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Effizienz des deutschen Steuersystems - 500 Beiträge pro Seite



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Nach einer Studie des Weltwirtschaftsforums zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit von 102 Staaten landet Deutschland bei der Frage nach der Effizienz des Steuersystems im internationalen Vergleich auf dem LETZTEN Platz, noch hinter Haiti, Mozambique und Angola.
Wir ersticken in Bürokratie.
Und ich sage voraus: das wird so nicht weitergehen. Das Ding kippt bald!
...und wenn ich das monatliche Schreiben des Steuerberaters lese, könnte ich nur noch LOSKOTZEN soviele Verordnungen und Bestimmungen die das Leben eines Kleinunternehmers zur Hölle machen.
Aber es gibt einen Ausweg: ABHAUEN Raus aus diesem überbürokratisierten Land.
Hallo,
ich kann Dir nur zustimmen.
Als Kleinunternehmer wirst du ausgenommen wie eine Zitrone.
Hast du einmal ein bißchen Luft kommt der nächste Bescheid.
Das ganze System kotzt mich an.
Arbeiten bis der Sarg kommt.
Klasse.
@olcapri:
Und auf welcher Seite des PDF-Dokuments steht die Behauptung über die geringe Effizienz des deutschen Steuersystems?
Ihr tut mir leid, Kleinunternehmer haben wenigsten Gestaltungspielraum. Den hat ein Arbeitnehmer so nicht! Lohnsteuerabzug kann man nicht vermeiden und die Kontrollen bei der Veranlagung sind wohl umfassender.

Richtig ist natürlich, dass es zu viele m. E. unsinnige Vorschriften gibt. Z. B. §8a KStG oder §15a UStG
Die Steuerberater finden dies übrigens auch nicht toll, insbesondere weil sie nicht mehr zum Beraten kommen
Gruß
Finanzverwaltung geht bei elektronischer Betriebsprüfung zu weit

Die Bundessteuerberaterkammer kritisiert zu hohe Anforderungen an die Steuerpflichtigen beim digitalen Datenzugriff. „Die Finanzverwaltung geht bei der elektronischen Betriebsprüfung zu weit.

Archivierungspflichten werden zu Lasten der Unternehmer ausgelegt, Zugriffsrechte zu Gunsten der Verwaltung ausgedehnt. Die gesetzlichen Vorgaben dürfen nicht länger überschritten werden“, erklärte der Vizepräsident der Bundessteuerberaterkammer, Dr. Harald Grürmann, am 7. März in Berlin. Zur Entlastung der Steuerpflichtigen forderte er, die Fristen zur Aufbewahrung von Unterlagen infolge der rationelleren Betriebsprüfungsmethoden von jetzt 10 Jahren deutlich zu verkürzen.

Der Gesetzgeber beabsichtigte mit der Einführung der elektronischen Betriebsprüfungen schnellere und zeitnähere Prüfungen. Laut Grürmann sind hingegen umfangreichere und intensivere Prüfungen zu beobachten. Während herkömmliche Betriebsprüfungen vor allem Schwerpunkt- und Stichprobenprüfungen sind, können mit den neuen Techniken in vielen Fällen Vollprüfungen vorgenommen werden.

Die Prüfer orientieren sich zudem an einem Katalog von „Fragen und Antworten zum Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung“. Nach diesem Katalog müssen Daten so archiviert werden, dass für die Dauer der Aufbewahrungsfrist alle Auswertungsmöglichkeiten des Systems zur Verfügung stehen, auf dem die steuerrelevanten Daten erfasst und verarbeitet wurden.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Regelung könnte die Finanzverwaltung also verlangen, dass Steuerpflichtige nach einem Systemwechsel auch die alte Hard- und Software vorhalten müssen. Auch lässt die Finanzverwaltung in ihrem Katalog die Verwertung versehentlich überlassener Daten des Steuerpflichtigen zu.

Das Gesetz sieht hierzu aber ausdrücklich keine Regelung vor.
Tja, habe mir auch schon länger meine
Gedanken gemacht. Habe auch ein paar kleine
Betriebe und kriege mit dem ganzen Sch....
auch regelmäßig das grosse Würgen.
Das Schlimme ist, das jede Motivation für
Unternehmer abgewürgt wird weiter zu machen
oder gar zu expandieren.
Was mich besonders ärgert ist nicht nur die
Kompliziertheit vieler Vorgänge, sondern auch die
Unterschiede: Bekomme ich eine Aufforderung zu irgentwas:
Frist bis ....! Wehe nicht! Versucht mal von einer
Behörde was zügig zu bekommen !
Aber die da oben verstehens nicht und werden es ohne Druck
nicht verstehen. Kein Wunder, die Ministerien und
Politikerbänke sind doch gespickt mit Beamten, die
es nicht in ihr Birnchen kriegen, das die Aufgabe
der Betriebe u.a. ist, Wertschöpfung zu schaffen und
jeglicher unnötiger Bürokratismus hinderlich ist...
... und wer sie eigentlich füttert !
Ich habe mich gefragt, ob es nicht Zeit für den "zivilen
Ungehorsam" ist. Was würde passieren, wenn ein Großteil
der Unternehmen (alle würde man in D leider
nie unter einen Hut bekommen), einfach mauert.
Will heißen: Keine Formulare, keine Meldungen, Stastiken und
... keine Erklärungen und Meldungen über Monate mehr abgeben. Die entsprechenden Zahlungen aussetzen.
Die öffentlichen Haushalte wären innerhalb kürzester Zeit zahlungsunfähig. Auch die Gehälter der Beamten nicht
auszahlbar. Klar würde es auch Falsche treffen, aber ich
denke, das sind die wenigsten.
Säumnis- bzw. Verspätungszuschläge ? Wären m.E. in den
großen Mengen gar nicht zu bearbeiten.
Wenn mal ein Verband oder Gruppierung es wagen würde,
dazu aufzurufen : Ich bin dabei.
Nach dem Motto: "Wir sind das Volk" und wir halten den
Laden Deutschland überhaupt noch am laufen, nicht
die Politiker und Behörden !
Laster
#7 von NATALY

Hat der Horst Köhler in seiner Rede auch gebracht:

Um Wachstum und Beschäftigung nachhaltig zu stärken, brauchen wir auch eine umfassende Steuerreform. Das deutsche Steuersystem ist kompliziert und unübersichtlich. Im aktuellen Länderranking des World Economic Forum belegt es in Sachen Effizienz bei 104 untersuchten Ländern Platz 104. Wir sind in diesem Bereich nicht wettbewerbsfähig. Unser Steuersystem schreckt ab - vor allem Investoren.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,346604-5,00…
auf Seite 13/24 beginnend steht


Steuern – Vertrauen, Transparenz
und Wettbewerb ermöglichen

Eine breit angelegte Studie der Harvard-Universität
und des Weltwirtschaftsforums zur Wettbewerbsfähigkeit
von 102 Ländern belegt geradezu dramatisch,
in welchem Maß das deutsche Steuersystem zum
Hemmschuh für die Erholung unseres Landes geworden
ist: Bei der Betrachtung der Effizienz und Transparenz
von Steuersystemen liegt Deutschland auf
dem 102. und letzten Platz. Die folgenschwerste
Steuerlast hierzulande ist also das Steuer„system“
selbst. Es verursacht neben Unmengen an Steuerliteratur
vor allem Unsicherheit, Ungerechtigkeit, ein
leistungs- und investitionsfeindliches Klima sowie
Steuerflucht.

In Fachkreisen wie in der breiten Öffentlichkeit – das
hat das Echo auf die Reformvorschläge im Jahr 2003
gezeigt – besteht der Wunsch nach einem verständlichen
und nachvollziehbaren Steuersystem. Es ist
höchste Zeit, das Richtige für alle und nicht mehr nur
das Beste für jeweils einige wenige zu tun. Wesentlich
ist in erster Linie die Vereinfachung des Steuerrechts,
d.h. das Besinnen auf seine tragenden Prinzipien und
das Beseitigen von Ausnahmen und Vergünstigungen.
Das deutsche Steuersystem muß wieder (?) einfach,
transparent und international wettbewerbsfähig
werden. Es muß Wachstum ermöglichen sowie greifende
Anreize zu Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft
geben. Ebenso wichtig ist, daß durch die
Klarheit der Rechtsgrundsätze, auf denen u.a. ein
neues Einkommensteuergesetz und eine Neuordnung
der Unternehmensbesteuerung fußen, Vertrauen
und Rechtssicherheit geschaffen und so wieder
mehr Investitionen und Konsum ermöglicht werden.
Dringlich und vom Bundesverfassungsgericht vorgegeben
war die Neuregelung der Besteuerung von Alterseinkünften
zum 1. Januar 2005. Neben seiner
grundlegenden Neuordnung ist das Steuerrecht aus
Sicht der Unternehmen eilbedürftig an neue Vorgaben
und Entwicklungen des internationalen Steuerrechts
sowie auch an Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs
anzupassen. Für den Mittelstand bleiben die Vereinfachung
des Steuerrechts und die rechtsformneutrale
Besteuerung vordringlich. Großer Veränderungsdruck
besteht des weiteren beim Steuerbilanzrecht
sowie bei der Grund- und Erbschaftsteuer...



Effizienz der Steuersysteme: Deutschland am Ende
--->Quelle: World Economic Forum, Executive Opinion Survey, 2003.

Länderranking nach Effizienz,
von 1 (hochkomplex und wirtschaftliche
Entscheidungen verzerrend
)
bis 7 (einfach und transparent)



Hongkong 6,3
Singapur 5,8
Botswana 5,4
Estland 5,4
Malaysia 5,3
Island 5,2
Luxemburg 5,1
Malta 5,0
El Salvador 4,8
Mauritius 4,7
Taiwan 4,7
Finnland 4,6
Gambia 4,5
Neuseeland 4,5
Schweiz 4,4
Namibia 4,4
Niederlande 4,0
Spanien 3,9
China 3,7
Großbritannien 3,5
Kroatien 3,4
Australien 3,4
Platz 45: USA 3,2
Kanada 3,1
Schweden 2,9
Platz 69: Österreich 2,8
Tschechische Republik 2,7
Frankreich 2,6
Platz 81: Japan 2,6
Italien 2,4
Belgien 2,4
Polen 2,4
Guatemala 2,1
Rußland 2,1
Tschad 2,1
Ukraine 1,8
Argentinien 1,8
Rumänien 1,7
Brasilien 1,7
Platz 102: Deutschland 1,5
___________________
Durchschnitt: 3,3



Was aber nicht da steht, ist, wie Transparenz und Effizienz hier
definiert sind, wie die also letztlich zu den Zahlen gekommen
sind. Insofern wird es die, die es ändern könnten, nicht
aufregen.
Anscheinend handelt es sich um eine Meinungsumfrage:
Executive Opinion Survey

Muß jeder selbst entscheiden, was er davon halten soll.
ich habe imme große Achtung vor Deinem Fachwissen Nataly, aber wer als Kleinunternehmer die REALITÄT in diesem Land erlebt, weiss was er davon zu halten hat!- das es nämlich die bittere Wahrheit ist...
aber man kann ja ohne weiteres abhauen :)
Ich bezweifle die Komplexität und geringe Transparenz des deutschen Steuersystems nicht,auch nicht die Verzerrung wirtschaftlicher Entscheidungen durch dieses "System"; ich bezweifle aber die Methodik der Studie.
#12: Wäre ein Ansatz! Gerade die Intrahandelsstatistiken nerven uns zur Zeit ungemein.

Kennst Du die Reaktion der Niederländer auf eine Strompreiserhöhung (ein paar Jahre her)?

Wäre auch ein Ansatz.


Gruß, Mucker
P.S.: Halte die Methodik der Studie auch für unseriös, auch wenn das Ergebnis im großen und ganzen stimmen könnte.

Gruß, Mucker


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