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Mazedonien:die nächste Blamage der NATO vorprogrammiert! - 500 Beiträge pro Seite



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Hi,

die nächste Scheiße ist vorprogrammiert! Die internationale Staatengemeinschaft - ob NATO oder EU - fügt ihren unendlichen Niederlagen und Blamagen eine weitere hinzu: Mazedonien!

Was angefangen hat mit der Schutzzone Srebreniza - in deren "Schutz" tausende Bosnier von den Serben massakriert wurden, über diesen unsäglichen Kosovo-Krieg für so paar verbrecherische UCK_ und sonstige Kosovo-Albaner-Verbrecher jetzt zu dem Oberschwachsinn:

die Entwaffnung der Albaner-Rebellen! :D:D Wie weltfremd sind die eigentlich?
Die eine Seite spricht von 2000 Waffen, die ander von 85000!! Wer glaubt denn, diese kriegspielenden Kinder und Chauvinisten würden sich ihre Penis-Ersatzstücke, ihre Eintrittskarte in die Welt der Machos so einfach wegnehmen lassen, wie blöd kann man eigentlich sein!!
Das wär ja, als sollten die Palästinenser ihre Handgranaten abgeben oder die Bestätigung von Gehirnsubstanz vorlegen!

Naja, Hauptsache, das kostet Millionen bis Milliarden, dann kann man wieder begründet die Staatsquote hochfahren!

Und natürlich: die Albaner die da lachend ein Sturmgewehr abgeben, holen sich dafür drei aus dem deutschen Rotlichmillieu, das sie ja nun schon lange in der Hand haben!

jagger
Guten Abend Jagger!

Das ist ja hochinteressant: Ich bin ja nur ein oberflächlicher Kenner Meisenheims, aber daß es am Glan ein Rotlichtmilieu (!) gibt, in dem sich Albaner (!!) Sturmgewehre (!!!) "holen", hätte ich wirklich nicht gedacht. Ich hatte ganz im Gegenteil den Eindruck, daß Meisenheims Bürgersteige zuverlässig gegen 18 Uhr hochgeklappt werden. In der guten alten Zeit wäre einem dann wenigsten noch der Nachtwächter begegnet. Nicht so in Meisenheim.

Da muß sich seit meinem letzten Besuch ja allerhand getan haben!

By the way: Gibt es noch dieses schwindsüchtige Eiscafé an so einer Art Hauptstraße mit vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit, in dem es drinnen wie draußen an Sitzplätzen mangelt? Was in Meisenheim für gewöhnlich nicht weiter auffällt.

Staunend: Gründerkrach
Vorreiter Deutschland, abgehängt

Seit die USA ihr "vitales Interesse" an der Region entdeckt haben, spielt Deutschland bei der Lösung der "offenen albanischen Frage" keine große Rolle mehr. Und auf seinen Freund aus Berlin, der sich noch vor kurzem mit ihm beim freundschaftlichen Shake-hands ablichten ließ, hört ein UÇK-Boss wie Hashim Thaci nicht mehr, auf Tom Koenig, Fischers Kumpel aus streetfighter-Tagen, schon gar nicht – im Kosovo haben europäische Zivil-Administratoren in entscheidenden Fragen nicht allzu viel zu sagen.
Das große Lamento, das Deutschlands Medien jetzt angesichts der schleichenden Machtergreifung der Drogenbarone im Kosovo anstimmen, ist jedenfalls die pure Heuchelei. Dem Bundeskriminalamt (und damit, das sei unterstellt, auch der Bundesregierung) war lange vor dem ersten Schuss der UÇK auf serbische Polizeistationen und der folgenden Eskalation des Kosovo-Konflikts bekannt, mit wem man sich da eingelassen hatte. Auch der US-Kongress hatte die Drogen-Connection der UÇK diskutiert, und lange genug galten die albanischen Kämpfer der US-Regierung als Terroristen und Kriminelle, bis geopolitische Präferenzen Vorrang vor der Drogen-Prävention bekamen. Und solange es darum ging, die öffentliche Meinung auf den Bombenkrieg gegen Serbien einzustimmen, fanden das BKA und die amerikanische Drug Enforcement Agency (DEA) mit ihren Warnungen wenig Gehör.

Auf dem Weg in den albanischen Schlamassel hat Deutschland die Vorreiterrolle gespielt. Die Kehrseite: Deutschland wird zu den Hauptleidtragenden der Konsequenzen dieses Balkan-Abenteuers gehören. Denn welchen völkerrechtlichen Status das im Aufbau befindliche neue Gemeinwesen in der Kosovo-Provinz letztendlich auch annehmen mag – in seinen administrativen und innenpolitischen Strukturen ist die organisierte Kriminalität schon fest verwurzelt. Eine zwar von vornherein absehbare Entwicklung, die aber schon heute nicht mehr reversibel sein dürfte. Und bereits jetzt ist Deutschland einer der Haupttummelplätze und wichtigstes Absatzgebiet der Drogen-Barone und Mädchenhändler von Priština, die, so das BKA, schwerer zu bekämpfen sind als alle Narko-Mafien zuvor. Das unter der Aufsicht von FBI und DEA aufgebaute interbalkanische Zentrum für Nachrichtenaustausch, eine Art "Balkan-Europol", wird im Kosovo sein Hauptbetätigungsfeld haben. Es ist ihm viel Erfolg zu wünschen.

Eberhard Rondholz
Guten Morgen JBLParagon!

Halten wir es mit Bismarck, der den Balkan schon zu seiner Zeit nicht für wert befand, die Knochen auch nur eines einzigen preußischen Grenadiers zu opfern.

Gründerkrach
Die Bundeswehr sollte sich nicht einmischen - genauso wenig wie die NATO.
Das Problem der Albaner und Mazedonier (und auch Serben) wird sich in 30 Tagen NIEMALS lösen lassen, genausowenig wie in 30 Monaten.
Die Albaner werden ein paar tausend Waffen (vielleicht!) abgeben...und haben noch zehntausende übrig.

Man siehts auf dem ganzen Balken. NATO-Truppen werden immer dauerhafter stationiert, ohne dass sich grundlegend was ändert.
Die Albaner bekommen den Hals nicht voll. Nachdem Serbien den Kosovo geräumt hat, hätten die (zumindest vorläufig) damit zufrieden sein sollen. Das war ein großer Erfolg. Aber nein, ohne "terrormachen" hätten viele von denen wohl keine Beschäftigung gehabt (man hätte ja die zerstörten Gebiete etc. aufbauen können, aber dafür werden ja Milliardenmittel der Industrienationen zur Verfügung gestellt :mad: ). Es wurde als nächstes Ziel Mazedonien ausgewählt.

Meine Meinung: Nicht mehr einmischen und Menschenleben unserer Soldaten gefährden, die kriegen ihre Probleme nie in den Griff (schon gar nicht in wenigen Wochen, lächerlich).

Ich weiss, hört sich "hart" an, ist aber LEIDER die Realität (der niemand ins Auge sehen will)

PS: Das hat sich die NATO etc. selbst eingebrockt. Gegen Serbien waren die Albaner gut zu gebrauchen und wurden tatkräftig unterstützt. Nur leider geben die jetzt keine Ruhe mehr. Drum wurden die Mazedonier (meiner Meinung zurecht!) unterstützt. Auch von der deutschen Regierung wurde ausgemustertes Gerät an die maz. Seite geliefert.
So bekommen die im Leben nicht Ruhe auf den Balkan.

Grüße
l.t.s.
abgesehen davon, daß Srebrenica eine sog. UN-Schutzone gewesen ist,
abgesehen davon, daß die ganze Balkanproblematik viel zu komplex ist um von jemandem wie Dir erfaßt werden zu können,
wäre die NATO ohne begleitendes politisches Konzept sicher auch bei der Aufgabe überfordert Dir ein Minimum an Toleranz
und unvoreingenommenem Denken beizubringen.

Georgina
@Mick, ich halte den Einsatz auch für sehr merkwürdig.

Die `Rebellen` wollen doch die Waffen `freiwillig` abgeben ....
..... wozu braucht man dann die Nato ?

@GRUENDERKRACH, ja das Eiscafe gibt es noch. Dir scheint beim letzten Besuch entgangen zu sein, dass Meisenheim am Tag nur deswegen so ruhig ist, weil die sich von den wilden Nächten erholen ....
..... Im Eiscafe fährt ja nach Einbruch der Dunkelheit eine Lichtanlage voll elektronisch aus der Decke und junge, unzüchtige Luder kommen die Treppe hinten runter. Die Piccolo-Preise vervierfachen sich von einer Sekunde zur anderen .....
..ich habs doch gesehen ....
........... und das was der eine Typ da in der Hose hatte, war hundert Prozent ein Sturmgewehr .... ich schwörs ..... ;)



technostud ;)
@technostud :laugh::laugh:

genauso ist es! Besser hätte ich`s nicht beschreiben können!:D

@GRUENDERKRACH,
das Platzangebot vor und in der Eisdiele ist erheblich erweitert worden, reicht aber bei weitem nicht aus, die Touristenmassen, die in Meisenheim einfallen, aufzunehmen.
Und dann noch die vielen Sextouristen und Waffenkäufer, die Meisenheim fast zum Casablanca der Pfalz machen!:D

@georgina,
ich freue mich, daß du noch lebst und dich mit so kräftiger Stimme zu Wort meldest.Ich segne dich!
In der tendenz liege ich dennoch richtig, um Kleinigkeiten habe ich mich noch nie gekümmert.
Ja, eine "sogenannte UN-Schutzzone", in der besonders grausam massakriert wurde, während sich die Unterhändler der "staatengemeinschaft" tag für Tag von den Serben in Verhandlungen lächerlich machen ließen.

In diesem zusammenhang sei nochmals daran erinnert, daß dieser versuchte Völkermord nur durch den beherzten Angriff der Kroaten auf die Serben beendet wurde und nicht etwa durch die UN/NATO!

Jagger2000
Was passiert, wenn die UCK angeblich ihre Waffen abgegeben hat und trotzdem weiter gekämpft wird??
Als Ausrede könnte u.a. behauptet werden, wir mußten uns neue Waffen besorgen, da Mazedonien absolut nicht albanisiert werden will.
Oder wurde die Neubeschaffung vertraglich ausgeschlossen??
Mich stört ja vor allem diese permanente Halbherzigkeit. Soll halt die NATO gleich sagen, wir fahren da jetzt mit z.B. 50.000 Mann hin, sorgen für Ordnung auf dem Balkan und zwar richtig, bleiben solange bis die Ordnung garantiert ist (also 50 Jahre oder so)
@Mick, `Casablanca der Pfalz` habe ich ja noch nie gehört ....
.... man sprach doch bisher immer vom Sex-Dreieck Bangkok-Saigon-Meisenheim .....

technostud ;)
Ja,techno, das war zu Zeiten, als Meisenheim in der Sextourismusszene noch ganz oben stand, jetzt haben hier doch die Waffenschieber die Vormachtsstellung, da werden ganze Batterien Boden-Luft-Raketen und Panzer verdealt!!
Und das alles in der Eisdiele, mit den Ludern auf dem Schoß!:D

Mick
@Mick :). Zu deinem Eingangsposting (bis auf die "Staatsquote) volle Zustimmung. ;)

@GRUENDERKRACH: Verpiss Dich!


Gruss
dick :)
Hi dick:)

aber ich denke, das kostet alles viel Geld!Und es wird mit einem MOnat nicht getan sein.
Ich denk noch dran, wie uns mal Steuern bzw ausbleibende Steuersenkungen mit den Zahlungen an die USA für den Golfkrieg begründet wurden.

Es ist egal, was aus welchem Topf kommt, mich interessiert, was "hinten rauskommt", um mit Birne zu sprechen!

Schönen Sonntag wünscht dir

Mick :)
Jo, der Golfkrieg war teuer. Waigel (das Augenbrauen-Monster;) ) hat seinerzeit sogleich die Mineralölsteuer drastisch erhöht. :mad:

Dir auch einen schönen Sonntag und Gruss
dick :)
Ich finde, ein reiches Land sollte durchaus seinen Reichtum mit anderen Ländern teilen. :D :D :D

@Mick, die Begründung war n`Fake für Mismanagement in der Haushaltspolitik.
Birne hat uns da nämlich mit schlappen 1,7 Mrd. scheckbuchdiplomtisch rausgehauen.

(wir wissen auch alle, dass auch eine Unions-geführte Regierung sich jetzt nicht mehr raushalten könnte,
Schäuble hat ja jetzt ins Spiel gebracht, dass solche Einsätze nicht mehr vom Parlament abgesegnet werden sollten ...)



technostud ;)
@jagger
Du solltest nicht vergessen, daß die Kroaten erst angegriffen haben, als die Serben ihre Mordaktionen bereits beendet hatten. Die Rolle der UNO-Truppen ist natürlich eine einzige Katastrophe gewesen.
Ebensowenig solltest Du vergessen, daß die Dayton-Verhandlungen, die letzlich zum Friedensschluß führten, eingeleitet wurden durch massive Bombardement der NATO.
Was da noch hinter den Kulissen alles gelaufen sein mag, weiß ich natürlich auch nicht.

@technostud
das Problem ist, daß die UCK sich zwar bereit erklärt hat die Waffen abzugeben, nachdem die mazedonische Regierung dem albanischen Teil der Bevölkerung mehr Rechte einräumen will, aber eben nicht bereit ist ihre Waffen der mazedonischen Armee zu übergeben. Soweit geht das Vertrauen wohl doch nicht. Kann ich für meinen Teil nachvollziehen.
Ich kann auch nachvollziehen, daß die NATO und die EU sich dem Frieden auf dem Balkan verpflichtet fühlen. Die Zustände dort betreffen uns unmittelbar.
Womit ich allerdings nicht einverstanden bin ist das völlige Fehlen eines langfristig angelegten politischen Gesamtkonzeptes um den Frieden in der Region nicht nur zu sichern, sondern langfristig zu etablieren.
Dies Konzept fehlt seit den Einsätzen in Bosnien und ich kann auch kein Bemühen feststellen ein solches zu finden.
Meines Erachtens ist also der Einsatz in Mazedonien notwendig, wobei man sich drüber im klaren sein muß, daß aus dreißg Tagen dreißig Monate werden können. Noch notwendiger ist aber eine Art internationaler Konferenz unter Einbeziehung aller Beteiligten um eine tragfähige Dauerlösung für die ganze Region, die ja zum Beispiel auch Griechenland einschließt, zu finden.

Grüße


Georgina
@georgina d`accord

Wenn Du mein zweites Posting (Nr.10) siehst ....
.... das geht in eine ähnliche Richtung
W A R U M D I E B U N D E S W E H R I N M A Z E D O N I E N V E R S A G E N M U S S

Mission Impossible

Sendetermin: Sonntag, 26. August, 22.30 - 23.25 Uhr, RTL

Mission Impossible -
warum die Bundeswehr in Mazedonien versagen muss
@Prinz :)

es ist ja nicht nur die Bundeswehr, es ist wieder die ganze westliche Staatengemeinschaft, die in ihre nächste Pleite reinläuft!

Mick
Moin Jagger:)

Ja klar die BW kann da nicht so viel dafür


hast schon recht die albaner lassen sich nicht ihre "Männlichkeit" rauben


hast du gestern gesehn war genau so wie du es sagtest die Situation dort unten


die lachen sich kapuitt und geben nur den schrott ab;)
Britischer Soldat in Mazedonien getötet

NATO beginnt Operation
»Essential Harvest«

Gleich zu Beginn der NATO-Operation »Essential Harvest« ist in Mazedonien ein britischer Soldat getötet worden. Dies teilte die britische Militärführung mit. Es hieß, der Soldat sei auf dem Weg vom Flughafen in Skopje in die Hauptstadt in seinem Fahrzeug mit Steinen attackiert und tödlich am Kopf getroffen worden.
03. September 2001




M A Z E D O N I E N

Jagd auf die Skipetaren

Zwar sammelt die Nato erfolgreich UÇK-Waffen ein, doch weder der Kampfeswille noch die Ausrüstung der albanischen Rebellen lassen sich dadurch schmälern. Bei der slawischen Bevölkerungsmehrheit herrscht dagegen offener Hass auf die West-Soldaten.


Schon weil deren 500 Soldaten so spät kamen, hatten Nato-Politiker die deutschen Kollegen bereits als "Hasenfüße" verspottet. Doch als es dann endlich so weit war, am Mittwoch voriger Woche, versperrten neue Hindernisse den Weg nach Mazedonien.

Nur ein 47-köpfiges Vorauskommando hatte mühelos das Bundeswehr-Feldlager auf dem Berg Erebino bei Tetovo erreicht, der größten Stadt der mazedonischen Albaner. Doch schon die 250 Soldaten des deutschen Kfor-Kontingents aus dem benachbarten Kosovo, die sich in Eilmärschen zu ihrem Einsatzraum begeben sollten, kamen erst mal nur bis zur Grenze.

Dort am Übergang Blace mussten zwei schwer gepanzerte Transportwagen vom Typ "Dingo" umkehren, weil eine Hand voll aufgebrachter Nato-Gegner ihnen den Weg versperrte. Per Funk wurde die Marschkolonne auf die nachts zuvor ausgekundschaftete Ausweichroute über Ja¢ince umdirigiert. Aber auch dort warteten bereits Demonstranten.

Mehr als einen halben Tag benötigten die beiden Kampfkompanien für eine Strecke von 120 Kilometern. Dann erst konnten die Deutschen mit ihren 8 "Leopard"-Panzern, 8 "Marder"-Schützenpanzern, 20 "Dingos" sowie Geländewagen und Transportfahrzeugen in Erebino einrücken.

Die Anlaufschwierigkeiten der Deutschen bei der Nato-Operation Essential Harvest (bedeutsame Ernte) sind jedoch unbedeutend im Vergleich zu den durchaus absehbaren Gefahren, die den Erfolg des jüngsten Balkan-Abenteuers der westlichen Verteidigungsallianz bedrohen.

Denn nur der Auftrag an die militärischen Erntehelfer ist übersichtlich: Einmarsch nach Mazedonien, Kollekte von 3300 Waffen, welche die albanischstämmigen Freischärler der UÇK freiwillig abliefern müssen, und nach 30 Tagen Heimkehr aus der Krisenzone. Doch in einem Land, das noch immer am Abgrund eines Bürgerkriegs zwischen seinen albanischen und slawisch-mazedonischen Bewohnern lebt, läuft selten etwas wie geplant.

Bei den vorigen Nato-Einsätzen auf dem Balkan hatten die Soldaten einfachere Verhältnisse vorgefunden: In Bosnien musste die West-Allianz ausgeblutete, kampfesmüde Gegner trennen, die vor der totalen Erschöpfung standen. Im Kosovo durfte sich die Kfor-Truppe wenigstens zu Anfang von der albanischen Bevölkerungsmehrheit als Befreier bejubeln lassen.

In der Mini-Republik Mazedonien hingegen drohen die West-Soldaten zwischen die Linien eines Konflikts zu geraten, der nach der Entnahme von 3300 Waffen keineswegs entschärft sein wird. Und nichts deutet darauf hin, dass die beiden Seiten dem Frieden näher kommen.

Im Gegenteil: Während die Nato-Soldaten bereits im Land sind, steigern sich albanische und slawische Mazedonier in eine Kriegspsychose hinein. Massakergerüchte stacheln die Wut weiter an. Gigantische Verschwörungstheorien machen die Runde. Der Westen plane einen "monströsen Hinterhalt", empörte sich etwa der mazedonische Innenminister Ljube Boskovski, Morde an Albanern würden erfunden, um die slawischen Mazedonier als Schlächter zu diffamieren.

In dieser Lage nimmt sich die Nato-Aufgabe, die UÇK-Waffen einzusammeln und nach 30 Tagen wieder abzuziehen, geradezu grotesk aus. Sogar der deutsche Wehrminister Rudolf Scharping musste vor Ort zugeben, dass der Einsatz "durchaus riskant" sei. Und damit hat der liebestolle Plansch-Urlauber von Mallorca vermutlich noch untertrieben. In Wahrheit droht der West-Allianz ein Debakel, wenn nur ein einziges Blatt in dem Kartenhaus fällt, das sie so sorgsam errichtet hat. Denn nicht die 4500 Nato-Soldaten unter dem Befehl des dänischen Generals Gunnar Lange haben den Ablauf der Operation in der Hand, sie sind vielmehr auf den guten Willen erbitterter Kontrahenten angewiesen.

Schieres Wunschdenken ist beispielsweise die Annahme, die UÇK werde nun plötzlich aufgeben, was sie fast schon erreicht hatte: die Umwandlung des albanischen Siedlungsgebietes in eine quasi autonome Region, in der die Rebellen weiterhin den Träumen von einem großalbanischen Reich nachhängen dürfen.

Aber auch die Gegenseite rüstet sich: Ganz offen wirbt Innenminister Boskovski neue Freiwillige für Spezialeinheiten an. Auf Plakaten fordert er seine slawischen Landsleute auf: "Werde Tiger".

Wo er seine Raubkatzen einsetzen will, verriet der Scharfmacher auch: "Wenn die Nato abzieht, müssen die mazedonischen Sicherheitskräfte Recht und Ordnung auf jedem Quadratmillimeter mazedonischen Bodens wieder- herstellen, auch in µipkovica und den anderen Versorgungszentren der UÇK-Terroristen."

Im Klartext: Sobald die Nato-Soldaten aus dem Westen abgerückt sind, droht ein mazedonischer Einmarsch in die Bastionen der Albaner und damit der bislang verhinderte Bürgerkrieg. Der aber würde die Stabilität der gesamten Region erneut gefährden und als ethnischer Konflikt in einer Kettenreaktion womöglich auf die Nachbarländer übergreifen - auf Serbien und Albanien, auf Bulgarien, Griechenland und den europäischen Teil der Türkei.

Erbost las Nato-Generalsekretär George Robertson vergangenen Mittwoch dem mazedonischen Regierungschef Ljubco Georgievski die Leviten: Er persönlich trage die Schuld, falls das Parlament die Zustimmung zu den Verfassungsänderungen verweigere, die für mehr Rechte der albanischen Minderheit im Abkommen von Ohrid ausgehandelt worden waren.

Doch schon am Freitag, nachdem in der ersten Phase der Operation 1450 Waffen eingesammelt wurden, verhinderten mazedonisch-slawische Demonstranten mit einem Aufmarsch vor dem Parlament stundenlang die fest verabredete erste Lesung der neuen Verfassungsartikel.

Die Mazedonier sehen sich inzwischen als Opfer der Nato und begegnen den Bündnissoldaten bisweilen mit offenem Hass. Schon 1999 habe die Uno-Resolution 1244 vorgesehen, die UÇK in der Krisenprovinz Kosovo vollständig zu entwaffnen, sagen sie. Stattdessen habe die Nato monatelang tatenlos zugesehen, wie deren Kämpfer Waffen ins bis dahin friedliche Mazedonien schafften.

"Lächerlich und erniedrigend" nannten es Kritiker in der mazedonischen Regierung, dass die westlichen Friedensstifter gerade mal 2950 Sturmgewehre, 210 Maschinengewehre, 130 Minenwerfer, 6 Luftabwehrwaffen sowie je 2 Panzer und Panzerfahrzeuge aus UÇK-Beständen einsammeln wollen. Bis zu 85 000 Waffen sollen nach Schätzungen der Regierung in den Arsenalen der UÇK lagern. "Die UÇK besitzt viel mehr und weit bessere Waffen, als sie abzugeben bereit ist", weiß auch ein deutscher Rüstungsexperte.

Fast schon verzweifelt appellierte Premier Georgievski an Uno-Generalsekretär Kofi Annan: "Exzellenz, dies ist ein bisher beispielloser Fall in der internationalen Politik: Ein souveränes Land wird von einem Aggressor angegriffen, der aus einem Uno-Protektorat heraus operiert."

UÇK-Kämpfer wechseln im albanischen Siedlungsgebiet nach Belieben hin und her. Allein in der vergangenen Woche wurden fast 250 UÇK-Mitglieder an der Grenze zwischen Westmazedonien und dem Kosovo vorübergehend festgenommen und dann wieder freigelassen.

Auch der Nachschub stellt für die Albaner kein Problem dar. Noch immer kursiert in der Region ein Großteil jener hunderttausender Handfeuerwaffen, die 1997 bei Aufständen im benachbarten Albanien aus Militärdepots entwendet wurden.

Und während die UÇK-Kämpfer vorige Woche Schlange standen, um uralte Schießprügel, aber auch moderne Sturmgewehre, Panzerfäuste und Boden-Luft-Raketen vom Typ SA-7 auszuhändigen, hat sich bereits eine Ersatzorganisation gebildet: Die "Albanische Nationale Armee" (ANA), angeblich geführt von vormaligen UÇK-Kommandeuren, unterliegt nicht dem Abkommen von Ohrid.

Sollten die Nato-Truppen tatsächlich zwischen die Fronten eines wieder aufflammenden Bürgerkriegs geraten, müssten mehrere zehntausend Soldaten nachrücken, obwohl zehn Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs fast alle europäischen Armeen nur noch bedingt einsatzbereit sind. Die 310 000 Mann starke Bundeswehr steht nach Eingeständnis ihres Generalinspekteurs Harald Kujat schon jetzt "an der Grenze ihrer Belastbarkeit" - bei rund 7000 Freiwilligen, die derzeit auf dem Balkan Posten schieben.

Dass die Operation Essential Harvest die mazedonischen Gegner wirksam daran hindern könnte, Krieg zu führen, gilt nicht einmal mehr in Brüssel als sicher. Auf einmal ist es "nicht mehr wichtig, wie viele Waffen abgegeben werden", befand Nato-Generalsekretär Robertson. Schon die symbolische Entwaffnung zähle. Einspruch kam sofort aus Skopje. Entscheidend sei vielmehr das Endziel, erklärte der mazedonische Verteidigungsminister Vlado Buckovski: die Rückkehr der aus den albanischen Siedlungsgebieten vertriebenen slawischen Landsleute.

Die aber ist in 30 Erntetagen nicht zu schaffen und ohne den Schutzschirm neutraler Truppen nicht zu sichern. Düster warnte der Nato-Rat bei seiner Sitzung Ende voriger Woche, dass nach den 30 Tagen "ein Vakuum" entstehen könnte.

Weit realistischer gaben sich da Nato-Chef Robertson und der britische Außenminister Jack Straw. Sie halten schon jetzt eine Verlängerung des Befriedungseinsatzes für möglich.

Doch davon lassen sich die mazedonischen Gegner nicht abschrecken und trainieren für die nächste Runde. Der selbst ernannte Kommandeur Ivan Atanasovski, ein Muskelprotz mit kahl geschorenem Schädel, drillt seit einem halben Jahr die "Mazedonischen Löwen" - mit Ausbildungsvideos der deutschen Antiterror-Einheit GSG 9. Sehnsüchtig wartet der 26-jährige "General" darauf, mit seinen Kämpfern die Heimat von den "Skipetaren" zu befreien.

Das werde ein Kampf, der nach dem alttestamentarischen "Auge um Auge, Zahn um Zahn" geführt werde, prophezeit Ivan. Zwischen den Fronten eines solchen Getümmels müssten die Erntehelfer der Nato dann vornehmlich um ihre eigene Haut bangen.
Wie blöd hält diese Schwachmaatenregierung die Öffentlichkeit?

Einsammeln von freiwillig abgegebenen Waffen :laugh: Da hätte man auch das DRK hinschicken können.

Deutsche Mittelmachtsträume werden kombiniert mit angeblichen Zwägen, eine rotgrüne Regierung schickt deutsche Soldaten in solche `Abenteuer`. Die enden auch tödlich.


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