV von 0.7 wirklich billig sind?
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.059.281 von kosto1929 am 08.05.08 20:09:31Tja, leider weißt du nie wie lange ein Trend anhält.


Ist das wirklich so?

Und wenn es so ist - muss ich das wirklich wissen?

Wie hoch ist die mit Aktien zu erwartende Rendite?

Und interessiert mich diese Rendite noch, wenn der "Aufwärts"-Trend schon so lange anhält, dass ich mit Anleihen eine ähnliche Rendite erziele?

Wäre das nicht ein Zeichen, dass sich die Hausse einem Ende nähert?

Und wenn der Trend vorher aufhört?

Bin ich dann nicht froh, bereits ein paar defensive Werte im Depot zu haben?


Ich weiss es nicht - ich weiss vieles nicht. Drum kauf ich auch ETF's - da hab ich sogar Werte im Depot, die ich nicht einmal kenne. Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Dax 0.7
ATX 1.2


Ich finde es schwierig, gute Zahlen zu erhalten und entnehme diese jeweils aus der Wirtschaftspresse. Darf ich wissen, woher du deine Kennzahlen beziehst?
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.065.197 von Nobbele_2010 am 09.05.08 14:40:41Von Bloomberg oder von Thomson Reuters
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.065.221 von kosto1929 am 09.05.08 14:43:46Dankeschön. ;)
09.05.08:
Verkauf: Lyx ETF New Energy: Ganze Position (220 Stück zu 37.58)
Kauf: Acer 680 Stück zu Euro 7.24 (Depotanteil etwa 5%)
Kauf: Dürr 130 Stück zu Euro 31.37 (Depotanteil etwa 5%)

Ansonsten keine Depotänderungen
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.079.868 von kosto1929 am 13.05.08 10:15:25Duerr:
- Gefühl, Intuition
- Profitiert vom neu auflebenden Megatrend Auto
- Fair bewertet

Acer:
- Gefühl, Indution
- Profitiert ev. von der Vermarktung der neuen kleinen Billiglaptops im Markt insgesamt.
- Fair bewertet

Weitere Gründe:
- ETF New Energy: Ist trotz steigendem Ölpreis und steigenden Kursen nicht gestiegen. Zudem Werte mittlerweilen unglaublich teuer.

Zudem will ich schauen, ob sich meine Aktien besser entwickeln als meine ETF's.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.082.307 von Nobbele_2010 am 13.05.08 15:20:09Ganz schön viel Gefühl und Intuition bei deinen Anlagen.

Wo gibt es denn den Megatrend Autos - in den EMs?

Ab wann ist denn eine Bewertung fair für dich?

Nimmst du da KGV,KUV,KBV und KCF ran?

Das relative Schwäche Argument kann ich nachvollziehen.

Hört sich alles nach ein bißchen experimentieren bei dir an.


Ach ja, meine Länderfavoriten wären Belgien, Niederlande und Irland.

Auf Verkauf stehen bei mir Indien, China und Tschechien.


Wohl keine populäre Meinung, aber langfristig aus meiner Sicht sehr sinnvoll.

:cool:
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.088.262 von kosto1929 am 14.05.08 09:56:49Irland bin ich einverstanden. Ist ne gute Idee.

Warum Belgien und Niederlande?


"Wo gibt es denn den Megatrend Autos". Ist ja schon da. Und warts ab - der kommt noch.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.088.262 von kosto1929 am 14.05.08 09:56:49Nimmst du da KGV,KUV,KBV und KCF ran?


Genau (ausser KGV)
Klar - bei den ganz grossen muss man historische Werte beiziehen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.088.262 von kosto1929 am 14.05.08 09:56:49Ach ja, meine Länderfavoriten wären Belgien, Niederlande und Irland.


Wohl keine populäre Meinung, aber langfristig aus meiner Sicht sehr sinnvoll.


Damit setzt du langfristig antizyklisch auf Finanzwerte. Ob das so unpopulär ist, möchte ich in Frage stellen. Aber sicher ist es eine gute Idee.

Kurzfristig sehe ich am ehesten die Niederlande, dann Belgien und schliesslich Irland.

Meine Erfahrung mit Länderindizes ist, dass diese in der Regel allmählich an relativer Stärke verlieren und nicht gleich abrupt einbrechen. Damit will ich sagen, dass eine Investition in diese Länder nicht eilt. Im Moment weisen Länder wie Brasilien ein stärkeres Momentum auf. Zum Wechseln bleibt genug Zeit.
Active Indexing


Finanz und Wirtschaft:

Eine neue Theorie erklärt Haussen und Baissen – Welche Strategie ist überlegen? – Chicago oder Stanford, Indexing oder Active Indexing?
Paradigmenwechsel in der Finanzmarkttheorie

17.05.2008

Von Magne Orgland und Daniel Leveau
Die moderne Finanzmarkttheorie hat das Portfoliomanagement einen grossen Schritt nach vorne geführt. Konzepte wie globale Diversifikation, Portfoliooptimierung oder Indexieren sind heute nicht mehr wegzudenken. Mit der Zeit wurden jedoch immer mehr Anomalien entdeckt, die nicht mit der modernen Finanzmarkttheorie vereinbar sind. Phänomene wie die historisch sehr hohe Risikoprämie von Aktien, die hohe Volatilität an den Börsen oder Value- und Momentum-Effekte können nicht mit der Theorie der Markteffizienz erklärt werden. Behavioral Finance bietet im besten Fall partielle Erklärungsansätze. Heute befinden wir uns in einem Paradigmenwechsel in der Finanzmarkttheorie. Wie seinerzeit die Theorien von Einstein die Physik revolutioniert haben, hat die Theorie der Rational Beliefs von Mordecai Kurz von der Universität Stanford das Potenzial, die moderne Finanzmarkttheorie von Grund auf zu verändern.
Die Realität wird nicht erklärt
Die Theorie der Markteffizienz (Efficient Market Theory) wurde an der Universität Chicago entwickelt. Sie verbreitete sich stark in den Achtzigerjahren und wird heute an jeder Wirtschaftsuniversität unterrichtet. Die Theorie basiert auf einigen wichtigen Annahmen: Investoren sind rational und maximieren ihre risikoadjustierte Rendite, Informationen sind kostenlos und für alle Marktteilnehmer gleichzeitig verfügbar, die Aktienkurse reflektieren effizient alle verfügbaren Informationen, und Veränderungen der Kurse werden durch neue Informationen zu den Fundamentaldaten verursacht. Mit anderen Worten wird angenommen, dass die Anleger keine Fehler begehen können, da sie zu jedem Zeitpunkt anhand der verfügbaren Informationen die Zukunft korrekt prognostizieren. Auf den ersten Blick scheinen diese Annahmen vernünftig zu sein.
Grundsätzlich ist jede Theorie ein vereinfachtes Bild oder Modell eines Ausschnitts der Realität. Dieser Ausschnitt soll mit dem Modell beschrieben und erklärt werden. Auf dieser Grundlage können dann Prognosen gestellt werden. Was macht jedoch eine gute Theorie aus? Albert Einstein soll hierzu Folgendes gesagt haben: «I like good theories. They work better.» Mit anderen Worten: Eine gute Theorie erlaubt Prognosen, die mit Beobachtungen der Realität besser übereinstimmen. Theorien sind meist mit dem Anspruch verknüpft, sie durch Beobachtungen der Realität prüfen zu können.
Wie gut sind die Prognosen der Theorie der Markteffizienz? Gemäss dieser Theorie sollte die Risikoprämie von Aktien gegenüber einer risikofreien Anlage sehr tief sein. In der Realität war sie aber deutlich höher (etwa 6%). Die Marktvolatilität sollte tief sein (um 4%). In der Realität ist sie markant höher (langfristig etwa 18%). Der Kursverlauf sollte zudem einem Random Walk (Zufallsprozess) entsprechen. In der Realität gab es jedoch langjährige Hausse- und Baissemärkte. Letztlich sollte das prognostizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Aktienmarktes etwa 14 betragen. In der Realität gab es enorme Schwankungen von 5 bis 30.
So gesehen ist die Theorie der Markteffizienz keine gute Theorie, weil sie die Realität nur unzureichend erklären kann. Neue Theorien wie Behavioral Finance, die keine in sich geschlossene Theorie, sondern in erster Linie eine Sammlung von Beobachtungen des Investorenverhaltens darstellt, bieten aber im besten Fall auch nur partielle Erklärungsansätze.
Die Theorie der Rational Beliefs
Wenn eine wissenschaftliche Theorie unbefriedigende Ergebnisse liefert, kommt es früher oder später zu einem Paradigmenwechsel. Eine neue Theorie wird entwickelt, die konzeptionell und mathematisch eine Generalisierung der alten Theorie darstellt. Die alte erscheint als Spezialfall der neuen Theorie, wenn einige vereinfachende Annahmen getroffen werden. Die Gravitationstheorie von Newton ist ein solcher Spezialfall der Relativitätstheorie von Einstein. An der Universität Stanford hat Professor Mordecai Kurz eine neue Theorie der Rational Beliefs entwickelt, die eine Generalisierung der Theorie der Markteffizienz darstellt.
Wie unterscheidet sich die neue von der alten Theorie? Wie die Theorie der Markteffizienz liegt der neuen Theorie die Annahme zugrunde, dass Investoren ihre erwartete, risikoadjustierte Rendite maximieren. Der grosse Unterschied besteht in der Prognosefähigkeit der Investoren. Gemäss der alten Theorie haben alle Anleger dieselben fixen und richtigen Beliefs, d.h., sie prognostizieren alle die gleiche Rendite (perfekte bedingte Voraussicht).
Mit anderen Worten: Nachdem die Investoren am Morgen die Zeitung gelesen haben, kennen sie alle den korrekten Indexstand der Börse. Basierend auf den im jeweiligen Zeitpunkt verfügbaren Informationen können sie keine Prognosefehler begehen – gemäss der alten Theorie. Schon rein intuitiv ist dies aber eine zu starke Vereinfachung der Realität.
Gemäss der Theorie der Rational Beliefs können Investoren jedoch durchaus kurz- bis mittelfristig Prognosefehler begehen. Investoren haben unterschiedliche und im Zeitablauf variierende Beliefs, die unterschiedliche Grade von Optimismus und Pessimismus in Bezug auf die zukünftige Rendite spiegeln.
Professoren an der Universität Stanford ist es gelungen, diese Belief-Struktur des Marktes mathematisch abzubilden. Gemäss der neuen Theorie können sich sowohl der Anteil von Optimisten und Pessimisten wie auch die Intensität von Optimismus und Pessimismus ändern. Die Beliefs der Investoren sind auch korreliert, d.h., einzelne Anleger lassen sich von anderen beeinflussen. Obwohl sich die Investoren zu einem bestimmten Zeitpunkt über die zukünftige Rendite irren können, müssen sie im mehrjährigen Durchschnitt die langfristig «korrekte» Aktienrendite erwarten.
Übereinstimmung
Mit der neuen Theorie der Rational Beliefs können zum Beispiel langfristige Bullen- und Bärenmärkte erklärt werden. In einem Bullenmarkt steigen der Anteil der Optimisten sowie die Intensität des Optimismus. Dieser Prozess wird durch die Korrelation der Beliefs verstärkt. Die Anleger informieren sich zum grossen Teil über dieselben Medien und lassen sich somit voneinander beeinflussen. Dieser Prozess führt zu einem Anstieg der Bewertung (KGV) des Aktienmarktes. Beispielsweise lieferte der US-Aktienmarkt in den Neunzigerjahren eine Rendite von 15,3% pro Jahr. Das Wachstum der Unternehmensgewinne betrug aber nur 7,7% pro Jahr.
Wie kam die restliche Rendite von 7,6% pro Jahr zustande? Das KGV des Aktienmarktes stieg von 15,4 auf 30,5 (vgl. Tabelle). Umgekehrt erbrachte der US-Aktienmarkt von 2000 bis 2007 keine Rendite für die Anleger, obwohl das Gewinnwachstum 7,7% pro Jahr betrug. Die Reduktion des KGV von 30,5 auf 18 lieferte einen negativen Beitrag von –7,7% pro Jahr.
Unter den Wallstreet-Strategen ist es populär geworden, u.a. die Änderungen des KGV mit den Zinsen zu erklären. Leider gibt es keine theoretische Grundlage für einen solchen Zusammenhang einer nominellen Anlage (Obligation) und einer realen Anlage (Aktie). Empirisch lässt sich auch über eine langfristige Betrachtungsperiode kein Zusammenhang feststellen.
Auch die hohe Volatilität an den Aktienmärkten kann mit der neuen Theorie gut erklärt werden. Nur etwa 25% der Volatilität werden durch neue Informationen über Fundamentaldaten verursacht. 75% der Volatilität kommen durch korrelierte Prognosefehler der Investoren zustande. Wenn viele Anleger sich ähnlich positioniert haben und gleichzeitig herausfinden, dass ihre Prognose falsch war, kann es zu heftigen Bewegungen kommen.
Implikationen für die Investoren
Laut der neuen Theorie wird die langfristige Risikoprämie von Aktien hoch bleiben (6%). Aktien sind riskant, weil es langjährige Bärenmärkte geben kann. Dieses Risiko muss entschädigt werden. Auch die Bewertung wird mit einem von der Stanford-Theorie erwarteten KGV zwischen 9 und 18 weiterhin stark schwanken.
Die neue Theorie hat auch wichtige Implikationen für das Risikomanagement. Die meisten gängigen Risikomanagementmethoden, wie zum Beispiel der Value at Risk, basieren implizit auf der Theorie der Markteffizienz bzw. auf der Annahme der Normalverteilung. Sowohl die neue Stanford-Theorie wie auch empirische Untersuchungen zeigen aber, dass Finanzmarktrenditen nicht normalverteilt sind. Es kommt immer wieder zu Bewegungen, die in Frequenz und Ausmass viel heftiger sind, als die Modelle erwarten würden. Für die Stanford-Theorie ist dies keine Überraschung, da 75% der Volatilität endogen durch die korrelierten Fehler der Investoren verursacht werden. Dieser Teil der Volatilität lässt sich leider nicht prognostizieren.
Wie können die Marktteilnehmer mit endogener Volatilität umgehen? Das Risikomanagement darf sich nicht einseitig auf Methoden wie den Value at Risk abstützen, sondern muss vielmehr mit Worst-Case-Szenarien rechnen. Statt sich allein auf historische Daten abzustützen, muss überlegt werden, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Beispielsweise wurde in der gegenwärtigen Kreditmarktkrise in den USA auf der Grundlage historischer Daten mit Ausfallwahrscheinlichkeiten gerechnet, die sich als komplett falsch herausgestellt haben. Die Modelle haben die strukturellen Brüche im Hypothekenmarkt und die damit verbundene Verschlechterung der Kreditqualität nicht erkannt.
Eine weitere Konsequenz bezieht sich auf den Einsatz von Leverage. Wenn wir wissen, dass sich die Finanzmärkte nur ungenügend prognostizieren lassen, darf Fremdkapital nur in begrenztem Ausmass eingesetzt werden. Bei einer Hebelwirkung von 10 bzw. 10% Eigenkapitalquote reicht ein Verlust von 10% aus, um das Eigenkapital zu vernichten. Fast alle Hedge Funds, die in der Vergangenheit implodiert sind, hatten zu viel Leverage im Einsatz. Prominente Beispiele dafür sind LTCM oder Carlyle Capital Corporation.
Neues Verständnis von Indexing
Das Indexing, das passive Kaufen und Halten von Aktien gemäss ihrer Marktkapitalisierung, basiert auf der Theorie der Markteffizienz von der Universität Chicago. Die zugrundeliegende Annahme ist, dass die Aktienkurse effizient alle verfügbaren Informationen reflektieren. In diesem Fall gibt es kein Alpha, und der Investor sollte daher passiv das Marktportfolio halten und damit seine Kosten minimieren.
Gemäss der neuen Stanford-Theorie sind die Aktienmärkte aber nicht immer korrekt bewertet. Vielmehr führen korrelierte Prognosefehler immer wieder zu Übertreibungen, zu Bullen- und Bärenmärkten. Das klassische Indexing ist daher suboptimal, da gemäss diesem Ansatz Aktien bzw. Aktienmärkte auf dem Höhepunkt eines Bullenmarktes besonders hoch im Index gewichtet werden.
Die Stanford-Theorie besagt hingegen, dass ein Investor in der Gewichtung einzelner Aktienmärkte die Position im jeweiligen Bullen- und Bärenzyklus berücksichtigen sollte. Falls die Haussen und die Baissen der einzelnen Aktienmärkte weltweit nicht synchron verlaufen, was historisch auch der Fall war, dann ist es möglich, durch die Anlage in Bullen- und durch die Vermeidung von Bärenmärkten signifikant besser abzuschneiden als mit einem Engagement in den Weltaktienmarkt. Beispielsweise erlebte Japan in den Neunzigerjahren einen Baissemarkt, die USA einen Haussemarkt (vgl. Grafik).
Erfolgreiches Active Indexing
Um die Erkenntnisse aus der neuen Stanford-Theorie in der Praxis zu testen, wurde die neuartige Anlagestrategie Active Indexing entwickelt. Sie wird Active genannt, weil das Portfolio bei Bedarf regelmässig aktiv in die attraktivsten Aktienmärkte umgeschichtet wird. Indexing wird sie genannt, weil sie mit breit diversifizierten, kostengünstigen Aktienindexinstrumenten umgesetzt wird. Das Anlageuniversum des Active Indexing besteht aus denselben Ländermärkten und globalen Branchen wie dasjenige des Chicago-basierten MSCI World Index. Mit Active Indexing wird dann gezielt in die weltweit attraktivsten, entwickelten Aktienmärkte und Branchen investiert. Die Strategie strebt somit an, in Märkte anzulegen, die sich in einem Haussemarkt befinden, und diejenigen, die sich in einem Baissemarkt befinden, zu vermeiden.
Welche Strategie liefert nun die beste Rendite, das Chicago-basierte Indexing oder das Stanford-basierte Active Indexing? Das Active Indexing wird seit sechseinhalb Jahren umgesetzt und hat seither sehr gute Ergebnisse erzielt. Active Indexing konnte das Indexing (bzw. den MSCI World Net Total Return Index) in Franken um 9,4% pro Jahr schlagen. Das ergibt eine kumulierte Überrendite in Franken von 74,7% seit Lancierung des Active Indexing am 1.Dezember 2001. Bemerkenswert ist auch, dass diese Überrendite nicht mit einem höheren Risiko erkauft wurde, ganz im Gegenteil. Die Volatilität, d.h. das Ausmass der Wertschwankungen des Active Indexing, lag bei 15,6%. Die Volatilität des Vergleichsindex MSCI World betrug 15,8%.
Diese Resultate bestätigen die überzeugende Logik der Theorie der Rational Beliefs. Es ist zu erwarten, dass diese bahnbrechende Theorie in den kommenden Jahren zunehmend von Theoretikern und Praktikern entdeckt und beachtet wird.

Dr. Magne Orgland, Geschäftsführender Teilhaber, Daniel Leveau, Teilhaber, Wegelin & Co. Privatbankiers, St. Gallen.
Ökonomen zur Lage der US-Wirtschaft – Von jetzt an aufwärts – Am meisten gebraucht wird Zeit – Gründe, die für US-Aktien sprechen
Die US-Ökonomie hat die Talsohle hinter sich


Finanz und Wirtschaft:

17.05.2008

Auch wenn sich die Gewichte in der Weltwirtschaft verschieben: Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich auf die USA, – wenn es darum geht, die Zukunft abzuschätzen. Waren sich vor wenigen Monaten die meisten Ökonomen einig, dass eine Rezession in der weltgrössten Volkswirtschaft unausweichlich sei, haben die jüngsten Makrodaten teilweise einen Stimmungsumschwung bewirkt. «Finanz und Wirtschaft» wollte wissen, wie die neuste Entwicklung einzuschätzen ist, und befragte Liz Ann Sonders, Chefstrategin des US-Investmenthauses Charles Schwab, sowie Scott J. Brown, Chefökonom des amerikanischen Brokerhauses Raymond James.
Rezession Ja oder Nein: Im ersten Quartal expandierte die US-Wirtschaft mit 0,6% – mehr als die Beobachter erwartet hatten. Das und besser als erwartet ausgefallene Konsum- und Arbeitsmarktzahlen sowie ein entschlossenes Eingreifen von Zentralbank und Regierung haben den Eindruck verstärkt, die USA könnten eine Kontraktion umgehen. Liz Ann Sonders widerspricht: «Die Rezession hat Ende 2007 begonnen.» Die Ökonomin definiert indes eine Rezession als signifikante Abschwächung der Wirtschaftsaktivität über mehrere Monate mit Niederschlag in wichtigen Parametern wie BIP-Wachstum, Privateinkommen, Arbeitsmarkt, Industrieproduktion und Handel. Der Markt definiert eine Rezession üblicherweise als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum.
Sonders führt aus, dass in den vergangenen zwei Quartalen das BIP-Wachstum einzig wegen des boomenden Exportsektors noch im positiven Bereich lag. Sämtliche übrigen Wirtschaftsbereiche steckten tief in einer Rezession. Klammere man die Exporte aus, so sei die Kontraktion gar schwerwiegender als 2001. Damals blieb die Rezession hauptsächlich im Geschäftsbereich isoliert, während heute primär der Konsumsektor betroffen sei, der für 70% der wirtschaftlichen Wertschöpfung verantwortlich sei.
Scott Brown misst der Frage wenig Gewicht bei: «Das ist nur eine technische Frage, über die wir erst in einigen Monaten rückblickend Gewissheit haben werden.» Zahlreiche Parameter entwickelten sich im Moment indes flach oder nach unten. Für viele Amerikaner fühle sich die gegenwärtige Situation wegen der hohen Benzinpreise wie eine Rezession an. Entspannung erwartet der Ökonom vom Beginn des Stimulusprogramms. Über zehn Wochen wird jede Woche ein Zehntel der 186 Mrd.$ verteilt. «In einer 12000-Mrd.-Wirtschaft ist das wenig – aber kurzfristig wird der Konsum anziehen.»
BIP-Wachstum/Unternehmensgewinne: Beide Gesprächspartner fordern vom Marktteilnehmer etwas, was kaum mehr vorhanden scheint – Zeit. Liz Ann Sonders rückt in den Vordergrund, dass konsumbedingte Rezessionen tendenziell länger dauern. Das grundlegende Problem der aktuellen Wirtschaftsflaute sei der Immobilienmarkt, der lange Zyklen aufweise. «Daher erwarte ich eine längere Rezession. Der Konsens geht von zehn Monaten aus, was mir realistisch erscheint», meint die Schwab-Strategin. Auch Brown betont: «Alle Probleme gleichen sich darin, dass sie zur Beseitigung Zeit erfordern.» Das gelte sowohl für den Immobilien- und den Finanzmarkt als auch für die Gesamtwirtschaft.
Die beiden gehen indes davon aus, dass die US-Wirtschaft langsam wieder Fahrt aufnehme – das im Gegensatz zu Europa, das erst vor dem Abschwung stehe. Brown erwartet, dass sich das BIP-Wachstum in Amerika im laufenden Jahr auf 1,5% verbessere. Für 2009 rechnet er mit einer Expansionsrate von 2 bis 2,5%. Zu den erstaunlich guten Unternehmensresultaten meint Brown: «In den USA wird immer das gleiche Spiel gespielt: Die Erwartungen werden nach unten geredet, mit der Absicht, sie dann zu übertreffen. Was zwei Drittel der Gesellschaften dann auch schaffen.» Er sieht noch einen weiteren Grund für die stabilen Werte: Die Analysten unterschätzen seit Jahren die Produktivitätssteigerung in der US-Ökonomie. Doch die Schätzungen für das dritte und das vierte Jahresviertel erachtet auch Brown als zu hoch. Der Grund sei Zweckoptimismus der Auguren, zudem würden Immobilien- und Finanzkrise in den Ausblicken oft fälschlicherweise als erledigt angeschaut.
Keine Angst vor Inflation: Wenig Sorgen bereitet Sonders und Brown die Teuerung. Die Schwab-Strategin meint: «Inflation ist gegenwärtig kein grosses Problem. Denn anders als in den Siebzigerjahren, als der Teuerungsdruck das Resultat der Lohn-Preis-Spirale war, sind wir diesmal – ausser in China – nicht mit steigenden Löhnen konfrontiert.» In die gleiche Kerbe schlägt der Raymond-James-Ökonom. In den USA seien die Gewerkschaften schwach und beschränkten sich darauf, den Besitzstand zu wahren. Der Lohndruck halte daher nicht mit der Inflation mit. «Die hohen Lebensmittel- und Energiekosten sind dagegen eher eine Wachstumsbremse als ein Inflationstreiber», präzisiert der Volkswirtschafter.
Schmerzhafte Immobilienkorrektur: Der wohl wichtigste Grund für die Wachstumsschwäche sei die Korrektur im Markt für Wohnimmobilien, argumentiert Sonders. Seit dem zweiten Quartal 2006 habe die stark rückläufige Bautätigkeit das BIP-Wachstum jährlich 1% geschmälert. Die Immobilienpreise haben seit dem Höchst Mitte 2006 landesweit 9% korrigiert. Ein Ende der Wertdeflation ist vorerst nicht absehbar. Das Überangebot an zu verkaufenden Häusern ist noch immer rekordverdächtig gross. «Das Letzte, was wir in diesem Umfeld gebrauchen können, sind zusätzliche Immobilien. Daher überrascht es mich jeweils, dass der Markt regelmässig negativ auf tiefe Zahlen für Baubewilligungen und Baustarts reagiert.» Sonders prognostiziert eine weitere Preiskorrektur von mindestens 6 Prozentpunkten.
Auch weil Banken in der Vergabe von Hypotheken restriktiv geworden sind. «Der Markt muss nun diejenigen Immobilienbesitzer aussortieren, die nicht die Mittel besitzen, ein eigenes Haus zu halten», erklärt Sonders. «Je rascher der Prozess abgeschlossen ist, umso schneller ist ein Ende der Immobilienkorrektur absehbar.» Kritisch beurteilt die Ökonomin daher den Gesetzentwurf des demokratischen Vorsitzenden des Finanzausschusses, Frank Barney. Danach soll die Regierung 300 Mrd.$ bereitstellen und überschuldete Hausbesitzer vor der Insolvenz sowie dem Hausverkauf retten, um so den Markt vorübergehend zu stabilisieren. «Dadurch würde das Problem steigender Ausfallraten auf Hypotheken lediglich um ein paar Monate aufgeschoben», argumentiert sie.
Weitere Abschreibungen wahrscheinlich: Das ausstehende Subprime-Kreditvolumen beträgt 1400 Mrd.$. Gemäss Bloomberg hat die Finanzindustrie 2007 rund 340 Mrd. auf verbrieften Hypothekenkrediten abgeschrieben. Zuzüglich der durch die Subprime-Krise ausgelösten Kreditklemme auf übrigen Kreditderivaten hat die Krise bisher 500 Mrd.$ vernichtet. «Damit dürfte die Hälfte der notwendigen Wertberichtigungen geschafft sein», erklärt Sonders. Ein nur schwer kalkulierbares Risiko bildet der Markt für kommerzielle Liegenschaften, der die Bewegungen des Wohnimmobilienmarktes in der Vergangenheit stets nachgebildet hat. Die Gesuche um Baubewilligungen für kommerziell genutzte Liegenschaften sind rückläufig. Eine markante Abkühlung hätte unweigerlich eine weitere Abschreibungswelle zur Folge. Brown glaubt, dass es bis Ende 2009 dauern werde, ehe die Auswirkungen der Immobilienblase vollständig abgearbeitet seien.
Die umstrittene Rolle des Fed: Die US-Notenbank hat in der Bewältigung der Krise eine umstrittene Rolle gespielt und den Markt tatkräftig mit verschiedensten Instrumenten stimuliert. Die Zinsen wurden binnen weniger Monate von 5,25 auf 2% gesenkt. Zudem hat das Fed neue Fazilitäten kreiert, den Zugang zum Diskontfenster erleichtert und so für zusätzliche Liquidität auf dem Interbankenmarkt gesorgt. Einig sind sich Brown und Sonders darin, dass das Fed sich zur Beseitigung der Internet-Blase die Übertreibungen am Immobilienmarkt eingehandelt hat und nun in eine Rohstoffblase steuert. Ein Beispiel, dass die Preisbildung im Sektor der Nachfrageentwicklung entgegenlaufe, ist gemäss Sonders die Ölnotierung. Sie hat sich binnen Jahresfrist verdoppelt, obschon die Internationale Energieagentur die Prognose für die Rohölnachfrage mehrmals reduziert hat (vgl. Seite12). «Die Auflösung von spekulativen Positionen würde eine Preisreduktion von 30$ pro Fass auslösen», erklärt Sonders. Sie empfiehlt Energie- und Rohstoffaktien zum Verkauf.
Der Dollar steht vor der Wende: «Wir haben den unteren Wendepunkt der Dollarbaisse gesehen», erklärt Brown. Verschiedene Daten wie der in dieser Woche von der US Commodity Futures Trading Commission publizierte «Commitment of Traders Report» zeigen, dass die Spekulationsgelder erstmals seit 125 Wochen auf ein Comeback des Greenback wetten. Eine Aufwertung des Dollars würde sich zwar ungünstig auf den Exportsektor auswirken, den einzigen Wirtschaftsbereich, der noch keine rezessiven Tendenzen zeigt. Gleichzeitig würden aber die Rohstoffpreise sinken, wodurch wiederum die Kaufkraft stiege, die für 70% der Wertschöpfung in der US-Wirtschaft verantwortlich ist. «Alles, was hilft, den ökonomischen Druck auf die Konsumenten zu reduzieren, ist viel entscheidender als die Erhaltung günstiger Exportbedingungen», erklärt Sonders.
Anlagestrategie: Welche Schlüsse sollen die Anleger aus dieser Entwicklung ziehen? Liz Ann Sonders stellt fest, das US-Aktien in vielen Portfolios untervertreten sind. «Das wird sich bald ändern, sobald die US-Wirtschaft aus dem konjunkturellen Sumpf ist», prognostiziert sie. Das werde einhergehen mit Verlusten in Emerging-Markets-Anlagen und Engagements im Rohstoffsektor. Die Krise der US-Wirtschaft sei grösstenteils eingepreist. Anders als beim Platzen der Dotcom-Blase seien heute die wirtschaftliche Verwerfungen zwar grösser, der direkte Einfluss auf den Aktienmarkt dafür geringer. Denn die Bewertungen seien nicht übertrieben hoch, selbst wenn die Unternehmensgewinne etwas zurückkommen. Daraus leitet Sonders folgende Sektorgewichtung ab: Übergewichten sollten Anleger den Technologie- und den Gesundheitssektor, untergewichten die Sektoren Telecom, Energie und Rohstoffe. Letztere leiden an zu hohen Erwartungen, die Anleger infolge der vergangenen Gewinndynamik hegen, die aber nicht mehr erfüllt werden können.
Brown sieht für mutige Investoren den Zeitpunkt für eine Sektorrotation gekommen: von defensiven in Wachstumstitel. Das zeichne sich im Moment in den USA ab. Die Verschiebung in und aus einem «angesagten» Sektor könne innerhalb weniger Monate geschehen. Das werde auch zu weiteren «falschen Rallys» führen, wie sie Hausbauervaloren Ende des vergangenen Jahres erlebt haben. Die Aktien legten ein Kursfeuerwerk hin, obwohl Fundamentaldaten und Aussichten schwach waren. Brown erteilt einem alten «Klassiker» eine Absage: «Die Kaufen-und-Halten-Strategie hat sich in den vergangenen Quartalen nicht ausgezahlt und ist auch für die nahe Zukunft nicht zu empfehlen.»
Rückblick:

Vergleich der gewählten Indizes mit dem Lyxor Titans 50:

Der Lyxor Titans 50 enthält weltweit die grössten Unternehmen der jeweiligen Branche.

Benchmark: LYXOR TITANS 50


Die grössten Positionen des Lyxor Titans 50:

1. Exxon Mobil (Öl und Gas) 6.90%
2. General Electric (Industrie) 5.56%
3. Microsoft (Technologie) 3.55%
4. AT&T (Telekom) 3.49%
5. Procter & Gamble (Haushalt) 3.22%
6. Nestle (Nahrung) 2.95%
7. HSBC (Banken) 2.93%
8. BP (Öl und Gas) 2.88%
9. Johnson & Johnson (Gesundh.) 2.75%

Lyxor Titans 50 vs. ATX


Interessant ist, dass der ATX die Immobilienkrise nicht schlechter überstanden hat, als der Lyxor Titans 50. Der ATX ist denn auch in meinem realen Depot sehr stark gewichtet und dürfte auch weiterhin stärker steigen als der Lyxor Titans 50 oder der S&P 500.

Lyxor Titans 50 vs. Leitindex Brasilien


Auch hier zeigt sich, dass eine Investition in die weltweit grössten Firmen nicht unbedingt besser vor einem Kurssturz an den Börsen schützt. Der Performancevergleich ist selbsterklärend.

Lyxor Titans 50 vs. ETF LevDax

Es ist unsinnig, einen ETF mit Hebel 2 mit einem anderen Index zu vergleichen. Die Strategie, inmitten der schlechten Börsenstimmung zu investieren, war aber richtig. Interessant ist, dass sich praktisch alle von mir gewählten Indizes ähnlich oder gar besser entwickelt haben, als der LevDax! - Und das ohne Hebel. Ich hätte beispielsweise mit einem MiniFuture auf den ATX mit "nur" einem Hebel von 2 mit der Hälfte des Kapitals die gleiche Rendite erzielt. Für den LevDax spricht die Tatsache, dass der Hebel bei stark fallenden Kursen herausgenommen wird und das der Hebel relativ "klein" ist. Als Alternative kann man aber auch einen Stop/Loss setzen. Abgesehen davon ist der Anteil am LevDax bei diesem Depot sowieso viel zu hoch.

Lyxor Titans 50 vs. Nasdaq 100

Ich habe nie damit gerechnet, dass sich der Nasdaq besser entwickelt als der ATX oder der Bovespa. Aber man weiss ja nie. Performance ist soweit ganz ordentlich.

Lyxor Titans 50 vs. ETF Indien

Hier hab ich kurzfristig einen Fehler gemacht. An den Aktienmärkten hat sich das Gewicht von Asien weg zu Ländern wie Mexiko oder Brasilien verschoben. Das konnte man klar beobachten. Auch Russland wäre eine Alternative gewesen. Aber nicht Indien und natürlich schon gar nicht China. Trotzdem belasse ich den Depot-Anteil von 10%. Der Ölpreis wird wohl noch weiter steigen - das Thema ist jedoch inzwischen bei der letzten "Hausfrau" angekommen, sodass ich mir gut vorstellen kann, dass sich die Anleger von Ländern wie Brasilien oder Russland wieder entfernen, wenn der Ölpreis wieder sinkt. Vielleicht gewinnt dann Indien wieder an Attraktivität.

Die beiden Aktien Dürr und Acer:

Dürr: Ist in den wenigen Tagen schon um 5% gestiegen. Mit steigendem Ölpreis und steigenden Klimaauflagen werden zunehmend neue Autos produziert. Einerseits wollen die Leute sparsamere Autos, weshalb man eher auch mal einen Neuwagen als einen sprittfressenden Occasion kauft, andererseits werden die Autos auch immer billiger. Die Produktion von Billigautos erinnert mich stark an den Wandel bei den Uhren oder der Flugindustrie. Uhren wurden früher vererbt - heute kauft man sich jedes Jahr eine neue Uhr. Flieger wie EasyJet wurden belächelt - heute sind es die teuren Fluggesellschaften, welche Probleme haben.

Acer: War ein Bauchentscheid. Die Kaufhäuser füllen sich mit neuen Billiglaptops. Acer will auf diesen Zug aufspringen.


Ausblick:


Im Moment wäre auch Russland sehr attraktiv. Letztlich sind Russland und Brasilien Länder, die vom steigenden Ölpreis profitieren. Sobald der Ölpreis wieder sinkt, werden wohl wieder andere Länder favorisiert. Welche, wird sich zeigen.

Für die Aktienmärkte bin ich sehr positiv eingestellt. Das einzige, was mir Sorgen bereitet, ist die Dynamik beim Ölpreis. Inflation- und kaufkraftbereinigt müsste der Ölpreis auf deutlich über 200$ (280$) steigen, damit wir eine vergleichbare Situation wie in den 70ern hätten. Sofern der Ölpreis aber mit der gleichen Dynamik weiter steigt, ist dieses Niveau gar nicht mehr so weit weg.

Stand Depot:

14.04.08: 100'000 Euro
16.05.08: 110'000 Euro
Auswertung Korrekturphase:

Die beiden Indizes ATX und Bovespa haben kaum korrigiert. Hingegen ist der LevDax jetzt nur noch mit 10% im Plus (eine Woche vorher 20%). Der ATX hingegen ist immer noch mit 16% im Plus.

14.04.08: 100'000 Euro
16.05.08: 110'000 Euro
26.05.08: 104'700 Euro
24.05.08

Hoher Ölpreis: Wer gewinnt, wer verliert?
Ein hoher Ölpreis kennt Gewinner und Verlierer

Kurzfristig Korrektur möglich – Langfristig Preisanstieg wahrscheinlich – Auf Aktien von Produktions- und Servicegesellschaften setzen

Der Ölpreis eilt von einem Rekord zum andern. Am Donnerstag erreichte die Notierung für ein Fass Öl der Referenzsorte WTI im Handelsverlauf ein neues Höchst von 135.09 $. Die Verteuerung der letzten Tage schien jedoch vielen Marktteilnehmern übertrieben, sodass es zu einer kleinen Korrektur kam. Am Freitagnachmittag lag der Preis bei 132.85 $.

«Die jetzigen Marktdaten rechtfertigen den steilen Anstieg nicht», meint auch Eliane Tanner, Ölanalystin in Diensten von Credit Suisse. «Die Lage am Ölmarkt ist viel besser als Anfang Jahr.» Die Produktion in den Nicht-Opec-Ländern und der Lagerbestand seien gestiegen, die Nachfrage aus den konjunkturschwachen USA sei gesunken. Dass der Ölpreis seit Anfang Jahr trotzdem fast 40% geklettert ist, führt Tanner «zu einem guten Teil» auf Spekulation zurück und folgert daraus: «Kurzfristig besteht das Risiko einer Korrektur.» Bis zum Ende des dritten Quartals könnte der Ölpreis deshalb auf 100 bis 110 $ sinken.


Das 200-$-Szenario


Langfristig rechnet Tanner jedoch mit einer weiterhin steigenden Notierung. Grund dafür seien zunehmende Probleme bei der Ölproduktion. Gleich argumentieren ihre Kollegen von UBS in einer aktuellen Studie. Die Förderung erlange in den Nicht-Opec-Ländern voraussichtlich 2010 ihr Maximum, und weltweit sei Peak Oil wahrscheinlich 2012 erreicht. In der Folge schwänden die freien Produktionskapazitäten bis zu dem Punkt, an dem die Nachfrage das Angebot übersteige. «Es ist dieses Szenario, oder seine Vorwegnahme, das den Preis in Richtung der zunehmend diskutierten 200 $ pro Fass treiben wird», schreiben die UBS-Analysten.

Doch der Anstieg der Ölnotierung hat jetzt schon ein Ausmass erreicht, das nicht mehr untätig hingenommen wird. In den USA mussten die Chefs der grossen Ölmultis vor dem Kongress antraben und unangenehme Fragen zu ihren hohen Gewinnen beantworten. In Deutschland forderte die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen einen internationalen Krisengipfel. In Frankreich blockierten unter den hohen Treibstoffpreisen leidende Fischer Häfen und Ölterminals. In Bulgarien versperrten Lastwagenfahrer aus Protest gegen die hohen Dieselpreise die Strassen.

Das führt uns zu den Verlierern des Ölpreisanstiegs. Zu den wichtigsten gehören die Unternehmen, die im treibstoffintensiven Transportgewerbe tätig sind. Britische Strassentransporteure weisen darauf hin, dass der Anteil des Treibstoffs an den gesamten Betriebskosten in nur sechs Monaten von 30 auf 40% geklettert sei. Das drückt in einem Umfeld, das von hartem Wettbewerb gekennzeichnet ist und Preiserhöhungen schwierig macht, auf den Gewinn und beeinflusst die Aktienkurse ungünstig. Die Valoren der beiden US-Kurierdienste Fedex und UPS blieben denn auch sei Anfang Jahr mit einem Minus von 0,4 resp. 1,9% mehr oder weniger stehen.
Hart trifft die Preisinflation beim Öl auch die Fluggesellschaften (vgl. Seite 35). Im Fall von American Airlines, dem grössten US-Carrier, verursacht ein Anstieg des Ölpreises von 10 $ Mehrkosten für Flugbenzin von 800 Mio. $. Die Gesellschaft reagierte mit der Stilllegung von 85 älteren, kerosenfressenden Flugzeugen (was einer Kapazitätsreduktion von 12% gleichkommt) und der Einführung einer Gebühr von 15 $ pro mitgeführtes Gepäckstück. Personalentlassungen sind vorgesehen, aber noch nicht genau beziffert. Die Anleger glaubten trotzdem nicht, dass die Mehrkosten ausgeglichen werden können, und flüchteten massenhaft aus den Titeln von AMR, der Muttergesellschaft von American Airlines: Das Resultat ist ein Minus von 53,2% seit Anfang Jahr.


Prächtige Performance


Die grössten Gewinner des Ölpreisanstiegs sind schnell gefunden: Es ist die Ölindustrie. Allerdings profitieren nicht alle Ölunternehmen gleich kräftig, wie André Frick, Analyst von Credit Suisse, anmerkt. Am ölpreissensitivsten sind reine Explorations- und Produktionsgesellschaften. Bei ihnen ergibt sich der Ertrag direkt aus dem geförderten Volumen multipliziert mit dem Ölpreis. Die Papiere vieler solcher Gesellschaften haben sich seit Anfang Jahr prächtig entwickelt: Apache (USA) +33,8%, Occidental Petroleum (USA) +24,7%, Cairn Energy (GB) +15,3%, CNOOC (China) +12,1%. Ebenfalls eine hohe Korrelation zur Ölnotierung haben die Ölservicegesellschaften. Ein steigender Preis veranlasst die Produktionsunternehmen, möglichst viel zu explorieren und zu fördern. Dazu brauchen sie die Dienste von Ölserviceallroundern wie Halliburton (USA; Aktien +27,4% seit Anfang Jahr), von Tiefseebohrern wie Seadrill (Norwegen; +33%) und SBM Offshore (Niederlande; +19,1%) oder von Ölfeldausrüstern wie National Oilwell Varco (USA; +11,6%).

Ein hoher Ölpreis macht aber einigen Ölunternehmen auch zu schaffen. Dazu gehören integrierte Ölgesellschaften wie Exxon Mobil (USA), BP (GB) oder Total (Frankreich). Sie sind nicht nur in der Förderung tätig, sondern auch im Raffinerie- und Chemiegeschäft. In diesem Bereichen kämpfen sie mit hohen Einstandspreisen, die sie nur mit Verzögerung und nur teilweise weitergeben können. Das drückt auf die Margen und schmälert den Gewinn. Reine Raffineriegesellschaften wie Valero Energy (USA), Petroplus (CH) oder Neste Oil (Finnland) sind noch ausgeprägter von diesem Effekt betroffen (vgl. FuW Nr. 39 vom 17. Mai). Das sieht man auch den Aktien dieser Unternehmen an: Die Titel integrierter Ölgesellschaften sind seit Anfang Jahr meist nur im einstelligen Prozentbereich avanciert, die Raffinerievaloren haben fast alle deutlich verloren.


IEA befürchtet ungenügendes Angebot

Die in Paris beheimatete Internationale Energieagentur (IEA) unternimmt zurzeit ihren ersten Versuch, den Zustand der 400 grössten Ölfelder der Welt zu analysieren. Die Resultate dieser Analyse werden zwar erst im November dieses Jahres veröffentlicht, doch ihre allgemeine Richtung ist jetzt schon bekannt: Das zukünftige Ölangebot könnte knapper sein als bisher angenommen.

Schon seit Jahren sagt die IEA voraus, dass das Angebot an Öl und anderen flüssigen Treibstoffen stetig zunimmt und so die ebenfalls wachsende Nachfrage zu decken vermag. Gemäss diesen Prognosen soll das Ölangebot von heute 87 Mio. Fass pro Tag bis zum Jahr 2030 auf täglich 116 Mio. Fass steigen. Doch jetzt mehren sich im Innern der Agentur die Sorgen, dass alternde Ölfelder und ungenügende Ausgaben zur Entdeckung neuer Ölquellen es schwierig machen, auch nur die Grenze von 100 Mio. Fass pro Tag zu überschreiten. «Die zur Deckung der künftigen Nachfrage erforderlichen Investitionen in die Ölexploration und -produktion dürften sehr viel höher sein, als die Leute bisher dachten», sagt Fatih Birol, der IEA-Chefökonom, und fügt warnend an: «Dies ist eine gefährliche Lage.»
Die Agentur überwacht die Energiemärkte für die 26 wirtschaftlich fortgeschrittensten Länder der Welt, einschliesslich der USA und Japans sowie des grössten Teils der europäischen Staaten. Die IEA gilt als Gegengewicht zu den Ansichten der Organisation ölexportierender Länder (Opec).

Die Sorge der Agentur, dass das Ölangebot in Zukunft ungenügend sein könnte, dürfte von der Opec als Aufforderung verstanden werden, grössere Mengen des schwarzen Goldes aus dem Boden zu pumpen. Das Ölkartell hat sich zuletzt auf den Standpunkt gestellt, der Markt sei ausreichend versorgt und der steigende Ölpreis sei das Resultat von Spekulation. Die US-Ölindustrie wiederum dürfte die Studie dazu verwenden, eine Aufhebung des Explorations- und Förderverbots an der Ost- und der Westküste der USA sowie in den Natur- und Tierschutzgebieten Alaskas zu fordern.
Die Studie der IEA markiert einen Kurswechsel in den Bemühungen der Agentur, die Ölzukunft vorauszusagen. In der Vergangenheit konzentrierte sie sich hauptsächlich darauf, die künftige Nachfrage zu ermitteln, um dann zu schauen, welchen Beitrag die Nicht-Opec-Länder zur Deckung leisten. Die restliche Angebots-Nachfrage-Lücke würde dann, so lautete die Annahme der IEA, quasi automatisch von der Opec geschlossen.
Im vergangenen Sommer warnte die Agentur erstmals, die freie Produktionskapazität der Opec zur Deckung der wachsenden Nachfrage könnte bis zum Jahr 2012 auf ein «minimales Niveau» sinken. Im November kam die IEA dann anhand einer Analyse von in Arbeit befindlichen Ölförderprojekten zum Schluss, dass der Welt im Jahr 2015 12,5 Mio. Fass pro Tag fehlen könnten, sofern sich die Nachfrage bis dann nicht stark reduziere. MG


Die Ölpreis-Kassandra
Im März 2005, als der Ölpreis noch bei 40 $ lag, prognostizierte Arjun N. Murti, dass die Notierung für ein Fass des schwarzen Goldes bis 2009 100 $ übersteigen werde. Von Berufskollegen wurde er damals belächelt. Den meisten ist das Lachen inzwischen vergangen. Die Marke von 100 $ wurde schon im vergangenen Januar – Anfang 2008 – überschritten. Mitte Mai wartete der Ölanalyst in Diensten der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs mit einer neuen aufsehenerregenden Prognose auf: In den nächsten 6 bis 24 Monaten werde der Preis auf 200 $ klettern. Am Freitagnachmittag stand die Ölnotierung bei 133 $.

Murti führt den scheinbar unstillbaren Durst der Welt nach Öl als Hauptgrund für den weiteren Preisanstieg an. Andere sind nicht einverstanden und argumentieren, dass die Notierung wieder fallen werde, sobald die Spekulanten den Markt verlassen.

Sollte seine Prognose sich erneut bewahrheiten, so hätte Murti keine Mühe damit zu leben: Bei ihm zu Hause stehen zwei Autos mit Hybridantrieb. «Ein hoher Ölpreis sagt den Konsumenten, dass sie ihr Bestes tun und ein treibstoffeffizientes Auto kaufen oder sonst wie Energie sparen sollten», sagt der 39-Jährige.

Murti begann seine Karriere bei Petrie Parkman, einer kleinen Investmentboutique in Denver, die 2006 von Merrill Lynch übernommen wurde. Zunächst waren seine Ölpreisprognosen eher konservativ. Doch im Verlauf von 2004 reifte seine Überzeugung, dass der Welt ein lang anhaltender Ölpreisschock bevorstand – ein «Super Spike», wie er es dann 2005 und jetzt wieder formulierte.

«Ich bin ziemlich gegen Öl eingestellt», sagt Murti von sich. Als «eine der grössten Herausforderungen» seines Landes bezeichnet er die Abhängigkeit von Öl. Um sie zu reduzieren, sollten die USA die Nutzung der Nuklearenergie fördern. «Es wäre das Grösste auf der Welt, wenn es in 15 Jahren keine Ölanalysten mehr brauchen würde», erklärt Murti.
24.05.08

Carlos Ghosn, Präsident von Renault und von Nissan, ist alles andere als ein sentimentaler Träumer. Umso mehr wird man hellhörig, wenn der rentabilitätsorientierte Spitzenmanager sich als engagierter Befürworter des Elektroautos äussert. Vor Absolventen der Handelshochschule Insead bei Paris bezifferte er kürzlich das Nachfragepotenzial auf jährlich rund 10 Mio. Fahrzeuge. Angesprochen sind damit vor allem Automobilisten, die den Wagen in erster Linie in städtischen Agglomerationen nutzen. Das Problem besteht aus der Sicht von Ghosn lediglich darin, dass es bislang kein entsprechendes Angebot gibt. Das Marktpotenzial sei jedoch «enorm».
Dezidierte Engagements
In dieser Sicht der Dinge ist es nur verständlich, dass sich Renault und der Allianzpartner Nissan ein grösseres Stück dieses Kuchens abschneiden wollen. So soll Nissan bereits ab dem Jahr 2010 ein konkurrenzfähiges Elektroauto auf den Markt bringen. Und bis 2012 will das Gespann in jedem grösseren Markt über ein umfassenderes Angebot von elektrisch angetriebenen Automobilen verfügen.
Das alles hört sich bemerkenswert verpflichtend an, jedenfalls spürbar anders als in der Vergangenheit: Die Autohersteller boten zwar bereits in den Neunzigerjahren elektrifizierte Ausführungen des einen oder anderen Modells an. Doch der hohe Preis, die beschränkte Reichweite und nicht zuletzt das wegen der Grösse der Batterien knappe Platzangebot reduzierten die potenzielle Käuferschaft massiv. Vor allem aber schienen die Autokonzerne nur beschränkt an diese Lösung zu glauben und investierten entsprechend zurückhaltend, was die Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen nicht begünstigte.
Doch das Blatt scheint sich aus verschiedenen Gründen gewendet zu haben. Die Autohersteller sind sich angesichts der Diskussion über die globale Erwärmung bewusst, dass sie durch innovative Lösungen einen substanziellen Beitrag zur Entschärfung der Abgasproblematik leisten müssen – andernfalls wird die Politik ihren Handlungsspielraum zusehends einschränken. Fortschritte gemacht hat auch die Leistungsfähigkeit der Batterien. Nicht zuletzt hat der massiv gestiegene Ölpreis dem Elektrofahrzeug zu neuer Respektabilität verholfen (vgl. Seiten 33, 35 und 37). Batterie und Stromladung hätten günstiger zu sein als Benzin. Und ein Ölpreis von über 120$ vereinfache dieses Ziel, betonte Renault-Chef Ghosn.
Diese spürbar veränderten Rahmenbedingungen haben das Umdenken gefördert. Das Elektroauto wie auch hybridgetriebene Fahrzeuge werden von den Autoherstellern zusehends als Marktchance und nicht mehr als wenig einträgliches Randangebot betrachtet. Davon zeugen verschiedene Initiativen. Der US-Multi General Motors beispielsweise will seinen Plug-in-Hybrid Chevy Volt bis zum Jahr 2010 in die Massenproduktion bringen. Das Modell soll im Elektrobetrieb – die Batterie lässt sich über externe Quellen laden – über eine deutlich grössere Reichweite als herkömmliche Hybridfahrzeuge verfügen. Ein Verbrennungsmotor soll über einen Generator für zusätzliche Ladung sorgen und damit die Reichweite nochmals erhöhen. Die erhöhte Reichweite im Elektroantrieb scheint für den GM-Konzern eine Voraussetzung zu sein, um dem Hybrid zum Durchbruch zu verhelfen.
Höhere Ansprüche
Wer das Elektroauto gleichsetzt mit Verzicht im Vergleich zu herkömmlichen, mit Verbrennungsmotoren betriebenen Modellen, der wird möglicherweise in den nächsten zwei, drei Jahren die eine oder andere Überraschung erleben. Zumindest für eine betuchtere Kundschaft werden sich möglicherweise schnell gehobenere Ansprüche erfüllen. So hat die kalifornische Gesellschaft Tesla im März dieses Jahres die Produktion eines Elektro-Roadsters aufgenommen, dessen Leistung Aufsehen erregt: Beschleunigung von null auf 60 Meilen (96 km/h) in 3,9 Sekunden, Reichweite 220 Meilen je Stromladung, woraus sich dann Kosten von knapp 2 Cent je Meile errechnen. Der Basispreis für die Auslieferung im nächsten Jahr wird indes auf 99000 Euro beziffert – vorläufig alles andere als ein Auto für jedermann.
Auch in Sachen Aufbau der Infrastruktur für die zunehmende Elektrifizierung des Wagenparks scheint einiges in Bewegung gekommen zu sein. Die kalifornische Gesellschaft Better Place – die vom ehemaligen SAP-Spitzenmanager Shai Agassi ins Leben gerufen wurde – will ab dem Jahr 2010 in Israel (mit Unterstützung der Regierung) und in Dänemark Versorgungsnetze zum Aufladen elektrifizierter Fahrzeuge einrichten. Dabei soll in Israel vor allem Sonnenenergie, in Dänemark Windenergie genutzt werden. In Israel will Better Place ein Netz von 500000 Ladestationen aufbauen. Partner des Projekts – das beträchtliche Investitionen voraussetzt – ist das Gespann Renault-Nissan, das damit seine schnell wachsende Angebotspalette kommerzialisieren möchte.
Batterie als Herausforderung
Die grösste Herausforderung für das Elektroauto bleibt die Leistungsfähigkeit der Batterien: Die Anstrengungen von Autoherstellern und spezialisierten Zulieferern konzentrieren sich schwergewichtig auf die Lithium-Ionen-Technologie. Damit lassen sich Batterien bauen, die deutlich leichter sind als bislang genutzte wiederaufladbare Produkte. Sie sind zudem keinem Memory-Effekt unterworfen, was für den Betrieb eines Autos – wo es selten zur vollständigen Entladung einer Batterie kommt – unabdingbar ist. Nicht zuletzt soll die Massenproduktion dieser Batterien günstiger sein als die herkömmlicher Produkte. Allerdings hat die Lithium-Ionen-Technologie – auf der auch der Tesla-Roadster aufgebaut ist – ihre Tücken. Sie kann bei Überhitzung zu gravierenden Defekten führen. So musste der japanische Elektronikgigant Sony einige Millionen solcher in Laptops verwendeter Batterien zurückrufen, weil sie bei grösserer Belastung offenkundig zum Entflammen neigten.
Welche Batteriehersteller das Rennen machen werden, ist alles andere als klar. Die Autobauer arbeiten mit verschiedenen Unternehmen zusammen. General Motors beispielsweise mit A123 Systems für die Lithium-Ionen-Batterie im Chevrolet Volt, Nissan mit NEC, der den Hybridmarkt dominierende Toyota-Konzern mit Matsushita. Dass mit der Lithium-Ionen-Technologie entscheidende Fortschritte gemacht worden sind, scheint die französische Saft zu belegen. Sie hat im Dezember 2007 eine Entwicklung vorgestellt, die unter extremen Rahmenbedingungen getestet wurde (Vibration, Hitze, Druck). Die Gesellschaft hat auch im Januar zusammen mit dem US-Unternehmen Johnson Controls eine kleine Produktionseinheit in Nersac eingeweiht, wo Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge und Hybridmodelle gefertigt werden. Das Gemeinschaftsunternehmen verfügt derzeit über zwei Zuliefereraufträge.
Transaktionen 23.05.08

(Jede Transaktion wird mit 40 Euro belastet)

Verkäufe:
LevDax: Ganze Position
Lev Euro 50: Ganze Position
ETF Indien: Ganze Position
ETF Nasdaq: Ganze Position
Acer: Ganze Position

Gehalten werden folgende Positionen:
ETF ATX
ETF Brasilien
Aktie Dürr

Neuer Barbestand: 72'567.30 Euro

Zukäufe:
ETF Brasilien 1'200 Stück zu 27.10 Euro
(Zukauf zu der bestehenden Position)
ETF Russland 800 Stück zu 42.50 Euro
Indexzert. SET 85 Stück zu 123.99 Euro

Neues Depot:

Stück: Position:
1600 Lyxor ETF Brazil
800 Lyxor ETF Russia
85 SET 50 INDEX Zertifikat
260 iShares ATX (DE)A0D8Q2
130 DUERR AG

Wertpapierwert: 103.484,15 €
Barbestand: 469,15 €
Gesamtwert:103.953,30 €
Depoteröffnung am 14.04.08, wobei nur die Hälfte investiert wurde. Die andere Hälfte wurde erst am 25.04.08 investiert.

Experimentelle Transaktionen und relativ viele Käufe und Verkäufe haben die Performance reduziert. Die wichtigsten Positionen haben sich jedoch gut entwickelt:
1. ATX: +16%
2. Bovespa: Trotz späterem Einstieg +14% (Performance durch Zukäufe kleiner)
3. ETF LevDax: +10%

Ich habe natürlich auch festgestellt, dass die Kurse vorletzte Woche unter relativ dünnen Umsätzen gestiegen sind. Allerdings weiss man nie, wie weit eine Korrektur geht. Die letzte Woche hat meiner Meinung nach gezeigt, dass es bessere Alternativen zum LevDax gibt. Die Traumperformance von 20% in wenigen Wochen wurde diese Woche halbiert.

Depotumstellung:
Ich steige relativ spät stärker in Länder ein, welche von steigenden Rohstoffen profitieren. Allerdings beinhalten diese nicht nur Energie- und Rohstoff-Firmen. Geht der Ölpreis zurück, ist dies zwar negativ für Firmen wie Petrobras. Allerdings wirkt sich dies positiv auf den Aktienmarkt aus. Davon werden auch die Indizes profitieren.

Das aktuelle Börsenumfeld erscheint mir sehr schwierig, sodass ich mir keine andere Alternative vorstellen kann. Ausser an der Seitenlinie zu stehen.
In meinem realen Depot habe ich den Baranteil erhöht und werde nächste Woche mit einem erhöhten Baranteil an der Seitenlinie stehen. Sicher ist sicher. Ende nächster Woche sehen wir weiter.
Das neue Depot schlägt sich gut. Der Bovespa ist sogar am steigen. Und die anderen Indizes haben nur sehr leicht nachgegeben.

Noch besser gefahren ist man mit den richtigen Aktien:
- Petrobras
- Potash
- Suncor

Bei diesen muss man allerdings den Preis im Auge behalten. Mein Favorit ist im Moment Petrobras.
Verkauf Lyxor ETF Russia ganze Position.
Neuer Barbestand: 34'000 Euro.
Wenn dies kein fiktives Depot wäre, hätte ich längst alles verkauft. Und genau das mach ich jetzt auch bei diesem Depot.

Verkauf sämtlicher Positionen.

Barbestand: 103'000 Euro.
Ausblick: Ich warte die nächsten Tage und Wochen ab, dann entscheide ich weiter. Die bisherigen Käufe und Verkäufe waren natürlich relativ chaotisch. Ich habe aber auch ein wenig experimentiert.

Im Moment ist mir alles zu riskant. In meinem realen Depot bin ich bereits am Montag Morgen ausgestiegen. Auch war im realen Depot der Einstieg früher (bereits im März). Hauptgewicht ATX. Performance ATX genau 19% (realisiert). Für die letzten zwei Monate bin ich damit zufrieden.

Die Performance beim fiktiven Depot ist von +12% auf +2.3% gesunken. Allerdings ist diese Performance immer noch besser als der MSCI-World. Dieser weist im gleichen Zeitraum eine Performance von -4% auf.
Warren Buffett in Europa auf Shoppingtour

21.05.2008

Deutschland, Schweiz, Spanien, Italien: Das sind die Länder, die der legendäre amerikanische Milliardär und Investor Warren Buffett diese Woche auf einer Europareise besucht. Der reichste Mann der Welt ist auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten für die von ihm kontrollierte Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. In erster Linie geht es Buffett darum, Beziehungen zu Unternehmenseigentümern aufzubauen, die dann später zu einem Kauf durch Berkshire führen können. «Wenn Sie ein gut laufendes Geschäft haben, ist es das Beste, nicht zu verkaufen», erklärte er Anfang dieses Monats Reportern an der Generalversammlung von Berkshire in Omaha, Nebraska. «Aber wenn die Zeit kommt, sei es wegen hoher Steuern oder wegen einer ungelösten Nachfolge, wollen wir die Ersten sein, an die Sie denken.»
Buffetts Europareise wurde durch Eitan Wertheimer, Präsident der israelischen Iscar Metalworking, und Angelo Moratti, den Gründer der familiengeführten italienischen Raffinerie Saras, arrangiert. Berkshire hat das Familienunternehmen Iscar im Jahr 2006 gekauft – die erste Akquisition von Buffetts Beteiligungsgesellschaft ausserhalb der USA. Mit Moratti traf sich der Investor seit 2001 mehrmals pro Jahr, um sich mit den europäischen Geschäftsgepflogenheiten und Wirtschaftsthemen vertraut zu machen.
Buffett liebt es einfach
Gestern Dienstag machte Buffett in Lausanne halt. Dort war er am kürzlich von der «Financial Times» zur besten Kaderschmiede der Welt gekürten IMD zu Gast. Zum Programm gehörten der Besuch eines MBA-Kurses, ein Live-Webcast mit Alumni des IMD und ein Abendessen mit Absolventen des Programms für Familienunternehmen, das dieses Jahr sein 20-Jahre-Jubiläum feiert. Daneben hatte er noch Zeit für eine knapp dreiviertelstündige Medienkonferenz.
Dabei liess sich der gut gelaunte und quicklebendige 77-Jährige nicht aus der Reserve locken. Fragen zu Branchen und Unternehmen in der Schweiz, die ihn interessieren, umging er. Stattdessen wieder-holte er, dass er «einfach zu verstehende Gesellschaften» liebe, und nannte als Bei-spiel den Nahrungsmittelriesen Nestlé, betonte aber, dass dieser nicht auf seiner Kaufliste stehe. Die Uhrenherstellerin Rolex bezeichnete Buffett als «Great Company» und bedauerte, dass sie ihn noch nicht angerufen habe.
Mehrmals wiederholte Buffett, dass ein Unternehmen, das er kaufen würde, mindestens 75 Mio.$ Vorsteuergewinn haben müsse. Als mögliche Ziele in der Schweiz wurden in den Medien schon Namen wie Schindler, Swatch Group, Sonova und Nobel Biocare genannt. «Wir lieben es, Unternehmen zu kaufen – auch in der Schweiz», war alles, was sich die Investorenlegende entlocken liess.
Buffett besitzt einen Anteil von 32,4% am Aktienkapital von Berkshire. Er hat das Unternehmen von einem serbelnden Hersteller von Futtern für Anzüge zu einer Holding mit einer Börsenkapitalisierung von 192 Mrd.$ mit Beteiligungen von Bier über Eisenbahnen bis zu Versicherungen gemacht. Berkshire verfügte am 31.März über 35 Mrd.$ Barmittel, die nach einer gewinnbringenden Anlage suchen. Weil in den USA ein Mangel an geeigneten Investitionsobjekten herrscht, sieht sich Buffett seit einiger Zeit im Ausland um. Ausser in Israel ist er bereits auch in China, Deutschland und Grossbritannien investiert. Dieses Jahr hat er einen 3%-Anteil an der schweizerischen Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re erworben (vgl. FuW Nr.7 vom 26.Januar).
Doch Buffett hat Appetit auf mehr. Er hat einen Aufruf an Unternehmenseigentümer gestartet, die ihr Geschäft früher oder später verkaufen wollen. Buffett ist bekannt dafür, dass er eine Vorliebe für gut geführte, privat gehaltene Gesellschaften hat. Sie sollten eine einfache Geschäftsidee haben, über ein funktionierendes Management verfügen, eine nachhaltige Ertragskraft besitzen und wenig Schulden aufweisen. Turnaroundsituationen interessieren Buffett nicht. Feindliche Übernahmen strebt er nicht an. Auktionen, an denen der Kaufpreis hochgetrieben wird, geht er aus dem Weg.
Nachfolge gibt zu reden
Buffett, gemäss einer Aufstellung des amerikanischen Wirtschaftsmagazins «Forbes» der reichste Mensch der Welt, wird oftmals von anderen Investoren imitiert. Wer in den vergangenen 31 Jahren das Portfolio des Orakels von Omaha nachbildete, erzielte eine jährliche Rendite von durchschnittlich 25% – einer wissenschaftlichen Studie von 2007 zufolge doppelt so viel wie mit einem Investment in den US-Leitindex S&P500. Dieses Jahr haben die Berkshire-Aktien allerdings schon 12% an Wert verloren. Angesichts des geringeren Ertrags aus dem Versicherungsgeschäft ging bei der Beteiligungsgesellschaft zwei Quartale in Folge der Gewinn zurück. Doch langfristig orientierte Anleger wird dies angesichts Buffetts bisheriger Anlageerfolge nicht abschrecken. Wer einsteigen will, braucht allerdings einen grossen Geldbeutel: Die Berkshire-Titel kosten gegenwärtig rund 124000$ das Stück.
Die Performance der Berkshire-Aktien ist ein heiss diskutiertes Thema. Die Nachfolge Buffetts ist ein anderes. Der 77-Jährige hat darauf reagiert und 2006 mitgeteilt, dass sein Nachfolger bestimmt sei. Einen Namen nannte er nicht, sagte allerdings, dass es eine Person aus seinem Beteiligungsportfolio sein werde. Auch in Lausanne blieb das Geheimnis bestehen. «Wir haben hervorragende Leute bei Berkshire, die mich ablösen können», sagte er an der Medienkonferenz. Und fügte scherzend an: «Aber hoffentlich kommt das nicht zu früh.»
31.03.08

Wo besteht die höchste Konzentration von Technologie-Start-ups? – Einfache Antwort: im Silicon Valley. Was folgt knapp dahinter? – Israel. Der Staat im Nahen Osten ist gemessen an der Verfügbarkeit von Wissenschaftern und Ingenieuren weltweit die Nummer eins. In der Rangliste der Universitäten belegt Israel den zweiten Platz.
Dieses Umfeld hat eine Vielzahl von ausländischen Gesellschaften wie Microsoft, Cisco Systems, Motorola, Intel, Hewlett-Packard, Siemens, General Electric, Philips Medical, IBM, Advanced Micro Devices, Oracle und Ebay veranlasst, in Israel zu investieren und wichtige Teile von Forschung und Entwicklung in dieses Land auszulagern. So nehmen die Israeli denn auch für sich in Anspruch, die IP-Telefonie (Internet Protocol), die ZIP-Datenkomprimierungstechnologie, den Flash-Memory-Stick, Voice-Mail, AOL Instant Messenger, das tragbare Ultraschallgerät, den Centrino-Chip von Intel, die erste nichtinvasive Zerstörung von Tumoren und zahlreiche andere Technologien erfunden zu haben.
Der legendäre Substanzwertanleger Warren Buffett meinte vor einigen Monaten auf die Frage, wieso er sein Geld ausgerechnet nach Israel bringe (Buffett beteiligte sich mit 4 Mrd. $ am Maschinenbauer Iscar): «Viele Amerikaner kommen in den Nahen Osten auf der Suche nach Öl. Diese stoppen nicht in Israel. Wir waren auf der Suche nach Know-how.».
Geschäftsidee im Reservedienst
Die israelische Armee IDF (Israeli Defence Forces) ist die Klammer, die das Land zusammenhält – das trifft nicht nur aus Sicht der Landesverteidigung zu, sondern gilt auch für den sozialen Zusammenhalt. Aya Konovalov, die für das IEICI (Israel Export & International Cooperations Institut) arbeitet und vor wenigen Jahren aus Russland einwanderte, erklärt: «Als neu aufgenommene Bürgerin war ich in der Armee sofort integriert.» Zudem werde die patriotische Bindung durch Geschichtslektionen und Besuche an historischen Stätten gefestigt. Drei Jahre verbringen junge Israeli in Uniform, Staatsbürgerinnen dienen für zwei Jahre. David Furst, Direktor des IEICI und zuständig für Life Science, meint, dass vor allem die Dienstleistungen in der Reserve zu vielen neuen Geschäftsideen führen. Der Dienst in der Armeereserve beläuft sich auf jährlich einen Monat bei Unteroffizieren und Mannschaften bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres beziehungsweise des 51. bei Offizieren und für Frauen bis zum 24. Lebensjahr.
Furst gibt ein Beispiel: «Angenommen, du sitzt im Reservedienst als Lader in einem Panzer, im Privatleben bis du Mathematiker, der Fahrer ist ein Doktor und der Schütze ist ein Marketingexperte. Nach mehreren Wochen entwickelt sich die Geschäftsidee wie von selbst.» Teilweise sind neue Produktinnovationen auch Spin-offs von Armeetechnologie. Der Kamerakopf von Given Imaging, der wie eine Pille verschluckt werden kann, liefert Kamerabilder aus dem menschlichen Körper. Die Technologie wurde ursprünglich als Kamera auf einem Raketenkopf der IDF entwickelt. Furst ist selbst ein gutes Beispiel für die Symbiose von Armee, Privatunternehmen und halbstaatlicher Förderung. In der Armee diente er bis zum Brigadier, seine Einheit war im Sechstagekrieg als Erste auf dem Tempelberg. Später war er als Venture-Kapitalgeber und Partner in Start-up-Unternehmen aktiv. Der Direktor der Wirtschaftsförderungsagentur hat noch eine Erklärung für den Erfolg der jungen israelischen Technologieunternehmen: «Wegen der zahlreichen Kriege haben wir in der Armee gelernt, mit Risiken umzugehen, dadurch kommen wir mit diesen auch im Geschäftsleben klar.»
Eigener Nasdaq-Index
Ein Erfolgsfaktor ist die enge, institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen Universitäten und privaten Unternehmen. Halbstaatliche Fördergesellschaften für verschiedene Industriezweige fördern die Kooperation mit ausländischen Partnern und Kunden. Zudem gibt es weniger ethische, durch die Religion bedingte Einschränkungen, als der Schreiber vermutet hätte. So ist die Stammzellenforschung kaum umstritten. Denn im Talmud, einer der Säulen des Judentums, steht: Wer ein Menschenleben rettet, hat die Welt gerettet. Daraus leiten die Israeli ab, dass jede Art von sinnvoller Technologie im Gesundheitswesen berechtigt ist.
Mittlerweile sind zahlreiche israelische Unternehmen weltweit bekannt geworden. An der amerikanischen Technologie-börse Nasdaq sind 70 israelische Gesellschaften kotiert, mehr als aus jedem anderen Land ausserhalb der Vereinigten Staaten. Die Performance dieser Titel wird im Nasdaq-Israel-Index abgebildet, der im Moment auf rund 240 notiert. Ende November 2006, als der Index eingeführt wurde, betrug der Indexstand 250. An der Schweizer Börse SWX haben sich mit Card Guard und SHL Telemedicine zwei Unternehmen aus der Telemedizin kotieren lassen. Dank der Produkte dieser israelischen Gesellschaften lassen sich Herzpatienten aus der Ferne überwachen.
Mögliche Kombination:

1. Position: ETF Nasdaq
2. Position: ETF Israel
3. Position: ?
Viel Kleines, Feines neben Nestlé
Nahrungsmittelaktien bieten eine solide Alternative

Defensiver Charakter – Internationale Marktoffensiven werden unterschiedlich gewürdigt – Geschickte Menüwahl ist unerlässlich

31.05.08

Rohmaterialhausse, Milchstreik, Biotreibstoffe: Die Nahrungsmittelbranche zieht es derzeit oft in die Schlagzeilen. Die Diskussionen werden emotional geführt, doch kommen die Exponenten der Branche an den Aktienmärkten zu Recht gut weg, auch an der SWX Swiss Exchange. Die Menükarte ist nicht nur breit, sondern ebenso heterogen. Gut gewählte Picks können dem Anleger jederzeit Freude bereiten. Die Wachstumsfantasie liegt für alle Beteiligten im Ausland, was nun auch Bell entdeckt hat. In schwachen Börsenphasen stützt zudem der defensive Charakter der Valoren die Kurse.
Dem Nahrungsmittelsektor an der SWX verleiht vor allem Nestlé Gewicht. In der zweiten Reihe finden die Schokoladeproduzenten Lindt & Sprüngli und Barry Callebaut Beachtung. Mit einigem Abstand, was die Marktkapitalisierung angeht, folgen die kleineren Werte Hiestand, Bell und Emmi, die ihrerseits weit vor Hügli und dem Winzling Groupe Minoteries liegen.

Phänomen Nestlé
Branchenriese Nestlé hat sich im ersten Quartal durch eine überdurchschnittliche Umsatzzunahme (+9,8% organisch) ausgezeichnet. Einerseits war das interne Realwachstum bedeutend, andererseits nutzte Nestlé die Stärke der Marken, um Preiserhöhungen durchzusetzen. Weiter kam dem Konzern zugute, dass die höheren Rohwarenpreise frühzeitig schrittweise in die Preispolitik eingebaut wurden. Für das ganze Jahr wird ein Umsatzwachstum prognostiziert, das in die Nähe der letztjährigen 7,4% zu liegen kommen soll. Diese Qualitäten liegen der Kursperformance der vergangenen Wochen zugrunde. Durch den Teilverkauf von Alcon an Novartis steigt zudem die Liquidität, die zu Übernahmen im wachstums- und margenstarken Bereich Nutrition genutzt werden soll.

Am Markt immer wieder kursierende Gedankenspiele über Kombinationen von Nestlé und Hershey bzw. Cadbury dürften unerfüllt bleiben. Beide Süsswarenhersteller erfüllen die Akquisitionskriterien nur zum Teil, sodass Nestlé getrost nach geeigneteren Übernahmekandidaten Ausschau halten kann. Im Sektor sind die auch nach internationalen Bewertungsmassstäben vorn liegenden Nestlé-Valoren als Nummer eins gesetzt.

Eine Durststrecke durchlaufen Lindt & Sprüngli und vor allem Barry Callebaut. Erstere weisen zwar gewohnt solide Wachstumsraten auf und auch eine Ertragsverbesserung in den USA, doch wird die Vergleichsbasis immer anspruchsvoller, und es gilt, ein ehrgeiziges Investitionsprogramm umzusetzen. Auch ist das Bewertungsniveau «premium». In Barry Callebaut scheint derzeit die kurzfristige Optik der teuren Rohmaterialien zu dominieren. Der Kapazitätsausbau und die Lieferverträge mit den Grossen der Branche werden dem Geschäft Schub verleihen, was in der Bewertung noch nicht voll berücksichtigt ist. Mit Barry Callebaut ist sicher zu rechnen, zumindest mittelfristig.
Milchstreik bisher ohne Folgen
Kein einheitliches Bild geben die kleineren Nahrungsmittelwerte ab. Emmi lösten sich zum Wochenschluss kaum vom Tief. Der Milchverarbeiter ist von der Streikaktion diverser Milchbauern in keiner Weise betroffen, wie ein Sprecher bestätigte. Mit beiden Protestgruppen unterhält Emmi keine Lieferverträge. Der Durchschnittspreis pro Kilogramm Milch beläuft sich auf 74 Rp., wobei das Niveau seit Anfang Jahr stabil ist. Gleichzeitig ist aber der Abstand zum Ausland wieder gewachsen, da dort die Preise deutlich gefallen sind. Em- mi strebt längerfristig eine Annäherung an dieses Milchpreisniveau an. An der GV bestätigten die Luzerner, nach dem guten Startquartal wieder mit einer Gewinnmarge über 2% zu rechnen. In der Schweiz wie im Ausland nahm der Umsatz in den ersten drei Monaten zu. 2007 war der Absatzzuwachs im Ausland mit zu hohen Marketingkosten erkauft worden, was den Gewinn belastete und die Aktien auf Talfahrt schickte. Dem neuen CEO obliegt die Aufgabe, Emmi zu profitablem Wachstum zurückzuführen. Diesen Tatbeweis brauchen die Titel, um vom Fleck zu kommen.
Das Management des Tiefkühlbackwarenherstellers Hiestand kann sich nach den Turbulenzen im Aktionariat – Focus Capital musste notfallmässig verkaufen, Lion Capital übernahm – und den entsprechenden Folgen für den Aktienkurs wieder auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Das Augenmerk gilt dem organischen Wachstum in Deutschland und dem Aufbau des Osteuropageschäfts, da die Integration des Neuzugangs Fricopan abgeschlossen ist. Ähnlich wie im Fall Lindt & Sprüngli kennen die Hiestand-Aktien als Handicap die stattliche Bewertung.

In einer weiteren Wachstumsphase steckt auch der Suppen-, Saucen- und Halbfabrikathersteller Hügli. Die Präsenz in Osteuropa wird gestärkt, neue Absatzmärkte sind Grossbritannien und Italien. Ein solides Abschneiden ist diesen Small Caps jedenfalls zuzutrauen.



Bell wagt sich ins Ausland

Der Fleischverarbeiter Bell macht vorwärts mit der Expansion ins Ausland. Er übernimmt rückwirkend per 1. Januar den französischen Charcuteriehersteller Groupe Polette. Das Familienunternehmen erzielt mit rund 230 Beschäftigten 90 Mio. Fr. Umsatz. Das entspricht knapp einem Viertel dessen, was Bell Charcuterie umsetzt bzw. gut 5% des Gruppenumsatzes von 1,63 Mrd. Fr.

Die gemäss Bell-Sprecher Davide Elia rentable Polette soll bereits im ersten Jahr einen Gewinnbeitrag in nicht spezifiziertem Umfang liefern. Detaillierter will sich Bell im August äussern, wenn die Halbjahreszahlen präsentiert werden. Polette produziert auf modernen, kräftig ausgebauten und gut ausgelasteten Anlagen. Investitionsbedarf besteht nicht. Der Umsatz müsste 2008 gemäss Elia deutlich zweistellig wachsen. Zu den Abnehmern der Wurst- und Schinkenspezialitäten gehören alle französischen Supermarktketten und die grössten Discounter. 8% des Volumens werden exportiert.

Bell will die Markterschliessung vorantreiben und setzt dabei auf die Erfahrung von Unternehmensinhaber Philippe Polette, der das Geschäft weiterführen wird. Die Bank Vontobel schätzt den nicht publizierten Kaufpreis auf 40 bis 45 Mio. Fr. Bell kann sich die Akquisition mit einer Eigenkapitalquote von 66% und einem hohen Cashflow problemlos leisten. Das zu 60% von Coop kontrollierte Unternehmen bestätigt, dass weitere Schritte ins Ausland folgen sollen. Auf dem Radar sind Unternehmen aus dem Bereich Charcuterie mit bis zu 1000 Mitarbeitern und Standort in einem Nachbarland. Aus Nachfolgefragen wie im Fall Polette und dem Konsolidierungsdruck soll Profit geschlagen werden. Voraussetzung ist, dass das Zielobjekt strategisch passt und rentabel ist. Hintergrund der Expansion ins Ausland sind die schrumpfenden Wachstumsmöglichkeiten in der Schweiz.

Der strategiekonforme Wachstumsschritt wurde von den Investoren mit Wohlwollen registriert. Die Aktien Bell sind zum Kurs-Gewinn-Verhältnis 12 nicht überbewertet. Papiere von Mitbewerbern wie Campofrio (14) aus Spanien sind teurer. Auch im Vergleich mit den andern kleineren Schweizer Nahrungsmittelwerten weisen Bell einen Bewertungsrückstand auf. Gelingt die Integration Polettes und folgen weitere Akquisitionen, sind die Chancen auf eine Höherstufung intakt. Ein Risikofaktor für die Margenentwicklung sind die konstant hohen Rohwarenpreise und die Unsicherheit, ob diese reibungslos überwälzt werden können.
Thailand gewinnt Gunst der Investoren zurück

31.05.2008

Thailand meldet sich zurück. Von 2004 bis 2007 wurde die Wachstumsdynamik von Südostasiens drittgrösster Volkswirtschaft durch politische Unruhen, schlechte Ernten und wegen der durch den Tsunami teilweise zerstörten Tourismusinfrastruktur gebremst. Diese Probleme hat das Land nicht nur teilweise überwunden, es hat jetzt vielmehr zu einer wohl längeren Expansionsphase angesetzt. Zwar spürt auch Thailand den weiterhin hohen Erdölpreis, der unter anderem massgeblich für die Inflation von 5% im ersten Quartal verantwortlich ist. Das Land sollte aber dank einer glücklichen Kombination von anderen Faktoren die Auswirkungen einer schwächelnden Weltwirtschaft besser verkraften als viele seiner asiatischen Nachbarn.
Nach Schätzungen der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wird die thailändische Volkswirtschaft im laufenden Jahr 5% wachsen. Die Regierung ist noch zuversichtlicher und geht von 6% aus – und hat dieses Wachstumsziel im ersten Quartal auch erreicht. Das günstige Wirtschaftsumfeld spiegelt sich an der Börse Bangkok. Während alle anderen südostasiatischen Aktienmärkte deutlich tiefer notieren als zu Jahresbeginn, steht der Set-Index der Börse Bangkok nur knapp unter dem Jahresultimo 2007. In den vergangenen drei Monaten hat das Leitbarometer fast 20% angezogen.
Politisch noch nicht gefestigt
Die guten Vorlagen des thailändischen Aktienmarktes sind umso bemerkenswerter, weil die innenpolitische Lage nach wie vor verfahren ist. Zwar haben sich im Februar die im September 2006 durch einen Putsch an die Macht gekommenen Generäle nach Neuwahlen in die Kasernen zurückgezogen. Doch in Bangkok kursieren erneut Gerüchte über einen weiteren Militärcoup. Allerdings ist ein neuerlicher Armeeputsch eher unwahrscheinlich.
Die Zukunft der Regierung von Premierminister Samak Sundaravej wird indes durch ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof überschattet. Führenden Exponenten seiner Partei der Volksmacht (PPP) wird vorgeworfen, Stimmen gekauft zu haben. Falls es zu einer Verurteilung kommen sollte, könnte die Partei allenfalls aufgelöst werden, was wiederum Neuwahlen notwendig machen würde.
Sollte dieses Szenario tatsächlich eintreten, so würde das wohl bedeuten, dass der Entscheid über grössere Infrastrukturprojekte – wie die Modernisierung des noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Schienenverkehrnetzes oder der Bau von Kläranlagen – verzögert würde. Die thailändische Zentralbank geht dennoch davon aus, dass die Staatsausgaben für Infrastrukturprojekte im laufenden Jahr 9 bis 10% höher ausfallen werden als 2007.
Intervention unwahrscheinlich
Ein kräftiger Wachstumsmotor ist vor allem die Privatwirtschaft. Hier nähert sich die Produktionskapazität in der Industrie der 90%-Grenze, was ein Zeichen für einen bevorstehenden Investitionsboom ist. Ein im März beschlossenes Paket steuerlicher Erleichterungen hat bereits begonnen, belebend auf die Konjunktur zu wirken. Ein weiterer wichtiger Wachstumsfaktor ist der zunehmende Konsum in den ländlichen Gebieten, wo nach wie vor die Mehrheit der Bevölkerung lebt.
Auch der Export dürfte trotz der zur Schwäche neigenden Weltwirtschaft ein bedeutender Wachstumsfaktor bleiben. Wie robust die Verfassung dieses Sektors ist, hat sich unter anderem in den vergangenen achtzehn Monaten erwiesen, in denen der Baht sich zum Dollar rund 20% aufgewertet hat. Trotz der ebenfalls markant gestiegenen Rechnung für Erdöleinfuhren hat Thailand 2007 einen deutlichen Aussenhandelsüberschuss erzielen können. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Produktivität steigt und das Land den Strukturwandel meistert. Die Befürchtungen, die Zentralbank könnte zum Schutz der einheimischen Industrie erneut Beschränkungen im Zahlungsverkehr mit dem Ausland einführen, scheinen damit verflogen zu sein.
Weg vom Billigimage
Ein Grund für die Stärke der thailändischen Exportindustrie ist, dass sie nicht so abhängig von der Nachfrage der Konsumenten in Europa oder den Vereinigten Staaten ist, wie das in vielen anderen asiatischen Ländern der Fall ist. Denn anders als etwa in Taiwan und Malaysia werden in Thailand nur in geringem Masse zyklische Güter wie Halbleiter und Elektronikgeräte produziert. Thailand hat sich dagegen in den vergangenen zehn Jahren weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit zu einem der grössten Exporteure von Agrarprodukten und einem bedeutenden Standort der Automobilindustrie entwickelt. Zwar gibt es keine einheimischen Automarken, doch bauen vor allem japanische und zunehmend auch amerikanische Hersteller hier Nutzfahrzeuge. Von 2004 bis 2007 hat sich beispielsweise die Anzahl ausgeführter Einheiten auf über 700000 mehr als verdreifacht. Absatzgebiete sind vornehmlich Südostasien, der Nahe Osten und Afrika, die getrieben von den anhaltend hohen Energie- und Agrarpreisen einen Wirtschaftsboom durchlaufen.
Als bemerkenswert robust hat sich überdies der Fremdenverkehr erwiesen. Das Land konnte sich schnell von den Folgen der Tsunami-Katastrophe von Ende 2003 erholen. Auch in der Touristik ist es Thailand gelungen, die Wertschöpfungskette hinaufzusteigen. Es spricht inzwischen verstärkt das Luxussegment an und will sich vom bisherigen Massentourismus-Image entfernen. Dabei nimmt Thailand in den Bereichen Wellness und Gesundheit im internationalen Vergleich bereits heute einen Spitzenplatz ein.
Notiz:
Nasdaq, Israel, Thailand, Brasilien

Technologie, Health Care, Nahrung, Rohstoffe
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.211.097 von Nobbele_2010 am 31.05.08 18:28:52Mir ist noch nicht so ganz klar, warum du eigentlich komplett ausgestiegen bist?

Der Aufwärtstrend ist doch überall noch intakt.
Russland, Brasilien und Norwegen sind z.Zt. die stärksten Länder.

Öl und Rohstoffe insgesamt sind die Trendthemen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.212.539 von kosto1929 am 01.06.08 12:15:02Mir ist noch nicht so ganz klar, warum du eigentlich komplett ausgestiegen bist?

Ich will den Markt nicht timen. Ich bin nur vorsichtig. Im Moment gibt es zu viele Ungereimtheiten.


Russland, Brasilien und Norwegen sind z.Zt. die stärksten Länder.

Diese laufen aber nicht erst seit kurzem gut. Ich habe schon geschrieben, dass mein Einstieg in den ATX im März durch eine Investition in den Bovespa oder den russischen Leitindex hätte übertroffen werden können. Im März wäre dies eine gute Idee gewesen. Im Moment will ich einem abgefahrenen Zug nicht hinterherrennen.

Wenn man die Märkte die letzten zwei Wochen beobachtet hat, so konnte man feststellen, dass sich das Kapital hin zu Techwerten verschiebt. So hat sich beispielsweise Taiwan gut gehalten, was natürlich mit dem hohen Tech-Anteil im Index zusammenhängt. Und der Nasdaq ist auch überdurchschnittlich gestiegen. Ebenfalls interessant ist aktuell der Sektor Gesundheit.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber gross, dass ich diese Woche noch überhaupt nichts mache.
Eines möchte ich klar stellen: Es ist mir egal, ob ich eine Aufwärtsbewegung verpasse. Ich muss nicht jeden Trend und jede Aufwärtsbewegung mitmachen. Wenn ich aussteigen, dann nicht mit dem Hintergedanken bzw. Ziel, wieder tiefer einzusteigen.
Rückblick:

1. Einstieg im März war richtig
2. Ausstieg soweit ok.
3. Einschätzung der Stärke der Techwerte trifft zu.

Der Nasdaq ist nach wie vor DER Index.

Inzwischen spricht man wieder von der Immobilienkrise. Aber egal wie heftig die Immobilienkrise noch wird, letztlich geht dies vermutlich relativ rasch vorbei. Die Immobilienkrise ist ein Szenario, dass es in der Vergangenheit in ähnlicher Form schon öfters gegeben hat. Der Ölpreis macht mir viel mehr Sorgen. Und der ist ja nun endlich etwas am sinken. Und wegen dem Ölpreis bin ich zwischenzeitlich auch ausgestiegen. Inzwischen gibt es ja auch ETF's, mit denen man auf sinkende Kurse setzen kann. Wenn ich also traden möchte, hätte ich einen Short-ETF auf den Dax kaufen können. Aber ich weiss nicht, wie tief die Kurse fallen. Gut möglich, dass ich trotz der bisher eingetroffenen Einschätzungen wieder höher einsteigen "muss". Aber das ist mir egal. Der Ölpreis ist einfach zu rasch und zu stark gestiegen, sodass ich mich zurzeit wohler fühle, wenn ich an der Seitenlinie stehe.

Sobald sich das Bild bessert, dürften Techwerte sehr aussichtsreich sein. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Indien und China wieder zum Thema werden. Aber das hängt alles auch vom Ölpreis ab. Die Techwerte sind davon weniger betroffen.
Ein guter Indikator für die Konjunktur ist der Baltic Dry Index. Bei wikipedia findet man einen guten Beschrieb über diesen Index.

Trotz Immobilienkrise hat sich der Baltic Dry Index sehr schnell erholt und erreicht neue Allzeithochs. Ein Zeichen, dass die Konjunktur in den asiatischen Ländern nach wie vor auf Hochtouren läuft. Meiner Meinung nach ist das auch ein Indiz, dass der Ölpreis eben nicht nur (wenn überhaupt), von Spekulanten in die Höhe getrieben wird. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch.

Der Baltic Dry Index war einer der bevorzugten Konjunkturindikatoren von Alan Greenspan.

Wirtschaftswachstum: Eine Zeitenwende steht bevor

Von David Bosshart

Handelszeitung.ch (03.06.08) - Die konjunkturellen Aussichten sind den Forschungsstellen zufolge getrübt. Rohstoffmangel könnte quantitatives Wachstum in der Zukunft gar verunmöglichen.

Die Auguren sind sich einig: Unisono prognostizieren sie eine Verlangsamung des Schweizer Wirtschaftswachstums, vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco über die ETH-Konjunkturforschungsstelle Kof und Basel Economics Bak bis zu den Spezialisten der Credit Suisse. Rund 2% soll das reale Bruttoinlandprodukt BIP dieses Jahr noch ansteigen. Für 2009 rechnet das Seco gar nur noch mit einer Zunahme von 1,5%.

Jenseits der Landesgrenzen sieht es nicht besser aus. Die weltwirtschaftlichen Aussichten hätten sich «weiter eingetrübt», so das Seco. Neben Euroland und USA wirkt die bisherige Entwicklung der Schweizer Konjunktur (in der OECD jahrelang unter den Schlusslichtern) plötzlich «erfreulich lebhaft» – ohne dass man indes von einer «anhaltenden Immunität» ausgehen könne.
Rohstoffe werden knapp

So erwartet denn der Schweizer Bundesrat unter Verweis auf die «demografische Entwicklung» in seinem Geschäftsbericht 2007 ein Sinken des BIP nach 2010. Tatsächlich zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Noch vor kurzem konnte man bei Abschwüngen getrost auf den zyklischen Charakter der Wirtschaft verweisen, «what comes up, must go down» – und vice versa. Basis von solchem Optimismus war stets der axiomatische Glaube nicht nur an die Notwendigkeit von Wachstum, sondern auch an seine Machbarkeit.

Doch hier ist Skepsis heute mehr als nur Miesmacherei. Was auch immer uns die Hoffnung glauben machen will: Rohstoffe sind beschränkt und ihre zunehmende Knappheit schwer zu leugnen, zumal der Bedarf derzeit ungehemmt weiter ansteigt; Stichworte «emerging markets» und Bevölkerungswachstum.

Wo aber die Rohstoffe ausgehen, da wird quantitatives Wachstum schwierig. Noch deutlicher: Vermutlich wird auf unseren Märkten in absehbarer Zeit sehr vieles nicht mehr so sein wie früher. Umso absurder mutet es an, wenn wie in alten Zeiten weiterhin über Preisführerschaft debattiert wird. Logisch, der Konsument wird auch in Zukunft nicht zu viel bezahlen wollen – und vielleicht auch gar nicht können: Dem Marktforscher ACNielsen zufolge haben weltweit immer mehr Konsumenten das Gefühl, es bleibe ihnen nach Abzug der grundlegenden Lebenskosten kein Geld. Und sie rechnen ebenfalls mit einer weiteren Abflachung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Doch die Konsumenten verlieren nicht nur das Vertrauen in die Entwicklung der Wirtschaft, sondern zunehmend jedes Vertrauen in die Anbieter. Dies zeigte die Studie «Vertrauen 2.0» des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI). Umso weniger verwundert der aktuelle Boom grüner (oder auch bloss grüngewaschener) Produkte und Dienstleistungen; Authentizität als letzte Hoffnung.
Vor dem Wendepunkt

Damit stehen wir an einem Wendepunkt, quantitatives Wachstum ist passé. Den Anbietern werden zur Mehrproduktion die Rohstoffe fehlen; den armen Konsumenten zum Mehrverbrauch die finanziellen Mittel; und den Vermögenden die Lust. Denn gerade sie orientieren sich zunehmend an Werten jenseits des rein Finanziellen, wie eine weitere GDI-Studie mit dem Titel «Statusfaction» zeigt. Sie suchen beim Kauf Mehrwerte wie Qualität und Moral.

Damit zwingen die Rohstoffknappheit und der Wandel im Konsumentenverhalten die Anbieter dazu, ihren Blick zu weiten. Statt nur ihr eigenes Gärtchen müssen sie die gesamte Wertschöpfungskette im Auge behalten. Denn in Zukunft findet der Kampf nicht mehr um Preise und Wachstum statt, in Zukunft kämpfen Anbieter um Werte.

(Quelle: http://www.handelszeitung.ch/artikel/Finanz-Eine-Zeitenwende…
Hi Nobbele.

Ist das jetzt dein Depot? Du schreibst zwar fiktiv.

Was mir fehlt sind 1-2 zockerwerte. Also bei 100.000€ müsssen doch 2000€-3000€ drinne sein. Du hast ja fast nur ETF's. Ganz klar deine performance ist super, dein Depot würde viele glücklich machen. Vielleicht ist es ja auch ein reales Depot, wer 100.000€ zur verfügung hat muss vielleicht auch nix mehr riskieren.

Trotzdem sehe ich bei keinem Wert einen kommenden tenbagger.

Bin selbst noch recht jung, und hab nicht soviel kapital in meinem Depot, wahrscheinlich auch zuwenig erfahrung. Trotzdem eine ähnliche performance. Mit 100.000€ lässt sich natürich wesentlch leichter Geld verdienen, da die tradekosten da nebensächlich sind. Trotzdem zahlst du zuviel pro Trade finde ich zumindest als Anfänger.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.256.183 von Pfalzgold am 06.06.08 16:58:09Hallo Pfalzgold

Das hier ist mein fiktives Depot und wird mein reales Depot nie 1:1 abbilden. In meinem realen Depot habe ich Langfristinvestitionen, die ich hier nicht festhalte. Daneben bevorzuge ich ETF's und noch den einen oder anderen Fonds.

Was das fiktive Depot betrifft, so bestand die letzten Wochen zu meinem realen Depot betreffend ETF's der wesentliche Unterschied in folgenden Punkten:
1. Grösste Position ATX
2. LevDax nur eine unbedeutende Position
3. Kein Hin- und Hergetrade
4. Einstieg bereits ein paar Wochen früher als beim fiktiven Depot. Das hat damit zu tun, dass ich erst im April freigeschaltet wurde und vorher noch keinen Thread eröffnen konnte. Sonst hätte ich das hier auch festgehalten.

Im Moment habe ich auch im realen Depot den Baranteil stark vergrössert.

In Zukunft habe ich vor, hier auch Trades festzuhalten, die ich im realen Depot tätige und zu schreiben, wenn ich etwas nur experimentell mache.

Zu deinen Fragen und Aussagen:
1. Nimm eine Excel-Tabelle und rechne aus, wie sich der Zinseszinseffekt bereits bei "tiefer" Rendite auswirkt. Du brauchst keine "Tenbagger"! Je mehr du Abstand von dieser Idee nimmst, desto erfolgreicher wirst du sein
2. Kauf NIE Zockerwerte!

Abgesehen davon hab ich mir auch schon kurz überlegt, Einzelwerte festzuhalten. Hab ich ja teilweise schon gemacht: Dürr, Acer, Petrobras. Aber im Moment ist das Börsenumfeld nicht gut. Stock-Picking in Krisenzeiten ist nicht mein Ding. Es ist schwierig, bei sinkenden Märkten die paar Aktien zu finden, die noch steigen.

Marktumfeld:
Würde der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau verharren, wäre die Situation in Ordnung. Aber bei dem aktuell starken Momentum des Ölpreises sind wir schnell bei 200$.
1. Wie sollen die Schwellenländer ihr rasantes Wachstum bei solchen Energiepreisen finanzieren?
2. Wie soll sich die Wirtschaft so schnell auf sparsamere Produkte umstellen?

Folgendes Beispiel:
Der Autohersteller Tata will demnächst ein Billigauto auf den indischen Markt bringen. Dieses soll gemäss Angaben sparsame 5 Liter pro 100 km benötigen. Wenn der Ölpreis so weiter steigt, wird das ein Flop weil der aktuell sparsam erscheinende Verbrauch von 5 Liter für die Inder zu teuer sein wird. Also wird sich die ganze Produktion verzögern und die Aktien werden einbrechen.

Der Ölpreis steigt zu schnell. Und vermutlich werde ich auch nächste Woche an der Seitenlinie stehen.

Gruss, Nobbele
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.256.183 von Pfalzgold am 06.06.08 16:58:09100'000 Euro habe ich übrigens bei meinem fiktiven Depot genommen, weil dies eine oft verwendete Startgrösse ist.

Und die Gebühren je Trade von 40 Euro habe ich festgelegt, damit ich von der Performance her die Gebühren in jedem Fall ausreichend erfasse. In meinem realen Depot bezahle ich wesentlich weniger pro Trade.
Samstag, 07. Juni 2008

Keine Krise, aber eine Gefahr


Der amerikanische Energieminister Samuel Bodman lehnt es ab, momentan von einer Ölkrise zu sprechen. Trotz des hohe Ölpreises brauche es keine Regulierung des Marktes. Der staatlichen Subventionierung von Treibstoffen hingegen müsse ein Ende gesetzt werden.

(sda/afp/dpa/reuters) Nach Ansicht des amerikanischen Energieminister Samuel Bodman herrscht trotz der enormer Sprünge beim Ölpreis keine Ölkrise. Der hohe Ölpreis sei zwar «ein Schock», deswegen brauche es aber keine Regulierung des Marktes.
Der staatlichen Subventionierung von Treibstoffen hingegen müsse ein Ende gesetzt werden. «Die Nachfrage nimmt auch deshalb zu, weil viele Nationen Öl noch immer subventionieren», sagte Bodman an einem Treffen der grossen Ölverbrauchsländer USA, Japan, USA, China, Indien und Südkorea im japanischen Aomori.
Indien und China im Blick
Mit seiner Kritik dürfte der Energieminister insbesondere Indien und China im Blick haben. In diesen beiden Ländern wurden die Treibstoffpreise zwar jüngst erhöht, nach Auffassung von Experten jedoch nicht entsprechend des rasanten Anstiegs des Ölpreises auf dem Weltmarkt.

Als Entwicklungsländer sei man noch nicht in der Lage, marktbezogene Einzelhandelspreise für Ölprodukte einzuführen, erklärte der Vertreter Indiens.
Keine Einigung
Auf die Einstellung der Subventionen konnten sich die sechs Länder nicht einigen. In der Abschlusserklärung des Ministertreffens heisst es lediglich, man sei sich einig, dass eine schrittweise Abschaffung «wünschenswert» sei.

Im Weiteren stellte sich der US-Energieminister auf dem Standpunkt, der Preisanstieg beim Öl sei nicht durch Spekulation, sondern durch die die «wachsende Nachfrage bei flauem Angebot» verursacht worden. Bodman warnte vor weiteren Preisschwankungen, so lange nicht mehr Öl gefördert werde.

Ölpreis als Risiko
Der japanische Wirtschaftsminister Akira Amari beichnete den Ölpreis als eine Gefahr für die globale Wirtschaft. Abgesehen von der Frage der Energiesicherheit berge der Ölpreis «grosse Risikofaktoren für eine Rezession der Weltwirtschaft», sagte Amari vor Journalisten.

Am Freitag hatte Erdöl einen neuen Rekordstand erreicht. In New York schloss der Handel bei einem Stand von 138,75 Dollar pro Fass (159 Liter). Das sind über 10 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Zwischenzeitlich hatte der Fasspreis sogar die 139-Dollar- Marke überschritten.

Am Sonntag treffen in Aomori die Energieminister der sieben grössten Industrienationen plus Russland (G8) für Beratungen über die Entwicklung des Ölpreises zusammen. Eingeladen zum Treffen sind auch China, Indien und Südkorea.
07.06.08

Der Begriff Inflation ist an den Finanzmärkten wieder ein Thema. Doch kaum jemand weiss, wie sich Preissteigerungen im Konsumgüterbereich (im Unterschied zum Anstieg der Preise von Vermögenswerten) auf die Börsenkurse auswirken. Die letzte Inflationsphase liegt über dreissig Jahre zurück; zu jener Phase lassen sich Parallelen ziehen, doch lässt sich die Situation in den Siebzigerjahren mit heute vergleichen?
Die Jahre zwischen 1968 und 1981 waren für Aktienanleger ein Alptraum; der Dow Jones übertraf die 1000er-Marke erstmals 1966, definitiv hinter sich lassen konnte er sie erst 1982. Real entsprach diese Stagnationsphase einem kräftigen Wertzerfall, denn die Inflation stieg in den USA im Höchst bis auf 15% (März 1980). Doch war an der schlechten Börsenentwicklung tatsächlich die Inflation schuld, wie das heute da und dort kolportiert wird? Zudem: Aktien sind Sachwerte, und Sachwerte gelten, wie Immobilien, als inflationsschützend – oder doch nicht?
Relative Attraktivität zählt
Wer in Aktien investiert, tut das kaum aufgrund dessen, ob die Inflation hoch oder niedrig ist. Er tut es, wenn er Aktien als attraktive Anlage einschätzt, vor allem aber, wenn sie attraktiver als andere Anlagen erscheinen. Die Attraktivität von Aktien hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: dem Wachstum der Unternehmensgewinne und dem Zinsniveau. Inflation kann zwar die Gewinnentwicklung in der Wirtschaft beeinträchtigen (höhere Einkaufspreise, die nur mit Verzögerung auf die Verkaufspreise überwälzt werden können), doch so richtig gefährlich wird es erst, wenn die Löhne in die Inflationsspirale hineingezogen werden. Das ist derzeit (noch) nicht der Fall.
Auch an den Zinsmärkten lassen sich bis jetzt kaum Anzeichen einer bevorstehenden markanten Steigerung ausmachen. Wegen der Kreditkrise hat sich zwar der Unterschied zwischen guter und schlechter Bonität drastisch ausgeweitet. Doch das hat kaum etwas mit Inflation zu tun.
Solange die Zinsen nahe oder gar unter der Inflationsrate liegen (wie das derzeit am US-Geldmarkt der Fall ist), sind Zinsanlagen auf die Dauer unattraktiv und taugen allenfalls als Parkiergelegenheit in besonders unsicheren Zeiten. Real negative Renditen müssten gar den Effekt haben, dass Kapital aus den Zinsmärkten in andere, lukrativer erscheinende Anlagen verlagert wird – und Aktien wären da sicher eine valable Alternative.
Auch wenn die Aktienbaisse von 1973/74 zeitlich genau mit der (ersten) Inflationswelle der Siebzigerjahre zusammenfällt, hat das wohl nur bedingt miteinander zu tun. Die USA durchlebten damals politisch und wirtschaftlich eine schwierige Zeit. Präsident Richard Nixon wurde 1973 aus dem Amt gejagt, die Wirtschaft rutschte 1974 in eine heftige Rezession (damals bildete sich der Begriff von der Stagflation), und der Dollar verlor nach der Aufgabe des Goldstandards und der Freigabe der Devisenmärkte 1973 gleich von Anfang an markant an Wert. Gegenüber dem Franken sank er von 4.20 Fr. im Jahr 1973 bis auf 1.45 Fr. im Jahr 1978. Der Ölpreis dagegen stieg fast gleichzeitig von rund 2 auf über 10$.
Fataler Price Freeze 1971
Da die Gütermärkte weit weniger globalisiert und damit durchlässiger waren als heute, konnte dieser Preisschock von der Wirtschaft viel weniger gut abgefedert werden, da offenere Märkte eine intensivere und damit preisdämpfende Konkurrenz fördern. Dass der erste Ölpreisschock in den USA gleich einen derartigen Inflationsschub auslöste, ist auch auf die unglückliche Handlungsweise der Regierung Nixon zurückzuführen. 1971 verhängte sie nämlich für ein halbes Jahr ein Preis- und Lohnsteigerungsverbot, was das Verhalten der Wirtschaftssubjekte in der Folge fatal verändert hat.
Wenn ein Unternehmen erwarten muss, dass der Staat jederzeit ins Preisgefüge eingreifen kann, wird es alles daransetzen, die Preise bei jeder Gelegenheit möglichst deutlich zu erhöhen, um Vorsorge für erneute Preiseingriffe zu treffen. Das hat die Inflation erst recht angeheizt. Dass Inflation nicht immer pures Gift für die Börsen ist, zeigte sich auch 1978 bis 1980, als die Indizes stiegen, obwohl die Inflation erneut davongaloppierte.
Die USA durchlebten damals politisch und wirtschaftlich eine schwierige Zeit. Präsident Richard Nixon wurde 1973 aus dem Amt gejagt, die Wirtschaft rutschte 1974 in eine heftige Rezession (damals bildete sich der Begriff von der Stagflation), und der Dollar verlor nach der Aufgabe des Goldstandards und der Freigabe der Devisenmärkte 1973 gleich von Anfang an markant an Wert. Gegenüber dem Franken sank er von 4.20 Fr. im Jahr 1973 bis auf 1.45 Fr. im Jahr 1978. Der Ölpreis dagegen stieg fast gleichzeitig von rund 2 auf über 10$.

Parallelen sind durchaus erkennbar. Das einzige, was noch fehlt, ist ein Wachstumseinbruch bei den Schwellenländern, was bei einem weiterhin rasant ansteigenden Ölpreis denkbar ist.
Prognosen OECD 2009:

Abschwung in Brasilien und Indien
Moderater Abschwung in China
Langsame Expansion in Russland
Mögliche Investitionsideen:

Länder:
- Russland

Branchen:
- Technologie, Gesundheit, Energie, Nahrung

Agraraktien:
- Potash, Agrium, Deere, AGCO, People's Food, Nestlé, Dupont, Monsanto
«Der Agrarboom geht weiter»

07.06.2008

Herr Gattiker, die Subprime-Krise hat etwas an Schärfe verloren. Dafür bereitet die anziehende Teuerung Sorgen. Kündigt sich für die Finanzmärkte ein neues, womöglich noch grösseres Problem an?
Die Zentralbanken, vor allem der USA, haben durch rigoroses Eingreifen den Zusammenbruch des Finanzsystems bisher abwenden können. Dazu mussten sie im grossen Stil Liquidität ins System pumpen. Derzeit beurteilen die Märkte nun die Folgen dieser Flutung mit billigem Geld. Es könnte gut sein, dass die Probleme nur hinausgeschoben, aber nicht wirklich gelöst werden.
Namentlich China exportiert nicht mehr Deflation, sondern Inflation. Was bedeutet das für Wirtschaft und Märkte?
China will in der Wertschöpfungskette nach oben klettern, sprich höherwertige Güter für den Weltmarkt produzieren. Dadurch verändert sich die Qualität der Exporte und steigt der Preis. Die Währung selbst wird nur sehr zögerlich aufgewertet, ganz anders als der Yen in den 70er- und 80er-Jahren. China erzeugt deshalb nur geringen Inflationsdruck über den Export. Zudem stehen auf dem Weltmarkt schon die nächsten Volkswirtschaften wie Vietnam bereit, um die tieferen Qualitätssegmente in der Produktion zu übernehmen.
Im schlimmsten Fall droht Stagflation. Ist die Gefahr reell?
Die USA dürften in den nächsten Quartalen unter Potenzial wachsen, und der Inflationsdruck könnte trotz Abschwächung über den tiefen Dollar erhalten bleiben. Auch in Europa wird der Konjunkturmotor ins Stottern kommen, besonders, wenn die EZB mit ihren Zinserhöhungen in den nächsten Wochen Ernst macht. In den Schwellenländern sorgen die hohen Rohstoffpreise für anhaltenden Inflationsdruck und belasten gleichzeitig die mittelfristigen Wachstumsaussichten. Da aber von Stagflation zu sprechen, halte ich für unverhältnismässig. Denn die Anleger erinnern sich bei diesem Wort an die Situation der 70er-Jahre: Eine Preis-Lohn-Spirale, die unablässig höher dreht, den Misery Index, der Inflation und Arbeitslosigkeit addierte und mit Werten von über 20% die schwierige Wirtschaftslage offenbarte. Davon sind wir gegenwärtig trotz aller Übertreibungen an den Kreditmärkten weit entfernt.
Welche Vermögensaufteilung ist nach der langen Phase von inflationsarmem Wachstum jetzt ratsam?
Die Anleger haben sich über die letzten 25 Jahre an fallende Inflationsraten und Zinsen gewöhnt. Finanzanlagen wie lang laufende Obligationen oder Pharma- und Finanztitel auf der Aktienseite haben von den Kapitalgewinnen durch tiefere Zinsen profitiert. Nach diesem Rückenwind für Obligationenanleger dürfte in den kommenden Jahren eher Flaute herrschen. Wir stellen aber fest, dass die Anleger auf ein Ende dieses Trends oder sogar auf die Trendumkehr gar nicht vorbereitet sind. In der Vermögensaufteilung sollten die Investoren deshalb darauf achten, Obligationen durch alternative Anlagen zu ersetzen.
Würden Sie Inflationsschutz suchen?
Inflationsgeschützte Anlagevehikel in reifen Finanzmärkten wie die Tips – Treasury Inflation Indexed Securities – sind vor allem dazu geeignet, den realen Wert von Finanzanlagen zu erhalten. Der Kern der gegenwärtigen Preisverschiebungen liegt aber in den Reflationsbemühungen der US-Notenbank und im Wirtschaftsboom der Schwellenländer. Rohstoffguru Jim Rogers hat einmal angemerkt, dass der letzte Ort, wo Inflation auch noch festgestellt wird, die US-Konsumentenpreisstatistik sei. Wir empfehlen, einen direkteren Inflationsschutz ins Portfolio einzubauen und denken zum Beispiel an Immobilien, Rohstoffe, aber auch an marktneutrale Finanzanlagen wie Hedge Funds.
Profitiert der Franken, wenn sich die globalwirtschaftlichen Aussichten verschlechtern?
Der Franken dürfte weiterhin gesucht sein, wenn sich erneut Panik im Finanzsystem ausbreiten sollte. Auch gehen wir davon aus, dass die Dollarschwäche nicht generell ausgestanden ist. Es macht weiter Sinn, Dollaranlagen währungsmässig abzusichern, zumal es von der Zinsdifferenz her nicht mehr teuer ist.
Gibt es Impulse, die auf Konjunktur, Unternehmensgewinne und Börsen positiv wirken und Chancen bieten?
Der globale Wirtschaftsmotor läuft derzeit asynchron. Die USA stecken schon in der Talsohle, während Europa sich abschwächt und die Schwellenländer weiter boomen. Somit besteht die Chance, dass sich der Abschwung weltweit im Rahmen hält. Den globalen Grossunternehmen ausserhalb des Finanzsektors kommt diese geographisch breite Abstützung zugute. Ausserdem haben sie im historischen Vergleich starke Bilanzen.
Sehen Sie die Börsen Ende Jahr höher oder tiefer als heute?
Wir gehen von festeren Aktienmärkten per Ende Jahr aus. Trotz wirtschaftlich schwierigem Umfeld sind die Unternehmen deutlich weniger verletzlich als in früheren Zyklen. Dennoch: Die Risiken eines globalen Zusammenbruchs erscheinen zwar gebannt, doch die Kreditkrise könnte noch einige Nachbeben auslösen. Es würde nicht erstaunen, wenn wir noch ein bis zwei Kaufgelegenheiten sehen, bevor der Markt ernsthafter nach oben dreht.
Viel Anziehungskraft auf Anleger übt weiterhin der Agrobereich aus, obwohl der politische Widerstand gegen höhere Agrar- und Lebensmittelpreise wächst. Bleibt der Sektor attraktiv?
Wenn die Welt bis 2050 neun Milliarden Menschen ernähren will, muss die Produktion mächtig angekurbelt werden. Das wird einzig über den Preis und einen Abbau der Handelsschranken möglich sein. Ausserdem ändern sich die Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern, was zusätzliche Nachfrage auslöst. Von daher erwarten wir einen anhaltenden Agrarboom. Das politische Risiko ist zwar substanziell, aber der Erfolgsdruck dürfte die Politiker zum Einlenken und einer marktorientierten Lösung zwingen.
Welche Titel empfehlen Sie?
Wir bilden das Thema Agrikultur über einen breit diversifizierten Fonds ab, der auch direkt in Agrikulturrohstoffe investiert. Auf der Aktienseite sollte die gesamte Wertschöpfungskette von den Grundstoffherstellern, Ausrüstern über die Produktionsunternehmen bis hin zu den Logistikern und Konsumgüterherstellern reichen. Auf Einzeltitelstufe sind Namen wie Potash, Agrium, Deere, AGCO, People’s Food, Nestlé, Dupont und Monsanto zu nennen.
Gut gelaufen sind auch Energie und Bergbau. Wohin geht da die Fahrt?
Diese beiden Sektoren erachten wir ebenfalls als attraktiv. Der klassische Schweizer Investor ist hier strukturell untervertreten und sollte am besten über Titel wie Schlumberger, Total, Gazprom oder CGG Veritas das Gewicht erhöhen.
Wie geht's im Finanzsektor weiter, gibt es Bankaktien, die mehr sind als eine spekulative Überlegung?
Die Banken haben rund 380 Mrd.$ abgeschrieben und weit über 250 Mrd.$ an Kapital aufgenommen. Insofern ist die Bereinigung schon weit vorangeschritten. Jetzt geht der zeitaufwendige Prozess der Restrukturierungen über die Bühne, und der Regulator wird auch mitreden wollen, damit sich diese Misere nicht wiederholen kann. In der Folge sind wir weiterhin gegenüber den betroffenen Instituten vorsichtig eingestellt, auch wenn es hie und da Schnäppchen gibt. Wir legen das Augenmerk auf Banken der Schwellenländer, die noch mit klassischem Bankgeschäft Geld verdienen und eine recht junge Kundenbasis haben, wie ICICI oder HDFC aus Indien. Auch russische Institute wie die Sberbank sind ausgezeichnet positioniert.
Was halten Sie von so genannt defensiven Titeln: Telecom, Konsum, Pharma?
Telecom und Pharma in den Industrieländern gehören zu den Verlierern des Endes des Desinflationstrends. Wir bevorzugen unter den nichtzyklischen Aktien Konsum. Es scheint, dass es dieser Industrie bisher am besten gelungen ist, die globalen Wachstumsmärkte erfolgreich zu erschliessen; Nestlé und Danone sind Paradebeispiele. Die Pharmamultis tun sich ausgesprochen schwer. Das hat mit der Problematik Patentschutz in den Emerging Markets zu tun und damit, dass sich ein leicht steigender Wohlstand nicht zwingend in einem Nachfragesprung nach High-end-Medizin niederschlägt. Zudem ist die Pharmaindustrie Opfer des eigenen Erfolgs in den 80er- und 90er-Jahren. Die neuen Blockbusters sind schwerer zu finden als vor zehn, zwanzig Jahren. Wir ziehen Medizinaltechnik im Gesundheitswesen vor. Unter den Telecomaktien ist mit den Übernahmeabsichten von France Telecom und Telia Sonera wieder etwas Leben zurückgekehrt. Doch ähnlich wie bei den Banken suchen wir auch da die Direktanlage in Schwellenländern – China Telecom, America Movil, oder MTS in Russland.
Wenn Sie eine Handvoll Aktien auswählen müssten, was würden Sie einem guten Freund empfehlen?
Infrastruktur, Rohstoffe, Konsum in Schwellenländern: Der klassische Schweizer Anleger ist da über ABB, Holcim, Nestlé, Syngenta und die Uhrenwerte in einigen Subthemen vielleicht schon engagiert. Darum würde ich international diversifizieren: Agrar und Energie, indische Banken sowie in Emerging Markets Telecom. Für die etwas weniger sportliche Ausrichtung drängen sich Titel wie Coca-Cola, McDonald's, Colgate, Schlumberger, Total und Novo Nordisk auf.
Der Beitrag von Magne Orgland und Daniel Leveau von Wegelin & Co geht der brisanten Frage nach, inwieweit das nobelpreisgekrönte Gedankengut der modernen Finanzmarkttheorie überholt ist. Sie kommen zum interessanten Schluss, dass diese Frage bejaht werden kann und damit ein Paradigmenwechsel stattfindet. Die Konsequenzen wären von fundamentaler Bedeutung für die Praxis.
Auf einen einfachen Nenner gebracht, implizieren sie, dass zumindest einige Anlageexperten in hohem Masse befähigt sind, verlässliche Prognosen zu machen und damit systematisch beeindruckende Überrenditen zu erzielen. Anhand ihrer eigenen Berechnungen kommen die Autoren zum Schluss, dass mit ihrem Modell seit dem Jahr 2001 eine Überrendite von jährlich 9,4% im Vergleich zum Weltindex (inwieweit das die richtige Benchmark ist, soll hier nicht vertieft werden) Tatsache geworden ist, und untermauern damit ihren Paradigmenwechsel.
Die Autoren stellen bei ihrer Argumentation Thesen in den Raum, die nicht unkritisch übernommen werden dürfen. Bevor die bahnbrechenden Erkenntnisse der Professoren Markowitz, Sharpe oder Fama mit einem Federstrich in die Mottenkiste verbannt werden, sollte man sich ihre zentralen Inhaltspunkte unverzerrt bewusst machen. Die moderne Portfoliotheorie baut im Kern auf der These der Markteffizienz von Fama auf, die besagt, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt alle öffentlich verfügbaren Informationen in den Kursen von Wertpapieren enthalten sind.
Weniger Preisverzerrungen
Wenn diese Erkenntnisse vor zwanzig, dreissig oder vierzig Jahren Gültigkeit hatten, so ist dies heute erst recht der Fall. Die Globalisierung und die schnelle Verbreitung von Informationen rund um den Erdball über Fernsehen, Zeitungen und Internet sorgen dafür, dass Informationsvorteile einzelner Anleger in der modernen Welt noch verstärkter zur Illusion geworden sind. Heerscharen von Analysten, die weltweit und täglich eine Unzahl von Wertpapieren untersuchen, haben diesen Trend zusätzlich beschleunigt. Experten und Händler von Banken bestätigen das.
Die klassische Arbitrage, also das risikolose Ausnützen von Ineffizienzen respektive von objektiv feststellbaren Preisverzerrungen, ist aus deren Vokabular verschwunden. Wenn Händler unter dem alten A-la-crié-System noch risikolos von Preisunterschieden zwischen zwei Börsenplätzen profitieren konnten, ist das aus heutiger Sicht mit den transparenten elektronischen Handelssystemen gerade noch Nostalgie. Ohne das Eingehen von Risiken geht heute gar nichts mehr.
Markowitz zeigte schon vor Jahrzehnten, dass wegen der Effizienz der Märkte gefolgert werden muss, dass die systematische (also nicht zufällige) Erzielung einer Überrendite nicht möglich ist. Wenn sich nun die Effizienz der Märkte aufgrund der noch schnelleren und dank der verschärften Publizitätspflichten noch transparenteren Informationsverbreitung weiter erhöht hat, liegt auf der Hand, dass auch die Prognostizierbarkeit der Märkte alles andere als einfacher geworden ist.
Liquide Märkte sind effizient
Die Erkenntnisse aus der Praxis untermauern diese Tatsache. Nur ganz wenige aktive Fondsmanager erreichen oder schlagen über einen längeren Zeitraum den entsprechenden Vergleichsmassstab (Benchmark). Überrenditen werden allenfalls kurzfristig und eher zufällig erzielt. Selbstverständlich ist es richtig, dass es Anomalien gibt, die mit der reinen Kapitalmarkttheorie nicht erklärt werden können (der Autor des vorliegenden Artikels hat sie in den Achtzigerjahren in seiner Promotionsarbeit beschrieben). Dazu gehören beispielsweise der Small Firm Effect, der von Rolf Banz entdeckt wurde, oder gewisse Saisonalitätseffekte wie der January Effect. Daraus zu schliessen, dass die Märkte nicht effizient sind, wäre aber falsch, wie nachstehend gezeigt werden kann. Und selbst die richtige Einschätzung, dass es auch ineffiziente Märkte gibt, führt zu einer falschen Schlussfolgerung.
Entscheidend ist nämlich, dass liquide Märkte (also beispielsweise der Handel in sogenannten Blue Chips, in Indizes, in Rohstoffen oder in marktbreiten Zinsderivaten) sehr informationseffizient und damit faktisch unprognostizierbar sind. Ineffizienzen ergeben sich primär dort, wo die Liquidität des Handels nicht gegeben ist (beispielsweise bei Nebenwerten, Immobilien, Wald oder Kunst). Die Entwicklungen der letzten Monate und Jahre haben aufgezeigt, dass das sogenannte Alpha – also die zu erzielende Überrendite – nicht selten auf Kosten der Liquidität und unter Inkaufnahme eines hohen Hebeleffekts der enthaltenen Anlagen erzielt wurde. Dabei handelt es sich aber um eine künstlich aufgebaute Überrendite, die sich beim Verkauf der Papiere in Luft auflöst.
Überrenditen oft Zufall
Der Kollaps von Hedge Funds wie LTCM, Amaranth oder Carlyle, die über eine gewisse Zeit beeindruckende Überrenditen produziert haben, bezeugt das. Dasselbe Schicksal ereilte in den vergangenen Monaten auch renommierte Banken. In der naiven Auffassung, mit Kreditderivaten «risikolose» Arbitrage zu erzielen, verzeichnen sie nun stattdessen Milliardenverluste in nie dagewesenem Ausmass. Sie haben sich im grossen Stil in ineffizienten Märkten engagiert und geglaubt, dass sie darin Informationsvorteile ausnützen könnten. Das war temporär auch tatsächlich der Fall.
In der Tat erkauften sich die Banken diese Überrendite aber mit der Illiquidität der zugrundeliegenden Positionen, die nun zum Bumerang respektive zum Albtraum wurde. In der Konklusion ist die Schlussfolgerung banal. Entweder wird in liquide Anlageformen investiert, und man hat zu akzeptieren, dass es keine Informationsvorteile und wohl auch keine systematischen Überrenditen gibt. Oder aber man investiert in illiquide Anlageformen, die entsprechend ineffizient sind.
Eine Art selbsterfüllende Vorhersage führt dann zu temporären Überrenditen, die jedoch trügerisch sind. In diesem Fall hat man nämlich zu akzeptieren, dass Überrenditen im Zeitpunkt des Verkaufs schnell einmal zu (erheblichen) Unterrenditen mutieren können. Das mussten schon die Anhänger der New Economy am Ende des letzten Jahrtausends schmerzlich erfahren, als sie ihre Positionen nur noch zu Schleuderpreisen loswurden.
Magne Orgland und Daniel Leveau werden den Vertretern der modernen Finanzmarkttheorie auch in anderen zentralen Aspekten nicht gerecht. So haben Letztere nie behauptet, dass Anleger keine Fehler begehen würden oder sogar die Zukunft prognostizieren könnten. Wie hier gezeigt wurde, ist gerade das Gegenteil dessen der Fall. Auch die Aussage, dass die hohe Risikoprämie von Aktien oder die hohe Volatilität an den Börsen nicht mit der – nach Ansicht von Orgland und Leveau – «alten» Theorie erklärt werden könne, ist frei erfunden.
Zyklen wird es immer geben
Hohe Marktschwankungen gab es auch schon in früheren Zeiten. Es sei nur an die Weltwirtschaftskrise in den Dreissigerjahren, die Kubakrise in den Sechzigerjahren, die Erdölkrise in den Siebzigerjahren oder auch an den Crash im Oktober 1987 erinnert. Daran hat sich seither nichts geändert. Auch der Hinweis, der Random Walk sei mit Hausse und Baisse nicht vereinbar, ist falsch. Es ist völlig selbstverständlich, dass es solche Zyklen gibt und auch immer gegeben hat.
Die moderne Finanzmarkttheorie sagt dazu nur, dass diese Zyklen im Vornherein nicht prognostizierbar sind. Dasselbe gilt im Übrigen auch für den Hinweis auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Entgegen der Aussage der Autoren gibt es keinen Hinweis aus der modernen Portfoliotheorie, der besagen würde, dass das KGV 14 betragen solle. Vielmehr schwankt dieser Wert erheblich in Abhängigkeit der Erwartungshaltung der Investoren. Wenn sie in der Summe ängstlich sind, sinkt das KGV, wenn sie optimistisch sind, steigt es entsprechend.
Schliesslich muss auch die Aussage korrigiert werden, dass gemäss Portfoliotheorie alle Anleger dieselben fixen und richtigen Einschätzungen haben und letztlich alle die gleiche Rendite prognostizieren würden. Selbstverständlich unterscheiden sich schon gemäss der modernen Finanzmarkttheorie die Erwartungen der Anleger in erheblichem Masse. Alles andere wäre eine irreale Utopie. Die Summe dieser unterschiedlichen Markterwartungen bildet schliesslich über Angebot und Nachfrage den Preis der Wertpapiere. Kernpunkt der Theorie ist allerdings im Gegensatz zu den Aussagen der Autoren, dass es keine Hinweise dafür gibt, dass die Prognosen der einen Marktteilnehmer systematisch besser sind als diejenigen der anderen.
Bescheidenheit angebracht
Eigentlich wäre es der Traum von uns allen, endlich den Stein des Waisen zu finden, die Kapitalmarkttheorien revolutionieren und die künftige Börsenentwicklung möglichst sicher voraussagen zu können. Der Hinweis auf die Leistungen eines Albert Einstein ist verlockend und mutig zugleich. Allerdings wäre – gerade nach den schmerzlichen Erfahrungen der jüngsten Entwicklungen in der Banken- und Finanzwelt – etwas mehr Bescheidenheit gefragt. Es ist nämlich noch nicht lange her, dass ebenfalls ein vermeintlicher Paradigmenwechsel erkannt wurde.
Die Vertreter der New Economy verkündeten grossmundig, dass das Investieren in etablierte Unternehmen uninteressant geworden sei und der Kauf junger Technologieunternehmen ein absolutes Muss und von hohen Überrenditen begleitet sei. Der Absturz war schmerzhaft, als die Träume platzten. Ähnliches erleben wir seit einigen Jahren im Umfeld alternativer Anlagen wie Hedge Funds. Die Renditeversprechungen intransparenter Innovationskünstler, die hohe absolute Renditen unabhängig von Hausse und Baisse an den Finanzmärkten ankündigten, haben sich oft in Luft aufgelöst.
Es ist nur ehrlich, die Grenzen der eigenen Prognosefähigkeit zu erkennen und zu akzeptieren. Systematische Überrenditen sozusagen als Free Lunch sind und bleiben eine Illusion. Das hat die Bankenwelt gerade eben wieder bitter erfahren müssen, als sich die temporären Überrenditen in der Finanzkrise schlagartig in ernüchternde Unterrenditen verkehrt haben. Renditen von Wertpapieren werden durch die Produktivität von Unternehmen und ihren Mitarbeitern generiert, nicht durch die Prognosekompetenz noch so schlauer Finanzexperten. Deren Kompetenz äussert sich primär in der Art und der Professionalität, wie sie ihre Kunden qualitätsorientiert, risikogerecht, transparent und kosteneffizient betreuen.
Mutig und ehrlich sein
Wegen des Herdentriebs der Investoren gibt es Überreaktionen an den Finanzmärkten. Antizyklisches Anlegen in begrenztem Masse kann deshalb durchaus eine erfolgversprechende, aktive Politik sein. Die Kernthesen der modernen Portfoliotheorie bleiben aber auf jeden Fall gültig – wegen der immer schnelleren, globalen Informationsverbreitung sogar mehr denn je. Auch wenn die Erklärungsansätze der Nobelpreisträger schon Jahrzehnte alt sind, bleibt uns Praktikern keine andere Wahl, als sie zu akzeptieren.
Anstelle eines geforderten vermeintlichen Paradigmenwechsels ist deshalb der Rat, zu einer einfachen, transparenten und selbst für Laien nachvollziehbaren Anlagepolitik zurückzukehren, mutig und ehrlich zugleich. Die Anlegerlegende Warren Buffett praktiziert diese Grundsätze seit Jahrzehnten mit grossem Erfolg. Sein im Grunde banales Rezept basiert auf Investitionen mit erstklassiger Qualität und solider Diversifikation. Wenn diese einfachen Prinzipien konsequent befolgt und umgesetzt werden, erzielt man zwar keine systematischen Über- oder Traumrenditen, schlägt jedoch die meisten derjenigen Anlageexperten um Längen, die dauernd dem Ei des Kolumbus hinterherrennen.
Dr. oec. HSG Pirmin Hotz ist Inhaber der gleichnamigen, auf Vermögensverwaltung spezialisierten Gesellschaft in Baar.
EZB gibt in Finanzkrise keine Entwarnung

09.06 17:26

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht zehn Monate nach Beginn der Finanzkrise überhaupt keinen Grund für Entwarnung. Im Gegenteil: Die Risiken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems hätten im letzten Halbjahr sogar noch zugenommen.
Banken und andere Akteure an den Finanzmärkten müssten "wachsam" sein, weil weitere Schockwellen ausgehend von den angeschlagenen Immobilienmärkten nicht ausgeschlossen werden könnten, warnte die EZB in einem Bericht über Lage und Zukunftsperspektiven der Branche.
EZB-Vizepräsident Lukas Papademos sagte bei der Vorstellung des Berichts in Frankfurt: "Die Risiken für die Finanzstabilität haben im Vergleich zur Situation vor sechs Monaten zugenommen."
Ursachen dafür seien das sich eintrübende konjunkturelle Umfeld, die massiven Abschreibungen im Zusammenhang mit Engagements auf dem US-Immobilienmarkt und die Verschärfung der Kreditstandards. Eine schnelle Beruhigung der Branche sei unwahrscheinlich, was negative Folgen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Krediten haben könne.
Ein Ende der Krise sei erst absehbar, wenn der Preisverfall am US-Häusermarkt ein Ende fände, sagte Papademos. Dort hatte die Krise im Sommer vergangenen Jahres begonnen und danach auf die meisten anderen Finanz- und Kreditmärkte ausgestrahlt und zu teils heftigen Turbulenzen geführt.
"Es gibt einen breiten Konsens, dass die Immobilienpreise noch weiter fallen müssen, bevor sich der gesamte Häusermarkt stabilisieren kann", sagte Papademos. Aktuell gebe es sowohl in den USA als auch in Europa Anzeichen für eine weitere Verschlechterung, vor allem an den Märkten für Geschäftsimmobilien.
(Quelle: SDA)
Nach dem Einstieg im März war der Ausstieg im Mai bisher die richtige Entscheidung. Die Marktsituation wird allgemein als schlecht eingestuft:
1. Steigende Ölpreise
2. Die nächste Welle der Immobilienkrise steht an
3. Die Nationalbanken erhöhen ihre Zinsen
4. Angeblich negative Chartsignale (wobei ich davon nichts verstehe)

Wenn mich nun jemand fragt, wie es weiter geht: " Ich habe nicht die leiseste Ahnung."

Bereits im März hat mich das Problem um Öl mehr beschäftigt als die Immobilienkrise. Eine aktuelle Investition in Ölwerte kommt für mich aber jetzt nicht mehr in Frage. Der Ölpreis ist mir zu volatil und unberechenbar.

Ich habe wie gesagt keine Ahnung, wie sich die Aktienmärkte weiter entwickeln. Vieles hängt meiner Meinung nach auch vom Ölpreis ab. Ich finde es aber immer interessant, eine gegenteilige Position einzunehmen. Trotz des hohen Ölpreises läuft die Konjunktur in den Schwellenländern absolut auf Hochtouren. Seit März steigen sogar Aktien von sensiblen zyklischen Werten ungebrochen weiter. Die Transportindustrie läuft in den Schwellenländern auf Hochtouren, obwohl diese energiesensibel ist und grosse Aufträge im voraus planen muss. Und auch die Versorger in Europa und in den USA sind verhältnismässig stark. Kommt hinzu, dass auch in Europa viele Länder ein sehr starkes Wachstum aufweisen.

Im Moment bin ich froh, dass ich im Mai ausgestiegen bin, denn eine neue Panikwelle ist durchaus denkbar. Ob die Situation so schlimm ist, wie im obigen Artikel festgehalten, wird sich zeigen.
Sieht ja wieder grausig aus. Werde vermutlich eine weitere Woche abwarten.

Die Jahre von 1980 bis heute waren fantastische Börsenjahre mit Problemen, die in jedem Lehrbuch nachzulesen waren. Heute leben wir in einer Zeit immer knapper werdender Rohstoffe und immer gravierenderer klimabedingter Probleme. Ich frage mich manchmal, ob Aktien überhaupt noch das Richtige sind. Das Umfeld wird ja nicht gerade einfacher.

Zudem bezweifle ich doch sehr stark, dass sich die Zukunft so entwickelt, wie das gewisse Anleger gerne hätten. Wenn man gewisse Prognosen liesst: Kurzfristig pessimistisch, mittelfristig optimistisch, dann wieder pessimistisch. Die Märkte werden auf jeden Fall den nächsten Crash ankündigen und vorher so hoch steigen, dass man noch schön aussteigen kann. Wers glaubt wird selig. Das kommt garantiert anders.
Es gibt Anzeichen, dass der Ölpreis wieder sinkt. Weiter sind die Kurse seit dem Ausstieg im Mai etwas zurück gekommen. (Sofern man als Vergleichsindex natürlich einen breiten, repräsentativen Index wie den Eurostox50 oder den MSCI World nimmt).



Weiter gibt es auch Anzeichen, dass der Ölpreis zurück kommen könnte. Aber wie weit soll dieser denn zurück kommen? 130$? 120$? 100$? Bei 100$ würde wohl auch ich wieder in Ölwerte investieren oder auf den Rohstoff selbst setzen. Und da ich wohl nicht der einzige bin, der so schlau ist, glaube ich kaum, dass der Ölpreis auf 100$ sinkt. Und bei der aktuellen Volatilität ist auch ein Rückgang bis 120$ nicht wirklich eine Entspannung.

Man kann sich nun einzelne Indizes heraussuchen, die bullish aussehen. Das Gesamtbild überzeugt mich überhaupt nicht.
Hätte, Wenn und Aber, alles nur Gelaber.

Prognosen bringen an der Börse 0,Nichts. Es geht um Wahrscheinlichkeiten.

Aber das wirst du auch noch lernen.

;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.322.284 von kosto1929 am 18.06.08 10:37:12Hallo kosto

Definition Wahrscheinlichkeit:
"Die Wahrscheinlichkeit ist eine Einstufung von Aussagen und Urteilen nach dem Grad der Gewissheit (Sicherheit). Besondere Bedeutung hat dabei die Gewissheit von Vorhersagen. In der Mathematik hat sich mit der Wahrscheinlichkeitstheorie ein eigenes Fachgebiet entwickelt, das die Messung von Wahrscheinlichkeiten untersucht."
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeit

Definition Prognose:
Die Prognose (griechisch, πρóγνωσις – wörtlich „das Vorwissen“, die „Voraus-Kenntnis“), deutsch Vorhersage oder Voraussage, selten auch: Prädiktion (lat. prädicare „ im Voraus“ und „sagen“) bezeichnet die Aussagen über Ereignisse, Zuständ oder Entwicklung in der Zukunft.

http://de.wikipedia.org/wiki/Prognose


Was ist für dich der Unterschied zwischen Prognose und Wahrscheinlichkeit?


Gruss, Nobbele
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.322.284 von kosto1929 am 18.06.08 10:37:12Prognosen und Wahrscheinlichkeiten beschäftigen sich beide mit der Vorhersage bestimmter Ereignisse. So gesehen gibt es keinen Unterschied.

Ich vermute mal, dass du was ganz anderes meinst.

Wie wahrscheinlich ist es, dass wenn X eintritt, auch Y eintritt? Ich versuche also nicht zu philosophieren, ob und wann X eintritt, sondern warte darauf, dass X eintritt.

Verrätst du mir dein X dann verrate ich dir mein X - aber via BM. :laugh:
Auf jeden Fall Hut ab vor allen, die jetzt noch über das ganze Portfolio gesehen Gewinne machen. Mit meinem Einstieg im März und Ausstieg im Mai bin ich mehr als zufrieden. Ich hab aktuell einiges auf dem Radar, was mir aber alles zu heiss ist. Auch auf fallende Kurse zu setzen, ist mir zu heiss. Denn voraussagen zu wollen, wie tief die Kurse fallen, wäre ja eine Prognose.

Im Moment sehe ich den Dax eher bei 6'000 als bei 10'000. Das sagt mir aber kein X sondern mein Bauchgefühl. :laugh:
Sobald X eintritt, werde ich das gerne posten. Das Problem das wir dann allerdings haben, ist, dass wir nicht wissen, wie lange Y dauert. Ich behaupte mal, dass das niemand und kein System kann.

Zudem ändern sich auch die Variablen. Peak-Oil ist meiner Meinung nach eine völlig neue Variable, die es vorher noch nie gegeben hat. Ich selber bin von Peak-Oil überzeugt und halte das nicht für einen Bubble wie die New-Economy.
Nun sag mir, wie wahrscheinlich ist es, dass der Ölpreis auf 100$ fällt?



@Kosto
Wenn nun ein breiter Index wie der Eurostox50 einbricht, wie wahrscheinlich ist es dann, dass der Dax steigt?, dass der TecDax steigt?, dass der FTSE steigt?, dass der SMI steigt?

Fällt das für dich unter Prognose oder Wahrscheinlichkeit?
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.324.520 von Nobbele_2010 am 18.06.08 14:27:54Sorry, Nobbele.

Ich habe mir nochmal deine Beiträge genau durchgelesen.

Dabei dachte ich erst, du würdest nach Gefühl handeln und das wollte ich mit meinen Sätzen ausdrücken:

Nur nach dem Bauch geht meistens nicht gut. Besser ist es die Fakten abzuwägen und damit die wahrscheinliche Richtung zu bemessen.

Dan Rest erledigen die Stopps.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.324.520 von Nobbele_2010 am 18.06.08 14:27:54Mit Prognosen meine ich z.B.

Der Markt steht am Jahresende bei 8000. Das ist aus meiner Sicht völlig schwachsinnig, da sich in einem Jahr viele Dinge ändern können.

Wahrscheinlichkeiten heißt für mich:

Fakten anschauen und für eine wahrscheinlich Richtung ermessen.

Viele sehr gute Ideen gibt es im Buch: "Der große Kostolany"

Dort sind 70 Jahre Erfahrung niedergeschrieben.

Nur zu empfehlen.

:)
Jetzt nagelst du mich aber fest.

Du hast schon Recht. Es gibt Korrelationen unter den Märkten, aber auch Sonderfaktoren.

Z.Zt. hängt vieles von der Rohstoffgewichtung eines Index ab.

3900 sind die entscheidende Marke beim E50.
Wir haben aktuelle 2 Themen:

Long - Rohstoffe

Short - Finanzwerte

That´s it.

Beides gilt es im Auge zu behalten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.321.071 von Nobbele_2010 am 18.06.08 07:39:06Was ich meine sind Aussage wie:

"Es gibt Anzeichen, dass der Ölpreis wieder sinkt."

Welche Anzeichen sind das konkret?

Ist es A/N oder die Charttechnik oder...
Wenn du nicht nach der Charttechnik gehst, wie du unten schreibt, wie timst du dann Ein- und Ausstieg?

Würfeln?

:D
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.569 von kosto1929 am 18.06.08 22:06:58:laugh:

Ich bin sehr vorsichtig mit konkreten Aussagen. Prognosen, wie du sie definierst, meide ich ebenfalls. Ich hab ja hier auch schon öfters geschrieben, dass ich nicht weiss, wie weit die Kurse steigen oder fallen. Oder dass ich generell keine Ahnung habe. :laugh:

So kann ich auch aktuell nicht sagen, wie weit die Kurse noch fallen. Die Stimmung war aber auch schon besser. Auf der anderen Seite gibt es Anzeichen, dass das Abwärtspotential kurzfristig zumindest begrenzt sein könnte. (Ich schreibe schon wie ein Horoskop). :laugh:

Nein, ernsthaft, Prognosen sind Quatsch. Und mit "Timing" bin ich vorsichtig. Ich möchte eigentlich den Markt so wenig wie möglich zu timen versuchen. Ich bin im März eingestiegen und im Mai ausgestiegen (davor bin ich im Januar ausgestiegen, was ich aber nie geschrieben habe und nicht beweisen kann - ausser vielleicht mit der Tatsache, dass ich ja irgendwann vorher ausgestiegen sein muss, wenn ich im März wieder einsteige - ich kann ja nicht einsteigen, wenn ich vorher nicht aussteige - :confused: ) - egal - wo war ich? Ach ja, "Timing". Eigentlich nicht mein Ziel. Das Umfeld ist momentan einfach schwierig und ich bin sehr vorsichtig. Der Ausstieg im Mai war für mich logisch. Ich versuche immer einen Top-Down-Ansatz zu verfolgen. Dabei versuche ich soweit möglich alle Infos aus meinem Kopf auszublenden und nur die Märkte zu beobachten. In der Regel warte ich dann auf das X. :laugh:

So. Und lassen wir das mal. :cool:

Im Moment würd ich jedenfalls noch nicht kaufen. Oder siehst du das anders?

Gruss, Nobbele
Mit meinen temporären Ausstiegen wollte ich Verluste begrenzen und nicht den Markt timen.
Von den "Sonderstories", die du vorher erwähnt hast, lasse ich immer die Finger. Ist genau so Quatsch wie Stock-Picking. Zumindest könnte ich das nicht. Wenn das jemand anders kann, so gratuliere ich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.725 von Nobbele_2010 am 18.06.08 22:31:04Ich wäre vorsichtig damit so etwas als Quatsch abzutun.

Im Markt gibt es immer eingie bestimmende Themen - diese können sehr lukrativ sein.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.668 von Nobbele_2010 am 18.06.08 22:21:36Rohstoffe laufen weiter Long.

Wer auf steigende Kurse setzen will, der sollte sich hier umschauen.

Ja,Ja...morgen könnte es drehen - who know´s.

De facto meide ich aktuell auch neue Rohstoffinvestments und favorisiere Finanzshorts.

Aber beides läuft...

Z.Zt. ist von anderen Longs abzuraten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.668 von Nobbele_2010 am 18.06.08 22:21:36Wie beobachtest du denn die Märkte?

Warum hast du verkauft? Angst?

Wo ist dein Plan?

Welche Anzeichen siehst du für ein fallendes Öl?


Ist das schon wieder der Bauch?

;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.773 von kosto1929 am 18.06.08 22:41:53Ich wäre vorsichtig damit so etwas als Quatsch abzutun.


Ich meinte das nicht wörtlich. Ich bin nur der Meinung, dass ich in der Informationspyramide zu weit weg bin, um solche Sonderstories zuverlässig beurteilen zu können. Ich traue mir sowas nicht zu. Und wenn, dann nur mit kleinem Kapital - wobei ich mich dann fragen muss, was bringst?

Gibt sicher Leute, die das können.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.792 von kosto1929 am 18.06.08 22:46:27Welche Anzeichen siehst du für ein fallendes Öl?

1. Bei den Rohstoffen gefällt mir die zugenommene Volatilität nicht. Das ist für mich der Hauptgrund!
2. Langfristig wird Öl weiter steigen und das Abwärtspotential ist vermutlich nicht gross. Trotzdem läuft die "Öl-Story" in den Massenmedien nun relativ lange. Vielleicht steigt Öl auf 200$ um dann auf 100$ zurück zu fallen. Bei der aktuellen Volatilität absolut möglich. Für mich zu riskant. Am ehesten könnte ich mir aktuell einen ETF auf Kanada vorstellen.


Warum hast du verkauft? Angst?

Ja - eine reine Immokrise hätte ich vielleicht ausgesessen. Die Ölpreisentwicklung hat sich abgezeichnet. Ich hab schon im März, als alle nur von der Immokrise gesprochen haben, den Ölpreis als Hauptsorge erwähnt. Das Problem ist nicht der aktuelle Preis, sondern die Volatilität.


Wo ist dein Plan?

Unter geringer Volatilität eine konstante Rendite zu erzielen und keine Verluste zu machen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.786 von kosto1929 am 18.06.08 22:45:07Rohstoffe laufen weiter Long.

Wer auf steigende Kurse setzen will, der sollte sich hier umschauen.

Ja,Ja...morgen könnte es drehen - who know´s.

De facto meide ich aktuell auch neue Rohstoffinvestments und favorisiere Finanzshorts.


Betreffend Öl:
Nicht das du mich verstehst. Ich stimme dir zu. Nur ist es bei der aktuellen Volatilität durchaus möglich, dass, wenn es dreht, man plötzlich mit über 10% im Minus ist. Das fällt für mich dann eher unter Traden im eigentlichen Sinne, was mir zu riskant ist.


Betreffend Finanzshorts:
Wow - da hast du sicher aufs momentan bestmögliche Pferd gesetzt. Short zu gehen habe ich zumindest ganz kurz auch als mögliche Option in Betracht gezogen, war mir dann aber zu riskant.
Ich mache nicht gerne Prognosen. Aber vom gesunden Menschenverstand her gibt es für mich unter dem aktuellen Ölpreis zwei Optionen:

1. Die Wirtschaft braucht Zeit, um sich auf den Ölpreis einzustellen. (E-Autos, Wärmepumpen usw...). Je nach Ölpreisentwicklung kann ich mir eine Seitwärtsbewegung vorstellen.
2. Wenn der Ölpreis weiter in dem Tempo steigt, sind aktuelle Firmen teurer bewertet als jetzt noch angezeigt. Öl verteuert alles und schmälert die Gewinne der Unternehmen. Dann müssen die Aktienmärkte zuerst korrigieren, um wieder steigen zu können.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Ölpreis nun bis Weihnachten auf 200$ steigt und der Dax gleichzeitig auf 10'000. Irgendwo geht da was nicht auf.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.328.725 von Nobbele_2010 am 18.06.08 22:31:04Es gibt sehr gute Stockpicker. Nur weil man es nicht beherrscht, muss es nicht verteufelt werden.

Genauso ist es mit Markt-Timern. Auch davon gibt es einige langfristig erfolgreiche.

Die Nicht-Markt-Timer nehmen immer die gesamte Abwärtsbewegung mit - siehe ständig vollinvestierte Aktienfonds.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.329.524 von Nobbele_2010 am 19.06.08 07:56:17Das sind keine Sonderstories, sondern große Trends.

Mal ein Beispiel: Solar (Öl)

War ein sehr lukrativer Trend - Förderung, steigende Ölpreise

Wer die Augen aufmacht und Zeitung liest, der wird genügend Ideen bekommen.

Thema: Landwirtschaft

Auch hier haben sich schon lange die Trends abgezeichnet.

Jeder Trend dreht einmal, aber bis dahin wird Geld verdient.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.329.559 von Nobbele_2010 am 19.06.08 08:07:51Sehr guter Punkt.

Die Volatilität spricht häufig für zittrige Hände.

Bei den Landwirtschafspreisen hat sie die Topbildung vorausgesagt.

Schauen wir mal.

Vielleicht solltest du dich doch einmal mit der Charttechnik auseinandersetzen.

Sie kann eine gute Ergänzung zu deinen Überlegungen sein.

:)

Öl ist nicht nur spekulationsgetrieben, dafür waren die Analystenschätzungen und die öffentliche Wahrnehmung am Jahresanfang viel zu schlecht. Analysten konnten sich kein Preis über 100 vorstellen.

Jetzt haben wir vielleicht einen Peak, aber ansonsten war der Ölpreis Nachfrage getrieben und zwar hauptsächlich aus den Emerging Market, die auch die Lebensmittelpreise treiben.

Schlimme Folgen kann noch so ein Unternehmen wie Monsante haben, welches das weltweite Saatgut kontrollieren möchte.

Ein konstante Rendite ist sicherlich eine Erfolgsformel, aber dafür solltest du auch mal über Stopps nachdenken.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.329.614 von Nobbele_2010 am 19.06.08 08:20:25Dazu gibt es Stopps als Absicherung.

Wenn die Trends in der Zeitung stehen ist eine Wende häufig nicht fern.

Auch die Zertifikatebranche ist ein guter Signalgeber.

Immer Vorsicht vor Stimmungsextrema.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.329.794 von kosto1929 am 19.06.08 08:52:00Ich verteufle Stock-Picking nicht. Ist nur sehr aufwändig. Ich finde persönlich ETF's besser.

Markt-Timing ist insofern gefährlich, als dass man riskiert, nur unsinnig hin und her zu traden. Ich versuche immer nur die langen Bewegungen mitzunehmen - wenn überhaupt. Und sinkende Phasen auszusitzen finde ich eigentlich ganz gut, wenn das Umfeld stimmt.

Bis später, schreibe vermutlich Montag Morgen wieder.

Gruss, Nobbele
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.329.660 von Nobbele_2010 am 19.06.08 08:28:59Lege doch mal den Ölchart über den Dax.

Lange Zeit ist der Markt auch mit dem Ölpreis gestiegen.

Kurzfristig reagiert der Markt negativ auf Ölpreissteigerungen.

Erinnere dich auch an den Euro, am Anfang wurde er als der Störfaktor für den Markt und Exportwerte gesehen.

Gut, ich mache es mal für dich.

Steigendes Öl ist häufig ein Indikator für eine gute Wirtschaft (ad verso).

Seit der Rezession im Jahr 2001 steigt der Ölpreis.

Im Jahr 2000 hat er getoppt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.329.859 von kosto1929 am 19.06.08 08:59:27Vielleicht solltest du dich doch einmal mit der Charttechnik auseinandersetzen.

Sie kann eine gute Ergänzung zu deinen Überlegungen sein
.


Lenkt ab vom Wesentlichen. Alle Indikatoren wie MACD, Stochastic usw.. hängen mathematisch zusammen. Wenn die Märkte korrigieren sind logischerweise die Indikatoren auch negativ. Man verstrickt sich dann in Details. Der einzige Indikator, der vielleicht noch etwas aussagt, ist das Volumen. Aber auch das ist mit Vorsicht zu geniessen. Ich nehme davon bewusst sehr viel Abstand.

So - bin nun weg. Gruss, Nobbele
Nächste Woche weiterhin Seitenlinie.

Positive Punkte:
- Industrie
- Aktienmärkte "tief"
- Aktien "günstig"

Risiken:
- Ölpreis
- Immobilienkrise

Rückblick 20.06.08:

Themen:
1. Banken (weitere Verluste)
2. Fedex, UPS (Konjunktur schwächt sich ab)
3. Airlineindustrie mit Problemen

4. Profiteure vom Erdölpreis (zu riskant)
- Afrikanische Staaten
- Kasachstan, Usbekistan usw...

5. Alternativen:
- Kohle


Artikel zu Kohle:

In der Stromerzeugung ist Kohle weltweit der wichtigste Brennstoff. Auch Schweizer Elektrizitätsunternehmen setzen im europäischen Ausland auf den altgedienten Energieträger und engagieren sich vermehrt im Bau von Steinkohlekraftwerken. Die Bündner Stromhändlerin Rätia Energie hat diese Woche ein ehrgeiziges Projekt im Kernmarkt Italien lanciert.
Das kleinkapitalisierte Unternehmen plant zusammen mit Partnern in Saline Joniche an der Südspitze Kalabriens für rund 3 Mrd.Fr. eine moderne Stromfabrik mit 1320 Megawatt installierter Leistung. Das entspricht ungefähr der Kapazität des Kernkraftwerks Leibstadt. Um diese gewaltige Energiemenge ins italienische Übertragungsnetz abzuführen, braucht es zudem eine rund 30 km lange Höchstspannungsleitung. Mit der Übergabe der Projektdokumentation an die Behörden ist nun der Startschuss für das Bewilligungsverfahren auf nationaler Ebene gefallen.
Standortfrage entscheidend
«Das wird ein anspruchsvoller Parcours», sagt CEO Karl Heiz, «denn wie im Fall anderer Kohlekraftwerke ist auch hier mit Widerstand auf lokaler und regionaler Ebene zu rechnen.» Für das Projekt spreche jedoch vor allem der Standort: Er sei günstig an der Küste gelegen und selbst für die grössten Tankerschiffe ansteuerbar. Auch werde Italien immer abhängiger vom Gas, weshalb das Land zur Absicherung der Stromerzeugung in den kommenden Jahren kaum am Bau kohlebefeuerter Anlagen vorbeikomme. Läuft alles plangemäss, könne das Kraftwerk in acht bis zehn Jahren ans Netz gehen.
Als Partner hat Rätia Energie den italienischen Versorger Hera sowie den Ingenieurskonzern Foster Wheeler verpflichtet. Beide waren bereits am Bau eines von den Bündnern betriebenen Gaskombikraftwerks in der Nähe von Neapel dabei. Fachwissen in Sachen Bewilligungsverfahren und Finanzierung bringt zudem das Beratungsunternehmen Apri Sviluppo ein. Wie die künftigen Bezugsanteile am fertiggestellten Werk aussehen werden, ist aber noch unklar. Realistisch ist aus heutiger Sicht, dass Rätia Energie rund ein Drittel der Kapazität für sich behält und sich Hera ebenfalls einen Teil der Produktion sichert. In einer späteren Phase ist dann vorgesehen, weitere Interessenten aus der Energiewirtschaft an Bord zu holen.
Schon einen Schritt weiter sind die Bernischen Kraftwerke BKW FMB Energie. Sie haben sich zu Jahresbeginn für 430 Mio. Euro zu einem Drittel am Projekt für ein rund 720 Megawatt starkes Steinkohlekraftwerk der Suez-Tochter Electrabel in Wilhelmshaven beteiligt. Diese Woche erteilten die deutschen Behörden die Zulassung für den vorzeitigen Baubeginn, so dass die Anlage voraussichtlich Anfang 2012 den Dauerbetrieb aufnehmen kann.
Für die BKW ist die Partnerschaft mit Electrabel überaus vorteilhaft: Die Belgier kennen sich mit dem Bau und Betrieb von Kohlekraftwerken gut aus und verfügen über das nötige Fachwissen, was Brennstoffbeschaffung betrifft. Kommt hinzu, dass es in Deutschland immer schwieriger wird, Kohlekraftwerke zu errichten. Der Stromriese RWE etwa musste seine Pläne für eine Grossanlage im saarländischen Ensdorf wegen mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung bereits begraben. Eon und Vattenfall bekunden derweil Probleme mit Projekten in Hessen und Hamburg. Auch die BKW stossen mit Plänen für eine Anlage im deutschen Dörpen auf politischen Widerstand.
Umstrittener Energieträger
Umstritten ist Kohle als Energieträger vor allem wegen des hohen Ausstosses von Kohlendioxid und anderer Schadstoffe. Mit Blick auf die atemberaubende Hausse am Kohlemarkt und die auf günstigere Grundlastpreise ausgerichtete Produktion stellt sich überdies die Frage der Wettbewerbsfähigkeit verglichen mit Kern-, Gas- oder Wasserkraftwerken. Die Anlage in Wilhelmshaven etwa verbraucht bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 7500 Stunden rund 1,5 Mio.t Kohle pro Jahr. Hinzu kommt ein jährlicher Ausstoss von mehr als 4 Mio. t CO2, den die EU immer schärfer besteuern will.
Für die Schweizer Stromunternehmen ist der Einstieg in die Kohlekraft aber deshalb interessant, weil sie den vor allem aus Kern- und Wasserkraft bestehenden Produktionsmix verbreitern und zugleich die Vertriebsaktivität im Ausland mit Eigenproduktion untermauern können. Zudem ist Kohle die fossile Energiequelle mit den weltweit grössten Reserven und im Gegensatz zu anderen fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas weitgehend frei von Kartelbildung und politischen Faktoren.
Ein Blick auf den europäischen Energiemarkt zeigt, dass der Boom am Markt für Kohle, Gas und Erdöl auch auf die Strompreise durchgeschlagen hat. Davon profitieren diejenigen Unternehmen, die im eigenen Park mehr Energie erzeugen, als sie im Schweizer Endkundengeschäft absetzen. Namentlich sind das die Händler Atel Holding, EG Laufenburg und Rätia Energie. Auch der vertikal integrierten BKW-Gruppe kommt das gegenwärtige Umfeld durchaus entgegen. Weil die Aktienkurse aber bislang nur einen Teil der Strompreisentwicklung vorwegnehmen, eröffnet das Anlegern Chancen.
Ernsthafte Herausforderungen ergeben sich hingegen für Verteiler wie CKW und Energiedienst. Einen Sonderfall stellen Romande Energie dar: Die Westschweizer kämpfen zwar ebenfalls mit höheren Fremdstromkosten, profitieren aber von der namhaften Beteiligung an der auf lukrative Wasserkraft spezialisierten EOS.
Nach meinem Ausstieg im Mai werde ich auch nächste Woche noch nicht einsteigen. Ich warte weiter ab, zumal es vom System her auch keine Kaufsignale gibt. Und daran wird auch der Freitag nichts ändern.
Rückblick 30. Juni 08

Chancen:
- Je stärker die Übertreibung beim Ölpreis, desto grösser das Erholungs-
potential.
- Ausklingen Immobilienkrise
- Solide Standardwerte günstig
- Strukturwandel
- Grössere Erholung in den nächsten zwei Monaten wahrscheinlich

Risiken:
Drohender Hungerstreik mit Sicherheitspolitischen Risiken in folgenden Ländern:
- Indonesien
- Ägypten
- Bangladesch

Gründe für die Verteuerung von Nahrungsmitteln:
- Klimaveränderung (Verminderung der Ernteertärge)
- Verwendung grosser Mais- und Zuckerrohrbestände für die (subventionierte)
Herstellung von Biotreibstoffen
- Verlagerung von Kapitalien in die Warenbörsen
- Veränderte Essgewohnheiten in China und anderen Staaten Asiens
- Verteuerung des Erdöls
- Rasch wachsende Bevölkerung in den ärmsten Ländern

Mögliche Massnahme:
1a) Konzentration der Produktion auf Gebiete, die am effizientesten
Produzieren
1b) Gentechnik
2a) Erstellung lokaler Infrastruktur
2b) Verzicht auf Subventionen industrieller Staaten

Ausblick:
- Seitenlinie

Watchlist:
1. Österreich
2. Nasdaq100

1. Österreich:
- Günstige Bewertung
- Von der Immobilienkrise nicht betroffen
- Hochentwickeltes westliches Industrieland
- Profitiert von Osteuropa
- Starker Trend

2. Technologie:
- Starker Trend
- Historisch günstig bewertet
- Vom steigenden Ölpreis verhältnismässig wenig tangiert

Ebenfalls auf der Watchlist sind einige Aktien, wobei ich diesbezüglich noch abwarte.
Habe zwei Artikel gefunden, die ich interessant finde und teilweise mit meiner eigenen Strategie im Widerspruch stehen.

10.08.2007
Handelsblatt-Anlegerakademie
„Sie laufen wie die Lemminge hinterher“

Den idealen Ein- oder Ausstiegszeitpunkt an den Börsen finden Anleger in der Regel nicht. Für die Rendite spielt die Verteilung des Vermögens eine viel größere Rolle. Ein Interview mit US-Anlageexperte Burton G. Malkiel.

Zur Person:
Prof. Burton G. Malkiel (74) ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Princeton und einer der profiliertesten Investmentstrategen der Welt. Er gilt als Begründer der Theorie effizienter Märkte. Demnach sind alle verfügbaren Informationen stets in den Kursen von Aktien und Anleihen enthalten und Prognosen unmöglich - eine Theorie, die nicht unumstritten ist und besonders von fundamental orientierten Investoren wie etwa Warren Buffett als falsch zurück gewiesen wird.
Malkiels Anfang der 70er Jahre erstmals formulierten Thesen und Studien über effiziente Märkte und dem schlechten Abschneiden der Mehrheit der Fonds legten waren die akademische Grundlage für die Erfindung von Indexfonds (ETFs) wenige Jahre später. Bis heute fungiert Malkiel auch als Berater der weltgrößten Indexfondsgesellschaft Vanguard. Malkiel ist Autor des inzwischen in neunter Auflage erschienenen Buches "A Random Walk Down Wall Street", einem Klassiker unter der Börsenliteratur (auf Deutsch erschienen als "Börsenerfolg ist (k)ein Zufall", FinanzBuch Verlag (1999)
Professor Malkiel, Sie haben in Ihrem Buch "A Random Walk down Wall Street" 1973 erstmals die These vertreten, dass es prinzipiell unmöglich sei, durch den rechtzeitigen Wechsel zwischen Anlagen in Aktien und Anleihen auf Dauer die Rendite zu steigern. Seitdem haben sich die Kapitalmärkte fundamental verändert. Ihre Meinung auch?
Nein, ich habe meine negative Einstellung gegenüber so genannten "Markttiming" nicht geändert. Noch immer lesen wir häufig von Leuten, die glauben zu wissen, wie man am Aktienmarkt durch den rechtzeitigen Ein- und Ausstieg oder über Barquoten in Krisenzeiten hohe Renditen erzielt. Sie alle testen und beschreiben, wie ihre Zauberformel in der Vergangenheit funktioniert hätte und auch künftig funktionieren wird. Mein Standpunkt ist unverändert: Diese Ansätze liefern auf Dauer und vor allem nach Transaktionskosten keine höheren Erträge als der Markt insgesamt. Anleger tendieren dazu, sich anzusehen, was in der jüngeren Vergangenheit gut funktioniert hätte. Dann laufen sie wie die Lemminge dieser Strategie nach. Die Strategien wechseln, das Prinzip nicht.
Die Erträge vieler Vermögensverwalter und Fondsmanager suggerieren etwas anderes.
Ich habe in 50 Jahren noch niemanden getroffen, der mit Markttiming auf Dauer Erfolg hätte. Wenn bestimmte Konzepte, die auf Markttiming beruhen, überdurchschnittliche Erträge über einen bestimmten Zeitraum liefern, dann haben sie meist besonders schwache Börsentage oder Perioden vermieden. Diese Strategien sehen dann natürlich im Vergleich zum Aktienmarkt und auch im Hinblick auf die Kennziffer der Volatilität sehr gut aus. Nach schlechten Börsenjahren wie 2000 bis 2002 ist das nun wirklich nicht überraschend, haben Markttimer natürlich Oberwasser. Schließlich senkt es per se die Schwankungen und das Verlustrisiko, wenn man gelegentlich in Cash oder Anleihen statt in den Aktienmarkt investiert ist. Nur: das gleiche gilt, wenn Sie von vorneherein Aktien und Anleihen nach ihrer Präferenz gewichten - etwa über günstige und marktbreite Indexfonds - und dann gar nichts mehr tun. Richtig interessant wird es ohnehin erst in starken Marktphasen, denn Sie müssen als Markttimer gleich zweimal Recht haben. Ihre Fehlerquote steigt so zwangsläufig.
Inwiefern?
Sie müssen nicht nur mit dem Verkauf einer Aktienposition richtig legen, sondern auch später wieder mit dem erneuten Kauf. Gerade dieser erneute Einstieg ist der schwierigste Teil, denn erstens liegen historisch die Tage hoher Verluste und dann hoher Gewinne meist eng beieinander. Zweitens steigt der Aktienmarkt nun mal langfristig, das heißt, an der Seitenlinie des Markts ist die Wahrscheinlichkeit bei weit über 50 Prozent, dass Sie einen Anstieg verpassen. Wenn ein Manager oder ein System dann aber besonders starke Phasen verpasst, sind die Zugewinne kaum noch aufzuholen, die eine einfache Strategie wie "Kaufen und Halten" liefert.
Der Glaube, die richtige Verteilung des Vermögens werde es schon dauerhaft richten, erfordert aber mit den Erfahrungen der tiefen Baisse nach der Jahrtausendwende gute Nerven von Anlegern.
Das stimmt. Daher sollte sich die Verteilung des Vermögens auch nicht auf Renditeprognosen, sondern auf die Persönlichkeit des Anlegers stützen. Wer herbe Verluste nicht akzeptieren will und keine 30 Jahre Zeit hat, der muss Aktien und Anleihen oder Bargeld so gewichten, wie sie der persönlichen Risikoneigung entspricht. Diese Meinung je nach Marktlage zu ändern, ist keine Lösung. Mir fällt dazu vor allem das Bonmot von John Pierpont Morgan ein, dem Gründer von JPMorgan. Zu ihm kam ein Kunde und sagte, er könne nachts nicht schlafen, weil er so viele Aktien besitze. Morgan antwortete ihm, dann solle er einfach so lange Aktien verkaufen, bis seine Aktienquote Einschlafniveau erreicht habe. Treffender kann man es nicht beschreiben. Die Meinung aber je nach Marktprognose zu ändern, ist keine Lösung.
Wie können risikoscheue Anleger in der Praxis das Verlustrisiko begrenzen, ohne zugleich den Markt zu timen oder zum Nichtstun verdammt zu sein? Schließlich ist es vielen Anlegern nach den Erfahrungen der Jahre 2000 bis 2003 zunächst wichtiger, Verluste zu vermeiden und Risiken zu begrenzen, als möglichst hohe Erträge zu erzielen.
Zum Beispiel kann die Strategie der Rebalancierung eines Portfolios dazu beitragen, die Risiken eines Depots zu begrenzen. Wenn Sie ein Portfolio aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen halten, dann verändert sich aufgrund der Kursentwicklungen der Depotanteil. Nach einem starken Aktienjahr beträgt der Aktienanteil zum Beispiel 70 Prozent und der Anleihenanteil 30 Prozent. Oder, nach einem schwachen, 60 Prozent Anleihen und 40 Prozent Aktien. Mit der Strategie des "Rebalancings" stellen Sie einfach einmal im Jahr - zum Beispiel zum 1. Januar eines Jahres - die alte Gewichtung wieder her, im Beispiel also 50/50. Manchmal kann diese Strategie auch die Rendite gegenüber einer klassischen "Kaufen und Halten"-Strategie mit je 50 Prozent Aktien und Anleihen steigern, zum Beispiel in den letzten zehn Jahren.
Ist das nicht ein aktiver Ansatz, um die Rendite zu steigern?
Per se höhere Renditen können Sie so nicht erwarten. In sehr starken Börsenphasen wie etwa zwischen 1991 und dem Jahr 2000 hätten Sie ja jährlich den Aktienanteil reduziert und viel verpasst, die Party ging ja Jahr für Jahr immer weiter. Im Kern sollten sich Anleger nicht mit dieser Strategie des "Rebalancings" beschäftigen, um ihre Rendite zu steigern, sondern sie als einen Weg sehen, das Risiko im Griff zu behalten und insgesamt zu senken.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was muss neben Aktien und Anleihen wirklich in das Depot?
Früher gab es in der Vermögensverteilung Aktien und Anleihen, heute sollten gleich mehrere Anlageklassen wie Immobilien, Hedge-Fonds und Rohstoffe das Depot gegen Verluste und Schwankungen immunisieren. Immer wieder berufen sich Banken dabei auf die Portfoliotheorie. Was muss neben Aktien und Anleihen wirklich in das Depot?
Auf keinen Fall Hedge-Fonds. Die Verwalter tendieren dazu, ihre Ertragsprognosen erheblich höher auszuweisen, als sie dann in der Praxis sind. Ich glaube, wer heute in Hedge-Fonds investiert, wird dies in einigen Jahren bereuen. Rohstoffe hingegen sehe ich als einen wichtigen Portfoliobaustein
Das ist eine interessanter Rat von einem erklärten Puristen der Portfoliotheorie, den Sie begründen müssen.
Erstens trägt eine internationale Diversifikation einer Aktienanlage nicht mehr wie früher zu einer Senkung des Anlagerisikos bei. Die Korrelation untereinander sind enorm hoch. Der S&P-500-Index für US-Standardwerte und der MSCI-EAFE-Index für die Aktienmärkte Europas, Asiens und Australien haben inzwischen eine Korrelation von annähernd 1, das heißt, sie laufen weitgehend parallel. Rohstoffe liefern hingegen langfristig aktienähnliche Renditen, sind aber langfristig schwach unkorreliert mit den Aktienmärkten. Sie sorgen so für einen Grad der Diversifizierung im Depot, die eine Verteilung des Vermögens über internationale Aktienmärkte in den immer effizienteren Märkten nicht mehr liefern kann.
Und der zweite Grund?
Anleger sind - auch mangels geeigneter Aktien- in China deutlich unterinvestiert, zumindest gemessen an der Rolle Chinas in der Weltwirtschaft. Ähnliches gilt für Indien. Rohstoffe sind eine geeignete Möglichkeit, dieses Missverhältnis zu beheben, also indirekt in China zu investieren.
Das ist gemäß der Theorie der effizienten Märkte, nach denen alle Informationen in die Kurse eingeflossen sind, auch keine bahnbrechende Neuigkeit.
Das Auftreten Chinas hat die jahrzehntelang tradierten Preisfindungen an den Rohstoffmärkten komplett verändert. Ich glaube nicht, dass sich viele Anleger der Tragweite dieser dauerhaften Veränderung bewusst und entsprechend positioniert sind. Das Buch, an dem ich gerade schreibe, heißt daher auch: "From Wall Street To The Great Wall" und schildert die Möglichkeiten für Anleger, von dem ökonomischen Boom Chinas zu investieren.
Sie plädieren dafür, diese Anlagestrategien mit passiven und günstigen Indexfonds umzusetzen. Klassische Indizes gewichten aber sehr gut gelaufene Aktien meist hoch und schlecht gelaufene niedrig. Inzwischen gibt es eine Flut exotischer Indizes, in denen die Gewichtung von Werten von ihrer Bewertung, nicht aber von ihrem Börsenwert abhängt. Sind diese eine Alternative für Anleger?
Diese Indizes sind gerade sehr populär, weil sie mit ihnen die Exzesse um das Jahr 2000 herum gut umschifft hätten. Aber es ist doch immer dasselbe: Nochmals: Anleger tendieren dazu, sich anzusehen, was in der jüngeren Vergangenheit gut funktioniert hätte. Dann laufen sie wie die Lemminge dieser Strategie nach. Die Strategien wechseln, das Prinzip nicht. Ich halte nicht viel davon.
Was ist mit Indizes oder einem Aktienportfolio, in denen alle Werte gleich gewichtet sind? Diese Strategie der Gleichgewichtung hat auch über sehr lange Betrachtungszeiträume höhere Erträge erzielt als der Gesamtmarkt.
Wenn in einem Index alle Werte unabhängig von ihrer Größe gleich gewichtet sind, dann hat dieser Index die Tendenz, zum einen Nebenwerte und zum anderen Value-Titel, also Substanzwerte, überzugewichten gegenüber klassischen Indizes. Das gilt auch für fundamental gewichtete Indizes für die Zeit seit 2000, zum Teil auch für Dividendenindizes. Das hat natürlich in den letzten Jahren sehr gut funktioniert, weil Nebenwerte und Substanzwerte exzellent liefen. Doch längst sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse insgesamt geschrumpft, die Übertreibungen in der Breite und bei großen Werten abgebaut. Ich würde daher nicht darauf wetten wollen, dass diese Strategien auch in den kommenden Jahren funktionieren. Der populärste fundamental gewichtete US-Index, der RAFI-Index, schnitt in diesem Jahr bereits schlechter ab als der S&P-500 selbst.
Und die populären Dividendenstrategie, also die Investition in ausschüttungsstarke Aktien, die in vielen Dividendenfonds umgesetzt wird?
Ich würde die Dividendenstrategie nicht als Möglichkeit sehen, langfristig die Rendite zu erhöhen, erst recht nicht als die Zauberformel für überdurchschnittliche Renditen. Allerdings kommt nun wieder die Persönlichkeit ins Spiel: Wenn ein Anleger - zum Beispiel ein Pensionär - ein Engagement in Aktien eingehen oder fortführen will, zugleich aber auch Wert auf regelmäßige Ausschüttungen legt für seine privaten Zwecke, dann ist ein Dividendenprodukt für ihn eine gute Möglichkeit, dies miteinander zu verbinden. Wenn er sich mit der Kombination wohl fühlt und diese Strategie seine Erwartungen erfüllt, dann ist dies jenseits von Markttiming und Strategien genau das richtige für ihn.
Die klassische Lehre effizienter Märkte, nach der vor allem die Verteilung des Vermögens den Beitrag zur langfristigen Rendite leistet, ist nicht unumstritten. Kritiker monieren, sie sei ebenfalls rückwärts gewandt und fuße auf historischen Erträgen von Aktien und Anleihen, die keine Schlüsse auf die Zukunft zuließen.
Das stimmt insofern, als dass weder ich noch andere Ihnen heute sagen können, ob Aktien in einem Jahr 50 Prozent tiefer oder 10 Prozent höher als heute stehen. Über lange Betrachtungsperioden, etwa über 30 Jahre, ist das anders. Dann verengt sich die Bandbreite der zu erwartenden, attraktiven Rendite - etwa mit Aktien - erheblich, und das über jeden 30-Jahres-Zeitraum der Neuzeit. Letztlich ist dann doch die Verteilung des Vermögens entscheidend. Wer als junger Anleger 30 Jahre Zeit hat, kann also mit hohen Aktienquoten arbeiten und muss weder Einstiegszeitpunkt noch Verluste befürchten.
Die Aktienmärkte sind seit Jahren sehr trendstark - Phasen deutlicher Gewinne und Verluste dauerten stets mehrere Jahre. Das heißt doch auch: Relativ einfache Strategien wie die Trendfolge liefern dauerhaft höhere Renditen als der Gesamtmarkt. Auch Privatanleger nehmen sich nun vermehrt vor, künftig wenigstens Hysteriephasen wie im Jahr 2000 zu umschiffen. Ist das sinnvoll?
Es gab historisch immer Phasen mit klaren Trends. Allein: Das hilft Ihnen überhaupt nicht weiter, wenn Sie heute die Frage beantworten müssen, ob zum Beispiel der aktuelle Trend - der Bullenmarkt seit dem Jahr 2003 - nun noch ein weiteres Jahr anhält oder nicht. oder ob uns vielleicht ein Seitwärtsmarkt bevor steht. Vor vier Wochen noch wäre das Urteil eindeutig positiv ausgefallen. Heute sieht das schon anders aus (lacht).
Das Interview führte Christian Kirchner
http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlegerakademie/sie-lau…
Zusammenfassung:

Wir haben es hier mit einer Persönlichkeit zu tun. Trotzdem muss man festhalten, dass Warren Buffett anderer Meinung ist. Und das ist ein gewichtiges Argument. Börse ist keine Theorie, sondern Praxis.

Zu den Hauptargumenten:
Argument 1: Transaktionskosten

1a) Die Zeiten ändern sich. Seit 2006 hat das Angebot an ETF's zugenommen. Früher musste man 30 Aktien kaufen, um eine sinnvolle Diversifikation zu erhalten. Heute erreiche ich mit drei ETF's eine bessere Diversifikation.

1b) Der Professor ist in einer Zeit aufgewachsen, wo man Börsenaufträge telefonisch via Bankberater aufgeben musste. Heute erteilt man Börsenaufträge via Internet. Die Kosten pro Transaktion betragen heute einen Bruchteil im Vergleich zu früher.


Argument 2: "Nach Börsenjahren wie 2000-2002 sei es logisch, dass Markttimer Oberwasser hätten. Entscheidend sei es, danach die Aufwärtsbewegung mitzumachen."

Das Argument stimmt. Wenn man eine Aufwärtsbewegung verpasst, steht man ziemlich dumm da. Auf der anderen Seite.... der EuroStoxx50 ist immer noch nicht auf dem Hoch von 2000 angelangt:


Man konnte also das Jahr 2003 verpassen, das Jahr 2004 verpassen, das Jahr 2005 verpassen, das Jahr 2006 verpassen - und man steht immer noch besser da als derjenige, der die ganze Baisse mitgemacht hat.



3. Argument: "Der Aktienmarkt steigt nun mal langfristig, das heißt, an der Seitenlinie des Markts ist die Wahrscheinlichkeit bei weit über 50 Prozent, dass Sie einen Anstieg verpassen."

Analog Argument 2. Stimmt natürlich. Deswegen gehe ich nur long und nie short. Und je kürzer die Intervalle des Timings sind, desto unsinniger. Und man sieht wie oben erwähnt alt aus, wenn man eine Aufwärtsbewegung verpasst. Aber den Erfolg eine ganze Baisse umgangen zu sein, muss man ebenso würdigen. Und der obige Chart zeigt, wie lange es dauern kann, bis man eine ausgesessene Baisse wieder aufgeholt hat.
Ob ich auf den obigen Chart bezogen im 2002 zu früh wieder eingestiegen bin oder erst 2004 eingestiegen bin und 2003 verpasst habe spielt keine Rolle. Wer 2000 verkauft hat, ist in jedem Fall besser gefahren als derjenige, der stur gehalten hat.
Demnach sind alle verfügbaren Informationen stets in den Kursen von Aktien und Anleihen enthalten und Prognosen unmöglich

Auch obiges Argument glaube ich stichhaltig widerlegen zu können. Und zwar am Beispiel der UBS-Aktie.



Das, was man hier bei der UBS im Vergleich zum Dow Jones beobachten kann, trifft auf viele Bankaktien zu. Die Bankaktien haben auffällig zur Schwäche geneigt, BEVOR die Immobilienkrise und das volle Ausmass der Öffentlichkeit bekannt war. Damals wurde Wuffli entlassen und alle Welt wunderte sich und wusste den Grund nicht.

Waren etwa im Sommer 2007 alle Verfügbaren Informationen im Aktienkurs eingepreist?


Ein weiteres Beispiel ist der Fall Swissair:
Ein Jahr vor dem Grounding lagen folgende Zahlen vor:
Eigenkapitalanteil: 5%
Fremdkapitalanteil: 95%
Liquiditätsgrad gerade noch so ok aber angespannt.
Verlust von 3 Milliarden
Eigenkapital von noch 1 Milliarde

Alle diese Informationen waren bekannt. Der Geschäftsbericht lag zum Download bereit.

Trotzdem hat alle Welt Aktien gekauft. Genauso wie es vor zwei Monaten Anleger gab, die bei GM an einen Turnaround glaubten.


Waren, sind bei all diesen Beispielen alle Informationen im Aktienkurs eingepreist? Sind aktuell alle Informationen beim Ölpreis eingepreist?

Nein - es herrschen Desinformation, Angst, Gier, Emotionen, Unverständnis, Meinungsunterschiede und andere Differenzen.

Nun müsste mir jemand erklären, wie der Professor zum Schluss kommt, alle Informationen seien in einem Aktienkurs eingepreist.
Und warum ist Warren Buffett Milliardär? Wenn alle Infos jederzeit im Aktienkurs eingepreist wären - so gäbe es auch keine "Schnäppchen". Aber genau so ist Warren Buffett reich geworden???

Wäre interessant zu wissen, wie reich der Professor ist.
Da hab ich ja nochmals Glück gehabt und kann es mir erlauben, die nächste Aufwärtsbewegung zu verpassen. Falls ich aber die nächste Aufwärtsbewegung nicht verpasse, steht es 2:0.

Plus ein Goal für die Wahl eines Index, der den MSCI World geschlagen hat.

Macht 3:0


Also 3:0 oder 2:1? :)
Bei der obigen Grafik ist die Y-Achse falsch beschriftet. Wo 100% steht müsste 0% stehen. Einfach die Prozentzahl Minus 100% rechnen.
Stelle grad fest, dass man je nach Bildschirm die Charts nicht beschriftet hat.

Dunkelblau, grün, rot und violett sind: S&P, Dow Jones, EuroStoxx50 und Lyxor Titans 50 (setzt sich aus den weltweit grössten Firmen zusammen).


Geht GM Konkurs oder wird die Firma übernommen?

Mit Sicherheit hat es GM verpasst, den Markt zu timen und die Zeichen der Zeit zu erkennen.
Marktanalyse 05.07.08

Chancen
1. Transportkosten:
- Anteil der Treibstoffkosten beim weltweiten Transport entsprechen etwa 1%.
- Drosselt ein Containerschiff die Geschwindigkeit um 10%, spart es 30% Treibstoffkosten
Schwellenländer
Werden nicht nur Kostenführerschaft anstreben, sondern in Zukunft auch Technologieführer werden.
Fazit: Selbst bei einer Vervielfachung des Ölpreises, wird sich an der Globalisierung nichts ändern.

2. Industrie
Sehr gut Auftragslage. (Passt überhaupt nicht ins Bild der gegenwärtigen Stimmung.)

Gefahren:
- Iran-Angriff: Meiner Meinung nach ein äusserst unwahrscheinliches Szenario.
- Ölpreis und Energieversorgung insgesamt
Ölpreis Q1 09 bei 139$ (gemäss Jan Stuart)
Ab 2010 Zuspitzung des Problems
- Bankenkrise
- Dollar und USA

Ausblick:
Kein Kaufsignal meinerseits. Weiter Abwarten.

Zukunftsmärkte:
- Alles was mit Energieeffizienz zu tun hat
- Green-Economy
- E-Autos
- Technologie insgesamt

Watchlist:
Nikkei:
- Aktien tief bewertet
- Yen Tendenz stärker zu werden
- Starkes Momentum

ATX:
- Aktien tief bewertet
- Starkes Momentum

TecDax:
- Starkes Momentum
- Hohe Korrelation mit Nasdaq100 und daher eine Alternative zum Nasdaq100, um "kein" Dollarrisiko einzugehen. Beinhaltet aber zu teure Solarwerte.
Ölpreis

Zwei Lager:
1. Lager: Ölpreisanstieg ist fundamental begründet
2. Lager: Ölpreisanstieg ist von Spekulanten getrieben

Persönliche Meinung:
Beide haben Recht. Seit 2003 steigt der Ölpreis aus fundamentalen Gründen. Ab 2008 ist vermehrt Geld als Inflationsschutz ins schwarze Gold geflossen und auch Spekulationen haben zugenommen.

Aus meiner Sicht ist Öl als Investition im Moment zu riskant, da insgesamt zu volatil und unberechenbar. Die "Party" läuft schon zu lange.
Nächste Woche weiterhin Seitenlinie.

Ich werde für ein paar Wochen auf Reisen sein und die Börse ruhen lassen. Das nächste posting kommt frühestens im August.

Markteinschätzung:
Ich habe beschlossen, vor meinen Reisen keine Käufe zu tätigen. Das "Schlimmste", was passiert, ist, dass ich zurückkomme und die Kurse wieder da sind, wo ich im Mai ausgestiegen bin. Ein meiner Meinung nach sehr optimistisches Szenario.

Ich glaube nicht, dass die aktuellen "Tiefs" halten. Der Markt wird weiter korrigieren. Vermutlich verpasse ich den möglicherweise bevorstehenden "Sell-off" und die darauf folgende Erholung. Aber das sind Prognosen, die mich nicht interessieren.

Gruss, Nobbele
Wow, läuft ja gut.

Verpasse nur den Einstieg in die Bärenmarktrallye nicht.

;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.648.417 von kosto1929 am 05.08.08 10:12:19"Verpasse nur den Einstieg in die Bärenmarktrallye nicht."

Hab ich die nicht schon verpasst? Die aktuelle Bewegung hat mir zuwenig Kraft. Ich lass mir Zeit.

Interessant sind im Moment Freddie, Fannie und GM. Alle drei weisen aufgeblasene Bilanzen auf.

Ebenfalls interessant ist, dass die alten Favoriten meiner Watchlist nicht die neuen Favoriten sind.

Gruss, Nobbele
Weiterhin Seitenlinie.

Zusammenfassung letzte Wochen:

Börsen haben sich erholt. Doch obwohl die Kurse nun seit einigen Wochen steigen, sind die Kurse nicht weit vom März-Tief entfernt.

Da die aktuelle Kurserholung wenig Kraft hat und ich im Moment keine Ahnung habe, welche Märkte aktuell zu favorisieren wären, warte ich weiterhin ab.

Auf fallende Kurse zu setzen verzichte ich, da ich an der Börse grundsätzlich optimistisch bin und Baisse-Phasen im Vergleich zu Hausse-Phasen in der Regel nur von kurzer Dauer sind und ich keine Baisse-Phase timen will.

Nächstes Posting bei Kauf.
N100 kann ich ja verstehen aufgrund der Stärke, aber warum die Schweiz?

Finanzsektor und Pharma als Long?
"Verpasse nur den Einstieg in die Bärenmarktrallye nicht."

Hab ich die nicht schon verpasst? Die aktuelle Bewegung hat mir zuwenig Kraft. Ich lass mir Zeit.


In einem Bärenmarktrallye hat man nie viel Zeit.

;)
Interessant sind im Moment Freddie, Fannie und GM. Alle drei weisen aufgeblasene Bilanzen auf.


Was ist an den Titeln interessant? Was ist denn an den Bilanzen aufgeblasen?
Ebenfalls interessant ist, dass die alten Favoriten meiner Watchlist nicht die neuen Favoriten sind.

Das ist für einen Bärenmarkt typisch.
1. Frage:
Bärenmarkt hin oder her - Aktien sind günstig. Bin sehr skeptisch was die "prognostizierten" anstehenden Kursverluste betrifft an den Weltbörsen betrifft. Welche negativen Nachrichten sind denn noch nicht berücksichtigt?

2. Frage:
Die Bilanzen sind falsch und aufgeblasen. Möchte das hier nicht näher erörtern, da sehr technisch und uninteressant. Die Aktien sind ja auch fast nichts mehr wert.

Gruss, Nobbele
PS: Der Beitrag der CH-Banken am BIP ist etwa 20%. Die Schweiz hat schon noch etwas mehr zu bieten.
Nachfolgend meine genaueren Beweggründe:

Die allgemeine Situation hat sich deutlich verbessert:

1. Energiepreise sind gesunken
2. Dollar hat sich etwas erholt
3. Die Aktien von Fannie, Freddy sind die letzten Wochen stark eingebrochen. Eine mögliche Verstaatlichung ist bereits eingepriesen.
4. GM liegt am Boden. Ist auch kein Geheimnis mehr.
5. Stimmung ist extrem pessimistisch
6. USA zieht bereits wieder an (war 2002/2003 auch so, dann haben Europa und Asien nachgezogen)
7. Usw.....

Lange Rede kurzer Sinn: Ich denke die Katze ist aus dem Sack. Und die Banken werden sich auch wieder erholen. Ist alles ne Sache der Medien. Zudem sind in der Vergangenheit die Kurse in Rezessionsjahren gestiegen, weil die Börse ja bekanntlich die Zukunft handelt.

Liebe Grüsse, Nobbele

Nächstes posting frühestens Oktober.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.936.010 von Nobbele_2010 am 01.09.08 18:28:55Woran machst du denn fest das Aktien günstig sind?

Die bisherigen Fakten sind eingepriced.

Konsumentenkredite könnte noch ein Faktor werden, aber das werde ich mir weisen lassen.

Banken haben erstmal Stärke in den USA gezeigt gg. den Markt.

Der Finanzsektor ist der Schlüssel für Stabilität.

Das heißt GM ist ein Shortkandidat für dich?
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.936.024 von Nobbele_2010 am 01.09.08 18:30:11Der Anteil am BIP ist relativ uninteressant, sondern der Anteil am SMI.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.936.684 von Nobbele_2010 am 01.09.08 19:48:32Die Stimmung hat sich schon wieder stark erholt.

Schwäche ist stark und Stärke schwach.

Warum das Investment in der Schweiz?

Verteilst du real nur auf zwei Indices?

Die Banken haben sich schon stark in den USA erholt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.937.435 von kosto1929 am 01.09.08 21:53:48Du kannst auch auf den Dax setzen. Ich finde den SMI als konservatives Investment zum Nasdaq100 eine gute Ergänzung. Zudem als Schweizer kein Währungsrisiko. Wie gesagt: 50% Dax und 50% Nasdaq100 wäre eine gute Alternative.

Denkbar wäre auch:
33% Nasdaq100
33% Dax
33% Alternative
usw...

"Woran erkennst du, dass Aktien günstig sind?"
Antwort: An den Kennzahlen und Vergleichen mit der Vergangenheit.

Gruss, Nobbele

PS: Bitte nicht beleidigt sein, wenn ich erst im Oktober antworte.
Nachdem die Presse den "Weltuntergang" verkündet hat, finden die Medien auch wieder zu anderen Themen zurück. Was die Kurse angeht, so ist in Anbetracht der teils herrschenden Panik sowohl nach unten als auch nach oben nicht viel passiert. (Der SMI ist etwa 5% tiefer als vor einem Monat).

Gleiche Ausgangslage wie vor einem Monat. Wir haben teilweise Kurse von 1997. Aktien sind immer noch billig und wären sogar noch fair bewertet, wenn die zukünftigen Unternehmensgewinne um 50% und mehr einbrechen würden. Ich halte das Energieproblem langfristig nach wie vor für zentraler als die momentane "Finanzkrise".

An der Seitenlinie zu stehen halte ich inzwischen für verkehrt, da die nächste Aufwärtsbewegung plötzlich kommen wird. Ein klarer Trend lässt sich aber nicht ausmachen. Von daher kann man nur abwarten.

Nächstes posting im November.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.376.646 von Nobbele_2010 am 02.10.08 10:35:08Ich halte das Energieproblem langfristig nach wie vor für zentraler als die momentane "Finanzkrise".

echt, ich nicht, es gibt doch Energie ohne Ende, ich denke das Energie in 20 Jahren viel günstiger zu haben ist als heute, im Moment und in den nächsten Jahren wird in den Bereich massiv investiert und es werden gigantische Überkapazitäten aufgebaut, je höher der Ölpreis auf kurze-mittefristige Sicht desto größer der spätere Absturz
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.378.956 von Jjeiiin am 02.10.08 13:51:3420 Jahre ist ein langer Zeitraum. Ich habe dazu keine Meinung, weil das zu weit weg ist.

Für die kommenden Jahre sind das Klima- und Energieproblem sicher zwei zentrale Themen in der Politik. Es dauert einige Jahre, bis der Bau eines Kraftwerkes politisch genehmigt und schlussendlich gebaut wird/ist.

Die Finanzkrise ist irgendwann zu Ende. Auch die Krise von 1929 dauerte "nur" relativ kurz. Während sich die Realwirtschaft in der Rezession befindet, fangen die Börsen schon wieder an sich zu erholen. Und irgendwann zieht dann auch die Konjunktur wieder an. Und dann steigen auch wieder die Energiepreise. Wenn man sich nun den Langfristchart beim Ölpreis anschaut und ganz einfach auch die Tatsache berücksichtigt, dass heute Öl auf viel teurere und weniger gewinnbringende Art und Weise gefördert ist, so kann man sich in etwa ausmalen, wo der Ölpreis beispielsweise 2011 stehen könnte. Ob bis dahin genug Kraftwerke gebaut sind?

Gruss, Nobbele
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.376.646 von Nobbele_2010 am 02.10.08 10:35:08Wann sind Aktien billig und wann sind sie fair bewertet?

Von welcher Basis ein 50% Abschlag?
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.383.304 von kosto1929 am 02.10.08 18:42:48"Wann sind Aktien billig und wann sind sie fair bewertet?"
Gibt diverse Suchmaschinen, mit Hilfe derer du unter Anwendung der richtigen Suchbegriffe rasch eine Antwort findest.

"Von welcher Basis ein 50% Abschlag?"
Ausgehend von der Basis vom 02.10.08.



Wir können hier lange philosophieren.


Anfang Jahr hielt ich es für richtig auszusteigen und habe damit einen wesentlichen Teil der Abwärtsbewegung ausgelassen. Zwischenzeitlich gab es dann aber auch immer Mal wiede Gegenbewegungen und man konnte den Eindruck gewinnen, dass ich falsch liege und die Aufwärtsbewegung verpasse.

Es ist sehr wichtig bei Aufwärtsbewegungen dabei zu sein. Und nun bin ich der Meinung, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um wieder einzusteigen. Es ist unsinnig, den Markt genau timen zu wollen. (Ganz abgesehen davon, dass ich keine Lust habe, die Kurse so regelmässig zu verfolgen).

Unabhängig von Fakten, gibt der obige Chart durchaus einige Informationen. Die Korrekturen werden eher kleiner, obwohl die Stimmung der letzten Wochen wohl ohne Übertreibung als "panikartig" definiert werden kann. (Warum sonst verkauft jemand jetzt noch zu solch tiefen Kursen?)

Und wenn man via ETF's investiert ist, kann es einem auch egal sein, ob Mal Goldminenaktien oder Mal Energiewerte das neue "Opfer" sind. Ausser du gehst davon aus, dass ein 3. Weltkrieg heranbricht und/oder sonst ein katastrophales Ereignis in einer solchen Grössenordnung eintrifft, dass an den Aktienmärkten die nächsten 30 Jahre kein Geld zu verdienen ist. Dieses Risiko besteht natürlich immer. Entsprechend kannst du für dich definieren, ob und wie viel du von deinem Vermögen anderweitig investierst.

Gruss, Nobbele



Nachtrag:
Ohen Fakten: Auch diese Grafik lässt einige Schlussfolgerunge zu. In Korrekturphasen kommt es oftmals zu Übertreibungen nach unten. Wir kennen das ja. Das ist nichts Neues. Ich impliziere daher einfach Mal, ohne Fakten zu nennen, dass 2003 eine Übertreibung nach unten stattgefunden hat. (Die Börse hat dies im Nachhinein auch erkannt, weshalb es plötzlich so steil nach oben ging). Weiter lege ich den Schluss nahe - auch hier ohne Fakten, dass die Unternehmen seit 2003 Werte generiert haben. Seit 2003 hat eine reale Wertschöpfung stattgefunden. Weiter ist bekannt, dass Aktien Sachwerte sind (da reale Beteiligungen an realen Unternehmen mit realen Assets). Hinzu kommt die Tatsache, dass wir 2008 eine sehr hohe Inflation hatten. (Davor hat das Geld natürlich auch schon jährlich an Wert verloren).

Wenn man diese Überlegungen anstellt, dann sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass die Kurse jetzt günstig sind. Und ausgewiesenen Bewertungen und Fakten bestätigen meine Überlegungen.

Falls weiter Fragen/Inputs kommen antworte ich wie im oberen posting festgehalten im November wieder.
"Wann sind Aktien billig und wann sind sie fair bewertet?"

Gibt diverse Suchmaschinen, mit Hilfe derer du unter Anwendung der richtigen Suchbegriffe rasch eine Antwort findest.

Du scheinst ja echt ein Fachmann zu sein.

:rolleyes:
Angst ist nie ein guter Ratgeber.

Zwei Monate sind seit dem Einstieg vergangen. Wer im Euro zu Hause ist, hat aufgrund Währungsgewinne gegenüber dem Schweizer Franken die Verluste des SMI der letzten zwei Monate sogar ausgeglichen. Neben diesen Währungsgewinnen kann weiter festgehalten werden, dass der SMI die letzten Monate einer der stärksten Indizes war (unter Berücksichtigung der 200-Tages-Linie)

Depotstand September 08: +19%

Kauf 50% SMI: Verlust etwa 12% (da Depotführung in CHF werden Währungsgewinne ggn. Euro nicht berücksichtigt)
Kauf 50% Nasdaq: Verlust zwischen 8%-18% (je nachdem, ob man die Währungsdifferenzen berüchsichtigen will - normalerweise spielen diese ja auch in so kurzer Zeit eine untergeordnete Rolle).

Depotstand November 08: ungefähr +5% bis +10% (je nach Währungsberücksichtigung)

Die Börsen haben gezeigt, dass die Kurse genau so schnell wieder steigen können, wie sie fallen. Bei einem Ausstieg oder