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    Vorzugsaktien von Fannie Mae und Freddie Mac - Chance auf 700 % Kursgewinn - 500 Beiträge pro Seite

    eröffnet am 09.04.22 18:02:17 von
    neuester Beitrag 09.04.22 18:25:29 von
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      schrieb am 09.04.22 18:02:17
      Beitrag Nr. 1 ()
      .
      Dieser Thread richtet sich an Leute, die grundsätzlich an Turnaround-Spekulationen interessiert sind. Dabei setzten Anleger auf - potenziell riskante - Werte, die ihrer Meinung nach vom Markt zu Unrecht und/oder viel zu stark abgestraft worden sind.

      Turnaround-Spekulationen können äußert lukrativ enden – nämlich dann, wenn sich die zugrundeliegenden Annahmen (zu Unrecht abgestraft) bewahrheiten UND der Markt dies irgendwann auch tatsächlich erkennt. Sie können aber auch schwer ins Auge gehen, z. B. wenn man glaubt, eine runtergeprügelte Enron oder Wirecard sei ein Schnäppchen oder „viel zu billig“ gemessen an den „tollen Aussichten“. Faktisch waren die Aussichten bei Enron und Wirecard schwarz. Um die künftige Kursentwicklung realistisch und vor allem rechtzeitig vorauszuahnen, kommt man um gründliche Fundamentalrecherche nicht herum. Charttechnik hingegen ist bei Turnaround-Spekulationen nur mit großen Vorbehalten brauchbar.

      --------------------

      Hier im Thread soll es um einen möglichen Turnaround bei Vorzugsaktien von Fannie Mae und Freddie Mac gehen.

      Die beiden halbstaatlichen amerikanischen Hypothekenbanken Fannie Mae (FNMA) und Freddie Mac (FMCC) – ich nenne sie im Folgenden kurz FnF - wurden am 7. September 2008 vom damaligen US-Finanzminister Hank Paulson (zuvor Goldman-Sachs CEO) unter Zwangsverwaltung gestellt. Es gibt Stimmen, die dies als den eigentlichen Auslöser der Banken- und Finanzkrise von 2008 betrachten. Denn Lehman ging erst eine Woche später, am 15. September 2008, pleite. Tatsächlich könnte die Lehman-Pleite eine indirekte Folge der FnF-Zwangsverwaltung gewesen sein, da diese eine Schockwelle durch die Finanzmärkte sandte. Keine Bank traute einer anderen mehr.

      FnF sind in fast jede zweite Hypothek in USA involviert. Die kombinierte Bilanzsumme der Twins liegt aktuell bei 7,2 Billionen Dollar, das entspricht 150 % des deutschen BIP. Auch von der Gewinnlage her operieren FnF aktuell solide. Die Gewinne (von beiden Firmen zusammen) lagen in den letzten Jahren meist bei über 20 Mrd. Dollar pro Jahr.

      Dennoch setzt sich die Zwangsverwaltung von FnF bis zum heutigen Tag fort. Weder die Stammaktien (FNMA und FMCC) noch die Vorzugsaktien sind stimm- oder dividendenberechtigt und notieren in USA „OTC“ – sind also wie Pleite-Aktien nach Chapter 11 nicht mehr an den regulären US-Börsen gelistet.

      Entsprechend tief sind die Kurse gefallen. Die Stammaktien notieren bei deutlich unter einem US-Dollar (2005 standen sie noch bei 90 Dollar), und die Vorzugsaktien, von denen es ca. 36 unterschiedlichen Tranchen gibt, notierten aktuell meist zwischen 2,50 und 4 Dollar.

      Kurs der Stammaktie FNMA (Fannie Mae):
      https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=FNMA

      Kurs der Stammaktie FMCC (Freddie Mac):
      https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=FMCC

      Hier ein Gesamtüberblick über alle Stammaktien und die wichtigsten JPS von FnF:
      https://finance.yahoo.com/quotes/fmcc,fnma,fmckj,fmcki,fmccm…

      Die Vorzugsaktien heißen „Junior Preferred Shares“ (kurz JPS). Sie wurden meist in den Nuller Jahren (von 2000 bis 2008) emittiert, zum Zwecke der Kapitalaufstockung. Im Prinzip sind die JPS vergleichbar mit Unternehmensanleihen (Bonds) - und haben entsprechend einen Nominalwert von meist 25 oder 50 Dollar. Der Unterschied zu „richtigen“ Bonds ist allerdings, dass bei den JPS von FnF die Dividende „betriebsbedingt“ ausgesetzt werden kann, während bei Bonds die Zinsen IMMER gezahlt werden müssen (außer die Firma geht pleite). Tatsächlich gibt es auf die JPS seit Herbst 2008 – dem Beginn der Zwangsverwaltung – keine Dividende mehr, und diese wird auch nicht mehr nachträglich ausgezahlt.

      Die JPS haben bei aktuellen Kursen ein Kurssteigerungspotenzial von ca. 700 %.
      Sie könnten also von jetzt ca. 3 Dollar auf den Nominalwert von 25 Dollar steigen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Fannie und Freddie aus der Zwangsverwaltung, in der sie seit 2008 stecken, entlassen werden.

      Einige dieser Junior Preferred Shares (JPS) sind auch in Deutschland (Berlin, Frankfurt) handelbar, fast alle im Auslandshandel (z. B. bei Comdirect oder Consors). Zu den liquidesten JPS zählen:

      FNMAS (US3135867527) – Fannie Mae
      FNMAT (US3134006242) – Fannie Mae
      FMCJK (US3135867378) – Freddie Mac

      Es gibt zahlreiche Klagen von Aktionären und Vorzugsaktionären gegen die oft aktionärsfeindlichen Aktionen der Zwangsverwaltung. Eine der wichtigsten Klagen endete letztes Jahr vor dem Supreme Court (Scotus) mit der Abweisung der Forderungen der Kläger.

      Größte Chance auf Freilassung haben FnF inzwischen (mMn) auf administrativem Weg. Das US-Schatzamt (Janet Yellen) und die kürzlich neu nominierte Direktorin der Zwangsverwaltung (FHFA) namens Sandra Thompson sind per Rettungsgesetz aus 2008 (HERA) berechtigt, mit einer „Briefvereinbarung“ (Vertrag) die Freilassung zu initiieren. Der Kongress muss dazu nicht befragt werden.

      Für die Freilassung fehlen FnF allerdings ca. 167 Mrd. $ an Eigenkapital, die über eine Kapitalerhöhung reingeholt werden müssen. Diese „größte KE aller Zeiten“ könnte nach Infos des Congressional Budget Office (CBO) im Jahr 2023 oder 2025 stattfinden.

      https://narfocus.com/billdatabase/clientfiles/172/21/4233.pd…

      Sobald die KE durchgeführt wird, sollten die JPS auf ihren Nennwert von 25 Dollar steigen. Ich halte hauptsächlich das JPS FNMAT, das (per Vertrag) 8,25 % Dividende bringt, die jedoch wegen der Zwangsverwaltung ruht.

      Chart des JPS FNMAS (am liquidesten von allen JPS)
      https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=FNMAS

      Chart des JPS FNMAT:
      https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=FNMAT

      Warum bei FnF so viel Kapital fehlt, schreibe ich im Folgenden in den Hintergrundinfos.
      Avatar
      schrieb am 09.04.22 18:25:29
      Beitrag Nr. 2 ()
      Hintergrund-Infos zu Fannie Mae und Freddie Mac
      .
      Es gibt erhebliche Zweifel daran, ob es wirklich nötig war, dass George W. Bushs Finanzminister Hank Paulson Fannie Mae und Freddie Mac im Herbst 2008 unter Zwangsverwaltung stellte. Kritiker behaupten, dass dies nur dazu dienen sollte, Fannie und Freddie „platt zu machen“ und mittelfristig aus dem Verkehr zu ziehen. Denn FnF konkurrieren mit den US-Großbanken um die Hypothekenvergabe in USA. Beide bedienen jeweils ca. 50 % des Marktes. Wall Street betrachtet FnF als „sozialistische Konkurrenz“, weil sie als halbstaatliche Unternehmen günstigere Hypokredite vergeben können als die US-Großbanken.

      Fannie und Freddie erzielen ihre Gewinne hauptsächlich aus Gebühren. Diese Gebühren erheben sie dafür, dass sie US-Banken fertige Hypothekenverträge abkaufen und diese in „Paketen“ bündeln. Die Bündel heißen „Mortgage Backed Securities“ (MBS). Die MBS werden anschließend an Investoren in aller Welt, darunter auch Zentralbanken, als Anlageobjekt verkauft. Die US-Regierung garantiert implizit dafür, dass die MBS wertstabil bleiben und stützen sie im Krisenfall finanziell. Deshalb begnügen sich die Käufer der MBS mit relativ niedrigen Renditen („Anleihezinsen“), die nur geringfügig höher sind als die von sicheren US-Staatsanleihen. Fannie und Freddie geben die dadurch erzielten Kostenvorteile an die US-Hauskäufer weiter, die deshalb – wenn sie ihre Immobilienkäufe über FnF finanzieren – deutlich bessere Konditionen erhalten, als wenn sie zu normalen Großbanken wie Wells Fargo gehen. Fannie Mae gab auch die erste 30-jährige Hypothek in der US-Geschichte heraus.

      Wegen ihrer günstigeren Kreditkonditionen sind FnF den US-Großbanken als „staatssubventionierte“ Konkurrenz ein Dorn im Auge. Und eben deshalb nutzte Hank Paulson am 7. Sept. 2008 – am Höhepunkt der US-Immobilienkrise – die Chance, Fannie und Freddie „notzuschlachten“, indem er sie unter Zwangsverwaltung stellte: Die Federal Housing Finance Agency (FHFA) übernahm die Aufsicht über die Twins, deren Boards of Directors fortan „nichts mehr zu melden“ hatten. Parallel dazu wurde das HERA-Gesetz verabschiedet, das ziemlich rigide die Details der Zwangsverwaltung regelte, die damit den Charakter einer Knechtschaft bekam.

      Um das Plattmachen von FnF in die Wege zu leiten, wies die Zwangsverwaltung (FHFA) in der Folgezeit die zu Abnickern degradierten FnF-Direktoren an, hohe Risikorückstellungen für angeblich „hohe drohende Verluste“ vorzunehmen. In der Bilanz machten sich der vorgenommenen Rückstellungen als horrende Verluste bemerkbar. Einmal wurde sogar ein Fehlbetrag von 100 Mrd. $ verbucht.

      In der Realität hatten FnF jedoch kaum Verluste. Denn in ihren Kreditportfolio war wenig Subprime-„Schrott“ enthalten, viel weniger als bei den US-Großbanken.

      Der ehemalige Finanzchef von Fannie Mae, Tim Howard (CFO und Co-CEO bis 2004), weist in seinen vielen Blog-Beiträgen darauf hin, dass die behauptete Notlage 2008 nicht wirklich bestanden hat und nur durch willkürliche Bilanzauslegung zustande gekommen sei:

      http://howardonmortgagefinance.com

      Die Zwangsverwaltung war somit vor allem ein "böswilliges" Konstrukt, das helfen sollte, FnF als lästige Billigkonkurrenz der US-Großbanken auszubremsen oder gar auszuschalten.

      Das Narrativ der US-Regierung unterscheidet sich jedoch deutlich von der Realität: Offiziell hieß es, dass FnF 2008 mit Staatsgeldern vor der sonst sicheren Pleite "gerettet" werden mussten. Das ist eine klare Lüge, die bis heute gebetsmühlenartig wiederholt wird. Inzwischen glauben 99 % der US-Bevölkerung, dass FnF 2008 tatsächlich pleite waren.

      Aufgrund der vorgenommen Rückstellungen kam es bei FnF zu erheblichen Bilanzschieflagen. Um das Eigenkapital positiv zu halten, mussten FnF Hilfskredite der Regierung in Anspruch nehmen, und zwar im Volumen von insgesamt 190 Mrd. Dollar. Dieser Regierungs-Kredit wurde tückischerweise in Gestalt einer Beteiligung gegeben. Die US-Regierung erhielt im Volumen von 190 Mrd. $ Senior Preferred Stock (SPS). Das sind eigens geschaffene neue Aktien, für die eine üppige Dividende von 10 % p.a. bewilligt wurde. Der Staat kassierte also nun 10 % Dividende pro Jahr auf diesen als „Investition“ bzw. Beteiligung deklarierten Hilfskredit. Die ausgezahlte Dividende wird wohlgemerkt NICHT als Abtrag auf die SPS verrechnet.

      Außerdem erhielt die US-Regierung Warrants (Optionen) im Volumen von 79,9 % der Stammaktien. Diese Warrants sollten als Sicherheit für den 190-Mrd.-$-Kredit dienen, falls FnF doch noch pleite gehen.

      Wegen der fortlaufenden, „von oben verordneten“ Risikorückstellungen machten FnF von 2008 bis 2012 pro forma hohe Verluste. Deshalb beschloss die US-Regierung 2012, FnF "abzuwickeln" und durch andere, vermeintlich "besser funktionierende" Institutionen zu ersetzen. Dies geschah durch ein von der FHFA-Zwangsverwaltung herausgegebenes Papier (3. Amendmend zur HERA-Rettungsvereinbarung von 2008), in dem deklariert wurde, dass ab 2012 sämtliche Gewinne von Fannie und Freddie an die US-Regierung weitergeleitet werden müssen. Angeblich „zum Schutz des Steuerzahlers“, weil sonst die 190 Mrd. $ Hilfskredit nicht mehr einzutreiben seien.

      Dieser sogenannte Net Worth Sweep (NWS) enthält Elemente von betrügerischer staatlicher Raffgier: Die US-Regierung hatte Wind davon bekommen, dass sich die Gewinnlage von FnF ab 2013 deutlich verbessern würde.

      Und zwar ganz einfach deshalb, weil die Risikorückstellungen von Vornherein gar nicht nötig gewesen waren. Bei deren ab 2013 folgenden Auflösungen fielen somit entsprechend hohe Gewinne an. Und diese Gewinne sollten eben nun nicht dazu führen, dass FnF wieder profitabel werden und aus der Zwangsverwaltung entlassen werden können (Damit wurde vor allem dem Wunsch der Großbanken entsprochen, Fnf „klein zu halten“).

      Über die 10-%-Dividende auf die SPS und den Net Worth Sweep (der sämtliche Gewinne an die Regierung weiterleitete), hat die US-Regierung von 2012 bis 2019 insgesamt 310 Mrd. $ von FnF einkassiert, obwohl sie nur 190 Mrd. $ (in Gestalt der SPS) verliehen hatte.

      Dagegen hatten u. a. Collins und Co. geklagt. Sie wollten mit ihrer Klage geltend machen, dass der SPS-„Kredit“ über den NWS bereits abgezahlt sei. Im 2019 gab der 5th Circuit den Collins-Klägern recht. US-Präsident Trump sah sich aufgrund des Urteils veranlasst, den NWS zu stoppen. FnF dürfen ihre Gewinne seitdem einbehalten und zur Aufstockung der dünnen Eigenkapitaldecke verwenden. Trump hatte 2016 bei seinem Amtsantritt ohnehin verkündet, FnF aus der Zwangsverwaltung befreien zu wollen. Das hat jedoch bis zu seinem Abgang in 2020 nicht geklappt. Trump behauptet, dass er zu wenig Zeit dafür gehabt hätte.

      Gegen das Urteil aus 2019 hat die Regierung jedoch Revision eingelegt, und der Fall ging vor das höchste US-Gericht, das US-Supreme-Court. „Scotus“ watschte die Collins-Kläger jedoch wider Erwarten ab, indem es den NWS für rechtmäßig erklärte. Scotus berief sich dabei auf das zur „Rettung“ von Fannie und Freddie in 2008 (von Paulson) erlassene HERA-Gesetz. HERA billigt der Zwangsverwaltung FHFA zu, praktisch beliebige Aktionen und Transaktionen durchzuführen, auch wenn diese FnF schaden. Das Interesse der „Steuerzahler“, die den SPS „zur Rettung“ vorgeschossen hatten, sei treuhänderischen Pflichten gegenüber den Altaktionären übergeordnet.

      Faktisch nahm Scotus die Regierung für ihre „Plünderung“ der Twins in Schutz. Obama hatte die bei FnF via NWS abgegriffenen Gewinne teils zur Querfinanzierung von ObamaCare benutzt (bzw. „missbraucht“).

      Die Scotus-„Opinion“ von Juli 2021 ist eine Art Präzedenzurteil, das auch den vielen anderen Klägern den Wind aus den Segeln genommen hat. Realistische Chancen haben aktuell nur noch die Fairholmes-Kläger, die den NWS als Vertragsbruch gegenüber den JPS-Investoren rügen und Schadensersatz verlangen. Der Fall wird im Juli 2022 verhandelt. Die Fairholmes-Kläger klagen vor allem im Interesse der Halter von Vorzugsaktien (JPS). Denn nur die JPS, die meist zwischen 2000 und 2008 emittiert wurden, haben klar ausformulierte vertragliche Rechte. Die teils vor über 50 Jahren emittierten Stammaktien von Fannie und Freddie haben keine eindeutig formulierten Rechte, und sie sind, z. B. was Dividendenzahlungen betrifft, „nachrangig“ gegenüber den JPS.

      Durch die „Ausplünderung“ seitens der US-Regierung via NWS haben Fannie und Freddie aktuell eine negatives CET-1-Eigenkapital von ca. -170 Mrd $ (CET 1). Das Kernkapital liegt bei ca. -125 Mrd. $. Nur aus dem Grund, dass die US-Regierung ihre SPS-Beteiligung in Höhe von 190 Mrd. $ (noch) in der Bilanz stehen hat, ist das Eigenkapital von FnF überhaupt positiv.

      Für die Freilassung hat der Zwangsverwalter FHFA eine CET-1-Quote von anfangs 4,5 % der Bilanzsumme festgelegt – entsprechend Basel III. Kritiker halten das für stark überhöht, weil FnF keine den Banken vergleichbare Risiken aufweisen. Sie müssen sich z. B. nicht kurzfristig am Geldmarkt refinanzieren. Deshalb will die kürzlich von der Biden-Administration ernannte FHFA-Direktorin Sandra Thompson, die CET-1-Quote auf 3 % senken.

      Wieviel Geld müssen FnF unter diesen Voraussetzungen über die Kapitalerhöhung reinholen?

      Die Bilanzsumme von FnF liegt aktuell bei 7,2 Billionen (7.200 Milliarden) Dollar. Auf der Habenseite der Bilanz stehen die Unmengen an MBS, die FnF herausgegeben haben. 3 % davon – die von Thompson reduzierte CET-1-Quote – entspräche 216 Mrd. $.

      Aktuell liegt CET-1 jedoch bei -170 Mrd. $. Es fehlen somit ca. 386 Mrd. $, um FnF auf eigene Füße zu stellen. Das ist eine Riesensumme, und die aktuellen Tiefkurse der Stammaktien und Vorzugsaktien (JPS) von FnF spiegeln die Sorge der Marktakteure wider, diese Summen herbeizuschaffen.

      Eine Möglichkeit wäre, dass die Regierung die SPS (trotz des Scotus-Urteil) als über den NWS abgezahlt deklariert. Ohne die SPS in der Bilanz würde CET-1 von aktuell -170 Mrd. auf +20 Mrd. $ steigen. Zudem könnte die CET-1-Anforderungen noch weiter gesenkt werden auf 2,5 % der Bilanzsumme (2,5 % ist das Minimum, das HERA erlaubt). In dem Fall müsste für die Freilassung nur noch ca. 187 Mrd. % an CET-1-Kapital vorgehalten werden.

      Über die Kapitalerhöhung müssten dann ca. noch 167 Mrd. $ reingeholt werden (187 Mrd. $ gemäß 2,5-%-Kapitalregel abzüglich der vorhandenen 20 Mrd. $ nach SPS-Löschung). Es wäre, wie auch FHFA-Direktorin Thompson sagt, „die größte KE aller Zeiten“. Als Zeichner der KE kommen u. a. große Fonds sowie Sovereign Wealth Fonds aus den Golfstaaten in Betracht.

      In den letzten Wochen kamen mehrere Meldungen auf, dass die FHFA nun überprüfen will, ob die Voraussetzungen für eine KE gegeben sind. Außerdem sollen FnF auf eine Tätigkeit ohne Zwangsverwaltung organisatorisch vorbereitet werden.

      https://investorshub.advfn.com/boards/read_msg.aspx?message_…

      Es deutet sich somit – nach etlichen erfolglosen Versuchen einer juristischen Lösung – nun eine administrative Lösung an. Das HERA-Gesetz erlaubt, dass die Freilassung durch eine bloße „Briefvereinbarung“ (eine Art Vertrag) zwischen FHFA-Direktion und dem US-Schatzamt vonstatten gehen kann. Der US-Kongress muss dazu nicht befragt werden. Voraussetzung ist, dass 1. Sandra Thompson (FHFA-Direktorin) und Janet Yellen ihre gemeinsame Unterschrift unter dem Papier leisten, dass 2. alle größeren Klagen aus dem Weg geräumt sind, und dass 3. die immense Summe von 167 Mrd. $ realistisch über die KE reingeholt werden kann, was entsprechender Vorbereitung/Werbung bedarf. Die Freilassung könnte 2023 oder 2025 erfolgen.

      Die JPS sollten bei der Freilassung von jetzt ca. 3 Dollar auf 25 Dollar steigen.

      Die Stammaktien von FnF sind sehr viel riskanter, weil sie im Zuge der KE stark verwässert werden könnten. Es gibt Befürchtungen, dass die Regierung ihre SPS-Beteiligung nicht einfach als abgezahlt löschen wird, sondern in Stammaktien umwandeln wird. Das würde mit einer extremen Verwässerung einhergehen, weil die SPS ein Volumen von 190 Mrd. $ haben, während die Marktkapitalisierung von FnF (kombiniert) bei nur knapp 1,5 Mrd. $ liegt. Es gibt zurzeit etwa 1,8 Mio. Stammaktien (Fannie und Freddie kombiniert), die bei knapp 80 Cents notieren. Die Stammaktien könnten wegen der starken Verwässerung am Ende nur noch wenige Cents wert sein.

      Trotzdem könnte die US-Regierung mit der Freilassung noch einmal ca. 100 Mrd. $ Gewinn einstreichen (zusätzlich zu dem, den sie bereits über NWS und 10%-Dividende „eingesackt“ hat). Dazu müsste sie ihre über die SPS-Umwandlung erhaltenen Altaktien nach der Kapitalerhöhung am Markt verkaufen. Es gibt bereits Spekulationen, dass diese 100 Mrd. $ für die Förderung von erschwinglichem Wohnraum in USA (speziell für Schwarze und Hispanics) verwendet werden sollen.

      Sollte die US-Regierung die SPS stattdessen (freiwillig) für abgezahlt erklären, könnte sie immer noch ihre Warrants ausüben. In dem Fall würde sie nur ca. 50 Mrd. $ einnehmen, und die alten Stammaktien könnten nach der KE auf einen äquivalenten Kurs von 5 bis 7 Dollar steigen. Der SPS-Swap ist aber mMn wahrscheinlicher, weil die Regierung dabei mehr einnimmt.

      Bei den JPS droht KEINE Verwässerung, weil deren Rechte vertraglich gesichert und weil sie gegenüber den Stammaktien vorrangig sind. Sie dürften im Zuge der KE in junge Stammaktien getauscht werden, die dann auch wieder an den regulären US-Börsen notiert sein werden.

      Das Prozedere ähnelt somit einer Chapter-11-Restrukturierung.
      Die Stammaktien werden – wie z. B. auch bei General Motors – nahezu wertlos. Wenn die SPS weg sind (durch Löschung oder Umwandlung in Stammaktien), dann sind die JPS wieder die ranghöchste Aktie im Kapitalstock – und im Prinzip auch wieder dividendenberechtigt. Da aber 8,25 % Dividende, die z. B. für das JPS FNMAT fällig würden, unter aktuellen Zinskonditionen extrem hoch ist, werden die JPS voraussichtlich zum Nominalwert (meist 25 $, teils 50 $) in neue Stammaktien umgewandelt. Das ist entspricht aber praktisch einer Auszahlung zum Nominalwert.

      Ähnlich verlief die Restrukturierung beim US-Versicherer AIG. Bei AIG wurden die Stammaktien allerdings komplett wertlos, während die JPS mit leichtem Haircut zu etwa 90 % des Nominalwertes ausgezahlt wurden.


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