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Verlage stellen sich auf Fusionswelle ein
Von Lutz Meier, Berlin

Im kommenden Jahr könnte es zu einer neuen Konzentrationswelle unter Regionalzeitungen kommen, wenn die Bundesregierung wie geplant die Fusionsregeln für die Branche neu fasst. Die Pläne können die Übernahmelust der Zeitungskonzerne schüren.

Wolfgang Clement


Nachdem ein Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium bekannt geworden war, in dem die Details der geplanten Neuregelung zusammenfasst sind, können sich insbesondere die Großkonzerne unter den Zeitungsverlagen wieder mehr Hoffnungen machen.

Denn das Ministerium will diesen dem Entwurf zufolge selbst dann freie Hand bei Zeitungsübernahmen geben, wenn das Kartellamt eine marktbeherrschende Stellung feststellt. Bedingung ist nur, dass der Altverleger mit einer Sperrminorität beteiligt bleibt. Zudem darf der Käufer in diesem Fall nicht "die alleinigen Bestimmungsrechte" über die redaktionellen Inhalte erhalten und ebenso wenig die Titelrechte.


Unter der Voraussetzung, dass diese Bedingungen erfüllt sind, würden Zeitungsverlage nach den Plänen als einzige Branche von der kartellrechtlichen Kontrolle befreit und könnten ohne Rücksichten auf Marktbeherrschungsgrenzen fusionieren.



Konflikte zwischen Konzernverlagen und Regionalverlegern


Das Ministerium hatte das Papier am Montag dem Verlegerverband BDZV und einzelnen Verlagen zugeleitet. Obwohl der Inhalt in der Branche seit Dienstag weithin diskutiert wird, wollen sich weder der Verband noch einzelne Verlage öffentlich äußern. Klar ist aber schon, dass die Vorschläge neue Konflikte zwischen Konzernverlagen und mittelgroßen Regionalverlegern provozieren.


Denn der BDZV hatte sich vor Wochen eindeutig gegen eine Klausel ausgesprochen, wie sie das Ministerium jetzt vorschlägt. Als die Entscheidung zustande kam, hatten sich Holtzbrinck, WAZ-Gruppe und der Kölner Verlag Dumont Schauberg der Stimme enthalten - sie wollten großzügige Regeln auch für Große.


Daher suchten sie laut Informationen aus Verlagskreisen ungeachtet des Verbandsbeschlusses erneut den Kontakt zur Regierung. Die WAZ-Gruppe hat durch ihren Geschäftsführer und Ex-Politiker Bodo Hombach ebenso gute Kontakte zur Regierung wie Holtzbrinck, für die "Zeit"-Chef Michael Naumann - ehemals Minister - bei der Regierung für die Vorstellungen des Konzerns warb. Ursprünglich hatten Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Bundeskanzler Gerhard Schröder in Aussicht gestellt, wenn sich die Verleger einigten, werde ihr Konzept umgesetzt.


Ohnehin wird der Streit um Pressevielfalt und Konzentration aller Voraussicht nach durch eine Entscheidung des Kartellamts angefacht. Amtschef Ulf Böge will am Vormittag auf einer Pressekonferenz bekannt geben, ob dem Holtzbrinck-Konzern der Berliner "Tagesspiegel" weiter zugerechnet wird - trotz dessen Verkaufs an einen langjährigen Holtzbrinck-Manager.



Juristen erwarten lange Gerichtsverfahren


Kommt das Kartellamt zu dem Schluss, den "Tagesspiegel" weiter zum Holtzbrinck-Imperium zu zählen, würde der Konzern abermals mit dem Vorhaben scheitern, sich zudem auch noch die "Berliner Zeitung" einzuverleiben. Kartelljuristen erwarten für diesen Fall lange Gerichtsverfahren, weil der Beweis, dass "Tagesspiegel"-Käufer Pierre Gerckens ein Strohmann ist, sehr kompliziert ist und es kaum Präzedenzfälle gibt.


Kartellamtschef Böge hatte allerdings am Mittwoch auf eine Klausel verwiesen, in der Holtzbrinck sich ein Rückkaufrecht für den "Tagesspiegel" für den Fall sichert, dass die Pressefusionsregeln geändert werden. Diese Klausel könnte als Beweis für eine Strohmann-Lösung gewertet werden.


Holtzbrinck hat bisher mit allen Mitteln für den Konzentrationsplan in Berlin gekämpft: Nach dem Verbot versuchte Holtzbrinck, den Plan über eine Sondererlaubnis Clements durchzusetzen. Das scheiterte aber trotz dessen Wohlwollen.


Zur Neuregelung der Fusionsregeln sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag, "in naher Zukunft" solle ein Referentenentwurf abgeschlossen werden, die Pläne für die Reform seien noch "in der Bearbeitung". Zum Status des Entwurfs, der nun an die Verlage geschickt worden ist, schweigt das Ministerium.


Trotz der Entschlossenheit Clements könnte die geplante Ausnahme für Zeitungsverleger von der Wettbewerbskontrolle allerdings verfassungsrechtliche Probleme bergen. Das habe das Justizministerium noch nicht geprüft, hieß es dazu im Ministerium am Donnerstag nur.
19.12.2003 - 14:37 Uhr
Eichborn AG
Eichborn AG: Änderungen im Vorstand / Engagement bei der Pendo Verlag GmbH

Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.



Eichborn AG: Änderungen im Vorstand / Engagement bei der Pendo Verlag GmbH

Frankfurt am Main, 19. Dezember 2003: Peter Wilfert ist mit sofortiger Wirkung als Vorstand der Eichborn AG und als Geschäftsführer der Pendo Verlag GmbH, Zürich, ausgeschieden.

Aufgrund der unbefriedigenden Entwicklung und einer strategischen Neubewertung der Tochtergesellschaft wird die Eichborn AG im Jahresabschluss 2003 voraussichtlich den überwiegenden Teil des Gesamtengagements bei der Pendo Verlag GmbH von rund 2,5 Mio. EUR wertberichtigen.


Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 19.12.2003


WKN: 518370; ISIN: DE0005183701; Index: Notiert: Geregelter Markt in Berlin-Bremen und Frankfurt (General Standard).Freiverkehr in Düsseldorf, München und Stuttgart
Die Antwort dürfte kurz ausfallen:

Nach der Insolvenz.

Eichborn hat die Börsengangerlöse in 2 Jahren vollständig verbrannt.
Es gibt anscheinend keinen Bereich, in dem das Unternehmen nicht defizitär ist.
Schlimmer noch: Die cash cows sind mit dem Weggang des alten Verlagschef mit weggegangen.
Ein weiteres Problem: Der Mehrheitsaktionär hat in dem Laden wg. Aufsichtsrat immer noch nichts zu sagen.
Verlage blicken in unsichere Zukunft

Frankfurt/Main (AP) 2003 war kein gutes Jahr für die deutschen Zeitungsverlage. Das Anzeigenaufkommen ging deutlich zurück, während die Auflagen bestenfalls stagnierten. Und 2003 ist schon das dritte miserable Jahr in Folge. Die Aussichten für 2004 sind nicht viel besser. Mittlerweile kommen einige Verlage in finanzielle Schwierigkeiten, weil die Banken ihnen kein Geld mehr zuschießen wollen. Immer mehr Experten erwarten deshalb, dass sich die deutsche Zeitungslandschaft grundlegend ändern wird. In einer Studie prognostiziert das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young der Branche eine Fusionswelle sowie ein Ende der bisher erfolgreichen Doppelfinanzierung aus Anzeigen und Verkaufserlösen.

Verlage und Journalisten sollten demnach nicht auf bessere Zeiten hoffen, sondern auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Denn die schwache Konjunktur hat ein strukturelles Problem verschärft: Die einst lukrativen Rubrikanzeigen (Auto-, Job- und Wohnungsmärkte) sind ins Internet abgewandert. Allein der Gesamtumfang der Stellenmärkte ging seit 2000 um 70 Prozent zurück. Zudem werden bei Online-Auktionshäusern heute jene Dinge angeboten, die einst in den «vermischten» Kleinanzeigen der Blätter standen.

Zunächst hofften viele Zeitungshäuser, das Rubrikgeschäft mit eigenen Internetangeboten zu halten. Doch unabhängige Anbieter haben den Markt längst unter sich aufgeteilt. Inzwischen gelten den Zeitungen ihre Online-Auftritte als Zuschussgeschäft fürs eigene Renommee. «Die Tageszeitungen sind der Konkurrenz der Online-Anbieter nicht gewachsen», stellen die Experten von Ernst & Young fest. «Die Verlage ließen sich zu viel Zeit», urteilt auch der Medienwissenschaftler Christoph Neuberger. Der Professor an der Universität Münster sieht die ökonomischen Grundlagen des Journalismus ernsthaft gefährdet.

Für die Zukunft zeichnet Ernst & Young ein Szenario, in dem sich neben einigen überregionalen «Premium-Zeitungen» wenige regional tätige Gruppen herausbilden. Darin werden dann viele der bisherigen Lokalzeitungen «integriert» - möglichst unter unveränderten Namen, denn in den Zeitungsmarken sehen die Wirtschaftsprüfer bisher ungenutztes Erlöspotenzial. Internationale Investoren stünden dafür schon in den Startlöchern, heißt es.

Bis es so weit ist, müssten aber wohl einige der einheimischen 341 Abonnentenzeitungen verschwinden. «Der Markt muss sich erst selbst bereinigen», sagt ein Ernst-&-Young-Verantwortlicher. Dagegen steht zunächst das Pressefusionsrecht der Bundesrepublik, wonach Verlagsfusionen, die zu mehr als 25 Millionen Euro Gesamtumsatz führen würden, vom Kartellamt geprüft und möglichst verhindert werden sollen. Doch eine Lockerung der Gesetzeslage ist in Sicht. Eine Woche vor Weihnachten ließ das Bundeswirtschaftsministerium einen Referentenentwurf herumreichen, wonach die Umsatzschwelle auf 50 Millionen Euro angehoben werden soll. Publizistische Monopole will der Ministeriumsentwurf mittels Minderheitsbeteiligungen der Alteigentümer oder durch einen Hoheitsverzicht des Käufers auf redaktionelle Inhalte verhindern.

Skeptisch sind nicht nur kleinere Verlage, die sich nicht mehr vor Übernahmen sicher fühlen. Auch die Gewerkschaften laufen Sturm. «Neoliberalismus pur» nennt etwa Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) das Papier, das die persönliche Handschrift des SPD-Ministers und gelernten Journalisten Wolfgang Clement tragen soll. Zörner befürchtet weiteren Arbeitsplatzabbau und Verlust der Nähe zum Leser, weil Großverlagen so die Möglichkeit gegeben werde, kleine Lokalredaktionen zu Gunsten großer Zentralredaktionen zu schließen. Auch Frank Werneke, Vize-Chef der Dienstleistungsgesellschaft ver.di, sieht in dem Vorschlag kein Modell zum Erhalt der Pressevielfalt. «Damit werden zahlreiche kleinere Verlage zum Abschuss freigegeben», sagt er. Das Minderheitsbeteiligungsmodell sei ein «Strohmann-Prinzip», das keine Unabhängigkeit gewährleiste.

Statt Fusionen zu erleichtern, sollte der Staat die Presseförderung verbessern, fordert ver.di-Experte Werneke. Das bisherige «Gießkannenprinzip», auf Zeitungen nur den halben Mehrwertsteuersatz zu erheben, sollte durch gezielte Unterstützung einzelner Titel, wie in Frankreich oder Skandinavien ersetzt werden. DJV-Mann Zörner verlangt statt dessen von den Verlagen mehr Mut, um die Krise aus eigener Kraft zu meistern. Er verweist auf London, wo mehrere Zeitungen derzeit mit Kleinfortmatigen Ausgaben neue Leser gewännen. In Deutschland werde dagegen geklagt und gejammert, kritisiert er.

Eine für Regionalzeitungen interessante Alternative führt derzeit ein Zeitungshaus in Österreichs kleinstem Bundesland vor: Mit den «Vorarlberger Nachrichten» verkauft der Verleger Eugen A. Ruß seinen Landsleuten nicht nur täglich 70.000 Zeitungen, sondern auch Versicherungen, Strom- und Telefonanschlüsse.
Die Fusionswelle bei Zeitungsverlagen hat nichts mit dem Buchverlagen zu tun.

Zwar gibt es auch dort Übernahmen und Verkäufe, jedoch weit weniger, als im Zeitungsbereich.
Hier sind die Synergien deutlich geringer, als im Zeitungsgeschäft, wo häufig selbst
die Artikel übernommen werden.

Ansonsten:
Das Weihnachtsgeschäft war für den stationären Buchhandel wohl ein -5 bis -10% niedriger Umsatz gegenüber dem Vorjahr.
Zum einen lag dies am grundsätzlich niedrigeren Umsätzen im Weihnachtsgeschäft.
Zum anderen vermeldeten die Versender (z.B. Amazon, Weltwoche, Buchclub) neue Rekordumsätze -
hier findet eine kontinuierliche Verlagerung von Umsätzen weg vom stationären
Handel hin zum Versender statt.
Leiden tun darunter insbesondere die Verlage, die preiswerte Taschenbücher
herausgeben, wie Könemann (Insolvenz) und Eichborn.
Deren Bücher kauft man häufig nach kurzem Blättern im vorbei gehen.


Nachfolgend die aktuellste Meldung zum Weihnachtsgeschäft:
Der 3. Adventssamstag brachte auch dem Buchhandel unfestliche Ernüchterung:
Um 5,5%, so das Ergebnis der buchreport-Weihnachtsumfrage, blieben die Umsätze hinter dem
Vergleichstag des Vorjahres zurück – der mit –7% eine niedrige Bemessungsgrundlage gewesen ist.
Wenn am 4. Advent, am 22., 23. und 24. Dezember sowie am Samstag nach den Feiertagen
nicht noch ein Weihnachtswunder geschieht, sieht es nicht gut aus für die Jahresbilanz.


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